unter sehr wenig und „parlamentarisch" zu, und es fehlt nicht viel, daß es zu Thätlichkeiten kommt. Auch heut wieder gab es im Reichstag einen heftigeu Zusammenstoß, diesmal zwischen dem Abg. Dr. Thiele (Soz.), Redakteur aus Halle, und dem bekannten DoPpelwährungS-Mann Abg. Arendt (Rp.) Beide Herren gerieten zunächst in eine Dis kussion über die Bezahlung der Arbeiter in den Mannsfelder Bergwerken und über den Fall Rothe. Als die Erörterung dann vom Präsidenten Graf Bal le st rem ziemlich katego risch geschlossen war, folgten „persönliche Bemerkungen" der beiden Redner. Die Auseinandersetzungen wurden immer energischer. Dr. Arendt drohte mit einer Klage wegen ^Verleumdung", falls Thiele seine Behauptungen außer ualb des Hauses wiederholen möchte; der Letztere lehnte dies ab und sprach die geflügelten Worte, Dr. Arend sei ja bekannt als der „lustige August" des Reichstags! Groß«' Empörung rechts. Graf Ballestrem sprang zornig auf, klingelte und rief den Abg. Thiele zur Ordnung. Wenn dieser „urkräflige" Ton sich behauptet und womöglich verstärkt, so sind noch recht erbauliche Szenen im Parlament zu erwarten. Der österreichische Reichsrat, der heute bei seiner Eröffnung der Schauplatz unerhörter Tumulte war, ist ein Beispiel dafür, wohin es kommen kann, wenn Jeder den Ton anschlägt, der ihm beliebt und „deutlich" dünkt. — Zu erwähnen ist noch, daß Staatssekretär Graf Posatowsky auf Anfrage des Abg. Rösicke (wildl.) für die nächste Session einen Gesetzentwurf über die Aichuug von Bierfässern verhieß.
D i e letzten Studentenunruhen an der Kiewer Universität, über die schon kurz berichtet wurde, werden jetzt in einem Erlasse des russischen Ministeriums der Volksaufklärung eingehend beleuchtet. Darnach ist die Bewegung von Odessa aus, wo im Juni v. I. ein Studentenlongreß stattfand, veranlaßt worden. Dieser Kongreß bezweckte die Schaffung einer Organisation, welche die Wünsche der Studenten jederzeit der Universitätsobrigkeit wirksam zum Ausdruck bringen könnte. In Kiew fiel die Agitation auf fruchtbaren Boden. Ein unbedeutender Anlaß bewog die Abhaltung einer Studentenversammlung, die einen stürmischen Verlauf nahm und schließlich mit der Auslösung endete. Wegen Lärmens und Tobens wurden hierauf einige Karzerstrafen verhängt und zwei exmatrikuliert. Nun kannte die Erregung der Studenten keine Grenzen. Sie drangen gewaltsam ins Universitätsgebäude ein, zertrümmerte7i Thüren und Fenster, Tische und Bänke und geberdeten sich vollkommen unsinnig. Daraufhin wurde der Generalgouverneur um militärische Hilfe gebeten, die auch sofort auf dem Schauplatze eintraf und die Hörsäle von den wilden Ruhestörern säuberte. Man drohte mit Obstruktion im Januar, doch ist es dazu nicht gekommen. Von den Schuldigen wurde ein Teil vom Minister begnadigt, die inerten indes der harten Strafe, der Abgabe zum gemeinen Soldaten, unterzogen. Diese Strafe ist seit Jahrzehnten nicht mehr zur Anwendung gekommen.
