um 3 Uhr erschien General v. Lefsel auf dem Platze. Das Urteil wurde in chinesischer Sprache verlesen. Der Mörder wurde den chinesischen Beamten übergeben und sogleich trennte der Scharfrichter - mit seinem einem Brotmesser ähnlichen Richtschwert durch einen Hieb das Haupt vom Körper. Das Haupt wurde in eine in der Nähe bereit stehende Kiste, der Körper in einen Sarg gelegt und hinweggefahren.
Der „Reichsanz." veröffentlicht eine Verlustliste Nr. 6. Danach sind bei dem Gefecht bei Tsekingkwan am 29. Ok tober 1900 von der 8. Kompagnie des 2. Ostasiatischen In fanterie-RegimentS u. a. der Gefreite Peter Gehring aus Treysa schwer verwundet, der Musketier Kayl Kliehne au Frankfurt a. M. leicht verwundet und der Musketier Friedric Poeppel aus Dotzlar, Kreis Wittgenstein, tobt.
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In einer Jmmediat- Eingabe an den Kaiser hatte der Rabbiner Lion Wolff gebeten, einen jüdischen Feldprediger mit nach China zu senden in Rücksicht darauf, daß dem Expeditionskorps auch jüdische Freiwillige sich anschlossen. Der vom Kriegsministerium erteilte Beschei lautet:
„Euer Wohlgeboren an Seine Majestät den Kaiser gerichtetes Jmmed atgesuch, in dem Sie um Anstellung eines jüdischen Felb- predtgers beim ostastattschen Expeditionskorps ersuchen, ist aus Allerhöchsten Befehl dem KriegSmtntsterium zur P üfung und wetteren Veranlassung zugewiesen worden. In Erledtgung dieses Allerhöchsten Befehls wird Ihnen nach eingehender Prüfung eröffnet, daß daS KrtegS- mtntfterium nicht in der Lage ist, diesem Wunsche eine weitere Folge zu geben."
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Aus Peking ist an Herrn Georg Hebstreit, den Vorsitzenden des Marinevereins zu Gießen, folgende Feld. Postkarte gelangt:
Peking, den 12. November 1900. Liebe Kameraden! Sende Jhn^r meinen herzlichsten Dank für die Geldspende und herzlichen Gluckwunsch zum neuen Jahre. Mir geht es noch gut und ich hoffe ttn Gleiches von allen Kameraden. Mit kameradschaftlichem Gruß verbleibe ich Ihr ergebener Otto Koch, Unterosfijier 1. Comp. II. S. B.
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Telegramm des Gießener Anzeiger-.
Loudon, 3. Januar. Ein Pekinger Telegramm des Bureau Laffon vom 1. Januar besagt: Die chinesischen Behörden treffen nunmehr Vorbereitungen, um, so wie es die Mächte verlangen, Duhsien und Tungfuhsiang hin« zu richten. Andere Beamte und Würdenträger sollen ebenfalls zu den schwersten Strafen verurteilt werden. — Aus Tientsin wird berichtet: Bei dem Salutschießeu anläßlich des Neujahrsfestes explodierte in Peitang ein Geschoß, wobei fünf Deutsche aus der Stelle getötet und 14 verwundet wurden, darunter fünf tötlich. — Der „Times" - Korrespondent in Peking meldet unterm 31. Dezember seinem Blatte: Rußland hat soeben einen Vertrag mit China abgeschlossen über die militärische Besetzung der Provinz Feng-Tien durch die Russen. Diese Provinz ist die am südlichsten gelegene und wichtigste der Mandschurei. Der mit China abgeschlossene Vertrag regelt die Zivilverwaltung seitens Chinas unter russischem Protektorat und besteht aus 9 Punkten.
Deutsches Reich.
