bat, alsbald wieder, namentlich wenn es erst wieder zum Frühling geht, anwachsen wird. Gibt es doch noch immer Freischaren im Oranjefreistaate, die den Briten zu schaffen machen, wie erst neulich bei Ventersburg, wo die Engländer zwei Dutzend Gefangene verloren. De Wet hat schon so viele Rätsel aufgegeben und überraschend gelöst, daß man von ihm noch mehr dergleichen erwarten kann. Nach einer Meldung Lassans aus Pretoria vom 24. ds., die aber nicht bestätigt ist, müßte eS ihm schlecht ergangen sein; denn nach ihr sollen ihm die Engländer sämtliche Wagen weggenommen haben und er sich in einer sehr geschwächten Versaffung befinden.
Feldmarschall Roberts telegraphiert auS Wondersontem vom 24. dS., General Pole-Carew habe heute, ohne auf den Widerstand des Feindes zu stoßen, der die Berghöhen zwischen Belfast und Dalmanutha besetzt hält, die Stadt Belfast genommen. Auch Lord Roberts kam dort an und traf auch mit den Generalen Buller, Pole- Carew und French zusammen. Bon den Truppen Pole- CarewS wurden bei der Besetzung von Belfast am 24. dS. 14 Mann verwundet. Der Gesundheitszustand der Truppe» hat sich bedeutend ^gebessert. General Hamilton nahm in der Nähe der Station Pienaarsriver 13 Buren gefangen. Lord Methuen soll in Zeerust eingetroffen sein und nunmehr mit Carrington in Verbindung stehen. Buller ist am 23. August heftigem Widerstande des Feindes begegnet. Letzterer hat der englischen Kavallerie eine Falle gelegt und auf kurze Entfernung das Feuer eröffnet. Die Geschütze der Engländer hatten aber das Feuer zum Schweigen gebracht und der Plan der Buten ist mißlungen. Infolge eines Mißverständnisses sind aber zwei englische Kompagnieen von dem Hauptkorps getrennt worden. Sie sind von den Buren umzingelt worden und haben schwere Verluste erlitten. Ein Offizier und zwölf Mann sind gefallen, vier Offiziere und 57 Mann verwundet und 33 Mann vermißt.
Ein Londoner Telegramm besagt: Der von Marschall Roberts zum Tode verurteilte Leutnant C»rdua starb als tapferer Soldat. Er ließ sich nicht binden, kreuzte die Arme über der Brust und benachrichtigte den englischen Pelotonführer, daß er fertig sei. Der Tod erfolgte unmittelbar.
Der russische Kaiser empfing im Peterhos-Palais den Gesandten der Südafrikanischen Republik, Dr. LeydS, in Audienz. Nach einer Depesche aus London richteten die Gesandten von Transvaal einen Bries an Lord Salisbury, worin sie in kräftigen Ausdrücken gegen die jüngste Proklamation Lord Roberts Einspruch erheben; sie behaupten, in vieler Hinsicht stehe diese in direktem Widerspruch zu den Grundsätzen des Völkerrechts.
Politische Tagesschau.
