Ausgabe 
27.6.1900 Zweites Blatt
 
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Telegramme M Gietzeuer Anzeigers.

Loudon, 26. Juni. Aus Kapstadt wird von gestern gemeldet: Infolge eines Gefechtes bei Honingspruit verloren die Engländer 40 Tote und Verwundete. General Hamilton erlitt infolge Sturzes seine- Pferde- einen Bruch der Kniescheibe.

London, 26. Juni. Aus Standerton wird gemeldet, daß gestern der erste Eisenbahuzug aus Natal via LaingS- nek mit einer großen Menge Eisenbahnmaterial eingetroffen ist. Eine Anzahl Buren unterwarfen sich und lieferten ihre Waffen aus.

Der Krieg ite Südafrika.

Der Aufstand in der Kap-Kolonie, nördlich vom Oranje-Fluß, ist beendet. Das Kommando de Villier'S, bestehend aus 220 Mann, 280Pferden, 18 Wagen, 260 Ge­wehren und über 100000 Kugeln, kam in Blickfontein an und übergab sich dem General Warren. In dem Kommando befinden sich 16 Führer der Aufständischen. De Villier» selbst ging mit einer kleinen Abteilung ostwärts.

Am Samstag haben die Engländer Heidelberg, süd­östlich von Johannesburg, besetzt.

DieCentral News" meldet aus Standerton vom Sonntag: General de Wet umzingelte ein aus 140 Mann bestehendes Detachement der Hochländer- Brigade, das eine BerpflegungSkolonne von 61 Waggons exkortierte. Der Ueberfall fand zwischen Roodeval und Heilbronn statt. Die Streitmacht de Wet's betrug 1400 Mann und 7 Geschütze, sodaß die Hochländer nur geringen Wider­stand leisten konnten und sich ergeben mußten.

General Kitchener ist im Südafrika nur um Haares­breite einer Gefangennahme durch die Buren unter Kommandant de Wet entgangen. Kitchener scheint in großer Sorglosigkeit sich zur Nachtruhe in einem Eisenbahnwagen auf der Station Kopjes-Siding, nur 2 Meilen vom Rhenoster- River entfernt, niedergelegt zu haben, wahrscheinlich ohne zu wissen, daß de Wet in bedrohlicher Nähe war. Gegen 3 Uhr morgens eröffneten die Buren plötzlich ein scharfes Gewehr- und Geschützfeuer, und dieser Angriff fand den englischen General vollständig unvorbereitet. Er scheint so­gar ohne ausreichende Bedeckung gewesen zu sein, denn es heißt in dem Telegramm, daß er sich selbst sein Pferd satteln mußte und dann Hals über Kopf nach Rhenoster- River galoppierte, wo eine britische Abteilung Infanterie und Artillerie mit sechs Geschützen zu seiner Verfügung stand. Obwohl die Buren nur 900 Mann stark waren und nur drei Geschütze mit sich führten, konnten die Engländer nicht verhindern, daß sie eine kleine Eisenbahnbrücke, die gerade wieder hergestellt war, aufs neue sprengten und den Zug des Lord Kitchener mittelst Dynamit von den Schienen warfen und gründlich zerstörten.

Deutsches Reich.

Berlin, 25. Juni. Aus Kiel wird gemeldet: Aus Anlaß der Enthüllung des Denkmals Kaiser Wil­helms I. in Holtenau sind sämtliche Kriegsschiffe und die zahlreich im Hafen liegenden Segelyachten reich beflaggt. Der Kaiser fuhr von derHohenzollern" im BerkehrS- bootHulda" nach dem Platz in Holtenau, wo das Denk­mal errichtet ist. Das Boot führt die große Kaiserstandarte. Um 9*/a Uhr landete der Kaiser mit den Gästen und Ge- | folge an der Landungsbrücke in Holtenau, wo Prinz Hein- ! rich und Prinz Kanin vnn Japan bereits anwesend waren. 1 Das Kaiserzelt war am Leuchtturm aufgebaut, die Tribünen mit Flaggenmasten im Halbrund errichtet. Gras PosadowSky hielt eine Ansprache. Sodann fiel auf einen Wink des Kaisers unter Hurrarufen der Anwesenden und Salut aller Kriegsschiffe die Hülle. Die Musik spielte die National­hymne und einen VerS des niederländischen Dankgebets. Der Kaiser, der hieraus das Denkmal besichtigte, dankte dem Grafen PosadowSky und dem Professor Herter. Der niederländische Kapitän Woerden vom KreuzerNoord- brabant" legte einen Kranz nieder. Am Nachmittag em­pfing der Kaiser den Prinzen Kanin von Japan an Bord derHohenzollern".

