Platze.
() Orten berg, 25. August. Im hiesigen Rathaus- saale fand heute die jährliche Verwaltungsrats-! sitzung mit darauf folgender Generalversamm- lungderLudwig-undMathildenstiftung statt. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Präsidenten, Oberförster Dr. Weber- Konradsdorf wurden die statutenmäßig festgesetzten Positionen beraten und fanden die Ge- nehmigung der Versammlung, der auch der Regierungs- Vertreter, Kreisamtmarm Sandmann von Büdingen beiwohnte. Mm Schlüsse der Verhandlungen verbreitete sich der Präsident in längeren klaren Ausführungen über den Entwurf eines zu erlassenden Sparkassengesetzes. Nach einer von ihm verfaßten Denkschrift wurden die Gründe dargclcgt, die die öffentlichen Sparkassen zwingen, aus ihrer bisherigen Verfassung herauszutreten, auch die «vorteile vorgesührt, die das zu erlassende Sparkassengesetz
Sir Edward Seymour schildert in einem langen Briefe, I den mehrere Blätter veröffentlichen, seinen verunglückten I Marsch zum Entsatz der Europäer in Peking und bte Be- I weggründe, die ihn veranlaßten, diese Expedition zu unter- I nehmen, so gefährlich und hoffnungslos sie auch schien. I Es heißt in dem Schriftstücke u. a. folgendermaßen: Unsere I Expedition steht gewiß einzig in ihrer Art da, denn sie I setzte sich -aus Matrosen und Marinesoldaten acht verschie- I dener Nationalitäten Zusammen; wir hatten weder Train I noch Reserven. Ich bin und war mir des großen Risikos I bewußt, das ich einging, aber angesichts der dringenden I Notschreie aus Peking konnte ich es vor mir selbst nutzt I verantworten, zu zaudern. Ich konnte um meiner Ehre I willen nicht anders. Ich setzte mich selbst an die Spitze des Inges, weil ich darin den besten und einzigen Weg sah, | alle unter einen Hut zu bringen. Als die kaiserlich I chinesischen Truppen in uns unbekanuter Stärke die Waffen I gegen uns erhoben, wurde die Ausführung des Planes I unmöglich und der Rückzug, schwierig. Die Schienen wurden I fortwährend vor und hinter uns aufgerissen. Es ist er- | staunlich, wie schnell sie wieder notdürftig geflickt wurden, I aber häufig geht d>ie Linie im Zickzack, und so konnten I wir nur sehr langsam vorwärts kommen. Eine der größten I Schwierigketen bestand darin, Wasser für die Maschinen 1 zu erhalten; wir mußten sie mit Eimern aus Quellen I füllen, wenn wir welche fanden. Unser erstes Gefecht mit I Boxern hatten wir an der Station Lang Fang, wo wir I drei oder vier Tage auf der Eisenbahnlinie festgehalten I wurden. Die Boxer zeigten viel Mut und sind thatsächlich I Fanatiker, die sich für unverwundbar halten. Wie sie jetzt I hierüber denken, weiß ich nicht. Nach einigen Tagen ver- I einigten sich die kaiserlich chinesschen Truppen, de genau . wie die Deutschen bewaffnet sind, mit den Boxern. Unsere I einzige Hoffnung, einer Niederlage auszuweichen, war jetzt, I zurückzukehren. In Yangtsun, wo die Schienen den Fluß erreichen, war kein Geleise mehr, unsere Vorräte wurden I knapp und wir hatten viele Verwundete. In diesem Lande I wird jedem Mann, der von den Chinesen gefangen wird, I der Kopf abgeschnitten; deshalb muß man bei seinen Ver- 1 mundeten aus harren und sie verteidigen.
