Ausgabe 
30.11.1900 Erstes Blatt
 
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im Augenblicke der allgemeine« Bestürzung, die der Ver- lobungSplan des Königs Alexander hervorgerufen hatte, auf eine Rückendeckung, die damals nicht mehr vorhanden war. In Anwesenheit aller Minister brauste er, als der König sich von Draga Mafchin nicht abbringen lassen wollte, mit der Frage auf:WaS? Ihre Geliebte wollen -sie heiraten, Majestät?" Worauf der König mit zornigem Nachdrucke sagte:Nicht meine Geliebte, sondern meine Braut!" In Belgrad erzählt man sich allerdings unverbürgt daß Gentschitsch, zu einem letzten drastischen Mittel seine Zuflucht nehmend, vor dem Könige mit seinen eigenen ehemaligen Beziehungen zu Draga Maschin geprunkt habe. Der von Gentschitsch unternommene Versuch, Frau Maschin nötigenfalls mit Polizeigewalt aus Belgrad zu entfernen, bewog den König, das Haus der Frau Maschin unmittelbar darauf unter militärischen Schutz zu stellen. Als Gentschitsch in­folge dieser Vorgänge gefallen war und ins Ausland ab­reiste, beeilte man sich in Belgrad, Vergeltung zu üben.

Zunächst erschien der Erlaß, womit Gentschitsch ohne Pensionsberechtigung aus dem Staatsdienste entlassen wurde. Das war für einen an Wohlleben gewöhnten, mit Glücks­gütern aber nicht gesegneten Mann ein schwerer Schlag. Dann wurde in der Belgrader Presse verkündet, Gentschitsch habe die Geheimgelder seines Ministeriums mit sich gehen lassen. Gentschitsch scheint sich dadurch immer weiter in seinen Zorn verrannt zu haben, wenigstens berechtigt zu diesem Schlüsse die Nachricht, daß er Briefe mit Belei­digungen gegen die Königin Draga an den König Alexander geschrieben habe. Im allgemeinen ist das für Serbien nichts Unerhörtes. Der verstorbene Führer der Fortschritts­partei Garaschanin hat seinerzeit offene Briese an König Milan gerichtet, die von Schimpsworten strotzten. Der Ausdruck,Mörder" gehörte darin noch zu den milderen. Und Königin Natalie mußte sich, ebenfalls in offenen Briefen, von dem ehemaligen Regenten Nistitsch Dinge sagen lassen, die auch einer Frau aus minder hohen Schichten die Scham- und Zornesröte ins Antlitz getrieben hätten. In dem Falle mit Gentschitsch ist eine Erscheinung immerhin erfreulich. Es zeigt sich nämlich, daß König Alexander in Dingen, die auf seine Gattin Draga Bezug haben, noch immer empfindlich ist, woraus zu schließen wäre, daß seine Liebesglut noch in alter Innigkeit lodert.

Promotionen au der Grotzh. Landesuui- verfität im Rektoratsjahre 1899/1900,

1. Lizentiaten der Theologie: Karl Jäger, Seminarlehrer in Friedberg, Karl Eger, Pfarrer in Darmstadt, Emil Fuchs, Pfarrassistent in Lampertheim.

2, Doktoren der Theologie honoris causa: Professor Dr. Alfred Hegler in Tübingen, Kirchenrat Friedrich Heß, Pfarrer und Dekan in Crumstadt.

3. Doktoren der Rechte: Ernst Emil Hoffmann aus Darmstadt, Gerichtsaccessist Peter Paul Liebing aus Mainz, RegierungSaccessist Otto Eger aus Darm­stadt, GerichtSaccessist Eugen Seyferth aus Auerbach a. d. B.

