Ausgabe 
28.7.1900 Zweites Blatt
 
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'fung der koreanischen Behörden mit allem Notwendigen ver­sehen. Die Abteilung marschiert nach Pinjan, wohin ein Arzt beordert wurde, um die Verwundeten nach Söul zu überführen. Der Kaiser von Korea befahl, den Leuten die freundlichste Aufmerksamkeit zu widmen. 72 Kilometer nördlich! vckn Mukden an der Bahnstrecke liegt die Stadt Tielin oder Thieling. Eine Abteilung üon 200 Sol­daten hatte diesen Ort verlassen und war nach Norden auf- gebrochen. Sie hatte eine zahlreiche Schar chinesischer Christen mitgenommen, was ihren Vormarsch sehr er­schwerte. Von Anfang an wurde sie von den Boxern ge­drängt und hatte zahlreiche Verwundete. An der Station Taotschau, etwa 115 Kilometer südlich von Kharbin, waren 200 Mann aufgestellt, um ihren Rückzug zu decken. Ob sie gerettet, ist noch fraglich In den chinesischen Städten unweit der Bahnstrecke in der mittleren Mandschurei sind Kruppsche Geschütze vorhanden. Auch auf dem Ssungari und dem Ussuri dauern die Schwierigkeiten fort. Ein Tele­gramm des Generals Gro^ekow meldet vom 24. dS. aus Khabarvwsk, daß am Nachmittag desselben Tages der Dampfer Weliki Knias Alexei mit einer Abteilung unter Befehl des Obersten Servianiow an Bord auf dem Ussuri von den Chinesen beschossen wurde; bei Ankunft des Dam­pfers am Landungsplatz wurden viele Feuer gesehen und Signale gehört. Ein Kosakenoffizier erschien am Dampfer und bat um Hilfe. Oberstleutnant Wroblewski erhielt Be­fehl vom General Gribski, a l l e ch i n e s i s ch e n Posten zu vernichten. Er nahm das Kosakenkommando an Bord des Dampfers und besetzte 4 Kilometer weiter das chinesische Ufer mit zwei Kompagnien, die, als sie sich dem chinesischen Posten näherten, mit einem starken Gewehrfeuer empfangen wurden. Drei chinesische Pulverdepots wurden in die Luft gesprengt. Auf feiten der Chinesen wurden 3 00 getötet, auf russi­scher Seite wurden ein Kosak und fünf Schützen getötet, ein Hauptmann, sechS Schützen und zwei Kosaken verwundet.

Zu der Uebernahme der Eisenbahn in der Mandschurei in russische Verwaltung erfährt unser Berliner Mitarbeiter aus sicherer Quelle, daß Ruß­land hierbei nicht eigenmächtig gehandelt hat. Die dortigen ältesten Offiziere der verbündeten Truppen mit Ausnahme des britischen haben sich vielmehr durchweg für die russische Verwaltung ausgesprochen, sodaß Rußland gewissermaßen im Einverständnis mit den anderen Staaten, mit Ausnahme Englands, gehandelt hat.

Rüstungen.

Berlin, 27. Juli. Der Ausmarsch der 1. und 2. Eskadrondesost asiatischenReiter-Regiments auS Potsdam hat am Donnerstagnachmittag in feierlicher Weise stattgesunden. Unter brausenden Hochrufen der ersten Garde-Ulanen, in deren Kaserne die Ostasiaten bisher ein- guartiert waren, marschierten diese gegen 9% Uhr von dort ab. In der Garnisonkirche hatten sich die Offiziere der Potsdamer Regimenter, ferner die Deputationen von Mann­schaften der Potsdamer Garde-Regimenter und des Lehr- Infanterie - Bataillons eingesunden. Hofprediger Keßler richtete an die jungen Krieger eine tief ergreifende Abschieds- Predigt. Um 3i/2 Uhr setzte sich dann, begleitet von einer vieltausendköpfigen Menschenmenge der Zug nach dem Bahn­hof in Bewegung. Hier traten die Ostasiaten vor den bereit stehenden Zug und erwarteten den Kronprinzen, der mit seinem Adjutanten mit brausenden Hurrahs be­grüßt, in offenem Wagen erschien. Auch der Erbprinz von Hohenzollern war zur Verabschiedung erschienen. Generalmajor der Artillerie v. Dulitz hielt hieraus an die ausreisenden Krieger eine kurze AbschiedSrede. Der Kron­prinz trat an die Offiziere der Ostasiaten heran, reichte Jedem die Hand und wünschte ihnen glückliche Wiederkehr. Gegen 4 Uhr nahmen die Truppen in den Koupees Platz. Musikkapellen spielten Abschiedslieder, bis um 4 Uhr 10 Min. der Augenblick gekommen war, wo sich unter den Klängen desMuß i denn, muß i denn zum Städtele hinaus" unter brausendem Hurra der Zurück­bleibenden und unter Hüte- und Tücherschwenken der Zug langsam in Bewegung setzte.