Wir verließen bei dungtsun die Eisenbahn, ließen altes, I was wir nicht tragen konnten, zurück, nahmen die vier | Dschunken, deren wir habhaft werden konnten, und schafften I unsere Verwundeten auf diese. Dann begannen wir unseren Rückzug entlang des Flusses, schliefen wie und wo wir I konnten in den Feldern, aßen wenig und tranken Peiyo- wasser, das ungefähr schmeckt wie rote Erbsensuppe, in welche die schauderhaftesten Sachen hineingeworfen sind. I I Vielleicht das schwerste Gefecht hatten wir bei Peitfang. Hier wurde Kapitän Jellicoe schwer verwundet, aber er I erholt sich setzt prächtig. Auch mein armer Maat Myatt, I der viele Jahre bei mir gewesen ist, wurde neben mir I tätlich verwundet. Den ganzen Tag marschierten wir I kämpfend vorwärts und schafften in der nächsten Nacht I unter heftigem Feuer die Deutschen und Russen über den Fluß. Um 1 Uhr nachts machten wir uns dann wieder au und versuchten, im Dunkeln vorwärts zu kommen. Gegen halb drei Uhr, als es noch stockfinster war, wurden wir au der Front mit Gewehr- und Geschützfeuer empfangen. Eine Dschunke - die, auf der sich die Geschütze öefanbtit — wurde in den Grund gebohrt. Das war ein schwerer Verlust, aber es war doch besser, als wenn es eme Dschunke mit Verwundeten gewesen wäre. Wir "ahmen dm Stellung des Feindes im Sturm. Ein vdev zwei Stunden nach Tages- anbruch erreichten wir das große Nordarsenal Tientsins. Während wir versuchten, es zu passieren, kamen wir unter ein schweres Feuer. Ich sandte die Marinesoldaten und andere stromaufwärts über den Fluß und wieder das Ufer hinab, um die Stellung zu nehmen, was auch gelang, da die Deutschen ebenfalls von der anderen Leite stürmten.
Das war wirklich! unsere Rettung. Wir konnten dem Widerstand im Freien nicht länger ftand halten, uno
unsere Verwundeten nahmen an Zahl zu. So brachten wir sie an Land in Wareiihäusern unter, befestigten den Platz und hielten Angriffe an diesem Tage und in der solgenden Nacht mit Erfolg ab. Das Arsenal enthielt moderne Waffen, Geschütze und Munition, die von einigen fachmännischen Offizieren auf einen Wert von 60 bis 80 Millionen Mark beziffert wurden. Bevor ich den Platz verließ, setzte ich alles in Brand und sprengte in die Luft, was ich konnte. Wir fanden Munition, die in unsere und die deutschen Gewehre paßte, und bewaffneten einen Teil unserer Truppen mit Gewehren, die wir hier gefunden hatten. Wir fanden auch viele Tonnen Reis, die uns seh*
sehr t^rige^ bre-mat waren unsere Aussichten sehr- dunkel, und eine Katastrophe schien nicht ""wahrscheuilich. Trotzdem habe ich nicht ein einziges Mal bedauert datz ich den Vormarsch gemacht habe. Ich wurde meinL vor mir selbst verlieren, wenn ich es gethan hatte.
Mitschülern gehänselt, nicht fähig, sich durch Worte zu ver- I j teidigen und sich der Lacher zu erwehren, nicht imstande, | < die zu Hause gut erlernte mündliche Aufgabe seinen Lehrern i . aufzusagen, wird der Stotterer bereits in seiner^"geno- jähren zum traurigen, niedergeschlagenen, oft erschlossenen, i mißmutigen Stiefkind der Natur. Das m 'Anwendung > kommende Verfahren ist, nach dem „Reichs-Medizinal-An- zeiger" (Nc. 25, 1893), kein medizinisches oder operative-, < sondern heilpädagogisch (heilgymnastisch) und durchaus rationell. Die Vorzüge dieses Verfahrens sind wisienschast- lich anerkannt und Tausende verdanken ihm die Wiederherstellung ihres sprachlichen Befindens. Zu einer Bekräftigung über den Wert der Neumann'schen Methode mag angeführt I werden, daß dessen Anstalt von den berühmtesten Aerzten, wie dem Geh. Medizinalrat Pros. v. Leyden empsohlen und von Aerzten im eigenen oder im Jnteresie von Angehörigen | in Anspruch genommen wird. Die Sprechstunden sind I Freitag, 31. August von 11—1 und 4—7 Uhr nachmittags im Hotel Einhorn in Gießen.
Bad-Nauheim, 26. August. Vorgestern sand hier im Surtheater die erste Aufführung eines Schwankes der Frank- I furter Schriftstellerin Anna Hill, „Erlkönig" betitelt, I statt, der sich sehr freundlicher Aufnahme zu erfreuen hatte. DaS Stück ist ein richtiger Schwank mit vielen wirksamen I Szenen. Freilich ist die Grundidee — ein Geizhals, der I seine eine Tochter, die einen Maler heiratete, verstoßen hat, I und seine andere Tochter einem vermeintlich reichen, aber I sich als Fälscher entpuppenden Mann geben wollte, nicht neu. Die Verfasserin wurde mehrfach gerufen.