4. Doktoren der Medizin: Ernst Friedberger aus Gießen, Alfred Riegel aus München, Adolf Mäusert aus Frankfurt a. M., Karl Kleewitz aus Gießen, Karl He gar aus Freiburg i. B., Emil Ber­ber ich aus Wiesbaden, Hermann Gehrhardt aus Cra­winkel, Heinrich Mueller aus Gießen, Hermann Schneider aus Ortenberg, Ernst Pfaff aus Darmstadt, Georg Riese aus Mainz, Edwart Weiß aus Groß-Um­stadt, Franz Strerath aus Schlebusch, Georg Schäfer aus Reichelsheim, Max Löhlein aus Gießen, Arthur Wreschner aus Breslau, Dr. phil., Walter Clemm aus Heidelberg, Rudolf Pelz aus Habelschwerdt, Otto Schöne­wald aus Berlin, Jakob Minrath aus WieS-Oppenheim, Johannes Prümm aus Coblenz, Alfred von Dzia- lowski aus Warschau, Alexander Fischer aus Gießen, August Mayer aus Hauserhof bei Hechingen, August Brundieck aus Ostbevern.

5. Doktoren der Tierheilkunde: Karl Sey- boldt aus Stuttgart, approbierter Tierarzt, Ordentlicher

das Besondere im Allgemeinen, das Individuelle rhi Typischen zu gestalten. Danach wird man bei Tolstoi ver­geblich suchen. Ansätze hierzu finden sich höchstens in zwei Episodenfiguren, in dem alten Kloakenfeger Akim, der die einfache Sprache der Bibel redet oder stammelt, und in dem Knecht Mitritsch, her, denhimmlischen Vater" als drittes Wort gebraucht. Hier ist also auch in der Sprach der Versuch zu individualisierender Zeichnung ge­macht. Es braucht nicht daran erinnert zu werden, wie die deutschen Naturalisten gerade diesem Mittel ihre .Hauptaufmerksamkeit geschenkt haben und gelegentlich bis an die Grenze des Zulässigen gingen, indem sie den Dialog in kindlick,es Lalleln auflösten.

...?}£ der Greuel ist beiden gemeinsam. Darin

ist Tolstoi schlechterdings nichl inehr zu überbieten. Ein ganzes Sundenregister findet sich bei dem knecht Nikita. Er ist änsänglich ein gutmütiger Tölpel, dieser dörfliche Don Juan, bis ihn feine Erfolge bei den Weibern auf Ab­wege drängen. Er verführt die Frau seines Brotherrn, die lüsterne Anissa, zum Ehebruch und hat die Hand dabei im Spiele, als sie ihren kränklichen Alten durch Giftpülver chen aus der Welt schafft. Dann geht er mit dieser Frau die Ehe ein, wird ihrer aber bald überdrüssig. Er stößt die Waise Manna, die sich ihm vertrauensselig hingegeben hat, roh von sich und schwört seinem eifervollen Vater nie in nähere Beziehungen zu ihr getreten zu sein. Er leistet diesen Meineid mit einer Kaltblütigkeit, als ob er eine Tasse Thee zu trinken hätte. Tann 'bandelt er mit seiner Stieftochter Akuliim an und giebt sich dazu her, das Kind von ihr bald nach der Geburt aus Zureden seiner Frau, Akulinas rechtmäßiger Mutter, im geller zu oer scharren, nachdem man zuvor dieses Kind getauft hat.

Professor Dr. phil. Wilhelm Pfeiffer in Gießen, honoris causa, Emil Grundmann aus Chemnitz, appro­bierter Tierarzt, Joseph Kirch mann in Ichenhausen, Tier arzt, Franz Bauer aus Racendowo, approbierter Tierarzt, Oskar Wucher aus Neuburg a. D., approbierter Tierarzt, i Gustav Nebele in Oehringen, Oberamtstierarzt.

6. Doktoren der Philosophie: Harry Medforth Dawson aus Leeds, cand. ehern., Wilhelm Eidmann aus Stockhausen, cand. ehern., Assistent am chemischen La­boratorium der Landesuniversität, Karl Weber in Konrads- dorf, Großherzoglicher Oberförster, Heinrich Grünewald in Jugenheim a. d. B., Großherzoglicher Oberförster, Ludwig Deubner aus Riga, cand. philol., Adam Flechsenhaar aus König i. O., LehramtSaccessist, Philipp Zimmermann aus Esselborn, cand. ehern., Franz Fischer auS Freiburg i. B., cand. ehern., Julius Hülsen in Frankfurt a. M., Architekt, Otto Saame aus Eschwege, cand. phil., Wilhelm Pfanhauser aus Wien, cand. phil., Adolf Koch aus Frankfurt a. M., cand. ehern., Alfred Thiel aus Waldenburg i. Schl., cand. phil., Emil Lange auS Dresden, cand. rer. natural., Otto Friedberger aus Gießen, cand ehern., Jakob Curschmann aus Büdingen, Lehramtsaffessor, Walther Lejeune aus Heusen­stamm, cand. cam., Otto Mensendieck aus Hamburg, cand, phil., Karl Greimer aus München, approbierter Apotheker und Nahrungsmittelchemiker, Assistent am phar­makologischen Institut der Landesuniversität, Fritz Cro- togino aus Grabow a. O., cand. phil.. Hermann Bieden­kopf in Chemnitz, Landwirtschaftslehrer.