Die Kaiserin hat den Füsilieren ihres Regiments Königin", die an dem Feldzuge nach China teilnehmen, ihr Bild mit der eigenhändigen NamenSunterschrist ge­schenkt. Während ihres neulichen Besuches in Sonderburg übergab sie persönlich dem Kommandeur des dort garni- sonierenden Bataillons die Photographie für seine Soldaten.

Am Donnerstag Nachmittag hat die kriegsstarke ost­asiatische Eisenbahnkompagnie unter dem Beseh! des Hauptmanns Neumann von Berlin aus die Reise nach China angetreten. Zum Abschied trat die Kompagnie um 2 Uhr seldmarschmäßig ausgerüstet aus dem Kasernenhose des Eisenbahnregiments Nr. 1 an. Die AbschiedSrede hielt der Generalleutnant Rothe. Mit dem Abschiedsliede: Muh i denn, muß i denn zum Städtle hinaus" setzten sich na$ bcm Lehrter Bahnhose in Bewegung. Um 5 Uhr 5 Min. «folgte die Abfahrt nach Bremerhaven. ®tc Telegraph en-Abteilung hat auch gestern vom Lehrter Bahnhof in Berlin auS die Reise nach China an- getreten. Die kriegsstarke Kompagnie stand in der Tropen- Uniform feldmarschmäßig ausgerüstet auf dem Kasernenhof dcs TelegrapheN'BataillonS Nr. 1, wo wiederum General­leutnant Rothe eine Ansprache an die Truppen hielt, in der er sie aufforderte, dem Vaterlande und der Armee Ehre zu machen, und allen eine glückliche Heimkehr wünschte. Zahlreiche Angehörige und Bekannte der Scheidenden be« gleiteten sie nach dem Bahnhofe.

Ein Abschiedsfest für die ostasiatischen- Truppen-Formationen, daS SanitätS Personal der vier Feldlazarette und die beiden Proviant-Kolonnen, die in Spandau errichtet wurden und gestern abend nach Bremerhaven abfuhren, fand vorgestern in Spandau statt. Zu dem Fest, das von der Stadtverwaltung veranstaltet wurde, waren Magistrat und Stadtverordnetenversammlung in corpore, sowie ein nach tausenden zählendes Publikum aus den verschiedensten Schichten der Bevölkerung er­schienen. Die Mannschaften wurden von der Stadt bewirtet.

Die Stadtverordneten von Münster i. W. bewilligten 3000 Mk. zur Pflege der in China verwundeten deutschen Truppen.

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Ein Befehl des Zaren ordnet die sofortige Formie- rung von 12 Feldspitälern fürOstasien in Moskau an.

Ein holländischer Dampfer ist am 24. d. MtS. von Hongkong nach Shanghai in See gegangen.

Wie aus Sydney gemeldet wird, bat die dort abge­löste Mannschaft des KreuzersCormoran" einmütig, statt entlassen, nach China abgesandt zu werden.

Telegramme deS tz-tetzeuer Anzeigers.

