Christian von Dänemark, zur selben Zeit zum Kurgebrauch -veile.
— Herzo g Friedrich von Anhalt vollendete am 29. ds., das 70. Lebensjahr, eine Feier, mit der das 30. Regierungsjubiläum beinahe zusammen traf. Ter Herzog wurde als Sohn des Herzogs Leopold Friedrich und seiner Gemahlin Friederike, einer Tochter des Prinzen Ludwig von Preußen, zu Dessau am 29. April 1831 geboren und übernahm nach dem Tode seines Vaters am 22. Mai 1871 die Regierung. Heute ist ein weitgehender Amnestieerlaß im Großherzogtum erschienen. Dessau stiftete 50000 Mark für ein Herzog Friedrich-Waisenhaus.
— Dem Bundesrat ist eine Novelle zum Gesetz über die Kaiserlichen Schutztruppen in den afrikanischen Schutzgebieten und die Wehrpflicht dort zugegangen. § 18 des genannten Gesetzes soll durch nachfolgende Bestimmung erseht werden: Turch Kaiserliche Verordnung wird bestimmt, in welchen Schutzgebieten und unter welchen Voraussetzungen wehrpflichtige Reichsangehörige, die außerhalb Europas ihren Wohnsitz haben, ihrer aktiven Dienstpflicht bei den Schutztrnppen Genüge leisten dürfen. — Dem Bundesrat ging ein Entwurf von Vorschriften über den Kleinhandel mit Kerzen zu, ebenso der Entwurf eines Nachtrags zum Subventronsvertrage vom 21. Juli 1890 mit der Deutschen O st a f r i k a l i n i e über die Unterhaltung der Postdampferverbindungen mit Afrika.
— Tie Reichsdruckerei bestehl heute fünfzig Jahre. Die Anstalt ging aus der „Staatsdruckerei für Geld- und Wertpapiere" hervor, welche durch eine Kabinettsordre vom 30. April 1851 ins Leben trat.
— Die 48. Generalversammlung derKatho- tiken Deutschlands" wird am 25. August in Osnabrück eröffnet werden. Es sind drei Ausschüsse gebildet worden, die folgende Fragen behandeln werden: 1) Die römische Frage, Missions- und Vereinswesen; 2) Die soziale Frage und die christliche Charitas; 3) Wissenschaft. Schule. Unterricht. Presse. Christliche Kunst.
— Tas preußische Abgeordnetenhaus beriet den Antrag Barth-Wiemer betr. Abänderung der Wahlbezirke für die Wahlen zum Abgeordnetenhause. Abg. Dr. Barth (fr. Vg.) begründet den Antrag. Durch die Neueinteilung würden die Freisinnigen 100 Sitze erhalten. Ter Antrag wird gegen die Stimmen der Freisinnigen und Na- tionalliberalen a b g e l e h n t.
Breslau, 29. April. Wie der „Schles. Ztg." gemeldet wird, fanden in den letzten Tagen in verschiedenen russischpolnischen Grenzorten Verhaftungen statt, deren Zahl 140 erreicht haben soll. Anlaß dazu gab die Beschlagnahme sozialdemokratischer Flugblätter, die am 1. Mai verteilt werden sollten. In den betreffenden Ortschaften ist zur Aufrechterhaltung der Ordnung Militär eingetrosfen.
Stuttgart, 29. April. Im Landtag erklärte bei der Beratung des Justizetats der Justizminister und Ministerpräses Breitling: die Regierung werde auch sernerhin im Bundesrat für die Berufung in Strafsachen eintreten und habe gegen die Zuziehung von zwei Laien zum DreirichterkoNegium nichts einzuwenden.
Ausland.
Loudon, 29. April. Das Oberhaus nahm die zweite Lesung des Gesetzes über Errichtung von Mtlitärunter- richtsschulen und Ausbildung von Kadetten an. Der Entwurf bestimmt, daß die Landjugend, soweit sie nicht physisch ungeeignet ist, einen Unterricht im militärischen Drill durchmachen und wenn sie herangewachsen ist, in deu Anfangs- gründen der militärischen Ausbildung unterwiesen werden soll, um sie in den Stand zu setzen, ihren Platz bei der Landes- vertheidigung auszufüllen. Der Entwurf bestimmt ferner, daß für jeden tüchtigen Kadetten unter 17 Jahren zehn Schillinge ausgeworfen werden sollen. Nach längerer Be> ratung stimmte Lansdowne der zweiten Lesung der Bill zu.
