Hieraus für die Zukunft der jugendlichen Sträflinge ^erwachsende Gefahr ist aber so groß, daß ftnan die Unterbringung von Schulkindern im Gefängnis für überaus bedenklich erklären muß.
Hierbei darf nicht außer Acht gelassen werden, daß die Folgen einer Bestrafung für das spätere Fortkommen des Müdes meist weit größer sind, als die Tyat verdient und daß das Kind sich über diese schweren Folgen bei der Begehung der That gewiß nicht recht klar gewesen ist. Mit Rücksicht auf alle diese Folgen der Strafverbüßung ist urgn in dem größten Teil der deutschen Staaten schon seit mehreren Jahren dazu übergegangen, die Ginrichtung der bedingten Begnadigung auf solche jugcud- liche Uebelthäter in besonders ausgedehntem Maße zur Anwendung zu bringen. Aber einmal bildet dies überhaupt nur einen Ausweg und dann schafft dieses Verfahren die Thatsache der Bestrafung selbst doch nicht aus der Welt. Wegen eines DunnnenjungenstreicheS gilt der Betreffende doch als vorbestraft, und sein Leumund ist für das ganze Leben verpfuscht, denn bei unseren ausgezeichneten Straf- und anderen Registern begleitet ihn diehc Vorstrafe überall hin, und er gilt stets nicht mehr als unbestraft.
Deshalb ist es wünschenswert, daß die Strafmündigkeit nicht mehr mit dem unvollendeten, sondern mit dein vollendeten 14. Lebensjahre eintritt. Eine derartige Aenderung des Strafgesetzbuches ist schon verschiedentlich vorgeschlagen und insbesondere von der kriminalistischen Vereinigung gefordert worden. Auch die Regierung steht dieser Aenderung nicht unsympathisch gegenüber. Sie hatte bisher aber das Bedenken, ob in allen deutschen Bundesstaaten die Bestimmungen über die Zwangserziehung derartig sind, daß ein solcher Schritt ohne Bedenken gewagt werden kann. Denn das ist allerdings richtig, das; nur dann die Grenze des Beginnes der Strafmündigkeit in die Höhe gerückt werden kann, wenn hinreichend Fürsorge getragen ist für die Erziehung der 12—14jährigen Kinder, die bisher kriminell bestraft werden, künftig aber von der Strafe verschont bleiben sollen. Die einfachste Lösung dieser Frage bestände darin, daß das Reich die Zwangserziehung regelt. Diese Forderung ist auch schon wiederholt ausgestellt worden, aber bisher ein frommer Wunsch geblieben, wie die Forderung der reichsgesetzlichen Regelung des Strafvouzugs. Ohne Zweifel haben diese beiden Dinge gewisse Berührungspunkte miteinander. Wenn ein Reichsgesetz über den Strafvollzug zu stände käme, so würde offenbar auch ein Zwangscrziehungsgesetz keine besonderen Schwierigkeiten machen.
So lange aber die Zwangserziehung lediglich von der Landesgesetzgebuüg geregelt wird, steht dem Reich ein unmittelbarer Ginfluß hier auch nicht zu. Es hat jedoch eine Reihe von Bundesstaaten, in erster Linie Preußen, aus Anlaß der Herstellung des bürgerlichen Gesetzbuches seine Zwangerziehungsgesetze einer Revision unterzogen und dabei auch schon die Hinaufsetzung der Grenze der Strafmündigkeit berücksichtigt.
Nunmehr wird es hoffentlich nicht mehr lange dauern, bis dieser Schritt erfolgt, der im Interesse der Strafrechtspflege durchaus geboten erscheint, ein Schritt, der dem Grundsätze entspringt, daß Schulkinder in erster Linie der Erziehung unterliegen. und nicht in das Gefängnis gesteckt werden sollen.
Aus Stadt und Fand.
Gießen, 29. September 1900.
** Warnung vor Schwindler. Die Staatsanwaltschaft Marburg warnt im Anzeigenteil dieses Blattes vor einem Schwindler, der in unserer Gegend zurzeit sein Wesen treibt. Er sendet an seine eigene Adresse Müller, Schumann usw. postlagernd eine Postkarte oder Telegramm, in dem ihm der Tod seiner Mutter angezeigt wird. Karte oder Telegramm zeigt er mildthätigen Personen vor und erschwindelt „Reisegeld in die Heimat". Am Donnerstag wurde er in Marburg verhaftet, ist aber aus dem Polizeigesängnis ausgebrochen. Sein genaues Signalement ist in der Bekanntmachung angegeben.
