— Die „Wcserzeitung" erfährt authentisch, ver Clbetf« Hurgische Ministerwechsel sei seit dem Regierungsantritt des neuen Großherzogs beschlossen gewesen. Er sei beschleunigt worden wegen der Berufung eines außerordentlichen Landtages zum Zweck verschiedener Vorlagen, unter andern einer über Krondotation.
— Ein Militär-Zahnarzt existiert in Friedenszeiten noch nicht. Nur hin und wieder wird die Hilfe des einen oder anderen Zahnarztes in Anspruch genommen. Doch im Kriegsfälle, wenn zahlreiche >lieferverletzungen dem Ehirurgen stete zahnärztliche Hilfe unentbehrlich mack)en, werden die Zahnärzte als solche in den Sanitätsdienst eingestellt. So wurden schon 1870/71 eine größere Anzahl von Zahnärzten in den Lazaretten verwendet, und so hat auch jetzt angesichts des chinesischen Feldzuges das preußische Kriegsministerium aus den ihm vom Vereinsbunde deutscher Zahnärzte vorgeschlagenen einen (Wilh. L i p p o l d aus Rostock) gewählt und als Feldzahnarzt dem nach Ehina abgehenden Teil des Sanitätskorps beigegeben.
— Eine Prote st Versammlung polnischer Sozialdemokraten in Berlin hat in- Sachen des Verbotes hes polnischen Sprachunterrichts in den Schulen eine Erklärung beschlossen, in der auf das allerenergischste gegen die Verordnung des preußischen Kultusministeriums protestiert wird. Gleichzeitig hat der in Berlin domizilierende Partei-Vorstand der polnischen sozialistischen Partei Deutschlands beschlossen, einen Agitations- Feldzug gegen den Minister D r. S t u d t zu eröffnen. Es sollen in dieser Angelegenheit überall Versammlungen obgehalten werden.
— Nach einer Meldung aus München hat der dortige Magistrat heute in geheimer Sitzung beschlossen, am Setz a n w e g e von öffentlicher Beflaggung der Gebäude und Festmusik abzusehen, nachdem vor einigen Wochen eine solche schon angeordnet worden war.
— Wie aus Leipzig telegraphiert wird, hat die s ä ch s i - sche Regierung ein gesetzliches Vorgehen gegen den Kontraktbruch landwirtschaftlicher Arbeiter beschlossen. Tie Bezirksausschüsse sind zur Unterbreitung geeigneter Vorschläge aufgefordert worden.
Ausland.
Paris, 24. August. Die nationalistische Presse bringt die sensationelle Meldung, Lo ubet beabsichtige seine Präsidentschaft nach dem Schlüsse der Ausstellung damit zu beschließen, daß er eine Botschaft an das Parlament richten .und Amnestie für Dsrouläde, Piquart und Drey- sus verlangen werde. Hierauf soll Loubet zum Ehrenpräsidenten der Republik ernannt worden.
Rom, 24. August. Zur Anzeige seiner Thronbesteigung entsendet der König den General Leon Pelloux mit dem Oberst Daranzo nach Berlin, General Parravicini mit Major Palieri nach Dresden, General AvogadorS mit Major Uboldi nach München.
Wien, 24. August. Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht folgendes kaiserliches Handschreiben:
Lieber Dr. v. Körber!
Anläßlich Meines 70. Geburtsfestes find Mir von der gesamten Bevölkerung so zahlreiche Glück- und Segenswünsche zugekommen und auch so vielfach« loyale Kundgebungen aller Art erfolgt, daß di« allumfasiende Anhänglichkeit an meine Person in erhebender Weise ;um Ausdruck kam. Tiefbewegt beauftrage ich Sie, allseits meinen wärmsten und innigsten Dank, welcher auch in die fernste Hütte dringen soll, zu verkünden. Alle meine Völker mögen wissen, daß ich ihrem Wohle mein Lebm geweiht habe, daß ich mich glücklich schätze, ihr Gedeihen zu fördern und daß ich in der Loyalität, dem Patriotismus und dem gegenseitigen Vertrauen die festen Stützen erblicke, auf welchen die Zukunft des Vaterlandes ruht. Gott der Allmächtige segne und schütze daS Land, welches mich und meine Völker umschließt. Franz Josef.
Wien, 24. August. Bulgarien trifft, wie die „N. Fr. Pr." erfährt, Vorbereitungen, Widdin, Sistowo und Nikopolis zu armieren. Trotzdem glaubt man in diplo- matischen Kreisen noch immer nicht an einen wirklichen Waffenkonflikt zwischen Bulgarien und Rumänien.
— In parlamentarischen Kreisen beurteilt man die Aktion deS Ministerpräsidenten v. Körber zur Sanierung des Parlaments sehr skeptisch. Auch Körber selbst habe wenig Hoffnung und treffe bereits Vorbereitungen für die Auflösung des Parlaments.
