Tschirschky. Heute morgen 8.45 Uhr fuhr Se. Majestät aon Bahnhof Schlitz nach Karsruhe ab.
— (Privattelegramm des „Gieß. Anz.") Seine Majestät ist soeben mit dem Hofzug hier abgereift. Die gräflichen Herrschaften, Graf, Gräfin und Erbgraf von Schlitz gaben das Geleite zum Bahnhof. Die Volksmenge grüßte sehr enthufiasmiert. Se. Majestät sah sehr wohl aus.
Karlsruhe, 25. April. Die Ankunft des Kaisers in Donaueschingen erfolgt am Freitagabend 6 Uhr. Es wird ein festlicher Empfang vorbereitet. Der Aufenthalt des Kaisers bei dem Fürsten von Fürstenberg ist auf drei Tage berechnet.
Berlin, 25. April. Ein Berliner Telegramm des „Daily Telegraph" besagt, die Sammlungen zur Linderung der indischen Hungersnot sei der direkten Anregung des Kaisers zuzuschreiben, der sie als einen Beweis der Freundschaft Deutschlands für England betrachtet wissen wolle. Mit der Altonaer Reise be- zweckte der Kaiser lediglich, der Welt zu zeigen, daß die Reichspolitik von einer absoluten loyalen Freundschaft für Großbritannien getragen werde und daß kein britenseind- licher Vorschlag in Berlin Gehör finden würde. Der Grundstein dieser Politik sei im Herbst zu Winsor gelegt worden.
— Den „Berl. Reuest. Rachr." zufolge ist die Nachricht, daß Kaiser Wilhelm sich inkognito zum Besuche der Weltausstellung nach Paris begeben werde, unbegründet. Der Kaiser habe bei seinem Regierungsantritt niemals beabsichtigt oder nur den Wunsch geäußert, der französischen Hauptstadt einen Besuch abzustatten.
— Der Kaiser hat bestimmt, daß in den öffentlichen Schulen die Schüler bei dem Unterricht am 6. Mai in geeigneter Weise auf die Bedeutung der an diesem Tage eintreten Großjährigkeit des Kronprinzen hingewiesen werden.
— Der Kronprinz wird bei der zweitem Kompagnie des ersten Garderegiments zur Einstellung und Ausbildung als Oberleutnant kommen.
— Der Reichstagspräsident kann nach freiem Ermessen Druckschriften, die an den Reichstag ringe* sandt werden, zurückweisen, wenn er sie für ungeeignet zur Verteilung an die Mitglieder des Hauses hält. Diese Berechtigung des Präsidenten hat wiederholt zu Unzuträg- lichkeiten geführt. Herr v. Ballestrem hat jetzt die Schrift Adolf Damaschkes „Kamerun oder Kiautschou?" zurückgewiesen. Wie der „Vorwärts" hört, wird dieses Verfahren des Reichstagspräsidenten im Seniorenkonvent zur Beratung gelangen.
— Im Preußischen Abgeordnetenhause beantragte bei 'der Petition um Zulassung der Frauen zur Immatrikulation an den Universitäten und zu den Staatsprüfungen Abg. Arendt (ftk.), die Petition von der Tagesordnung abzusetzen. Der Antrag wird ab gelehnt. Abg. Rickert (fts. Vg.) beantragt, die Petition der Regierung zur Berücksichtigung zu überweisen. Die Kommission beantragt Uebergang zur Tagesordnung. Abg. Schmitz (Eentr.) beantragt alsdann, die Verhandlung über diesen Gegenstand abzubrechen. Das Haus beschließt nach diesem Anträge. — Unter den folgenden Petitionen soll die des Rheinischen Bauernvereins in Aachen um Zollschutz für Kartoffel-, Gemüse- und Obstbau der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen werden.
— Nach einer der „Post" aus Loudon zugehenden Meldung wird in dortigen diplomatischen Kreisen bestätigt, daß eine Reihe von Mächten im Hinblick auf die Unzulänglichkeit des Schutzes, der für die Sicherheit der Ausländer in China seitens der dortigen Behörden geboten wird, eine gemeinsame Aktion in Erwägung ziehen. Zwischen den betreffenden Kabinetten werde seit einiger Zeit ein Meinungs-Austausch gepflogen, der auf eine maritime Demonstration in den chinesischen Ge- wässern abzielt. Es verlautet, daß sich an diesem Vorgehen nur europäische Mächte beteiligen werden, während die Bereinigten Staaten dieser Aktion fern bleiben dürften. Ueber diese Flottendemonstration hört der „Berl. Börsen- Courier", daß man noch immer glaube, durch starken diplomatischen Druck auf die Regierung in Peking die Hebung der Beschwerden herbeizuführen. Täusche aber diese Erwartung, so würde sich Deutschland von der Floltendemon- stration nicht ausschließen.
