Ausgabe 
28.11.1900 Erstes Blatt
 
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«Der Kaiser hat dem Reichstage sieben neue Zeichnungen verehrt, die Len Stand unserer Ma- rinev er hält nisse veranschaulichen sollem Es ve- sindet sich darunter eine Tafel über den Stand der Flotte in den ostasiatischen Gemässern.

TieRordd. Allg. Ztg." veröffentlicht folgende Mitteilungen: Aus Veranlassung des Reichskanzlers hat das Reichseisenbahnamt die am Eisenbahnwesen hauptsächlich beteiligten Bundesregierungen e in - geladen, über die Maßregeln, die wegen der jüngsten schweren Unfälle etwa zu treffen sein werden, ge­meinsame kommissarische Berat u n gen abzu­halten Auf Grund der Ermittelungen über die ge­werbliche Kinderarbeit außerhalb den Fabriken sind in den kommissarischen Beratungen zwischen den Vertretern der beteiligten Ressorts Vorschläge zur Regel­ung der gewerblichen Kinderarbeit (einschließlich der Be­schäftigung der in der Haus-Industrie thätigen Kinder) aufgestellt worden. Diese Vorschläge sind nunmehr den Bundes-Regierungen zur Prüfung zugegangen. Tie aus Veranlassung des Reichsamts des Innern in Preußen angestellten Erhebungen über die Bewegungen des Aus- verkaufswesens sind abgeschlossen. Tas Ergebnis unterliegt der Beratung. Heber die Verwertung desselben ist noch kein Beschluß gefaßt.

Tie Interpellation wegen der Kohlen n o t wird, wie zuverlässig verlautet, vor dem nächsten Freitag nicht im Reichstage eingebracht werden können, weil reich­haltiges Material zur Beleuchtung der Verhältnisse auf dem Kohlenmarkt herbeigeschafft werden soll. Zentrum und Konservative wollen Material für die Besprechung beibringen.

Die Budget-Kommission des Reichstages trat heute zur ersten Lesung des Nachtrags-Etats für China zusammen. Die Kommission beschloß aus An­trag des Abg. Lieber in Ansehung des Umstandes, daß viele Mitglieder abwesend seien, die Sitzung auf den 4. Dezember zu vertagen und den Präsidenten zu er­suchen, die Plenarberatungen über den Haushaltsetat nicht vor dem 10. Dezember beginnen zu lassen, damit die Kommission in der Zwischenzeit vom 4. bis 10. Dezember ungestört beraten könne.

In Witten ist der frühere antisemitische Reichs­tagsabgeordnete Dr. König im Alter von 54 Jahren gestorben.

Einen unserer ältesten Asrikaner, den Dr. Otto Kersten, hat in Altenburg, seiner Vaterstadt, am 22. ds. der Tod ereilt. Dr. K. machte mit dem Freiherrn v. d. Decken Mitte der 60 er Jahre die Reisen in Ostafrika mit. Er entging dem Blutbade der Deckenschen Expe­dition durch die Somali nur dadurch, daß er infolge von Erkrankung nach Europa zurückkehren mußte. Kersten hat später das große Werk über Sansibar verfaßt. Er wurde nach seiner .Herstellung dem Konsulate zu Je­rusalem zugeteilt und hat einige Jahre in Palästina geweilt»

Dem Reichstage und Bundesrat ist soeben vom wissenschaftlich-humanitären Komitee eine Petition z u g e g a n g e n , die eine Abänderung des § 175 R.-St.-G.-B. (Urningsparagraphen) ent­sprechend der fortgeschrittenen wissenschaftlichen Erkennt­nis (im Sinne Kraft-Ebing's) anstrebt. Neben den ersten Vertretern der Medizin und Strafrechtswissenschaft (u. a. Prof. Dr. Günther, Geh. Rat Prof. Dr. R i e g e!, Prof. Dr. Med. E. Pflug und Prof. Dr. med. oet- Pflug, Prof. Dr. P o p p e r t - Gießen), vielen Richtern und Be­amten finden sich unter den mehr als 1000 Unterzeichnern bekannte Namen aus fast allen Zweigen der Kunst und Wissenschaft, wie Ernst v. Wildenbruch, Gerhardt Haupt­mann, Hermann Kaulbach, Max Liebermann, Felix Wein­gartner, Graf Schulenburg, Freiherr v. Oppenheim, Alfred Bock und Dr. Holzapfel- Gießen (phil.), von bekannten Bühnenkünstlern neben den Direktoren des deutschen Theaters und Hofburg-Theaters Adolf v. Sonnenthal, Barnay u. a. m.

