Ausgabe 
30.10.1900 Zweites Blatt
 
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Nach einer Meldung aus Washington vom 27. wird die Antwort auf die Mitteilungen Deutschlands und Englands, die das e u g l i s cd - d e u t s ch e Abkommen enthielten, wahrscheinlich nächsten Montag abgehen. Man nimmt au, das Staatsdepartement halte es nicht für not- wendig, auf das Abkommen hinsichtlich des dritten Punktes unter Borwegnahme der Möglichkeit einzugehen, worauf es sich bezieht; es besteht kein Zweifel, daß die Vereinigten Staaten den beiden ersten Punkten des Abkommens voll zustimmen werden.

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Telegramme deS Oietzeuer Anzeigers.

Berlin, 29. Oktober. Ein Telegramm aus Shanghai vom 23. Oktober besagt: Die Kaiserin entsandte Ju- hensan als Wander-Kommissär nach dem Iangtsegebiet und den Süd-Provinzen, um Gelder und ExLrasteuern cinzuziehen.

London, 29. Oktober. DenCentral-News" wird vom Samstag aus Shanghai telegraphiert: Die kaiserlichen Truppen, die aus der Verfolgung der Rebellen in Süd-China begriffen sind, haben am 23. Oktober eine große Schlacht geliefert. Von den Rebellenbanden wurden 600 Mann getötet. Der kaiserliche Hof kam am Samstag in Singan-fu an.

London, 29. Oktober. Eine Meldung vom Samstag besagt: Das PassagierbootPerseverence", das zwischen Hongkong und Macao verkehrt, wurde in der Freitagnacht von Piraten angegriffen. Die Passa- giere sind unverletzt.

Washington, 29. Oktober. Der amerikanische Vertreter in China, Cong er, dementiert die Nachricht, die chinesische Regierung habe die Vizekönige von Nanking und Hankau wegen ihrer fremdenfeindlichen Haltung abgesetzt.

Südafrikanisches.

Eine Depesche Lord Roberts aus Pretoria vom 25. Oktober meldet: General Bar ton, der während einiger Tage von den Buren belästigt wurde, griff diese morgens bei Fred er iks st ad an und zersprengte sie völlig. Auf unserer Seite wurden 3 Offiziere und 14 Mann verwundet. Roberts meldet vom 26. Oktober: Die gestrigen Verluste Bartons sind bedutender, als gemeldet wurde. Abgesehen von den ange­gebenen Verlusten sind noch 1 Offizier tot, 3 Offiziere und 37 Mann verwundet. Von den Buren sind 24 tot, 19 ver­wundet und 26 gefangen. D r e i B u r e n , die die Hände aufhoben zum Zeichen ihrer Ergebung, dann aber ver­räterischer Weise schossen, wurden gefangen und vor ein Kriegsgericht ^gestellt, das sie zum Tode verurteilte. Ich bestätigte das Urteil. Methuen und Douglas zersprengten gestern eine Burenabteilung bei Zeerust. Von den Buren sind 6 tot oder verwundet und 28 gefangen. Auf unserer Seite wurden 8 Mann verwundet, einer wird vermißt. Eine Menge Vieh wurde erbeutet. K i t ch e n e r meldet aus Lydenburg, er habe eilten Nachtmarsch unter­nommen und ein Burenlager in der-Nähe von Krügers- poort genommen. Mehrere Buren wurden verwundet und 4 gefangen. Wir hatten keine Verluste. Bezüglich der Angriffe auf Philipolis fügt Roberts hinzu: Da die Buren durch Verrat sich Eingang in die Stadt ver­schafften, wies ich Kelly-Kenny an, alle daran Beteilig­ten des Landes zu verweisen. Ein Leutnant und 50 Mann Kavallerie fielen vor einigen Tagen zwischen Springfontein und Philipolis in einen Hinterhalt. Alle bis auf sieben wurden gefangen.