— Die „Disch. Tgsztg." erklärt heute, die konservative Interpellation betreffend das Fleisch, beschaugesetz sei im preußischen Abgeordnetenhause nicht auf die Tagesordnung gesetzt worden, weil einige hervorragende konservative Abgeordnete noch nicht in Berlin sein können. Weiter berichtet die „Dtsch. Tgztg.", daß die Lex Heinze, wenn irgend angängig, zu Ende beraten werden soll. Die Fortsetzung der dritten Lesung soll im Anschluß an das Flottengesetz stattfinden, da dann der Reichstag aller Voraussicht nach beschlußfähig sein wird.
München, 25. April. Kammer der Abgeordneten. Bei der fortgesetzten Einzelberatung des KultuSetatS tritt der Präsident Ort er er in längerer Rede für die huma- mstischen Gymnasien ein. Die humanistische Bildung sei für den Juristen unerläßlich; sie müffe auch für das medizinische Studium die Grundlage bleiben. Die ganze Bewegung gegen den Humanismus führe auf eine schiefe Ebene. Auf dem Gebiete des weiblichen Erziehungswesens seien gewiffe Reformen nötig, aber die schrankenlose Zu- laffung der Frauen zum Universitätsstudium würde die allerbedenklichsten Folgen haben. Kultusminister Land- mann bespricht den preußischen Erlaß betreffend die Anstellung mit der Forderung, daß sie ihre Doktorprüfung an einer preußischen Universität gemacht haben. Der Minister gibt zu, daß die bairische Regierung davon unliebsam be- rührt sei, bei den Verhandlungen sei man indes zu einem
m Verfucy mu damals wenig Lei -eipächter zu ihier
Uebereinkommen gelangt, daß auf allen Universitäten gleiche Vorschriften für das medizinische Studium und die Promotion erlaffen werden. Der Minister betonte weiter, daß er es auch als ein nationales Unglück ansehe, wenn die Bewegung gegen den Humanismus ihr Endziel erreichte. Eine Erweiterung der Kompetenz der Realgymnasien sei erwünscht, eine Zulaffung von Leuten, die eine lateinlose Mittelschule absolviert hätten, zum Studium der Medizin dagegen nicht erstrebenswert. Der Minister äußerte endlich mancherlei Bedenken gegen eine allgemeine Zulassung der Frauen zum Studium; das äußerste Zugeständnis sei, daß man einzelne Frauen zum Absolutorium an den Schulen als Hörerinnen der Universitäten zulaffe.
§§ Aus dem nordwestlichen Vogelsberg, 25. April. Maul- und Klauenseuche, die in verschiedenen Orti unseres Gebirges auftritt, fügt jedem Biehbesitzer namhaft" Schaden zu. Einmal muß die Lieferung der Milch v« seuchebefallenen Kühen an die Molkereien unterbleib®,
Einsetzen von Forellenbrut schenkte man l______
trauen. Bald aber merkten die Fischereipächter zu ihrer Erstaunen das immer mehr zunehmende Vorkommen Lachsforellen. Der Ohmbach in der Gemarkung Unter Seibertenrod wurde durch diese Thatsache zum ersten W im vorigen Jahre verpachtet, und die Gemeinde erzrv einen bemerkenswerten Pachtertrag. Auch die Ohmlö^ in den Gemarkungen Ober-Ohmen und Ruppertenrod, d" in früheren Jahren pachtfrei waren, sind zu hohen BettM
ferner verkalben aber auch in der Regel die Kühe.