*• In den städtischen Schulen ist das bereits von uns erwähnte, im Kaiserlichen Gesundheitsamte bearbeitete Tuberculose-Merkblatt in einer Anzahl von 2000 Exemplaren, die auf Kosten der Stadt bezogen sind, verteilt worden. Es ist anzuerkennen, daß man aus diese Weise Belehrung über das Wesen und die Entstehung der alljährlich Tausende, in den besten Jahren Stehende dahin- rafsenden Krankheit zu verbreiten sucht in Kreisen, in denen oft in Bezug auf Beobachtung der einfachsten Verhaltungsmaßregeln gesündigt wurde. Es ist zu wünschen, daß die in dem Merkblatt enthaltenen wertvollen Fingerzeige namentlich bei den Eltern der Schüler Verstäudnis finden und auch danach gehandelt wird.
.** Stadttheater. Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß morgen das hiesige Stadttheater mit der Operettenposse „Die schöne Ungarin" eröffnet wird.
** Konzert. Wie im Inseratenteil angekündigt wird, findet morgen im großen Saal des Philosophenwaldrestaurants, dessen ganze Lokalitäten renoviert worden sind,ein KonzertunsererRegimentskapelle unter persönlicher Leitung des Musikdirektors Krauße mlt auserwähltem Programm statt.
Feuerwehr. Donnerstag abend gegen 8 Uhr pand cm blinder Alarm für die beiden freiwilligen Wehren statt, ausgehend von der Wohnung des Branddirektors. Der Erfolg war ein recht günstiger; denn etwa 40 Minuten nach Beginn des Alarms waren beide Korps An dem supponierten Brandobjekt, der Bichlerschen Brauerei, angelangt, eine Zeit, die im Ernstfall schon um deswillen kleiner gewesen wäre, als dann von den Spiclleuten zu gleicher Zeit alarmiert worden wäre, während so der eine ettstl durch den andern aufmerksam gemacht wurde. Die Ucbung war, wie die des Sommers überhaupt, recht gut besucht. Es zeigte fid; auch hier, daß die Brarkerei sich wenigstens für eine gewisse Zeit selbst schützen kann, obwohl sie an die städtische Wasserleitung nickst angeschlossen ist; auch sind die Gewinde an den Hydrantenstandröhren so eingerichtet, daß die Druck Schläuche der Feuerwehren daraus passen.
*♦ Goethcvuud. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, findet am Montag dem 8. Oktober in Darmstadt die Hauptversammlung des hessischen GoethebundeS statt, in der u. a. die Satzungen des Bundes zur Beratung stehen.
*♦ Landeslotterie. Die Nachfrage nach Losen zu der mit der 1. Klasse am 8. Oktober beginnenden zweiten Lotterie ist so stark gewesen, daß die Lotterieverwaltung ihren Losbestand schon seit mehreren Wochen vollständig an die Kollekteure ausverkaust hat. Auch die Kollekteure haben teilweise schon jetzt nichts mehr abzugeben. Wer sich für die Lotterie interessiert, hat Gelegenheit, am Samstag den 6, Oktober nachmittags 3 Uhr im Saale des Schützen- Hoss zu Darmstadt der öffentlich und unter notarieller Kontrolle stattfindenden Einlegung der sämtlichen Losenummern beizuwohnen. Jedermann kann daselbst davon, daß sein Losnummer in das Nummerrad eingelegt wird, durch An- gäbe der Nummer und Beaugenscheinigung derselben bei der Einlegung sich leicht Ueberzeugung verschaffen.
- 11- Klein-Linden, 28. September. Unsere Gemeinde, die sich anschickt, baulich Anschluß an Gießen zu finden, beabsichtigt, sicherem Vernehmen nach, sich an das Gießener Elektrizitätswerk anzuschließen. Es sollen bereits Verhandlungen eingeleitet sein. Da voraussichtlich mit dem 1. April die gesamten Gießener Bahnhofsanlagen, die sich weit in die Gemarkung Kleinlinden hineinziehen, durch das Gießener Elektrizitätswerk beleuchtet werden, ist das Pro- jekt ebenso erklärlich wie leicht ausführbar.
