Ausgabe 
27.9.1900 Zweites Blatt
 
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Als der über Gebühr gefeierte Verteidiger Mafekings, Generalmajor Baden-Pow ell, am 1. ds. nach Kap­stadt reifte, lag die Vermutung nahe, daß man seiner gleich manchem andern, fast unbemerkt von der Scene ver­schwundenen General auf dem Kriegsschauplatz nicht mehr bedürfe. Hatten doch englische Militärbläter ihm n. a. vorgewvrfen, daß er Methuens und Kitcheners Schach­züge zur Festnahme Christian De Mets durch .die keines­wegs notwendige Räumung des Olifants Nek nutzlos ge­macht habe. Auch die früher erstatteten triumphirenden Meldungen aus dem Austenburger Bezirk, der dann bald darauf «den Engländern verloren ging, wobei Baden-Powell von Jan Hamilton herausgehauen werden mußte, hielt man ihm vor. Statt ihn zu maßregeln, stellte man ihn Indexen auf einen wichtigen Vertrauensposten, indem man chm das Kommando der zu bildenden Vaal River Colony mounted Police übertrug. Der Nameberittene Polizei" darf nicht irre führen, denn mit der -,Polizei" nach unfern Begriffen haben die so benannten englischen Kolonialkorps es giebt z. B. eine Cape Police, Natal Police, Rhodesian . Police usw. nur wenig zu thun. Es handelt sich um I rein militärische Organisationen,Schutztruppe" wäre nach unserer Ausdrucksweise eine richtigere Bezeichnung. Die ^ransvaal-Polizeitruppe soll nun allmählich die ge­waltige Stärke von 25 000 Mann erhalten. Man.rechnet überdies in England darauf, daß ein erheblicher Prozent­satz dieser Leute bereit sein wird, sich stach Ablauf ihrer Dienstverpflichtung im Lande anzusiedeln und so das.eng- I Usche Element gegenüber dem burischen zu stärken.

't'25. September. Durch eine Anzahl Burschen oon Göbelnrod, die am Sonntag unserer Kirchweihe bei­wohnten, entstand nachts gegen 1 Uhr Streit mit den hiesigen jungen Leuten. Im Verlaufe dieser Schlägerei erhielt Hernrich Schmidt, Sohn deSJoh. Schmidt VIII von hier, von einem der Göbelnröder Burschen einen Messerstich in den Unterleib. Der Gestochene stürzte sofort zusammen. Mau legte dem Schwerverletzten einen Notverband an und brachte ihn am Montag Vormittag in die Klinik nach Gießen, wo er heute Vormittag seiner Wunde erlag. Die Aerzte in der Klinik konstatierten so- fort, daß dem Verletzten die Leber durchstochen sei. Die heute vorgenommene Sektion der Leiche wird das Genauere ergeben haben. Soviel man hört, soll der Verstorbene noch auf seinem Sterbebette in der Klinik zu Gießen Aussagen gemacht haben, die einen gewissen Römer aus Göbelnrod so stark belasten, daß seine Verhaftung erfolgen dürste.

A Orteuberg, 24. September. Seit einigen Tagew sind drei Ingenieure aus Bad-Nauheim mit BermessungS- arbeiten an dem zu errichtenden Wasserwerk Ortenberg- KonradSdors-Wippenbach beschäftigt. Es wäre zu wünschen, daß die Wasserversorgung dieser drei Orte endlich zu gutem Ende geführt würde.

A Bleichenvach, 24. September. Hier wurde eins Unter erheb er stelle für hiesigen Ort errichtet, deren Verwaltung dem Gemeinde-Einnehmer JohS. Eduard Heß übertragen wurde.

Mainz, 25. September. Gestern nachmittag gelang eS abermals, zwei Diebe, die auf den Dampsbooten der Köln- Düffeldorfer Gesellschaft ihr Unwesen trieben, zu verhaften. Es find zwei Hausburschen einer hiesigen Flaschenbierhand­lung, die täglich das Bier aus die Dampfboote zu bringen hatten. Bei der Gelegenheit stahlen sie Silberzeug, Gläser u. s. w.; bei der Haussuchung wurde ein ganzer Korb voll Beute gefunden.