Aus dem Betsch.uanenland und zwar aus Eben-Ezer sind jetzt einige interessante Nachrichten von den Hermannsburger Missionaren hierhergelangt. Wir ent- nehine77 beit Berichten das Folgende: „Was wir zu Anfang des Jahres fürchteten, ist leider eingetroffen. Die Heuschrecken haben auch die diesjährige Ernte total vernichtet. Drei Monate lang hat das Volk hier Tag für Tag versucht, die Heuschrecken, bevor sie flügge werden, zu vernichten. Männer, Weiber und Kinder gingen jeden Morgen ins Feld, um'die junge Brut totzuschlagen, aber wenn sie auch noch so viele töteten, so kamen immer mehr noch aus der Erde heraus und als sie erst fliegen konnten, flogen sie in die Kafferngärten, wd das Korn, eben Aehren hatte und fraßen in wenigen Tagen alles <uf, und die dreimonatliche Arbeit des Volkes war umsonst". In einem anderen Briefe wird folgendes mitgeteilt: „Die Landesplagen, Dürre, Heuschrecken und Hunger sind noch nicht von uns genommen. Zu dein allen ist noch der Krieg gekommen, dessen Ende nicht abzusehen ist. Unsere erwachsenen Söhne sind meistens mit im Kriege und wir selbst bedroht von den an der Grenze noch wohnenden wilden Völkerstämmen. Einet: Einfall haben sie schon gemacht und haben wehrlose Frauen und Kinder ermordet und andere unter Mißhandlungen weggeführt. Zum teil lernen die Frauen und Mädchen hier das Schießen, um sich wehren zu können. Denn die Männer sind fast alle im .Kriege. Die meisten unserer erwachsenen Gemeindeglieder sind aufkommandiert, nicht um mitzufechten, sondern als Bedienung bei Pferden, Ochsen und Wagen, und um allerlei Arbeiten im Lager zu verrichten. Ein anderer Teil wird auf die Bauernplätze geschickt, um dort für die Dauer des Krieges ohne Bezahlung zu arbeiten. Dies ist für unsere Leute sehr schwer, da sie in diesen Hungerjahren etwas Verdienst wohl nötig hätten."
Deutsches Reich-
Berlin, 31. Jan. Kaiserin A u g u st a Viktoria hat auch heute nachmitag wieder der Kaiserin Friedrich auf Schloß Friedrichshof einett zweistündigen Besuch abgestattet. Sie kehrte nach 6 Uhr nach Homburg zurück.
— Staatssekretär v. Podbielski erklärte der heutigen Beratung des Etats der Post- und Telegraphenverwaltung, in der Budgetkommission des Reichstags, es für unthunlich, jetzt wieder BeutMihigung im Postverkehr hervorzurufen. Dte letzten Neuerungen müssen sich erst einleben, ehe man Wetter schreiten könne. Abg. Dr. Bachem (Ztr.)', Graf
l.° l a (natl.) und Richter (Freis. Bolksp.) empfehlen ebenfalls, fürs erste keine Aenderung an den Gebühren vor- zunehmen. Posttechnische ''Neuerungen hingegen scheinen sich der Sympathie der Verwaltung zu erfreuen. Sv teilte der Staatssekretär mit, daß die Einführung der „lctterboxes" -Kastenfächer) im Plane liege. Vielleicht präsentiert 'sich nun auch der vielgelästerte Kartenbrief bald in einer praktischeren Gestalt. Nicht minder würden die für den Ortsund Nachbarortsverkehr bestimmten, zu dünnen blauen Postkarten durch eine Vervollkommnung gewinnen. Die Pause in der Tarifreform läßt sich also nach solchen Richtungen hin ausnützen.
— Der Staatssekretär v. P o d b i e l s k i hat, um mit Vertretern der Handels und Jndustriekreise einige Fragen
)es Post- und Telegraphenwesens zu beraten, für den 18. Februar eine Sitzung im Reichspostgebäude anberaumt. Die Beratungsgegenstände beziehen sich auf Telegrammentstellungen, Verzögerung, Wörterverzeichnis zur Abfassung von Telegrammen in verabredeter Sprache, gleichmäßigeres Format für Briefe und schließlich die Postcheckfrage. Unter den zur Verhandlung kommenden Gegenständen wird auch eine Erörterung beabsichtigt über die Ursachen der häufigen Verzögerung der telegraphischen Korrespondenz im Verkehr mit England und über die zur Abhilfe getroffenen Maßnahmen. Da bei der Versendung von Drucksachen unter einfachem Streifband oder in offenem Umschlag sich häufig, Briefe, Postkarten in diese Sendungen verschieben und auf diese Weise verloren gehen oder Verzögerungen in der Beorderung erleiden, so soll die Frage erörtert werden, in welcher Weise die Vorschriften der Postordnung über die Verpackung solcher Sendungen ohne Schädigung der Interessen der Geschäftswelt geändert werden können, damit olchen Vorkommnissen vorgebeugt wird. Endlich steht auf >er Tagesordnung die Frage: Erscheint es empfehlenswert, >ie Bestimmung der Postordnung aufzuheben, daß Einschreibendungen, Sendungen mit Wertangabe bis 400 Mark und Zostanweisungsbeträge bis 400 Mark, wenn der Empfänger oder sein Bevollmächtigter in der Wohnung nicht angetroffen oder dem Briefträger der Zutritt nicht gestattet wird, an ein erwachsenes Familienglied des Bevollmächtigten bestellt werden können?
