Ausgabe 
29.5.1900 Erstes Blatt
 
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oder ein Nierenleiden. Eine genaue Konstatierung sei un­mögliche da der König einer körperlichen Untersuchung den äußersten Widerstand entgegensetze. Gewalt wolle man aber nicht anwenden. Es sei deshalb auch von einer beabsich­tigten Untersuchung mit Röntgen-Strahlen abgesehen wor­den. Der König könne sich, wenn er sitze, nicht allem wieder erheben. Er könne auch nicht gehen und sich daher int Garten auch nur sitzend aufhalten. Appetit und Verdauung seien gut, ebenso der Schlaf._________________________________

Ausland.

Christiauia, 27. Mai. Der Kronprinz-Regent hat die Sanktion des neuen norwegischen Gesetzes, wonach die Konsulat steuern in die Staatskasse und nicht wie früher an die gemeinsamen Konsuln bezahlt werden sollen, verweigert, was hier große Verbitterung erregt. Die politische Krise ist ausgebrochen. Im Storthing hat der Präsident mitgeteilt, das Ministerium habe seine Demission verlangt. Bon der Präsidentschaft wurde folgender Vorschlag eingebracht: Das Storthing ersucht das Ministerium, nicht zu demissionieren und die Sanktionsver­weigerung zu kontrafignieren. Die Regierung bleibt vorerst im Amte.

London, 27. Mai. Lebhaft ist der Geburtstag der Monarchin gefeiert worden. In Oxford feierte die Studentenschaft, die seit Anfang des Krieges sich im Zustande der aufbrausenden Gärung befunden hat, den Tag durch solide Keilereien mit dem jungen Volke der Stadt, wobei es blutige Köpfe und auch einige Ver­haftungen absetzte. Es hieße jedoch der ganzen Sache zu viel Gewicht beimessen, wollte man näher auf Darstellung und Erklärung des von den heißblütigen Musensöhnen voll­führten Unfugs eingehen. In der Hauptstadt hatte man in Kensington einen Bazar zum Besten der Wittwen und Waisen der im Kriege Gefallenen eröffnet. Die von Kaiser Wilhelm zu dieser Gelegenheit als Regimentschef des Dragonerregiments Royal beigefteuerten Geschenke wurden allgemein bewundert. Darunter befinden sich ausgezeichnete Porzellanstücke, ferner ein prächtiger Tafelaufsatz, eine Uhr, zwei Paar Vasen, einige Bilder, die er selbst ge­malt hat, und ein Dutzend seiner Photographieen mit seinem Namenszug und den Worten:Für den National- Bazar 1900." Der Kaiser begleitete seine Geschenke mit einem Schreiben, worin er seiner Sympathie für Englands tapfere Krieger in Südafrika Aus­druck verleiht.

Tumulte in Jersey sollen dadurch veranlaßt worden sein, daß bei der Mafeking-Feier eine französische Frau auf die demonstrierende Menge Wasser goß. Darauf schlugen die Demonstranten mehrere Fenster im französischen Viertel ein. Der Bürgermeister von St. Helier verbot sodann Ansammlungen in den Straßen und es wurde ruhig. Am Donnerstag fand man die Statue des angeblich französisch gesinnten Bürgermeisters Bandanis mit Theer bestrichen. Die französische Fahne wurde vom französischen Hotel heruntergezogen und die Barrieren, die zum Schutze des französischen Viertels errichtet waren, wurden demoliert. Eine große Abteilung Militär mußte mit aufgepflanztem Bajonnett das französische Viertel be­wachen. Nach Mitternacht begann der eigentliche Tumult. Das Militär mußte die Volksmenge mit dem Bajonnett angreifen. Einige dreißig Personen wurden verhaftet; 700 bis 800 Demonstranten sammelten sich dann vor der Wohnung des Bürgermeisters an, warfen mehrere Fenster dort ein und obwohl Bandanis persönlich an die Menge appellierte, wurden auch noch die Fenster verschiedener ftanzösischer Geschäftsleute zertrümmert. Jersey ist die südlichste und größte der England gehörigen normannischen Inseln.