Fraukfnrt a. M., 25. September. Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen fuhren gestern früh nach Cronberg zur Kaiserin Friedrich. Eine feingekleidete, angeblich aus Oberhessen stammende Dame wurde gestern früh im Hauptbahnhofe irrsinnig. Sie gab an, Deutsche Kaiserin zu sein. Zunächst wurde sie dem städtischen Krankenhause überwiesen.

Frankfurt, 24. September. Das Verdienst, einem wirk­lich fühlbaren Mangel abgeholfen zu haben, muß einer Ge­sellschaft Frankfurter Geschäfts- und Privatleute zugesprochen werden, welche in der Nähe des Hauptbahnhoses an der Gutleutstraße ein großes Terrain mit einer mächtigen Halle erworben haben, die mit einem Kapital von über 100 000 Mark in eine Volksversammlungshalle und Ber- gnügungslokal umgewandelt wird, in welchem Volks- und Vereinsversammlungen abgehalten werden sollen. Etwas derartiges hat Frankfurt bis jetzt gefehlt.

** Kleine Mitteilungen ans Hessen nnd den Nachbarstaaten. Der in der gestrigen Nummer gemeldete Zusammenbruch der

I ^des zumeist durch Wahlbündnisse mit anderen Parteien I cr^ieY.tv Gotha wird demnächst die Sozialdemokratie I möglicherweise die Majoritä t haben, da ihr schon jetzt I ^on öen jLHVi aubaten; 9 zugefallen sind, ^während sie bisher I ,7T 2ur Frühjahr 1898 wurde auf Veranlassung des I Reichskanzlers eine Erhebung über die gewerbliche I Kinderarbeit außerhalb der Fabriken in den I ^.uzelnen Bundesstaaten vorgenommen. Die Ergebnisse I dieser Erhebung hat das Kaiserl. Statist. Amt alsbald be- I arbeitet und in Form einer Denkschrift nebst Tabellen I ETr- Reichs amt. des Innern vorgelegt, wo inzwischen Vor- I ich tage über die Regelung der gewerblichen Kinderarbeit außerhalb der Fabriken ausgearbeitet worden sind. Die Ergebnisse der genannten Erhebung werden nunmehr in oen ^rerteljahrsheften zur Statistik des Deutschen Reichs (Heft 3 dieses Jahrgangs) veröffentlicht. Sie behandeln neben dem Umfang der außerhalb der Fabriken stattfinden- oen gewerblichen Kinderarbeit über eine halbe Million derartige Kinder wurden 1898 in Deutschland gezählt auch Art, Dauer dieser Beschäftigung, Alter der betreffen- : oen Kinder, Beschaffenheit der Arbeitsräume, Arbeitslöhne i der Kinder, endlich! polizeiliche Bestimmungen über diese Kinderarbeit. Auch sind die wesentlichen Bestimmungen, die im Auslande bezüglich! der gewerblichen Beschäftigung von Schulkindern gelten, mitgeteilt.

Nach lder vorläufigen Mitteilung des Kaiser!. Statist.

-.^ukur sftatistik gelangten im zweiten Vierteljahr 1900 im Deutschen Reiche 2145 neue Konkurse ^ur Zählung, gegen 1980 im zweiten Vierteljahr 1899. I wurden 207 Anträge auf Konkurseröffnung wegen I Mangels eines auch! nur die Kosten des Verfahrens decken- I

Massebetrages abgewiesen und 1938 Konkursverfahren I eröffnet; von letzteren hatte in 1229 Fällen der Gemein- I schuldner ausschließlich die Konkilrseröffnung beantragt I Beendet wurden im zweiten Vierteljahr 1900: 1689 (2. I 1$99: 1699) Konkursverfahren, und zwar durch I Schlußverteilung 1118, durch Zwangsvergleich 419, infolge I L^Einer Einwilligung 46 und wegen Massemangels 106. I Äsn 556 beendeten Konkursverfahren war ein Gläubiger- I ausschuß bestellt. Bon' den

Ausland.

