Ausgabe 
27.7.1900 Zweites Blatt
 
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Major von Groß fand gestern aus dem Döberitzer Truppen-UebungSplatz statt. Unmittelbar hieran reihte sich die Verladung der Sachen und Gepäckstücke für den so­fortigen Gebrauch. Heute Nachmittag 4y2 Uhr erfolgt die Abfahrt nach Bremerhaven.

London, 26. Juli. Nach einem Telegramm wird aus Tientsin gemeldet: Die Russen beabsichtigen die ganze Eisenbahnlinie von Taku bis Peking unter ihre Kontrolle zu nehmen und zwar bis zur Einstellung der Feindseligkeiten. Die Engländer find entschieden da­gegen und haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, zu­sammen mit den Amerikanern die Kontrolle der Eisenbahn fich selbst zu fichern. Die Franzosen bemühen sich im Einvernehmen mit den Russen die ganze Fluß-Schiff­fahrt an sich zu bringen. Die Engländer, an ihrer Spitze Admiral Seymour, sehen ihre Interessen ernstlich bedroht.

London, 26. Juli. Ein Telegramm des amerikanischen Konsuls in Shanghai berichtet, Li-Hung-Tschang wird die Unterhandlungen zwischen den Großmächten und der chinesischen Regierung in Shanghai führen. Der amerikanische Konsul ist der Ansicht, daß Li-Hung-Tschang, eingeschüchtert durch die Haltung der Großmächte, von einer Weiterreise nach Peking absieht.

Petersburg, 26. Juli. Im Finanzministerium ist die Nachricht eingetroffen, daß die mandschurische Bahn fast vollständig von den Chinesen zerstört wurde. Die Stations-Gebäude sind niedergebrannt, die Schienen sortgerissen und das Material vernichtet. In­genieure und Arbeiter konnten sich noch rechtzeitig retten. Zwei Batterieen Garde-Artillerie mit Geschützen der aller neuesten Konstruktion, ferner drei Schützen-Bataillone, im Ganzen 3000 Mann, gehen demnächst nach dem Osten ab.

Washington, 26. Juli. Admiral Kempfs hat nunmehr seinen Bericht über die Beschießung der Taku-Forts eingesandt. Er erklärt darin, daß wenn die Chinesen nicht zuerst angegriffen hätten, die Amerikaner an der Beschießung Licht teilgenommen hätten. Der Staatssekretär der Marine hat das Vorgehen des Admirals völlig gebilligt.

Der Krieg in Südafrika.

Zur Lage in Transvaal wird aus London telegraphiert: Einem gestern abend in Kapstadt ausgegebenen Telegramm zufolge, berichtet Lord Roberts, daß die Telegraphen- und Eisenbahnverbindung zwischen Kroonstad und Pretoria wiederhergestellt sei. General Baden-Powell meldet vom Majaatopaß: Die Leutnants Airey und Lushington warfen mit 450 Mann am Samstag 1000 Buren aus einer festen Stellung, und brachten ihnen bedeutende Ver­luste bei. Die Buren ziehen sich gegenwärtig östlich von Pretoria zurück. Dewe ts Korps, das bei Vredefort Stellung genommen hatte, zog sich am Samstag in nordöstlicher Richtung zurück. Daily News melden vom 24. d. M. aus Lourenzo Marquez:Der Kommandant der Buren in Komatipoort, Lombard, wurde an der Grenze des Swazilandes von einer englischen Patrouille getötet. DieTimes" berichtet vom 22. dS. aus Waterval: General Clery marschierte heute gegen Wat erv al [bei Greylingsstadj. Auf dem linken englischen Flügel kam eS zu einem Geplänkel mit einer beträchtlichen Anzahl Buren. Lord Roberts meldet in einer Depesche vom 24. Juli: In der Nähe von Boodeval wurde vom Feind ein Vorratszug erobert, in dem sich zwei Offiziere und 200 Mann der Walliser Füsiliere befanden. Die meisten von ihnen wurden gefangen genommen. DaS Reuter'sche Bureau meldet aus Bronkhorstspruit (66 Kilometer östlich von Pretoria) vom 24. ds.: Als die Buren erfuhren, daß die britischen Truppen vorrücken, räumten sie alle ihre Stellungen. ES wird berichtet, daß sie in nordöstlicher Richtung marschieren, und zwar nach Ly den bürg, wohin sich auch Präsident Krüger bezieht. Ein Teil der Buren bleibt nördlich von Bushveldt, von wo auS sie versuchen wollen, die britischen Verbindungslinien abzuschneiden. Die Brücken sind völlig zerstört, auch zwei kleinere Brücken zwei Meilen westlich. ES wird für unwahrscheinlich gehalten, daß dem Vormarsch der britischen Truppen nach Middelburg Hindernisse in den Weg ge­stellt werden. Ein allgemeiner Vorstoß in östlicher Rich­tung ist im Gange. General French steht mit zwei Bri­gaden südlich, Pole Carew im Centrum, General Hamilton und Oberst Mahon nördlich. Die gesamte Kolonne ist hier, fast ohne auf Widerstand zu treffen, angekommen.

