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3.3.1901 Zweites Blatt
 
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Gießen, den 2. MLrz 1901.

Schwurgericht. Bor dem Schwurgericht des 1. Quar- 1901 werden folgende Fälle zur Verhandlung kommen: 1. Montag den 4. März, vormittags 9x/2 Uhr, Anklage

verfität ausgeschloffen wurde. ES wurde ihm gestattet, au der Dorpater Universität Medizin zu studieren. Dort wurde er im Jahre 1899 wegen Beteiligung an Umtrieben der Studenten abermals relegiert. Im vergangenen Jahre be suchte Karpowitsch die Berliner Universität. Der Angeschuldigte b findet fich in Untersuchungshaft.

gegen Peter Geisel aus Fischbach wegen Brandstiftung Die Anklage vertritt Ober,Staatsanwalt Dr. Güngerich, Verteidiger: Rechtsanwalt Raab.

2. Dienstag den 5. und Mittwoch den 6 MLrz, jedes­mal vo mittags 9 Uhr, Anklage gegen Friedrich Walter, Lorenz Hahn und Hermann Leschhoru, sämtlich aus Obbornhofen, wegen Körperverletzung mit rötlichem Erfolg. Die Anklage vertritt Staat-anwalt Zimmermann, Ber tdbigcr für Walter: Rechtsanwälte Hirschhorn und Mendelsohn, für Hahn: Rechtsanwälte Dr. Gutfleisch und En gisch, für Leschhoru: Rechtsanwalt Katz.

3. Donnerstag den 7. März, vormittags 9 Uhr, An­klage gegen Jakob Günther aus Sterzhausen und Georg Löb sack aus Ober-Widdersheim, beide wegen Straßenraubs. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Koch, Verteidiger für Günther: Rechtsanwalt Hoos, für Löbsack: Rechtsanwalt Raab.

4. Freitag den 8. März, vormittags 9 Uhr, Anklage gegen Karl Habicht aus Engelrod wegen NotzuchtoersuchS. Die Anklage vertritt GerichtSaffeffor Dr. Maurer, Ver­teidiger: Rechtsanwalt Rosenberg.

5. Samstag den 9. März, vormittags 9 Uhr, Anklage gegen Karl Oppel aus Mensfelden wegen Notzucht. Die Anklage vertritt Ober-Staatsanwalt Dr. Güngerich, Ber leidiger: Rechtsanwalt Weidig.

6. Montag den 11. März, vormittags 9 Uhr, Anklage gegen Kathhriue Hämmerle aus Staufenberg wegen Kindes mord. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Zimmermann, Verteidiger: Rechtsanwalt Hoos.

7. Dienstag den 12. März, vormittags 9 Uhr, Anklage gegen Minna Bill, Elise Sack und Konrad Drescher Ehefrau, sämtlich aus Gießen, wegen Verbrechens wider das Leben. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Zimmermann, Verteidiger für Minna Bill: Rechtsanwalt Dr. Spohr, für Elise Sack: Rechtsanwalt Rosenberg, für Konrad Drescher Ehefrau: Rechtsanwalt Dr. Jung.

8. Mittwoch den 13. März, vormittags 9 Uhr, Anklage gegen Georg Schwabe ausCöpenik wegen Totschlagversuchs. Die Anklage vertritt Ober-StaatSanwalt Dr. Güngerich, Verteidiger: Rechtsanwalt Dr. Spohr.

9. Donnerstag den 14. März, vormittags 9 Uhr, An­klage gegen Elise Hansel aus Ilbeshausen wegen Meineids. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Koch, Verteidiger: Rechts anwalt En gisch.

10. Freitag den 15. März, vormittags 9 Uhr, Anklage gegen Wilh. Bischoff II. Ehefrau aus Walleruhauseu wegen Verbrechens wider das Leben. Die Anklage vertritt 'Staats­anwalt Koch, Verteidiger Rechtsanwalt Katz.

Vorsitzender ist Landgerichtsrat Dr. Schäfer, Stell­vertreter Landgerichtsrat Dornseiff.

