Ausgabe 
26.8.1900 Zweites Blatt
 
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Be-

Chinesen anbelangt, was sie am meisten in Wut versetzt hat, ss fct wohl bekannt, daß vom Opiumkriege der Engländer bis zur Pachtung von Kiautschou die fremden Mächte selbst es waren, welche durch Durch­brechung des CeremonirM, rücksichtslose Ausnutzung von Konzessionen und Reizung des nationalen Bewußtseins durch Zeitungsartikel über die demnächst bevorstehende Aufteilung Chinas an die Mächte diefremden Teufel" so verhaßt gemacht haben, nicht aber die unschuldigen Mis­sionare, deren Anhang übrigens größer und aufrichtiger ist als manche denken.^

völkerung zu, die sich anschickt, den Ort zu veranlassen. AuS den umliegenden Villen fliehen viele in die Stadt, wo die Sicherheit größer ist. Die katholische Bevölkerung aus vielen Städten der Umgegend scheint gegen die Ruffen feind­selig gesinnt zu sein. Sie hält Berathungen über ihr ein­zuschlagendes Verhalten ab.

Washington, 25. August. (Kabelmeldung derParis- Nouvelles".) In einer gestern abgehaltenen Sitzung des Ministeriums wurde beschlossen, die zurzeit in Peking, Tientsin und Laku befindlichen amerikanischen Truppen vorläufig nicht zurückzuziehen, wie von anderer Seite verlautet hatte. Das Ministerium beschäftigte sich dann weiter mit einer langen Depesche, die von Chaffee über die gegenwärtige militärische Lage in China und den Stand der diplomatischen Unterhandlungen eingetroffen ist. Hebet den näheren Inhalt der Depesche ist bis jetzt nichts in die Oeffentlichkeit gedrungen.

Nach einer Pekinger Privatmeldung protestierte der russische Truppenkommandant gegen den Be­schluß seiner englischen, amerikanischen und japanischen Kollegen, die nach der Flaggenhiffung auf dem Kaiserviertel dieses nicht occupieren wollten, bevor die Regierungen diese folgenschwere Maßnahme gebilligt hätten. Der russische Protest war damit begründet, daß Rußland ftd) tn regelrechtem Kriege mit China befinde, und daß eine besondere Vollmacht zur Occupierung eines eroberten Platzes demgemäß überflüssig sei. ,

Der Aufenthalt des Gros der Chinesen ist nicht be­kannt, man glaubt, sie begleiten die Kaiserin und den Hof.

Der Korrespondent derTimes" Dr. Morrisson be­richtet über die Vorgänge bei der Einnahme Pekings folgendes: Am 13. August kamen die Verbündeten in vier parallelen Kolonnen auf Peking zu, die Japaner von Norden, die Russen aus der Mitte und die Amerikaner und Eng­länder aus südlicher Richtung. Die Russen stießen zuerst auf Widerstand; eS fand ein heftige« Gefecht statt, woraus die Chinesen sich zurückzogen. Die Russen folgten ihnen, mußten aber bald Verstärkungen verlangen. Gleichzeitig stieß eine amerikanische Kolonne aus eine chinesische Truppe. Diese beiden Gefechte waren Veranlassung, daß die Ver­bündeten die Einnahme der Stadt beschleunigten.

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Kaiser Wilhelm telegraphierte an Herrn v. Below in Peking:

Ich freue mich, zu erfahren, daß Sie die schwere Zeit, welche hinter Ihnen liegt, mit Gottes HUsc glücklich überstanden haben, und spreche Ihnen und dm überlebenden Mitgliedern der Gesandt­schaft meinen herzlichsten Glückwunsch zur Errettung auS den großen Gefahren aus, in denen Sie alle geschwebt haben, und zu deren Ab­wendung Sie alle mutig mitgewirkt haben. Zur Belohnung sürJbr tapferes Ausharren verleihe ich Ihnen den Roten Adlerorden 4. Klasse mit Schwertern. Ich bitte, Anträge zur Dekorierung der übrigen Mitglieder der Gesandtschaft etnzuretchen.