Berlin, 2. Januar. Heute morgen unternahm der Karzer mit dem Prinzen Heinrich den gewohnten Spaziergang durch den Tiergarten, hörte den Vortrag des Reichskanzlers Grasen v.. Bülows im Auswärtigen Amr und empfing rm komgl. Schloß zunächst den Kultusminister Dr. Studt nnd darauf den Chef des Zivilkabinetts Dr. v. Lucanus zum Vortrag. Um halb ein Uhr wohnte der Kaiser einer Leseprobe tn der Wohnung des Generalintendanten der komgl. Schauspiele Grafen v. Hochberg bei und nahm bei oresem auch das Frühstück ein. Heute abend sand bei dem Kaiserpaar ein Mahl ftatt,. zu dem an die kommandierenden Generäle und Kommandeure der Leibregimenter, Leibkompagnien und Leibeskadrons Einladungen ergangen waren.
— Wie der „B.-C." hört, hat der Kaiser in seiner Neujahrs-Ansprache an die Generale mit scharfem Bedauern sein Mißfallen darüber ausgesprochen, daß sich die Offiziere gegen die Vorschrift vielfach in Zivil- klerdung bewegten.
t - 77 Wie der „Ostpr. Ztg." aus Berlin gemeldet wird, »befahl der Kaiser, daß an sämtlichen preußischen Uni-, versitäten, Akademien, allen höheren und niederen Schulen am 18. Januar das 200jährige Krön- nngsjubiläum durch einen Festakt unter Wegfall des Unterrichts festlich begangen werden soll. Mit dem Festakt soll in diesem Jahre die Feier des Kaisergeburtstages derart verbunden werden, daß am 27. Januar keine besondere Feier stattfindet.
Syndikus Hellmann M Neisse, dessen Sohn, Oberleutnant z. S. Hans Hellmann, am 17. Juni 1900 während des Kampfes vor Taku auf dem „Iltis "gefallen ist, hat, wre die „Neisser Ztg." meldet, vom Reichsmarineamt im Auftrage des Kaisers ein Gedenkblatt erhalten, das mrt folgendem Anschreiben begleitet war:
_ c , „Berlin, den 19. Dezember 1900.
Im Auftrage Seiner Majestät des Kaisers und Königs übersende ich Ihnen anliegend ein von Allerhöchstdem- selben für dre^Angehörigen der in Ostasien gefallenen oder verstorbenen Offiziere und Mannschaften entworfenes und vervielfältigtes Gedenkblatt, das bestimmt ist, die Erinnerung an den für das Vaterland Verstorbenen wach zu erhalten v Tirpitz, Vize-Admiral, Staatsminister und Staatssekretär des Reichsmarineamts."
Tas Gedenkblatt, das 66 Zentimeter hoch und 50 Zentimeter breit ist, enthält folgenden Text:
Gedenkblatt zur Erinnerung an Oberleutnant z S Hans Hellmann, geb. den 6. Dezember 1873, aest. den 17. Juni 1900. Er starb für Kaiser und Reich. Ehre seinem Andenken.
Die Zeichnung stellt die Germania im Purpurmantel dar, mit der hocherhobenen Linken den Lorbeerkranz haltend und mit der Rechten auf den Schild mit dem Reichsadler gestützt. Unten neben der Reichskriegsflagge mit dem Eisernen Kreuz und neben dem Christuskopse in Medaillonrahmen auf Goldgrund stehen die Worte: „Niemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben lässet für s^ine Freunde. Ev. St. Joh. 15, Vers 13."
— Die vorgestrige Sitzung des preußischen Staats
ministeriums dauerte von 3 bis 8 Uhr. Es nahmen sämtliche Resortminister, auch Finanzminister v. Miquel, der von slejner Erkrankung völlig wiederhergestellt ist, an der Sitzung teil, außerdem Staatssekretär Gräf Posadowsky.
— Der Rücktritt desGrafen Posadowsky soll unmittelbar bevorstehen.