P. Aus der geheimen Sitzung der Stadtverordnete». Der Schulverwalter Reich wurde definitiv angestellt, desgleichen der Schulverwalter Schmidt. In Ergänzung der Schlacht- hauskommission wird für den verstorbenen Metzger L. Vogt, der Metzger Ludw. Schneider, und für den in den Ruhe­stand versetzten Kreisveterinärarzt Profeffor Dr. Winckler, Dr. Schmidt gewählt. In Ergänzung des Vorstandes der Aktien-Gesellschaft des Gießener VolkSbadeS wird Stadtver- ordneter Th. Haubach wiedergewählt.

* Personal-Nachrichten. Der Großherzog hat am 25. Februar den BezirkSkasfier bei der Bezirkskasse Nidda, Rendanten Wilhelm Hunsinger auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste in den Ruhe- stand versetzt, und am 2. Februar der Gemeindehebamme Katharina Kröhling zu Osthofen die Silberne Medaille des Ludewigs Ordens verliehen. In den Ruhestand wurde versetzt der Weichensteller in der Hessisch Preußischen Etsen- bahngemeinschaft Jakob Raiß II. zu DornbergGroß-Gerau mit Wirkung vom 1. März d. Js. an.

* Plötzlicher Tod. Der hiesige Schneidermeister Leinweber bekam heute morgen auf der Bahnhofstraße vor dem Laden des Goldarbeiters Schmidt einen Blutsturz. Er starb nach wenigen Augenblicken.

* Gute Marschleistung im Winter. Infolge einer Wette erbot fich ein Lauterbacher Herr vor einigen Tagen, die Strecke LauterbachGießen nachts zu Fuß zurückzulegen. Er marschierte am vergangenen Samstagabend um 7 Uhr von Lauterbach ab und kam wohlbehalten Sonntag früh um V810 Uhr in Gießen an, hierbei sind, wie er selbst angab, 3 Stunden für Aufenthalt zu rechnen. Stellenweise will er ganz im Schnee gesteckt haben. Er hat folgende Reiseroute eingeschlagen: Lauterbach Wallenrod Badeurod Wind hausenGroß - FeldaErmenrodRuppertenrodGrünberg Gießen.

Milttarkonzert. Am Sonntag nachmittag 4ya Uhr findet in der Turnhalle ein großes Konzert, ausgeführt vo» der ganzen Kapelle des RegimentsKaiser Wilhelm" statt (fiehe Inserat). Wir machen unsere Leser auf dieses Konzert besonders aufmerksam, da die Turnhalle wegen ihrer vor­züglichen Akustik sich zum konzertieren prächtig eignet. Für gute Restauration ist gesorgt.

* * Nehe»beschastigu»g der Lehrer. Wie zuverlässig ver­lautet, wird (als ErgebmS der in den letzten Jahren wieder­holt angestellten Erhebungen über die Nebenbeschäftigungen und -Verdienste der Volksschullehrer) mit Beginn deS neuen cine ministerielle Verfügung herauskommen, die das Maximum der für Nebenbeschäftigungen zu verwendenden |

Ausland.

Wien, 1. März. Abg. Wolf bespricht die vom Präsi­denten an den Interpellationen der Alldeutschen geübte Censur. Der Präsident ruft den Redner zur Sache und droht mit Wortentziehung. (Heftiger Widerspruch bei den Alldeutschen; großer Lärm.) Wolf fragt den Präsidenten, ob er in Zu­kunft die Geschäftsordnung anwenden wolle. Der Präsident erwidert, er bleibe bezüglich der Interpellationen der All- deutschen bei seiner früheren Entscheidung.

Budapest, 1. März. In der heutigen Sitzung des Ab- r^^onetenhauses warfen, während der Justizminister fLiX uaL£er ®aIIct^c befindliche Besucher eine große ^ko8t ÄK1 Slugschriften mit der Uefcertorift b® oöAolül bT ®ol,r i" d-° Saal. Di- Jndiviu-n, «Ä "urd°n, ftnb Führer der

P-'-r»ur^ 1. MSrz. Der Großher.oa und di-

geleiteten die Scheidenden zu». «ah«h°s, w° sich

D-rre-> der deutschen Botschaft zur Berab,chi-dun» -in gefunden hatten. H ein

Die Voruntersuchung gegen den Kleinbürger Peter Karpowitsch wegen des Attentats auf den Unterrich's Minister ergab, daß Karpowitsch früher Naturwissenschaft n auf der Moskauer Universität hörte, aber im Jahre 1890 wegen Teilnahme an den Stndentenunruhen von der Uni

Deutsches Keich.

