BerM, Seit Böttcher vertreten hat. Maatsastwakk FiWrff erachtete die Thatbcstandsmerkmale des § 130 St.-G.-D. für erfüllt. Dieser Paragraph verlange nicht, daß die Hörer des Grafen Pückler nach dessen Worten hinauslaufen und auf die Juden losdreschen; es genüge, wenn Lei den Zuhörern die Geneigtheit hervorgerufen werde, bei passender Gelegenheit, bei Unruhen rc. nach dem Rezept des Grafen Pückler zu verfahren. Wie jetzt die ^inge bei uns liegen, liege sogar eine nahe Gefahr dazu vor. Die Angeklagten mögen durch gewisse Auswüchse namentlich der jüdischen Presse zu kräftigen Ergüsseü gereizt gewesen sein, solche aufreizenden Reden seien aber unzulässig. Wohin sollte man kommen, wenn solche aufrührerischen Reden vpn den Vertretern der Arbeiter gegen die Arbeitgeber, von den Juden gegen die Christen, von Katholiken gegen Evangelische gehalten würden? Er beantrage gegen den Grasen Pückler 200 Mk., gegen Böckler 50 Mk., gegen Dr. Bötticher 200 Mk. Geldstrafe. — Der Gerichtshof kam zur Freisprechung der drei Angeklagten. Die Aeußerung des Angeklagten Böckler sei nur eine Kritik vergangener Dinge gewesen und nicht unter den § 130 zu bringen. Die dem Grafen Pückler zur Last gelegten Aeußerungen seien nach Ansicht des Gerichts nur bildlich und nicht wörtlich zu nehmen, es seien Ueber- treibungen, die auf den ersten Blick sich als solche zu erkennen geben, nicht ernst genommen werden können und sollen und nicht geeignet seien, zu Gcwaltthätigkeiten an- zureizen.
Könitz, 27. Oktober. Das Schöffengericht hatte die Mmosenempfänger Andresschen Eheleute aus Rittel wegen groben Unfugs zu je drei Wochen Haft verurteilt, weil sie mit Hilfe ihres Erbschlüssels und Erbbuchs den Fleischer- meister Hoffmann als den Mörder des Gymnasiasten
Winker bezeichnet haktest. Auf Berufung der Verurteilten erkannte die Strafkammer auf Freisprechung, weil angenommen wurde, daß bei den Angeklagten der Volksaberglaube fest eingewurzelt und sie sich der Strafbarkeit ihrer Handlung nicht bewußt gewesen.
Neueste Meldungen.
Berlin, 29. Oktober. Auf dem Lauben-Territorium hinter der verlängerten Hennigsdorfer Straße wurde gestern morgen ein Mann tot auf gefunden. Er hatte mitten auf p^r Stirn oberhalb des Nasenbeines eine viereckige, ziemlich scharfkantige Verletzung. Die Untersuchung ergab, daß der Tod infolge dieser Verletzung eingetreten ist. Gestern wurde bereits ein Mann namens N i t s ch k e verhaftet, der fick' durch Aeußerungen über die Auffindung der Leiche verdächtig gemacht hatte. Nach einer andern Version soll kein Verbrechen vorliegen.
Berlin, 29. Oktober. Wie aus Greifswald de- peschert wird, ist die dort gestern abgehaltene General- Versammlung des Bauern-Vereins „Nordost." glänzend verlaufen. Gegen nur drei Stimmen wurde eine Resolution angenommen, die bewährte Handels- Politikfortzusetzen und eine andere Resolution einstimmig, daß für die Beseitigung der Leutenvt die Freizügigkeit nicht beschränkt und die Strafgesetze nicht verschärft werden dürfen.
New York, 29. Oktober. Das „New York Journal" meldet, die Regierung beschäftige sich mit cem Vorschläge Deutschlands, einen Hafen und eine Kohlenstation auf der Insel Margareta auf 30 Jahre abzutreten.
New-York, 29. Oktober. Der demokratische Kandidat
Bryan hielt gestern hier eine begeisternde Rede. Trotzdem sind die Aussichten für seine Wahl nicht sehr groß.
New York, 29. Oktober. Das „Newyorker Journal" veröffentlicht ein Interview seines Berliner Korrespondenten mit dem Finanzminister v. Miquel. Dieser erklärte^ daß das deutsch-englische Abkommen nur der Anfang eines Vertrages zwischen den beiden tSaaten im* anderen Staaten, darunter auch die Vereinigten Staaten von Amerika sei, obgleich desselbe als eine Garantie gegen, bedenkliche Zwischenfälle in China betrackstet werden könne.
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Desgleichen von Prämien an Dienstboten.
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Wahl von Ausschußmitgliedern.
Gießen, den 29. Oktober 1900.
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Desgleichen der vorgeprüften Rechnung pro 1899 und des Rechenschaftsberichtes.
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Giessener Konzert-Verein.
Erstes Konzert
Sonntag den 4 November 1900, abends 5 Uhr,
im grossen Saale des Gesellschaftsvereins:
Kammermusik-Abend
Ausführende:
Pablo de Sarasate und Berthe Marx-Goldschmidt.
«in tiWigtt -alch»kl Junge .
pedition dieses Blattes erbeten. • Gchirmfabr»M^____
8.
4.
5.
6.
7.
8.
Die verehrlichen Mitglieder des Spar- und Leihkasse-Vereins Gießen werden zur diesjährigen
Haupt-Versammlung
welche
Dienstag bm 27. UovkAber I. I., nchmttags 3 Mr, hn Saale der höheren Mädchenschule — Schillerstraße — dahier stattfinden soll, ergebenst eingeladen.
Tages-Ordnung:
1. Vorlage der von Großh. Ober-Rechnungrkammer geprüften und abgeschloffenen Rechnung für 1898.
Sonate für Piano und Violine (Kreutzer-Sonate) . .
Pianosolo; Air vari6, D-moll.........
Toccata............
Presto....... ......
Konzertstück: A-dur, op. 20, für Violine ....
Pianosolo: a) Barcarole..........
b) Sechste Rhapsodie.......
Introduktion und Tarantelle für Violine (neu) . . .
Klavierbegleitung: Otto Goldschmidt. 7095
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