7. Zum fünfzigjährigen Doktorjubiläum wurde erneuert a) das Diplom als Doktor der Rechtswissenschaft: dem Polizeirat a. D. Dr. jur. Otto Speyer in Frankfurt a. M., dem Geh. Justizrat und Rechtsanwalt Dr. jur. Arthur Osann in Darmstadt, dem Geh. Justizrat, Professor Dr. jur. Heinrich Dern- burg in Berlin, dem Geh. Rcgierungsrat, Kreisrat Dr. jur. Johann Julius Braden in Friedberg.

b) daS Diplom als Doktor der Medizin: dem K. Stabsarzt a. D. Dr. med. Christoph Temmink in Münster i. W., dem Großh. Kreisarzt i. P. Medizinalrat Dr. Gustav Heumann in Bensheim.

c) das Diplom als Doktor der Philosophie: dem Stadtpfarrer a. D. Dr. phil. Emil Steinmetz in Mainz, dem Kommerzienrat Dr. phil. Theodor Fleit- mann in Iserlohn, dem Großherzoglichen Gymnasialdirektor i. P. Dr. phil. Johann Baptist Keller in Bensheim.

Stadt «ad Kand.

Gießen, 29. November 1900.

Sb. Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Am 26. No­vember sprach Dr. G. Schott von der Deutschen See­warte in Hamburg über die geographischen Ergeb­nisse der deutschen Tiefsee-Expedition der Valdivia" von 1898/99. In der Einleitung berichtete er über den äußeren Verlauf dieser Unternehmung, deren Leiter Prof. Chun in Leipzig, deren Mitglieder eine ganze Reihe von jungen Gelehrten waren. Die angelaufenen Stationen waren die Canaren, Kamerun, Südwestafrika, Kapstadt, Kerguelen- Land, St. Paul, Amsterdam, Padang auf Sumatra, die Nikobaren, Ceylon, die Malediven, Tschagos Inseln, Sey­chellen. Der Abgang erfolgte im August 1898, die Rück­kehr im April 1899. Der Redner verbreitete sich sodann eingehend über die Methoden der ihm zugewiesenen oceanographischen Untersuchungen, erläuterte einige wich­tige Instrumente zur Tiefseeforschung, wie das Sigs- bee'sche Lot und das Negretti Zambrasche Umkehrthermo­meter, endlich einen Wasserschöpfer, ferner die Art ihrer Handhabung und die damit verbundenen Schwierigkeiten, und ging dann auf die erzielten Ergebnisse ein, die allerdings nur teilweise und lückenhaft vorliegen, deren end- giltige Feststellung vielmehr noch Jahre in Anspruch nehmen wird. Immerhin sind als wichtige Resultate schon jetzt die Auffindung zahlreicher untermeerischer Rücken, also eine Veränderung der Ansicht von der Gestaltung des Bodens des Südmeers, die Feststellung einer 3000 Meter über»

Verbrechen und leere Frömmigkeit stoßen sich hart an einander; Sünde und Aberglaube gehen Hand in Hand typisch für russische Zustände! Diese Szene, in der die entartete Anisja nach dem Fläschchen mit dem Taufwasser sucht, während ein unschuldiges Kind mit demGroß­väterchen" Mitritsch in dumpfer Stube beisammen ist und seine Angst nicht verbergen kann, gehört zum Machtvollsten, was das Drama je geschaffen hat. Unten aus dem Keller schallt das Geräusch des Grabens; ängstlich lauscht das Kind dem Wühlen in der Erde und hat eine Ahnung, daß hier ein fürchterliches Verbrechen begangen wird. In der Sprache der dramatischen Technik heißt dieses Mittel, Vorgänge, die sich hinter der Scene abspielen, durch un­beteiligte Personen berichten oder beobachten zu lassen, nach einem schon von Homer in der Ilias angewandten Vorbild eine Teichoskopie. Es wird wenige solcher Tetcho- skopieu in der Weltlitteratur geben, die den Zuschauer so bis ins Marl hinein erschüttern.

