Dienstag den 30. Oktober
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treibenden der Regelung des Lehrlingswesens großes Interesse entgegengebracht wird. In der nächsten Plenarsitzung der Kammer wird daher gut durchgearbeitetes und reiflich beratenes Material über diese wichtige Frage vorgelegt werden können. Mit einem weiteren wichtigen Punkt, der Frage der Förderung des genossenschaftlichen Zusammenschlusses der Handwerker im Großherzogtum Hessen durch StaatShilfe, ist soeben die Handwerkskammer beschäftigt. Ueber das Resultat, der stattgehabten Ermittelungen werden wir demnächst berichten.
26- Oktober. Die Neuregelung der ■ vic zu suyrcu; weniger vekannt bürste aber
Verhältnisse am hiesigen Kochbrunnen ist von I sein, daß der Marschall sich auch als schaffender Künstler
I Herren erschreckt sich umdrehten, gewahrten sie zu ihrem I Entsetzen, daß der vorher ruhig aus dem Bock sitzende Kutscher Friedrich tot über den Bock hinweg in etwas gebückter Stellung mit dem Gesicht nach dem Wageninnern zu lag. Die Peitsche des Kutschers steckte im Futteral am Wagen, die Zügel hingen an dem am Bock angebrachten Drehgriff der Wagenbremse. Die beiden Schüsse des Jagdgewehres waren dem unglücklichen Manne merkwürdigerweise ganz dicht nebeneinander unterhalb des Kinns in den Kopf eingedrungen und hatten den sofortigen Tod herbeigeführt. Wahrscheinlich hat der Kutscher, ein sehr dienft- eisriger Mann, sich vom Bock aus nach hinten umgedreht und hat das Jagdgewehr an den Lauf gefaßt, um eS zwischen den Sitzen weg nach vorn auf den Bock des JagdwagenS zu heben. Hierbei ist er wahrscheinlich mit dem Gewehr hängen geblieben oder hat dasselbe in irgend einer Weise berührt, sodaß sich das Gewehr entladen mußte. Die Herren der Jagdgesellschaft veranlaßten nun sofort, daß der Bürgermeister von Dörnberg herbeigeholt wurde, und sodann wurde auch bestimmt, daß der Jagdwagen mit der über den Bock hinweg liegenden Leiche des verunglückten Kutschers genau an derselben Stelle und derselben Lage blieb, wie eS zurzeit des Unglücks der Fall gewesen war. Die Pferde wurden ausgespannt und nach Dörnberg gebracht, während bei dem Wagen mit der Leiche drei Männer Wache hielten, damit an Ort und Stelle alles genau so unverändert blieb bis zur Ankunft der Gerichtskommission heute morgen. Die letztere war heute zur Abhaltung des gerichtlichen Augenscheinstermins am Orte des Unglücksfalles anwesend. Der Verunglückte war der Kutscher Friedrich Köhler, gebürtig aus Ringleben bei Erfurt, ein sehr gut beleumundeter, in besten Verhältnissen lebender Mann. Der traurige Fall erregt aufrichtige Teilnahme.
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• Moltke als Künstler. Moltke wußte bekanntlich ausgezeichnet die Feder zu führen; weniger bekannt dürfte aber
Meine Mitteilungen aus Heffen uud den Nachbarstaaten. Die Einweihung des neuerbauten Pfarrhauses zu Altenschlirf findet nächsten Dienstag den 30. Oktober statt.— Die ordentliche Herbst-Versammlung des Aerztlichen Landesvereins des Großherzogtums Hessen findet statt am Dienstag, 6. November, nachmittags 3 Uhr, in der Rosenau zu Frankfurt a. M.
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M. 254 Drittes Blatt
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Flaggen entfielen Vorjahre.