Im Unterhause zu London besprach bei der Beratung des Kolonialetats Sidney Burton die in dem letzten Blau­buch über Südafrika behandelten Fragen. Wilfried Lawson beantragt einen Abstrich am Etat als Protest gegen die Politik Chamberlains in Südafrika. Der Antrag wird von Robert Reid mit dem Bemerken unterstützt, daß die Politik der Regierung die jetzige unerquickliche Lage in Südafrika verschuldete. Chamberlain bekämpft den Antrag Law- sons. Er führt aus, die Streitfrage sei durch den Antrag so gestellt, daß die ganze Politik bezüglich des Krieges ver­kehrt und daher die Einverleibung der beiden Republiken ein Unrecht sei. Heber diese Streitfrage rufen wir mit Freuden da« Urteil des Hauses an. Die Regierung glaube, daß der Krieg ebenso unvermeidlich war, als er gerecht ist. Die Politik der Regierung sei nicht auf Rache gerichtet, was sie wolle, seien Vorbeugungsmaßregeln. Sie wolle, daß der Aufruhr nicht als eine so leichte und vorteilhafte Sache er­scheine, daß auch für die Zukunft Versuchungen zu solchen vorhanden sein würden. Sinnlos würde sein, den Auf­ständischen die Gewehre wegzunehmen, das Stimmrecht ihnen aber sofort wiederzugeben. Was die Frage der Verhält­nisse der Rassen zu einander in Südafrika angehe, so gründeten sich die vorhandenen Spaltungen auf eine falsche Auffassung. Er glaube, die Buren werden sich in einen Zustand ein­leben, wobei sie über nichts zu klagen haben werden; denn

die Regierung wünsche, ihnen sobald als möglich die S e l b st - regierung zu geben, ähnlich derjenigen, deren andere britische Kolonien sich erfreuen. Was die künftige Regierungs- wetse anlange, erklärte er bereits früher, daß die Republiken ein verleibt werden sollen und ihnen keine politische Un­abhängigkeit gelaffen werden soll. Der Antrag Lawson wurde schließlich mit 208 gegen 52 Stimmen abgelehnt.

Telegramm deS Gietzeuer Anzeigers.

Paris, 26. Juli. DasJournal" meldet: General Brugöre, Gouverneur von Paris, hat seine Demission eingereicht. Er soll durch den General Faure-Biguet ersetzt werden. Präsident Loubet empfing gestern in Privat-Audienz die von Dr. Leyds vorgestellten Buren- delegieri en.

Politische Tagesschau.