— DaS Unterhaus bestätigte die Resolution, wodurch die Regierung zur Aufnahme einer Anleihe von 60 Millionen Pfund Sterlinge ermächtigt wird.
— Der Schatzkanzler Hicks Beach empfing heute eine die gesamten Bergleute Englands vertretende Deputation, welche erklärte, der Kohlenausfuhrzoll schädige den Kohlenhandel und würde von den Arbeitern getragen werden müssen. Hicks Beach erwiderte, er bestreite diese Ansicht und glaube, daß der Zoll den ausländischen Käufern zur Last falle. Die Besitzer der Kohlengruben könnten daher eine Herabsetzung der Arbeitslöhne nicht mit dem Ausfuhrzoll motivieren. Er wiederhole, daß geplant werde, die Kohlen- lieferungsoerträge mit dem Auslande, die vor der Einbringung des Budgets bestanden, für eine gewisse Periode von der Abgabe freizulassen, und zwar eine Monate lang dauernde Periode, während der niemand durch deu Zoll leiden würde. Der Schatzkanzler betonte schließlich, was weiterhin zu geschehen habe, sei von noch größerer Bedeutung und erfordere zweifellos reifliche Erwägung und Erörterung, aber die Deputation solle nicht zu weitgehende Hoffnungen hegen.
Wien, 29. April. Nach einem amtlichen Ausweise find im Jahre 1900 zur evangelischen Kirche 5058 Per. sonen übergetreten. Auch der alldeutsche Abg. Kliemann ist aus der katholischen zur evangelischen Kirche übergetreten. — Eine massenhaft besuchte Studenten-Ber. sammlung beschloß heute eine Sympathie. Kundgebung für die russischen Studenten. Die Versammlung nahm einen stürmischen Verlauf. Aus Berlin war namens der dortigen russischen Studenten ein Begrüßungstelegramm eingelaufen.
Sofia, 29. April. Gestern fanden in Küstendil Aus- gegen die jüdischen Einwohner statt. Die Teilnehmer an denselben drangen in das BethauS ein und mißhandelten die dort Anwesenden, deren fünf schwer verletzt wurden. Den Ruhestörungen, die den ganzen Tag andauerten, machte das Militär ein Ende. Gegenwärtig herrscht wieder Ordnung.
Rewyork, 29. April. AuS Manila wird berichtet: General Alejandrina, der als Nachfolger AguinaldoS genannt worden war, unterwirft sich.
— Für morgen find 1,750,000 Dollar Gold zur Verschiffung nach Deutschland bestellt worden.
Das Explofions-Uuglück in Griesheim.
Der letzte Akt der Griesheimer Jndustrie-Tragödie ging, wie wir bereits telegraphisch meldeten, am Montägmorgen vor sich. Auf dem Griesheimer Friedhöfe, schreibt die „Frkf. Ztg.", der jenseits der Mainzer Landstraße, beschattet von einem kleinen Fichtenwald, abseits vom Lärm des Tages, in Wahrheit eine beschauliche Stätte des Friedens bietet, erfolgte das Begräbnis von zwölf der Toten, die bei der Katastrophe am Donnerstag geblieben find. Die übrigen drei Opfer haben in heimatlicher Erde ihre letzte Ruhestätte gefunden. Im Hofe der Fabrik, unmittelbar an der Stätte des Todes, waren die Särge aufgebahrt, umgeben von den leidtragenden Angehörigen. Der Protestantische Pfarrer Fabricius und der katholische Pfarrer Link vollzogen nach einem Choral der Kapelle des 81. Infanterie-Regiments die Einsegnung; sieben Tote gehörten dem katholischen, fünf dem protestantischen Bekenntnis an. Dann setzte sich der große Trauerzug in Be wegung. Er nahm den Weg über die Hauptstraße und wendete sich daun in die Straße nach dem Eisenbahn Neber- gang am Bahnhof, an dem die Straße zum Friedhof führt. Die Spitze des Zuges bildete die Kapelle der 81er, ihr folgten sämtliche Vereine Griesheims mit zwölf florbehängten Fahnen. Den Särgen voraus schritt die Griesheimer Feuerwehrkapelle, dann der protestantische Geistliche, hierauf der erste schwarzdrapierte Leichenwagen, auf dem vier, reich mit Kränzen und Blumen geschmückte Särge standen. Zahlreiche Leidtragende schloffen sich au. Nun kam der katholische Geistliche, dann wieder ein Wagen mit vier Särgen, Leidtragende und schließlich der letzte Wagen mit drei Särgen. Der Sarg mit der Leiche des zwölften Opfers war bereits früher auf deu Friedhof gebracht worden. Feuerwehrleute vou Griesheim und Frankfurt — die Berufsfeuerwehr hatte eine Ab- orduung gesandt — schritten zu beiden Seiten der Wagen.
