ausgaben. Er hoffe, daß dieser Betrag für alle Ersorder« nisse bis Ende Oktober genüge.
— Das Oberhaus nahm die dritte Lesung des Gesetzentwurfes betr. das Verbot der Waffenausfuhr an.
— Aus Bekwai wird vom 22. Juli berichtet: Eine von Oberst W i l k o ck S abgesandte Streitmacht von 800 Mann überraschte und zerstörte ein großes Feldlager bet Ko kofu und erbeutete eine große Menge Schießpulver und Gewehre. Kokofu wurde dem Erdboden gleich gemacht. Dieser Erfolg macht den Weg zwischen Prahsu und Esumeja wieder frei. Der Feind hat große Verluste, die Engländer keine.
Paris, 26. Juni. Der „Matin" veröffentlicht einen Bericht des Generalgouverneurs von Westafrika, Claudia, in dem bestätigt wird, daß die Mitglieder der Mission Blanchet bei Atar in einen Hinterhalt gefallen sind, in den sie von Achmed, dem Sohne des Königs, gelockt wurden. In der Depesche vom 23. Juli spricht Claudio die Ansicht aus, daß sich zwei Europäer der Mission Blanchet und ein Dolmetscher lebend beim Könige von Adra befinden.
— Vor dem Schwurgericht von Draguignan sand die Verhandlung gegen Max RsgiS und 10 Mitangeklagte statt, welche beschuldigt sind, im September 1899 sich in der Villa Antijuive in Algier eingeschloffen und von dort auf die Polizeibeamten geschossen zu haben. Alle Angeklagten wurden freigesprochen.
Budapest, 26. Juli. In der Gemeinde Mosorin im Bacser Komitat sand aus Anlaß einer Tanzunterhaltung ein Zusammenstoß zwischen Bauern und Gendarmerie statt. Letztere machre von der Waffe Gebrauch, und nach einem Kampfe blieben ein Gendarm und drei Bauern tot, 18 Bauern lebensgefährlich verletzt auf dem Platze.
Belgrad, 26. Juli. Der frühere serbische Ministerpräsident Nikolajewitsch erklärte einem österreichischen Journalisten gegenüber, ganz Serbien sei über die Verlobung des Königs erbittert. Wenn es Milan nicht gelingen sollte, die Heirat zu verhindern, könnten ernste Ereignisse eintreten. Alle Meldungen von Glückwunschtelegrammen und Deputationen seien gefälscht. Der Metropolit hat sein Widerstreben gegen die Vermählung infolge einer Unterredung mit dem König fallen gelassen und seinen Segen zur geplanten Heirat gegeben. Das neue Ministerium trifft energische Vorkehrungen zur Aufrechterhaltung der Ordnung. Trotzdem verharrt man in Belgrad im Widerstand gegen die Verheiratung des Königs Alexander, besonders seitens der Frauen. — Der ganje Hofstaat wird gewechselt. Ein Gerücht sagt, daß die Generale Zinzar Markowitsch und Djukitsch pensioniert werden. Der Zar wünschte dem König alles Glück. a
Konstantinopel, 26. Juli. Fünf Schiffe der russischen FreiwilligeN'Flotte nnd 6 Schiffe der russischen Schwarzen Meer-Gesellschaft wurden von der russischen Regierung requiriert, um Truppen nach Ostasien zu befördern. Die russische Schwarze Meer Gesellschaft wurde angehalten, Mitte August weitere Transportmittel zur Verfügung zu halten.
Washington, 26. Juli. Ein hier eingetroffenes Telegramm des amerikanischen Generalkonsuls in Panama besagt: Die Revolution ist gescheitert. Die Liberalen ergaben sich wider Erwarten. Panama ist ruhig.