Auf sonstige 0,24 Prozent im
bethätigt und daß er ebensogut Pinsel und Palette wie die Feder zu handhaben verstanden hat. So finden sich noch heutigen Tages in dem an Schloß Kreisau anstoßenden Berghaus, dem jetzigen Wohnsitz der Schwester Moltkes, eine Reihe von Bildern, die der Feldmarschall während seiner Mußestunden gemalt hat. Sie stellen durchweg zarte Landschaften dar, und die Motive sind meist der Umgebung von Kreisau entnommen. Wenn die Bilder auch technisch nicht einwandsfrei sind, so zeugen sie doch von durchdringender Schärfe der Beobachtung und sind frisch im Ton gehalten. Wie scharf Moltke künstlerische, namentlich historische Porträts beobachtete, geht aus einem Abschnitt seiner „Briefe aus Rußland" hervor: „Historische Porträts erwecken stets Jntereffe, selbst wenn sie an sich keine Kunstwerke sind; man glaubt in den Zügen großer Persönlichkeiten ihr Schicksal und ihre Talente zu lesen. Wer empfände nicht Teilnahme, wenn er der Geschichte Karls I. gefolgt und nun den edlen, schwermütigen Ausdruck betrachtet, den van Dycks Meisterhand seinem Bilde in Windsor aufzuprägen verstand? So hat er aus die Hinrichtung Staffords geblickt, und dies war die hohe Stirn, welche seine Ankläger erschreckte, als er forderte, von seinen Peers gerichtet zu werden! Wenn man das Srandbild Kaiser Maximilians in Innsbruck, das ausdrucksvolle Antlitz Karls V., den bleichen blonden Jüngling Philipp II. gesehen hat, so begreift man, daß die hervortretende Unterlippe sich auf die späteren Habsburger vererbte; aber seltsam ist eS doch, daß diese Eigentümlichkeit auch auf die Lothringer übergegangen ist, obwohl die schöne, edle Maria Theresia sie nicht teilte."
* König Ludwig II. von Bayern und Moltke. In Kreisau, dem ehemaligen Ruhesitz und nunmehriger letzter Ruhestätte deS großen deutschen Schlachtendenkers, findet sich unter anderen Reliquen an das ruhmreiche Leben deS verewigten Feldmarschalls auch ein Album mit verschiedenen Einträgen deutscher Fürsten und anderer hochstehender Zeitgenoffen. Der Bayernkönig Ludwig schrieb, den „M. N. N." zufolge, nachstehende Worte hinein:
In der Zeit, wo dm Andern die Lorbeern verdorren, Bluhm am blühendsten nun jugendlich herrlich sie Dir l Greis an Jahren, doch jung an Kraft deS Körpers und Geistes, Einzig wahrlich! bist Du Deutschlands größter Held.
1°71. König Ludwig II. von Bayern.
* Ein Italiener über das deutsche Turnen. Bemerkenswerte Beobachtungen über deutsches Turnen seinem Bericht an den italienischen Unterrichts- Mmister Baccelli der zweite Vorsitzende des italienischen Turnbundes, Herr Romano Guerra, niedergelegt, der die italienischen Turner auf dem Turnfest in Hamburg vertrat und auf der Rückreise in Berlin der „Berliner Turnerschaft" einen Besuch abstattete. Er hatte dabei Gelegenheit, den Hebungen einer Schülerabteilung bei- zuwohnen, und hat davon einen anschaulichen Bericht entworfen, der manchen beherzigenswerten Wink enthält. Bei der Schilderung der Turnhalle, die ihm an sich wegen der Hohe und Breite gefällt, tadelt er, daß trotz des warmen Wetters alle Fenster geschlossen waren. Was das Gesamt- verhalten der jugendlichen Turner anlangt, so hat es einen ganz besonderen Eindruck auf den Italiener gemacht, wie sie unvermittelt von der vollen Ungebundenheit zur größten Ordnung übergingen, ohne besondere Erinnerungen, Tadel oder Strafen; auch bemerkte er freudig, daß die Lehrer keine zu strenge Zucht übten und die Schüler mit liebevoller Artigkeit behandelten. Die Ungebundenheit, die Herr Guerra namentlich beim Küren beobachten konnte, hat ihm gezeigt, wie hinfällig die Behauptungen derjenigen smd welche die deutsche Jugend für still und träge in den Bewegungen halten. Weniger erbaut ist er dagegen von dem Lärm, der mit dieser Ungebundenheit verknüpft war, ,und der ihm auch sonst, namentlich beim Marschieren