Die serbische Miuisterkrifis ist überwunden. Es ist dem bisherigen Präsidenten des AppellhoseS in verhältniß- mäßig kurzer Zeit gelungen, ein Ministerium zusammen­zustellen, und Serbien hat wieder eine geordnete Regierung. Die Wichtigkeit dieser Thatsache in einem Augenblick, wo einflußreiche Persönlichkeiten der politischen Welt und der eigene Vater sich in demonstrativer Weise vom Könige trennten, liegt aus der Hand. DaS neue Kabinet ist folgendermaßen zusammengesetzt: Alexa Jovanowitsch, bisher Präsident des Appellhofes, Präsidium und Aeußeres, Lassar Popowitsch, bisher Richter beim Kassationshof, Inneres, NastaS Antonowitsch, bisher Sektionschef im Ministerium des Innern, Justiz, Dr. Mita Popo­witsch, gewesener Sektionschef im Handelsministerium, Finanzen, Oberstleutnant Milos Wa fit sch, Adjutant des Königs Alexander, Krieg, der Oberst deS Geniekorps Andreas Jowanowitsch Bauten, Dusar Spasitsch, bisher Sektionschef im Handelsministerium, Handel, Rechts anwalt Paul Manikowitsch Kultus und Unterricht. Ein Ukas gewährt eine allgemeine Amnestie für P o litische Verbrech en. Nur die am Attentat gegen Milan direkt beteiligt Gewesenen sind von der Amnestie ausgeschlossen.

Ein Blick auf die Ministerliste zeigt, daß Jowanowitsch an der Spitze eines Beamtenministeriums steht. Alexa Jovanowitsch wird als ausgezeichneter Richter an gesehen und gilt als gemäßigt fortschrittlich. Der Minister des Innern, Lassar Popowitsch, ist liberal und ebenfalls ein tüchtiger Jurist. Der Finanzminister, Mita Popowitsch, hat in Heidelberg studiert; er ist gemäßigter Radikaler und genießt den Rus eines tüchtigen finanziellen und Volks wirtschaftlichen Fachmannes. Die allgemeine Amnestie für politische Verbrechen, die der König zur Feier seiner Ver­lobung dem Volke bescheert, wird vielleicht dazu beitragen, die Mißstimmung zu beseitigen. Indem der König die am Attentat gegen Milan direkt beteiligt gewesenen Personen von der Amnestie ausnimmt, zeigt er, daß er trotz der Los­sagung des Exkönigs von seinem Sohne alle schuldigen Rück­sichten auf den Vater zu nehmen gewillt ist.

DerPester Lloyd" meldet aus Belgrad: Die Er­nennung JowanowitschS bürgt dafür, daß die äußere Politik Serbiens im bisherigen Gleise und den Absichten des Königs gemäß geleitet werden wird. Vielfach weist man daraus hin, daß durch die Niederlegung des Armeekommandos seitens Milans, das Hindernis zu einer besseren Ausgestaltung der Beziehungen zu Rußland, be seitigt ist, wodurch jedoch das bisherige Freundschaftsver­hältnis zu Oesterreich - Ungarn keinerlei Einbuße er­leiden darf.

Am Mittwoch wurden sämtliche Offiziere der Bel­grader Garnison in den Konak besohlen wo der König ihnen erst den Fahneneid verlas und dann erklärte, die Offiziere müßten den Willen des Königs bedingungslos an­nehmen. Was Milan sage, sei nebensächlich, da er kein Recht habe, sich in die Ehefrage ein­zumengen.

In Offizierskreisen herrscht eine sehr gedrückte Stimmung, weil die Mehrzahl, besonders die Generalität, Anhänger Milans sind. Der Metropolit verbot der Geistlichkeit, die Eheschließung zu segnen. Der König will aber schon nächster Tage heiraten. Serbische Blätter dürfen die Ehefrage nicht behandeln. Ausländischen, nicht direkt vom serbischen Preßbureau unterrichteten Blättern werden bei der Ankunft in Serbien alle aus die Verlobung sich beziehenden Nachrichten schwarz überdruckt. Der Ver­treter einer ausländischen Macht teilte dem Korrespondenten desN. Pester Journal" in Belgrad mit, Natalie und Rußland begünstigten die Eheabsichten Alexan­ders, um ihren Einfluß wiederzugewinnen. Russischerseits wird aber erklärt, der Zar, der als Tauspathe nach ortho­doxem Ritus der Ehe die Zustimmung geben muß, habe aus die Anfrage des Königs nicht geantwortet. In Belgrad verlautet, der König habe die Ordre erteilt, Milan nicht ins Land zu lassen.