Die Abschiedsrede, die der König von Sach sien an die 3. und 4. Kompagnie des 6. o st asiatisch en Jn- fanterie-RegimentS gehalten, hat folgenden Wort­laut :

Es sind viele Jahre verflosien, seitdem die sächstschm Truppen zu ernsten Aufgaben berufen wurden. Jetzt gilt es, das Ansehen und die Interessen Deutschlands in Ostasien zu wahren und hierzu einem übermächtigen Gegner gegenüberzutreten. Ich hoffe und er­warte, daß Ihr, die Ihr zum ersten Male inS Feld zieht, Euer» Vorfahren in Tapferkeit, Disziplin und Ertragung fchwerer Etrapazm nacheisern und, eingedenk des guten Rufes der sächsischen Armee, ruhmvoll wie Eure Vorfahren heimkehren werdet. ES ist möglich, daß Ihr nicht mehr ins Feuer kommt, aber ich bin überzeugt, daß Ihr auch dann hinsichtlich Manneszucht und Tüchtigkeit den übrigen Tellen des deutschen ostasiatischm Expeditionskorps ebenbürtig sein und Eurem Vaterlande Ehre machen werdet. Es war mir eine große Freude und ein Bedürfnis, Euch vor Eurem Weggänge noch einmal sehen und Euch meinen Segen mit auf den Weg geben zu können. Gott der Allmächtige erhalte und beschütze Euch und führe Euch zurück in die Heimat als gute Deutsche, als brave Angehörige der deutschen Armee und deS sächsischen Landes.

Der DampferStuttgart", mit den auS China kom­menden deutschen Schwerverwundeten an Bord, hat am 23. d. M. Neapel angelausen, wo die Verwundeten in das Militär-HoSpital übergeführt wurden.

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Der Präsident des Organisationskomitees der bel­gischen China-Expedition, General Verftraeten, machte dem HavaS-Reuterschen Bureau die Mitteilung, daß er angesichts der politischen Ereignisse in China die weiteren Schritte zur Organisation einer belgischen Expeditionstruppe vorläufig eingestellt und dem Ministerpräsidenten hiervon Mitteilung gemacht habe. Diese Nachricht hat in Brüssel Befremden hervorgerufen. Man dürfte vielleicht nicht fehl gehen in der Annahme, daß die Anregung zur Einstellung der Vorbereitungen von der Regierung selbst auSgegangen ist, da diese wohl am besten die Bedenken kennen dürfte, die die eine oder die andere Großmacht ihr gegen die Ab­sendung einer belgischen Expedition geltend gemacht haben wird. Man tröstet sich jedoch mit dem Bewußtsein, guten Willen bewiesen zu haben. Die Leitung deS Ausschusses ist aber um so unangenehmer von dieser Entscheidung be­rührt, als man schon für zwei Millionen Franken Verpflich­tungen eingegangen war. Allenfalls aber findet man für daS angeschaffte Artilleriematerial und die sonstigen Aus­stattungsgegenstände leicht Verwendung. Die für China ausgehobenen Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten haben im Lager von Beverloo täglich Feldübungen vorgenommen unter Absingen eines Liedes mit dem Kehrreim:Nach China, nach China sollen alle gehen." Ein Brüffeler Abend­blatt meldet ausbester Quelle", eS sei infolge der Intervention Deutschlands beschlossen worden, daß die belgische Expedition nicht abgehe. Wie verlautet, ronb ein Teil deS Expeditionskorps entlaffen werden, Der andere Teil sechs Monate lang zur Verfügung deS Organisationskomitees bleiben. Andererseits wird behauptet, die Mächte, namentlich Deutschland, hätten die Entsendung eines belgischen Korps für überflüssig erklärt.

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Bekanntlich hat der ehemalige chinesische Gesandte Deutschlands mehrfach in scharfen Artikeln die Haupt- schuld an den chinesischen Wirren den christlichen Missionen zugeschrieben. DerBresl. Gen. Anz." hat darauf den Kardinal Fürstbischof Dr. Kopp gebeten, sich auf die Angriffe des Herrn v. Brand zu äußern. Welche Bedeutung der hohe katholische Kirchenfürst den Angriffen des Herrn v. Brand beilegt, geht aus der charakteristischen Antwort hervor, daß er nicht beabsichtige, auf die Aeuße- rungen deS Herrn v. Brand über die Missionen einzugehen. Ein hervorragender protestantischer MissionSleiter äußerte sich demBreSl. G. A." gegenüber:

Wenn Herr v. Brandziemlich nüchtern" dem Christentum gegen-, übersteht, und selbst eine Nichtchristin zur Frau hat, so kann man daraus schließen, daß er die Berechtigung der christlichen Misstonsthätigkeit übet. Haupt in Frage stellt, was auch daraus hervorgeht, daß er, beide Reli­gionen völlig gleichstellend, fragt:Wie würde es Euch gefallen, wenn buddhistische Missionare zu Euch kämen/ Es ist daher eine wohlwollende und gerechte Beurteilung von dem Herrn von vornherein nicht zu er- warten. Was die Verletzung des Stolzes und des Pietätgefühles der

Dasselbe fuhr sofort nach Swatow und setzte dort Abteilung Seesoldaten an Land, welche die Aufrührer einandertrieb und die Missionen befreite.

