Jn-
Bewerber belieben sich bis 15. August dsS. IS. unter Angabe ihrer Ansprüche bei unterzeichneter Behörde zu melden.
Gießen, den 25. Juli 1900.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Hechler.
Milosch damals nicht nur hochbetagt — er stand im Alter von etwa achtzig Jahren — er litt auch an einer uu- heilbaren Krankheit. Er starb am 26. September 1860.
Sein zweitältester Sohn Michael, der bereits nach der Thronentsagung seines Vaters im Jahre 1839 und nach dem Tode seines älteren Bruders Milan (dieser starb am 8. Juli desselben Jahres) kurze Zeit regiert hatte, übernahm die Regierung zum zweiten Male nach dem Ableben, seines Vaters. Die Jahre, die er im Exil verlebt hatte, waren für ihn nicht nutzlos vorübergegangen. Er hat sich im Ausland eine vielseitige und gründliche Bildung angeeignet, trat äußerst human und freundlich auf und war für das Wohl seines Landes aufs beste bedacht. Er
war mit einer Gräfin Hunyadi vermählt. Die Ehe war aber nicht glücklich, sie blieb auch kinderlos. Indessen war 'doch der Fürst eine zu fein gebildete Natur, um öffentliches Aergernis zu geben. Seine Gemahlin lebte getrennt von ihm in einem Badeort, und es ist eine Ver- läumdung, wenn ichrn eine Liebelei mit seiner Cousine nachgesagt wird, die mit ihm gleichzeitig im Park von Toptschiden am 10. Juni 1868 ermordet wurde. Eine zweite Dame, die gleichfalls von den Kugeln der Mörder getroffen worden war, kam mit dem Leben davon. Sie
Bekauotmachung.
Der Ortsvorstand zu Hungen beabsichtigt, mit dem am 17. September d. IS. zu Hungen stattstndenden Prämiierungsmarkte (Faselschau) eine Verlosung von Vieh und landwirtschaftlichen Geräten zu verbinden.
Großherzogliches Ministerium des Innern hat die nachgesuchte Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Verlosung unter der Bedingung erteilt, daß nicht mehr als 5000 Lose, zu 1 Mk. das Stück, ausgegeben werden dürfen, und mindestens 60 Prozent des Bruttoerlöses aus dem Verkaufe der Lose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind.
Zugleich ist der Vertrieb der Lose in der Provinz Oberhessen gestattet worden.
Gießen, den 24. Juli 1900.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
Die Frauen im Hause Obreuowitsch wäre die passende Ueberschrist für ein überaus inhalt- reiches und interessantes Kapitel in der Geschichte des modernen Serbiens. Es ist merkwürdig, welche bedeutende Rolle die Frauen in allen politischen Wandlungen dieses Landes gespielt haben, seitdem es von der Familie Obreiw- witsch regiert toirb; Auch das Schicksal des Königs Alexander, der trotz seiner vierundzwanzig Jahre bereits eine politische Vergangenheit hat, scheint sich jetzt durch eine Frau erfüllen zu wollen.
Ter Begründer dieser Dynastie war der Bauer Milosch Obreuowitsch, der diesem Familiennamen zu Ehren seines Halbbruders, Obren, bei dem er gedient hatte, sich beilegte. Seine Teilnahme an dem Aufstande gegen die türkische Herrschaft ist geschichtlich bekannt. Milosch war nach unseren Begriffen ein ungebildeter Mensch, da er weder lesen noch schreiben konnte. Die Regierungsdekrete pflegte er nach Analphabetenart mit drei Kreuzen zu zeichnen. _ Nichtsdestoweniger war er ein Mann von großer Tapferkeit und vieler Begabung, ein geborener Staatsmann und Organisator. Außer seiner serbischen Muttersprache sprach er nur noch ein wenig russisch: als er jedoch bei einem Besuch in Petersburg wegen seines schlechten Russisch von den Würdenträgern des dortigen Hofes etwas gehänselt wurde, wies er die Hofschranzen so derb zurück, daß ihnen dch Lust verging, ihn fürder zu necken.