§ Aus de« Ohmthale, 25. April. Wie vor etni(ti Jahren durch die Oberförsterei Nieder Ohmen Forell^ brüt in der Ohm ausgesetzt wurde, so geschah e« ai« gestern wieder. Noch vor einem Jahrzehnt war die ForD in der Ohm eine Seltenheit. Dem ersten Versuch mit iti
verpachtet.
ach. Darmstadt, 25. April. Nach den soeben M- sandten Einladungen tritt der Finanzausschuß M Zweiten Kammer am 2. Mai zusammen. Haupt, lichster Gegenstand der Beratungen werden die Geef entwürfe, betreffend die Erweiterung und Ergänzung des Staatseisenbahnnetzes, fein. — Das gc«i
Geh. Rat Bose f.
st. Gießen, 26. April. Gestern nachmittag nach 4 Uhr and mit vollem akademischen Gepränge dde Verbringung der Leiche des am Montag verschiedenen Geh. Medizinal-Rats Dr. Hein. Bose, der bis Ende vorigen Jahres als ordentlicher Professor der Chirurgie und Direktor der chirurgischen Klinik dahier gewirkt hat, von dem Sterbehause in der Wilhelmstraße nach dem Bahnhofe statt, um nach Darmstadt überführt zu werden, wo heute die Beerdigung erfolgen soll. Der Trauerfeier im Hause des Verstorbenen wohnten die Angehörigen, der Rektor und Senat, die Fakultätsmitglieder und die näheren Freunde bei. Pfarrer Euler sprach über 1. Petri 1, 24—25. — Der Leiche voran gingen an der Seite des' Pfarrers Euler die Medizinalräte Prof. Dr. Gaffky und Bo ström. Im Trauerzuge sahen wir ferner die Professoren, das Landgericht, den Oberbürgermeister G ma u t h, Oberstabsarzt Dr. Spiegel, sämtliche Assistenzärzte und Abordnungen der studentischen Korporationen Darmstadtia, Adelphia, Wingolf, Germania, Alemannia, Hassia, Starkenburgia und Teutonia. Als der Trauerzug auf dem Bahnhofe angekommen war, sprach Pfarrer Euler ein kurzes Gebet. Als der Sarg in den Wagen gehoben war, ergriff der zeitige Rektor der Landesuniversität, Prof. Dr. Netto, das Wort zu einem warmen Nachruf auf den langjährigen treuen Kollegen und legte namens der Universität einen Kranz auf den Sarg nieder. „Eine ernste Pflicht, ein Gang der Trauer hat die Angehörigen der Universität zum erstenmale im neuen Semester zusammengeführt. Wir geleiten einen Mann auf dem Wege zur letzten Ruhestätte, der uns Jahre lang ein lieber Kollege, ein treuer Lehrer gewesen ist, bis die Schwäche des Körpers die Kraft des Geistes überwand, und er freiwillig und doch gezwungen von seinem Amte zurücktrat. Bei seinem Scheiden aus iimserer Mitte hatten wir ihm Jahre ruhiger Erholung, rüstiger Muße gewünscht: unsere Wünsche sind nicht in Erfüllung gegangen. Ein Unerwartet schneller Tod hat schweren Leiden ein Ende ebreitet. So stehen wir hier an seinem Sarge, um Abschied zu nehmen von ihm, der Unser war und trotz des Abschiedes Unser bleibt. — Heinrich Bose wurde im Jahre 1840 zu Dauern heim in Oberhessen geboren. Seiner engeren Heimat ist er treu geblieben. In Gießen verbrachte er einen Teil seiner Studienzeit: in Gießen erwarb er die Doktorwürde: in Gießen wurde er 1878 ordentlicher Professor und Direktor der chirurgischen Klinik. Hier wirkte er bis zum Beginn des Jahres 1900, und in den beiden Dezennien seiner hiesigen Thätigkeit hat er sich selbst ein Denkmal errichtet als Arzt, als Forscher, als Lehrer. Was er als Arzt war, das mögen die Tausende bezeugen, denen er Erleichterung, Hilfe, Rettung gebracht hat. Aus Langenbeck'scher Schule hervorgegangen, hat er in Langen- beck'schem Geiste, groß und edel seinen ärztlichen Beruf aufgefaßt. Als Forscher hat er sich einen guten Namen