Brussel, 25. September. Die Legung eines Telephon- Kabels zwischen England und Belgien ist endgiltig beschlossen. ES wird in 4 Monaten fertiggestellt sein und eme Länge von 74 Kilometern haben. Ein Dreiminuten­gespräch wird wahrscheinlich 10 Francs kosten.

. Paris, 25. September. Unter dem Vorsitz des ita­lienischen Deputierten Costa hat der internationale Sozialisten-Kongreß heute früh in einer sehr ruhig verlaufenen Sitzung beschlossen, ein ständiges inter­nationales Bureau zu errichten mit der Aufgabe, alle nötigen Informationen zu erteilen, Broschüren nnd Manifeste über aktuelle Fragen zu veröffentlichen und Berichte über den Stand der sozialistischen Bewegung in den einzelnen Ländern zu erstatten; hierfür wurde ein Kredit von 10,000 Francs bewilligt. Zum Sitz des Bureaus wurde Brüssel bestimmt.

Madrid, 25. September. Die Unterhandlungen zwischen der spanischen Regierung und der französischen Geschütz fabrik von St. Chamout wegen Ankaufs von 200 Schnell­feuer-Geschützen find plötzlich ab,gebrochen worden.

Venedig, 25. Septbr. Der Herzog der Abruzzen hat ein Telegramm aus Rom erhalten, das ihm die Er­nennung zum Korvetten-Kapitän mitteilt.

Prag, 25. September. Der Stadtrat beschloß, von allen deutschen städtischen Schalgebäuden die deutschen Aufschriften entfernen und durch aus­schließlich czechische ersetzen zu lassen.

Budapest, 25. September. Trotz peinlichster Bewachung des Schahs war es heute Nachmittag während der Aus­fahrt einem Individuum gelungen, die Reihe der Reiter zu durchbrechen und ein Gesuch in den Wagen zu werfen. Das Publikum, das ein Attentat vermutete, nahm den Unbekannten fest, den die Polizeidirektion auf Wunsch des Schahs freiließ.

Deutsches Reich.

Berlin, 25. September. Bei der vorgestrigen Abend- prrtche in der Oberförsterei Szittkehmen erlegte Seine M a j e st ä t einen kapitalen Vierundzwanzigende r.

Prinz Aribert von Anhalt, der vier Jahre lang die dritte Schwadron des 1. Garde-Dragoner-Regi- ments befehligte, hat nach den Manövern einen einjäh­rigen Urlaub angetreten.

Der Reichskanzler Fürst'Hohenlohe ist in Be­gleitung t emer Tochter in Saßnitz eingetroffen.

Die Minister v. Miguel, Frhr. v. Hämmer­st e in und Frhr. v. Rheinbaben haben sich nach Posen begeben, um Konferenzen beizuwohnen, die vorn Ober- präiidenten v. Bitter veranlaßt worden sind. Es sind Vertreter der Staats- und Kornmunalbehörden der Pro­vinzen Posen und Westpreußen geladen, vornehmlich zur Besprechung der Frage, ob eine Erweiterung des Gesetzes über die Geschäftssprache der Be­amten, Behörden und politischen Körper­schaften des Staates vom 20. August 1876 vngezeiat erscheint. ö ö b

Dem Generaldirektor der direkten Steuern, Burg- Jarl, sind aus Anlaß seines zum 1. Oktober bevorstehen­den Ausscheidens aus dem Staatsdienst die Brillanten zum Roten Adlerorden erster Klasse mit Eichenlaub ver- Zu seinem Nachfolger ist, wie verlautet, Ser Geheime Ober-Finanzrat Wallach bestimmt.