— Der geschäftsführende Ausschuß der „Internationalen Ausstellung für Feuerschutz und Feuerrettungswesen Berlin 1901" hielt unter dem Vorsitz des Staatssekretärs v. Podbielski eine Sitzung ab. Der Ge- chäftsführer der Ausstellung gab Mitteilungen über den gegenwärtigen Stand des Ausstellungsunternehmens, woraus hervorging, daß eine umfassende Beschickung der Ausstellung und deren Besuch durch zahlreiche Delegationen aus allen Teilen des In- und Auslandes gesichert sind. Ferner. legte der Schriftführer die von Professor Julius Jacob entworfenen Skizzen für sechs große Dioramen vor; es wurde beschlossen, diese zur Ausführung zu bringen und auszustellen. Die Dioramen geben berühmt gewordene Feuersbrünste aus alter und neuer Zeit wieder; sie werden transparent gemalt und mit besonderen Beleuchtungswirkungen ausgestattet, der Vordergrund wird plastisch ausge- ührt. Sodann wurde bestimmt, daß die Ausstellung zwischen )cnt 18. und 25. Mai eröffnet werden soll. Die Frist für )ie Einreichung der Entwürfe auf Grund des Bauplan- Ausschreibens ist am 25. Januar abgelaufen; unter Benutzung des eingegangenen Materials wird seitens der hierzu niedergesetzten besonderen Ausschusses der endgiltige Bau- ilan aufgestellt und, sobald die Witterung es gestattet, mit )er Ausführung der Bauarbeiten begonnen werden.
— Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung die Vorlagen betreffend die Kapitalbestände der Großh. Hessischen Offizier- und Unteroffizier-Witwenkassen und betreffend die Verleihung von Korporationsrechten an die mit dem Sitze in Berlin errichtete „Deutsche Agavengesellschaft" den zustän- )igen Ausschüssen überwiesen. Dem Anträge des 3., 4. und 7. Ausschusses zu dem Entwurf eines Schau mweinteuer gesetzes und dem Anträge des 4. und 6. Aus- chusses zu dem Entwurf eines Gesetzes betreffend den Verkehr mit Wein, weinhaltigen und weinähnlichen Gekränkelt hat der Bundesrat zugestimmt. Der Reichstagsbeschluß zu den Petitionen betreffend den Vogelschutz wurde dem Reichskanzler überwiesen, dem Ausschußantrage betreffend das Schreiben des Kgl. Sächs. Gesandten betreffend Abänderung der Satzungen der Arbeiter-Pensionskasse der Kgl. Sächs. Staatseisenbahnen wurde zugestimmt, ebenso dem Ausschußberichte über den Antrag Hessens auf Be- r e i u n g der dekretmäßig angestellten Bureaubeamten seiner land- und for st wirtschaftlichen Berufsgenoss e n s ch aft von der Jnva- lidenversicherungspflicht.
— In der 11. Kommission des Reichstages wurde heute die Beratung des Gesetzes über das Urheberrecht fortgesetzt und nach mehrstündiger Debatte § 22 in der Fassung >er "Regierungs-Vorlage angenommen. Zugleich gelangte eine sozialdemokratische Resolution zur Annahme. Auch § 23 wurde nach der Regierungsvorlage erledigt. Bei § 24 wurden die Verhandlungen abgebrochen.
— Der Zentralverein für Hebung der deut- chen Fluß - und Kanalschiffahrt nahm in seiner heutigen Hauptversammlung eine Resolution an, die die Kanalvorlage freudig begrüßt, die Annahme der Vorlage erhofft und die Erwartung ausspricht, daß es gelingen werde, >ie bereits als berechtigt anerkannten Wünsche betr. den Ausbau der Lippe zu erfüllen und Maßnahmen zu treffen, die geeignet sind, die Wettbewerbsfähigkeit Schlesiens gegenüber dem Westen auch für den Fall zu gewährleisten, daß ich eine hinreichende Fahrtiefe der Oder nicht ermöglichen lassen werde.