§ Friedberg, 28. August. Der Senior der hessischen Gerichtsschreiber, Herr Fe ick hier, wird morgen sein 50jähriges Dieustjubiläum feiern. Seine treue Dieustführung wurde schon vor mehreren Jahren durch Verleihung eines Ordens besonders anerkannt. Der Jubilar ist ein geborener Oberhesse und erfreut sich trotz seiner I 71 Lebensjahre körperlicher und geistiger Rüstigkeit.
)( Grün berg, 26. August. Wie alljährlich am Lud- wigstage, so wurde auch gestern wieder die diesjährige I Hauptversammlung des Spar- und L e i h k a s s e - I Vereins Grünberg im Sitzungssaale des Vereins- I Hauses abgehalten. Als Vertreter der Regierung war Provinzialdirektor Geheimrat von Bechtold erschienen; I außerdem waren wohl sämtliche zum Sparkassebezirk ge- I hörigen Gemeinden durch die Bürgermeister vertreten. Um 11 Uhr eröffnete der Direktor der Kasse, Oberamtsrichter Mickel, mit herzlicher Begrüßungsansprache die Ver- I sammlung und erstattete sodgnn den Geschäftsbericht für I das abgelaufene Geschäftsjahr. Die Gesamteinnahme betrug 571687 Mk., die Gesamtausgabe 528 732 Mk; der Gesamtumschlag beziffert sich somit auf l WO 419 Mark und ist gegen das Vorjahr um etwa 206 000 Mk.gestiegen. I Die der Einleger hat sich (um 46) auf 2610, die | Spareinlagen (um rund 59 000 Mky auf 1390 000 Mk. vermehrt. Aus 14 Gemeinden des Bezirks sind bedeutende | Mehreinlagen zu verzeichnen, besonders aus Grünberg, I Atzenhain, Ober-Ohmen, Ruppertenrod u. a. Auf den Kops der Bevölkerung entfällt eine Durchschnittseinlage von 63 M. 70 Pfq. gegen 80 Mk. 19 Pfg. in 1898. Es ist dies gewiß ein sehr erfreuliches Zeichen von dem Sparsamkeitssinn der Bewohner unserer Gegend, die gerade nicht zu den gesegnetsten Strichen unseres Landes gehört- Das Gesamtvermögen der Kass? 'beläuft sich auf 1 a33 880 Mk die Passiva beziffern sich auf 1293 254 Mk., es verbleibt somit ein Reinvermögen im Betrage von 140626 Mk. Obwohl der Gesamtumsatz bedeutend in die Höhe gegangen ist, hat sich der Reingewinn in den letzten Zähren erheblich, vermindert. Es ist dies hauptsächlich durch die im ^ahre 1896 für Darlehen erfolgte Herabsetzung des Zinsfußes von 4 einhalb auf 4 Prozent verursacht. Die Hoffnung, daß sich die Differenz von einhalb Prozent durch die zu erwartende Geschäftsvermehrung wieder ausgleichen wurde, hat sich leider nicht erfüllt. Um wenigstens eine geringe Erhöhung der Einnahme zu erzielen, beschloß die Versammlung auf Vorschlag des Vorstandes, daß künftig für Kausschillinge, die am Fälligkeitstermin nicht entrichtet werden statt 4 wieder 4 einhalb Prozent Verzugszinsen bezahlt'werden. Ferner beantragt der Vorstand, diesmal von der Bewilligung der verschiedenen Subventionen an die Arrzte, die Handwerker-, Kleinkinderschule u. s. w. abzusehen. Nur für Prämien an Dienstboten des Bezirks, die 5 Jahre ununterbrochen und treu bei derselben Herrschaft gedient haben, wurden 200 Mark, zur Unterbringung von skrophulösen Kindern unbemittelter Eltern P" bethenhaus zu Bad Nauheim 300 Mk. und an diese Anstalt selbst 50 Mk. bewilligt. Da sich die Arbeiten des VereinS- dicnerS nach Ucbersiedelung in das neue Sparkassegebaude und durch Änrichtung eines weiteren Geschäftstages vermehrt haben, wurde auf Antrag des Vorstandes dessen Jahresgehalt von 280 Mk. auf 400 Mk. erhöht. Als letzter Gegenstand der Tagesordnung wurden die'Vorstandswahlen vorgenommen. Die nach den Satzungen ausscheidenden. Bürgermeister Zimmer- Grünberg, F e l d mann -lauter und Sen g-Lehnheim wurden wiedergewählt. An die Verhandlungen schloß sich ein gemeinschaftliches Mittagessen.