Zu Hause ließ er sich stets aus guten deutschen und französischen Büchern vorlesen, d. h. die Vorleser mußtenj ihm den Inhalt der Bücher ins Serbische übertragen. In der kleinen, aber gewählten Hausbibliothek des Fürsten, die noch jetzt im Parkhäuschen von Toptschider aufbewahrt wird, finden sich gute nationalökonomische Schriften in deutscher Sprache und — die Werke Voltaires! Man tarnt; süh! soweit ungefähr denken, wessen Geistes Kind dieser Bauer war.
Seine Frau, die Knjäsin Militza, war ihm durchaus ebenbürtig. Ebenfalls einer Bauernfamilie entstammend, war sie voller Thatkraft und überaus mutig, dabei poütrsch sehr rege; sie unterhielt sogar oft hinter dem : Rucken des fürstlichen Gemahls Beziehungen zur Oppo- i fitum. Sie wußte, daß. der Fürst es mit der eheliche Treue nicht allzu genau' nahm. Darüber setzte sie sich aber tn der Regel hinweg; nur durfte es zu keinem Skandal kommen. Eines Tages brachte sich Fürst Milosch ein hübsches „Stubenmädchen" von auswärts mit, mit dem er vor aller Augen eine Liebelei anfing. Fürstin Militza verbot dies der Schönen, und als diese trotzdem dem Fürsten ihre Gunst zuwandte und damit noch prahlte, schoß die betet»
Militza das Mädchen nieder und verließ das Haus. Milosch geriet in Wut, als er von dieser schrecklichen That erfuhr; er eilte der Fürstin nach und schwor hoch und teuer, er werde sie niederschlagen, wann und wo er ste treffe., Indessen floh die Frau nicht weit. Kaltblütig wartete fte den erzürnten Gatten ab und deutete ihm kachelnd an, daß er höchstwahrscheinlich den sehnsuchts- voll erwarteten Stammhalter mit erschlagen werde. Mi- kosch war besänftigt; er küßte der mutigen Dame die Hand und brachte sie in sein Haus zurück.
. kluge Frau hörte aber Frau Militza nicht auf, mit den Gegnern ihres Mannes, denen sein strenges und eigennütziges Regiment verhaßt war, zu intriguieren. Sie hätte
Milosch zur Abdankung gezwungen h^rVU^nb f,tble Regentschaft für den unmündigen Erben hatte fuhren können. Endlich, war die Sache so weit ba$ rebl,e,..ef^Wina den Fürsten Milosch ab- («nniipj5!1"6 ®riI°t2lnSl vom 12. Juni 1839, daß er zu !eincsB n“cWer jung verstorbenen Sohnes Milan W?wÄs1« bsm Bescheid angenommen, daß er und die Fürstin das Land zu verlassen hätten Tip föfuhfrh I «na schickte eine Abordnung an den Fürsten um chm d e Landesverweisung mitzuteilen. 'Milosch empfing die Leute sehr rilhig und äußerte vornehm: „Ich drünci?mick nickt n-' 9 wUfs s^1' ?^e .""ch glücklicher zu werden, iswo- ™ " »-eS 'Sm™“
»»‘SÄWiR öffentliche Ruhe zu sorgen hatte, wurde streng verbot^ dem abgesetzten Fürsten fürstliche Ehren zu erweisen. '
Bekanntlich wurde der alte Milosch Obreuowitsch, nach- I verlotterten Karageorgewitsch völlig abgewirtschaftet hatten, am 23. Dezember 1858 wieder auf den Thron Serbiens berufen. Er hatte zwar versprochen konstitutionell zu regieren, aber es fiel ihm sehr schwer' sich in die neuen Verhältnisse zu schicken. Am meisten ärgerte er sich darüber, daß ihm die Finanzverwaltuna monatlich seine Civilliste auszahlen ließ. Indessen war
trug noch fünfundzwanzig Jahre später die irgendwo in ihren Körper eingekapselte Kugel mit sich herum, „als ein abschreckendes Beispiel serbischer Grausamkeit in der Politik", wie sie sich auszudrücken pflegte. Die Dame erwies sich durchaus würdig, als die gewesene Freundin des unglücklichen Fürsten Michael zu gelten, da sie eine Frau von vornehmer Gesinnung war. Wie wenig Wahrheit an dem Gerede von dem Liebesverhältnis des Fürsten mit seiner Cousine war, zeigte das Benehmen der Fürstin, als sie die Nachricht von der Schreckensthat in Toptschider vernahm. Ihr Arzt hatte davon in der Zeitung gelesen ! und eilte zu der Fürstin, um zu erfahren, ob sie bereits : von dem Morde gehört hatte. Diese, der ebenfalls die Mordthat mitgeteilt worden war, empfing den Arzt mit Entsetzen: „Was sagen Sie zu dieser Belgrader Gemeinheit?" war das Einzige, was sie hervorbringen konnte. Erst später hat die serbische Nation erfahren, was sie an dem milden und hochherzigen Fürsten verloren hatte.
