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Regierungsvorlage, den Gesetzentwurf, die Abänderung Gesetzes, die Hundesteuer vom 12. August 1899 betr. Regierungsvorlage, den Gesetzentwurf, die Abänderung Gesetzes, die Erbschafts- und Schenkungssteuer vom August 1884 betreffend.
-n. Etwas von unserer Quellwasserleitung. Man schreibt
10. des
11. des
30.
kapelle ihre frohe Weisen erschallen ließ, war bald eine recht animierte. Noch lange nach Beendigung des MahleS blieb die Mehrzahl der Festteilnehmer in zwangloser Unter-
Annerod liegt 60,72 Meter, die des Nirderdruckbehält^ am Lutherberg 26,76 Meter über der Schwelle ur.fe:e Stadtkirchturms. Beim Ausbruch eines Brandes im Nied/ druckgebiet wird durch sofortige Umstellung einiger Schieirauch das Niederdrucknetz unter Hochdruck versetzt. Die j, Jahre 1896 wiederholt vorgenommenen Versuche mit k Wasserleitung im Stadtkirchturm ergaben einen Strahl, k die 55 Meter hohe Spitze des Turmes noch um 6 Mn überragte, demnach eine Druckhöhe von 61 Meter. ®jj haben also alle Veranlassung sowohl mit der Quality unseres WafferS wie mit der Verwendung der Wafserleitr^ zur Bekämpfung eines entstehenden Brandes zufriedki
uns: Die durch das chemische Untersuchungsamt für die Provinz Oberhessen auch in diesem Jahre, wie in den Vorjahren, vorgenommene chemische und bakteriologische Untersuchung unseres QuellwasserS, sowohl desjenigen aus den alten Quellen im Stadtwald und bei Großen-Buseck, wie auch desjenigen aus der Quelle bei Oueckborn, hat wiederum recht günstige Ergebnisse aufzuweisen. Das Wasser wird auch diesmal wieder wie gelegentlich der Untersuchung in den Vorjahren als vortrefflich geeignet für Genuß- und Hausgebrauchs zwecke, wie auch für technische Zwecke bezeichnet. Das Wasser ist im übrigen klar, farblos, geruchlos, von normalem Geschmack und hat eine Gesamthäste von 8, bezw. 9,2» — Die durchschnittliche Temperatur ergab nach den Messungen an den Quellen 6’/2 bis 8° (an der Queckborner Quille während des ganzen Jahres gleich- bleibend = 8°; und in den Hoch- und Niederdruckbchältern im Jahresdurchschnitt 9 bis 10» R. Während für die höher gelegenen Teile der Stadt der erforderlichen Druckhöhe wegen nur von dem Hochdruckbehälter bei Annerod und zwar ausschließlich Queckbsrner Wasser geliefert wird, nimmt der Niederdruckdebälter am Lutherberg nicht allein Wasser aus den alten Quellenanlagcn im Wald und bei Großen Buseck auf, sondern erfährt auch eine je nach größerem und geringerem Bedarf deS Niederdruckgebiets zu ermessende tägliche Zugabe Queckborner Wassers auS dem
Gotha, Lv. avvviuvv.. — .v*,--------/ ,
erhielt Staatsminister ^Strenge feine Entlassen g. Sein Nachfolger wird, wie verlautet, der frühere Präsident der fürstenbergischen Kammer, Hentig. (Herr». Strenge, vormals ein bürgerlicher Rechtsanwalt, ist von den X-ibfc= raten des Landes seit langem arg befehdet worden, x.
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Haltung beisammen.
