Ausgabe 
27.7.1900 Zweites Blatt
 
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heute sind es, ohne daß ein starker Bruchteil des deutschen Elementes auswanderte, 800 Deutsche und 800 Polen.

Koburg, 25. Juli. Fürst ^erbinanb öon garten Lst heute hier eingetroffen.

Ausland.

Kopenhagen, 25. Juli. Fünfzig westindische Plan- tagenbefitzer sandten der Regierung eine Adresse, worin sie erklärten, das einzige Mittel, dem ökonomischen Ruin zu entgehen, sei, die Inseln Amerika einzuverleiben.

Brüssel, 25. Juli. In dem Prozeß betreffend die an­gebliche Bestechung von Mitgliedern der Trans­vaal-Regierung wurde heute daS Urteil gefällt. Die beiden Brüder Baron Eugen und Robert von Oppenheim wurden zu je einem Jahre Gefängnis und 2000 Franks Geldstrafe, Henri Warnant zu 6 Monaten Gefängnis und 1000 Franks Geldstrafe verurteilt. Die übrigen An­geklagten wurden freigesprochen.

Paris, 25. Juli. Der Handelsminister Millerand eröffnete heute den internationalen Arbeiterkon­greß. Zahlreiche Delegierte aus allen Ländern sind zu dem Kongresse erschienen, darunter befinden sich u. a. der frühere preußische Minister v. Berlepsch und die deutschen ZentrumSabgg. Dr. Lieber und Hitze. Die vier Punkte des Programms sind: Einschränkung der Arbeitszeit, Ab­schaffung der Nachtarbeit, Elnrichlung einer Arbeitsaufsicht und internationale Verständigung für den Arbeiterschutz.

Prag, 25. Juli. Infolge eines falschen Gerüchtes, daß der Kaufmann Pick das Kind eines Feldarbeiters ermordet hätte, fanden in Altbanatek antisemitische Unruhen statt. Der Pöbel versuchte die Demolierung des Pick'schen Hauses, und erst nachdem die Gensdarmerie ein­geschritten und daS Kind wiedergesunden worden war, konnte die Ruhe wiederhergeftellt werden.

Aus Stadt und Kand.

Gießen, den 26. Juli 1900.

* * Dieustnachrichteu. Am 27. Juni wurde dem Schul­amtsaspiranten Johannes Schmuck aus Ober-Hilbersheim, Kr. Oppenheim, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Stechenhausen, Kr. Schotten, an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten August Heß aus Friedberg eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Offenbach, am 30. Juni wurde dem Schullehrer Georg Simon zu Echzell, Kr. Büdingen, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Eber­stadt, Kr. Darmstadt übertragen; an demselben Tage wurde der von dem Fürsten- zu Stolberg-Wernigerode-Gedern auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Volkartshain, Kr. Scholten, präsentierte Schulamtsaspirant Karl Hof­mann aus Gießen für diese Stelle bestätigt; am 4. Juli wurde dem Schulamtsaspiranten Wilhelm Koch aus Stock­heim, Kr. Büdingen, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lauterbach übertragen. Am 10. Juli wurde dem Pfarrer Dr. Heinrich Joseph Brentano, Pfarrkurat in Alsfeld, die katholische Pfarrei Hirschhorn, im Dekanat Heppenheim, mit Wirkung vom 17. Juli übertragen.

* Das Euteignungsverfahreu wegen des Rüssin g'schen und Schlessinger'schenGrundstückes an derMargarethen Hütte" ist seitens der Eisenbahn eingestellt, und Herr Schlessinger hat sich mit der Eisenbahn wegen Abtretung von zirka 3600 Quadratmetern geeinigt. Die Eisenbahn- Verwaltung bezahlt dafür 66,000 Mk.

* Die Konzerte des Krufequartetts in Heuchelheim, deren nächstes morgen abend gegeben wird, nehmen künftig­hin erst kurz nach 8 Uhr ihren Anfang, damit der Zug 8 Uhr 10 Min. ab Gießen zur Hinfahrt noch benutzt werden kann.