New Orleans, 26. Juli. Der Polizeihauptmann einer Patrouille, die einen Ungarn zu verhaften suchte, wurde am Dienstag von diesem getötet. Jnfolgedeffen wurden die Ungarn gestern abend von einem Pöbel- Haufen verfolgt, der viele von ihnen tötete, andere schwer verwundete. Die Polizei war außer Stande, dies zu verhindern. Bisher sind 4 Schwarze tot und 12 schwer verletzt. Der Gouverneur wird die Staatsmiliz aufbieten, da eine Fortdauer der Unruhen zu erwarten ist, bis der Neger ergriffen ist, der zwei Polizeibeamte erschoß.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 27. Juli 1900.
Der Gießener evangelische Kirchengesangverein wird am nächsten Sonntag nachmittags 2 Uhr in der schönen Marienkirche zu Lich in einem liturgisch-musikalischen Gottesdienst mitwirken. Dagegen ist die übliche Ausführung am Ende des Sommersemesters auf den Anfang des Wintersemesters verschoben worden, da bei den gegenwärtigen musikalischen Ferien nur sehr schwer Solisten zu haben sind.
** Zu den häßlichen Vorgängen, die sich in Mainz bei Gelegenheit der Gutenbergfeier abgespielt haben, wird der „Frkf.Ztg.^ aus Darmstadt mitgeteilt, es fei sehr wahr- fäeinhd), daß, falls nicht anderweitig eine befriedigende Aufklärung der Affaire erfolgt, als sie die bekannte Note des Rektorats der technischen Hochschule versuchte, die Zweite Kammer sich gelegentlich der Etats-Debatte damit befassen wird.
•* Äuber.Megatta. Wie bekannt, hält am kommenden Sonntag bte Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 ihre zehnte Ruder-Regatta auf der Lahn ab. Die Preise sind in dem Schaufenster der Firma Wilh. Reiber, Möbelfabrik am SelterSweg ausgestellt. Die verschiedenen Rennen um diese prachtvollen Preise versprechen, den eingegangenen Meldungen hervorragender Mannschaften und Skuller nach zu urteilen, hochinteressant und die Endkämpfe sehr heiß zu werden, wodurch der Reiz einer Regatta noch wesentlich erhöht wird. Gleichzeitig möchten wir noch darauf aufmerksam machen, daß dieses Jahr auch Nichtmitgliedern, aber nur wenn dieselben im Besitz von Passepartouts sind, der Zutritt zu der nach der Regatta in Steins Sälen stattfindenden Reunion gestattet ist.
Frankenberg, 26. Juli. Das heutige Landwirtschaftliche Fest sand einen trüben Abschluß durch ein
Großfeuer, das gegen Vzl Uhr an dem in direkter Nähe des Festplatzes gelegenen Leckerberg auSbrach. Da TagS über eine sengende Hitze geherrscht hatte, so vergnügten sich in den kühlen Abendstunden noch zahlreiche Festteiluehmer auf dem Festplatze. Plötzlich schlug auS dem Gebäude des Schuhmachers Dehnert eine mächtige Flamme empor. Gleich darauf standen auch schon vier Scheunen und einige Wohnhäuser in Brand. Man mußte sich daraus beschränken, Menschen und Vieh in Sicherheit zu bringen. Die ver- f (Siebenen Feuerwehren ber Umgegenb wetteiferten mit ber hiesigen barin, bem weiteren Umsichgreifen bed Feuers Einhalt zu gebieten, was auch mit dem grauenden Morgen gelang. Die neuen Hydranten kamen den Löscharbeiten sehr zu Statten. Im Ganzen find vier Scheunen total abgebrannt und mehrere Wohnhäuser stark beschädigt. Die Ursache des Brandes ist noch nicht ermittelt; es wird erzählt, daß in einer Scheune eine Laterne explodiert sei.