— Aus Anlaß der Feier des 25 jährigen Bestehens der R e i ch s b a n k erschien heute vormittag eine Abordnung der Aeltesten der Kaufmannschaft beim Präsidenten Dr. Koch, um ihm die Glückwünsche des Handelsstandes auszudrücken. Knrz darauf beglückwünschten ihn auch die Mitglieder des Direktoriums. Um 10 Uhr versammelte sich das letztere mit dem Zentral-Ausschuß im Sitzungssaale zur feierlichen Enthüllung des von Prof. Koner gemalten Bildes des Präsidenten. Die Erschienenen folgten hierau einer Einladung des Geheimrats Koch zum Frühstück. Später statteten auch die Vorsteher der einzelnen Abteilungen der Reichsbank und namhafte Vertreter des Handelsstandes Glückwünsche ab. Am Nachmittag fand im Savoy-Hotel ein Festmahl der Vertreter des Direktoriums und Zentral- Ausschusses statt. Die Beamten der Reichsbank werden das Jubiläum am 16. März durch einen großen Festkommers begehen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 3, Januar 1901.
** Personaluachrichten. Der Großherzog hat am 1. Januar 1901 verliehen: dem Generalmajor v. Winterfeld, Kommandeur der 25. Kavallerie-Brigade (Großh. Hess.) und dem Generalmajor Frhrn. v. Buddenbrock-Hetters. dors, Kommandeur der 50. Infanterie-Brigade (2. Großh. Hess) das Komturkreuz 1. Klasse, dem Obersten Conzen, Kommandeur des 1. Großh. Feld-Artillerie-Regiments Nr. 25 (Großherzogliches Artillerie Korps), das Komturkreuz 2. Klasse, dem Oberstleutnant Frhrn. v. Maltzahn beim Stabe des 3 Großh. Infanterie-Regiments (Leib-Regiments) Nr. 117 das Ehrenkreuz, dem Hauptmann Pampe ä la suite des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 daS Ritterkreuz 1. Klasse und dem Oberzahlmeister Praetorius vom 3. Großh. Infanterie-Regiment (Leib- Regiment) Nr. 117 das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. Der Oberamtsrichter in Gernsheim GeilsuS wurde auf sein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in den Ruhestand versetzt. Der Hilfsgerichtsschreiber bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen Karl Melior wurde zum Gerichtsschreiber bei >em Amtsgericht Alzey mit Wirkung vom 12. Januar 1901; der Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Friedberg Hemrich Rühl zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Butzbach mit Wirkung vom 13. Januar; der Hilfsgerichts chreiber bei dem Amtsgericht Groß-Gerau Karl Pfaff zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Lauterbach mit Wirkung vom 14. Januar; der Hilssgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Darmstadt I Johann Peter Langsdorf zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Grünberg mit Wirkung vom 15. Januar und der Gertchtsschreiber-Aspirant bei dem Amtsgericht Mainz Wilhelm Kirn zum Hilfsgerichtsschreiber rei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen für den Dienst bei der Kammer für Handelssachen mit Wirkung vom 12. Jan. 1901 ernannt.
** Maggi-Kostprobe. Am SamStag findet im Geschäfts- okal des Herrn H. F. Nassauer am Neuenweg eine unentgeltliche Kostprobe der Maggi-Produkte statt, an der jedermann teilnehmen'kann.
** Mufikverein Die am letzten Sonntag vom Musikverein Gießen veranstaltete Weihnachtsfeier war sehr gut besucht und verlief zur vollsten Zufriedenheit aller Anwesenden. Schon kurz nach 8 Uhr war der kleine Saal bis auf den etzten Platz gefüllt. Mit Interesse wurde den Darbietungen er unter Leitung des Dirigenten Gröninger stehenden kleinen gefolgt.- Der Vorsitzende begrüßte die Anwesenden. Alsdann trugen die kleinen Musikanten in flotter Weise einige Musikstücke vor, denen ein Violinsolo des Herrn Gröninger olgte. Nach dem ersten Spiel der Kleinen wurden denselben vom Vorsitzenden Geschenke überreicht. Die Verlosung ver- chiedener schöner Gegenstände sowie die Versteigerung des Christbaumes rief große Heiterkeit hervor. Den Schluß des Abends bildete ein kleines Tänzchen. Gewiß waren die Mitglieder des Musikvereins mit den Leistungen ihrer Kinder zufrieden.