Der Eisenbahnverein Gießen veranstaltete am Dienstag im festlich geschmückten Slem'schen Saalbau einen Kommers zur Feier deS Geburtstages des Großherzogs und der Großherzogin. Wiewohl die Eisenbahner zeitig in Scharen Herbetgeströmt waren, erlitt der Beginn des Kommerses eine Verzögerung, weil die Musik ihnen einen Streich gespielt hatte; sie war nämlich zum Zapfenstreich kommandiert und konnte daher erst nach Beendigung desselben kommen. Als sie endlich bei den schon fest im Zuge befindlichen Eisenbahnern erschien, begann sie sofort mit dem „Großen Festmarsch" von Gottlöber, worauf Elsenbahn- direktor Schoberth, der Vorsitzende des Vereinsvorstandes, den Kommers mit einer Begrüßungs- und Festrede eröffnete. Der Vorsitzende führte mit schwungvollen Worten aus, daß dies das erste Fest dieser Art sei, das der Verein feiere, und daß die Entstehung des Vereins und die gemütliche Zusammenkunft seiner zahlreich erschienenen Mitglieder ohne Ansehen, ob hessische oder preußische Nnterthanen, lediglich auf die preußisch-hessische Eisenbahn-Gemeinschaft zurückzuführen sei, die ihr Zustandekommen der kräftigen Initiative deS Grvßherzogs verdanke. Sodann gedachte der Redner der vorzüglichen Herrschertugenden unseres LandeS- herrn und pries nicht minder die herrlichen Geistesgaben und die Milde der Großherzogin Viktoria Melitta, die es sich zur Lebensaufgabe gestellt habe, ihrem Volke ein l-uchtendes Beispiel werkthätiger Nächstenliebe zu geben. Hiernach, so schloß der Redner, hätten die Eisenbahner alle Ursache, Ihrer König!. Hoheiten ganz besonders am heutigen Tage in inniger Dankbarkeit und unwandelbarer Treue zu gedenken. In das dreifache Hoch stimmte die Versammlung mit brausender Begeisterung ein und sang stehend die hessische Nationalhymne. Die nunmehr folgenden Musikvorträge, sowie namentlich die Vorträge theatralischen und gesanglichen Inhalts ernteten wegen ihrer durchweg schönen und gediegenen Ausführung reichen Beifall. Dem aufs vorzüglichste durch Eisenbahn-Sekretär Becker geleiteten Vergnügungsausschuß, sowie allen Mitwirkenden, besonders den Herren Schufst, Straub, Belloff, Schlitt und Tränkner und dem Gesangverein des Eisenbahnvereins gebührt für chre vortrefflichen Leistungen, mit denen sie den Festabend verherrlichten, die vollste Anerkennung und der Dank der Vereinsmitglieder. Erst spät nach Mitternacht, nachdem das äußerst reichhaltige Programm, der „Fahrplan der Eisenbahner", abgewickelt war, endete dieses ohne jeden Mißton verlaufene schöne Fest.
treten. Die Tagesordnung für die erste Sitzung umfaßt: 1. Regierungsvorlage, den Gesetzentwurf, die Dienstbezüge der staatlich bestätigten Forstwarte betreffend, sowie Antrag des Abg. Schmer! zu diesem Gesetzentwurf und Vorstellung der staatllch bestätigten Farstwarte, ihre Be- soldungsoerhältnisse betreffend. 2. Regierungsvorlage, die Anstellung eines fünften Arztes u. s. w. bei der Fraueu- Abteilung des LandeshoSpttals in Hofheim betreffend. 3. Regierungsvorlage, den Gesetzentwurf, die Höheren Bürgerschulen betreffend. 4. Regierungsvorlage, die Regelung der Gehaltsverhältnisse der Landwirtschaftslehrer betr. 5. Regierungsvorlage, den Gesetzentwurf, das Faselwesen betreffend. 6. Regierungsvorlage, Verwilligung einer Pension der Witwe deS Hofrats Becker in Darmstadt betreffend, sowie Antrag des Abg. Dr. Gutfleisch und Genoffen in gleichem Betreff. 7. Regierungsvorlage, die Pensionen der hessischen Friedensinvaliden betr. 8. Regierungsvorlage, die Ausbeutung deS Kohlenfeldes der Braunkohlengrube „LudwigShoffnung" betr. 9. Regierungsvorlage, die Veräußerung von fiskalischen Grundstücken betreffend.
-zu Achlsauwa ’ morgen abend i mch aber im r warten und
1 tdNMNMs, d iungen non g sitzen auch in iti eifriger Ui । mir und eim i bei beiden j
Aus Stadt und Land.
Gießen, 29. November 1900.
•* Die Zweite Kammer der Landstände wird am Donners- dem 6. Dezember zu einer kurzen Session zusammen-
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zu sein.