___________Schluß folgt._______________
Politische Tagesschau.
Die Eisenbahnmiuister der deutschen Staaten scheinen sich im Erlaß von Verfügungen und Reformen überbieten zu wollen. Unlängst hatte bekanntlich der preußische Verkehrsminifter, v. Thielen, das Grüßen der Eisen- bahnbeamten zum Gegenstand einer Verordnung gemacht. Sein bayerischer Kollege hat auch sofort einen alten Erlaß wieder aufgefrischt, in dem es heißt:
„Man hat die Wahrnehmung gemacht, daß einzelne Abfertigungs- oeamte bei Ausübung ihres Dienstes eine nachlässige und gleichgiltige Haltung beobachten, den Uniformrock offen tragen rc. Da dies Gebühren geeignet ist, das Ansehen der Beamten auch in den Augen des reisenden Publikums zu schädigen, ... so bringt die Generaldirektion in Erinnerung, daß sämtliche Abfertigungsbeamte beim Verkehren von Zügen mit Personenbeförderung künftighin unter Wahrung einer dienstgemäßen und dienstförderlichen Haltung in geschloffenem Uniformrock oder geschloffener Bluse mit einfarbigem, dunklem Beinkleid und roter Mütze zu erscheinen haben. Wird dabei der Dienstmantel getragen, so ist unter diesem der Dienstrock oder die Bluse geschloffen zu halten Das Tragen von Hausschuhen im Zuge ist unter allen Umständen verboten. Gegen Zuwiderhandelnde soll mit Strenge eingeschritten werden."
Und angesichts solcher Verordnungen behaupten nörgelnde Menschen noch, daß unsere Eisenbahnminister die Bedeutung des Wortes, nach dem unsere Zeit im Zeichen des Verkehrs steht, diesem also alle erdenklichen Konzessionen gemacht werden müssen, nicht richtig ersaßt haben. Daß das Gegen- teil der Fall, beweist doch zum Ueberfluß auch die Meldung, wonach für die Beamten des höheren Dienstes der bayerischen Staatsbahnen demnächst neue Titel geschaffen werden sollen, und zwar sollen die Sekretäre der Generaldirektion und der Oberbahnämter den Titel „Assessoren" erhalten, die Inspektoren des inneren Dienstes bei der Generaldirektion und den Oberbahnämtern „Direktionsräte 2. Kl.", die Oberinspektoren aber Direktionsräte 1. Kl. oder Regierungsräte werden. Der Titel Direktionsräte bei den Oberbahnämtern würde allerdings die Umbenennung der Oberbahnämter in „Direktion" bedingen. Die bisherigen Generaldirektionsräte würden den Titel „Geheime Regierungsräte" bekommen. — „DirektionSrat" klingt ganz besonders schön.