— Wie verlautet, wird der hier eintreffende König Karol von Rumänien dem Minister des Auswärtigen Goluchowski persönlich die Gefährlichkeit der macedonischen Propaganda für die Ruhe auf dem Balkan nahelegen.
Bregenz, 24. August. Bei der internationalen Post, konfereuz beantragte der ungarische Delegierte die Ein. führung eines Briefportos von 10 Rappen (Centimes) im Verkehre Ungarns mit der Schweiz und umgekehrt. Der deutsche und der österreichische Delegierte bekämpften daS Zehnrappen-Porto im Verkehre Deutschlands und Oestereichs mit der Schweiz. Auch der schweizerische Delegierte verhielt sich ablehnend gegen das Zehnrappcn-
Aus Stadt und Sani).
Gießen, den 25. August 1900.
• • Ludwigltag. Aus Anlaß des LudwiggtageS haben heute die öffentlichen Gebäude der Stadt geflaggt.
* • Militärisches. Meisel, Vizefeldw. im Landw.-Bez. Gera, wurde zum Lt. der Res. deS 3. Großh. Heff. ^nf.- RegtS. (Leib-RegtS.) Nr. 117, Dr. Brüning, Oberarzt beim 3. Großh. Heff. Jnf.-Regt. (Leib Regt.) Nr. 117, zum Stabs- und Bataillonsarzt bei dem 3. Bat. 1. Nassau. Jnf.-Regts. Nr. 87 befördert, Dr. Weber, Oberarzt beim 1. Großh. H-ff. Inf. (Leibgarde-) Regt. Nr. 115, zum Drag.-Regt. König Friedrich in. (2. Schles.) Nr. 8 versetzt.
• * Die Oktroierheberstelle am Seltersthor wurde dem GenSdarmen i. P. Bergemann übertragen.
* * Schreiben des Grafen Waldersee. In einem der Garnison Mainz bekannt gegebenen Schreiben des Grafen Waldersee an den Korpskommandeur, General der Infanterie von Lindequist, nimmt Graf Waldersee Veranlaffung, dem 18. Armeekorps seine ganz besondere Anerkennung auszusprechen. Bei den auf Befehl des Kaisers
von ihm vorgenommenen Besichtigungen der einzelnen ver- bände des jungen Armeekorps habe er nur Gutes gesehen, nnd könne er daS Armeekorps nur als ein „ausgezeichnetes" bezeichnen.
Offenbach, 24. August. In der gestrigen Stadt- Verordnetensitzung brachte nach. Erschöpfung der Tagesordnung Stadtv. Ulrich nochmals die in der letzten Sitzung verlesenen, gegen den Beigeordneten Wolff gerichteten Disziplinär - Erkenntnisse zur Sprache. Er bezeichnet die Verlesung der Erkenntnisse oyne die gleichzeitige Verlesung der Wolff'schen Berichte als illoyal und verlangt, daß diese Berichte nock) nachträglich verlesen werden sollten. Tie einseitige Veröffentlichung sei ein Unrecht gegen den Beigeordneten Wolff, sie bedeute eine starke Schädigung seiner Autorität und überhaupt der städtischer, Verwaltung. „ Redner macht sodann auf besondere Umstände, die für die Erkenntnisse bezeichnend seien, aufmerksam. Redner geht dann zu Betrachtungen über den Wandel über, der sich im Kreisamt dem Beigeordneten Wolff gegenüber vollzogen habe. Unter den alten Amtmännern sei die Behandlung Wolffs anders gewesen, die hätten eben die Nebenumstände gekannt. Jetzt sei im Kreisamt, das bisher so streng gesetzmäßig verfahren, ein merkwürdiger Umschwung eingetreten. Wie man jetzt gegen Wolfs arbeite, so arbeite man nicht, wenn man gerecht sein wolle, und oer Kampf, den besonders Kreisamtmann Valckenberg gegen Wolff führe, sei illoyal und unritterlich. Wenn man Wolff jetzt wegen jeder Kleinigkeit strafe, so sehe das genau nach dem Etappenweg aus, der zur Amtsentsetzung vor dem Ober-Verwaltungs- gericht führe. Wolff werde stets nur seiner knorrigen Art wegen bestraft, weil er der Meinung sei, daß er als ein Gleichberechtigter zu Gleichberechtigten rede und diesen, da er es für notwendig hielt, auch einmal die Meinung sagte. Und wie grell steche davon nun die ganze Amtsführung des Oberbürgermeisters und die Behandlung desselben seitens des Kreisamtes und des Ministeriums ab. Redner greift auf alte, vielfach vorgebrachte Beschuldigungen zurück, die, wie die „Offenb. Ztg." schreibt, in der bekannten Art vorgebracht werden. Nachdem das eine Weile gewährt hat, erheben sich, die bürgerlichen Stadtverordneten und verlassen gemeinsam den Saal. Tie Sozialdemokraten lachen laut auf und begleiten die Weggehenden mit höhnischen Zurufen, „Adieu, meine Herren! Ta gehen sie! Haha, gehen Sie nur! Wir brauchen Sie nicht! Wir können auch ohne Sie verhandeln!" Nunmehr will der Stadtv. Ulrich fortfahren. Ter Vorsitzende läutet jedoch und erklärt, da die Versammlung nicht mehr beschlußfähig sei — (Zwischenruf des Stadtv. Ulrich: Wir brauchen auch keinen Beschluß! Oberbüraert- meister Brink, fortfahrend): — so schließe er die Versammlung. Er nahm seinen Hut und verließ den Saal, während die Fraktionsmitglieder allein sitzen blieben. — Stadtv. Ulrich, schreiend: Nun gut, meine Herren, es soll Ihnen nichts geschenkt sein; ich fahre nächstens fort, wo ich heute aufgehört habe!
