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Nachteile im Gefolge hüben würde. Gs gilt nachzuweisen und unzweideutig zu bekunden, daß selbst die geringste Erhöhung der Lebensmittelzölle — zumal im Hinblick auf deren Gesamtwirkung — vom U e b e l ist. Aus gleichem Anlaß hat der Handelsverein in Darmstadt auf den 10. März eine Landesversammlung berufen, in welcher Syndikus Schloßmacher aus Offenbach über „Handelsverträge", Professor Dr. Staudinger aus Dnrmstadt über „die Einwirkung erhöhter Getreidezölle auf die Bodenrente" und Reichsund Landtagsabg. Ulrich über „die Erhöhung der Lebensmittelzölle" sprechen werden. Der Besuck) dieser Versammlung verspricht umso größeres Interesse, als deren Berichterstatter verschiedenen politischen Parteien angehören, in dieser Frage jedoch gemeinsam Front machen. Die hiesige Versammlung wird am 11. März stattfinden, die Tagesordnung und Referenten werden noch besonders bekamst gegeben.
Ohmes, 2. März. Gestern nachmittag 3J/4 Uhr fand der hiesige Landwirt Franz Joseph Hill seine Dienstmagd Therese Heinze in seiner Scheuer an einer Kette er hängt vor. Der Tod muß erst kurz zuvor eingetreten sein. Die H. war die einige 20 Jahre alte Tochter eines Schuhmachers aus Ruhlkirchen. Was die Lebensmüde zu der That getrieben hat, ist bis jetzt noch nicht ermittelt worden.
Darmstadt, 2. März. Fürst Kudachew, Russischer Ministerrestbeut am Großh. Hessischen Hofe, trifft heute nachmittag hier ein.
fc. Frankfurt a. M., 1. März. Professor Dr. med. Theodor Schott wohnt im Winter hier, im Sommer in Bad-Nauheim, wo er Grundbesitz hat. In Bad-Nauheim ist er mit seinem ganzen Einkommen zur Steuer veranlagt, aber auch hier in Frankfurt ist er mit 3204 Mk. veranlagt. Seine Klage gegen diese Doppelbesteuerung wurde vom Bezirksausschuß in Wiesbaden kostenpflichtig abgewiesen, da die Stadt Frankfurt, der Professor Schott partout keinen Tribut zollen will, bei der Veranlagung den Nauheimer Grundbesitz richtig abgexoqcn habe.
Vermischtes.
* Düsseldorf, 1. Marz. Vor der Polizeiwache in der Neusser-Straße hier schoß heute morgen auf offener Straße ein Mann auf den Polizeisergeanten Zuels. Der Thäter erschoß sich darauf selbst. Der Mörder war ein Stadtreisender aus Gelsenkirchen. Das Motiv der That ist unbekannt. Zuels lebt noch, doch ist sein Zustand hoffnungslos.
Gerichtssaal.
D. Kietzen, 2. Mär», «trafkammersttzuns vom 1. März. Die Berufung des Kutschers Peter Jakob von Gießen, oer wegen Unterschlagung vom hiesigen Schöffengericht in ewe Gefängnisstrafe von zehn Tagen verurteilt worden war, roitb, da der Angeklagte zur Hauptverhandlung nicht erschienen war, auf Antrag der Staatsanwaltschaft kofienfällig verworfen. - Der Angeklagte Johannes Korell ist geständig, am 9. De. zember v. I. in Rüddingshausen ruhestörenden Lärm verübt u»b den Förster Wießner von Londorf öffentlich dadurch beleidigt zu haben, daß sr ihn einen Spitzbuben und Halunken schimpfle. Er wird deshalb unter Zubilligung mildernder Umstände wegen Belerdigung in eine Gefängnis
strafe von einer Woche, wegen ruhestbrenden Länntz ht eine Haftstrafe von 3 Tagen verurteilt. — Eine Frau Bode von hier hat Berufung gegen ein Urteil des Skböffengerickts Gießen eingelegt, das gegen sie wegen Belerdigung deS Postschaffner» Sch. von hier eine Geldstrafe von 30 Mk erkannt hatte Der Verteidiger der Angeklagten beantragt Einstellung des Verfahrens wegen Nichtbeachtung erlaßener formaler Vorschriften, die darin zu erbl'cken fei, daß der vorgeschriebene Sühneoersuch vor Erhebung der Privatklage nicht stattgefunden habe. Das Gericht kann sich diesen Ausführungen jedoch nicht anschließen