Wien, 26. Mai. Wie dieNeue fr. Presse" erfährt, wurde der Rat bei der Wiener Nuntiatur Msg. Prinz Croy, ein Verwandter der Erzherzogin Isabella und des belgischen Königshauses, vom Papst beauftragt, die Versöhnung des Königs Leopold der Belgier mit seiner Tochter, Gräfin Stephanie Lonyay anzubahnen und durchzusühren. Prinz Croy weilt seit Wochen in Brüssel; es gelang ihm bisher nur, den König zu einer Begegnung mit seiner Tochter zu bewegen, und erst nach dieser Begegnung, deren Zeitpnnkt aber noch nicht bestimmt ist, will der König weitere Ent­schlüsse, namentlich bezüglich der Titelsrage, fassen. Msg. Prinz Croy trifft Ende Mai wieder in Wien ein. (Bekanntlich ist Prinz Croy ein Reichsdeutscher, ein Sohn des mediatisierten Herzogs von Croy-Dülmen in Westfalen.)

Budapest, 26. Mai. Pacak besprach in der Dele­gation die Ausweisungen aus Deutschland. Die Furcht vor Deutschland lasse die Meinung auskommen, daß Oesterreich nicht mehr im Stande sei, selbständig die eigenen Angelegenheiten zu wahren. Auch der deutsche Gesandte in Belgrad ist ein Ratgeber Milans, nur hält er sich im Hintergründe und schiebt Oesterreich vor. Die Gewehr­lieferungen für Serbien bekommt Deutschland, während die österreichischen Banken das Geld hergeben müssen. Dem Dreibund schade, daß er als Hort der deutschen Bestrebungen im Innern hingestellt wird. Der Redner bedauere, Goluchowski das vollste Mißtrauen aussprechen zu müffen, und fordert die Czechen auf, schon mit Rücksicht auf die Erneuerung der Handelsverträge die Obstruktion auszugeben.

Peking, 26. Mai. Bei Putingsu wurde eine Abteilung chinesischer Kavallerie von den Anhängern der Boxersekte angegriffen. Der Oberst fiel; 70 Mann wurden getötet oder verwundet. ______

Aus Stadt und Kand.

" Das Oberkonfistorium erließ an die evangelischen Pfarrämter des Landes folgendes Ausschreiben:

Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin wurde gestern abend von einem toten Prinzen entbunden. Statt der von unä vcr-

geschriebmen Fürbitte wollen Eie am nächsten Sonntag in das Kirch en geber an der bezeichneten Stelle etnschalten:

Du hast, o treuer Gott, nach Deinem unerforschlichen Rat­schluß die Hoffnungen, welche alle Herzew bewegten, nicht in Erfüllung gehen lassen. Wir kommen nuy zu Dir mit dem dringenden Flehen, Du wollest, zumal in dieser Zeit, wo das Grotzherzogltche Haus auch durch andere Trauer heimgesucht ist, den betrübten fürstlichen Eltern mit Deinem reichsten Tröste nahe sein, der Goßberzogin gnädig betstehen und jede Gefahr von ihrem teueren Lebm abwenden."'

VeteraueuVereiu. In der am Samstagabend statt­gehabten Monatsversammlung wurde Stadtverordneter Louis Emmelius einstimmig zum Eh renmitglied ernannt. Der Verein richtete nachstehendes Telegramm an den Großherzog:

Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog, Darmstadt, Der Beteranenvecein Gießen, aufs schmerzlichste betroffen durch den so unerwarteten Tod Sr. Großh. Hoheit des Prinzm Wilhelm, übermittelt Eurer König!. Hoheit bei dem schweren Verlust in treuer Anhänglichkeit den Ausdruck allseittgen herzlichen Beileids.

LouiS Petri III., Vorsitzender.

Es traf nachstehende Antwort ein:

Petri, Vorsitzender des Veteranenvereins.

Danke Ihnen und dem Verein recht herzlich für Teilnahme in schwerer Prüfung.

Ernst Ludwig.

Hoftrauer. Wegen des Ablebens des Prinzen Wilhelm ist eine Hoftrauer bis zum 14. Juni einschließlich angeordnet worden.

** Ehegesetz. Im Auftrag des Groß Herzogs hat das Ministerium der Justiz folgenden Entwurf eines Ge­setzes, die Legitimation durch nachfolgende Ehe betreffend, nebst Begründung den Ständen des Großherzogtums und zwar zunächst der Zweiten Kammer zur verfassungsmäßigen Beratung und Beschlußfaffung vorgelegt.

Entwurf eines Gesetzes,

die Legitimation durch nachfolgende Ehe betr.

