Kunst und Wissenschaft.
per do.
Der Angeklagte hat des weiteren sich schuldig gemacht, indem er im September 1899 in einem Protokoll die un- »fLndbarkeit des August Grund in Büdingen als formgerecht Erkundete, obwohl er garnicht den Versuch zur Pfändung gemacht hat; unter diesem Schriftstück war ebenfalls die llitterschrift des Polizeidieners als Urkundsperson vom Angeklagten gefälscht. Die dritte falsche Beurkundung und Urkundenfälschung des Angeklagten hat dieser im November v. I. in Selters begangen. Er will hier einen Wagen gepfändet haben. Nach dem darüber vorhandenen Protokoll, v»rin die Zwangsvollstreckung des Wagens festgelegt ist, hat der Angeklagte dasselbe dem Schuldner vorgelesen, dieser habe dann seine Unterschrift verweigert. Es hat jedoch weder eine Pfändung stattgefunden, noch ist ein Protokoll darüber ausgenommen. Auch hierbei hat der Angeklagte die Unterschrift des angeblich hinzugezogenen Polizeidieners gefälscht. Ts wird dem Angeklagten von mehreren Seiten das Zeugnis eines ordentlichen ehrlichen Menschen gegeben, der allerdings nach mancher Richtung hin leichtsinnig oder nachlässig handelt. Den Geschworenen werden erstens drei Schuldfragen dahin vorgelegt, ob der Angeklagte schuldig als Beamter der vorsätzlich falschen Beurkundung und zwar im August zu Düdelsheim, int September zu Büdingen und im November zu Selters, und ob er schuldig durch dieselben Handlungen der Urkundenfälschung. Die vierte Schuldfrage ist wegen des Verbrechens des Meineids gestellt, zu welcher bit Nebenfrage dahin formuliert ist: Konnte bei Angabe bei Wahrheit der Angeklagte sich eines Vergehens oder Vrcbrechens bezichtigen.
Staatsanwalt Koch plaidiert für schuldig im Sinne der Anklage, tritt aber auch dafür ein, daß dem Angeklagten bü Milderung des § 157, Absatz I des Str.-G. zu Gute kommt. — Der Verteidiger, Rechtsanwalt Grünewald ist der Ansicht, daß der Angeklagte zwar schuldig der ihm gutr Last gelegten drei Vergehen, Meineid im vorliegenden Falle aber nicht erwiesen sei.
Die Geschworenen bejahten durch den, von dem Ob- Mxnn Professor Dr. Fromme Gießen verkündeten Wahr- fpr.uch die an sie gerichteten Schuldfragen, bejahten aber oiM) die auf Grund des § 157 des Str.-Ges. gestellte Mlderungsfrage. Staatsanwalt Koch beantragte darauf anff 1 Jahr und 5 Monate Gefängnis zu erkennen und 2 Monate der erlittenen Untersuchungshaft in Anrechnung zu bringen. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Grünewald, Lass, die Minimalstrafe gegen denselben zu erkennen. — Dl:r Gerichtshof erkannte auf 11 Monate Gefängnis und Ac rechnung der dreimonatlichen Untersuchungshaft als Der« Wie Strafe.
Die heute in Aussicht genommene Verhandlung des SthwurgerichtS gegen Julius Friedrich Theodor R«e von Kaschenbach fällt aus. Der Angeklagte ist zur Beobachtung ft eines geistigen Zustande« der psychiatrischen Klinik öbrerwiesen. — Damit fanden die diesmaligen Schwurgei ichtSsitzungen ihren Abschluß.
— Der ^Reichsanzeiger" meldet: Taatettstond
Reich Mitte Juni: Wintenveizeu 2,6, Sommerweizen 2,5, Wmterspelz 2,3, Winterroggen 3,1, Sommerroggen 2,6, Somme-
2,5, Kartoffeln 2,5, Klee 3,2, Luzerne 2,8, Wiesen
gut, 2 gut und 3 mittel bedeutet. Das Wetter bis Mitte Juni im ganzen günstig, sodaß sich gw
Temperatur der Lah« u«d Luft nach Reaumur gemessen am 26. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr mittags: Wasser 14°, Luft 11*.