Berlin, 27. Juli. lieber den Abmarsch der Truppen aus dem Lager von Döberitz berichtet man: Um 1/a4 Uhr sammelten sich die Kompagnien vor dem Appellpatz und wurden aus die einzelnen Wagenabteilungen verteilt. Um 3 Uhr 50 Min. setzte sich das Bataillon nach dem Bahnhof in Bewegung, begleitet von der Musik des 3. Garde-Feldartillerie-Regiments, zwischen den Spalier bildenden Truppen und dem nach tausenden zählenden Publikum hindurch. Sofort nach der Ankunft auf dem Bahnhof wurden die Mannschaften verladen.

London, 27. Juli. AuS Yokohama wird gemeldet: Den letzten Nachrichten aus Söul zufolge Protestierte Korea gegen die Anwesenheit der russischen Fremd­linge. Nach einer Besprechung mit dem russischen Vertreter in Korea gestattete die Regierung die Anwesenheit der Russen nur unter der Bedingung, daß diese unverzüglich nach Port Arthur geschafft werden.

London, 27. Juli. Der Befehl des Vizekönigs von Schantung an die Gouverneure und Generale der Provinzen, sich für den Angriff und die Verteidigung vor- zubereiten, wird hier ungünstig beurteilt. Man er­blickt hierin den Beweis einer bevorstehenden Kriegs­erklärung und glaubt, daß die Chinesen nur Zeit zu gewinnen suchten.

London, 27. Juli. Die Chinesen aus der Um­gegend von Tientsin ziehen sich einem Shanghaier Te­legramm zufolge zurück. Sie haben eine Stellung auf der Eisenbahnlinie nach Peking eingenommen, in der Ab­sicht, den Vormarsch der verbündeten Truppen zu ver­hindern.

London, 27. Juli.Daily Expreß" meldet aus Kvbe: Der russische Gesandte ist vom Könige von Korea in Audienz empfangen worden, wobei er um die Erlaubnis nachsuchte, russische Truppen auf koreanischem Gebiet l a n d e n zu dürfen. Tas Blatt bemerkt dazu, daß, wenn diesem Gesuch stattgegeben werden würde, ernste Verwickelungen zwischen Japan und Rußland zu befürchten seien.

London, 27. Juli.Daily Mail" meldet aus Kobe, daß die Lage in Sibirien und der Mandschurei sehr ernst ist, und das Rußland die größten Schwierigkeiten bei der Niederwerfung des Ausstandes findet.

London, 27. Juli. Nach einer Shanghaier Meldung derDaily Mail" erklärte der eingeborene Dolmetscher, der die Nachricht vom Tode Sir Robert HartS nach Niutschwang überbrachte, Peking bereits am 2. dS. verlassen zu haben.

London, 27. Juli. Morning Post berichtet, daß der Kaiser von China auch die Königin Viktoria um ihre Vermittelung gebeten hat. Die amerika­nische Regierung hat die Massen-AuSfuhr ver­boten. Daily News meldet aus Shanghai: Die hiesigen Konsuln sind der Ansicht, daß sämtliche in letzter Zeit ver­öffentlichten Edikte und amtlichen Meldungen aus Peking vom Prinzen Tu an herrühren. Daily Mail erfährt aus Petersburg: Finanzminister Witte hat eine Depesche deS Direktors der russischen Bank in Peking erhalten, in der mitgeteilt wird, daß sämtliche von Europäern bewohnten Häuser sowie 3000 chinesische Häuser am 16. Juni zerstört oder niedergebrannt wor­den sind.

Loudon, 27. Juli. Ein Shanghaier Telegramm der Daily Mail" berichtet, daß, als die Unruhen in Mukden ausbrachen, der dortige Bischof sich mit 200 eingeborenen Christen bewaffnete und Vorkehrungen zur Verteidigung traf. Als die regulären chinesischen Truppen herankamen, glaubten die Christen, es würde ihnen Schutz gebracht. Als die Truppen jedoch kaum in die Nähe der Christen gelangt waren, gaben sie aus diese Feuer und machten gemeinsame Sache mit den Boxern. Alle Christen mit Ausnahme des Bischofs wurden ge­tötet. Der Bischof selbst wurde zum Vizekönig geführt und nach langen Foltern enthauptet. Sein Kopf wurde am Eingänge der Wohnung des VizekönigS auf­gesteckt. DaS Telegramm fügt hinzu, daß 15 000 Japaner in Shuugchan-kwan gelandet sind. Die Chinesen machten Mine, Widerstand zu leisten, gaben aber nachher nach.