Doch nach dieser letzten Frevelthat ist Nikita auch am Ende seiner Kraft a.igelangt. Die Stimme des Gewissens erwacht in ihm, und er bricht unter ihrer Macht zusammen. Atulina soll schnell verheiratet werden, damit aller Arg­wohn beseitigt wird. Die Dorfleute strömen in großer Zahl ani Hochzeitstag zusammen. Nikita ist vernichtet: den Mut, sich zu töten, hat er nicht mehr. Aber sein Gewissen muß diese erdrückende Last abschütteln. Vor dem Hochzeitszug, unter den Augen seines Vaters, beichtet er, beichtet alles, was er verbrochen. Wie Raskolnikow in Dostojewskis Roman muß er sich die Worte aus der Kehle reißen. Die Macht des Gewissens siegt; der hartgesottenste Sünder unterliegt ihr noch. Da bricht Tolstois sittliche Größe mit elementarer Gewalt durch. Dieses reuige Ge

"»dien 1893

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sländnis eines Verbrechers ist die Krone seiner von Ärcuelm angefüllten Tragödie. Richard III., dieses Scheusal in» Menschengestalt, das von einem Zug dämonischer öW über die winzigen ErdenmensckM erhoben wird, wM sich wie ein Verzweifelter gegen das Albdrücken des w wissens; den Mut zur Beichte durfte ihm .Shakespeor nicht mitgeben, wenn er ihn nicht erniedrigen wollte, un Lady Macbeth verrät doch nur in somnambulem ihre Schuld. Tolstoi erblickt in dieser freiroiW' kehrung des Sünders gewiß den schönsten Sieg bens, in dem Gewissen den stärksten Verbündeten v Kirche. Freiwillig klagt sich in derAuferstehung Fürst Nechljudow an; freiwillig klagt sich hier derM Nikita au. Alle sind Sklaven jener sittlichen Macm, der Mensch mit sich herumträgt. So gipfeltdie 'J der Finsternis" in einem Triumph des Rechts. 1 liegt die Größe dieses schaurig schönen Werkes.

Die kurze Inhaltsangabe, die hier mitgeteilt m, hoffentlich niemand davon abhalten, sich eingehende'. dem Drama zu befassen. Es ist wirklich ein te - den Inhalt vieler Meisterwerke der Litteratur man uc nur an den Oedipus, an die Orestie, an den die Braut von Messina so zu erzählen, daß sich oer schuldige Hörer davon angewidert fühlt. Die irn«/ I des Stoffes sind belanglos; die Art der Behänd . 1

ausschlaggebend. Denn in allen Künsten hat Zeiten das Wie entschieden, aber nicht das Mas. darum wird Tolstoi auch nicht nach dem vbeifla. aller Gesichtspunkte gerichtet werden dürfen.

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breitenden, an einzelnen Stellen bis 6000 Meter >. reichenden Tiefe des südlich von Afrika und dem iudisc Ozean liegenden Meeres sowie die Entdeckung einer , 50 bis 80 Meter Tiefe unter dem kalten Oberflächenwaß liegenden wärmeren Wafferschicht von 3 bis 4 Grad Celsu zu bezeichnen. Auch ist es von Bedeutung für die Metern logie und für die Frage her Möglichkeit weiteren vc- dringens nach Süden, daß in der Gegend der wieder otz gefundenen Bouvet.Jnsel kälteres, weiter im Osten ö: gegen wärmeres Wasser, also geringere Eisbedeckung, gh funden wurde. Die sehr interessanten Schlußbemerkun^ über die Fischerei vom Bord derValdivia" aus war« wegen der vorgeschrittenen Zeit leider nur zu kurz. Tu Schluß des Vortrags bildete die Vorführung einer grofi Anzahl von Lichtbildern, die mit reichem Verstände für die Bedürfnisse der wissenschaftlichen Geographie am gewählt, teilweise ungemein bezeichnende Landschaften ay den Tropen Afrikas und Asiens, aus den Subtropen Afrika und besonders von den subantarktiichen Inseln Bouvet, guelen, St. Paul und Amsterdam sowie den subantarktislfii mit Treibeis und Eisbergen gehenden südlichen QJhtri' wüsten darstellten, namentlich auch eine gute Vorstrl!^ von der Pflanzendecke der berührten Länder gaben. La Vortrage folgte mit Recht reicher Beifall.