* * Das Oberkoufistorium hat das nachstehende AuS- fchreiben an die evangelischen Pfarrämter des Landes er­lassen: Veranlaßt durch die Kriegsunruhen in China und die Beteiligung deutscher Truppen an denselben weisen wir Sie mit Genehmigung Seiner König!. Hoheit des Groß­herzogs hierdurch an, in dem allgemeinen Kirchengebet vom nächsten Sonntag an unmittelbar nach den Worten: Schirme und stärke die gesamte deutsche Kriegsmacht zu Wasser und zu Lande" folgende Fürbitte einzuschalten:

Insbesondere diejenigen, welche zum Schutze unserer Mitchristen und Landsleute im fernen Osten ihr Leben zu opfern bereit sind. Be­wahre sie unterwegs; gieb ihnen zum Kampfe 3Jhit, Gehorsam, Zucht und Glauben und kröne chre Thaten mit Sieg."

- a. Freiensteinau, 25. Juli. Zwei Brüder aus Rein­hards, im mittleren Mannesalter stehend, waren im Felde mit Brechen von Kirschen beschäftigt, als sich plötzlich ein Gewitter entlud und auch Regen eintrat. Beide stellten sich unter einen Kirschbaum, in den gleich darauf der Blih einschlug. Der eine wurde getötet, während der andere gänzlich unverletzt blieb.

Mainz, 25. Juli. Ein junger Ausländer der heute vormittag in der Nähe der Festungswerke Zeichnungen anfertigte, wurde von einer Militärpatrouille verhaftet. Ein Offizier, der die Zeichnungen besichtigte, entließ den Ver hafteten wieder, da die Zeichnungen nur landschaftliche Skizzen enthielten. Der verstorbene Banquier Rudolf Bamberger hat der Stadt Mainz 50000 Mk. zu Wohl- thätigkeitszwecken vermacht.

* Kleine Mitteilungen aus Hesten und den Nachbarstaaten. Am letzten Sonntag hielten die Kriegervereine des Bezirks Lauterbachs-Schlitz in F r i s ch b o r n ihr Bezirksfest, ver­bunden mit Fahnenweihe des Vereins Frischhorn ab. Sämtliche 16 Vereine des Bezirks hatten sich eingefunden. Die vereinigten hessischen und preußischen Staatseisenbahnen haben auch im abgelaufenen Monat Juni durch wesentliche Steigerung des Verkehrs eine weit größere Einnahme erzielt als in dem gleichen Monate des Vorjahres; die Gesamteinnahme im Monat Juni betrug rund 117 800 000 Mark gegen 104 850 000 Mark im Juni vorigen Jahres. Der Arbeiter K. von Kirch­hain, der gelegentlich des Gauturnfestes int Verlauf eines Wortwechsels in den Daumen gebissen wurde, mußte nach

der Klinik in Marburg überführt werden. In Nied e r- flein ereignete sich kürzlich ein betrübender Unglücksfall Der Händler Koch stürzte auf der Fahrt von Kirchhain nach Niederklein mit dem Rade und zog sich dabei schwere innere Verletzungen zu. Der Ackermann Hock aus Allen dorf wurde Montag das Opfer eines Unfalles. Als die vor seinen Wagen gespannten Kühe plötzlich und zu früh anzogen, stürzte er vom Wagen und fiel dabei so unglücklich, daß er mehrere Rippenbrüche davontrug. Ein neues Abzweigsystem für elektrische Licht- und Kraft­anlagen, das eine genaue Kontrolle gegen widerrechtliche Stromentnahme vor den Elektrizitätsmessern gestattet, wurde von dem Erfinder, Herrn Henry Hirsch in Mainz, zum Patent angemeldet. In D a r m st a d t ist, wie wir bereits mitteilten, der Generalleutnant z. D. v. P a n n - Witz im 82. Lebensjahre gestorben. Er kommandierte zu­letzt die 28. Jnfanteriebrigade und wurde im Dezember 1874 als Generalleutnant zur Disposition gestellt. In der Nähe von M o m b a ch wurde ein zwanzigjähriges Mäd­chen aus Neu-Isenburg von zwei Männern beraubt und vergewaltigt.

Oerichlslaal.