DerCentral News" wird aus Kapstadt gemeldet: Der Angriff der Buren auf Jaeobsdal (int Südwesteu des Oranje-Freistaates, 40 Kilometer südlich von Kimberley) geschah um Mitternacht durch ein Kom­mando von 250 Mann. Der Angriff war eine völlige Ueberraschung, da von der Anwesenheit des Feindes in der Nähe nichts bekannt war. Der größte Teil der eng­lischen Garnison schlief. Verschiedene Leute wurden in ihren Zelten getötet. Die Besatzung bestand nur aus einer 52 Mann starken Kompagnie der Kapstadt-Hochländer, die erst vor einer Woche vom Lager am Modderfluß nach Jaeobsdal geschickt worden waren; 13 Manu wurden ver­wundet und 14 getötet.

Nach einer Meldung desDaily Telegraph" aus Durban machten 100 Buren am Donnerstag morgen einen kühnen Versuch, die neue Brücke über den Waschbank- Fluß zu sprengen. Ein Eisenbahnzug mit Truppen hatte Dundee um Mitternacht verlassen itnd er erreichte den Waschbank rechtzeitig, um die Buren anzugreifen, die bereits auf beiden Seiten der Station die Bahn zerstört und das Stationsgebäude in Brand gesteckt hatten. Die Buren nahmen auch! einen Güterzug, dessen Lokomotive mit vier Wagen sie mit Volldampf auf die Brücke zu­schickten, um dieselbe zu zerstören. Wegen der Steigung der Bahn kam aber der Zug zum Stillstehen, ohne daß er Schaden anrichtete. Man glaubt, daß diese Buren Natalsche Rebellen waren.

Aus Durban wird vom 26. Oktober gemeldet: Im Norden Natals sind Buren aufgetaucht. Sie sprengten eine kleine Brücke auf der Bahnlinie in der Nähe von Waschbank und beschädigten einen Güterschuppen. Die Bahnlinie wurde schleunigst ausgebessert und der Verkehr wieder aufgeuommen.

Aus K a p st a d t wird vom 26. depeschiert: Die feier­liche Proklamierung Transvaals für einen Teil des britischen Reiches fand heute statt. 6200 Mann standen in Parade.

Nach einer Meldung aus B e rn haben sich eine Anzahl Schweizer, dievon den Engländern ohne Grund aus Transvaal ausgewiesen worden sind, beim Bundesrat über England beschwert.

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Telegramm deS Gieheuer Anzeigers.

London, 29. Oktober.Daily Mail" bespricht die Enttäuschung unter der Bevölkerung über das verspätete Eintreffen der Londoner Freiwilligen. Das Blatt stellt fest, daß die patriotische Begeisterung seit Sonntag .bedeutend abgenommen hat.

Deutsches Reich.

Berlin,28.Oktober. Das Kaiserpaar besuchte gestern vormittag den Gottesdienst. Zur Frühstückstafel war der Reichskanzler Graf Bülow nebst Gemahlin geladen.

Aus Cron berg wird gemeldet: Das Befinden der Kaiserin Friedrich ist in den letzten Tagen ein fortgesetzt gutes. Außer zeitweiligen Rückenschmerzen hat die hohe Patientin keine Klagen. Heute nachmittag über­brachte ein kaiserlicher Leibgendarm Genschenke des Kaisers für die Kaiserin.