Darmstadt, 28. September. Die Großherzogin traf heute vormittag 10 Uhr 32 Min. von Wolfsgarten hier ein, und nahm die Arbeits-Ausstellung in der Alice- schule in Augenschein. — Die Kronprinzessin von Rumänien und Prinzessin Elisabeth sind gestern nachmittag mit Gefolge von Wolfsgarten nach Koburg abgereist. — Vor Eintritt in die Tagesordnung der gestrigen Stadtverordneten-Versammlung widmete Oberbürgermeister Morneweg dem Andenken des Prinzen Heinrich von Hessen einen warmen Nachruf, und die Versammlung ehrte das Andenken an den Verblichenen durch Erheben von den Sitzen.
Kirchhain, 27. September. Der gestern gegen 6 Uhr hier eintrefsende Zug der Ohmthalbahn mußte 1 Kilometer vor hiesiger Station zum Stehen gebracht werden, da ein Stein von recht beträchtlichem Umfange und bedeutender Schwere auf das Geleise gewälzt worden war. Die Gefahr wurde von dem Maschinensührer noch rechtzeitig bemerkt, und so ein Unglück verhütet. Der Stein wurde von dem Zugpersonal beseitigt, und der Zug konnte nach einem Aufenthalt von 8 Minuten weitersahren.
* * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Werkel bei Fritzlar schlug der Blitz in ein mit Stroh- und Futtervorräten gefülltes Stallgebäude, das eingeäschert wurde. Das Feuer ergriff auch das Wohnhaus, das ausbrannte. Die Feuerwehren mußten sich auf den Schutz der Nachbarhäuser beschränken. — In Züschen wurde der 40 jährige Aufseher Herd vom Blitze erschlagen.
Vermischtes.
* Berlin, 28. September. Der Bildhauer Prof. Ludwig Manzcl wurde gestern vormittag an einer Haltestelle in der Leipzigerstrahe, als er einen Wagen der elektrischen Straßenbahn besteigen wollte, von einer Droschke angefahren und zu Boden geworfen, wobei pr leichte Verletzungen am linken Knie erlitt. — ßit der Veteranenstraße hat heute der 28jährige Damenschneider M e t t e r l i n g seine frühere Braut zu erschießen versucht, sich dann selber eine Kugel durch den Kopf gejagt und durch einen Sturz aus dem Fenster getötet. Das Mädchen wurde nur leicht verletzt.
* Koblenz, 28. September. Von 4 2 Typhuskranken ist heute ein Artillerist gestorben. Die Epidemie herrscht nur beim zweiten und dritten Bataillon des 68. Regiments und dem Feld-Artillerie-Regiment.
* Breslau, 28. September. Ein erschütternder Vorfall gibt zurzeit Anlaß zum Gespräch in Brockau bei Breslau. Dort wurde der 13jährige Schulknabe Büttner einige Tage vermißt, nachdem er sich wegen liebloser Behandlung aus dem Elternhause entfernt hatte. Später wurde dann die Leiche des unglücklichen Kindes aus den Schienen der Bahnstrecke Breslau-Brockau ausgefunden. Der Knabe hatte den Tod gesucht und sich vor einen Eisenbahnzug geworfen, der ihm den Kops vom Rumpfe trennte. Die Untersuchung hat ergeben, daß der Knabe von seinem Vater, dem Weichensteller Büttner, und auch vonseinerMutterbarbarischmißhandelt und hierdurch zum Selbstmord getrieben worden ist. Dieser Tage fand die Beerdigung des Knaben aus dem Bröckauer Kirchhof statt. Ein nach Tausenden zählendes Publikum war hierbei zugegen. Nur mit Mühe konnten die Büttner'schen Eheleute durch die Polizei davor geschützt werden, daß das Publikum an ihnen nicht Lynchjustiz übte.
* Metz, 26. September. DerMörderdesPrie- sters Simon in Malgrange bei Nancy ist, tote tue „Metzer Ztg." meldet, verhaftet und geständig. Es ist ein fünfrmdzwcmzigjähriger Mensch namens tzelfcn- stein, der sich durch große Geldausgaben verdächtig dn achte. Er beabsichtigte zu stehlen und wurde zum Mörder, als sich sein Opfer zur Wehr setzte. Die Mordangelegenheit scheint sich, so schreibt die „Lothr. Ztg.", noch mehr verwickeln zu sollen. Die Polizei in Nancy verhaftete noch vier weitere Personen: den Restaurateur Scbalte, Mon-Desertstraße in Nancy, bei dem Helfenstein in Kost war, und dem er nach Verübung des Verbrechens 2000 Franken übergeben hatte, Emilie Hamel, die Geliebte Sebaltes, den Mater Sebaltes und endlich einen Tagelöhner, den Helfenstein nach dem Verbrechen zehrfrei gehalten hat.