Berlin, 1. März. Der Ka iser dürfte, falls nicht unvorhergesehene Umstände eintreten, demnächst nach Homburg nichtzurückkehren; soweit ärztliche Kunst den Ausgang eines Leidens beurteilen kann, ist die Kata- Erophe bei der edlen Dulderin in Friedrichshof in »en nächsten Wochen nicht zu erwarten. Die Reise des Kaisers nach Königsberg zur Einweihung der dem Gedächtnis der Königin Luise gewidmeten Kirche wird statt- ßinden.

Die Budgetkommission des Reichstages Geendete die Beratung des Marine-Etats und bewilligte die Schlußraten der SchiffeKaiser Barbarossa", Kaiser Karl der Große" undPrinz Heinrich". Von der dritten Rate, sechs Millionen für den Wittelsbach, wurden 2 400 000 Mark gestrichen und weitere Schiffsbauten bewilligt. Nach längerer Debatte wurde mit allen gegen vier Stimmen eine Resolution angenommen, welche oen Reichskanzler ersucht, zu erwägen, ob sich nicht im Interesse der Ersparnis die Errichtung eines Panzerplatten­werks auf Reichskosten empfiehlt. Auf eine Anfrage erklärt Staatssekretär v. Tirpitz, die Unterseeboote dürften auch in Zukunft nur für die Hafenverteidigung wertvoll sein, trotz der Verbesserungen bestehe die Schwierigkeit, um sich sehen zu können, weiter.

Von der Forderung von 2 700 000 Mark für zwei große Trockendocks in Kiel strich die Kommission eine Million mit Zustimmung des Staatssekretärs v. Tirpitz und be­willigte sodann jtoei Millionen für zwei große Trockendocks auf der Werft Wilhelmshaven. Die Forderung von einer Million für den Bassinbau auf der Holminsel bei Danzig wurde gestrichen, hierfür sind nunmehr verwendbar die Restbestände der vorjährigen Bewilligung für den gleichen Zweck.

DerT a g" veröffentlicht den dem Bundesrate zugegangenen Gesetzentwurf über Versorgung der Kriegsinvaliden und ihrer Hinterbliebenen. Demnach sollen beziehen: Offiziere die bisherige Pension und eine monatliche Kriegszulage. Für Offiziere vom Haupt­mann abwärts Mk. 100, für höhere Offiziere Mk. 60. Für jede Verstümmelung sollen außerdem monatlich Mk. 90 ge­zahlt werden. Die Pensionen der Unteroffiziere und Ge­meinen beträgt nach dem Grad der Erwerbsunfähigkeit monatlich in erster Klasse für Feldwebel 100, Sergeanten 75, Unteroffiziere 65, Gemeine 60 ML, in der zweiten Klasse für Feldwebel 75, Sergeanten 60, Unteroffiziere 50, Gemeine 45, in der dritten Klasse Feldwebel 45, Sergeanten 36, Unteroffiziere 30, Gemeine 27 Mk., in der vierten Klasse Feldwebel 30, Sergeanten 24, Unteroffiziere 20, Ge­meine 18 Mark. Die fünfte Klasse bleibt unverändert. Dazu tritt die Kriegszulage monatlich für Ganzinvalide 15, Halb- mvalide 6, für jebe Verstümmelung eine Monatszulage von 87 Mark. Wo die Ganzinvaliden ein Gesamteinkommen von 600 Mk. jährlich nicht erreichen, kann bei gänzlicher Er­werbsunfähigkeit vom 55. Lebensjahre ab eine Zulage bis zur Höhe von 600 Mark gewährt werden. Für die oberen Beamten bei Pensionsbezug unter Hauptmannspension tritt eine monatliche Kriegszulage von Mk. 100, sonst Mk. 60 ein, für die Unterbeamten eine solche von Mk. 15, außer­dem Verstümmelungszulage und Alterszulage wie sonst. Es folgen ausführliche Bestimmungen über Versorgung der Witwen, Gewährung von Erziehungsbeihilfen, Elternbei­hilfen. Das Gesetz tritt, ohne d< Nachzahlungen gewährt werden, zum April in Kraft.

ung durch Li-Hüng-Tschang wissen lassen, daß es unrichtig sei, wenn China wertvolle nationale Vermögens- teile und Einnahmequellen durch Separat-Abkommen mit einzelnen Staaten oder Gesellschaften weggäbe, solange die Verpflichtungen Chinas gegenüber der Gesamtheit der Mächte nicht klargestellt und bereinigt seien. Sick)erem Vernehmen nach sind von der Mehrzahl der Machte teils früher, teils nachher Erklärungen abgegeben worden, die sich mit der deutschen Erklärung decken und zum Teil darüber hinausgehen.