Rübsamen'sche Badeanstalt.
Aus Stadt und Kand.
Gieße«, den 26. Juni 1900.
•* Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Lmsammlmrg am Donnerstag, nachmittags 3i/a Uhr: 1. Mitteilung. 2. Gesuch des Wirts Louis Löb um Erlebnis zur Anbringung eines Firmenschildes. 3. Gesuch ber Gewerkschaft Gießener Braunsteinbergwerke, vorm. Fticnie, um Erlaubnis zur Errichtung von Arbeiterhäuschen m Flur 24 der Gemarkung Gießen. 4. Baugesuch des «rrrises Gießen für den Leihgesternerweg; hier: DiSpenS. S. Baugesuch des Georg Schäfer für den Altenfeldweg; hier: DiSpenS. 6. Baugesuch des Adolf Vogt für die S-.nnenstraße; hier: Dispens. 7. Baugesuch des Johann Georg Pfaff für die Nordanlage. 8. Baugesuch des h. Hettler für die Frankfurterstraße; hier a. Gesuch wegen Bkllaffuug der Senkgrube, b. Gesuch wegen Benutzung des Vorgartens für Wirtschaftszwecke. 9. Gesuch der Gewerk- Mft Gießener Braunsteinbergwerk, vorm. Ferme, um Er- liü.bnifl zur Verlegung eine« Feldwegs in Flur 24. 10. Verbindungsweg zwischen Liebig- und Wilhelmstraße. 11 Gesuch deS Heinrich Winn um Anlage eines Lawn- TeimiS-PlatzeS auf dem von ihm gepachteten städtischen Gelände. 12. Vorschriften zum Zwecke einer wirksamen Beaufsichtigung der Bauten. 13. Anschaffung eines feuerfesten SeldschrankeS für das GaS- und Wafferwerk.
•• Konzert. Wie aus dem Inseratenteile ersichtlich, giebt heute abend in SteinS Garten die Kapelle des 1 Württembergischen Dragoner-Regiments ..Königin Olga" J|r 25 aus Ludwigsburg ein Konzert mit auserlesenem Programm. Da wir selbst die hervorragenden Leistungen dieses Trompeterkorps kennen, verfehlen wir nicht, unsere Mffreunbe darauf hinzuweisen.
*• Die aus Mainz gemeldete Berlehnng deS Rennfahrers Aditi Dnill stellt sich glücklicherweise nur als leichtere h lllutabschürsung am Rücken und dem rechten Ober- ch»mkel heraus. Wie uns ein Augenzeuge mitteilt, passierte UM Unglück im letzten Rennen, dem Tandem-Fahren. Durch Lrach der Tretkurbel kam da« Tandempaar Piccoli (Mai- !Md)-Lattinger (Ludwigshafen) in der letzten Runde etwa 2M0 Meter vor dem Ziel zu Fall, als sämtliche Fahrer h»n im Endspurt begriffen waren. Das nächstfolgende zrinksurter Tandempaar stürzte über jene. In diesen friluel geriet dann das Tandempaar Dnill (Gießen)- Hwttron (Mainz). Gottron schlug mit dem Gesicht in die znlplitterten Speichen des Frankfurter Tandems und ver- ktzsse sich recht erheblich, während Duill sich überschlug und mtül dem Rücken auf die Einfriedigung der Bahn fiel. Mjjt dem Gesäß fiel er auf einen an der Einfriedigung Wenden Jungen, wodurch die Wucht deS Sturzes bedeutend geschwächt wurde. Sonst hätte Duill jedenfalls, eine Verletzung des Rückgrats davongetragen. Ein Arzt ton» Stierte sofort, daß keine erheblichen Verletzungen vorlägen.
Vermischtes.