~ erste Plenarsitzung des Bundesrats nach der Sonnnerpause ist aus den 4. Oktober'anberaumt worden.

veröffentlicht die Verleihung des dritter Klasse an den bisherigen zweiten

D/lar°che°V?/n e°t'^°" am Berliner frfe, und Ministerial-Direktor [et1teS bevorstehenden Ausscheiden aus .» SSÄÄS?«* "

wo die Sozialdemokratie sich entschlossen fintÄ Wahlen zum preußischen Landtage sich -u betuchen dw! besonderem Interesse sein. Der Panbtnn i!i m

Lahlt bei 159 Abgeordneten 11 sozialdemokratißbe^Mu" glieöer (bei den letzten Wahlen fielen der Sozialdemokratie 6 neue Mandate zu), in Baden bei 63 Mitglieds der Zweiten Kammer 5, in Württemberg bei 93 finft gliedern 1, in Sachsen bei 82 Mitgliedern 4, in SScH? bei 50 Mitgliedern 6, in S.-Gotha 6 in S- Alten bürg bei 30 Mitgliedern 5, in S. -Meinina^»^ bei 24 Mitgliedern 6, in S. -- Weimar bei.30 Mitglie­dern 1, in Schwarzburg-Sondershausen bei 16 Abgeordneten 1, in Reuß ä. L. 1, in Reuß j. L. bei 15 Mitgliedern 3, in Oldenburg 1, in Bremen bei 150 Mitgliedern der Bürgerschaft 2. Me diese Erfolge wurden

Aus Stadt und Land.

. , Gießen, 26. September 1900.

37. Jahres'Versammlung des mittelrheiuifchen Ver. I ®tig' und Wafferfachm'linner tagte am 22. und

Straßburg i. E. Das Gas- undWasser- | @lcBen war durch Direktor Bergen, den ersten ! Versammsb"^" Erstand dieses Verbandes vertreten. Diese Ä?lC "an nahezu 200 Personen bezw. Mit. I gliedern besucht war, bot für unsere Stadt insofern em S,ad. Gi-ß-n durch einstim- XhH c J f a m m l u n 8 8 o 11 im Jahr- 1901

I gewählt wurde. Die dankbar anerkennenden Bemerkungen, d e der einladende Vertreter unserer Stadt, Direktor Bergen zu Ehren unseres früheren Oberbürgermeisters, jetzigen FlnanzmmisterS Gnauth, für seine ersprießliche Förderung unserer städtischen technischen Anstalten einflocht, sanden all- gememen Anklang in der Versammlung. Die Vorträge und Verhandlungen boten im übrigen auch deshalb ein be- sonderes Interesse, als sie den Teilnehmern, denen der Besuch Weltausstellung nicht möglich war, durch Be- rrchterstattung verschiedener Kollegen, die dort ihre Studien I Ze°wch>6 einigen Ersatz boten. Interessant waren z. B. die vergleichenden Untersuchungen der Lichtentsaltung verschie­dener Beleuchtungsarten nach der Jntensivität der Schalten- Wirkung der verschiedenen Bauobjekte, von dem Eiffelturm aus beobachtet, und die Mitteilung, daß die seit Jahren viel von sich reden machende, sog. Nernst-Lampe bis jetzt dasGute gehabt, ihrem Erfinder, Prof. Nernst in Göttingen Millionen eingetragen zu haben, während die Allgemeine Elektricitatsgesellschast sich immer noch befleißigt, die Entzündung der elektrischen Lampe mittelst Schwefel- holzes und dergl. durch vereinfachte, praktisch bewährte elektrische Zündung zu ersetzen. Dem Gießener Ver- tret er war bei der Festlichkeit die angenehme Aufgabe zu­gefallen, den städtischen Behörden der Stadt Straßburg zu danken für-den freundlichen Empfang; fein Hoch auf bie &tabt vonMeister Erwins Dom»,der Burg des Lichts" fand lebhaften Wiederhall bei den Festgenossen. Hoffentlich ifl der im nächsten Jahre in Gießen stattfindenden Wanderversammlung eine gleich freundliche Ausnahme be- schieden, wie dies in den beiden letzten Jahren in Worms und m Straßburg der Fall war.