Ernst Ludwig

von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein rc.

Wir haben mit Zustimmung Unserer getreuen Stände verordnet und verordnen hiermit wie folgt:

Einziger Artikel.

Hat sich die Mutter eines unehelichen Kindes vor dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuchs verheiratet, ohne daß das Kind nach den Vorschriften des code civil durch die Eheschließung die rechtliche Stellung eines ehelichen Kindes erlangt hat, so finden, wenn der Ehemann der Mutter seine Vaterschaft nach der Geburt des Kindes in einer öffentlichen Urkunde vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes anerkannt hat oder sie nach diesem Zeitpunkt an­erkennt, die Vorschriften der §§ 1719 bis 1722 des Bürger­lichen Gesetzbuchs mit der Maßgabe Anwendung, daß die Legitimation als mit der Eheschließung erfolgt gilt. Er­worbene Rechte Dritter bleiben unberührt. Die Begründung deS Gesetzentwurfs wird noch mitgeteilt werden.

Aus dem Militarwochenblatt. Stein, Oberleutnant im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, ist für die Zeit vom Schluß der Kriegsakademie bis zum Zusammentritt der UebungSflotte Mitte August d. Js. zur 4. Torpedobootsdivision und für die Zeit vom Zusammen­tritt der UebungSflotte bis zur Beendigung der Flotten- Manöver Mitte August bis Mitte September ds. Js. kom­mandiert. Zu L e u t u a n t S wurden befördert die Fähnriche: Hessler, Goedicke im Inf. Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Heff.) Nr. 116.

* Persoualnachrichte«. Ernannt wurden Pfarrvikar Becker zu Zwingenberg, Dekanat Zwingenberg, zum Pfarr­verwalter; Pfarrasfistent Kraus zu Wackernheim zum Pfarr­assistenten in Gießen, Dekanat Gießen; Pfarramtskan­didat Lenz zu Gießen zum Assistenten der Pfarrei Nieder- Jngelheim, Dekanat Mainz (mit dem Wohnsitz in Wackern­heim); Psarrverwalter Müller zu Horchheim zum Pfarr­assistenten in Offenbach a. M., Dekanat Offenbach; Pfarr- Verwalter Mahr zu Groß-Umstadt zum Pfarrverwalter in Horchheim, Dekanat WormS; Pfarrvikar Hotz zu Wolfs­kehlen zum Pfarrvikar in Dieburg, Dekanat Groß-Umstadt; Pfarrvikar Schultheis zu Düdelsheim zum Pfarrvikar in Wolfskehlen, Dekanat Eberstadt; Pfarramtskandidat Korell, zuletzt in Darmstadt, zum Pfarrvikar in Düdels­heim, Dekanat Büdingen. Am 5. Mai wurde der Eisen­bahn-Bau- und Betriebsinspektor und Vorstand der Betriebs­inspektion Worms, Jacob Geibel, zum Regierungs- und Baurat mit Wirkung vom 9. April 1900 ernannt; der KreiSamtmann, Regierungsrat Friedrich v. Hahn zu Darm­stadt wurde vom 1. Juni an mit Versehung der Stelle des KreiSrats des Kreises Oppenheim beauftragt.

** Der Oberhessische Obstbauverein hielt am Sonntag im Lenz'schen Felsenkeller seine General-Ver­sammlung ab. Außer einer großen Anzahl von Mitgliedern wohnten der Versammlung bei die Herren Prov.-Direktor Geh. Rat v. B e ch t o l d, Kreisamtmann Frhr. v. Schenkzu Schweinsberg, der Vizepräsident des landwirtschaftl. Provinzialvereins Oekonomierat Schl en ke, Landes­ökonomierat Müller, Generalsekretär Dr. Müller, die nach Eröffnung der Versammlung vom Vorsitzenden, Regierungs- und Kreisrat Dr. Braden, begrüßt wurden. Der von den Herren Dr. v. Peter und C. Reichelt- Friedberg erstattete Rechenschaftsbericht des Ausschusses zeigte, daß der Verein auch im verflossenen Jahre eine rege und erfolgreiche Thätigkeit entfaltet hat. Die Mit­gliederzahl in den Kreisvereinen hat sich!, mit Ausnahme derjenigen zu Lauterbach und Schotten, gehoben; dem Ge­samtvereine gehören 4448 Mitglieder an. Die Berichte der Techniker bekunden durchgehends das zunehmende In­teresse an der Obstbaumpflege. Besonders bewährt hat sich die Heranbildung der Feldfchützen zu Baumwärtern und deren Anstellung als Gemeindebaumwärter. In dem Ausfchußbericht wird der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß die Gemeinden noch mehr Sorgfalt auf Pflege des Obstbaues verwenden würden, wenn alljährlich ziffern­mäßig der Ernteertrag veröffentlicht werden könnte. In seinen Darlegungen über Baumbesorgung und Obstver­wertung als Unternehmungen der Geschäftsstelle teilte Herr Dr. v. Peter mit, daß die Geschäftsstelle im letzten Jahre