unangenehm auffiel. „Der Takt beim Marschieren", fo berget er, „war langsam und der Sck)ritt ziemlich lär- mend. Dieser Schritt besteht in einem Beugen des Knies, einem kräftigen Vorstrecken und einem Niederstellen des ^uws auf die Erde, gestreckt und mit einem Aufschlagen Deutschen sagen viel gutes von diesem ..iarschschritt, ich bm jedoch für ihn gar nicht eingenommen, aufwirbelt, an einen zu langsamen Maisch takt gewohnt und für die Ohren durch den ungeheuren Lärm störend ist". Gefallen hat Herrn Guerra die Handhabung des Geräteturnens unter Knaben als Bor- tnrnern, wobei der Lehrer nur die Oberaufsicht führt. „Ich Überzeugte mich", schreibt er, „von der Notwendigkeit, daß, rdie ganze Schülerzahl überwachen muß, um schlechte Gewohnheiten zu vermeiden und Unglücksfälle zu verhüten". Herr Guerra schließt seine Ausführungen wie folgt: „Wie viel könnten unsere Lehrer an den Schulen lernen, wenn sie eine Reise durch dieses Deutschland machten, das sie so oft anführen, um eine Erziehungsmethode Zu verteidigen, die jetzt durch die Erfahrung beseitigt ist."
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 29. Oktober 1900.
c- 7* Affffche Handwerkskammer. Nachdem von feiten der Handwerkskammer die in einer Vorbesprechung von Hand- w-rkSmeist°rn der v°r,chl-d°nst°n B°russ"rt-n geäußerten Ansichten über die zu erlassenden Bestimmungen bezüglich der näheren Regelung des Lehrlingswesens zu- sammengestellt worden sind, gingen dieselben den einzelnen Äammermitgliedern zur Aeußerung und Begutachtung zu Wir können dabei die erfreuliche Thatsache verzeichnen, daß die hierauf von den Kammermitgliedern einberufenen' Versammlungen fast durchweg gut besucht waren und deren Ergebnisse zum größten Teile der Handwerkskammer nunmehr vorliegen. Ein Beweis, daß von feiten der Gewerbe-
I der Stadtverordnetenversammlung definitiv beschlossen worden. Darnach wird der Ausschank am Kochbrunnen vom 1. Januar 1901 an nicht mehr verpachtet, sondern in die direkte I Verwaltung der Stadt übernommen. Man beschloß die An- stellung eines Brunneninspektors mit einem Anfangs- gefyaH von 2000 Mk. jährlich, ferner die Erhebung einer l Trinktaxe, und zwar von 5 Mk. für den Jahresgebrauch, und 3 Mk. für den Saisongebrauch für die Person. Vorübergehend hier Anwesenden und in Wiesbaden Ansässigen ist der Besuch der Kochbrunnenanlagen außerhalb der Konzertstunden, sowie der Gebrauch des Brunnen-Ausschanks sreigegeben.
Kassel, 25. Oktober. Ein Unglückssall mit töt» lichem Ausgange hat sich aus der Jagd in der Nähe des Dorfes Dörnberg gestern abend ereignet. Die Jagdgesellschaft bestand aus 2 Herren, man fuhr im Jagdwagen um 2 Uhr am Mittwoch nachmittag hier ab und traf ungefähr um V24 Uhr nachmittags bei Dörnberg ein, wo man zunächst daS dort rechts von der Straße von Kassel gelegene Feldhölzchen treiben ließ. Nachdem dieses geschehen, kehrten die Jäger an den Jagdwagen zurück, um sich — es war inzwischen etwa 4 Uhr geworden — weiter in daS Jagdgebiet zu begeben. Bei dieser Gelegenheit hat nun einer der Herren, in dem Begriffe, in den Wagen zu steigen, fein gesichertes Jagdgewehr in den Wagen gestellt, und zwar dergestalt zwischen die beiden Längsfitze des JagdwagenS, baß der Schaft des Jagdgewehres etwas unter den linken Sitz zu stehen kam, während der Lauf des Gewehres an den rechten Wagensitz anlehnte und die Lauföffnung wohl etwas über den Wagensitz seitwärts hinausragen mochte. Inzwischen war nun der andere Jäger auch an den Wagen herangetreten und veranlaßte den ersteren Herrn wieder, ein Stück vom Wagen hinwegzutreten, um demselben etwas im Jagdterrain zu zeigen. Kaurn hatten die beiden Herren dem Wagen den Rücken gewandt und sich etwa 5 bis 6 Schritte vom Wagen entfernt, da krachten plötzlich zwei Schüsse hinter einander, und als nun die
die britische Flagge „ dänische „
Politische Tagesschau.