und verwirft kostenpflichtig die eingelegte Berufung. — Der Johann Anton Jung von Gießen ist beschuldigt, die hessische Jagdwaffenpaßordnung dadurch übertreten zu haben, daß er im Oppeniöder Gemrindewald mit einem zur Jagd tauglichen Gewehr betroffen wurde. Vom hiesigen Schöffengericht zu 50 Mk. Geldstrafe verurteilt, legte er gegen das Erkenntnis der ersten Instanz Berufung ein. Er wendet ein, das fragt. Gewehr nicht zu seinem eigenen Gebrauch mit sich geführt, sondern eS seinem Sohn nachgetragen zu haben, und macht außerdem geltend, daß er das Gewehr in einem nicht gebrauchsfertigen Zustande, in ein Futteral verpackt, bei sich geführt habe. Das Gericht hält jedoch den Thatbestand des dem Angeklagten zur Last gelegten Deliktes für erfüllt und erkennt auf kostenfällige Verwerfung der eingelegten Berufung. — Der Reisende Karl Häuser von Steinberg war vorn Schöffen- g richt Gießen wegen Körperverletzung gemäß $$ 223, 223a St.G.B. in eine Gefängnisstrafe vo» 4 Wochen verurteilt worben, weil er den Ludwig Flett, gleichfalls in Steinberg wohnhaft, mit einer Wagendeichsel nicht unerheblich am Kopfe verletzt hatte. —
Gegen dieses Erkenntnis halte sowohl der Angeklagte als auch die Großh. Staatsanwaltschaft das Rechtsmittel der Berufung eingelegt. In der heutigen Hauptverhandlung ergiebt sich auf Grund der erfolgten Beweisaufnahme, daß der Angeklagte in höchst brutaler und völlig grundloser Weise den H. Flett, einen jungen Burschen, der keineswegs den Eindruck ltnes Raufbolds macht, nachdem er ihn übrigens ,u harmlosen Thätlichkeiten provoziert hatte, mit der zur Hand befindlichen schweren Wagendeichsel einen derart wuchtigen Schlag aus oen unbewegten Kops versetzte, daß dieser blutüberströmt und bewußtlos zu Boden stürzte. Daß diese brutale Mißhandlung nicht ernstliche folgen für den Verletzten nach sich zog, ist nicht das Verdienst des Angeklagten und kann alS strafmildernd keineswegs in Betracht kommen. In Anbetracht der Rohheit der That verwirft daS Gericht deshalb die d.-rufung deS Ar geklagten und verurteilt ihn unter ©tattgebung deS oc n de Staatsanwaltschaft etngelegten Rechtsmittels kostenfällig in die erhöhte Strafe von zwei Monaten zwei Wochen Gefängnis. — Seine Freisprechung erzielt der Landwirt Otto Kröll, in Rodheim, der vom Feldrügegericht in Hungen wegen Feldfrevel in eine Geldstrafe genommen worden war, weil er Gras von einem angeblich dem Kreis — nach seiner Ansicht ihm gehörigen Rain geerntet hatte. Unter Auffassung der Frage, wer der berechtigte Eigentümer des Geiändestreisens sei, kommt das Gericht zu dem freisprechenden Urteil aus Grund der Erwägung, daß dem Angeklagten die Ueberzeugung von seinem guten Recht jedenfalls nicht abzusprechen ist.
Neueste Meldungen.
Berlin, 2. März. Vom Verein deutscher Studenten einberufen, fand gestern abend eine große Volksversammlung statt, worin der Stabskapitän der Burenarmee, Ballen tin, Kommandant Jooste, letzterer an Stelle des erkrankten Neffen Christian De Wets, Burenleutnant Sandberger und die Reichstags-Abgeordneten Stöcker und Liebermann von Sonnenberg Ansprachen hielten. Schließlich wurde eine Resolution angenommen, welche den Buren Sympathie und Bewunderung ausspricht.
Crouberg, 2. März. Der König von England verlieh dem Hofmarschall der Kaiserin Friedrich, Baron von Reuschach den Stern zum Biktoriaorden und dem Leibarzt Dr. Spielhagen daS Kommandeurkreuz desselben Ordens.
Heute mittag 12 Uhr »erließ der König Cronberg und reiste über Köln-Vlissingen nach London zurück.
München, 2. März. Wegen Mißerfolge auf chemischem Okbicte vergiftete sich gestern ein Student der Technischen Hochschule.