Ausland.
London, 31. Jan. Bei der Jahresversammlung der Handelskammer in Sheffield war der Hauptgegew stand der Debatte die geplante Einführung des deutscheu Eisenzolles, der verdoppelt oder verdreifacht werden soll. Man war der Ansicht, daß das eine sehr ernste Frage für die englische Stahlindustrie sei, und viele Mitglieder befürworteten die Ergreifung von Schutzmaßregeln. Die allge meine Meinung war, daß ein Zollkrieg für Deutschland vernichtend enden würde. Es wurde beschloffen, eine starke Agitation gegen die Maßregel zu entfallen, und eine scharfe Resolution angenommen, von der eine Kopie der englischen Regierung übersandt worden ist.
Paris, 31. Jan. Präsident Loubet hat den Obersten Sylonke beauftragt, dem König Viktor Emanuel das Großkreuz der Ehrenlegion zu überbringen.
Rom, 31. Jan. Königin Helene gilt als sehr fromm und so soll sie denn in den ersten Monaten ihrer Ehe, wo das junge Paar sich auf der Insel Monte Christo aufhielt, ein Gelübde abgelegt haben für den Fall, daß sie Mutter werden sollte. Die Erfüllung dieses Wunsches ließ mehrere Jahre auf sich warten, und jetzt, wo die Königin nunmehr ihrer Niederkunft entgegensieht, erblickt sie in dem freudigen Ereignis ein Gnadengeschenk des Himmels, für das der König, dem vor mehreren Jahren geleisteten Gelübde zu folge», angeblich durch seinen Besuch auf der genannten Insel
seinen Dank abgestattet hat. Wenn auch diese Legende dem Volke sympathisch sein mag, so darf doch nicht verschwiegen werden, daß der Frauenarzt an der Universität Neapel, Professor Morijani, seinen Teil zu der Lösung der Frage beitrug, indem er während des verflossenen Sommers an öer Königin eine leichte Operation vornahm, dutch die das Hindernis beseitigt wurde, das ihre bisherige Kinderlosigkeit verursacht hatte.
Wien, 31. Jan. Die Hoffnungen auf die Arbeitsfähig' feit des Parlaments haben sich durch den Verlauf der heutigen Eröffnungssitzung stark vermindert. Gleich bei der Rede des Ministerpräsidenten v. Körber, mit der er den Abg. Dr. Weigel als Alterspräsidenten einsührte, verlangten die tschechischen Sozialisten und Agrarier unter großem Lärm, daß der Minister sich der tschechischen Sprache bedienen solle, was die Deutschnationalen veranlaßte, mit „Hmaus mit den Tschechen" zu antworten. Sodann verlangten die Tschechen, daß der Alterspräsident, wenn er der tschechi chen Sprache nicht mächtig sei, polnisch sprechen solle, was wieder Anlaß zu stürmischen Erwiderungen seitens der Deutschnationalen gab. Als dann der Alterspräsident der verstotdenen Königin Viktoria einen Trauernachruf hielt, suchten die Deutschnationalen dies durch Rufe: „Heil und Sieg den Buren! Heil unseren Brüdern! Nieder mit England!" zu hindern! Die hierauf folgende Angelobung verlief ruhig. Nächste Sitzung Dienstag.
— Der bisher deutschfortschrittliche Abg. Peschka begründete eine deutsche Bauernpartei. Die Partei proklamiert den Anschluß an die deutsche Gemeinbürgschaft, jedoch ein selbständiges Vorgehen in Fragen des Bauernstandes; sie verlangt auch ein Zollbündnis mit Deutschland und den engeren Zusammenschluß der mitteleuropäischen Staaten.
China.
Feldmarschall Graf Waldersee meldet am 31. Januar aus Peking: Die Kolonnen Hoffmann und Auer sind ohne Zwischenfall zurückgekommen, da die Räuber durch vorzüglichen Nachrichtendienst rechtzeitig gewarnt worden sind.