errungen; durch eigene Arbeiten hat er zum Ausbau der Chirurgie beigetragen: fremden Gedanken, neuen Ideen hat er wohlwollende Aufmerksamkeit zugewendet, sie kritisch getauft, Spreu von Weizen gesondert unb das Bewährte in die Praxis eingeführt. Als Lehrer hat er mit meisterhafter Klarheit das Dunkle durchleuchtet, das Verwickelte entwirrt, ruhig überzeugt und trotz dieser Ruhe den Funken der Begeisterung für seine Wissenschaft, der ihn selber durchglühte, in das Herz seiner Schüler geworfen. So trauern mit uns heute weite Kreise um den Geschiedenen, seiner in Dankbarkeit, Anerkennung, Verehrung gedenkend. Und mit seiner Familie stehen in erster Linie der Trauernden die Lehrer und Schüler der Landesuniversität. Unter uns weilte und arbeitete er, in unser Herz hat er sein Bild als das eines edlen, treuen, wohlwollenden, ruhig abgeklärten Mannes eingeprägt: in unserem Herzen hat er sein Denkmal errichtet. Im Namen der ^andesuniversität lege ich diesen Kranz auf dem Sarge des Dahingeschiedenen nieder: Er ruhe in Frieden!" — Dasselbe geschah seitens des derzeitigen Dekans Pros. Dr. Löhlein für die medizinische Fakultät: „Im Namen und Auftrag bet
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Fakultät, m und mit bet Du 22 Jahre trr arbeitet Jjaft kg« ich die,en Kranz auf Deinen ^a^'' Du Fruhverklarter. Ihren letzten Scheidegruß toerbm£r^ Kollegen morgen an Demem Grabe darbringen " — Di- gheber der medizinischen Fakultät werden sich' beute der Begrabmsfererlichkeit in Darmstadt beteiligen 9 Ueber die Beisetzung in Darmstadt gebt . vor Schluß der Redaktion noch „per Telephon" folgende - Ä' ^^ge Umv^rsität war durch den Dekan der mehi scheu Fakultät, Geh. Medizinalrat Prof. Dr. 2ö blri»
. Auch eine Anzahl Professoren von hier Ä ' Feierlichkeit bei. Die Üinische Station in Darmstadt Han- 1 Deputation entsandt, von der Stud. L i n k e n h e l d eine ' rede hielt und einen Lorbeerkranz niederlegte. Weiter fnh 1 Smreter der oberen medizinischen Behörden, Darmstadt J Äar£9e Professoren und Aerzte und zahlreiche Freund " Beritorbenen. Prinz Wilhelm hatte seinen AdjutmnA '
Aus Stadt und Land.
I («MMyme Einsendungen, gleichviel welche« Jukeu». werde« grundsätzlich nicht aufgenomme«^,'
Gießen, 26. April 1900.
900 Veteranen. Die Zahl der zur Denkmal- I etnweihung angemeldeten Veteranen ist bereits auf r I 900 angewachsen.
*♦ Die Burschenschaft Memannia begeht am SamSü I nachmittag 5 Uhr die Grundsteinlegungsfeier ibr-- I eigenen Hauses am Schiffenbergerweg.
*• Tie Petition der pensionierten BolkSschuSehw, ht I wir kürzlich erwähnten, hat, wie man uns schreibt, eine I gängerin gehabt in der Eingabe, die der Obmann des Lan^ I Lehrervereins vor zwei bis drei Jahren an die W I Kammer richtete, woriy gebeten wurde, daß man allen r 1896 pensionierten hessischen BolkSschullehrern eine RM bewilligen möge, und zwar den vor 1890 pensionier Lehrern eine solche von 33y, pCt., und den zwischen 189C und 1896 in den Ruhestand getretenen eine von 25 p(t = einem Viertel des seither bezogenen Ruhegehalts. Daraus hm wurde eine prozentuale Wohnungsvergütung bewillig! die aber nicht hinreicht, um eine Entschädigung zn bilbeu für die vielen Entbehrungen in den vorigen Zeiten.
Eisenbahnperfonalien. Ernannt: Die Lokornotiv. Heizer Siebert und Suteneuer 2 in Betzdorf, Lippold 2, Schäfer 11 und Bepperlin.'g in Fritt- derg. Spuck 1 in Nidda, Schleuning und Friü in Gießen zu Lokomotivführern.