* Berlin, 25. Juni. Der Giftmörder vom Teu- feldfee, Jänicke, ist zum Tode verurteilt worden. Die Geschworenen hatten nur eine Viertelstunde Zeit zur Beratung gebraucht, um dann ihren Wahrspruch auf „Schuldig des Mordes" abzugeben.
Krieskasten der Redaktion.
a* N. Z. Das würde, wenn ein Strafantrag gestellt wird, ganz im Ermessen des Richters liegen. Beleidigung wird nach dem Strafgesetzbuch mit Geldstrafe bis zu 600 Mk. oder mit Haft oder mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft.
138.00, Lombarden 27.20-27, Ungar. Goldrente 96.20, Italiener 94 30, Bproz. Mexikaner 24.70, Oeaterr. Coupons 84.00, Amerik. Coupons 4.18, Privat-Diskont 4» 4% bez. (Samstag 4’/<°/o Geld).
!«/< bis Vh Uhr: Kreditaktien 214.80-30-215 bz., Diskonto- Kommandit 17920-10-40 bz., Staatsbahn 144.10 bz., Lombard« 27-27.20 bz.
Berlin, 25. Juni. Die Berliner Commerzbank A. Märker U. Co. stellte ihre Zahlungen ein. Die Passiva sollen angeblich 400000 M. betragen.
Gerichtssaal.
Leipzig, 25. Juni. Vor dem Reichsgericht begann heute der polnische H ochverrats-Prozeß gegen den Redakteur Leitgeber aus Ostrowo, gegen den Buchdrucker Melerowicz und gegen den Schneidermeister Kolenda, die beiden letzteren aus Dortmund. AuS der bisherigen Verhandlung ergab sich, daß der großpolnische Rationalschatz in Rapperswyll thatsächlich bestimmt war, die Mittel herzugeben, um eine politische „Befreiung* Polens bezw. PosenS vorzubereiten. Leitgeber bestritt, die Statuten des Rationalschatzes gekannt zu haben, ebenso die des Nationalmuseums. Alsdann wurde die Oeffentlichkeit im Interesse der Staatssicherheit ausgeschlossen und der Shef der politischen Polizei in Posen Über die Gefährlichkeit der großpolnischen Propaganda vernommen.
Mannheim, 20. Juni. Am 12. April wurde auf der Käfer- thaler Landstraße die betagte Frau des Arbeiter« Knieriem beim Ueber- schreiten des Fahrdammes von dem 17 Jahre alten Schlosser Johann Bergbold mit bem Rade umgefahren und erlitt eine so schwere Kopfverletzung, daß fie bald darauf an Gehirnblutung st o t b. Bergbold und ein Kamerad, der rechts von ihm fuhr, hatten rechtzeitig Glockensignal gegeben, ohne daß biegrau jedoch von ihrem Wege abgewichen wäre. Sie gmgschief nach links über die Straße. Als dann Bergbold links um sie herumfahren wollte, da et rechts durch seinen Kameraden behindert wurde, änderte die Frau in plötzlichem Schreck ihre Richtung, suchte direkt de« Seitenweg zu gewinnen, und so erfolgte der Zusammenstoß. Der Radfahrer kam wegen fahrlässiger Tötung vor die Straftammer. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten. Die Verteidigung plaidierte auf Freisprechung, da Bergbold Alles gethan habe, um einen UnglÜcksfall zu vermeiden. Wenn die Fu ß g ä n g et beim Ueberschreiten des Fahrdammes nicht auch ihre Schuldigkeit erfüllten, so sei das Radfahren eine glatte Unmöglichkeit. Das Gericht war der Ansicht, daß der Fall nicht geeignet sei, eine harte Strafe auszusprechen Bon Frivolität des Radfahrers könne nicht geredet werden. Immerhin habe der Radfahrer dadurch einen Fehler begangen, daß er nicht seinen Kameraden verständigte und rechts vorbeifuhr. Das Urteil lautete aus vierzehn Tage Gefängnis.
Universität und Hochschule.