Nach einer Depesche aus Peking übermittelte Graf Waldersee den Gesandten einen Plan mit folgenden Vorschlägen: Ehe eine Aenderung der militärischen Haltung der Verbündeten möglich sei, müsse die chinesische Regierung Schritte zur Erfüllung der Friedensbedingungen unternehmen. Die wirkliche Strafvollstreckung an den Schuldigen, deren Strafen die Gesandten verlangen, genügen hierzu. Nach Erfüllung dieser Bedingung könne der Truppenrückzug aus Peking und Paotingfu erfolgen, und die Zahl der Truppen in Petschili reduziert werden. Waldersee macht auf die Unmöglichkeit der Einschiffung von Truppen vor März aufmerksam. Tientsin und die Umgegend von Schanghai müßten von internationalen Truppen besetzt bleiben, bis China die Ordnung in Tschili hergestellt und die Indemnitäts-Vorschläge angenommen habe. Waldersee giebt schließlich die Anzahl der notwendigen Okkupations-Truppen an den verschiedenen Stationen an, und schlägt vor, daß auf jeder Station nur Truppen einer Nationalität stehen, und der Oberbefehl jährlich zwischen den Nationen wechseln solle.
Der „Standard" meldet bereits aus Tientsin, daß die Zurückziehung der internationalen Truppen bevorzustehen scheint.
In Peking erschoß ein Däne, namens Lindsberg, seine Frau und dann sich selbst, nachdem er einen englischen Offizier verwundet hatte. Letzterer wird wahrscheinlich mit dem Leben davonkommen.
Der „North China Daily News" wird telegraphiert, daß bei der Vernichtung chinesischen Pulvers in Shanhaikwa» durch eine Explosion 40 japanische Soldaten getötet und 2 Engländer verwundet wurden.
Aus Stadt und Sand.
Gießen, den 1. Februar 1901.
** Nächtlicher Unfug. Wie wir erfahren, verübten vor einigen Nächten eine Anzahl junger Leute Ruhestörung in dem Maße, daß die Polizei einschreiten mußte. Beim Anblick der Beamten riffen einige der Radaumacher aus, einer wurde jedoch festgenommen. Bei der Feststellung seines Namens benahm er sich sehr renitent und warf sich, Betrunkenheit simulierend, auf die Erde.
♦♦ Der Gabelsberger Stenographen • Verein und DameA- Kr'äuzchen Gießen feiert am 7. Februar, abends «/a9 Uhr in Steins Saalbau den Geburtstag Gabelsbergers mit Festspiel, Theater und Tanz.
Karneval - Konzert. Am Sonntag nachmittag 4 Uhr findet in Steins Saalbau wieder ein großes karnevalistisches Konzert statt (s. Ins.). — Wir können den Freunden eines guten Humors den Besuch dieses Konzertes empfehlen.
♦* Variete. Am Sonntag finden im Konzertlokale zu den „Bier Jahreszeiten" zwei große Spezialitäten. Bor- stellungen mit vollständig neuem Personal statt. U. a. Auftreten des berühmten Bureu-TrioS, vollendete Künstler auf dem Gebiete der GesangSkunst. Ferner Auftreten der beliebten Schwäbischen Singvögel im Nationalkostüm.
-o- Lollar, 31. Jan. Auf dem BuderuS'schen Eisenwerke hier waren am Mittwoch Nachmittag mehrere Arbeiter mit dem Abbruch eines unbrauchbar gewordenen Kessels beschäftigt. Diese Keffelanlage, die auf einem Mauerwerk ruhte, war bereits an der einen Seite unterhöhlt, jedoch vorschriftsmäßig durch Balken unterstützt. Eine große eiserne Platte jedoch stürzte und traf den Arbeiter Wilhelm Velden von Ruttershausen so unglücklich, daß ihm her ganze Unterleib aufgerissen wurde und die Ein- geweide heraustraten. Der Verunglückte wurde nach seiner Wohnung verbracht und starb nach wenigen Stunden.
** Friedberg, 31. Jan. Zum Zwecke einer Bereinigung für Hessische Kirchengeschichte hatten sich am Mittwoch auf die durch ein Eomite ergangene Einladung ca. 50 Herren hier versammelt. Nachdem Prof. D Krüger aus Gießen im Namen der Einberufer — Pfarrer Lic. Dr. Diehl-Hirschhorn, Pfarrer Fritsch-Rupperts-


