Ausgabe 
30.10.1900 Drittes Blatt
 
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Universität und Hochschule.

Wie man aus der Schweiz berichtet, hat Prinz Max von Sachsen nunmehr seine Thätigkeit an der Dommikaneilehranstalt zu Freiburg in der Schweiz als Extraordinarius ausgenommen. Ernest ein zweistündiges Kolleg überDie Liturgie der Messe und des Bremers und ein einstündigee überQuellen des kanonischen Rechtes - Beide Kollegien werden in lateinischer Sprache abgehalten. In Köln oe- ging Geh.-Rat Oskar Jäger, der als Professor honoranus der Uni­versität Bonn angehört und über 30 Jahre Direktor des Kölner Gymnasiums war, seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar, em geborener Stuttgarter, ist weiteren Kreisen als Mitherausgeber von Schlossers Weltgeschichte- und als Verfasier derGeschichte der neuen Zeit vom Wiener Kongreß bis zur Gegenwart" bekannt geworden. Wie die Nationalzta " mitteilt, ist an Prof. Franz Reuleaux, auswärtiges Mitglied der königl schwedischen Akademie der Wissenschaften seitens dieser Gesellschaft die Aufforderung ergangen, für die Nobel-Stiftung Vorschläge von Stipendiaten aus dem Gebiet der Physik und der Chemie zu machen. Der Archivdirektor Dr.Joachim in Königsberg ist zum Direktor des Staatsarchivs in Koblenz ernannt worden. Aus Straßburg wird geschrieben: Der bisherige Privatdozeut für Anatomie an der Universität Straßburg, Dr. G. Thtlenius, hat einen Ruf als a.-o. Professor an die Universität Breslau erhalten und angenommen. An Stelle des Professors Alfred H. Vaucher, dessen Rücktritt wir vor einigen Tagen gemeldet, wurde Prof. Alcide Jentzer zum o. Pro­fessor für Geburtshilfe und Gynäkologie an der Universität Genf er. nannt. Der bisherige Vorstand des physikalischen Universitätsinstituts in Tübingen, Professor der Physik Dr. Anton Ob erbeck, der erst vor ein paar Wochen krankheitshalber in den Ruhestand treten mußte, ,st in Berlin gestorben. Oberdeck, 1846 in Berlin geboren, war ursprünglich Gymnasiallehrer, widmete sich aber dann der akademischen Laufbahn und war von 1878 an zunächst als Privatdozent und a.-o. Professor in Berlin, von 1885 als Ordinarius in Halle, Greifswald und zuletzt in Tübingen thätig.

Kunst und Wissenschaft.

Darmstadt, 26. Oktober. (Von der Darm­städter Künstlerkolonie.) Den Besuchern der nächstjährigen Ausstellung der Darmstädter K ü n st l e r k o l o n i e, die einDokument deutscher Kunst"' werden soll, wird sich unsere hessische Residenz durch ein in seiner Art wohl einzigartiges Unternehmen von einer ganz neuen Seite zeigen. Auf der Mathildenhöhe geht die umfangreiche Bau-Anlage derDarmstädter Künst­ler-Kolonie" ihrer Vollendung entgegen. Ein ganzer Kom­plex von Ausstellungsbauten, Wohn- und Ateliergebäuden steht bereits fix und fertig unter Dach, und was von den übrigen Bauten noch im Werden begriffen ist, läßt eben­falls schon den ganzen Stilcharakter der Bauanlage zur Wirkung kommen. Der Wiener Architikt -Olbrich ist der Schöpfer der Bau-Anlage auf der Mathildenhöhe. Man muß gestehen, daß in dem hier zur Erscheinung gebrachten Baustil eine gewisse Zurückhaltung gegenüber sezessionisti- schen Ucberschwängliichkeiten wohlthuend berührt. Außer dem großangelegten Künstlerhaus findet sich eine ganze Reihe Wohnhäuser für dieKolonisten", ferner eine Ausstellungshalle für Skulpturen und eine .Halle für Flächenkunst", d. h. für Gemälde, Radierungen und Schwarzweißarbeiten aller Art. Als Kuriosum sei ferner erwähnt, daß auch ein kleines, im modernsten Stil gehal­tenes Spezialitätentheater im Entstehen begriffen ist, ferner ein eleganter Erfrischungspavillon. Den wunderhübschen Platanenhain, wohl einen der herrlichsten Plätze Darmstadts, werden ein Restaurant und ein ele­gantes Cafe zu beiden Seiten begrenzen. Die prächtige architektonische Silhouettenwirkung dieser Anlage wird noch

erhöht durch die pittoreske Form der russischen Kapelle- vor der ein rauschender Brunnen im Bassin plätschert. Das monumentale Eingangsthor kommt' an die Stiftsstraße zu liegen. Mit der Kapelle steht ein Cour d'honneur in Verbindung.

Gerichtssaal.

LandSbrrg a. W., 26. Oktober. Eine Muttermörderin W ^estgen Schwurgericht abgeurteilt worden. Die 51jährige geschiedene Eigentümerfrau Luise Sauermann aus Steinhöfel bei Gurkow hatte von ihrer Mutter ein Grundstück erworben, wobei dieser ein Altenteil eingetragen wurde. Am 17. Juli d. I. fand men in der Dunggrube deS Gehöftes die zerstückelte Leiche der alten Frau, die dort schon längere Zeit gelegen haits. Frstgestellt wurde, daß die Mutter von der Tochter oft schwer mißhandelt worden ist und zu ihren Nachbarn wiederholt geäußert hat: wenn sie einmal verschwunden sei, so habe ihre Tochter sie umgebracht. Die Tochter hat denn auch die Mordthat eingestanden und darüber ausgesagt, sie habe der Mutter, als sie schlief, das Deckbett über den Kovf ge­worfen, sich darauf gelegt und solange festgedrückt, bis die Mutter sich nicht mehr rührte; dann habe sie die Leiche entkleidet und aus den Hof geschleift, im Dunghaufen eine tiefe Grube gegraben und die Leiche hineinzuwerfen versucht. Da die Grube als zu klein sich erwieS, habe sie sich ein Beil geholt und zunächst ihrer Mutter den Kopf abgeschlagen. Arme und Beine geknickt, sowie den Brustkasten eiv.geschlagm Die Mörderin wurde zum Tode verurteilt.

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