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4.1.1901 Erstes Blatt
 
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Plänen und der- »orhandenen gemein- ng ihrer Wirksamkeit crichtung neuer Ver- gemeinjamer Arbeit md Gemeinden sowie gemeinnütziger Absicht : Beschaffung der xr- nd die Bebauung der behilflich zu sein, ins- lypothekarischen Tar- erungs-Kassen, sowie Werse. Das vorbe- den Verein entworfen Sammlung findet am athause zu Darmstadt oerfonen ist auf min- ne mit) Geschäften Tem vorbereitenden n Anmeldungen zum MerzienratEmme- :r, Friedberg; Justtz- bneter, Achen; Vnch- friedberg; Fabrikant

Ritsert, Gießen; riedberg; Bauunter-

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Großherzogin werden morgen abend mit dem v Zug um 7 Uhr 50 Mm. zum Besuch des russischen Kaiserpaares von hier abreisen. Die Fahrt soll über Frankfurt nach Wirballen ohne größeren Aufenthalt er­folgen. Der Besuch ist auf längere Zeit berechnet. Die Nachricht von einem Besuch des russischen Kaiserpaares in Darmstadt oder Wolfsgarten im kommenden Sommer ist ver­früht, und die Meldung, daß durch die russische Gesandtschaft in Darmstadt bereits Verhandlungen über eine Reise de- Zarenpaares hierher mit der Direktion der Main Neckarbahn gepflogen worden seien, trifft nicht zu. Es haben dergleichen Abmachungen bis heute bestimmt nicht stattgefunden. Morgen abend reist auch die hier zu Besuch weilende Herzogin von Koburg-Gotha mit ihrer Tochter Beatrice und der Prinzessin Elisabeth von Heffen nach England.

Darmstadt, 2. Januar. Min schreibt demTägl. Anz." : Nunmehr ist in der Frühe des Neujahrstages auch Luise Heckmann nach neun Tagen entsetzlicher Qualen als drittes Opfer den schrecklichen Verwundungen, die sie bei der Explosion der Feuerwerkskörper erhalten hat, erlegen. Der Bruder befindet sich noch im Krankenhause, doch ist bei ihm, nach Ansicht der Aerzte, jede Gefahr aus­geschlossen. Bezüglich der Entstehung des Unglückes sind die merkwürdigsten Dinge erzählt, geschrieben und geglaubt worden, ES dürfte interessieren, darüber folgendes Authentische zu er­fahren: Alle Hände waren am SamStag bis Nachmitternacht thätig, um die vielen Arbeiten, die der Erledigung harrten, noch vor den Feiertagen fertig zu bekommen. Heckmann hatte sich in dem dem Schlafzimmer anstoßenden Zimmer einen eigenen Arbeitsraum eingerichtet, während seine Gesellen in der etwas kleinen Werkstatt zu ebener Erde arbeiteten. In jenem Arbeitsraum lagerten nun die verhängnisvollen Feuer werkskörper. Sie waren aus der Kiste auSgepackt und alle in wohl verschlossenen Kartons, um, sobald es die Zeit er laubte, ausgezeichnet zu werden. Man war in der Frühe des Sonntags in fröhlichster Laune. Wollte man dem doch über alles geliebten Töchterlein fröhliche Weihnachten feiern. Die Weihnachtsfreude schlug ihre Wellen voraus. Man kam, Frau und Schwester, mit dem kleinen Liebling zum Papa und tänzelte im Zimmer auf und ab. Da ein gewal­tiger Schlag. Es wird stockfinster. Ein dicker Rauch hemmt den Atem. Heckmann hat sich rasch gefaßt und ruft allen zu, schnellstens herauszukommen. Er selbst eilt zur Treppe. Aber niemand kommt nach. Sofort stürzt er durch den fürchterlichen, erstickenden Rauch zurück. Er tastet in der Dunkelheit umher und findet ein Kleid. Schnell reißt er die Gestalt an sich und trägt sie zur Treppe. Es ist die Schwester. Sobald sie an die frische Lnft kommt, erwacht sie aus ihrer Ohnmacht. Sie eilt, fürchterlich verbrannt, abwärts und wird hier in Empfang genommen und ins städtische Kranken­haus verbracht. Inzwischen ist der Bruder zum zweiten Mal durch Rauch und Feuer ins Innere gedrungen, um auch Frau und Kind zu holen. Er tastet aber vergeblich umher. Die neuen heftigen Brandwunden, die er sich dabei holt, und der dichte Rauch, der den Atem nimmt, erschöpfen ihn. In zwischen kommt Hilfe. Auch die Feuerwehr ist bereits zur Stelle. Man dringt ein und findet die Frau. Sie kniet unweit des Kinderwagens. Das Leben ist bereits entflohen Der Kinderwagen selbst ist durch die Gewalt der Explosion umgestürzt. DaS Töchterchen liegt unter den Kissen. Nur die Stellen des Körperchens, die aus den Kissen hervorschauen, find verbrannt. So kommt es, daß es durch ärz'liche Hilfe, die rasch zur Stelle ist, wieder zum Leben zurückgerufen wird, um allerdings bald darauf der Mutter im Tode nachzufolgen. Neber die näheren Ursachen der Erplosion kursierten die ver­schiedensten Gerüchte. Der eine wußte, daß Heckmann ge­raucht habe, der andere läßt ihn die Feuerwerkskörper selbst anfertigen, ein dritter glaubt, man habe dem Kinde zulieb welche angezündet, u. s. f. Alle diese Erklärungen haben das eine gemeinschaftlich, daß sie alle frei erfunden sind. Das eine steht fest, daß die Explosion stattfgnd, während Herr Heckmann an seinem Arbeitstisch stand. Ob nun Selbst­entzündung vorliegt, ob vielleicht ein Karton zu Boden ge­glitten war und jemand darauf getreten hatte, oder der Kinderwagen darüber gefahren war wird wohl nie auf­geklärt werden können.