** Kourert-Bereiu. Wir haben schon bei Anfang bi: Saison in ausführlicher Weise der Darbietungen des Konzer Vereins gedacht, damit jedoch bei der Fülle der musikalisch: Genüsse das beste nicht übersehen werde, möchten wir hei: nochmals auf den 2. Dezember Hinweisen. Die in dich Konzert mitwirkende Sängerin, die Altistin Frl.Therrse Bih: ist eine Künstlerin allerersten Ranges und dürfte bltcklich zu den meistbeschäftigten Sängerinnen gehocri Altistinnen sind überhaupt knapp, gute Altistinnen find ak eine Seltenheit, und nur der gute musikalische Ruf uns^ Konzert-BereinS hat es ermöglicht, diese vortreffliche ©änp; für Gießen zu gewinnen. Außer dem gesanglichen di! 1 haben wir noch eine hervorragende Orchesterleifi. > zu erwarten. Universitäts Musikdirektor Trautmann ui durch Zuziehung hervorragender auswärtiger Kräfte ch einheimisches Orchester zu einem Klangkörper gestaltet, bi: sich auch großen Anforderungen gewappnet zeigen roitb ar: Aufgaben wie die Eroika-Symphonie von Beethoven, bi: Tannhäuser-Ouverture von Wagner glänzend lösen nid Möge das zweite Konzert des Vereins es eben so maiit wie das verflossene erste, und den Beweis erbringen, o? für vornehme musikalische Darbietungen der Klubsaal öt zu klein sei.
** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Als zlrer Gastrolle spielt Karl William Büller den „Doklc: Wespe" in dem vieraktigen BenLdix'schen Lustspiele gleih-- Namens. Die „Köln. Ztg." schreibt über Büller i „Dr. Wespe":
„Tas war ein Abend, an den die Besucher noch lange jin.'i denken werden. Alle Faktoren vereinigten sich m tnsflichem Gelindes Benedix'schen allerliebsten Lustspiels „Doktor WcSpi". Titelrolle gab Hei r Büller, der sich rasch Bürgerrecht auf uni« <r Bühne erworben bat. Der Künstl.r versteht es, tn setnm Me, derart aufzugehen, d«ß die eigene Individualität vollständig ItfininhfL
Red.)
Kassel, 28. November. General v. Schwein ltz feierte heute sein Mjähriges militärisches T i e n st-Jubiläum. Die Spitzen der hiesigen Zrvtl- und Mtlrtar- behörden gratulierten. Auch Glückwunschschreiben des österreichischen Kaisers und der Großherzoge von yessen und Baden waren eingelaufen. Von Kaiser Wilhelm wurde der Jubilar durch Verleihung der Brillanten zum Schwarzen Adlerorden ausgezeichiret.
Kronberg, 28. November. Das badtscheGroß- herzogspaar traf um 1 Uhr mit Gefolge hier ein und wurde am Bahnhof vom Prinzen und der Prinzessin Adolf von Schaumburg-Lippe empfangen. Nach 3 Uhr kehrte das Großherzogspaar nach Karlsruhe zurück.
nur aus einer Höhr von 70-80 Ctm.
Darmstadt, 28. November. Der Präsident bee Finanzministeriums, Gn auth, empfing gestern eine Deputation von sechs Vertretern der wirtschaftlicl)en Körperschaften und des Verkehrsausschusses der Stadtverordnetem von Darmstadt, die Vorstellungen gegen eine eoen tuelle Auflösung u n d Verlegung der Tirctln'« der M a i n - N e ck a r - B a h n und der Z e n t r a l w e r’ stätte erhoben und u. a. der Ansicht Ausdruck gaben, M derartige Maßnahmen ohne landstündische GenchimM wohl nicht erfolgen könnten. Herr G n a u t h beto^'' seiner Erwiderung, daß er mit den Vertretern öcr®\ schaftlichen Interessen über diese Rechtsfrage unter dm Verhältnissen nicht in Verhandlung treten tonne. ' auch nicht in der Lage, über den Stand der Verhandlung' insoweit solche bezüglich der Auflösung der Main-Ma Bahn schweben, Mitteilungen zu machen. Dagegen i - er gern bereit, für diesen schlimmsten Fall, W ü n | d)c Darmstädter I rc t e r e s s e u t e n entgegenzunew Auch rücksichtlich der Zentraliverkstätte konnte der Mum Präsident Zusagen nicht machen. Unter den verschteoc> - hervorgehobenen sachlichen Mitteilungen war ihm vong besonderem Interesse, daß die Darmstädter MaM Industrie den: Verbleiben der- Zentralwerkstättc her ragenden Wert beilege.
Frankfurt a. M., 28. November. Gestern kamen 0 Großherzog und die Großherzogin von Hessen i wie Großfürstin H e l en e v on R u ß l a n d nach hrer, maq- verschiedene Besuche in der Stadt und begaben sich s in den „Fürstenhof", um mit dem dort wohnenden Etbach Schönberg zu frühstücken. Nachmittags ^/i fuhren die Herrschaften nach Darmstadt zurück.