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den Bezug von 5000 Obststämmchen aus etften Baumschulen vermittelt habe: Die Obstverwertungsgenossenschast in Friedberg mußte leider ihre Thätigkeit einstellen; es ist aber zu hoffen, daß dieselbe wieder ausgenommen wird wenn das Interesse der Mitglieder an ihr wieder ein regeres wird. Der Sekretär des Vereins, C. Reichest, berichtete über die Wanderlehrthätigkeit des verflossenen Jahres. Er hielt24 Vorträge, besichtigte mehrere zur Be­pflanzung mit Obstbäumen vorgesehene Kreisstraßen, um geeignete Vorschläge betr. Sortenwahl machen zu können, und vertrat sowohl gelegentlich der Ausstellung des deut­schen pomologischen Vereins in Dresden, wie der Aus­stellung der deutsck)en Landwirtschaftsgesellschaft in Frank­furt a. M. mit Erfolg die Interessen desObsflraues. In dem Spezialberichte über die in Büdingen und Friedberg statt- gehabten größeren Ausstellungen und eine Anzahl Lokal- ausstellungen hob Herr Reichelt den hohen Wert der letzteren in Bezug auf Verbreitung der Sortenkenntnitz hervor. Er ging näher auf die in letzter Zeit gemachten Erfahrungen in der Obstbaumpflege und auf die Versuchs­gärten in Büdingen und Alsfeld ein. Mit der Anlage von Versuchspfanzungen im Vogelsberg konnte nicht begonnen werden, da die hierzu erforderlichen Mittel noch nicht be­willigt sind. Für das Jahr 1900 ist eine größere Obstaus­stellung in Alsfeld vorgesehen. An der landwirtschaft­lichen Landesausstellung in Darmstadt wird sich der Verein beteiligen. Da die Ausstellung nach Provinzen geordnet wird, forderte der Referent die Mitglieder auf, ihr Mög­lichstes zu thun, damit die Provinz Oberhessen würdig vertreten werde. Generalsekretär Dr. Müller teilte einiges über die bereits getroffenen Vorbereitungen mit, und lud zu reger Teilnahme an den anderen Gruppen der Ausstellung ein, an fügend, daß für die Preisverteilung ccl 27 000 Mk. zur Verfügung ständen. Mit Bezug auf die in dem Ausschußbericht zum Ausdruck gekommene Be­fürchtung, daß das Interesse der Gemeinden an der Obst­baumpflege infolge der noch nicht geklärten Eigentums­verhältnisse bezüglich der an den Kreisstraßen stehenden Obstbäume beeinträchtigt werde, teilte Kreisamtmann Frhr. v. Schenk zu Schweinsberg mit, daß diese Pflanz­ungen durch die Kreis-Baumwärter gepflegt würden. Der Vorsitzende empfahl dagegen den Gemeinden, diesen Bäumen gerade eine besondere Pflege angedeihen zu lassen, denn die den Gemeinden zu gewährende Ablösungssumme werde nach dem Erträgnis der letzten 10 Jahre bemessen.