§ Pohl-Göns, 28. November. Ein imposanter Lchr. zug bewegte sich heute nachmittag durch unseren Ott, u die entseelte Hülle des nach kurzem Kranksein verschickua ältesten Gemeinderats- und Schulvorstandsmitglieds Johar« Langsdorf XI. zur Ruhe zu geleiten. Von derAchtun die der im 72. Lebensjahre Verstorbene allenthalben guv; zeugten die zahlreichen Rlumen- und Kranzspenden am ßnü*.

o. Oden Haus en, 25. November. In bieic-- Frühjahre wurde ein hiesiges 14jähriges Schulmädäu' nicht aus der Schule entlassen, da es das Ziel der Volk- schule nicht erreicht hatte. Nunmehr hat auf Eingalr der Elteru und im Einverständnis des Schulvorstandes di- Kreisschulkommission in den letzten Tagen die Entlasin^ gestattet.

-a- Londorf, 28. November. Mit Freuden hat mai im nördlichen Kreise Gießen in den letzten Tagen b? Dampfwalze auf den ausgebesserten Straßen arbeit sehen. Leider aber muß man bemerken, daß nicht üiP Landwirte sonderlich viel Verständnis dieser Wohlthat ein- gegenbringen. Denn was die Dampfwalze gut ntacht M stört der Landmann, wie zu sehen ist, mit der Pflug- schleife.

o" R v d h e i m a. d. Bieber, 28. NovenM Äst reub die Staatsstraße G i e ß e n - R o d h e.lm, \o\w\ sie hessischem Gebiete angehört, schon längere mit beiden Seiten wohlgepflegte Obstbaumpflanzungen H fehlten auffallenderweise auf preußischem Gebiet nocy m vielen Stellen die Obstbäume. Nunmehr fchemt man ah« auch hier das Versäumte nachzuholen, indem die freien Strecken bepflanzt und alte krüppelhafte Bäume entsem: und durch junge Stämmchen ersetzt^ werden. Am Äu?- gang unseres Dorfes, von der Haltestelle der BieberlM bahn ab, wird die Straße nunmehr.auf beiden Zeiten mit Lindenbäumen bepflanzt. Nur schade, daß durch b.e Anlage der Bieberthalbahn die üppigen jungen Obstbäuine so stark beschnitten werden mußten; sie haben dadurch niett selten eine unschöne Form erhalten.

z. Stangenrod, 28. November. In der vorige' Woche verkaufte die hiesige Gemeinde einen größere- Posten C h r i st b ü u m e für ca. 800 Mk. In biejea Winter findet in hiesigem Gemeindewalde eine außer ordentliche Holzfällung statt, um Geld flüssig zu luadw für den Schulhausneubau. Der Gemeiudewald weilt ei sonders schone Fichtenbestände auf; so wurde in v=r flossener Woche ein Stamm von über 4 Cbm. y-- mefjen. , .

i. Grünberg, 28. November. In Geilcchmei» hat die Schulchronik einen kaum glaublichen Fall zu^ver zeichnen gehabt. Am Montagmorgeii kommt eine öran und entschuldigt ihren Jungen von 1 2 I a h r e n wegen Katzenjammers. Der Knabe, auch sonst cm nette« Früchtchen, hatte im Verein mit noch drei Schülern der Volksschule und zwei Fortbildungsschülern am Sonniag eine große Flasche Branntwein geleert^ unS sich dabei so betrunken, daß er am Montag die Schule nicht besuchen konnte. Ter Lehrer soll int Zweifel sein, ob die beschriebene Versäumnis zu den gerechtfertigten oder, zu den ungerechtfertigten Versäumnissen zu zählen ist