Winston Spencer Churchill, der Kriegsberichterstatter der „Morning Post", ist nach London zurückgekehrt und hat einem Vertreter der Zeitung allerlei Eindrücke und Ansichten über den Krieg in Südafrika mitgeteilt. Churchill sieht nicht den Krieg, sondern nur die große Operationen für beendet an. Ein gewisser Teil des Buren- Heeres sei unversöhnlich, und dieser werde bis zum Tode kämpfen oder bis er in eine solche Lage g-drängt worden sei, daß weiterer Widerstand hoffnungslos wäre. Die gewaltige Ausdehnung des Landes mache es sehr schwierig, mit diesen Leuten fertig zu werden, doch da jetzt die Bahn zur Truppenbeförderung verwandt werden könne, sei die Frage der rückwärtigen Verbindungen nicht mehr von so vitaler Bedeutung, besonders da die Natal- und Freistaatlinien in englischen Händen seien. Wahrscheinlich würden sich die nächsten britischen Operationen gegen die Delagoabai-Bahn richten, lleber die Lehren des Krieges meinte Churchill, daß der Kavallerist, dem Lanze und Säbel nur ein Hindernis fei, mit feinem Karabiner dem Gegner gegenüber sehr im Nachteil sei. Die Kavalleristen müßten eine gute Feuerwaffe erhalten, und nicht die Infanterie müsse reiten, sondern die Kavallerie schießen lernen. Es sei Unsinn, zu behaupten, der Bur sei ein berittener Infanterist; er sei Kavallerist, ein vorzüglicher Reiter. Der Verwendung der berittenen Infanterie zu Zwecken, zu denen sie nicht bestimmt gewesen, seien einige der „unglücklichen Zwischenfälle" zuzuschreiben. Die Verwendung der Artillerie, die älter als die der Buren wäre, sei nach falschen Ideen geschehen. Das Mausergewehr habe eine bessere Ladevorrichtung, als das Lee- Metford-Gewehr, außerdem fei ersteres mehr für den Durch-
fchmttsschützen, letzteres für den besseren Schützen geeignet« Die britische Armee stände im Punkte der Bewaffnung siebenJahre hinter denZeiten zurück. Die Zwischenfälle an der Bahnlinie seien hauptsächlich dem Stab zuzuschreiben. Dann hätten Lord Roberts' und Lord Kitchener'S persönlicher Einfluß hauptsächlich dazu beigetragen, daß die großen Vorteile errungen wurden.
Aus Stadt und Kand.
Gießen, 26. Juli 1900.
** Das Regierungsblatt Nr. 55 vom 23. Juli hat zum Inhalt: Bekanntmachung, die Ausgabe von Schuldverschreibungen aus den Inhaber betreffend.
** Vom Gewerkfchaftskartell. Wie wir hören, hat sich Herr Gewerbe-Inspektor Engeln bereit erklärt, Sitzungen des Gewerkschastskartells, in denen gesetzliche Bestimmungen zur Diskussion stehen, sofern ihm Einladungen dazu zugehen, beizuwohnen. Dieser Entschluß des Herrn Gewerbe-Inspektors ist u. E. nur zu billigen, und kann zur Vermittlung der Gegensätze zwischen Arbeitgebern- und Arbeitnehmern nicht unwesentlich beitragen.
** Prüfung für Hauptlehrer rc. Nach Artikel 33 des Volksschulgesetzes soll im Laufe des Dezember d. I. eine „erweiterte Prüfung" (Prüfung für Hauptlehrer und Lehrer an höheren Bürgerschulen) stattfinden. Unter Hinweis auf § 38 der Verordnung vom 10. Januar 1876, die Prüfungen für das Lehramt an Volksschulen betreffend, werden diejenigen Lehrer, welche sich dieser Prüfung zu unterziehen beabsichtigen, aufgefotbert, ihre an die Ministerial- abteilung für Schulangelegenheiten zu richtenden Gesuche nebst den erforderlichen Anlagen bis spätestens zum 15. September d. I. bei der betreffenden Kreisschulkommission einzureichen.
** Lehrerpenfio«. Von der Schulbehörde ist nun an- geordnet, daß den alten pensionierten Lehrern Hessens nunmehr der pensionsfähige Anschlag der Wohnung mit ihrer andern Pension regelmäßig ausbezahlt wird. Seither war sie nur zweimonatlich erhältlich. Von jetzt ab beziehen die pensionierten Lehrer sie monatlich aus Großh. Hauptstaatskasse bezw. Distriktseinnehmerei pränumerando.