* G l a s g o w , 28. September. 13 Personen, die wegen Pc st Verdachts unter Beobachtung standen, sind entlassen. Im Mankenhaiise befinden sich noch 22 Erkrankte, 2 pestverdächtige Personen stehen unter BeobachtUM.
Gerichtstag!.
-l. Gießen, 28. September. (Strafkammer.) Nachdem zunächst die für heute anberaumte Verhandlung in der Strafsache gegen Johannes Röck er von Homberg a. d. Ohm wegen Unterschlagung vertagt Werder» mußte, weil der Angeklagte nach vorgelegtem ärztlichen Attest erkrankt ist, wird in die^ Verhandlung gegen den Maurer Ludwig Brück von Annerod eingetreten, dem ein Vergehen gegen § 112 Str.-G.--B. zur Last gelegt wird. Er hat am 18. Juni d. I. einem Soldaten der hiesigen Garnison, der einem Sergeanten auf dem Exerzierplatz auf dem Trieb zum Strafexerzieren überwiesen worden war, laut zugerufen: „Leg Dich doch hin!" In dieser Aufforderung erblickte die Anklagebehörde Witz das Gericht eine Aufreizung zur Nichtbefolgung eines dem Soldaten vor: seinem Vorgesetzten erteilten Befehls, also eine Verleitung zur Gehorsamsverweigerung, ein Verschulden, das den Angeklagten um so schwerer trifft, als! dieser selbst Reservist ist, ber betreffende Sergeant aber, wie jener selbst zugesteht, sich keinerlei Uebergriffe hatte zu schulden kommen lassen und der fragl. Vorfall sich in Gegenwart einer ganzen Reihe von Leuten zugetragen hatte. Unter Zubilligung mildernder Umstände, die durch den angetrunkenen Zustand des Angeklagten begründet werden, beantragt der Staatsanwalt eine Gefängnisstrafe von 6 Wochen; das Urteil lautet aus eine solche von einem Monat. — Die Strafkammer verhandelt nunmehr als Berufungsinstanz in der PrivatbeleidigungsNage des Johs. Schäfer gegen die Ehefrau Kunkel, beide von Burkhards, die in der Hauptverhandlung vor dem Schöffengericht zu Ortenberg, freigesprochen worden war, weil die ihr zur Last gelegte Beleidigung nicht von der Angeklagten, sondern von deren Dienstmagd begangen worden war. Es muß also, da diese Thatsache auch heute erwiesen wird, die eingelegte Berufung kostenfällig verworfen werden. — Einen eigenartigen Verlaus nimmt die Verhandlung in der Strassache gegen den Wagnermeister Heinrich Meißner aus Hainchen, der von der ihm zur Last gelegten Vergehen im Sinne §§ 223, 223a und 241 ourch Urteil des Schöffengerichts Altenstadt, verkündet am 16. August d. I., freigesprochen worden war. Gegen dieses freisprechende Urteil hatte der Staatsanwalt Berufung eingelegt. Der Angeklagte wird beschuldigt, am Abend des 21. April d. Js. die 17 jährige Anna Loth, die damals- mit ihrer Dienstherrschaft in Hainchen wohnte, mit einem etwa drei Pfund schweren Stein gegen den rechten Arm geworfen und sie dadurch körperlich verletzt und an der Gesundheit geschädigt, dieselbe auch einige Tage vorher direkt, sowie ihrem Dienstherrn gegenüber mit schmählichen Schimpfnamen belegt und mit Totschlag bedroht zu haben. Wegen unentwirrbarer Widersprüche in den Zeugenaussagen beantragt der Staatsanwalt Aussetzung der Verhandlung, um zunächst behufs Aufklärung dec gröbsten Widersprüche anderweite Zeugen laden zu können. Dem Antrag wird durch gerichtlichen Beschluß Folge gegeben.
Düsseldorf, 27. September. Vor der hiesigen Strafkammer gelangte heute das Schiffsunglück zur Aburteilung, das sich am Nachmittage des 11. Juli auf dem Rhein bei Wiesdorf (in der Nähe von Köln) durch Zusammenstoß eines Schraubendampfers mit einem Fährnachen zutrug, und bei welchem von den zehn Insassen des Bootes sieben, darunter der Fährmann selbst und drei seiner Söhne, ertranken. Wegen Außerachtlassung der ihm obliegenden Pflichten wurde der Kapitän , des Dampfers, Johann Heitger, zu einem Monat Gefängnis verurteilt. — Der Knecht Hubert Schillings hatte auf der Landstraße von Neuß nach M'Gladbach eine Dienstmagd zu vergewaltigen gesucht und, als sie sich wehrte, ihr fünf Revolverkugeln in den Kopf geschossen. Er wurde vom hiesigen Schwurgerichte zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt.