Prinz Christian zu SchleSwig-Holstein- Sonderburg-Augustenburg hält sich seit mehreren Wochen in Berlin auf und hatte bei dem großbritannischen Botschafter Sir Frank Lascelles Wohnung genommen. Eine unerquickliche Familienangelegenhet hat den Prinzen hierher geführt, die die Scheidung seiner Tochter, Prinzessin Luise Auguste, von demPrinjzen Aribert von Anhalt betrifft, mit dem sie seit dem 6. Juli 1891 vermählt ist. Von den vier Kindern des Prinzen Christian, der eine jüngere Schwester der Kaiserin Friedrich, Prin­zessin Helene von Großbritannien, zur Gemahlin hat, ist Prinzessin Aribert das jüngste, geboren am 12. August 1872. Von den beiden^Brüdern gehört der ältere, Prinz Christian Victor, dem großbritannischen KingS Royal Rifle Korps als Offizier an; der jüngere, Prinz Albert, dient als Ober­leutnant im Hessischen Garde-Regiment Nr. 23 in Darmstadt. Ihre einzige Schwester ist die Prinzessin Victoria Luise. Prinzessin Aribert lebt schon seit längerer Zeit von ihrem Gemahl getrennt und hält sich gegenwärtig in Amerika auf; Prinz Aribert war bis zum 14. September d. Js. Rittmeister und ESkadronsches im 1. Garde-Dragoner- Regiments und wurde unter genanntem Datum ä la suite deS Regiment gestellt und auf unbestimmte Zeit beurlaubt. Am Donnerstag hat sich Prinz Christian von Schleswig- Holstein mit seinem Neffen, dem Herzoge Ernst Günther, nach Schloß Primkenau begeben.

Die Staatsminister und Staatssekretäre entsprachen gestern abend einer Einladung zur Tafel bei dem Fürsten Hohenlohe. Im Verlaufe der Tafel sprach Hohenlohe in bewegten Worten seinen Dank aus für die ihm während seiner Amtszeit in den letzten fünf Jahren zuteil ge­wordene treue Mitarbeiterschaft, seine Wünsche für die Zukunft des Vaterlandes und schloß mit einem Hoch auf den Kaiser. Der Reichskanzler Gras Bülow sprach im Namen der Anwesenden sein Bedauern aus über das Scheiden des Fürsten, drückte seine auf­richtige tiefempfundene Verehrung für ihn aus und pries in schwungvollen Worten seine patriotischen Verdienste während seiner langen Dienstzeit, indem er an die Epoche vor der Reichsgründung anknüpste, wo Hohenlohe die lebende Mainbrücke genannt wurde. Der Abend verlief in angeregtem Politischem Gespräche.

Der Reichskanzler Graf Bülow erhielt vom Sultan, wie aus Konstantinopel gemeldet wird, ein herz­liches Glückwunschtelegramm zu seiner Ernennung. Der Reichskanzler dankte ebenfalls auf telegraphischem Wege.

Bei der Enthüllung der beiden Standbilder in der Siegesallee ließ sich der Kaiser den neuen Bürger­meister Brinckmann vor stellen und reichte demselben sreundlich die Hand. Der Monarch sprach zu dem Bürger­meister über die großen kommunalen Aufgaben, die seiner warteten, und über die musterhafte Ordnung in der Reichs­hauptstadt.

Den Abendblättern zufolge balanziert der dem Bundesrat zugegangene Etat für Kiautschou mit 11050 000 Mk. Der Reichszuschuß beträgt 10050000 Mk. Die fortdauernden Ausgaben betragen 4383391 Mk., die einmaligen Ausgaben 6575000 Mk. Das Extraordinarium weist für Hasen- und Tiefbauten einschl. des Landerwerbes 3385000 Mk., für Hochbauten 1590000 Mk. und für die Beteiligung an der Beschaffung von Wohn- und Arbeiter­häusern 200000 Mk. auf.

In einer am Freitagabend in Breslau abgehaltenen sozialdemokratischenVersammlung teilte der sozial­demokratische Wahlmann Müller August BoremiSki mit, daß vor einigen Tagen einer der konservativen Führer, der Destillateur Hermann Seide an ihn herangetreten sei, und ihm 1000 Mk. angeboten habe, damit er seine Gesinnungs­genossen bewege, sich von der Wahl fernzuhalten und mit dem Geld am Wahltage einen Ausflug zu machen.