Gießen, 24. Juli. Strafkammer. Wegen schweren Diebstahls im Sinne der §§ 242, 243.2 St.G.B. hat sich der vielfach vorbestrafte Sattlergehilfe Heinrich Ranft aus Grünberg zu verantworten. Der am 0. April 1865 zu Paris geborene Angeklagte, ein arbeits­scheuer, übelbeleumundeter Mensch, wird beschuldigt, am 22. März gegen sechs Uhr morgens die Ladenkasse des Metzgermeisters S p a m e r zu Grünberg um den Betrag von etwa 40 Mark geplündert und am 30. April aus einem verschlossenen Kistchen die etwa 8 Mark betragenden Er­sparnisse der Witwe Gr a velius entwendet zu haben, beidemal unter Erbrechen der Behältnisse. Der Angeklagte, gegen den ein direktem Beweis nicht zu erbringen ist, legt sich auf hartnäckigstes Leugnen und sucht in jenem Falle sein Alibi nachzuweisen, den am 30. April vollführten Diebstahl aber auf die Schultern eines andern abzuladen, der aus diesem Grunde bei seiner heutigen Vernehmung nicht vereidigt wird, Seine bezüglichen Angaben erweisen sich indes als leerst Ausflüchte. Es wird vielmehr fest­gestellt, daß er am fraglichen Morgen gemeinschaftlich mit seinem Freunde Otto Frank aus der Richtung des Spamerschen Hauses gekommen sei und sich nach dieser Zeit im Besitze bedeutender Geldmittel befunden habe. Außerdem kann nachgewiesen werden, daß ihn sein eigner Bruder des in Frage stehenden Diebstahls beschuldigt hat. Für den zweiten Diebstahl wird durch mehrere Zeugen nachgewiesen, daß er arrt fraglichen Nachmittag das Haus der Bestohlenen betteten und sich mindestens 10 Minuten darin aufgehalten hat. Durch weitere Beweise wurde zur Evidenz festgestellt, daß nur der Angeklagte die beiden Diebstähle vollführt haben kann. Der Staatsanwalt be­antragt neben Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte und Zulässigkeit von Polizeiaufsicht eine Gesamtzuchthaus- starfe von 2 Jahren 6 Monaten. Der Gericykshof erkennt auf eine Gesamtzuchthausstrafe von 4 Jahren, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren und Zulässigkeit von Polizeiaufsicht. Es wird demnächst in die Verhandlung gegen den 25 jährigen Stein­hauer Christian Schäfer und den 16 jährigen Konr. Peil, beide von Rinderbügen, wegen Körperverletzung eingetreten. Der Anklage liegt folgender Thatbestand zu Grunde: Am 29. April war eine Hochzeit in Rinderbügen. Bei dieser Gelegenheit wurde den Neuvermählten durch die Burschen ein Ständchen gebracht, welches mit einem Fäßchen Bier seitens des neuen Ehemannes honoriert zu werden pflegt. Da die Burschen dieses Ortes seit einiger Zeit in zwei Parteien getrennt sind, so waren diesmal nur die befreundeten Burschen erschienen, während die andern die gesungenen Lieder niederzuschreien versuchten. Als die kleine Sängerscharispäter beim Fäßchen'Bier in der Leoschen Wirtschaft gemütlich beisammen saß, fanden sich unter einigen Burschen der Gegenpartei auch die beiden An­geklagten ein. Es kam zu Reibereien, die zuletzt im Hofe und im Hausflur in Thätlichkeiten ausarteten, wobei der Angeklagte Schäfer den Hch Gommer III. mittels eines Messers am Kopfe lebensgefährlich verletzte und seinem zu Hilfe herbeieilenden Vater ebenfalls eine Kopfwunde beibrachte, während der Mitangeklagte den schwerverletzten Gömmer durch einen Messerstich verletzt haben soll. Der Zeuge Gömmer sen. ist für sich und seinen Sohn als Nebenkläger aufgetreten und beansprucht von dem An­geklagten Schäfer eine Buße von 477 Mark. Obgleich die Zeugenaussagen oft in direktem Widerspruch stehen, gewinnt das Gericht doch die Ueberzeugung von der Schuld des Schäfer und verurteilt ihn, dem Antrag der Staats­anwaltschaft entsprechend, in eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr 3 Monaten, während es bezüglich des Mitangeklagten, für den der Staatsanwalt 3 Monate Ge­fängnis beantragt hatte, auf Freisprechung erkennt. Die beanspruchte Buße wird dem Nebenkläger ebenfalls zugesprochen.