London, 2. März. Das Heeresbud g c t für 1901/1902 ist veröffentlicht worden. - Die Ausgaben io erde» veranschlagt auf 87 915 000 Pfund, darunter 58 230 000 für Kriegsausgaben. Der ganze im Budget vorgesehene Manu- schastsbestand beläuft sich auf 450 000 Mann gegen 420 000 Mann im Vorjahr. In der Begründung des Budgets wird ausgeführt, der dauernde Bestand betrage 220 000, die Ueberschüsse stellten zeitweilige Vermehrungen infolge der Angelegenheiten in Südafrika und China dar. Die Gesamtzunahme der ständigen Ausgaben beziffere sich auf 1912 000 Pfund. Der Posten im Hceresbudget für die Kriegsausgaben ist aus die Annahine begründet, daß die Streitkräfte in Südafrika in den ersten vier Monaten deS Finanzjahres in voller Stärke aufrecht erhalten werden, worauf eine allmähliche Verminderung eintreten soll.
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Berlin
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5 % Italien. Rente . . .
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3 o/o Mexikaner . . . .
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98.10 88 20 98 00 88.10 94.60 96.20 44.90 26.20 26.00
Frankfurt, den 2. Märr.
Kreditaktien.....212.40
Diskonto-Kommandit . . 184 80
Darmstädter Bank . . . 184.60
Dresdener Bank .... 161.00
Berliner Handelßgee. . . 162.00
Oestorr. Staatsbalm . . 148 60 Gotthardbahn . . . . 16900
Laurahütte..... 204.50
Bochum...... 188 00
82.90 Harpener...... 170 50
Tendenz ruhig.
Meteorologische Beobachtungen
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Relative Feuchtigkeit
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Wetter
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bed. Himmel bew. Himmel
Höchste Temperatur em 28. Febr. bis 1. März
Niedrigste „ „ 28. „ „ 1. „
8,40 o.
2,8' 0.
Kirchenrat Kugels-Stiftung.
Die Zinsen der Engels-Stistung sollen am 24. d. Mts- in zehn arme und würdige Familien zu Gießen verteilt werben- Die Familien, die sich um diese Stiftung bewerben wollen, mögen sich bi» zum 13. d. Mts. bei dem Pfarrer, zu dessen Gemeinde sie gehören, anmelden.
Gießen, den 2. März 1901.
Der evangelische GesamffKirchenvorstand.
Dr. Naumann. 1721
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e Die glückliche Geburt eines munteren w Töchterchens zeigen hocherfreut an
I Oscar Gutmann und Frau $
Ä H2? Frankfurterstrasse 58. D
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Hohversteigeruug im RSdMttStmiMMd.
Freitag den 8. März 1901, vormittags 9*/2 Uhr, soll in verschiedenen Distrikten nachstehende» Holz versteigert werden:
93 Nadelstämme 13 bi» 36 om Durchmesser —26,85 km, 186 FichteN'Derbstangen
= 14,76 km, 760 FichtM'ReiSstiMgen
= 8,06 km
10 rm Nadel-Ruudscheit,
54 „ BuchervKnüppel,
76 , Radel- , 3760 Buchen- u. Nadel-Wellen,
24 rm Buchen- und Nadel- Stöcke.
Die Zusammenkunft ist oberhalb dem Ort auf der Hohl am Wald.
Rödgen, 7. März 1901. Hr. Bürgermeisterei Rödg n. 1723 Stein.
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tagtMer Mnpnpniii.
Sonntag den 10. Märe,
abends 6 Uhr
in der Stadtkirche:
Historia des Leidens und Sterbens unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi nach dem Evangelisten Johannes, von
Heinrich Schütz für Chor, Soli, Gemeindegosang und Orgel, bearbeitet von A. Mendelssohn, nn ter gütiger Mitwirkung der Herre« Richard Flacher (Tenor) aut August Leimer (Bariton), Konzerteänger aus Frankfurt a. M. sowie geschätzter hiesiger Kräfte und unter Leitung des Herrn Um- versitätsmusikdirektors 6. Trautmann. 1584
— Eintritt frei. —
Für die inaktiven Mitglieder werden Plätze auf den Emporbühnen und am Altäre reserviert. Kindern kann bei dem zu erwartenden grossen Zudrang der Eintritt nur in Begleitung ihrer Eltern verstattet werden.
Texte ä 20 Pfg. an den Kiroh- türen zu haben.
Der Eingang am Turm ist uw für Sänger und für mit Karte* versehene Mitglieder geöffnet.
Zur Deckung der bedeutende« Kosten werden freiwillige Gadea in die Bachsee erbeten.