Wie aus Wiesbaden gemeldet wird, sind zu einer Besprechung der Schaumweinsteuer frage, die am 6. November im Reichsschatzamt stattfindet, unter anderen geladen: Direktor Hummel-Hochheim (Bürgest u.Co.), Komm.-Rat Weiß von Keßler u. Co. in Eßlingen, Herold von F. A. Siligmüller in Würzburg, Kupserberg, Komman- dit Gesellschaft in Mainz, C. H. Schultz, Rüdesheim, Geh. Kom.-Rat I. Wegeler von Deinhard u. Co. in Coblenz.

Aus Köln wird gemeldet: Reichsbankdirektor Paul Richter, der Bruder des Abgeordneten Eugen Richter, ist im Alter von 59 Jahren heute nacht gestorben.

Aus Hamm wird geschrieben. Mit Rücksicht aus die Schwierigkeiten, die sich der Errichtung eines Falk- Denkmals in Hamm entgegenstellen, ist in Wittenberg dieser Tage eine Reihe von angesehenen Bürgern und Stadt­verordneten zusammengetreten, um zunächst den Sachver­halt in Hamm zu ermitteln, und danach je nach dem Ausfall der Aufklärung, die Errichtung des Falk-Denkmals hier anzustreben, da Dr. Falk Ehrenbürger der Stadt Witten­berg gewesen ist, sich große Verdienste um die Schule er­worben hat, und dort allgemein hoch verehrt wird.

Weimar, 28. Oktober. Bei den Ur wählen für den Landtag siegten die Sozialisten wieder mit großer Mehr­heit in Apolda. Die Freisinnigen behaupteten Weimar, die Nationalliberalen Jena.

Eisenach, 28. Oktober. Die Landtags wähl en er­gaben im ganzen Lande bei reger Wahlbeteiligung ein

Ausland.

starkes Anwachsen der Opposition. Die Freisinnigen ge­wannen bisher Kaltennordheim, die Sozialdemokraten Ilmenau. Das Endresultat ist noch nicht ersichtlich.

Stuttgart, 27. Oktober. Die Kammer nahm fast ernstlmmig den Antrag an, den Reifezeugnissen der Real- anstalten dl- Berechtigung für die Zulassung zum höheren Verkehrs- und Forstdienst zu geben.

Loudon, 28. Oktober. DerStandard" schreibt: Welche Aenderungen immer im Kabinett eintreten mögen, Lord Salisbury bleibt Premierminister und Minister des Auswärtigen.

Brüffel, 28. Oktober. Nachdem der französische Mi­nisterrat vom 23. Oktober die Auslieferung Sipidos zugestanden hatte, war dessen Verhaftung vorauszusehen. Er ist gestern gefangen eingebracht worden.

Der in Begleitung von Gendarmen zur Festnahme Sipidos nach Frankreich entsandte Polizeioffizier verhaftete den Flüchtling, der sich in Billancourt bei Paris aufhielt. Sipido setzte seiner Verhaftung keinen Widerstand entgegen. Sipido befindet sich im Gefängnis des Minimes, von wo er in die Besserungsanstalt von Saint Hubert überführt werden soll. Seinen Verteidigern wurde der Zutritt ver­weigert. Der Vater liegt schwer krank darnieder. Die Mutter erklärt, wegen Geldmangel sei ihr Sohn nicht aus Paris entflohen. Die klerikale Preffe bemüht sich neuer­dings, Sipido als Anarchisten zu stempeln. Die Meldung derAgence Havas", der Polizeipräsident habe von der bevorstehenden Verhaftung nichts gewußt, wird hier für unrichtig erklärt.

Paris, 28. Oktober. Die hier zwischen Frankreich,. Deutschland und Oesterreich Ungarn stattfindenden Verhand­lungen über die Zuckerfrage sind fast beendet. Man hält fast für sicher, daß die drei Mächte über die Abschaffung der seit einiger Zeit eingeführten Ausfuhrprämien sich einigen werden.

Madrid, 28. Oktober. Der Kapitän zur See Marquis Arellana wurde zum Marineminister ernannt.