Darmstadt, 26. Juli. Gestern fand dahier die Generalversammlung des katholischen Lehrervereins für das Großherzogtum Hessen statt. Folgende Resolution sand einstimmige Annahme:
"Die am 25. Juli zu Darmstadt tagende Generalversammlung des Katholischen Lehrervereins im Großherzogtum Hessen erhebt die dringende Bitte an die Erste und Zweite Kammer und an die hohe Landesregierung, daß dieselben in Ansehung der großen materiellen Notlage der Landlehrer dahin wirken, daß für dieselben eine zeitgemäße Gehaltsaufbesserung noch in diesem Jahre, und zwar mit Wirkung vom 1. April 1900 an, auf gesetzlichem Wege herbeigeführt werde."
Bingen, 25. Juli. Eine tragikomische Geschichte passierte einem hiesigen Einwohner. Er hatte sich abends in der Nahe durch ein Bad erfrischt, und fanb hernach, als er wieder ans Land stieg, von seinen dort niedergelegten Kleidungsstücken nur noch Rock und Hut vor, während alles andere verschwunden war. Dem Mann blieb nichts anderes übrig, als sich mit Rock und Hut bekleidet, wieder in die Nahe zu stellen, und so lange um Hilfe zu rufen, bis ihn ein Bekannter hörte, und ihm andere Kleider brachte.
*♦ Fellingshausen, 26. Juli. Zu unserer vorgestrigen Notiz aus Fellingshausen schreibt man uns: Bekanntlich hat die genannte Firma (Rinn & Cloos) eine erst vor mehreren Monaten übernommene Heuchelheimer Fabrik veräußert und sich infolge des größeren Arbeiterverlustes an die Käuferin, die auch zugleich in Kinzenbach eine größere Anzahl Heuchelheimer Arbeiter ausgenommen hatte, veranlaßt gesehen, in anderweitigen Anlagen teilweise Ersatz zu suchen.
Wetzlar, 26. Juli. Am 12. und 13. August wird die Kreisschützengesellschaft auf ihren Schießständen in der Brühlsbach ihr Königschießen nebst einem größeren Preisschießen abhalten. Gleichzeitig soll zum erstenmal ein Volksfest damit verbunden werden, sodaß neben einer guten Restauration an beiden Tagen Konzert und Tanz stattfindet, Montagmittag auf dem Festplatz ein gemeinschaftliches Festessen rc. Für Schaubuden verschiedener Art ist auch bestens gesorgt.
Marburg, 26. Juli. Zugleich mit der Rektor wähl hat auch die Wahl der Dekane stattgefunden. Das Dekanat der theologischen Fakultät wurde Pros. Dr. Herrmann, das der juristischen Prof. Dr. Lehmann übertragen. In der philosophischen Fakultät wird Prof. Dr. Koschwitz, in der medizinischen, Prof. Dr. Behring das Dekanat verwalten.
Kleine Mitteilungen aus Heffeu und den Nachbarstaaten. In dem Dorfe Ar heil gen bei Darmstadt find bei zwei Familien die Blattern ausgebrochen. Impfungen und sonstige Maßregel sind angeordnet worden. Auch in Frankfurt a. M. herrschen seit einiger Zeit die Blattern. — Am Mittwoch wurden in Marburg drei nicht abgeholte Gewinne, ein Bulle, eine Kuh und ein Rind versteigert. Der Erlös betrug 620 Mk, Das Geld wird bei der Sparkasse deponiert und fällt später, trenn cs nicht abgeholt wird, der Heerdbuch-Gesellschaft zu. — In Wetzlar hat sich ein Komitee gebildet, das die Errichtung eines Bis- marckturmes auf der Garbenheimer Warte in die Wege leiten will. Die Kosten, etwa 6000 Mk., sollen durch freiwillige Gaben aufgebracht werden. Die ursprüngliche Absicht, den Turm auf dem Stoppelberg zu errichten, scheiterte an dem begründeten Einspruch der Forstbehörde.
Vermischtes.