Nun folgten die übrigen Leidtragenden, au ihrer Spitze der Oberpräfident aus Kaffel, Graf Zedlitz-Trützschler, und der Frankfurter Stadtkommandant, Generalleutnant v. Stülp- uagel, Regierungspräsident Dr. Wentzel aus Wiesbaden, Bürgermeister Dr. Varrentrapp Frankfurt, das Offizierkorps des 81. Infanterie-Regiments, die Mitglieder des AuffichtS- und BerwaltungsratS und die Direktion der Fabrik, das gesamte Personal des Werkes, Bürgermeister und Gemeinderat von Griesheim und sonstige Einwohner des Ortes. Der Zug, der sich um ’/4ll Uhr in Bewegung gesetzt hatte, erreichte den Friedhof gegen V212 Uhr. Arbeiter des Werkes hoben die Särge von den Wagen und trugen sie auf den Zriedhof, auf deffen westlicher Seite sich anschließend an ne Gräberreihe das Massengrab zur Aufnahme der Opfer refindet.
Unter Trauermusik und Gesang des Sängerchors senkte man die Särge in die Erde. Schluchzend umstanden die Angehörigen der Verunglückten das große Grab. Biele Verwundete mit ihren Binden und Verbänden erinnerten an )ie Ursache der Maffenbestattung. Grabreden hielten der katholische Pfarrer Link und der evangelische Pfarrer Fabricius, ferner sprachen noch Geheimrat v. Guaita und Direktor Prof. Dr. LepsiuS. Kranzniederlegungen mit kurzen Ansprachen erfolgten bann noch durch den Vorstand der Berufsgenoffenschaft der chemischen Industrie und den Verein zur Wahrung der Interessen der chemischen Industrie, den AufsichtSrat, die Beamtenschaft, die Aufseher der Höchster Farbwerke, den Deutschen Werkmeisterverein, den katholischen Männerverein und evangelischen Männer- und Jünglingsverein, beide in Griesheim, den Griesheimer Gemeinderat ?c. Ferner hatten u. a. Kränze gesandt: die Minister v. Rhein- raben und Brefeld, der Oberpräsident der Provinz Heffen- Naffau, Graf Zedlitz-Trützschler, und Regierungspräsident Dr. Wentzel. Die Zahl der Kranzspenden war überaus groß. Trauermusik und Chorgesang beschlossen den Akt.
Wie der „Rheinische Kurier" meldet, ist das unter dem Vorsitze des Regierungspräsidenten Wentzel zur Unterstützung »er Verunglückten in Griesheim hier gebildete Hilfskomitee ;eute nachmittag zu einer Sitzung zusammengetreten und hat dem Ortskomitee eine beträchtliche Summe zu sofortigen Interstützungen überwiesen.
Aus Stadt und Land.
Siebe», 30. April 1901.
•• Der ueue General-Adjutant unseres GrohherzogS. Der Kaiser hat den Obersten v. Wachter, Kommandeur des Füsilier-Regiments v. Gersdorff (Heff.) Nr. 80 (in WieS- laden) zu den Adjutantur-Offizieren Sr. König!. Hoheit des Großherzogs versetzt, und mit Wahrnehmung der Ge- chäfte des General-Adjutanten AllerhöchstdeSselben beauftragt.
•* Bo» der Versammlung deS deutschen Flottenvereius waren bekanntlich Huldigungstelegramme an S. M. den Kaiser und S. K. H. den Großherzog gesandt worden. Darauf find folgende Antwort-Depeschen eingetroffen:
Deutscher Flotteuvereiu.