§§ Ulrichstein, 25. August. Ein hiesiger Einwohner setzte sich, als er einen Wagen Heu nach Schotten fuhr, unterwegs auf den Wagen, fiel herunter, sodaß er vor das Wagenrad kam. Er wurde überfahren und blieb tot am
willkommen waren.
Das Thermometer zeigte während unseres Marsches zuweilen über 100 Grad im Schatten (etwa 40 Grad- Celsius), und unser Durst war in der ersten Woche groß. Was wir alles gegessen und getrunken Haben, mag ich mir gar nicht ins Gedächtnis zurückrufen. An einem Tage erschpssen wir einen' Reiter mitsamt seinem Pferde im Gefecht und verzehrten; dann noch an demselben Nachmittag das Pferd. .. ,
Alle Anstrengungen, mit Tientsin in Verbindung zu treten, scheiterten daran, daß die Chinesen in dichten Schwärmen das Gebiet durchzogen. Unsere bewaffneten Trupps wurden zurückgetrieben und unsere Läufer gefangen und getötet. Schließlich gelang es einem Mann^ durchzukommen, aber er mußte den Brief aufessen, den! wir ihm mitgegeben hatten. Dann kam die Ersatzkolonne^ die meist aus Russen bestand, und wir kamen mit etwa 200 Verwundeten in Tientsin an. Hier (der Bries ist m Tientsin geschrieben) halten wir nun den Platz; die Chinesen feuern zuweilen auf uns und versuchten auch, uns unter Wasser zu setzen. Gestern traf mich eine verirrte Kugel an dem Platze, an dem ich jetzt schreibe.
Wenige vielleicht haben versucht, eme aus acht, Nationalitäten zusammengesetzte Expeditionstruppe zu fuhren; es erfordert sowohl Takt als gutes Temperament. Die Fremden waren indessen sehr nett gegen mich, und je weiter die Sache ging, sagten sie einfach: „A vos ordres , und „Wir werden thun, was Sie sagen." Es war sehr interessant, die verschiedenen Nationalcharaktere zu beov- achten. Am meisten bewunderten wir die Deutschen, aber I an Tollkühnheit und Lust draufzugehen, kam vielleicht niemand den Amerikanern nahe. Die Franzosen zeigten keine besondere Annäherung an eine andere Nationalität. Die Deutschen und Russen waren geneigt, zusammen zu halten, die Amerikaner waren immer mit uns. Die Japaner neigten zu uns, aber die Russen waren ebenfalls sehr freundlich gegen sie. Die Italiener und Oesterreichs waren brave Jungens, aber nur wenige Mann. Natürlich gab es eine Menge ergötzlicher Zwischenfälle, aber auch manche
Vermischtes.
• Zur Beobachtung seines Geisteszustandes und wegen eines körperlichen Leidens wurde der Hauptmann ff allen» berg von der ostafrikanischen Schutztruppe vom Militar- ArresthauS I in Berlin, wo er sich in Untersuchungshaft befand, nach dem dortigen Garnison-Lazarett I übergesührt. Hauptmann Kallenberg wird, wie seinerzeit berichtet wurde, des Mordes an einer Negerin und an ihrem Kinde beschuldigt und befindet sich seit Anfang April m Unter- HU"93m Scher, nach Ostasten. Aus emem Orte an der Westmündung des Nordostseekanals wird folgender ..Scherz berichtet: Mehrere junge Leute unternahmen eine Bierreise. In heiterster Stimmung erklärte plötzlich Emer, er werd sich bei dem Bezirkskommando als Freiwilliger für das chinesische Expeditionskorps melden. Die Uebngen pflichteten dem Ulkmacher bei, und die Meldung ging sofort ab. Die Beteiligten hatten den „Scherz" bald vergessen. Dieser Taae erhielt dec Hauptbeteiligte vom Bezirkskommando die Gestellungsordre für das Freiwilligenkorps. Der Schreck über die im Rausch begangene That soll unbeschreiblich g WCfC* Vränbe. Die Filiale der Breslauer Oelfabrik in Oderberg ist teilweise nieder geb rannt. Der Schaden beträgt 100 000 Gulden. — Die galizische Stadt Uh-now ist zur Hälfte niedergebrannt. Tausend Personen sind ob- dachlos^ einsame Königin. Ein Mitarbeiter der Dailv Mail" entwirft ein interessantes Bild der jungen Königin von Holland. Er