__ Wie aus Darmstadt berichtet wird, ist die von der dortigen Technischen Hochschule aufgestellte Promotionsordnung für die Erteilung der Würde eines Doktor-Ingenieurs vom Ministerium genehmigt worden. Die neue Promotionsordnung verlangt Beibringung des Reifezeugnisses eines deutschen Gymnasiums, Realgymnasiums ober einer deutschen Oberrealschule, sowie den Nachweis über die Erlangung des Grades eines Diplom-Ingenieurs an einer deutschen Technischen Hochschule. — Der Privatdozent Beer in Halle hat einen Ruf nach Straßburg i. Els. als Nachfolger Buddes, Professors für alttestamenlliche Theologie, erhalten und angenommen. — Der bisherige Privatdozent in der medizinischen Fakultät der Universität Berlin, Dr. Emil Grun- mach, ist zum a.-o. Professor in derselben Fakultät ernannt worden. Grunmach liest über physikalische Untersuchungsmethoden jur Diagnose. — Geheimrat Professor Dr. Richard Böckh begeht fein 25jährrges Jubiläum als Direktor des stattstischen Amtes der Stadt Berlin. — Au« Zürich wird berichtet: Bei Neugründung eines Allgemeinen Delegiertenkonvents bet Stubierenben bet Universität Zürich ist vom Rektor auch ben stubierenben Frauen eine Vertretung eingeräumt worben, allerdings ohne bas Recht, an öffentlichen Feierlichkeiten teilzunehmen. Gewählt wurde die Delegierte des Züricher internationalen Studentinnenvereins. Dadurch ist ein seit 1896 bestehender Konflikt zwischen den männlichen und weiblichen Studenten der Universität betgelegt worden.
26. Ni M Wlung ivntbt^ »öffnet. ta °nus und imijni 1 Vergehen im jfa LollzirhungSbkM! 1 beschuldigt ist. -
bit Verteidigung:
anSgelost: 1, to Landwirt Edurnr &
Blei ll..BurkhaW »l, 5. Sammtnat lhp HeyligenMSch M, 8. Kaufmann b Neidel-Wies«!-w 11. Professor ft, to r Loeb Baer-tzch-». öüdingen geboren n k sSbeMer für bei ft infolge der zur fcty nbtn. tr wird bch ■ als Beamter IHM mejt geschehen fioiv tu besaget ju M
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soll eine Vermittelungsstelle für Schiffsärzte Verbundes werden. Hierauf folgten die Berichte der verschiedenen Kommissionen. Angenommen wurde der Antrag der Lebensversicherungs-Kommission: Es widerstrebt dem Interesse eines guten Einvernehmens zwischen dem Deutschen Aerztebund und den deutschen Lebensversicherungs-Gesellschaften, wenn ärztliche Vereine durch Beschlüsse ihrer Mitglieder verpflichtet werden, höhere Honorarsätze zu verlangen, als durch gemeinsame Vereinbarung festgesetzt sind. Ueber den Antrag der Kurpfuscher-Kommission: „Der Aerztetag möge beim Bundesrat und Reichstag darum bitten, daß für die ge- werbs- und übungsmäßige Heilkunde im deutschen Reich der obligatorische Befähigungsnachweis eingesührt werde", geht die Versammlung zur Taaesordnung über. — Die badische Regierung ließ sich an den beiden Verhandlungstagen durch Ministerialrat Pattlehner vertreten.
Prämien auf Kredit per ult Juni 0.90 %, do. ult Juli 2.8G0/fl, Diskonto-Kommandit per ult Juni 0.80%, per ult Juli 2.50 %, Lombarden per ult Juni 0.35 o/o, do. per ult. Juli 0.85 °/e, Deutsche Bank per ult. Juni 0.00, Staatebahn-Aktiea per ult Juli 0.00®,., Berliner Handelsgesellschaft per ult. Juli 0.00 e/o.