Wien, 28. Oktober. Gestern fand in der Hofburg die feierliche Renunciatiou der Erzherzogin Maria Reineria anläßlich ihrer bevorstehenden Vermählung mit dem Herzog Robert von Württemberg statt. Anwesend waren der Kaiser, die Erzherzöge, Minister und obersten Hof­chargen. Maria Reineria und Herzog Robert unter­schrieben die Verzichtsurkunde mit der angefügten Eidesformel.

Aus Pest wird das Gerücht verbreitet, Erz­herzog Franz Ferdinand beabsichtige zu gunsten seines Bruders, des Erzherzogs Otto, resp. dessen Sohnes, des 12jährigen Erzherzogs Karl, dem Rechte der Thron­folge zu entsagen.

Petersburg, 28. Oktober. Der Schah von Persien hat auf der Rückkehr aus Europa persisches Gebiet wieder betreten und begiebt sich zunächst nach Täbris.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 29. Oktober 1900,

** P ers o n alnachr ich t en. Der Amtsrichter bei. dem Amtsgericht Seligenstadt Adolf Warthorst wurde zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt II er­nannt, der Gerichtsschreiber bei demAmtsgerich,t Gi en Georg N e i d h a r t wurde auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts seines Nachfolgers und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand versetzt, der Gerichtsschreiber bei dem Amts­gericht Lauterbach Peter Malz an wurde auf sein Nach­suchen in den Ruhestand versetzt, der Finanzaspirant Karl Marquardt aus Gronau wurde zum Steuereinnehmer des Steueramts Gernsheim, der zweite Staatsanwalts­gehilfe bei der Staatsanwaltschaft am Landgericht der Provinz Starkenburg Heinrich Thomas zum Hilfs- aerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Langen, der Gerichts- schreiber-Aspirant Karl Dietz in Offenbach zum Hilfs­gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Lorsch, der Gerichts- schreiber-Aspirant Georg Denn in Mainz zum zweiten Staatsanwaltsgehilfen bei der Staatsanwaltschaft am Landgericht der Provinz Rheinhessen, der Gerichtsschreiber- Aspirant Heinrich R a u t h in Darmstadt zum Hilfsgerichts­schreiber bei dem Amtsgericht Vilbel, der Amtsgerichts- biener am Amtsgericht Alzey Philipp Habicht zum Kanzleidiener am Landgericht der Provinz Rheinhessen

ernannt.

-mm- Stadttheater. Am Sonntag gingen SchillersRäuber" vor überfüllter Gallerte, aber leerem Sperrsitz in Szene, ein Beweis wieder für die bekannte Thatsache, daß dieRäuber" bei der großen Masse des Volkes, vor deren Beurteilung des Stückes und seiner Personen Schiller selbst große Bedenken hatte, /hre Po­pularität keineswegs eingebüßt haben, wahrend die höheren Stände ihnen nur mehr geringe Sympathien entgegen­bringen. Die beiden Hauptrollen, die des Karl und des Franz Moor, lagen bei Herrn Ramsey er und Herrn Liebscher in "den besten Händen. Der erstere 6rmgt für die Darstellung des Karl sehr wesentliche Eigen­schaften mit, an der vollen Ausnutzung seiner Stimm­mittel hinderte ihn gestern leider eme starke Heiserkeit. Die Rolle der Amalia war unter den notwendigen starken 'IiÄS'äÄS

Talents abgelegt hat, bot auch in der Rolle der Amalia rechl^ anerkennenswertes. Einzelnes gelang ihr sehr gut, und wenn erst ihr Mienenspiel ausgebildeter und ihre Beweglichkeit auf der Bühne vorgeschrittener sein wird, so dürfen wir von ihr gewiß noch manche gute unb reifere Leistung erwarten. Herr Heuser fanb sich mit der für einen so jugendlichen Schauspieler nichtleichten Rolle des alten Moor gut ab, und Herr Lach mann brachte den Sviegelberq 'im ersten Akte ausgezeichnet zur Darstellung, sebr aut war auch der dem Galgen glücklich, entronnene Voller (Herr Marli tz). Alles in allem konnte die Vor-