Darmstadt, 2. Januar. Der Großherzog empfing am "2. Januar u. a. den Baurat Stahl von Meßen. Am Dienstag nachmittag wurden die hiesigen Bankiers

Brüder Hermann und Maximilian Marx wegen Unterschlagung anvertrauter Gelder in Unter­suchungshaft genommen und sind ihrer strafbaren Handlungen bereits im wesentlichen geständig. Ein merk­würdiger Zufall ist es, daß diese Verhaftung am Jahres­tag des 20 jährigen Bestandes des fraglichen Geschäftes erfolgte. Schon seit einiger Zeit waren ungünstige Gerüchte über den Stand der Firma in Umlauf, und es fand am vorigen Samstag auf Anregung der Marx' eine Zusammen­kunft verschiedener beteiligter Gläubiger statt, bei der. aus­wärtige Verwandte der Frau des einen Marx ein Arrange­ment mit 30 Prozent anboten. Einer der Gläubiger, der 1700 Mk. zur Besorgung von Wertvapieren hergegeben hatte, ging jedoch auf den Vorschlag nicht ein und erstattete bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige. Der Zusammenbruch ist ein vollständiger, indem etwa 160180 000 Mk. Passiven nur etwa 10000 Mk. Aktiven gegenüberstehen sollen. Das Konkursverfahren ist heute eröffnet worden. Im höchsten Grade bedauerlich ist es, daß auch hier wieder fast nur kleine Leute betroffen werden und voraussichtlich den größten Teil ihrer Ersparnisse verlieren. So ist ein Gestütsdiener, der sich Jahrzehnte lang redlich abgemüht, jeden Pfennig bei Seite gelegt und sich so ein kleines Kapital von 2700 Mk. erübrigt hatte, unter den Geschädigten. Der eine Marx, welcher die Frau des Geschädigten von Jugend her gut kannte, veranlaßte dieselbe noch im November und anfangs Dezember v. Js., zu welcher Zeit er sich über seine Lage gewiß nicht mehr im Unklaren befinden konnte, ihm jene Summe zum Ankauf von Wertpapieren anzuvertrauen. Sie wurde auf ihre häufigen Nachfragen nach den zu liefernden Papieren stets vertröstet. Einige wenige Depots sind im Geschäft noch vorhanden, die meisten anderen durch die Brüder Marx bei Banken in Versatz gegeben und können also eingelöst werden. Die Unredlichen, welche das in sie gesetzte Vertrauen so schmählich täuschten, sollen nicht über ihre Verhältnisse hinaus gelebt, dagegen verschiedene empfindliche Geschäftsschlappen im Laufe des Jahres er­litten haben.

Gernsheim, 1. Januar. Das fünfjährige Söhnchen des Landwirts Heinrich Reinhardt dahier fiel heute Nachmittag gegen 5 Uhr in den Winkelbach und ertrank.