Graf Posadowskv glaubt, wie in engeren politischen Kreisen bekannt ist, daß die Angelegenheit der 12000 Mark keinen zwingenden Anlaß für ihn biete, seinen Abschied zu verlangen. Er will sich im Reichstage rechtfertigen und von dem Ausfall dieses Versuches wird es abhängen, ob die Stellung des Grafen Posadowskh auf die Tauer wirklich haltbar ist oder nicht. Es scheint, püß die maßgebenden Stellen mit diesem Verfahren des Grafen Posadowskh einverstanden sind. Bei dem neuen Kanzler spricht dabei vielleicht die Erwägung mit, daß er gern den Verdacht vermeiden möchte, als benutze er diesen Zwischenfall, um sich eines ihm unbequemen Staatssekretärs zu entledigen. Wir glauben außerdem, daß etwas wahres daran ist, wenn das „B. T." schreibt:
„Ter von anderer Seite gekommene Hinweis, daß 1 es doch bald zu Friktionen zwischen dem Reichskanzler und seinem Stellvertreter kommen werde, erscheint manchem um so sicherer ausgeschlossen, als Graf Posa- dowsky, wie wir von einer mit seinen Intentionen wohl- vertrauten Stelle vernehmen, keineswegs die Aspiration hegt, auch fernerhin einen so großen Einfluß auszu- uben wie unter dem Fürsten Hohenlohe. Ter Staatssekretär des Innern ist vielmehr ganz von der Richtigkeit der Erklärungen durchdrungen, die Graf Bülow in der Dienstagssitzung des Staatsministeriums abgab und hält es für selbstverständlich, daß Graf Bülow nicht blos als leitender Staatsmann gilt, sondern dies auch wirklich ist." ,
Das Schicksal des Grasen Posadowskh wird sich also im, Reichstage entscheiden und nach dem Aufmarsch der Parteiorgane in der Presse zu urteilen, wird dort eine starke Phalanx ihm schützend zur Seite stehen.
Der Kaiser-Wilhelm-Kanal ist im Berichtsjahre 1899/1900 von 26 279 abgabepflichtigen Schiffen mit einem Gesamtraumgehalt von 3 488 767 Registertons netto benutzt worden; das sind gegen das Vorjahr mehr 463 Schiffe mit 370927 Registertons. Von den Schiffen waren I 11 277 Dampfschiffe mit 2748918 To., 13 248 Segelschiffe mit 492 121 To., 1754 Leichter und Schuten mit 247 728 To. I Der Durchgangsverkehr, bei welchem der Kanal auf der I ganzen Strecke durchfahren wird, umfaßte 15 793 Schiffe I mit 3137 505 To., der Küstenfrachtverkehr 16 429 Schiffe I mit 831103 . To. Am Gesamtverkehr war die deutsche I Flagge mit 85,08 Prozent der Schiffe und 65,11 Prozent I des Raumgehalts, im Durchgangsverkehre mit 77,33 Proz. I der Schiffe und 62,65 Prozent des Raumgehalts, im deut- I scheu Küstenverkehre mit 96,66 Prozent der Schiffe und I 92,84 Prozent des Raumgehalts beteiligt. Es folgten dann I im Gesamtverkehre noch Registertons.
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......-------150. Jahrgang 1900
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