lieber die gewerbliche Kinderarbeit außerhalb der Fabriken ist 1898 von reichswegen eine Enquete veranstaltet worden, die überraschend hohe Zahlen ergeben hat. Es sind darnach im Reiche 544 283 schulpflichtige Kinder unter 14 Jahren gewerblich thätig; ein Viertel davon ist noch nicht 10 Jahre alt. Die Thätig- keit der Kinder erstreckt sich vor allem auf folgende Ge­biete: Hausierer sind 3524 Kinder, sogenannteRoll­möpse" (zur Hilfeleistung beim Fuhrwesen, besonders Roll­fuhrwerken) 1376, als Kegnelaufsetzer 12 748, als Back­warenträger 42837, als Zeitungsträger 45 603, als Lauf- ; jungen 35 909.

In Baden haben durch landesherrliche Verord­nung die ft)emeinderäte die Befugnis erhalten, den>Schluß der Wirtschaften während des Sonntags­vormittags bis nach Beendigung des Hauptgottes­anzuordnen. Schon mehrere Gemeinden haben davon Ge­brauch gemacht. Nichte man auch außerhalb Badens auf solck>e Verordungen hinarbeiten!

Ausland.

Loudon, 26. November. Ans Johannesburg wird gemeldet, daß General Botha 20 Meilen vor Der Stadt aufgetaucht ist.

London, 26. November.Daily Mail" meldet, sie habe besonders guten Grund, zu versichern, daß die Nach­richt von einer angeblichen Abmachung zwischen Deutschland und dem Kongostaat, betr. Berichtigung der beiderseitigen Grenze in Ostafrika, ganz unrichtig ist. Deutschland habe keineswegs Belgien für die Ab­tretung afrikanischen Gebietes durch da« Versprechen ent­schädigt, zur Begründung einer belgischen Niederla^nng in Tientsin oder sonstwo in China behilflich zu sein, vielmehr sei seit Monaten nichts zur en^giltigen Regelung der strittigen Grenze bei Kiwusee geschehen. Dies bedeute aber keine Widerlegung der Thatsache, daß Belgien lebhaft bestrebt sei, eine Niederlassung in China zu erlangen und Ruß­lands Hnterstützuug in dieser Richtung hat.

Das Auswärtige Amt bestätigt die Nachricht von dem Aufstande der Ogaden und Somalis in Süd­ostafrika. Unterkommifsar Jenner wurde am 19. November

verräterischer Weise von den Somalis ermordet, die nachts das Lager besuchten, indem sie freundschaftliche Ge­sinnung vorgaben, dann aber die Abteilung angriffen.

Paris, 26. November. Die Kammer trat in die Beratung des Kolonial et ats ein. d'EstournelleS wies auf die Gefahr der übertriebenen kolonialen Expansion hin; UrSleur besprach die Finanzverwaltung )er Kolonieen und führte Klage, daß zu viele unproduktive Ausgaben gemacht werden.

DerMalin" fordert die französischen Frauen auf, nationale Sammlungen einzuleiten, um der Königin Wilhelmiua ein Hochzeitsgeschenk zu widmen als Zeichen des DankeS dafür, daß sie Krüger Hilfe leistete, indem sie ihm dieGelderland" zur Verfügung stellte.