Marburg, 1. Januar. In der Nähe von Hachborn fand man auf einem Feldwege die Leiche des Dienstknechts Seibert aus Ilschhausen. Der Mann hatte sich betrunken, war liegen geblieben und hatte in der strengen Kälte seinen Tod gefunden. Seibert stammt aus dem Dorfe Rengshausen im Großherzogtum Hessen. Ueberfallen und tödlich ver­letzt mittelst eines eisernen Hakens wurde am Sonntag Morgen bei der Kaserne der Weißbindermeister Becht von hier. Ein der That dringend verdächtiger Händler wurde verhaftet.

Cronberg, 1. Januar. Der bekannte Maler Professor Bürger ist schwer erkrankt. Burger steht im 77. Lebensjahre.

Universitäts-Nachrichten.

Der a.-o. Professor Dr. Drews in Jena hat den Ruf nach Gießen als Nachfolger des in den Ruhestand tretenden o. Professors Dr. Heinrich Adolf Köstlin endgiltig angenommen.

die Verfolgung dieser Versuche selbst angeht, so stand damit fest, daß sie weg n Verjährung unmöglich war. Es blieb also nur die erwähnte Ver­öffentlichung, die ebenfalls zu schweren Anständen Anlaß gab.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Hypothekenbank««. Nachdem jetzt die Berichte über den Status quo bei der Preußischen Hypotheken- Aküenbank und der Deutsche» Grundschuldbank erschienen und die Versammlungen der Pfandbriefinhaber abgehalten worden sind, läßt sich die Sachlage einigermaßen üb rsehkN. Tröstlich ist sie nicht, aber sie ist wenigstens in Bezug auf die Preußische Hypotheken» Aktienbank nicht ganz so hoffnungslos, als es nach den ersten Mitteilungen den Anschein hatte. 2)0 staatliche Revision be­zeichnet den Bestand der Hypotheken dieser Bank als geeignet zur vollen Sicherheit der Pfandbriefe. Die Kurse sind bedeutend gestiegen gestern 83>/, pCt. Wir wiederholen daher, daß die Pfandbriefe Mcht ganz wert­los, sondern, wie amtlich mitgetetlt wurde, fast vollwertig sind.

Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Israelitische Wettgionsgemeiude.

Samstag den 5. Januar 1900.

Vorabend 4^ Uhr, morgens 9 Uhr, nachmittags 3 Uhr Lchristerkläruug, Sabbathausgang 5*o Uhr.

Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast.

Sabbathfeier am 5. Januar 1900.

Freitag abend 410 Uhr, Samstag vormittag 8so Uhr, nachmittag- 8 Uhr, Sabbathausgang 530 Ubr.

* Nachmittag 2« Uhr Schrifterklärung.

Wockengottesdienft: morgens 710 Uhr, abends 416 Uhr.

Neueste Meldungen.

Berlin, 3. Januar. Der Hauptmann von Besser, der vor einigen Monaten von der Schutztruppe in Kamerun abberufen wurde, befindet sich seit 14 Tagen im Militär- Arresthaus in Untersuchungshaft. Schon Mitte November war seine Ankunft in Deutschland erfolgt. Ihm werden viele schwere Mißhandlungen zur Last gelegt.

Paris, 3. Januar. Der Polizeipräfekt ließ in der ver­gangenen Nacht zahlreiche Maueranschläge im Quartier Latin entfernen, in denen die Studenten ersucht werden, sich gegen die republikanische Regierung aufzulehnen und eine thatklästige Propaganda zu Gunsten des Herzogs von Orleans durchzuführen.

Wien, 3. Januar. Der Schriftsteller Otto Erich Hart­leben ist an einer Lungen- und Rippenfell-Entzündung schwer erkrankt.

Bukarest, 3. Januar. Nach einer Meldung aus Jassy sind dort im Auftrage einer geheimen Vereinigung, welche die Entthronung des Königs von Serbien plant, zwei ehemalige serbische Offiziere mit besonderer Mission eingetroffen und nach 24stündigem Aufenthalt auf Umwegen nach Rußland weiter gereist.

Newyork, 3. Januar. An der mexikanischen Grenze bei El Passo herrscht große Aufregung über die Entdeckung bedeutender Diamantfelder im Staate Texas.

Gberhtsslsche jirbessaben für die Frauen Transvaals.

Wetter gingen ein: D. S. Mk. 10, Fr. Wendland Mk. 1, E. P. Mk. 8, K. Mk. 4, Weller Wwe. Mk. 3, E. u. S. B. Mk. 2, E. W. Mk. 2 Zusammen Mk. 35.50.

Die Expeditor» des Gießener Anzeigers.

Gerichtssaal.