Der hierauf vom Sekretär C. Reichelt gehaltene Vortrag über:Entfernungen der Baum Pflanz­ungen von der Nachbargrenze" wurde eingehend besprochen. Die Versammlung war mit dem Referenten der Ansicht, daß die im bürgerlichen Gesetzbuchs vorgesehene Minimalentfernung von 2 Metern zu niedrig bemessen sei. Ein ausgewachsener Obstbaum habe einen Kronendurch»- messer von durchschnittlich 8 Metern; das lleberhängen der Baumkronen über die Nachbargrenze würde viel Vevdruß imfr unzählige Prozesse zur Folge haben. Es wurde be­schlossen, von feiten des Vereins die xum Erlaß der Aus­nahmebestimmungen befugten Behörden, in erster Linie die Großh. Staatsregierung w ersuchen, die Mindestent­fernung so zu bemessen, daß jegliche Beeinträchtigung der Nachbarpslanzungen vermieden und damit den Obstanlagen im allgemeinen Luft und Licht erhalten wird. Der Kassenbericht weist in Einnahme 19 323.99 Mk. auf; dar­unter sind 4876.39 Mk. Ueberschuß aus dem Vorjahre, 4386 Mk. Mitgliederbeiträge, 2223.85 Mk. Ertrag aus der Vereinszeitschrift, 3100 Mk. Stachszuschuß, 1500 Mk. Zu-, schufse der Kreise, 110 Mk. Zinsen, 2329.75 Mk. Ertrag aus Ausstellungen, 526.13 Mk. sonstige Einnahmen. Unter den Ausgaben sind verzeichnet 2002.65 Kosten des Vereinszeitschrist, 2507.43 Mk. Kosten für Vorträge, Ver­sammlungen, Demonstrationen und Informationen, 2623.10 Mk. Gehalte und Funjktionszulagen, 832.27 Mk. Bureaukosten, 481.06 Mk. für Verlosungen bei Versamm­lungen, 100 Mk. Zuschuß zur Obstverwertungsstelle in Frankfurt a. M., 686.85 Mk. für Kassenführung und Ein­kassieren der Mitgliederbeiträge, 306.70 Mk. für Prämiie­rung und Reisestipentdien für Baumwärter, 1794.01 Mk. Kosten der Ausstellungen, 2165.57 Mk. für Unterhaltung der Versuchsgärten und Honorierung der Vereinsbaum- wärter. Die Rechnung und der mit 15 500 Mk. abschlie­ßende Voranschlag sür 1900/1901 wurjden genehmigt. Der Verein verfügt über einen Reservefonds von 2400 Mk. Von den zurzeit in Oberhessen thätigen Obstbaumwarten sind 92 zur Führung des TitelsObstbaumwart des Ober­hessischen Obstbauvereins" berechtigt. Dieselben hielten am Sonntagvormittag eine Versammlung ab, in der u. a. be­schlossen wurde, denjenigen Vereinsbaunnvarten, die sich mit der Vermittelung des Obstverkaufs zwischen den Ge­meinden und der Obstverwertungsstelle zu Frankfurt a. M. befassen wollen, die offiziellen Preisnotierungen zuzu- stelleu. Zum Schluß fand die Aushändigung der Diplome an die nachstehend verzeichneten neu ernannten Vereins­baumwarte statt: Heinrich Schlessinger aus Nieder- Bessingen, Phil. Jünger aus Annerod, Heinr. Gärt­ner aus Staden, Friedr. Rühl aus Brauerschwerrd, Friedr. Hänselt aus Glashütten, Georg Schmidt aus Holzhausen, Marlin D ö l l aus Borsdorf, Heinr. S t a r k IV. aus Saasen. _

Friedberg, 28. Mai. DerOberheff. Anz." meldet, daß Prinz Heinrich von Preußen im Juni zu mehr­wöchentlichem Aufenthalt auf dem hiesigen Schlöffe ein- treffen wird, um die Kur in Bad Nauheim zu ge­brauchen.

? Gedern, 27. Mai. Gestern fand imBergnnrtS- hause" eine Versammlung statt, in der Landtagsabgeord­neter Weidner aus Herchenhain über seine Thätigkeit im 30. Landtag Bericht erstattete. Bürgermeister NiSpel er­öffnete die Versammlung und erteilte Herrn Weidner daS Wort. Dieser begrüßte die zahlreiche Zuhörerschaft und schilderte in beredten Worten die Vorgänge der letzten Der- Handlungen und seine Stellungnahme zu den einzelnen Vor­lagen. Nachdem er diesen Punkt durch klare Darstellung und Begründung erledigt hatte, ging er zum zweiten Punkt seines Bortrages, einige demnächst im 31. Landtag zur Vorlage gelangende Regierungsvorlagen betreffend, über, wovon er besonders zwei für hiesige Gegend wichtige behandelte. Die eine Vorlage betrifft die Landwirtschaft, bezw. die Viehzucht, die andere das Gewerbe. Seme An­sicht darüber wurde von allen Anwesenden geteilt. Alle

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