Notierungen: Kreditaktien 215.30-214.90-215.10-214 89, Diskonto Kommandit 180-179.50, Staatsbahn 144.10-144, Gotthard
Gießen, 26. Juni. Verein Hnndesport. Am Samstag versammelten sich im Lenz'schen Felsenkeller -ine Anzahl Herren, um einen neuen kynologischen Verein zu grünben. Derselbe konstUulerte sich mit 22 nachfolgenb genannten Mitgltebern: Herren Gg. Brchler, Wllh. Brauer, Herm. Förster, Kommerzienrat Wilh. Gail, Aug. Gabnel, Maler GrooS, Rechtsanwalt Grünewalb, C. Heil, C. Hein, Wilh. Hornberger, Direttor L. Lemmö, Justus Lenz, Karl Lenz, Eberh. Metzger, H. F. Nassauer, 6b. Noll, Gg. Noll, Aug. Schwan, Oberleutnant Schröber, O. W. Schmibt, L. Schüßler unb Karl Dietrich (Wetzlar). Der Verein erhielt ben Name» „Verein Hunbesport für Gießen unb Umgegenb". Die Leitung liegt in ben Hänben folgender Herren: 1. Vorjitzenber Herm. Förster- Gießen, 2. Borsitzenber Rechtsanwalt Grünewalb-Gießen, Schriftführer O. W. Schmibt-Giehen, Kasfirer Eberharb Metzger-Gießen.
Gietzen, 26. Juni. Der Vorsitzenbe bet G. R. G. „WanbererE, Herr Wilhelm Homberger, hat wegen Ueberhäufung mit geschäftlichen Arbeiten den Vorsitz niebergelegt, bleibt aber nach wie vor Mitglied der Gesellschaft und Leiter der Rennen. Die neue Borstandswahl ergab August Wehn als ersten und Heinrich Hettler als zweiten Vorsitzenden. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt.
Ärantfurt a. 9L, 25. Juni. Prinz Friedrich Karl von Hessen hat dem Präsidium der Automobil-Ausstellung müteilen lassen, daß er das ihm angebotene Protektorat unb Ehrenpräsidium annehme. Derselbe wird die Ausstellung am 14. Juli wahrscheinlich per- sönlich eröffnen. Der hiesige Rennklub hat der Automobil-Ausstellung für die auf feiner Rennbahn stattfindenden Automobilrennen einen wertvollen SllberpreiS gestiftet Der Automobilblumenkorso wird am 22. Juli gefahren werden.
Hanött mlö Verkehr. Volkswirtschaft.
Frankfurter Börse vorn fS. Juni.
Wechsel auf New-York zu 4.201/g-211/i-
Freiburg i. B., 25. Juni. Der hier stuttgehabw 28. d e u t s ch e A e r z t e t a g, aus 383 Vereinen durch 118 Delegierte mit 15 150 Stimmen vertreten (der Aerztebund besteht atus 391 Vereinen mit 16 586 Aerzten) erklärte nach einem Vortrag des Prof. Becher (Berlin) entsprechend dem Antrag des Referenten die gesetzliche Ern- führung der Leichenschau im Interesse der Volkswirtschaft für eine Notwendigkeit und sprach sich ferner, dafür aus, daß die Leichenschau von einem deutschen approbierten Arzte ausgeführt werde Ueber die Bedeutung des Samariter- und Rcttun gswese n s für den deutschen Aerztestand referierte Professor Dr. Henrus (Berlin). Nach längerer Wskussion stimmte der Aerztetag den -vom Referenten gemachten Vorschlägen zu. Am zweiten Sitzungstage wurde zunächsr über die Errichtung einer Auskunftsstelle für die Niederlassung deutscher Aerzte im A u s l a n d e beraten. Dr. I o a ch i m sprach sirr' Berlin, Dr. Piza für Hamburg als Sitz der Auskunftsstelle. Es wurden mehrere Anträge gestellt. Durch Abstimmung erklärte sich die Versammlung für die Errichtung einer Auskunftsstelle. Die Oberleitung wurde in die Hande vtD .... .
des Geschäftsausschusses gelegt. Mit der Auskunstsstelle | der Stand der meisten Früchte leicht gebessert
— Im Jubiläumsrennen siegte Duill, wie wir meldeten, I lber 8 Konkurrenten in so hervorragender Weise, daß das begeisterte Publikum ihn aus dem Umkleidezimmer holte und er unter brausendem Jubel ein Ehrenrunde fahren ! mußte. — Im Ermunterungsrennen errang Goertz-Gießen den ersten Preis.