nennt sie die ,,einsame Königin" denn die einsame Kindheit, die sie gehabt, habe ihrem eigentümlichen selbständigen Wesen und ihrer i endlichen Schönheit ein seltsames und anziehendes Ge- vräge gegeben. Die Amsterdamer sprechen viel von ihrer hiibschen Königin, und viele Erzählungen sind über sie, QudI aus der Kinderzeit, in Umlauf. Die Königin Wilhelmine hat niemals in ihrer Kindheit eme Gefährtin gehabt, und auch jetzt ist sie ganz auf ihre Mutter angewiesen. Ihre einzigen Berwandten sind der Prrnz und die Prinzessin von Wied, die emmal jährlich eine ooer zwei Wochen im Haag zubringen und bann einen großen Empfang ober Ball geben, unb ber Bruder der KouigmEmma, I rin i von Walbeck-Pvrmont, der mit seiner Gemahlin noch! Mener ncZ Hollan^ommt. Man erzählt, baß die König n Wilh?lmine bie einzigen wirklich heteren Stunben ni.f PitiTm verlebte, ber vor zwei Jahren, als ihr
mnoer Onkel ben SSf besuchte, veranstaltet würbe. Da- lunger L nkm mir Ouabrille, worauf sie sich! ge-
I Vfrfiränfen muß, sonbern sie walzte mit dem
"bsta kn Ä » -krgnügt umher! daß sL ihre Krone Aber bas ist eine Streitfrage in Hollanb'. Tmürlicki würbe dieses kleine Ballabenteuer lebhaft be- Äwn und gab zu verschiedenen Deutungen Anlaß: Einige behaupten, daß dieser Zwischenfall wirklick) statt- I apfnnben habe, und daß bei ihrem eifrigen Walzen die I Sronc sich loslöste und hinfiel, und tadelten die Königin I streng wegen ihres Mangels an Würde. Andere bestreiten | überhauch die Wahrheit ber kleinen Episode. Die That-
für die Bevölkerung zeitige. Nach dem geschäftlichen Teile I vereinigten sich die Mitglieder der Versammlung unter I Anschluß vieler Herren aus Ortenberg und Umgegend, unter I denen auch der frühere Präsident der Sparkasse, I förster Hoffmann- Butzbach, zu einem Festessen im Saale pes Kasinos. Die Kapelle der Ortenberger Feuerwehr konzertierte während des Mahles. Kreisamtmann Sandmann brachte mit beredten Worten den ersten Toast auf den Kaiser und den Großherzog aus. Der frühere Präsident, Oberförster Hoffmann- Bußbach, gedachte der außerordentlichen Verdienste des hochhetagten, noch in Rüstigkeit seinem Rechneramte vorstehenden Bürgermeisters Roth-Ortenberg, dem ein kräftiges „Hoch" ausgebracht wurde. Erst die späte Abendstunde trennte die Festteilnehmer. ,
Aus dem Rheiugau, 27. August. Die Weinberge zeigen weiter gute Entwickelung. Die Julihitze hat das Wachstum derartig gefördert, daß die Reise der Trauben etwas früher als sonst zu erwarten sein dürfte; auch der August war — trotz des vielen Regens seit der Mitte des Monats — den Weinbergen günstig. So dars man eine gute Mittelernte erwarten und, vorausgesetzt, daß der September viele trockene und sonnige Tage bringt, auch ein qualitativ befriedigendes Ergebnis.
b. Ans Rheinhessen, 26. August. Der Knecht Weiland von Wackernheim, der, wie gemeldet, letzter Tage einen Soldaten mit der Mistgabel erstochen hatte, versuchte sich im Arrestlokal durch Erhängen das Leben zu nehmen, wurde aber infolge Eintretens des Beschließers an diesem Vorhaben gehindert.
Mainz, 26. August. Die hiesigen kausmännischen Vereine haben, wie der „Mainzer Anz." schreibt, Anlaß ge nommen, sich in einer gemeinschastlichen Sitzung mit der Frage der Errichtung einer hessischen Handelshochschule zu beschäftigen. Landtags-Abgeordneter Molt Han, Präsident des Vereins Mainzer Kaufleute, führte den Vorsitz. Er ist der Ansicht, daß an ihrem Zustandekommen nicht mehr zu zweifeln ist, und erklärte es für die Pflicht der Mainzer kausmännischen Vereinigungen, energisch dafür einzutreten, daß dieselbe in Mainz als
: selbständige Anstalt errichtet werde.
Admiral Seymour über seinen Marsch.