Wie ein Berichterstatter erfahren haben will, hat das preußische Staatsministerium in seiner letzten Sitzung hauptsächlich die Po len frage und Kanal- vorlage einer eingehenden Besprechung unterzogen. Ge­rüchtweise wird erzählt, daß im Schooße des Staats- Ministeriums sich wieder eine Strömung dahin geltend mache, wenn möglich den Landtag zu einer Herbsttagung zusammen­zuberufen und die Kanalvorlage alsdann dem Landtage zu unterbreiten. Die Frage der Reform der Eisen­bahn-Personentarife hat das Staatsministerium be­reits in einer früheren Sitzung Anfangs April beschäftigt. Dieselbe hat auch iu einer der letzten Sitzungen zur Prüfung und Entscheidung vorgelegen. Sie ist jedoch noch nicht zum Abschlusfe gekommen, denn die süddeutschen Regie­rungen haben Einsprüche erhoben, die noch nicht all­dem Wege geräumt worden sind.

Schwurgericht.

Gießen, 26. Juni 1900.

Die gestrige Schwurgerichtsverhandlung wurde wieder vom Landgerichtsrat Holzapfel eröffnet. Als Beisitzer fungierten Landgerichtsrat Prätorius und Amtsrichter Schmidt. Es handelte sich um Vergehen im Amt und um Meineid, dessen der ehemalige Bollziehungsbeamte Zim­mermann Meuser von Büdingen beschuldigt ist. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Koch, die Verteidigung war Rechtsanwalt Grünewald.

Zu Geschworenen wurden ausgelost: 1. Landvitt Philipp Mengel Groß-Karben, 2. Landwirt Eduard Lutz. Elpenrod, 3. Landwirt Konrad Blei II. - Burkhardsfelden, 4. Privatier Jakob Rupp Dortelweil, 5. Kammerrat Ludwig Clemm-Lich, 6. Kommerzienrat Philipp Heyligenstädt-Gießen, 7. Kammerrat Louis Deru-Affenheim, 8. Kaufmann Friedrich Heimer-Gießen, 9. Drechsler Jakob Neidel-Wieseck, 10. Bau­meister Karl Junker-Ortenberg, 11. Professor Dr. Karl Fromme-Gießen, 12. Lederhändler Loeb Baer-Gießen.

Der Angeklagte ist 1870 zu Büdingen geboren; er war seit dem Jahre 1897 Vollziehungsbeamter für den Bezirk Büdingen und ist seines Amtes infolge der zur Anklage stehenden Strafthaten enthoben worden. Er wird beschul- digt, in 3 selbständigen Handlungen als Beamter Thatsacheu beurkundet zu haben, die überhaupt nicht geschehen find, und gleichzeitig damit Urkundenfälschungen begangen zu habe«. Ferner wird Meuser beschuldigt, am 11. Dezember v. I. vor dem Schöffengericht zu Büdingen in der Strafsache gegen Christoph Peter KnauS in Düdelsheim wegen Pfand- Veräußerung wiffentlich falsche Aussagen unter Eid gemacht zu haben. Der Angeklagte gesteht die Fälschungen in alle» zur Anklage stehenden Fällen zu, während er den Meineid in Abrede stellt.