Man meldet aus Erfurt vom 25. d. M.: Unsere Blumenstadt prangt int Festgewand. Die Straßen, die b-usS Kaiserpaar passiert, sind mit Flaggen, Kränzen und Laubgewinden geschmückt. In Zwischenräumen erheben sich mit Blumen und Urnen gekrönte Postamente. Besonders schön geschmückt zeigen sich Hirschgarten und Neuwerkstraße, Negierung, Post, Rathaus. An der Spalierbildung beteiligen sich: am Bahnhof Beamte und Arbeiter der Eisenbahndirektion, bis zum Regierungsgebäude die Knabenschulen, anschließend an diese Kriegervereine und Veteranen; in den anderen Straßen Innungen, Feuerwehr usw. Auf dem Wilhelmsplatz erwarten Kriegervereine das kaiserliche Paar. Auf den Stufen zum Dome nehmen Mädchenschulen Aufstellung. Vor dem zu enthüllenden Denkmal ist ein kostbares Kaiserzelt errichtet; Tribünen umgeben den Platz. Um dreiviertel 10 Uhr traf das Kaiserpaar ein. Der Kaiser begab sich zu Pferde, die Kaiserin im Wagen zum Denkmalsplatz. Den Zug eröffnete eine Abteilung Dragoner aus Hofgeismar, es folgte die Kaiserin mit Gefolge, sodann der Kaiser zu Pferde mit Gefolge. Den .Schluß des Zuges bildete abermaM eine Abteilung Dragoner. Jubelrufe und Hurrah der Volksmenge begleiteten den Kaiser und die Kaiserin aus dem ganzen Wege bis zuni Denkmalsplatz. Um 10. Uhr erschien der Festzug unter Glockengeläute auf dem Denkmalsplatz. Die Ehren- kompagnie hatte das 71. Infanterie-Regiment gestellt. Der Kaiser trug Generals-Uniform und das Band des Schwarzen Adlerordens. Auch die Kaiserin hatte das Band dieses Ordens angelegt. Im Gefolge des Kaisers befanden sich der sOberhofmarschall Graf zu Eulenburg, Oberpräsident v. Boetticher, die Chefs des Militär- und Civil- kabinetts v. Hahnke und v. Lucanus, Oberstallmeister v. Esebeck, Gesandter Graf Wolff Metternich, General v. Plessen, Generalmajor v. SchM, Flügeladjutant Rittmeister Graf Schönburg, Oberstabsarzt Dr. Jlberg. Im Gefolge der Kaiserin befanden sich Kammerherr Graf v. Muelinen, Hof- dante Frl. v. Gersdorfs. Auf dem Denkmalsplatz hatten um Kaiserzelt die Spitzen der Militär-, Staats- uitb Stadtbehörden Aufstellung genommen, an der linken Seite die Ehrenkompagnie, rechts waren die vereinigten Gesang- ?cre!l’t ^^llestellt. Der Kaiser schritt zunächst die Front der Ehrenkompagnie ab, während die Kaiserin sich in das
•l!c.r$c * .bogab, wo ihr ein herrlicher Blumenstrauß überreicht wurde. sJi(uI)|t)cni die vereinigten Gesangvereine einen zum Festtags gedichteten und vom Liedermeister der vereinigten länger, Ritdolph, komponierten Fest- Aesang gesungen hatten, begrüßte der Oberbürgermeister Dr. Schmidt das Kaiserpaar in einer län aeren Ansprache ilnd bat den Kaiser, den Befehl zur Enthüllung des Denkmals zu geben. Auf Befehl des Kaisers fiel dann die Hülle, während die Musik „Heil Dir im Siegerkranz" spielte. Sodann wurde der Choral „Lobe den Herren" gesungen. Der Kaiser besichtigte das" Denkmal in Begleitung des Schöpfers des Denkmals, Professors Brunow Berlin, und des Oberbürgermeisters, und ritt dann um den ganzen Festplatz. Nachdem die Ehrenkompagnie im Parademarsch vorbeimarschiert war, besichtigte ' der Kaiser die Stadt und begab sich zunächst nach dem Friedrich Milhelmsplatz, wo die Kriegervereine aufgestellt und die Mädchenschulen aus den Domstufen gruppiert waren, und
zwar so, daß die Kinder mit farbigen Kleidern ein Waus weißem Grunde bildeten. Der Kaiser schien über diese eigenartige Huldigung sehr erfreut zu sein. Er ritt die Front der Kriegervereine ab. Hierauf begab sich das Kaiserpaar nach dem Rathaus, wo der Kaiserin abermals ein schöner Strauß und dem Kaiser ein Ehrentrunk der Stadt Erfurt in einem zu diesem Zwecke gestifteten Pokale vom Oberbürgermeister überreicht wurde. Der Kaiser nahm diesen an mit folgenden Worten:
Ihrer Einladung zu entsprechen, habe ich mich gern entschlossen in Erinnerung an meinen hochseligen Herrn Großvater. Ich war Zeuge seiner letzten Anwesenheit in Erfurt und werde nicht vergessen den Jubel der hiesigen Bevölkerung und den Ausdruck der hohen Freude der Bürgerschaft darüber, daß die landesväterlichen milden Augen des hochseligen Herrn über der Stadt leuchteten. Seit derzeit hat, wie ich mi chjpersönlich überzeugen konnte, die Stadt einen gewaltigen Aufschwung genommen. Sie wird wohl die größte und maßgebenste Stadt Thüringens werden, dank der Opferfreudigkeit der Bürgerschaft und dank der Hilfe meines Großvaters. Indem ich dresen deutschen Wein an die Lippen setze, verbinde ich, damit Pen innigsten Wunsch, daß die Stadt Erfurt grünen und blühen und sich weiter entwickeln möge, in der Hoffnung, daß es mir immer vergönnt sein werde, ihr den für die Entwickelung eines großen städtischen (Gemeinwesens nötigen Frieden zu erhalten. Dazu verhelfe uns Gott! Auf das Wohl der Stadt Erfurt!