Rom, 26. November. Auf die Interpellation, betr. die Ermordung des Königs Humbert erklärte in der Kammer der Ministerpräsident Saracco, es sei unrichtig, daß im Ministerium deS Aeußeren irgend welche Mit­teilungen vorgelegen haben, worin die demnächstige Er­mordung des Königs angekündigt sei. Unglücklicherweise hätten die Maßregeln sich als nicht genügend erwiesen, weil die betreffenden Beamten ihrer Aufgabe nicht gewachsen waren. (Anhaltende Zwischenrufe.) Besonders der mit der Ueberwachung der Person des Königs betraute Beamte ent­fernte sich kurz vor der Ermordung vom Wagen des Königs. (Zurufe,) Gegen diese Beamten werde disziplinarisch vorgegangen und sie würden gebührender Weise bestraft werden. Der Ministerpräsident erklärt, er erkenne an, daß der öffentliche Sicherheitsdienst nicht auf der Höhe stehe, die Regierung sei damit beschäftigt, die nötigen Reformen einzuführen. Der Ministerpräsident erinnert an bic in Rom abgehaltene Konferenz gegen die A n a r ch i st e n, Ire keinerlei praktisches Ergebnis gezeitigt habe. Dre Regierung habe einen Gesetzentwurf zur Bekämpfung der anarchistischen Propaganda vorbereitet, gebe sich aber keiner Täuschung hin, als ob durch die Maßnahmen des Gesetzentwurfes dem Anarchismus beizukommen wäre. Mit Bezug auf die von den Sozialisten eingebrachte Interpellation erklärte der Ministerpräsident, die Regierung habe die durch die Gesetze gezogenen Schranken nicht über­schritten, da er überzeugt sei, daß die Politik niemals die Gerechtigkeit beeinträchtigen dürfe. (Beifall.) Die Kammer hat die Abstimmung über die gestellten Tadelsanträge ver­schoben.

Zürich, 26. November. Bei den Industriellen und Ge­werbetreibenden herrscht große Verstimmung gegen den Bundesrat wegen beffen Verhalten bei der Verstaat­lichungsfrage der Eisenbahnen. Sie beabsichtigen, die Initiative zu einer Volksabstimmung behufs Aufhebung des Rückkaufsgesetzes einzuleiten. Sie rechnen auf 50 000 Unterschriften, was den Fall des Gesetzes zur Folge hätte.

Budapest, 27. November. Der Unterrichtsminister hat heute wegen konfessioneller Reibungen und wegen der jetzt unter den Studenten besonders häufig vorkommenden Duelle den Universitäts klub sistiert.

Livadia, 26. November. Der Kaiser verbrachte den gestrigen Tag gut; er schlief ein wenig und war in Schweiß. 3 Uhr nachmittags betrug die Temperatur 37.4, der Puls 76, um 9 Uhr abends 37.5 bezw. 72. Nachts schlief der Kaiser gut und hatte reichlichen Schweiß. Morgens war das Be­finden sehr befriedigend. Heute früh um 9 Uhr be­trug die Temperatur 35.6, Puls 70. Bei gutem allgemeinen Verlauf der Krankheit ist eine deutliche Besserung zu beobachten.__________________________________________________

DerHarm!osen -Prozeß.

Heute gelangte eine Reihe von Briefen zur Verlesung, die der Angeklagte v. Kayser an den Zeugen Linde­mann gerichtet hat, und den er wegen einer Spielschuld von 300 Mk. um Nachsicht bittet. ES folgt die Ver­nehmung des Zeugen Lindemann fern, der schildert, wie unangenehm er überrascht worden sei, als er durch den Brief des Angeklagten v. Kayser von der Spielschuld seines Sohnes erfahren habe. Gras von und zu Eglofs - stein wird nunmehr aus der Gefangenenanstalt Plötzensee vorgeführt. Ec sagt aus, daß er sich an der Organisation des geschlossenen Klubs beteiligt hatte. Herr Wolff sei als Mitglied vom Angeklagten v. Kröcher vorgeschlagen worden. Der Zeuge bekundet weiter, daß er bald wieder aus dem Klub auSgeschieden sei. Angaben, wie viel er im ganzen dem Spiele geopfert habe, könne er nicht machen. An dem Angeklagten Wolff sei ihm nie etwas ausgefallen; er habe sich stets als ein Mann von guter Erziehung benommen. Es kommt nun zu einem kleinen Intermezzo. Der Zeuge erwähnt, daß er, als er noch Mitglied des Klubs war, den Wunsch geäußert habe, daß außer Dr. Kornblum auch Assessor v. M. austreten möchte. Der Letztere tritt vor und giebt die Ursache an, weshalb es zu einer Verstimmung zwischen dem Zeugen und ihm gekommen sei. Der Zeuge habe zu seinem, des Assessors v. M., Nachteil eine un­lautere Geschäftspraxis mit Hilfe des Herrn v. Krieg Sh ei m augewendet. Deshalb habe er ihm den Standpunkt klar gemacht und ihn des Betruges bezichtigt. Es werden dann mehrere Zeugen vernommen, die ihre Wahrnehmungen betreffs des gemeinschaftlichen Bankhalters der Angeklagten mitteilen sollen. Die Zeugen haben den Eindruck gewonnen, daß die Angeklagten durch Einschüsse in die Bank auch gemeinschaftlich an dem Gewinn beteiligt waren. Einer der Zeugen hat im Klub der Harm­losen 15 bis 20 000 Mk. verloren. Zeuge: kann nicht an- geben, in welche Tasche diese Summe geflossen ist. Mehrere andere Zeugen sagen aus, daß der Angeklagte v. Schacht- meyer sehrklein" gespielt habe. Durch Vernehmung der Frau Zahn, die im Hause, in dem v. Kröcher wohnte, Schließerdienste verrichtete, wird festgeftellt, daß die An­geklagte Wolff bei v. Kröcher etwa 10 bis 12 Besuche abgestattet hat. Zeuge Fuhrherr Schack kennt den An­geklagten von Schachtmeyer seit drei Jahren.