Berlin, 29. April.
Seine Majestät der Kaiser und König haben den Hul- digungSgruß der ersten Landesversammlung des deutschen Flottenvereius im Großherzogtum Hessen huldvollst entgegen genommen und lassen vielmals danken. Auf allerhöchsten Befehl. Der Geheime KabinettSrat
von LucanuS.
* . •
Geheimrat Oncken.
Darmstadt, den 29. April, 9.52 Uhr vormittags.
S. K. H. der Großherzog lassen für die aufmerksame Begrüßung durch die erste Hessische Landesversammlung des Deutschen Flottenvereins bestens danken und hoffen, daß die patriotischen Bestrebungen des Vereins auch fernerhin in Hessen Verständnis und Anerkennung finden.
Kabinettsrat Römheld.
** Die Schulamtskandidaten, die vor Ostern dieses Jahres die drei hessischen Lehrer-Seminare absolvierten, sind bereits zum größten Teile im Dienst, während in früheren Jahren Diele bis zum Herbst, ja bis Weihnachten auf eine Anstellung »arten mußten. Daß kein Ueberfluß an Volksschullehrern
herrscht, kann man auch daraus ersehen, daß viele vorgo sehene neue Schulklassen nicht errichtet werden konnten, baß unter anbern z. B. in Wieseck und Heuchelheim der Fall ist. In beiden Orten beträgt die Zahl der Schüler in den unteren Klaffen weit über 100.
* * Sommerfahrplane des Gießener Anzeigers. Wie üblich erhalten unsere Abourlenten, sowie die Sunden der Brühl'- schen Druckerei am 1. Mai ein mit Verkehrskarte versehenes, in Umschlag geheftetes Fahrplanheft durch unsere Austräger kostenfrei zugestellt. Postabonnenten, die es zu besitzen wünschen, mögen es durch Postkarte verlange».
• • Fahrplan. Der neue Gießener Omnibus-Fahr- plan ist soeben im Berlage von Ernst Balser, hier, erschienen.
♦ ♦ Befitzwechsel. DaS HauS Ecke Wilhelm- und Frank- furterftraße verkauften die Bauunternehmer Birkenstock und Schneider an den Bergwerksdirektor PaScoe.
* ♦ Alldeutscher Verband. Die Mitglieder des Verbandes werden auf den am Mittwoch 8% Uhr in Steins Garten stattfinden Vortrag des Pfarrers Kappus aus Mürzuschlag über die Evangelische Bewegung in Oesterreich aufmerksam gemacht.
? Kleinlinde», 29. April. Seit einigen Wochen herrschen hier unter den jüngeren Kindern die Masern.
k . Homberg a. d. Ohm, 29. April. Letzten SamStag hätte sehr leicht an der Station Neuhaus der Ohmthalbahn ein Unglück passieren können, wenn nicht rechtzeitig der Zugführer die Gefahr wahrgenommen und daraufhin bald den Zug zum Stehen gebracht hätte. Ein Pferd, das durch seinen Besitzer nicht gehalten werden konnte, kreuzte mit Wagen kurz vor dem Zug die Bahnstrecke und suchte daS Weite. In dem benachbarten Büßfeld, wo es in einem gemütlichen Trab ankam, wurde es von einem Jungen festge- halten und dem nachgeeilten Besitzer übergeben. Wir bringen dieses Vorkommnis, das recht schlimme Folgen hätte haben können, hier deshalb zur Kenntnis, um die maßgebenden Behörden, ehe ein größeres Unglück sich ereignet, auf diese gefährliche Stelle aufmerksam zu machen und zu bewirken, daß die Züge, die von Homberg Herkommen, wenigsten« schon kurz nach Ueberschreiten des großen Viadukts durch Läuten signalisiert werden, damit Fuhrwerke rechtzeitig in großer Entfernung von der Übergangsstelle bei Neuhaus Halt machen können. ES ist eine solche Vorsicht um so mehr geboten, als diese Straßenkreuzung direkt am AuSgang eines Einschnittes sich befindet, der zudem noch in einer Lurve liegt.