Leipzig, 28. September. Das Landgericht Greifswald hat am 1. Mai den ßtud. med. Walther Grubel neben zwei Mitangeklagten, den Studenten Giese und Ruhe, wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. In der Nacht zum 3. Dezember gegen 2 Uhr sah der völlig nüchterne Dr. med. B. auf einer Straße in Greifswald eine Anzahl Studenten herankommen. Da es ihm klar war, daß sie stark angetrunken waren, bemühte er sich, mit ihnen nicht zu kollidieren und ging an das äußerste Ende des Trottoirs. Da aber die Studenten nebeneinander gingen und die ganze Breite deS Fußsteiges einnahmen, so kam es, daß er mit dem Flügelmanns etwas zusammenstieß. Die Studenten erblickten sofort darin eine Beleidigung und verlangten sofort die Karte des Dr. B. Dieser sagte ihnen, er habe keine Karte bei sich, er sei aber Dr. B. und wohne da und da. Dieses Verhalten erklärten die Studenten unter großem Lärm als unstudentisch, und plötzlich versetzte Giese dem Dr. B., ohne daß dieser ihn irgendwie gereizt oder beleidigt hätte, einen heftigen Faustschlag vor die Brust, während der Angeklagte Ruhe dem Arzt mit der Faust ins Gesicht schlug. Giese und Grubel schlugen dann noch mit dicken Stöcken auf den bestürzten Arzt ein, der sich seiner Angreifer nicht erwehren konnte. Das eine Auge des Dr. B. war derart verletzt worden, daß er sich neun Wochen lang in der Klinik behandeln lassen mußte. Da- Sehvermögen lief Gefahr zu verschwinden, es stellte sich aber allmälig wieder ein. Wer den Schlag ins Auge geführt hatte, konnte nicht festgestellt werden, das Gericht hat aber die Schuld hieran den Angeklagten Giese und Grubel, die mit Stöcken geschlagen hatten, beigemessen und mlldernde Umstände für ausgeschlossen erachtet. — Die von Grubel allein eingelegte Revision wurde von dem Reichsgericht verworfen.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Frankfurter Börse vom ÄS. September.
Wechsel auf New-York zu 0.00-00.
Fr&mie» auf Kredit per ult Okt. 2.30%, do. per E. Novbr. 3.25%, Diskonto-Kommandit per ult. Okt. 2.30%, d0« P®r ult Novbr. 3.25%, Lombarden per ult Okt. 0.85%, do. per ult. Novbr. 1.20%. Deutsche Bank 0.00%, . .
Notierungen : Kroditaktlen 203.50-202.00, , Biakonto- Kommandit 167.90-20-00, Staatsbahn 141.20-140^90, Lombarden 25.30-50, Italiener 93.70, Spanier 71.80.00, Bpw*. Mexikaner 25.20, Bochumer 171-170-000.00 bz., Laura "0^0-1.20-190 50 bz > Zarpener 176.70-176.00 bz., Gelsenkirchen 187.10-000.00 bz., Pnvat-Dis- kOnt4i'A 2®/, Uhr: Kreditaktion 202-201 40-70-00 bz. Di.- kaüto-Kommandit 167.20-40-000.00 bz.,, Staatabahn 140.90-00 bz. r mborihn ok ka aa rß h Laura 000*00, Berliner Handelsgesell- B^häft OTOOO bz Sproz ’ Mexikaner 00.00 bz , 3proz. Portngieaen 00 00-00 bz, Ottemanbank 000.00 bz. Boehnmer 000.00 bz, Deutzohe Bank 000.00-000 bz., Harpener 175 80 bz.
Getreide.
A„ch in der nun abgelaufenen Woche hielt die feste Stimmung an;
EM-n icinten ganz gute Kauflust und die Forderungen des Auslandes nach Weizen sind nach kleinen Schwankungen im Wochenlaufe Ä Ä V-N tzdh- "He »um Schluß der °crg°ng.n-n Benchts. veriode Roggen muhte im Presse etwas nachgeben, nachdem Ruß and seine gute Ernte jetzt reichlicher offeriert. Hafer ist unverändert. Futtergerste ist preishaltend, denn das Angebot voll Rußland und Rumänien