DemStandard" wird aus Shanghai gemeldet: Nach­richten aus chinesischer Quelle zufolge hat Li-hai-tschun, ein Schützling Tungfuhsiangs und Tuans, bei Lantschau mit 5000 Mann einen Aufstand begonnen.

Im englischen Unterhaus fragt Norman an, ob die Regierung Kenntnis davon habe, daß deutsche Be­hörden in China chinesische Lo katbehörden zur Hergabe von Geld zwangen, ohne zuvor die Vertreter der anderen Mächte zu befragen. Cranborne erwidert, es seien von den deutschen Militärbehörden in gewissen Fällen Geldstrafen verhängt, aber die Ver­hängung von Geldbußen seitens der militärischen Expe­ditionen in Nordchina liege innerhalb der Befugnisse des Oberkommandierenden.

Zeit auf 6 Stunde» wöchentlich festsetzt. Zur Nebenbeschäf­tigung wird auch der Unterricht in der Fortbildungsschule gerechnet.

* Präsident Kruger hat auf den Drahtgruß, der am vorigen Montag aus der Burenversammlung an ihn abging, die kurze Antwort gesendet:

Haag (Holland) Herzlichste« Dantt

S. I. P. Krüger, Staats Prüfident der Südafrikanische« RepubkL

P Benefiz. Wie wir bereits meldeten, giebt der schmucke Liebhaber unseres Stadttheaters, Herr di Balthyni am Dienstag zu seinem Benrfiz Thilo von Trothas beliebtes 4aktigeS Lustspiel^ofgunft". Man wird des außer­ordentlich beschäftigten und fleißigen Benefizianten künstlerische und geschulte Entwickelung in der letzten Zeit wahrge­nommen haben, und am Dienstag für die von ihm bereiteten angenehmen Stunden zu danken Gelegenheit finde».

P. Ei» tragikomischer Vorfall passierte gestern Abend ix der Südanlage. Der unter dem Spitznamen bekannteGroß- ökonomen" C. Pf. war infolge allzu vielen GenießenS von Branntwein in seiner üblichen Laune. Er fiel in der Süb° anlage gegenüber der Bleichstraße über das Gitter in den Wassergraben, der zum Glück ausgepumpt war, sonst hätte er dort unten wohl seinen letzten Schlaf gefunden. Einige fidele und hilfsbereite Studenten sahen den Betrunkenen dort liegen und wollten ihm helfen. Das war leicht gedacht und schwer auszuführen. Denn jedesmal, wenn fie mühsam die Bierleiche" bis am Rande des Gitters hatten, schrie dieser Hurrah" und durch seine heftige Bewegung kullerte er wieder hinunter ins seichte Waffer. Bald aber nahten Jünger ber heiligen Hermandad, und mit vereinten Kräften versuchte man fast eine Stunde lang vergebens, den Mann herauS- zufchaffen, da der glatte, steile und durchnäßte Boden einen Transport fast unmöglich machte. Endlich wurde dem Schweren" ein Strick umgebunben, und mit Halloh zogen die Schutzleute und Studenten an. Oben angelangt rutschte das Seil ab, und wie ein Baumstamm rollte Pf. wieder in die Tiefe. Nach einer Stunde gelang es, den Mann end- giltig aufs Trockene zu schaffen. Er mußte in die Klinik verbracht werden.