Darmstadt, 29. April. Der Köuigl. Großbritannische Geschäftsträger hier Alan Johnstone hat am 26. d. M. daS Schreiben des König!. Großbritannischen Staatssekretäre des Aeußern Marquis of Lansdowne, das ihn in gedachter Eigenschaft bei der Großh. Regierung bestätigt, dem Staatsminister Rothe zugestellt.
k . Mainz, 29. April. Unter dem Vorsitz des Obcr- rechnungsrevisors Schenk von Darmstadt fand gestern hier die Hauptversammlung des hessischen Finanzbeamten. Vereins statt. Die Verhandlungen umfaßten im Wesent- ichen einige Aenderungen der jetzigen Satzungen, Erstattung des Geschäfts- und Rechenschaftsberichts, Konstituirung eineß wirtschaftlichen Ausschusses und Gründung eines eigenen Ber- landsorganS, zu deffen Schriftleiter StaatSschuldbuchführer Henrich-Darmstadt gewählt wurde. — In den Werkstätten des Römisch-Germanischen CentralmuseumS hier wurde zu StudiumSzwecken für den deutschen Kronprinzen in Bonn in den letzten Wochen eine Nachbildung der im Museum befindlichen Trophäe römischer Waffen hergestellt. Diese Trophäe führt die römische Bewaffnung bi« ins Einzelne, genau nach den Fundgegenständen und den Darstell- ungen bet Grabbenkmäler gearbeitet, vor Augen unb ist nach »er ebenfalls durch zahlreiche Darstellungen verbürgten Art >er römischen Siegeszeichen zusammengestellt. — Beifällig »emerkt, besitzt baS Römisch-Germauische Eentralmuseum, nach >em neuesten Ausweis, etwas über 19 000 Nummern. Zu )en in ber letzten Zeit hergestellten Nachbilbungen, bie er- höhtcS Interesse beanspruchen, gehören aus vorhistorischer Zeit Funbe, bie in Cypern, Egypten, Syrien gemacht worden sind, ferner bie auf galvanoplastischem Wege hergestellten Reprobuktiouen, ber Schliemann'schen Golbfunbe bei Mykene, sowie bie Nachbilbungen ber Goldgegenstände, bie in Fokern Ungarn) aufgesunden wurde». Einem Grab aus ber Wikingerzeit entstammen zwei Lanzen, ein Schwert rc. rc. Im abgelaufenen Jahre hat bie Sammlung einen Zuwachs von 1583 Gegeufiänben erhalten.
Bingen, 28. April. Heute fanb hier im Hotel „Pariser Hof" ber Bezirkstag beS Fleischerbezirksvereins beiber Heffeu unb Nassau im beutschen Fleischerverbaube statt. Derselbe war von ca. 5—600 Teilnehmern besucht. Um 11 Uhr vor- mittags eröffnete ber Vorsitzende Karl Marx-Frankfurt bie Versammlung. Zu Punkt 4 berfelben: „Abschaffung bet Verbrauchsabgaben (Fleischsteuer) würbe folgender Antrag einstimmig angenommen: „Der Bezirkstag beS BezirkSver- eins beiber Hessen und Nassau erachtet die Fleisch steuer als zu Ungunften bestehend und bittet den Verband darum, bei den Regierungen vorstellig zu werden, daß diese Steuer ab geschafft wird." Zu Punkt 5: „Besprechung beS Antrages ber Laubwirte, betr. eine staatliche Schlachtversicherung", würbe beschlossen, ben Antrag ber Land- wirte zur Beratung auf ben nächsten BerbandStag zu stellen. Der Beschluß zu Punkt 6: „Der Hanbel nach lebend Gewicht" lautet: „ber Bezirksverein beibet Hessen unb Nassau erachtet bie Forderung bet Agrarier, ben Handel bei Schlacht- vieh obligatorisch nach Lebendgewicht einzuführen, als eine einseitige und ungerechtfertigte und spricht sich gegen jegliche Beschränkung des freien Handels auf den Schlachtviehhöfen aus."
** Frankfurt, 29. April. In der vergangen Nacht wurde in dem seit kurzem neu eingerichteten Uhren- und Goldwaren- geschäft von Max Garmatter, Schäfergasse 44, ein Einbruch verübt. Die Diebe hatten sich allem Anscheine nach schon vor Schluß ber Hausthüre in das Haus eingeschlichen und sich so lange verborgen gehalten, bi« vollständige Ruhe im Haus eingetreten war. Sie sprengten dann die Souterrain-