nn. Darmstadt, 25. Juli. Strafkammer. Ein Kantionsschwindler gemeingefährlichster Sorte, der 32jährige Paul Georg Martin aus Freiberg in Sachsen, stand heute vor den Schranken der hiesigen Ferien- strafkammer. Sein Lebenslauf ist eirttsehr bewegter. Wegen Diebereien im Eltern Hause wurde er schon mit 14 Jahren einer Besserungsanstalt Überwiesen; hier blieb er aber nicht lange. Er ging nach Leipzig auf ein Bureau, da er Schreiber werden wollte. M. giebt dann an, in Berlin bei Fritz Friedmann Sekretär gewesen zu sein. Hier­auf kam er wieder nach Leipzig und wurde Tanzlehrer. Dies ernährte ihn angeblich auch nicht, und er ging als Buchhalter nach Paris. Inzwischen war er 1896 wegen schweren Diebstahls zu neun Monaten Gefängnis verurteilt worden. Auf seinen weiteren Irrfahrten kam er dann 1898 nach Frankfurt a. M. in das Versicherungsfach, be­reiste für dieViktoria" die Schiweiz und wurde dann in dem Schreibinstitut von Gantter Schüler und Lehrer zu­gleich. Er verheiratete sich inzwischen, und seine Fran soll ihm ca. 5000 Mark eingebracht haben, mit denen er nach Einrichtung der Wohnung und eines feinen Bureaus ein Kommissions- und Hypotheken-Vermittelungsgeschäft anfing. Auch bewarb er sich um Agenturen. Er verlegte seinen Wohnsitz nach Offenbach a. M., richtete sich gut

ein und begann nun, mit dem Umstande rechnend, daß cs eine gewisse Menschensorte giebt, die nicht alle wird, seine Schwindeleien, indem er in der Frankfurter und anderen Zeitungen Bureaubeamte, Reisende, Diener, Kassenbotenj usw. suchte unter der Angabe, daß er ein bedeutendes Ge­schäft und viel Jncasso zu besorgen habe. Es seien Hypo­thekengelder auszuzahlen, und in manchen Tagen werde ein Geldumsatz von 30- bis 40 000 Mark erzielt. Er gab ferner an, daß er auf der Dresdener Bant ein Guthaben von 60000 Mark habe, auch seine Frau besitze ein Ver­mögen von 30 000 Mark. Durch diese und ähnliche Vor­spiegelungen gstlang es ihm, eine ganze Anzahl junge Leute, die zum Teil verheiratet sind, um ihre sauer erworbenen Sparpfennige zu bringen. So bekam er von dem Kauf­mann F. E. in Offenhach 500 Mk. Diesem wollte er auch Prokura geben, wenn er noch» 1500 Mark bringe; E. war schon im Begriff, diesen Betrag zu opfern, als er noch rechtzeitig Wind bekam. Der 38jährige Kaufmann Leo W. deponierte gleichfalls 500 Mark; er war als Vertrauens­mann, Kasse- und Bureaudiener mit 120 Mark monatlichem Gehalt engagiert. Auch dem Bäcker Karl Werle in Frank­furt a. M. nahm er seine in sechs Jahren erworbenen Spar­kreuzer von 2000 Mark kaltblütig ab, be£ gleichfalls als Kassenbote engagiert wurde. W. wollte erst Sparkassenbücher deponieren; M. ging aber darauf nicht ein. Dem Maschi­nenarbeiter W. Kurtz richtete er in Frankfurt a. M. eine Filiale ein, nachdem er 1200 Mark Kaution gestellt hatte. Auch dieser bekam 120 Mark Gehalt. Auch der jetzt in einer Fabrik beschäftigte I. Langnich in Offenbach stellte als Kassenbote 500 Mark Kaution. Die Beschäftigung aller dieser Leute war ganz minimal und nur Scheinmanöver, da der Angeklagte nur ein paar unbedeutende Versiche­rungsgeschäfte machte, denn vorsichtige Firmen ließen sich nicht mit ihm ein. Zeitweise hatte er acht Angestellte, darunter auch weibliche. Einzelnen feiner Angestellten gab er noch> an, daß er ein eigenes wertvolles Wohnhaus, auch 14 Reisende und einen Ober-Kontrolleur habe. Groß­artige Briefbogen mit gedrucktem Kopf, Angabe der Sprech stunden, Telegramm-Adresse re., vervollständigten das Lügengewebe des Hochstaplers. Als es an die Zurückgabe einzelner Kautionen resp. an die zu stellenden Sicherheiten ging, brach das Kartenhaus zusammen. Der ehrlose Be­trüger wurde heute für drei Jahre sechs Monate unschädlich gemacht. Er erhält ferner eine Geldstrafe von 1500 Mark; auch werden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte! auf drei Jahre aberkannt. _ ___