Unter dem Jubel der Bevölkerung begab sich das Kaiserpaar sodann nach dem Bahnhof zurück, wo die s2£b= yeise gleich nach 11 Uhr erfolgte.
Deutsches Reich.
Berlin, 26, August. Das K a i s e r p a a r ist gestern nachmittag gegen 5 Uhr aus der Wildparkstation bei Potsdam wieder eingetroffen.
— Kaiser Wilhelm hatte den Schlachtenmaler Kossak aufgefordert,den Feldmarschall Grafen Waldersee nach China zu begleiten, um eine Reihe Schlachtenbilder vom europäisch-asiatischen Krieg für den Kaiser zu chalen. Kossak hat jedoch diesen Auftrag a b g e l e h n t, und zwar aus Gründen, die der Maler in einem Schreiben an den „Dziennik Poznanski" bekannt giebt. Das Schreiben Kossaks an das polnische Blatt in Pysrn lautet, abgesehen von den einleitenden Sätzen, wörtlich:
„Es ist wahr, haß Kaiser Wilhelm II. mich, aller- gnädigst zum Stab des Feldmarschall Grafen Waldersee berufen hatte, damit ich eine ganze Serie von Schlachtenbildern aus dem Mropäisch-asiatischen Krieg für Se. Majestät herstelle. Jedoch Muß ich Ihnen mitteilen, daß es mir unmöglich ivar, der ehrenvollen und gnädigen Aufforderung Kaiser Wilhelm II. nachzukommen, da ich schon früher Verpflichtungen übernommen hatte, die mir dies zur Unmöglichkeit machten."
— Zum Regierungsjubiläum des Sultan s reist, wie aus Koburg gemeldet wird, in Stellvertretung des Kaisers der zum Manöver dort anwesende General v. Wittich nach Konstantinopel.
— Der preuß. Minister der öffentlichen Arbeiten hat bestimmt, daß bis zum 1. April k. Js. sämtliche Durchgangswagen der vierten Klasse mit Handketten an der Decke zum Festhalten der Reisenden während der Fahrt ausgerüstet werden.
— Der „Reichsanz." veröffentlicht die Verleihung des Adels an den Unterstaatssekretär a. D., Wirkt. Geh. Rat Otto Braunbehrens zu Berlin.
— Am Samstag beging in Niederwalluf am Rhein 'der Geheime Kommerzienrat Dr. Wilhelm Oechelhäuser in stiller Zurückgezogenheit, aber in erfreulicher Frische des Geistes und des Körpers seinen achtzigsten Geburtstag. Oechelhäuser hat ein an Arbeit und Erfolgen reiches Leben hinter sich. Als ^Geschäftsmann, wie als Politiker und Schriftsteller hat er Bedeutsames geleistet. Im parlamentarischen Leben hat er als Mitglied der nationalliberalen Partei des Reichstages von 1878 bis 1893 gestanden und ist dort Handels- und wirtschaftspolitisch, vor allem aber als hervorragender praktischer Sozialpolitiker und unermüdlicher Vorkämpfer der Kolonialpolitik hcrvorgetreten. Diese hat er weiterhin auch als Mitglied des Kolonialrates unermüdlich gefördert; die deutsch-ostasiatische Gesellschaft nennt ihn ihren Mitbegründer, und zahlreiche Unternehmungen in Kamerun sind aus seiner Initiative hervorgegangen.