** Der Wafferstand non Lahn und Wieseck ist gegenwärtig ein so hoher, wie er seit Jahren nicht gewesen. DaS ganze Neustädter Feld, die Umgebung des Schlachthauses, die Bleichen, die Lahnstraße u. f. w. sind überschwemmt. Die Krofdorferstraße ist von der Abzweigung des Gleiberger Weges ab für Fußgänger unpassierbar, die Wollspinnerei und die dabei liegenden Wohnhäuser find vom Verkehr ab» geschnitten. Die Marktfuhrwerke aus Krofdorf, LaunSbach tt. f. w. fahren bis an die Achsen im Waffer. Die Wieseck hat daS Buseckerthal, die Wiesen zwischen der Stadt und de« Philosophenwald sowie viele Gärten innerhalb der Stadt überschwemmt. Aus Wimpfen wurde gemeldet, daß der Neckar sehr stark anwachse. Er soll von 1.20 auf 3.23 Meter gestiegen sein. Wie aus Trier gemeldet wird, ist dort Hochwaffer eingetreten. Die Mosel hat eine Höhe von 2.65 Meter erreicht, sie stieg letzte nacht um 1.70 Meter.

* Gemälde Ausstellung. Unter ber Kollektion von Ismael Gentz aus Berlin befinden fich folgende Gemälde. 1.liebet» gäbe des Grundstückes der Dormition an die Katholiken Jerusalems" zur Erbauung ihrer Kirche; die Situation an dieser Stätte ist nach der Natur gemalt. 2.Ansprache Sr. Majestät bei der Einweihung der Erlöserkirche zu Jeru­salem", 3.Eintreffen der Majestäten vor der inneren Stadt Jerusalem"; rechts auf diesem Bilde das Hotel DardanelleS, von deffen Balkons Carl Stangen und seine Reisegäste ber Ankunft ber Majestäten beiwohnen, dem Zuge voran schreitet der deutsche Konsul. 4.AuSgang der Majestäten aus der GrabeSkirche zu Jerusalem" usw. Ferner sind noch neu ausgestellt von Prof. Schrödl» CronbergSchloß Fried» richshof", von O. Schol derer - Frankfurt a. M.Fisch­verkäufer",Rosen" von F. B i n d e w a l d - Berlin,Sommer­morgen" von M. Heidel-Dresden,Die Meisterpredigt" von G. Buckup-Hamburg,Picherei" von E. Lenbach- München,Abendlandschaft" von F. v. Kleudgen-Bordi- ghera,Genuesische Fischer" von Gurt Agthe - Berlin,In dem Rißthal (Tyrol)". Auch C. Horn-München hat die Ausstellung mit einigen interessanten Bildern beschickt.

"Gegen die Getreibezölle. Manschreibtuns von geschätzter Seite: Ueberall rühren sich politische un>. wirtschaftliche Körperschaften, welche über bie allgemeine Wohlfahrt zu wachen berufen finb in bieser Erkenntnis in erster Reihe bie Vertretungen unserer Städte unr ihre Gegnerschaft zu den agrarischen Sonder- gelüsten zu bekunben, in Versammlungen bie Stimme b e s Volkes zum Ausbruck zu bringen, bas nicht ge - willt ist, sich zum Vorteil weniger Großgrund­besitzer eine neue Steuer aufbürben zu lassen, welche hauptsächlich von ber breiten Schichte ber Bevölkerung ge­tragen werben müßte. Schon wußten jene burch ihren Einfluß auf bie Gesetzgebung im Lauf ber letzten Dezennie« burch Zucker unb Spiritus sich daA Reich tribut- iflichtig zu machen zur Verteuerung ber Fleischnahrung oll nun auch noch bie bes unentbehrlichsten Lebens-, mittels treten. Gegenüber dieser uns drohenden Maß­regel, welche in ihrer Wirkung zugleich bie Erneuerung unserer Hanbelsverträge unmöglich machen würbe, kann sich ber hiesige Verein ber freisinnigen Volkspartei nicht länger ber Verpflichtung entziehen, burch Berufung einer allgemeinen Volksversamm­lung Stellung zu bieser Frage zu nehmen, um in Rede unb Gegenrebe jebermann Gelegenheit zu geben, sich über bie voraussichtliche Wirkung einer Getreidezoll-Er- Höhung zu unterrichten. Bei ber bedauerliche» Zerfahrenheit der politischen Verhältnisse in Oberhessen läßt sich nicht erwarten, baß der durch falsche Propheten irre geleitete Teil der Bevölkerung sich eines Besseren belehren lassen werde, indessen wird üe jener Versammlung dem Verständigen der Nachweis er­bracht werden, welche schweren Gefahren nicht allein ber allgemeinen Wohlfahrt drohen, sondern wie selbst für bete weitaus größeren Teil der Lanbwirte wo» mentlich in Hessen jene Zollerhöhung grotze