Petersburg, 27. Juli. Die Truppensendungen nach China werden eifrig fortgesetzt. Aus dem War­schauer Militär-Bezirk gehen 8 Schützen-Regimenter und 6 Batterien nach Ostasien. In den Infanterie-Regimentern finden Losungen statt. Die Zahl der Ausgelosten schwankt zwischen 80 und 270 Mann pro Regiment. Die Chi­nesen haben nach den letzten Meldungen die Beschießung von Blagowieschtschensk eingestellt.

Washington, 27. Juli. Admiral Remey telegra­phiert: Nach UntersuckMng sei festgestellt worden, daß die Amerikaner sich nicht an der Brandlegung und Plün­derung Tientsins beteiligt haben. Tie koreanische Re­gierung telegraphierte aii ihren hiesigen Vertreter, es sei unrichtig, daß die Bo x er die k o re a n i f che Grenze überschritten hätten, und daß die Ausstandsbewegung sich auch auf Korea ausgedehnt hat._____________________

Der Krieg in Südafrika.

Lord Roberts ist in Balm oral, einer Eisenbahn« station zwischen Pretoria und Middelburg, angekommen. General Hutton hat den Bure» ein Gesecht geliefert,

das für diese ungünstig ausfiel. Die Generale Hutton und French verfolgen den fliehenden Feind. Roberts meldet heiter. General Hunter hat am 23. ds. die Stellungen der Buren aus den südlich von Bethlehem befindlichen Hügeln angegriffen. Nach einem den ganzen Tag an- dauerden Gefechte wurde ein Hügel genommen und aus einen zweiten, der den Paß beherrschte, ebenfalls ein Sturm­angriff unternommen. Dieser Angriff fand heftigen Widerstand und glückte nicht. Die leichte Hochländer- Jnfanterie wurde durch ein heftiges Feuer gezwungen, sich zurückzuziehen. Der englische Verlust beträgt etwa 50 Mann. Am 24, ds. besetzte Hunter einen Ein­schnitt hinter dem Passe, und am 25. räumte der Feind seine Stellungen.

Deutsches Keich.

Berlin, 26. Juli. Aus Bremerhaven wird ge­meldet: Der Kaiser und die Kaiserin trafen heute Nachmittag hier ein. Graf Bülow kam bereits heute morgen an. Im Hafen wird angestrengt an der Fertig­stellung der drei morgen mittag abgehenden Transport­dampferHalle,Dresden" undBatavia" gearbeitet. Die Truppen sind noch nicht hier, die etwa 4000 morgen ab­gehenden Mann treffen erst morgen früh ein, die übrigen 8000 werden successive auf weiteren sieben Dampfern bis zum 4. August verschifft. Der Kaiser beabsichtigt, bei sämt­lichen Ausreisen zugegen zu sein.

Der Kaiser hat eine Verordnung erlassen über die Voraussetzungen über Ausschluß der Oefsent- lichkeit im militärgerichtlichen Verfahren wegen Gefährdung der Disziplin. Die Verordnung lautet:

Ich erlasse hierdurch über die Voraussetzungen, unter denen nach Inkrafttreten der Militär-Straf­gerichtsordnung vom 1. Dezember 1898 das Gericht die Oefsentlichkeit der Hauptverhandlung wegen Gefährdung der Disziplin ausschließen soll, folgende allgemeine Vor­schriften. Die Disziplin verlangt, daß auch im gericht­lichen Verfahren -d,as Ansehen der Kommandogewalt» der militärischen Einrichtungen, Verordnungen und Ge­bräuche erhalten, der Sinn für die unbedingte Unter­ordnung des Untergebenen unter den Vorgesetzten jeden Grades gewahrt und dem berechtigten Ehrgefühl aller Beteiligten, insbesondere derjenigen des Offizierstandes,. Rechnung getragen wird. Sobald dieser Grundsatz ge­fährdet ist, sei es nach dem Gegenstände der Anklage, nach den Eigenheiten des zur Verhandlung kommenden Falles, nach der Persönlichkeit des Angeklagten oder der Zeugen, nach zeitlichen oder örtlichen besonderes Verhältnissen, ist die Oefsentlichkeit auszuschließen. Die Prüfung, ob der Ausschluß der Oefsentlichkeit zu be­antragen, gehört in erster Linie zu den Pflichten des Gerichtsherrn und des Vertreters der Anklage. Aber auch die erkennenden Gerichte sind verpflichtet, ohne solchen Antrag die Oefsentlichkeit für die ganze Ver­handlung oder einen Teil derselben auszuschließen, wenn die Voraussetzungen hierfür nach dem vorstehend von mir gegebenen Grundsatz eintreten. Gegeben Neues Palais, den 28. Dezember 1899. Wilhel m".

Obwohl die Verordnung bereits im Dezember 1899 gegeben worden ist, wird sie erst jetzt veröffentlicht.

DerReichsanz." veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung vom 15. ds. M. betreffend die Inkraft­setzung der Militär-Strafgerichtsordnung vom 1. Dezember 1898 für das o st asiatische Expedi­tionskorps.

Die kaiserliche Familie trifft Anfang August in Wilhelms höhe bei Kassel ein.

Prinz Oskar, der fünftälteste Sohn des Kaiser­paares, vollendet morgen sein 12. Lebensjahr. Der Prinz wurde am 27. Juli 1888 geboren, am 42. Regier­ungstage des Kaisers; er W also der erste Prinz, der als Sohn des deutschen Kaisers das Licht der Welt erblickte.

Der neu ernannte Kolonialdirektor Dr. S t u e b e l weilt zurzeit auf der Heimreise nach Deutschland in New York. Von dort wird er sich in einigen Tagen nach Deutschl- land einschiffen.

Der frühere französische Minister-Präsident Bour­geois, der vor einigen Tagen hier weilte, hat, wie In­formationen zuvorlässig ergeben haben, dem hiesigenj Auswärtigen Amte keinen offiziellen Besuch ab­gestattet.

DasBerl. Tgbl." meldet aus Kiel: Die Neu- formation des Ersatzbataillons ist erfolgt. Major Duerr, der stellvertretende Inspekteur, ist zum Oberstleutnant befördert. Der überzählige Major v. Kehler wird Kommandeur des ersten Bataillons. Außerdem sind fünf Kompagniechefs ernannt.

Ausland.

London, 26. Juli. Unterhaus. Laurie weift auf das vom deutschen Reichstag angenommene Handels­provisorium mit England hin, wodurch Kanada und Barbados für ihre Produkte von der Meistbegünstigungs- klausel ausgeschlossen seien, weil Kanada dem britischen Reiche besondere Vorteile eingeräumt habe, die andere Länder nicht genießen. Laurie richtet an Balfour die An­frage, ob er wisse, daß durch diese differentielle Behandlung die Produkte Kanadas, die die Folge davon sei, daß Kanada England besondere Vorteile gewähre, die Einführung kana. bischer Produkte nach Deutschland verringert wurde und ob die Regierung beabsichtige, Kanada dafür gewisse Handels­vorteile zu bieten. Balfour erwiderte, daß er nicht genau über die Gründe unterrichtet sei, die die deutsche Regierung zu ihrer Handlungsweise bestimmten, und über die Wirkung dieser Handlungsweise auf die Ausfuhr kanadischer Produkte nach Deutschland. Was den letzten Teil der Frage betreffe, könnten alle wichtigen Artikel von Kanada frei nach England eingeführt werden. ES könne daher keine Zollermäßigung mehr gewährt werden. Der Staatssekretär für Indien teilt im Lause feiner Darlegungen über das Budget für Indien mit, er habe Vorkehrungen getroffen für die Emis­sion einer Anleihe von drei Millionen Pfund zur Deckung der durch die Hungersnot notwendig gewordenen Mehr-»-