^ Verein zur Besserung der Wohnungsverhaltnisse Minderbemittelter in Stadit und Land. Hl ter dem 9. Februar v. I. hat bekanntlich K. H. dre Großherzogin V i c t o r i a M e l i t a ein Komitee berufen, zum Zwecke der Gründung eines Vereins $ur Besserung der Wohnungsverhältnisse Minderbemittelter in Stadt und Land. Die Ansprache Ihrer Königlichen Hoheit an dieses Komitee hat in allen Kreisen einen nachhaltigen Eindruck gemacht und innerhalb und außerhalb der Grenzen unseres Landes lebhafte Zustimmung gefunden. Sie lautete:
„In angelegentlicher Fürsorge für die Hebung der sozialen Lage der mit Glücksgütern wenig gesegneten Familien in Stadt und Land hat sich in mir die Ueberzeugung befestigt, daß die Besserung des Wohnungswesens ein bedeutendes, vielleicht eines der folgereichsten und wirkungsvollsten Mittel sein wird, um für das Wohlergehen der Mindestbegüterten den Grund zu legen. Eine gesunde annehmliche Wohnung begründet das körperliche Wohlergehen, die Freude am häuslichen Herd und befestigt die Liebe zur Familie, in welcher die wesentliche Grundlage einer sittlichen Lebensführung zu erblicken ist. Dem gleichen Gedanken ist der im Dezember 1899 bei Eröffnung deß Landtages gestellte Antrag entsprungen, der die Mithilfe des Staates und der Gemeinden zur Förderung dieser wichtigsten sozialen Aufgabe in Anspruch nehmen will. Aber neben dem Staat und den Gemeinden sind die Einzelnen zu gleicher Fürsorge aufzurufen. Deshalb habe ich, in Fortsetzung früherer eifrig gepflogener Beratungen die Begründung eines Landesvereins zur Besserung der Wohnungsverhältnisse Minderbemittelter ins Auge gefaßt. Meine Anregung fällt, wie ich mit Befriedigung aus der Bereitwilligkeit, mit der Sie meinem Rufe gefolgt, schließe, auf fruchtbaren Boden. Der hessische Zentral-Verein, zu dessen alsbaldiger Bildung ich Sie zu
sammen zu treten bitte, soll sich das Ziel sehen, alle Kräfte des Landes zur gemeinsamen Arbeit zu sammeln. Es wird sich zunächst darum handeln, überall im Lande das Interesse für die große Bedeutung des Werkes, für die hohe Aufgabe zu erwecken und daber in erster Linie die Fürsorge auch auf die ländliche Bevölkerung zu erstrecken, damit überall in. Stadt und Land die Liebe zur Heimat, zum vaterländischen Boden, daS Wohlbefinden im eigenen gesunden Heim, Wohlstand und Sittlichkeit geweckt werde. Der Verein wird nicht auS dem Auge lassen, daß, soweit thunlich, bei der Errichtung von Wohnstätten auch der Sinn für das Schöne, insbesondere für Ueberlieferungen, und aus den Bedürfnissen der einzelnen Gegenden herausgewachsene eigenartige Formen geweckt und erhalten werden. Er wird durch gärtnerische Anlagen und Baumpflanzungen der Bevölkerung städtischer Gebiete wie ländlicher Gegenden die Freude an der Natur zu erhalten suchen. In der weiteren Entwickelung wird diese Wohlfahrtseinrichtung als beste Hilfe zur geistigen Bildung und sittlichen Förderung dienen. Mit großer Genugthuung und Freude werde ich es begrüßen, wenn die Errichtung des Hessischen Zentral-Vereins zur Besserung der Wohnungsverhältnisse Minderbemittelter zu einem raschen Abschluß gebracht werden könnte, und gerne werde ich das Protektorat übernehmen, um meine unablässige Fürsorge und mein tiefes Interesse für das Wohl unseres Landes und hauptsächlich für die minderbegüterten Klassen zu bekunden und zu bethätigen."