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v. Schachtmeyer ist auf den Vorschlag des Zeugen ® schäftsteckhaber geworden und hat bei dem im Mai Itzc. stattgefundenen Konkurs verschiedene tausend Mark Verlöre; Es folgt die Vernehmung der Zeugin Ulrich, der Geliebte v. Schachtmeyers. Dieselbe war früher Kellnerin und von dem Angeklagten außer der Kleidung etwa 100 gj£ monatlich erhalten. Als sie mit dem Angeklagten zusannn^ gezogen sei, habe sie 150 Mk. Wirtschaftsgeld mouatlsi bekommen. Zugeben müsse sie, daß sie manche kostspieligen Vergnügungen mitgemacht habe. In der Wohuu^ v. Schachtmeyers sei manchmal Roulette gespielt tootbtr eS hätten sich daran v. Schachtmeyer, v. Kröcher ur? v. Kayser beteiligt. Morgen wird die Verhandlung fortgesetzt.

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Gießen, 27. November 1900.

** Die Grotzh. Bestätigung unseres Bürg» Meisters Mecum ist, wie wir hören, soeben erfolgt.

* Tagesordnung sür die Sitzung der Stadtverorduetrs Versammlung am Donnerstag den 29. November IM, nachmittags Zl/z Uhr: 1. Baugesuch des Heinrich für den Nahrungsberg. 2. Gesuch des H. Hettler, fr. Wässerung seiner Hosraite nach dem Schoorgraben. 3. 8:. gesuch des Jakob Happel für die Rodheimerstraße. 4. z such des H. W. Rinn von Heuchelheim um Erlaubnis Belassung eines BacksteinmacherhäuSchenS im Neustädterfci 5. Baugesuch des August Scheppelmann für den Grohn Steinweg. 6. Ankauf der Plank'schen Hofraite an btt Marburgerstraße; hier: Gesuch der Omnibus-GesellW um Erlaubnis zur Ausstellung einer Wagenhalle. 7. gesuch des Gustav Kreuder für die Neustadt; hier: Avtzck der Baufluchtlinie. 8. Desgl. des Wirts L. Jochem st die Pulvermühle; hier: Geländeerwerb. 9. Gesuch deS Prll Klein von Düsseldorf um Erlaubnis zur Errichtung ir 68 Trinkhallen auf städtischen Plätzen. 10. Erhöhung städtischer Trottoirs; hier: Rechnung des Konrad fRübfamri über Asphaltherstellung. 11. Gewährung freier Lehrmitl!' an den Volksschulen; hier: Anschaffung eines Schranks zr Aufbewahrung derselben. 12. Das Verdingungswest 13. Baugesuch des Karl HaaS V. für die Frankfurterstrch hier: Ankauf der früher Güngerich'schen Hofraite. 14. Fest setzung der Gratifikation an städtische Tagelohn'Arbeitn 14 a. Die Vergebung der Tonnenabfuhr. 15. Gewähre von Witwen- und Waisengeld an die Hinterbliebenen des verstorbenen Gaswerksarbeiters Konrad Will zu Sieben 16. Gesuch des Zweigvereins vom Roten Kreuz unb dr» Alice-Frauenvereins für Krankenpflege um Ueberlossuntz ! Zeichensaales der höheren Mädchenschule zur Spaltung ; von Vorträgen. 17. Ankauf der Löwenstem'scheu Hoft-iil-, ; hier: Vermietung von Räumen in derselben. 18. Gesuch um Gewährung eines Beitrags zur Errichtung eines deutscher. Schriftsteller-HeimS in Jena. 19. Gesuch deS Vereins deutsche Gewerbeschule in Hohenstadt" um Bewilligung einer Beihilfe. 20. Die diesjährige Volkszählung; hier: Bewilligung von Vergütung für die Zähler. 21. Die Diäten der Mitglieder der örtlichen Einschätzung- Kommission. 22. Die Ausführung der Novelle zur Gewerbeordnung vom 30. Juni 1900; hier: Achtuhr-Ladenschluß. 23. Die Aus­leihung von Kapitalien auS der Löber'schen Stiftung. 24. Die Rechnung der Armenkasse Gießen für 1898/99; hier: Revisionsbemerkung 11 zu derselben. 25. Gesuch b-s Karl Loth um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hau: Schanzenstraße Nr. 18.