Universität und Hochschule.

Aus Marburg wird geschrieben: Zum Rektor der hiesigen Universität sür nächste Amtsjahr wurde der Prosesior der Geschichte, Riese, gewählt. _____

^rbetterbeWrgrmz.

Paris, 26. Juli. Der Ausstand in Creuzot ist beende^ Eine große Anzahl Arbeiter mußte Creuzot verlassen, da die Gesellschaft sich weigerte, sie wieder aufzunehmen. Wie verlautet, weigerten sich die Soldaten des 18. Infanterie-Regiments, gegen die ausständischen Kundgeber vorzugehen. Auch die Soldaten des 16. Infanterie-Regi­ments sollen bei ihrer Ankunft in Creuzot Zettel auf die Straße ge« worfen haben, in denen sie die Ausständischen zu unterstützen versprechen, indem sie nichts gegen sie thun würden. __

Briefkasten der Redaktion.

Dr. C. Ein Donum (osmanisches Joch) umfaßt nach BrockhauS Konversationslexikon 7,52b a. Demnach ist die Rechnung des Dr. Gr. allerdings falsch. Wir haben Ihre Postkarte ihm zugeschickt.

Nach Heuchelheim. Anonyme Einsendungen können, wie wir bereits mehrfach an dieser Stelle erwähnt haben, aus schwerwiegen­den Gründen keine Aufnahme finden. Nennen Sie doch Ihren Namen, der selbstverständlich geheim gehalten werden wird.

Ärmste Meldungen.

Wien, 26. Juli. DasFrerndenblatt" bespricht an leitender Stelle die Verlobung des Königs von Serbien und erklärt, daß dieser Schritt des Königs, obgleich er zu einem Konflikt mit König Milan und dem früheren Ministerium Georgiewitsch geführt habe, doch nur als eine innere serbische Angelegenheit anzuseheu fei. Das Ausland habe keinen Grund, sich einzumischen, und werde vorläufig nur die Rolle eines objektiven Beobachters spielen. König Milan konferiert täglich längere Zeit mit dem hiesigen serbischen Gesandten und unterhält einen regen Depeschen-Wechsel mit Belgrad. Der König dürfte vor­läufig als Privatmann nachSerbien zurückkehreu. Er soll erklärt haben, nichtsgegenseinSohn unter­nehmen zu wollen.

Berlin, 26. Juli. Ter Kaiser trifft heute abend in Bremerhaven ein und gedenkt bis zum 4. August dort zu verweilen, um sämtliche nach China gehenden Truppen zu entlassen und den neugebildeten Bataillonen Fahnen zu verleihen.

Paris, 26. Juli. Das Thermometer stieg gestern nachmittag 3 Uhr auf 35 einhalb Grad R. Die Zahl der Sonnenstiche und Hitz schlüge war sehr bedeutend. Die Hospitäler sind, trotzdem 1200 neue Betten auf­geschlagen wurden, ü b e r f ü l l t.

L o r i e n t, 26. Juli. Auf dem Torpedoboot Nr. 252 ereignete sich eine Explosion infolge Bruchs eines Dampfrohres. Drei Maschinisten wurden schwer ver­wundet.

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