Bukarest, 25. September. Der am 12. Oktober w des Cw^/"^n K ammer werden außer der Verpachtung Pachtuna^derbVe^n?^o^ / Gesetzentwürfe über die Ver^ «nfnnhm? 1 «Ie?rqueöctt der rumänischen Docks und oon 250 Millionen Lei unter-

I , 2145 neuen und den 1689 beendeten

Konkursverfahren betrafen.- Phpsische Personen . 1714 Nachlässe.....318

Handelsgesellschaften 89 Genossenschaften . 4

andere Gemeinschuldner 20

| Köln, 25. September. Hier tagte der Verband der deutschen Arbeitsnachweise. Me Verhandlungen begannen unter großer Beteiligung in Anwesenheit von Vertretern des preußischen und österreichischen Handels­ministeriums. In der Eröffnungsrede wies der Verbands- vorsitzende,. Dr. Freund-Berlin, auf die bedeutende Ent­wicklung hin, die der öffentliche allgemeine Arbeitsnach- weis in den letzten Jahren genommen habe, und betonte, daß der Verband auf unparteiischem Boden stehe. Namens der Regierung hieß Regierungspräsident v. Richihofen die Versammlung willkommen, wobei er namentlich« die soziale und etlnsche Bedeutung des Arbeitsnachweises hervorhob Darauf begrüßte der Bürgermeister Becker die Versamm­lung. Bei der dann borg en omm en en Wahl wurden die bis­herigen Ausschüßmitglieder wiedergewählt. Der Verband empfahl nadji längerer Beratung die Schaffung einer Zen­tralstelle für $bne Arbeitsnachweise, sowie die Gründung möglichst vieler Filiale^ in den Städten und auf dem ^ande. Ferner wurde empfohlen, für die B e s ch a f s u n g landwirtschaftlicher Arbei ter zu sorgen, um die Stellenvermittelung nach dem Auslande regeln zu können.

Nürnberg, 25. September. Me Jahresversamm­lung des Zentralverbandes der Ortskrankenkassen hat heute ihre Wünsche zur Kr an kenVersicherungs- Novelle formuliert. Es wurde ferner beschlossen beim Erscheinen der Novelle einen allgemeinen Kranken­kassen-Kongreß nach« Leipzig einzuberufen.

St. Privat, 25. September. Das vom 3. G ard e- Regiment z. F. den gefallenen Kameraden er- richtete Denkmal ist heute vormittag enthüllt worden.

üatsbruch darstelle. Wenn aber andererseits Krüger einfach als ein hochgestellter Ausländer betrachtet irrerbe, der Er­holung und Luftveränderung suche, so fei es nicht zulässig, daß er wertvolles Staatseigentum im Reisegepäck mit.(sich führe. Für diesen Besitz sei England heute nach Einver­leibung Transvaals mit verantwortlich, und es würde in seinem Rechte sein, wennj es darauf bestände, daß die portu­giesischen Behörden auf dieses Gut die Hand legten und es England auslieferten. Die Sache sei von nicht geringer Wichtigkeit und erheische schnelles Einschreiten, wäre es auch nur der armen Beamten des weiland Transvaal- stagtes wegen, denen man ihre rückständigen Gehälter vor­zuenthalten suche.

Lord Roberts teilte den nicht unterworfenen Burg­hers in einer Proklamation mit, daß sie sticht in die Verbannung gesandt würden, falls sie sich noch .frei­willig unterwürfen. Roberts hofft, durch diese Versiche­rung die Unterwerfung zahlreicher noch kämpfender Buren und Burghers zu erzielen. Roberts schifft sich, wie weiter aus London gemeldet wird, am 3. Oktober in Kapstadt ein.

Oberst Girouard, der militärische Chef des Eisenbahn­wesens auf dem Kriegsschauplätze, ist in Kapstadt pinge- l troffen und zwar, wie verlautet, um sofort Schritte für die l Rückkehr des Grubenbezirks zum Friedenszustand einzu­leiten. Zunächst sollen 10 000 Tonnen Lebensmittel nach der Grubenstadt geschafft werden, worauf die Beförderung der Grubenleute, der Kaufleute und der Ladengeschäftsleute erfolgen soll. Erst nach ihnen würde gegen Ende Oktober I vic Beförderung der übrigen Flüchtlinge, im ganzen noch I etma 20 000 Personen, an die Reihe kommen. Der an der I Grenze befindliche Korrespondent des Reuterschen Bureaus I melbet, daß beim Sab ifluß an der Grenze auf trans- I vaalschem Boden ein Gefecht stattgefunden hat.