Der Thatbestand der Anklage ist folgender: Meuser ist im Jahre 1897 vom KreiSamt Büdingen als Vollziehung^, beamtet in Pflicht genommen. Anfang August 1899 hatte er bei Chr. Peter KnauS in Düdelsheim eine Pfändun/ vorzunehmen; er begab sich in Begleitung des Polizeidieners, der als Urkundsperson bei dem Akte dienen sollte, in du Wohnung des Knaus. Die Beamten trafen hier nur Frai Knaus, sie erklärte, die Sache gehe sie nichts an, sie wolle ihren Mann rufen lassen. Meuser verlangte, die Fra: solle ihm einen Gegenstand als Pfand angeben. Frar KnauS aber erklärte sich hierzu nicht bereit, und die Beamter verließen unverrichteter Sache die KnauSsche Wohnung Aus dem Wege zur Bürgermeisterei sanden sie auf die Straße einen Wagen, von dem der Polizeidiener wußte, tc gehöre dem KnauS. Diesen Wagen nahm Meuser in Pfau!, man schaffte ihn vor das Haus des Bürgermeister- urv schloß ihn mit einer Kette fest. Den Schlüssel übergab mon dem Bürgermeister, worauf Meuser nach Büdingen zuruv kehrte.

KnauS beschwerte sich am andern Tage in Büdmg-n beim Kreisamt, daß man den Wagen nicht in seinem Beltz gelassen hatte. Das KreiSamt verlangte von M. bte legung seiner Akten in Sachen KnauS, besonders aber »x verlangt worden die Einreichung des Pfändungsprotokoll- Die Beschwerde des KnauS wurde vom Kreisamt zuriü gewiesen und K. wegen Pfandentziehung vor dem Schöffe gericht unter Anklage gestellt, von diesem aber freigesproch« I In der Verhandlung ergab sich, daß eine ordnun^s I gemäße Pfändung deS Wagens überhaupt nicht stattgefunm I hatte, und daß das Protokoll nicht in Ordnung war, « I dem Schuldner sowenig wie dessen Ehefrau von der ® geblich erfolgten Pfändung deS Wagens Mitteilung R I war. Meuser beschwor damals, er habe der Frau Know I bei den Verhandlungen in der KnauS'schen Wohnung ' I klärt, er würde einen Wagen, der dem Ehemann geyo^ I pfänden, wo er denselben antreffe, er hätte dann oe I Frau Knaus da- aufgenommene Protokoll 8* I Unterschrift vorgelegt, diese hätte aber » I Unterschrift verweigert. Der Angeklagte hat T' I zugestandener Maßen da- Pfändungs-Protokoll erst m

Wohnung zwei Tag- später, -l« da- K«lSamt « I forderte, angefertigt, worin er den ganzen Mndirngso wahrheitswidrig angibt, weiter hat er dabei bte W schrist des als Urkundsperson zugezogenen Polizeioterv i gefälscht.

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dämmerte, da mögen wohl trotz ausgiebigen Schlafes aus so manchem Hirn die runtiorenben Sektteufelchen noch nicht verschwunden gewesen sein . . .

Auch am Sonntag bewährte sich dann wieder das traditionelle Mainzer Wetterglück. Im Kampfe mit schwer dräuendem dunklen Gewölk blieb schließlich Helios Sieger und sandte unerbittlich seine glühenden Pfeile hernieder auf das Menschengewimmel, das seit den frühen Morgen­stunden alle Straßen, Plätze und Gäßchen füllte, Feiern des Tages wurden würdig und eindrucksvoll durch den akademischen Akt in der Stadthalle introduziert, wo mehr als 100 Instrumentalisten und mehr als 500 Vokaliften mit prächtiger Klangwirkung und voll dyna­mischer Steigerung Dr. Vollbachs schöne Kantate vortrugen. Die darauf folgende Huldigung aM Gutenbergs den km al vollzog sich trotz oes alle Straßen füllenden enormen Menschenknäuels unter Anwesenheit des Groß- Herzogs und seines Ministeriums in den Formen eines großartigen festlichen und weihevollen Aktes.

Der Nachmittag versammelte alles, wasoffizielle" Bedeutung bei diesem Feste in Anspruch zu nehmen be­rechtigt war, beim Banket in der Stadthalle, wo übefr 1500 Personen die Freuden eines ausgezeichneten Mahles und rheinischen Rebensaftes bei rauschenden Klängen der Musik und zündenden Tafelreden genossen. Wohin auch immer das Auge sich wandte, fiel es auf einen Blüten­kranz ,schöner Frauen in duftigen Gewändern, auf blen­dende Nacken, glänzende Uniformen, blitzende Ordens-Deko­rationen. Auch die Soutane des katholischen Priester­standes war ziemlich zahlreich vertreten.