* Eine sehr h ä ßliche Geschichte erzählt die „Dtsch. Tagesztg.", ein bekanntlich hochagrarisches und antisemitisches Blatt. Wir überlassen die Beurteilung der widerlichen Vorgänge unserem Lesepublikum und geben die Gedichte genau mit den Worten des genannten Blattes wieder. Diese Korrespondenz lautet: B o r ku m, 25. Juli. Samstag und Sonntag gab es in unserm judenreinett Bade gewaltige Aufregung. Bekanntlich wird allabendlich in den von der Badekapelle ausgeführten Konzerten, die abwechselnd im Strandhotel und im Kaiserhof 'tattfinden, auf Verlangen des Publikums das Borkumlied gespielt Und mit stets gleicher Begeisterung gesungen. Der Schluß des Liedes lautet:
„Doch. wer Dir naht mit platten Füßen, Mit Nasen krumm und Haaren kraus, Ter soll nicht Deinen Strand genießen Der muß hinaus! Der muß hinaus! Raus!" Dieses Lied hatte es nun einem Königlichen Regie- rungs-Baurat E. H e n s e l aus Hildesheim angethan. Dieser Herr verfaßte ein „Peking-Lied", worin die Chinesen aufgefordert werden, die Deutschen zu massakrieren. Der Schluß dieses Pamphlets lautet:
„Doch wer Dir naht mit blonden Haaren, Mit weißem Teint und blauem Äug', Der soll nicht Deinen Schutz erfahren. Dem schlitz' den Bauch. Dem schlitz' den Bauch!" Dieses Gedicht wurde gedruckt und am Samstagabend in einigen Exemplaren durch einen Badewärter im Konzert verbreitet. Als man den Mann fassen wollte, war er verschwunden. Eine begreifliche Aufregung bemächtigte sich >es Publikums, als der Text des Liedes bekannt wurde. Die Aufregung steigerte sich, als die Kapelle sich weigerte.
| das Borkumlied Alt spielen, angeblich, weil sie fürchtete, daß das Peking-Lied gesungen werden würde. Da also die Kapelle nicht wollte, so wurde das Borkumlied ohne Musik gesungen, der letzte Vers wiederholt. Als die Kapelle dann in ihrem Programm fortfahren tvollte, wurde sie durch Pfeifen und Katzenmusik daran gelsindert. Auch das nunmehr von der Kapelle angestimmte Borkumlied wurde niedergeschrieen. In großer Aufregung ging man auseinander. Am folgenden Tage galt es vor allem, den Verfasser des schmachvollen Chinesenliedes festzustellen. Der Badearzt Dr. ttok versammelte die Badewürter und ließ sich den Verteiler des Liedes nennet:. Nachdem dieser gesunden war, wurde den ganzen Tag über nach dem Herrn gefahndet, der den Auftrag zur Verteilung gegeben hatte. Endlich, abends 6 Uhr, wurde er, ruhig in seinem Zelte am Strande fitzend, angetroffen. Sofort sammelte sich eine größere Menge um das Zelt. Ein Knabe, der mit den Worten: „Ist es denn ein Jud?" in das Zelt hineinsah, erhielt von dem Insassen einen Schlag. Da sprang ein Herr, ein preußischer Major, vor, faßte den Judenfreund am Halse und schlug ihn rechts und links hinter die Ohren, indem er ausrief: „Was, der gemeine Schuft wagt noch unsere Jungens zu schlagen!" Ein anderer Herr, der den Geprügelten fragte, ob er wirklich der Verfasser des Liedes sei, bekam zur Antwort: „Ja, ich rechne es mir zur hohen Ehre, das Gedicht verfaßtzuhaben. DergestrigeMoment, als es verteilt wurde, ivat einer der schönsten meines Lebens." Ein dritter Badegast, ebenfalls ein Major, trat auf ihn zu und sagte: „Sie sind der gemeinste Schuft, den die Erde trägt, und ich nenne Ihnen hiermit meinen Namen, M a j o r K. a u s H., wenn Sie vielleicht wünschen sollten, dies auch an anderer Stelle bestätigt zu sehen." Als Herr Hensel trotz dieser Zurechtweisung keine Miene machte, den Strand zu verlassen, wurde er am Arm gefaßt und ab geführt, Damen schlugen mit Schirmen auf ihn ein, alles wies mit Fingern nach, ihm hin. Nachts wurde das Haus durch einen Gendarmen bewacht, trotzdem hatte man die Vorsicht gebraucht, den „Dichter" selbst auszuquartieren. Das nächste Dampfschiff trug Herrn Hensel mit Familie am frühen Morgen voni dannen.