** Kindergarten. Einen freudigen Anblick bot uns vorgestern der Ausflug der Zöglinge des Kindergartens von Fräulein Thielmann nach dem schön gelegenen Philosophenwald, um dort das So mm er fest zu feiern. Die stattliche Zahl von Kindern, begleitet von den Eltern, zeigte uns ein Bild der inneren Herzensfreude der Kleinen, im Bewußtsein, geschmückt und gefeiert zu fein. Die Bewegungsspiele sanden bei der sie umstehenden Zuschauerschar lauten Beifall. Die Leiterin, die trotz ihres jugendlichen Alters doch außerordentliches Verständnis für die bildende Erweckung des kindlichen Gemüts hat, zeigte damit die schönen Erfolge, die sie mit ihren Zöglingen im Kindergarten gemacht hat. Nachdem nun die fleißigen Kleinen ihr Bestes zur Erfreuung der Eltern gethan, wurde ihnen seitens der Leiterin eine kleine Erinnerung mitgegeben, die von Liebe und Anhänglichkeit zu ihnen zeugte und bei Allen erneute Freude hervorrief. Und so sand das schöne Fest ein allgemein befriedigenden Abschluß, und es hat wieder gezeigt, wie gut unsere Kleinen im Kindergarten aufgehoben und welch ersprießliche Fortschritte unter den Kleinen zu verzeichnen sind.
** Wohlthätigkeils Verein Contentia. Wie wir hören, giebt der Wohlthätigkeits-Verein „Contentia" am Montag, vem 30. d. tDi. in Steins Garten ein großes Wohl- thätigkeits-Konzert unter Mitwirkung der RegimeutS- kapelle des hiesigen 2. Großh. Jnf.-RegtS. Kaiser Wilhelm Nr. 116 unter persönlicher Leitung des Kapellmeisters Krauße, sowie des Bauer'schen Gesangvereins und jedenfalls auch der Gießener Turnerschast. Da der Reinertrag zugunsten der nach China gegangenen Freiwilligen, speziell derAngehörigendeshiesigenRegimentS verwendet werden soll, ist dem Verein eine recht ergiebige Einnahme zu wünschen. Alles Nähere ergeben die erscheinenden Annoncen.
** Ausgabe neuer Briefmarken. Die Ausgabe der neuen Briefmarke zu drei Mark ist zum 1. August zu erwarten. Der Zeichnung der Drei-Mark-Marke ist ein Motiv von einem größeren Bilde von W. Pape zugrunde gelegt: sie zeigt die Enthüllung des Denkmals Kaiser Wilhelms des Großen in Berlin und trägt die Inschrift: 1797— 22. März 1897. Ihre Fatbe ist violett. Die Ausgabe der Briefmarke zu 5 Mark ist auf den 1. September festgesetzt. Im Herbst ist dann die Ausgabe der besonderen Briefmarken und Wertzeichen für unsere Schutzgebiete und Postanfialten im Auslande zu erwarten.
Laubach, 24. Juli. Dem schriftlichen Maturitätsexamen hatten sich am hiesigen Gymnasium 6 Abiturienten unterzogen, 5 derselben unterwarfen sich dem mündlichen Examen, bei dem als Vorsitzender der Prüfungskommission Gymnasialdirektor Prof. Dr. Balser fungierte. Sämtliche Examinanden bestanden die Prüfung; 3 werden Jurisprudenz, 1 Mathematik, 1 Forstwirtschaft studieren. Unter den Abiturienten befindet sich auch der jüngste Sohn des hiesigen Grafen.
Angersbach, 22. Juli. Ein Beispiel seltener Diensttreue und Beständigkeit fand am 21. ds. Mts. auf der Freiherrlich Riedesel'schen Ziegelei bei AngerSbach durch die Feier des Arbeiterjubiläums des Arbeiters Johann Georg Eifert von Angersbach die verdiente Würdigung. Eifert ist feit 50 Jahren ununterbrochen in dem genannten Etablissement als Arbeiter thätig; er hat die Ziegelei in ihren bescheidenen Anfängen gesehen und arbeitet heute noch in dem Großbetrieb tu ungestörter Rüstigkeit fort, allgemein geachtet und durch seine Zuverlässigkeit und Tüchtigkeit von seinen Arbeitgebern anerkannt und wertgeschätzt. Dies zeigte der Verlauf der Feier, zu der sich auch die Mitglieder der Freiherrlichen Familie, Major Friedrich Riedesel Frei-