Ein großer Volkskommers in der Stadthalle be- schloß den gestrigen Festtag.

schen Gewerbefleißes!

Aus diesen, ernster Arbeit und unermüdlicher I SchMffensfreude geweihten Räumen ging der durch das I Festprogramm vorgezeichnete Weg in die Sekt-Kellereien I der Firma Kupferberg.

Sekt! 3 Millionen Flaschen Sekt eine I ganze unterirdische Stadt voll Sekt und Wein dunkle, I schmale, endlos dünkende Gänge in diesen vom elektrischen I Licht nur matt erleuchteten riesigen Kellern, die, etagen- I mäßig übereinander gebaut, einen ganzen Berg durch- I höhlten.

Es giebt in Mainz zwei Berge,

Von denen ist keiner ein Zwerg, Das ist der Kupfer- und Guten-, r Der Guten- und Kupferberg . . ." Falstaff selbst, der alte Schlemmer und Bramarbas, trank das perlende Naß stets gern;Hol' die Pest alle feigen Memmen Gieb mir ein Glas Sekt, Schurke!" läßt ihn Shakespeare imKönig Heinrich IV." mehrfach ausrufen. Nun die Gäste der Firma Kupferberg hatten es nicht nötig, ihre Wünsche in so drastischer Form zu | äußern. Denn kaum waren sie der sektgefiillten Unterwelt glücklich entronnen und in der Faßhalle gelandet, da knallten auch schon von allen Seiten die Pfropfen und man konnte kaum den mit sanfter Gewalt immer aufs neue die Gläser füllenden Küfern oder den im weiteren Verlaufe des animierten Festes den köstlichen Trank kredenzenden liebenswürdigen Mainzer Damen entrinnen. Was wunder, daß da so mancher den vorzeitigen Abschluß des festlichen Wallens für diesen Tag besiegelte! Denn schließlich muß ja auch der Mensch im festefrohen goldenen Mainz einmal schlafen und des Pokulierens Ende finden! Die Laune, die uns bei Kupferberg beherrschte, findet einen ziemlich ty­pischen Ausdruck in den mundartlichen Zeilen, die ich von dort oben an einen hessischen Landsmann auf der unver­meidlichen Ansichts-Postkarte richtete:

Freund, in Maanz is jetzt gut tarne. Wann de hier wärscht, glaabst de's aach. Morgens ohut mer sich erhewe Mit'm Kopp, wie voll vun Raach.

Doch deß macht nix, immer Weir er Wird getrunke Sekt un Wei Biß de unnern Tisch gesunke--

No, dann läßt d'es äwe sei---"

So sank denn am Samstag schon zu früher Abend- I stunde müde so manches schwere Haupt in die Kissen und I als der Johannis-Sonntag der Gutenbergfeier heraus-

S o fest schwört der Mainzer auf dies traditionelle | Wetterglück, daß er dann sogar noch Wetten auf gut Wetter anbietet, wenn bereits ein orkanartiger Sturm durch die Gassen saust, wenn hohe Staubwolken auffliegen, dunkle Wolkenzüge das Firmament verfinstern und von fern her s ehr vernehmlich der Donner rollt. Zur Stunde der Eröffnung der typographischen Ausstellung im Kur- sürstlichen Schlosse, die sich im Beisein des Landesfürsten am Samstag nachmittag vollzog, tobte ein Gewittersturm über das alte Moguntia dahin, daß es einem angst und bange werden konnte. Das dauerte so ein halbes Stünd­chen, {bann lachte die Sonne so wohlmeinend und herzlich vomfrischgescheuerten" Himmel herunter, als ob gar nichts vorgefallen wäre; und stracks richteten sich alle die zerzausten Fähnchen und Wimpel und Guirlanden wieder auf, und präzis zur Stunde der Ausfahrt der der Aus- stellungseröffnung beiwohnenden Festgäste warAlles: Widder in d'r Reih!" .