Universität und Hochschule.
— Man schreibt aus Straßburg: Die theologische Fakultät der hiesigen Universität hat den Anstaltsgeistlichen der Rheinischen Provinzial« Irrenanstalt Grafenberg, Pfarrer Paul Pieper in Gerresheim, zum Ehrendoktor der Theologie ernannt. Pieper hat sich litterarlsch durch Herausgabe des hinterlaßenen Werkes von I. Huelsmann: „Beiträge zur christlichen Erkenntnis", und durch ein im letzten Jahr erschienenes Werk „Kirchliche Statistik Deutschlands" hervorgethan. Besondere Verdienste hat er sich ferner um die Jrrenpflege und den Kampf gegen den Alkoholismus erworben.
Kirchliche Nachrichten.
Evarrgelifche Gemeinde.
Sonntag den 29. Juli. 7. nach Trinitatis.
Gottesdienst.
In ver StavMrche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrassistent Kraus.
Vormittags 9*/i Uhr: Pfarrer Schlosser.
Vormittags 11 Ubr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde.
Pfarrer Schlosser.
Irr ver JohanneSkirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler.
Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukas- gemeinde.
Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Vormittags 11 Uhr: KindergotteSdienst für die JohanneS- gemeinve. Pfarrer Dr. Naumann.
Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß der kirchlichen Trauung auch ein kirchliches Aufgebot vorherzugehen hat, und wird dringend gebeten, es rechtzeitig — spätestens eine Woche vor der Trauung — bei dem zuständigen Pfarrer zu bestellen.
Katholische Gemeinde.
SamStag den 28. Juli.
Nachmittags um 4V» Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenbeit ur heil. Beichte.
Sonntag den 29. Juli. 8. Sonntag nach Pfingsten.
Vormittags von 6*/a Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.
, um 7 Uhr: Die erste heil. Meße;
vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.
„ um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe.
, um 9Ve Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 2'/, Uhr: Andacht.
Gottesdienst in der Synagoge.
Samstag den 28. Juli 1900.
Vorabend 7« Uhr. morgens 8M Uhr, nachmittags 4 Uhr Schrifterklärung, Sabbathausgang 9°» Uhr.
Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast.
Sabbathfeier am 28. Juli 1900.
Freitag abenb 7« Uhr, Samstag vormittag 8 Uhr, nachmittags 4 Uhr, Sabbathausgang 9°e Uhr.
Nachmittag S»a Uhr Schrifterklärung in der Synagoge.
Wochengottesdienst morgens 6^ Uhr, abends 7«> Uhr.
IG
Meldungen.
Berlin, 27. Juli. (Telephon-Meld, des „Gieß. Anzeigers" 2 Uhr 15 Min. mittags.) Ein an hiesiger amtlicher Stelle eingegangenes Telegramm besagt, daß es einem Reitknecht des ermordeten deutschen Gesandten Freiherrn v. Ketteler gelungen ist, am 9. d. M. aus Peking zu entkommen. Nach der Aussage dieses Dieners, der sich jetzt in Tientsin befindet, haben die fremden Gesandten am 9. d. Mts. noch gelebt und wären auch noch mit Nahrungsmitteln für 15 Tage versehen gewesen. Während man früher an die Ermordung sämtlicher Fremden glaubte, ist man jetzt in maßgebenden Kreisen zu der Annahme geneigt, daß die chinesisch^ Regierung die Gesandten als Geiseln zurückhält.