Um dieses Programm zu verwirklichen, soll sich nunmehr unter dem Protektorate Ihrer Königlichen Öoheit der bezeichnete Verein konstituieren. Der Verein soll'nach dem Entwurf der Satzung: 1. die Errichtung kleiner, gesunder und billiger Wohnungen für die Unbemittelten und Minderbemittelten in Stadt und Land — insbesondere für landwirtschaftliche und industrielle Arbeiter und Handwerker — bei den beteiligten Kreisen, namentlich bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern, bei Gemeinden und kommunalen Verbänden in jeder geeigneten Weise anregen; 2. bei dem Erwerb des geeigneten Baugeländes und Herstellung der zweckentsprechenden Gebäude den Beteiligten mit Rat und That, insbesondere^ auch durch Verhandlung mit den Beteiligten, durch Ausarbeiten von Plänen und dergleichen zur Seite stehen; 3. die vorhandenen gemeinnützigen Bauvereine in der Ausdehnung ihrer Wirksamkeit unterstützen, erforderlichenfalls die Errichtung neuer Vereinigungen herbeiführen und sie zu gemeinsamer Arbeit verbinden; 4. solchen Vereinigungen und Gemeinden sowie auch Privat-Unternehmern, welche in gemeinnütziger Absicht die gleichen Zwecke verfolgen, bei der Beschafflrng der xr- orderlichen Mittel für den Erwerb und die Bebauung der Liegenschaften für billige Wohnungen behilflich zu sein, insbesondere durch Organisierung von hypothekarischen Darlehen seitens der Invalidenversicherungs-Kassen, sowie eitens des Staates und in sonstiger Weise. Das vorbereitende Komitee hat die Satzung für den Verein entworfen und fordert aunt Beitritt auf. Eine Versammlung findet am 7. Januar, dreiviertel 12 Uhr, im Rathause zu Darmstadt tatt. Der Jahresbeitrag für Einzelpersonen ist auf mindestens 5 Mk., für Gemeinden, Vereine und Gesellschaften aus mindestens 20 Mk. festgesetzt. Dem vorbereitenden Komrtee, das zur Entgegennahme von Anmeldungen zum Beitritt bereit ist, gehören u. a. an: Kommerzienrat E m m e - lius, Gießen; Frick, Spenglermeister, Friedberg; Justizrat Dr. G u t f l e i s ch, Landtagsabgeordneter, Gießen; Buchdruckergehilfe Kolmerrschlag, Friedberg; Fabrikant Langsdorf, Friedberg; Lackierer Ritsert, Gießen; Bürgermeister Steinhäuser, Friedberg; Bauunternehmer Winn, Gießen.
•• Herr Schmehl, 1. Offizier S. S. „Johannisberger", Oberleutnant zur See b. R. der kaiserl. Marine, hat bem stesigen Marineverein mitgeteilt, baß er nach schweren Stürmen am Sylvestertage glücklich an Middlesbrough (Hafen an ber englischen Ostküste in ber Grafschaft York) ange- ommen ist.