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Man begreift kaum, daß es ein und dieselbe Person ist, bh tinj a. j „Eharl<y'S Lame", al« „Negistretor", als „We^pe" v. s. w-e - zückt. L-eine Komik, vor allem sein virtuoses MmenspstN^d widecsteblich — riesig unwld-rstchltch, würde W spr sagen —. v". dabet zeigt er eine Gewandtheit der Bewegung, daß man tligt,« fühlt sich auf der Bühne, tn seiner Rolle „m HausiV Dir Sav R des „Dr. Waspe" war eine imüberttestliche Leistung, bet de fucher aus dem Lachen nicht herauSkamen. Es weht er. flotter Zug durch das Lust pick, und dieser hatte sich aus bu |u; führung übertragen, die eine der besten tn der Saison war. Hm Büller wurde dmch einen R>esen-Lorbee-kra»; ausgezeichnet.
Bad-Nauheim, 28. November. Em schreckliches Uv glück ereignete sich am Sonntagvormittag in der hiefigri! Turnhalle. Bei einer Turnübung am Reck stürzte der sck mehreren Jahren hier in Arbeit stehende, noch nicht gan 24 Jahre alte Lackierer Anton Beimert so unglückli: auf den Kopf, ddß er sofort in das städtische Krankenhab gebracht werden mußte, wo er nach furchtbaren Schmerze Montagnacht 12 Uhr verschied. Der unglückliche jungi Mann war nach dem Sturz bis kurz vor seinem Sollt ki klarem Bewußtsein, trotzdem nach Aussage des Arzte- hr Halswirbel und das Rückgrat gebrochen waren, i»W die beiden Beine vollständig lahm und der linke -kW mi- weise gelähmt war. Beimert, ein braver, fleißiger MM. der bei allen, die ihn kannten und ihm näher standen, styr beliebt war, verdient die innigste Anteilnahme an fewtn tranigen Geschick. — Um den hier und da auflauchendm Gesprächen entgegenzutreten, als ob bei den llebungen nicht die vorschriftsmäßige Hilfsstellung stattgefunden hätte, sti auch hier bemerkt, daß dies nach Aussage sämtlicher »n wesenden in vollstem Maße der Fall war, es aber bei bei großen Schnelligkeit des Falles nicht verhindert roetbtr konnte, daß der junge Mann so unglücklich stürzte. DaS Reck war nur 1,40 Mtr. hoch; der Sturz erfolgte demnal?
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Ausland.
Kopenhagen, 28. November. Der Kolonialtat hat in St. Croix eine Resolution gefaßt, datz die Bevölkerung eine Einverleibung der westindischen Inseln in den amerikanischen Staatsverband nicht wünsche. Dies wurde dem König Christian telegraphisch mifgeteilt.
Bern, 28. November. Durch Vermag vom 10. April 1897 hatten Frankreich und die Bereinigten Staaten von Brasilien dem schweizerischen Bundesrat die schiedsrichterliche Entscheidung des Streites über die Grenze zwischen Guyana und Brasilien übertragen. Der Bundesrat nahm das Schiedsamt an Im Streit steht ein an Goldminen reiches Gebiet, das etwa zehnmal so groß ist wie die Schweiz. Der Bundesrat muß seine Ent scheidung bis spätestens 6. Dezember fällen.
Konstantinopel, 28. November. Infolge Requisition des amerikanischen Geschäftsträgers ist das amerikanische Schiff „Kentucky" vor Smyrna ein- getroffen.
— Die Europareise des Prinzen Georg verfolgt den Zweck, die Unabhängigkeit Kretas zu erreichen. Thatsächlich hat Prinz Georg den vier Kretamächten den Vorschlag gemacht, daß Kreta an Griechenland angeschlossen werden solle, und zwar in der Form, wie das Reichsland Elsaß Lothringen an Deutschland. Er wollte weiter als Statthalter in Kreta verbleiben. Der russische Minister Graf Lamsdorff hat aber den Prinzen Georg während seines Aufenthaltes in Rußland keinen Augenblick im Zweifel darüber gelassen, daß an dem gegenwärtigen Zustande der Kretafrage nicht gerüttelt werden dürfe. Spätere Schritte beim Zaren halten auch keinen befferen Erfolg.