** Der Zweiten Kammer der Landfländi । sind ferner u. a. folgende Drucksachen zugegangen. öint ! Regierungsvorlage, betreffend den Ankauf des Gärt- nerschen Hauses auf der Burg zu Friedberg. Tat Schullehrer-Seminar zu Friedberg hat keine Räumlichkeiten für Küche nebst Spülraum, Vorratskammer, Speise' saal und Räume für das Dienstpersonal, und fürErrichtun- eines Neubaues steht kein geeigneter Platz zur Verfügung. Die Witwe Gärtner will das ihr gehörige, passend gelegene Hains verkaufen. Die Kammer wird nun gebeten, den Ankauf des Hauses zum Preise von 18 000 Mark zu genehmigen, und ychre Zustimmung dazu zu erteilen, daß btt Kaufsumme nebst vier Prozent Zinsen vom 1. April 19(1 an, sowie der für Einrichtung der Küche, des Speiseraumc- Beschaffung von Mobiliar re. erforderlich tverdende Betra, bis zur Höhe, von 3500 Mark aus den Ueberschüssen bei abgelaufenen Finanzperiode bestritten werden. - (Jin Bericht des Zweiten Ausschusses über die Regierungsvoi- läge, betreffend den Gesetzentwurf, die Abän de rundes Gesetzes über die Entschädigung für an Mit? brand und Rauschbrand gefallene Stert. Der Gesetzentwurf beabsichtigt, das Gesetz dahin zu ergänzen, daß auch eine Entschädigung für Schweine gezohlk werden soll, die mit Rotlauf behaftet waren. Der vorliegende Gesetzentwurf geht von der Ansicht aus, daß burti den Schweinerotlanf trotz der bestehenden Anzeigepflch die Landwirtschaft schwer und ohne Verschulden geschüdA wird, weshalb es billig erscheint, auch hier eine (hl- schädigung zu gewähren. Durch eine rechtzeitige 3mpfu rg kann die Gefahr wesentlich verringert lverden, es ist abi nicht angängig, die Anwendung der Impfung vollftändi in den Willen der Besitzer z-u stellen. Die Kosten der Jmil- stosfe und Apparate sollen nach dem Entwurf (ebigltf vom Staat und nicht auch teilweise von dem Kreise bez» den Schweinebesitzern zu tragen fein. Der Ausschuß stau tragt einstimmig die Annahme des Gesetzentwurfs. - Der Zweite Ausschuß tritt für die Regierungsvorlage, st- treffend den Gesetzentwurf, die Einführung dir Grundbuchkarten und der bisherigen Grund büch er ein und beantragt Annahme des Entwurfs
Ausland.
Paris, 25. April. Der bisherige Chef des General- stabs der Marine, Kontre-Admiral Caillard, ist infolge von Meinungsverschiedenheiten mit dem Minister Laneffan von seinem Posten zurückgetreten.
— Reichskanzler Fürst Hohenlohe besichtigte in Begleitung seiner Tochter, des Fürsten Münster und des Geheimrats Richter die Ausstellung, wobei er der deutschen Abteilung besondere Aufmerksamkeit widmete.
Neapel, 25. April. Das Königspaar eröffnete heute im Theater San Carlo den Antituberkulose- kongreß.
Wien, 25. April. Ueber den Empfang des Ehepaares Lonyay beim Papst berichtet die „N. Fr. Pr." u. a. folgendes: Auf Wunsch der Gräfin unterblieb im Hofe von San Damaso die für fürstliche Persönlichkeiten vor- geschricbene militärische Ehrenbezeugung. In den päpstlichen Gemächern aber wurde die Gräfin in den ihrem Range als geborene Prinzessin von Belgien zukommeuden Formen empfangen. Der Papst empfing die Gräfin mit väterlicher Herzlichkeit. Er versprach ihr seine fürsorglichste Vermittelung bei ihrem Vater und erteilte ihr und ihrem Gemahl seinen besonderen Segen. Auch von anderer Seite wird bestätigt, der Papst habe der Gräfin Lonyay zugesagt, seinen ganzen Einfluß aufzubieten, um die Aussöhnung und Verständigung zwischen ihr und ihrem Vater zu stände zu bringen. Die Gräfin habe während der Audienz heftig geweint.
Konstantinopel, 25. April. Mit Rücksicht auf das englisch-französische Uebereinkommen erhielten die türkischen ! Truppen in Tripolis den Befehl, die Oasen von I Hadamas Ghat zu besetzen und in der Oase Ogila I eine dauernde Garnison zu errichten.
Washington, 25. April. General Otis telegraphiert: I In den Gefechten vom 15. bis 17. April sind 333 Fili- )inoS getötet. Auf Seite der Amerikaner wurden 2 Mann getötet und 4 verwundet.