Laub ach, 25. Juni. Ein stattlicher Festzug bewegte sich gestern nachmittag 3 Uhr nach dem RaMsberg, um allda einen Denkstein zur Erinnerung an den vor zehn Jahren verstorbenen Konrektor Schaadeinzuweihen, der sich durch seinen Gemeinsinn um die Bevölkerung sehr verdient gemacht hat. Der Stein wurde durch eine warme Ansprache eines früheren Schülers geweiht. Das Denkmal enthält über einer Widmungstasel ein treffliches Reliefbild des verdienten Mannes.
Darmstadt, 25. Juni. Der von der Buchdrucker-Gehilfenschaft Darmstadts am Samstag abend veranstaltete 5zerren-Kommers zur 500 jährigen Gedenkfeier Johann Gutenbergs war sehr gut besucht. Nachdem der „Feierliche Marsch" von Mendelssohn verUungen, eröffnete namens des Kommers-Ausschusses Herr G. Berth denselben mit einer kurzen Begrüßungsansprache. Von der Gesangsabteilung des Vereins „Gutenberg" wurde hierauf der Festgesang von Mendelssohn zum Vortrag gebracht. Als Festredner sprach Prof. Trümpert. Ministerialrat Braun feierte das kollegiale Verhältnis, das Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Buchdruckgewerbe mit einander verbinde, da beide Teile auf einem einheitlichen, von ihnen geschaffenen Boden, dem deutschen Buchdruckertarif, ständen. Tie Mitteilung, daß die Großh. Regierung nur an tariftreue Druckereien ihre Arbeiten vergebe, wurde unter großem Beifall entgegengenommen. Die Ansprache schloß mit einem Toaste auf die Einigkeit im Buchdruckgewerbe und das weiters Blühen desselben. Beigeordneter Schliephake betonte, die Stadtvertretung nehme den regsten Anteil an dem gegenseitigen guten Einvernehmen der Prinzipale und Gehilfen üm Buchgewerbe. Sein Toast galt den Jüngern Gutenbergs und dem ferneren Blühen seiner Kunst! Kommerzienrat F. Wittich gedachte der Aufgabe der deutschen Presse und bezeichnete es als ihre vornehmste Aufgabe, die Liebe zum deutschen Vaterlande und die Ideale des deutschen Volkes zu wecken und zu pflegen. Zwischen den einzelnen Ansprachen ertönten Vorträge der Sänger, der Musikabteilung, sowie die Gesamtgesänge von der Feier des Tages angepaßten Liedern.
M a i n z, 25. Juni. So prompt und sicher der heutige Riesenverkehr vom hiesigen Hauptbahnhofe nach allen Richtungen auch geleitet wurde, so stellte sich doch am Mend aufderMainz-FrankfurterStrecke eine Störung- ein, verursacht durch einen Güterzug, dessen Maschine bei der Station Kelsterbach schadhaft geworden war. Der Köln-Frankfurter Personenzug mußte infolgedessen auf freier Strecke anderthalb Stunden liegen bleiben. Der Köln-Franksiirter Abendschnellzug nahm die direkten Reisenden, die in Frankfurt die Anschlüsse nicht versäumen» konnten, mit, während die zahlreichen nur bis Frankfurt reisenden Passagiere wieder nach Raunheim zurückfuhren und dann erst nach Frankfurt befördert wurden. Der Güterverkehr war heute eingestellt und fraglicher Güterzug war der erste, der abgelassen wurde.
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