Petersburg, 25. August. Nach den Berichten Kiachta nimmt die Besorgnis unter der russischen

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Telegramme des Oieheuer Anzeigers.

London, 25. August. Wie aus Tschifu vom 23. August gemeldet wird, hatte eine Kolonne, bestehend aus 375 Ameri­kanern, 70 Japanern und 500 Mann Kavallerie unter dem Befehl des Brigade-Generals De Rouard sechs Meilen von Tientsin mit einer chinesischen Kolonne einen Zusammen­stoß. Die Chinesen verloren hierbei 300 Tote und die Verbündeten machten 75 Gefangene. Zahlreiche verwundete Chinesen befinden fich augenblicklich in den Spitälern der Europäer. Die Verluste der Verbündeten betragen 10 Japaner ^und 5 Amerikaner tot. ES wurden zahlreiche Fahnen und Banner und viel Kriegsmaterial von den Ver­bündeten erbeutet.

Loudon, 25. August.Daily Expreß" berichtet, der chinesische Botschafter in London erklärte in einem Inter­view, ein dauernder Friede sei unmöglich, so lange sich noch Missionare in China befinden.

Loudon, 25. August.Daily Mail" meldet auS Rom: Der italienische Gesandte sei am Arme ver­wundet worden, und zwar so schwer, daß der Arm ampu­tiert werden mußte.

Loudon, 25. August.Daily Expreß" berichtet aus Shangai: Die Vizekönige deS Südens treten dafür ein, daß der Kaiser wieder auf den Thron erhoben werden soll.

Loudon, 25. August. Aus Honkong wird von gestern depeschiert: Pöbelhaufen attaquierten und plünderten die Missionen in Fikien und Kiangsi. Eine Abteilung von 300 Soldaten verließ am Donnerstag Amoi in Eil Märschen um die Rebellen zu zerstreuen. Auch die fran­zösische Mission bet Swatow wurde angegriffen. Das französische KanonenbootCrecette" wurde von den Priestern von der gefährlichen Lage ihrer Station in Kenntnis gesetzt.

Der Arreg t« Südafrika.

Der ,,Standard" meldet aus Pretoria vom 22. August: Die Buren sind noch mit 20 000 Mann (?) im Felde. Ihre Abteilungen bilden eine Linie, die sich beinahe genau westlich von Belfast bis z»rn Krokodilfluß (nicht zu verwechseln mit dem Krokodilflusse oder Limpopo west­lich von Pretoria) erstreckt und aus diese Weise den Eingang zu dem Boschveldt deckt, wo sich Tausende Stück Vieh be­finden. Zwischen Belfast und Machadodorp stehen 5000 Buren, 2000 von ihnen westlich von Dalmanutha, wo Botha Verteidigungswerke errichtet. Eine andere Abteil­ung steht 3 Kilometer nordwestlich von Belfast. Krüger ist in D r i n k w a t e r südlich von Roossenkal und nördlich von Middelburg. 500 Heidelberger sind in der Nähe von Nooitgedacht. Erasmus steht 28 Kilometer nördlich von Bronkhorstspruit Station, wo er jüngst mit Grobler Fühlung hatte. Vorbereitungen sind im Gange für einen ferneren Rückzug an der Bahnlinie entlang. Diese Anzeichen schließen nicht notwendigerweise ein Auf­geben des Kampfes und einen Rückzug auf Lydenburg ein. Das nächste Ziel der Buren ist der Spitzkop, ein hoher Berg auf dem südlichen Ufer des Sandflusses. Im Südwesten von Transvaal sind die Buren angriffslustiger und feind­seliger als je seit dem Entsatz von Mafeking. Eine Ab­teilung Buren steht 28 Kilometer nördlich von Mafeking. Wisser befindet sich mit tausend Mann zu Kumana. Dutoit hat ein starkes Kommando zu Wolmaranstadt.