Berlin, 2. Januar. Der im Abgeordnetenhaus vorgebrachte Fall Neisser ist vom Disziplinarhof für nichtrichterliche Beamte am letzten Samstag zur Verhandlung gebracht. Wie dieNat. Z." erfährt, hat der Gerichtshof gegen Prof. Neiffer aus Breslau wegen seiner Experimente an Kranken auf einen Verweis und eine Geldbuße in Höhe von 300 Mk. erkannt. Prof. Neißer hotte in einer Festschrift im Jahre 1899 in einem wissenschaftlichen Aufsatz selbst erzählt, daß er in der Breslauer Universitäts» kt'nik an Kindern, die der Klinik zur Heilung von Krankheiten anvertrau waren, Versuche mit Syphilisgift angefiellt habe und hatte den Verlau dieser Versuche eingehend beschrieben. Diese Versuche waren ohne Vor- wisseu und Einwilligung der Eltern und ebenso der Kinder vorgenommen worden. Als die sofort in der Presse stattfindende Besprechung des Falles den Behörden eine Veranlassung zum Einschreiten nicht zu geben schien, erwarb der konservative Abg. v. Pappenheim sich das Verdienst, die Sache mit allem Nachdruck zuerst in der Budgetkommission und dann im Plenum des Abgeordnetenhauses zur Sprache zu bringen. Eine behördliche Unter­suchung wurde dann auch angestellt. Es soll sich ergeben haben, daß sämt liehe Versuche fragt. Art aus dem Jahre 1892 stammen und seitdem von Prof. Neißer ähnliche Versuche nicht mehr vorgenommen worden sind. Was

Börsennachrichten.

Berlin, 2. Januar.

4 o/o Deutsche Grundschuld-Bank 1 u. 2 53.00 M.

4 o/o do. 8. 5/6 onk. b. 1904 53.00

31/9 % do. 8. 7/8, unk. b. 1906 49.50

4 0/0 D. Hyp.-Bank (Berlin) 8. 10 unk. 1908 96 10

gi/,0/0 do. unk. 1905 89.10 w

4% Preuss. Hyp'-A.-Bank 8. 8-12 83 50 »

4 0/0 do. 8. 15-18 unk. b. 1900 83.50 M.

4 o/g do. 8. 19-20, unk. b. 1905 83.20 »

31/. 0/ do. 8. 13, 14 78.00 ,

31/, 0/0 do. 8. 21, 22, unk. b. 1905 78.00 »

Telephonischer Kursbericht.

Frankfurt, den 3. Januar.

31/9 0/g Beichsanleihe . . 97.60 8 0/q do . . 88. 3Ve % Konsols .... 97 50 3 0/0 do .... 87.40 3Vg °/o Hessen .... 94.10 5 n/o Italien. Rente . . . 95.40 4 0/0 Griech. Monop.-Anl. 43 50 3 o/o Portugiesen . . . 24.30 30/0 Mexikaner .... 26.40 41/» % Chinesen .... .

Kreditaktien.....211.50

Diskonto-Kommandit . . 177.20 Darmstädter Bank . . . 131.50 Dresdener Bank . . . . 145 70 Berliner Handelsges. . .149 50 Oesterr. Staatsbahn . . 144.20 Gotthardbahn .... 155.90 Laurahütte.....194.

Bochum...... 174 50

Harpener . .... 171 50

: ruhig.

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Bekanntmachung,

betreffend: Viehmärkte zu Gießen.

Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kennt­nis, daß Großh. Kreisamt Gießen die Abhaltung der für Gießen am 8. und 29. d. Mts. vorge­sehenen Biehmärkte unter den bisher mehrfach bekannt gegebenen Bedingungen genehmigt hat.

Gießen, dm 3. Januar 1901. 291

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

I. V.: Wolff.

Kvgl. Gottesdienste der Methodisten-Gemeinde.

Neuenweg Nr. 9, Vinterhaus 1. Stock, Eingang Erlengaffe.

Sonntag ven 6. Januar, nachmittags 4Vi Uhr: Predigt. Mittwochabend 8'/, Uhr: Bibelstpnde.

Jedermann freundlichst willkommen. Prediger C. Wendt

Heute irisch eingetroifen: 287 Schellfische, Kabeljau, Seezungen, Seemuscheln. Eberhard Metzger. Telephon 65. Seltersweg 70.

Restauration Sachsenhäuser Kos. Morgen, Freitag r Metzelsuppe. Morgens Wellfleisch mit Kraut. Abends frische Wurst. 285 Ergebens! ladet ein L. Stiehl.

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Heute und morgen: Ochskssteisch 56 pfg. Zchwkineßkisch 45 pfg. ____Zchiiich 50 pfg.__

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