Aus zuverlässiger Quelle will der Madrider Bericht­erstatter derTemps" erfahren hoben, im November werde den Cortes die Verlobung der Prinzesfin von Asturien mit dem Prinzen Karl von Bourbon, zweitem Sohne des Grafen von Caserta, mitgeteilt werden. Bestätigt sich das, dann hat die italienische Diplomatie eine empfindliche Schlappe zu verzeichnen, denn sie hat diese Verlobung auf einem Umwege zu hintertreiben gesucht, um die Infantin Maria de la Mercedes, die angesichts des jugendlichen Alters ihres Bruders, des Königs Alphons, noch durch längere Zeit als spanische Thronfolgerin gelten muß, den Grafen von Turin als Braut zuzuführen. Schwarzseher in Italien können sich der Besorgnis nicht ganz entschlagen, Prinz Karl, der Bruder des ..Erbprinzen beider Sizilien", dessen Titel "Herzog von Calabrien" schon eine Herausforderung Italiens sei, könnte sich m einem günstigen Augenblick beikommen

lassen, Ansprüche auf Sizilien geltend zu machen, und be- fürchten die Entstehung eines italienischen KarliSmus. Diese Besorgnisse dürften aber haltlos sein. Selbst wenn die Prinzessin von Asturien infolge des Todes ihres jetzt vier­zehnjährigen Bruders Alphons auf den spanischen Thron gelangen sollte, würde Prinz Karl nur Prinz-Gemahl, nicht König von Spanien sein, und die Zeiten sind denn doch, selbst in einem so rückständigen und verlotterten Staate wie Spanien, endgiltig vorüber, wo eine Nation den Herrsch­gelüsten eines dem Throne durch Heirat nahegerückten Prin­zen zulieb sich unter die Waffen stellte. Mag also auch Prinz Karl von Bourbon der Glückliche sein, der die spanische Braut heimsührt, die Zugehörigkeit der beiden Sizilien zum italienischen Einheitsstaat wird dadurch nicht gefährdet werden, und es wird im 20. Jahrhundert zu keinem sizilischen Erbfolgekrieg als Seitenstöck zu dem spanischen Erbfolgekcieg des 18. JahrhnndertS kommen.

Deutsches Keich.

Berlin, 25. Juli. Vom Kaiser ist folgendes Tele­gramm aus Bergen eingetroffen: Gehen soeben um neun) Uhr nach Bremerhaven in See. An Bord ist alleH wohl.

In der heutigen Stadtverordnetenversammlung in Barmen verlas der Oberbürgermeister ein Schreiben des, Regierungspräsidenten, in dem mitgeteilt wird, einem Erlaß des Ministers des Innern zufolge habe der Kaiser infolge des gemeinschaftlichen Antrages des Oberbürger­meisters, des Bürgermeisters von Elberfeld und des Land­rats des Kreises Mettmann sich bereit erklärt, anläßlich der Fertigstellung der Schwebebahn von Vohwinkel bis Barmen, der Barmer Aiuhmeshalle, des neuen Rathauses in Elberfeld und des Siegesbrunnens in Vohwinkel den Städten Elberfeld, Barmen und dem Kreise Mettmann; einen Besu ch abzustatten und für die Zeit nach der am 15. Oktober stattfindenden Enthüllung des Kaiserdenkmals in .Hildesheim in Aussicht zu stellen.

Nach derNordd. Allg. Ztg." reist der Staats- ftkLetär v. Bülow morgen nach Bremerhaven. Auch Fürst Hohenlohe wird morgen zum Vortrage beim Kaiser nach Bremerhaven reifen. Wie diePost" er­fährt, hatte Staatssekretär Graf Bülow in den letzten Tagen viele Unterredungen mit den hiesigen Vertretern der Groß­mächte. Nach denBerl. Neiuest. Nachr." hatte Graf Bülow eine längere Unterredung mit dem Chef des Ge­neralstabes, Grafen v. Schlief ken, sowie dem Komman­deur der ostasiatischen Brigade, Generalleutnant v. L e s s e l.

DerReichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des Generalleutnants Freiherrn v. Gemmingen zum Präsidenten des am 1. Oktober neu zu errichtenden Reichs-Militär-Gerichts. DerReichsanzeiger" publiziert eine Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 23. 'ds. betreffend die 5) a n d e l s b e z i e h u n g e n zum britischen Reiche. Darnach sollen die bisherigen Meistbegünstigungen über den 30. Juli hinaus bis auf weiteres in Kraft bleiben. DerReichsanzeiger" ver­öffentlicht endlich die Ernennung des Geheimen Oberregie­rungsrats Dr. Neuhaus zum Ministerial-Direk- t o r im preußischen Handelsministerium. Demselben ist die Gewerbe-Abteilung übertragen worden.

Das Vorgehen der Behörden gegen die Redner in der letzten antisemitischen Volksversammlung wurde in der gestern abgehaltenen öffentlichen Versammlung des deutsch-sozialen Wahlvereins von allen Seiten aufs schärfste verurteilt. Graf Pückler erklärte, daH er fich nicht ein schüchtern lassen werde. Gegen die von dem Grasen Pückler eingebrachte Ergebenheitsdepesche an benj Kaiser erhob, derVolksztg." zufolge, Schriftsteller Böckler Einspruch. Er beantragte, das Telegramm nicht abzu­senden, da auf die früheren Depeschen an den Kaiser noch nie eine Antwort eingelaufen sei. Augenscheinlich erhalte der Kaiser diese Telegramme nicht. Die Absendung wurde jedoch mit großer Mehrheit beschlossen, nachdem Gras Pück­ler die Versicherung abgegeben, der Kaiser nehme von jedem Telegramm Kenntnis; der Redner berief sich dabei auf seinen älteren Bruder, den Hofmarschall Grafen Pückler.

DasArmee-Berordn. Bl." bringt ausführliche Vorschriften über die Uniformirnng der Beamten des Reichsmilitärgerichts, das am 1. Oktober d. I. zusammentritt, sowie über die Uniformierung der preußischen Militärgerichtsbeamten. Ohne auf die Einzelheiten dieser Bestimmungen einzugehen, heben wir nur folgendes hervor: Sowohl die Reichs- wie die preußischen Militärjustizbeamten tragen einen Waffen- r oek von dunkelblauem Tuch mit hellblauem Sammet­kragen, ebensolchen Ausschlägen und poneeauroten Vor­stößen. Die Reichsbeamten haben Epauletteshalter und Achselstücke mit schwarzen und roten Seidenfäden (also in den Reichsfarben) durchzogen, die preußischen dagegen solche mit blauen Seidenfäden. Die Beinkleider sind die für Offiziere üblichen langen Tuchhosen, bei den preußi­schen Beamten mit poneeauroten (Generals-) Streifen. Die Präsidenten und Räte des Reichsmilitärgerichts tragen auch den Generalshelm, aber mit schwarz- weiß-rotem Federbusch und versilbertem Reichsadler, auf der dunkelblauen Mütze mit hellblauen Sammetstreifen die deutsche Kokarde und darüber einen kleinen silbernen Reichsadler: die preußischen Oberkriegsgerichts­räte und Kriegsgerichtsräte tragen an dem Helm mit silbernem Beschlag rechts die deutsche, links die Landes­kokarde und ebenso an der Mütze zwei Kokarden überein­ander, dazwischen einen kleinen heraldischen Adler ans Silber. Die M i l i t ä r g e r i ch t s s chr ei b e r erhalten ant Waffenrock und Kragen Aufschläge von helMauem Tuch und ebensolche Besatzstreifen an der Dienstmütze.

lieber die Erfolglosigkeit der Germani­sier n n g s p o l i t i k in den östlichen Grenzprovinzen trotz der beiden Hundertmillionenfonds klagt diePost". Sie führt als Beispiel ein polnisches Dorf an, in dem vor zwei Generationen etwa 1200 Deutsche angesiedelt worden sind, die ans dem Grund und Boden eine lukrative Ackerwirt- schnfs machten. Nach zwei Generationen waren durch Ver- beira taugen mit Polen viele Deutsche in Polen verwandelt. Früher gab es in t>em Dorfe 1150 Deutsche und 350 Polen,