Ein Telegramm des Feldmarschalls Roberts aus Pre­toria vom 23. d. Mts. besagt: Baden-Powell hat gestern'100 Gefangene befreit und 25 Buren ge­fangen genommen, darunter den Hauptmann van der Merve von der Staatsartillerie, einen Artillerieoffizier und einen Feldkornet. Patrouillen, die nach Brandwater gesandt waren, entdeckten dort Vorräte von 140000 Maustr- geschossen, 12 Kruppschen Granaten und 200 Pfund Dynamit. .

ß)er Prozeß gegen den Leutnant der Staats­artillerie Hans Cordua wegen Verschwören g gegen Lord Roberts und die höhern englischen Offiziere ist am 21. August zu Eyde geführt worden. Cordua wurde aller ihm zur Lg»t gelegten strafbaren Handlungen schuldig er­klärt, die Verkündigung des Urteils indessen verschoben, bis Lord Roberts es bestätigt hat. Der Angeklagte hat unzweifelhaft den von ihm geleisteten Neutralttätserd ge­brochen und sich mit dem Plane getragen, Roberts gefangen zu nehmen und andere britische Offiziere zu töten. Insofern trifft ihn eine gerechte Strafe. Im übrrgen hat dieser Prozeß jedoch die englischen Scharfmacher arg enttäuscht. Der Beweis einer Verschwörung ist nicht erbracht, vielmehr

Haven alte Personett, die Cordua für fernen Platt zE gewinnen suchte, jede Teilnahme schlankweg abgewiesen. Der einzige Thatgenosse Corduas ist sein Verräter, Gano, und dieser ist englischer Detektiv. Natürlich stand dieser Mann nicht unter Anklage, sondern war der Hauptzeuge der Anklage. Er gab an, sich mit Cordua eingelassen zu haben, um seine verräterischen Absichten aufzudecken. Wenn man dagegen Cordua Glauben schenkte, so war Gano der eigentliche Urheber des Verschwörungsplanes. Aussage stand gegen Aussage, und selbst der die Anklage führende Offizier wagte nicht ohne weiteres zu behaupten, daß Gano die Wahrheit sage, sondern legte bei seinem Plaidoyer das Hauptgewicht auf die unbestreitbare Thatsache des Eid­bruches und der Verschwörungsabsicht des Angeklagten. So ist also der Beweis nicht erbracht, daß Cordua nicht das, Opfer eines Spitzels geworden ist. Lassans Büreau meldet aus Pretoria, Leutnant Cordua sei wegen Teilnahme an der Verschwörung gegen Lord Roberts vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt worden. Lord Roberts habe das Urteil bestätigt.