— Der Magistrat zu Kassel beschloß, in Rücksicht auf die gegenwärtige Waffenbrüderschaft Frankreichs und Deutschlands in China die geplante besonders geräuschvolle öffentliche Sedanfeier auf die üblichen Schulfeiern zu beschränken. Dagegen hat der E r b p r i n z v on Reuß j. L. an Pen Vorstand des Verbandes der Kriegervereine in Reuß j. L. folgendes Schreiben gerichtet:
„Da in diesem Jahre 30 Jahre seit dem großen Kriege verflossen sind, so ist angeordnet worden, daß der Sedantag in Kirche und Schule ganz besonders gefeiert werden soll. Zudem fällt auch in diesem Jahre der 1. und 2. September auf Samstag und Sonntag. Ich erwarte, daß die Krieger- und Militärvereine des Landes diesen nationalen Festtag diesmal ebenfalls ganz besonders feierlich begehen werden, und bitte, diese meine Willensmeinung den zum Landesverbände gehörigen fürstl. reuß. Vereinen mitzuteilen. Es wird nicht verlangt, daß durch die Feier etwa größere Kosten entstehen -.dieselbe kann in einem feierlichen Kirchgänge und sonstigen Veranstaltungen bestehen, die den Vereinen überlassen bleiben. Es ist d r i n g e n d n ö t i g, daß die E r i n n e r u n g an jene Zeit n i ch t v e r l o r e n geht, und dazu müssen besonders die Kriegervereine beitragen.
- - Wie aus Düsseldorf telegraphiert wird, wurde ein Redakteur der „B ü r g e r z e i t u n g" als Streikposten verhaftet.
- Aus Koburg wird telegraphiert: Infolge eines Konfliktes mit der Stadtverordnetenversamnilung legten sämtliche u n b e s o l d e t e n Rc a g i st r a t s r ä t e i h r e Stellungen nieder.
Dresden, 25. August. Der Kongreß deutscher Krankenpfleger beschloß die Regierungen aufzusor- dern, gegen die unter dem Deckmantel der Massage betriebene Unsittlichkeit energisch einzuschreiten.
Ausland.
Rom, 26. August. König Viktor Emanuel wird' nach Ablauf der strengen Hoftrauer dem deutschen Kaiser einen Besuch abstatten.
Mailand, 25. August. An der heute im Dome abgehaltenen Trauerfeier für König Humbert nahmen sämtliche Militär- und Zivilbehörden teil. Der Kardinal Ferrari nahm persönlich die Einsegnung des Katafalks vor.
Wien, 26. August. Die Behörden in Pilsen verhafteten einen Italiener namens Jlongo, bei dem höchst verdächtige, in Amerika aufgegebene und nach Montebellina adressierte Briese vorgefunden wurden. Diese Briefe enthalten Andeutungen über geplante Attentate.
— Das Wiener katholische Aktionskomitee beschloß aus Anlaß der Kassation des Generalstabshauptmanns Lei- dochowski die Einleitung einer großen Bewegung gegen den Duellzwang.
Budapest, 25. August. Der serbische Generalkonsul Barlovatz reiste nach Belgrad ab, um die Aussöhnung des Königs Alexander mit Milan herbeizuführen.
Bukarest, 25. August. Nach Meldungen des rumänischen Vertreters in Sofia werden auf die dortigen Rumänen große Pressionen ausgeübt, die ihnen vom mazedonischem Komitee abgepreßten Summen vor Gericht als freiwillige Spenden zu erklären.
— Im Verlaus der gerichtlichen Untersuchung gegen die bulgarischen Meuchelmörder wurde der Plan einer großen Revolution bloßgelegt, die nächstes Frühjahr in Mazedonien und Albanien gegen die Türkei losbrechen sollte.
Petersburg, 26. August. Der Finanzminister beabsichtigt, demnächst für eine Reihe von Artikeln, weitere Er^ Höhungen des Einfuhrzolles anzuorbnen'.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 28. August 1900.
+ Großen Buseck, 26. August. Nachdem im verflossenen April Lehrer Luley von hier als Turnlehrer an das Realgymnasium zu Mainz versetzt worden war, gelangte alsbald die dritte Schulstelle zur Ausschreibung. Vor einigem Tagen nun erhielt Lehrer Neumann, der seither längere Jahre in Utphe wirkte, du Dekret, durch das ihm die hiesige dritte Lehrerstelle definitiv übertragen wurde.