]:[ Klein-Linden, 2. Januar. Schon seit einer Reihe von Jahren zeigt baS Geburt«.Register unseres Standes- amtes sechzig ober annähernb sechszig Geburten. In bem verflossenen Jahre 1900 stieg nun die Zahl ber Geburten auf 63, für ein Dorf in ber Größe Klein Lindens (1528 Einwohner) gewiß sehr viel. — Der Brauch desNeujahr- chießens artet zu immer größerem Unfug aus. So be- nügt man sich nicht mehr bamit, nur in ber Neujahrsnacht zu schießen, sonbern beginnt schon vor Weihnachten bamit. Mehrere Schützen würben zur Anzeige gebracht. Dasselbe hören wir aus bem benachbarten Alleudorf a. b. Lahn.
1. g. Grünberg, 2. Januar. Gestern abenb veranstaltete ber hiesige Turnverein unter Mitwirkung bes Musik- Vereins in ber Turnhalle eine Abenbunterhaltuug, bie sehr gut besucht war. Das aus Mufikvorträgen, Theaterstücken, lebenden Silbern usw. bestehende Programm bot recht viel Abwechslung, und die einzelnen Nummern wurden mit großem Beifall ausgenommen. Besonders der von vier Damen und vier Herren ausgesührte Zigeunertanz gefiel, und das zum Schluffe vorgeführte bewegliche lebende Bild in acht Ber-- Wandlungen von B. Trautmann, „Ein Weihnachtsmärchen", mußte auf allseitiges Verlangen wiederholt werden. — DaS am zweiten Weihnachtstage in der Turnhalle stattgehabte Konzert des Musikvereins erfreute sich ebenfalls sehr starken Zuspruchs, und der Verein erntete für seine trefflichen Darbietungen allgemeine Anerkennung und reichen Beifall. — Der älteste Bewohner unserer Stadt und wohl auch ber ganzen Gegend, Rentner Joh. Jöckel, feierte am Neujahrs- kage seinen 94. Geburtstag. Der ehrwürbige Greis erfreut sich einer bcwunbernswerten körperlichen Rüstigkeit unb Geistesfrische, die es ihm ermöglichen, bei günstiger Witterung seine gewohnten Gänge zu unternehmen, sowie alle Vorkommnisse tm Gemeinde- und Volksleben mit Interesse zu verfolgen.
Laubach, 1. Januar. Der Sylvesterunfug hätte auch hier beinahe ein Opfer gefordert. Nach der im 2. Stockwerke gelegenen Wohnung des Lehrers G. wurde ein sch arfer Schuß abgefeuert. Die Kugel, aus einem Revolver starken Kalibers, schlug gegen die Bleieinfassung einer Fensterscheibe und von da in die Decke der Wohnstube. Durch das Anschlägen an ber Fensterfassung kam die Kugel aus ber Richtung. sonst wäre sie bem am Fenster sitzenden Lebrer in den Kopf gegangen.
Darmstadt, 2. Januar. Der Großherzog unb bie
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Ez dürfte interessiere lhätig. um dre viele, noch vor den Feierte sich in dem bem « eigenen W* der ettvaS kleinen» jenem SrbeivraM l- werkskörper. Sie w in wohl verschlossener laubte, ausgezeichnet des Sonntags in fro über alles geliebten * DieWeihnachtssteude Frau und Schwester, und tänzelte im Zim tigerSchlag. Esn ben Mm. hecknm zu, schnellstens Hera, Aber niemand kornr fürchterlichen, erstick Dunkelheit umher m Gestalt an sich und fr Sobald sie an die st Ohmnacht. Sir tit wird hier in fcmtfat Haus verbracht. Fn durch Rauch unb &ti unb Sinb ju tyjltn. neuen heftigen Ärand. dichte Rauch, der de ztvilchen kommt Hilfe Stelle. Mn bringt unweit des Zinberwai Der Mittagen lei »«gestürzt. Das To die Stellen deskürye sind verbrannt. Tv f rM zur Stelle ist, »«allerdings Wer die näheren llr sch'edensten Gerüchte, lancht habe, der anbe ** ein tritt,, ™?e «Wnbtt, I,
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