Bekanntlich wurden nach der Einnahme von Bloern- f on t e i n eine Anzahl von Briefen gefunden, die von englischen Unterhausmitgliedern und andern an Buren und Afrikander gerichtet worden sind. Chamberlain über­sandte den Unterhausmitgliedern Abschriften ihrer Briefe und fragte, ob sie Bemerkungen dazu zu machen hätten. Labouchere hat diesen Briefwechsel veröffentlicht. Das Kolonialamt folgte mit der Veröffentlichung der übrigen Briefe. Sie zerfallen in vier Abteilungen. Die ersten drei bestehen aus Briefen, die zwischen Kap-Politikern und Be­amten der beiden Freistaaten von März 1898 bis No­vember 1899 gewechselt worden sind. Villiers Merriman und te Water raten der Transvaalregierung dringend, nachzugeben und heben die Gefahren hervor, die eine Weigerung mit sich brächte. Te Water schreibt am 14. No­vember 1899, die Buren hatten trotz tapferen Kämpfens in Wirklichkeit nichts ausgerichtet. Wenn die Kap-Bevölker­ung aufstände, würde das eine Verrücktheit sein und nur zum Verluff ihrer Freiheit führen, während die Beobacht­ung der Ruhe ihnen vielleicht ermöglichen würde, einigen Einfluß auf die schließliche Regelung auszuüben. Melius Villiers schreibt an Fischer, selbst ein teilweises Auf­geben der Unabhängigkeit sei besser als ihr wahrschein­licher gänzlicher Verlust. Auch sei das nicht auf ewig, denn er sei überzeugt, ein liberales englisches Ministerium würde geneigt sein, Beziehungen der Freistaaten zu England aufs neue in Betracht zu ziehen und sogar die Londoner Kon­vention zu widerrufen. M e r r i m a n schreibt an den Präsidenten Steijn, er habe fich mit Lippert unterhalten. Dieser sei hoffnungslos; er stelle Krüger dar als hart­näckiger und verrannter denn je und umgeben von einer Bande selbstsüchtiger Männer, die ihn verhinderten, klar zu sehen. Er bilde sich sogar ein, er habe den Beruf, eine Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich herbei­zuführen. Die vierte Abteilung der Briefe umfaßt den Briefwechsel zwischen Chamberlain und ben Unterhaus- mitgliedern, denen er Abschriften ihrer Briefe zugcschickt hat. Der Briefwechsel mit Ellis hat nur geringe Be­deutung. Clark schreibt an Krüger am 29. September 1899, aus einer Unterhaltung mit Chamberlain habe er den Eindruck gewonnen, dieser bedaure sein Vorgehen und werde nicht mehr die Verwegenheit haben, die Suzeränität zu beanspruchen. Ueber den Kabinettsrat desselben Tages höre er privatim, daß die Bedingungen des zu stellenden Ulti­matums einer Kriegserklärung gleichkommen würden. Wenn die Depesche veröffentlicht werde, würdest die Buren sehen, daß der Krieg unvermeidlich sei. Er wünsche nicht einen Rat zu erteilen. Es könnte ihre Stellung im unver­meidlichen Kampfe stärken, wenn sie Besitz von den Pässen nähmen, um sich gegen einen Angriff zu verteidigen, doch befürchte er, dies würde sie in England moralisch schädigen. Aber was immer sie thäten, man werde in jedem Falle ihr Vorgehen falsch darstelten. Am selben Tage schrieb Clark einen ähnlichen Brief an General Joubert. Clark schreibt an Chamberlain, er habe keine Erklärungen oder Bemerk­ungen zu seinen Briefen zu machen.

Telegramme deS Oieheuer Anzeiger-.

London, 25. August. Aus Lorenzo Marquez toirb gemeldet: Die Engländer erlitten, wie berichtet wird, eine schwere Niederlage zwischen Carolino und Machadodorp. Sie verloren zahlreiche Gefangene, die nach Nooitgedacht gebracht worden sind.

L o n d o n , 25. August.Daily Mail" meldet aus Lo­renzo Marquez: Präsident Krüger sei nach Batavia geflohen. (Das ist natürlich Blödsinn? D. Ji.)

London, 25. August. Aus Pretoria wird telegra­phiert : Leutnant Cordua, der wegen Teilnahme an der Verschwörung gegen Lord Roberts zum Tode verurteilt worden war, wurde gestern erschossen.

Deutsches Reich«

Berlin, 24. August. Wie aus Kassel gemeldet wird, ist heute vormittag gegen 9 Uhr das Kaiserpaar von Wilhelm shöh e abgereist, um fich nach Cronberg zu begeben. In Cronberg wurde das Kaiserpaar am Bahn­hofe vom griechischen Kronprinzenpaar und Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen empfangen. An der heutigen Mittagstafel in Schloß Fried richs- h o f nahmen teil das Kaiserpaar, die Kaiserin Frieoricy, Prinz von Wales, der preußische Generalsumsorm trug, und der Herzog von Cambridge sowie die gnechlsaien urro hessischen Herrschaften. Um 3 einviertel Uhr begleitete der Kaiser den Prinzen von Wales und den Herzog von Cambridge nach Homburg zurück, um gleichzeitig dem Prinzen von Wales dort seinen f^enbesuch zu machen Fn Cronbera traf dann der Kaiser um einhalb 6 Uhr wieder ein und unternahm bald übrigen

Sberrtoaften eine Spazierfahrt nach Königstein. Das Kaiserpaar reiste gegen 10 Uhr abends nach' ®\

_ Der Reichsanzeiger schreibt. Die spanische Neaierunq hat für die Anmeldung der Fordcr- unaen für die Dienstleistung und Lieferung von Kriegs- Materialien während des letzten F c l d z u g e s a u f K u b a dneftrift gesetzt, die am 4. September 1900 abläuft. Der- arttae Forderungen müssen bis zu diesem Tage M't den erforderlichen Beleystücken bei dem spanischen Kriegs-M'- nisterinm in Madrid emgereicht werden, widrigenfalls für hinfällig angesehen werden.