„e.“ Krofdorf, 26. August. Am nächsten Sonntag werden die Kirchweihfeste in den 12 Ortschaften der vereinigten Bürgermeisterei Atzbach-Launsbach gefeiert werden.. Diese Festsetzung aus diesen einen Tag ist seinerzeit durch den Bürgermeister Colnot erfolgt und wird bis heute noch, zur Freude aller Dorfbewohner beibehalten.
»i“ Kinzenbach, 26. August. DaS Infanterieregiment Kaiser Wilhelm hielt am 16. August ix dem Gelände hiesiger Gemarkung ein Gefechtsschießen ab, wobei es trotz der großen Vorsicht der Mannschaften doch ohne Flurschaden nicht abging. Wenn wir hier auch Dreifelderwirtschaft haben, so konnte eS bei der kleinen Gemarkung doch nicht gut vermieden werden, daß sich die Uebung aus einem Feld in das andere erstreckte. Da unsere Landwirte an diesem Tage zu sehr mit dem Ein- ernten der Sommerfrucht beschäftigt waren, so wurde man erst nach einigen Tagen allgemein auf den Schaden aufmerksam, weshalb sich derselbe auch nicht mehr genau feststellen ließ. Am gestrigen Tage traf ein höherer Offizier von Gießen hier ein, der im Beisein des Feldamtes und des Gemeindevorstehers die Fluren besichtigte. Namentlich zeigten sich bei Erbsen, Klee, sowie besäeten Stoppelfeldern noch deutliche Spuren von Schaden, für den auch Entschädigung bewilligt wurde. — Einem bedürftigen Krieger hiesiger Gemeinde von 1870 ist vom 1. August ab bis aus weiteres eine Unterstützung von jährlich 312 Mk. aus dem kaiserlichen Dispositionsfonds bei der Reichs-Hauptkasse bewilligt worden Die Auszahlung wird allmonatlich mit 26 Mk. im voraus durch die RegierungS-Hauptkaffe trt Koblenz erfolgen. A .
-z- Petterweil, 26. August. Dieser Tage stürzte der Arbeiter Georg Biedenkapp aus Rodheim v. d. H.,.zurzeit bei Landwirt Becker hier beschäftigt, beim Fruchteinlegen kopfüber in die in voller Geschwindigkeit thätige Dreschmaschine. Der Körper des Verunglückten wurde bis zur Brust vollständig zermalmt, sodaß der Tod sofort ein trat. Der Verunglückte hatte sich beim Einlegen dcr frucht zu weit vornübergebeugt, sodaß ihm von der Trommel der Maschine die Hände ersaßt und der Körper mit hinein gezogen wurde bis zu den Beinen, die oben aus der fc fchine herausstanden.
-nn- Darmstadt, 26.August. Der Großherzog wird morgen vormittag nach Jagdschloß Oberhof, das bei Gotha im Thüringerwald zwischen großen Tannenwaldungen liegt und Eigentum der Herzoglichen Familie in Koburg ist und wo auch die Herzogin-Witwe und die Großherzogin Viktoria Melitta einige Zeit Aufenthalt genommen haben, abreifen. Oberhof liegt ca. 800 Mtr. über dem Meeresspiegel und ist auch klimatischer Luftkurort. Der Großherzog wird in den ausgedehnten Waldungen auch einige Tage der Jagd obliegen und am Freitagmittag ab Erfurt nach Berlin ab- reisen um, einer Einladung des Kaisers folgend, an der' am SamStag dort stattfindenden großen Herbstparade teilzunehmen. Das Gefolge, bestehend aus Generaladjutant Oberst Frhr. v. Grancy, den Flügeladjutanten Major Frhr. Röder v. Diersburg und Rittmeister Krämer, sowie Oberstallmeister Major v. Riedesel, wird am Donnerstag von hier abreisen, in Ersurt übernachten und sich am Freitag- mittaq dort dem Großherzog auf der Fahrt nach Berlin anschließen. Die Leibpferde des Großherzogs werden voraussichtlich am Mittwoch unter entsprechender Begleitung nach Berlin transportiert. Die Rückreise erfolgt am Mon-