Livadia, 28. November. Der Kaiser verbrachte den gestrige« Tag gut. Er schlief am Tage anderthalb Stunden. Um 9 Uhr abends betrug die Temperatur 36.8, der Puls 68. In der Nacht schlief der Kaiser ziemlich gut. Heute ftüh waren das Empfinden und der Kräftezustand befriedigend. Um 9 Uhr betrug die Temperatur 35,8, der Puls 68. _______________________________
Der «rlmrtstig des Sroßher;oglichra jlaarts
wurde am Mittwoch von den Behörden und der Bürgerschaft der Stadt Gießen durch ein Festmahl, zu dem sich zahlreiche Teilnehmer versammelt hatten, im großen Saale des Gesellschaftshauses festlich begangen. Den Toast auf den Großherzog und die Großherzogin brachte der Rektor der LandeS-Universität, Geh. Justizrat Proftffor Dr. Schmidt, aus:
„Trübe Wolken sind in dem vergangenen Lebensjahre unsres Herrscherpaares über dem großherzoglichen Hause und über unserem Lande dahingezogen. Ties erschütternd hat der Tod in unserem Herrscherhause und in dem heimatlichen Hause Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin Einkehr gehalten. Niedergebeugt stand unser hessisches Volk und beklagt mit seinem Fürsten und seiner Fürstin die schweren Schicksalsschläge, die — so schien es — nicht enden wollten. Mit dem Ausdrucke dieser Trauer aber verband sich in unserem Lande der Ausdruck der Treue, die ihre sichersten Proben nicht in glücklichen, sondern in schweren Tagen ablegt.
Wir, die wir hier versammelt sind, um den Geburtstag unseres Herrscherpaarcs zu feiern, wir wissen die Liebe zu unserem großen geeinten Vaterlande, die Liebe zu Kaiser und Reich, mit der Liebe für unsere engere Heimat zu verbinden. Wir kennen die Wahrheit be8 Wortes: „Hier sind die RixtLn Wurzeln Deiner Kraft." Was Jahrhunderte lang die Schwäche unseres dcuischen Vaterlandes, den Fluch innerer politischer Zerrisienheit gebildet hat, das ist jetzt unsere Stärke. Richtig gefaßt bedeutet dieses Nebeneinanderstehen der deutschen Gliedstaaten nicht einen Ansporn zu ungesundem, kleinlichen PariikularismuS, sondern den Ansporn für jeden Einzelstaat, den friedlichen Wettkampf um die höchsten Güter unseres Volkes zu führen, es einander gleich und zuror zu thun in der Pflege rechter nationaler Gesinnung, in der Pflege geistiger und künstlerischer Ideale, in der Förderung und Erfüllung wirtschaftlicher Aufgaben. Und daß in diesem friedlichen Weltkampf unser Großherzogtum seinen Platz mit Ehren einnimmt, dafür wollen wir am heutigen Tage Zeugnis ablegen und unserem Landesherren aus vollem Herzen Dank sagen. Ein treuer Freund und Bundesgenosse Seiner Majestät des Kais.rs, ein Förderer und Beschützer von Wissenschaft und Kunst, so steht in dieser festlichen Stunde Seine Königliche Hohert der Großherzog vor unserem Auge. Ihm zur Seite steht seine erlauchte Gemahlin, die Schöpferin und Gönnerin der Werke Menschen« freundlicher Leebesthätigkeit. Lassen Sie uns der Dankbarkeit und Verehrung für unser Herrscherpaar beredten Ausdruck geben und stimmen Sie mit mir ein in den Nus: Seine Königliche Hoheit der Großherzog und Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin hoch, und abermals hoch, und zum dritten Mal hoch."
Als das begeistert aufgenommene Hoch verklungen war, wurde nachstehendes Glückwunschtelegramm verlesen, unb unter allgemeiner Zustimmung an den Groß her zog ab- gcsandt:
Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog
Darmstadt.
Die zur Ferer des Geburtstags ihres Herrscherpaaretz in den Räumen des GesellschaftsveremS zu Gießen vereinigte Festversammluna verbindet mit dem Ausdruck ehrerbietigster Glückwünsche die Versicherung unwandelbarer Treue. *
Im Auftrage:
Der Rektor der Landesuniversität.
Arthur Schmidt.
Die Stimmung beim Festmahl, dessen Darbietungen der Küche und dem Keller des Wirtes des Gefellschafts-