Die Ausstellung ist in den zu diesem Zweck ganz besonders geeigneten großen und lichtvollen Sälen des alten kurfürstlichen Schlosses untergebracht, sehr reichhal­tig und von höchstem fachmännisch>en Interesse, dabei ge­schmackvoll Und übersichtlich gruppiert. Die Räume des Erdgeschosses enthalten den maschinellen Konflux, Setz­maschinen (Linotyp" undTypograph", die sich in einer durchaus deplazierten Konkurrenzwut mit Flugschriften be­kämpfen, die während des Eröffnungs-Aktes der Ausstel­lung viel bemerkt wurden), Schneide- und Heftmaschinen, Schnell- und Tigeldruckpressen verschiedenster Systeme (Frankenthaler Fabrikat, Hamm-Heidelberg) u. s. s. In den oberen Sälen «ist die Typographische Ausstellung das reine Wohlgefallen jedes fachmännisch geschulten Auges. Alte Zeugdrucke füllen deii kleinen Saal zur Linken des Treppenhauses, biie rechtsseitigen Räume enthalten präch­tige Autotypien und Photogravüren; so zeigt z. B. die bekaniite Firma Meise nbach, Risfarth & Co. eine ganze Wandfläche geradezu vollendet schöner Erzeugnisse ihrer Kunst; wundervolle Farbendrucke stellt C. Grum- b ach-Leipzig aus. Daß auch der moderne italienische Kunstdruck auf der Höhe der Zeit steht, davon legt die Ausstellung der TurineserTipografia G. B. Pararra" ein schönes Zeugnis ab; allerdings handelt es sich hiev um eine der renommirtesten italienischen Firmen. I. I. Weber- Leipzig ist mit einer Holzschnitt-Reproduktion des bekannten Klinger'schen GemäldesChristus im Olymp" und mit anderen, diesem Kunstverlage zur Ehre gereichen­den Blättern vertreten. Die Re ichsdr uckerei in, i Berlin zeigt sich, wie es einem so vornehmen staatlichen Institut zukommt, sehr ernst und würdig mit kartographi­schen Arbeiten, dieVereinigung der Kunstfreunde Berlin" beschickte die Ausstellung u. a. mit einem sehr schönen und wirkungsvollen Kaiserbildnis. Daß das Plakat- Wesen in unseren anspruchsvollen Zeitläuften sich längst zu einer wahren und echten Kunst gewandelt hat, be­weist u. a. dre Firma Seeg er-Stuttgart mit in Er­findung und Ausführung gleich erstklassigen Produkten. Sehr hübsch und ansprechend sind auch die Dreisarbedi- Drucke (nach Pastell und Oelbild) von Aug. Schuler- Stuttgart.

Mit dem Kunstdruck, mit dem Farbendruck und der Reproduktion in jeder andern Form hat auch das Schwester­kind des Buchdrucks, die Buchbinderei, gleichen Schritt gehalten. Was sie in vollendeter künstlerischer und tech­nischer Kulmination zu leisten versteht, das führen uns die ausgestellten Erzeugnisse der Firma Leipziger Buch­binderei - Aktiengesellschafft vorm. Gustav Fritzsche-Leipzig überzeugend vor Augen. Natürlich sind auch die großen deutschen S chr i ftgießereien sämtlich vertreten, ebenso die Farbenfabriken für Zeitungs-, Werk- und far­bigen Kunstdruck. Sie alle wetteifern in heißem Bemühen I um die Palme des Sieges. ,

Das Ganze ist ein herzerfreuendes und in hohem Grade I beweiskräftiges Arrangement, ein Dokument echt deut-

Jesttage imgoldenen Mainz".

(Bon unserem Spezial-Berlchterstatter.) n.

Mainz, 25. Juni.

Der liebe Golt ist ein Mainzer!" Die typographische Aus­stellung. Zn Gast beiKupferberg Gold". Akademische Feier. Der HuldigungSakt am Guteubergdeukmal. Das Festbankett in der Stadthalle. Der historische Festzug.

Unser Herrgott is ä Mänzer!" Das ist eine der liebenswürdigen lokalpatriotischen Ueberhebungen des, lustigen Völkleins dieser weingesegneten Stadt. Denn warum? Er Hot uns noch kei' Fest verregne lasse!" ... .