* Personaluachrichteu. Der Kammerjunker, OberfiW Assessor Hermann Frhr. Schenck zu Schweinsberguu» der Kammerjunker und Ministerialsekretär Adalbert Frühen von Starck wurden zu Kammerherren ernannt.

* Gastspiel Büller. Der hier von seinen frühem Gastspielen her bekannte Künstler tritt hier diesmal zuerst am Donnerstag alsLandowsky" inCircus- lenke" auf. Wir lesen in einem Magdeburger Blatte:

Dieser Clown Landowsky in denCirkusleuten" ist eine Pr°ü Büllerscher Darstellungsknnst geworden, die sich dem besten anreiht, roai er geschaffen. Die ganze Art, in der Büller diesen CirkuL-Mensch-n herausgearbeitet hat, ist einfach meisterhaft. Während diese Rolle str gewöhnlich im Jargon des Berliner dummen August heruntergeoMt wird, stellt er eine Berühmtheit der Artistenwelt auf die Bühne, vrr man im Aeußern, in Bewegung, in Sprache und Gewohnheiten die lang­jährige internationale Schulung auf den ersten Blick ansieht, und die eine derartige innere und äußere Naturwahrheit, ja Naturnotwendigkeit besitzt, daß man immer aufs neue staunen muß. In der Clownsmaoke und mit dem so eigenartigen fremdländischen Accent der Sprache war Büller kaum wiederzuerkennen. Und mit welcher Tiefe und Wahrhasi'g- keit der Empfindung wußte er im letzten Akt die Tragik dieses ganzen Menschenlebens zu eindrucksvollstem Ausdruck zu bringenI Büller in ein ganzer Künstler, ein echter, großer Meister in der Wiedergare menschlichen Leids und menschlicher Freude das hat er un- nnl seinem Clown Landowsky wieder in hervorragender Weise bewiesen.

* Der Kriegerverein feierte den Geburtstag üts Großherzoglichen Paares durch einen gemWcn Familienabend. Den musikalischen Teil hatten Müß»^ des Vereins und ein Gast unter Leitung deS KamerM Philipp Schäfer Übernommen. Amtsrichter Wiener, der Vorsitzende deS Vereins, gedachte in beredten Worten dc hohen Paares und ließ seine Worte in ein dreifach- Hurra für das hohe Paar und den Kaiser ausklingen. ' Telegramm an Se. König!. Hoheit wurde abgesandt. Lehre Kling schilderte in begeisterten Worten die Thaten vc Hessenfursten, vor allem Philipps des Großmütigen. Ehrenvorsitzende des Vereins, Postsekretär i. P. Mayer, brachte ein Hurra den Frauen. Kamerad Kling drach ein Hoch dem deutschen Vaterland. Der Ehrenvorsitzen gedachte seines lieben KriegervereinS, als dessen Schopi und Vater er sich betrachten könne, und wenn er einm ein ernstes Wort spräche, so sei das die Sorge des *>ate um sein Kind. Er wünsche, daß der Berem, an dem Festtage den Eindruck einer großen Famme mach' noch oft solche' schönen, gemütlichen Familienabende fei - möchte. Diesen Worten schloß sich der Vorsitzende soi- an, indem er der Liebe und Verehrung des Vereins 1

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