Mainz, 24. August. Auf der Straßenbrücke hat sich gestern nachmittag ein bedauerlicher UnglückSsall zu- getragen. Vor einem nach Kastel fahrenden Straßenbahnwagen fuhr ein Militärfuhrwerk, welches mit allem möglichen Material, Scheiben, Signalstangen mit Fahnen rc. beladen war. Der Pferdebahnkutscher gab mit der Schelle das Signal und das Militärfuhrwerk fuhr auch bei Seite, aber nicht so viel, daß der Straßenbahnwagen nicht doch noch mit dem Militärfuhrwerk zusammenstieß. Infolge dieser Karambolage wurde eine der auf dem Militärfuhrwerk liegenden Signalstangen einem auf der Brücke gehenden Soldaten derart gegen das Gesicht gestoßen, daß das Auge des armen Mannes vollständig verloren ist. Untersuchung ist eingeleitet. — In unserem städtischen Krankenhaus ist durch den Chefarzt, Medizinalrat Dr. Reisinger, an einer 58jährigen, auf der Gaugasse hier wohnenden und von Bodenheim gebürtigten Frau eine schwere Operation vollzogen worden, die durch ihren ungemein günstigen Verlauf verdient erwähnt zu werden. Der Patientin ist nämlich ein elf Pfund schweres Gewächs, das der armen Frau feit Jahren arge Beschwerden verursachte, aus dem Leib genommen worden. Die Operation ist in allen Teilen geglückt und das Befinden der Frau ein sehr gutes. — Drei Brauer einer hiesigen Brauerei sind mit ihrem Prinzipal in Differenzen gekommen und haben darauf ihre Entlassung genommen. Nach ihrem Weggang wurde im Brauhaus die Entdeckung gemacht, daß der Sied kessel im Wert von 1000 Mk. derart beschädigt wurde, daß er zum Betrieb nicht mehr verwendet werden kann. Der Polizei gelang es, zwei der Brauburschen zu verhaften, der dritte wird steckbrieflich verfolgt.
Frankfurt a. M., 24. August. Wenn man über die Kaiserstraße nach dem Bahnhofe geht und blickt von dem ManSkops'schen Ührtürmchen nach der südlichen Promenadenseite, so fällt der Blick auf ein mächtig, s Gerüst, hinter dem sich massive Mauerflächen bis zur Höhe eines zweiten Stockwerkes erheben. Es ist der Neubau des Sch au » spielhauses, der mit einer für Frankfurter städtische Berhältniffe ungewohnten Energie gefördkrt wird. Schon aus den Umfassungsmauern läßt sich die zukünftige Gestaltung des Bauwerkes erraten; hochinteressant ist ein Besuch der Baustelle. Die mächtigen Kellerräume deS Bühnenraumes erkennt man in dem Wirrwarr von Balken, Steinen, Sand und Mörtel. Auch hie große Oeffnung des Zuschauerraumes, aus der die Logen- und Proszeniums mauern in die Höhe steigen, gewährt im Zustande des Entstehens einen eigentümlichen Anblick. Hunderte von fleißigen Händen regen sich, und wenn es in demselben Tempo weitergeht, wie seither, so dürfte der neue Kunsttempel mitsamt den dazu gehörigen drei Wohnhäusern an der Neuen Mainzerftraße im Herbst übernächsten Jahres fix und fertig sein. Anfänglich hielt man den Platz in der Promenade für verfehlt, doch erweist sich jetzt schon diese Annahme als irrig, denn gerade inmitten des Grüns der Anlagen dürfte das neue Theater eine neue Zierde Frankfurts werden.
Kassel, 24. August. Der Besuch des Kaisers im Atelier des Professors Knack fuß gatt dem Vernehmen nach der Besichtigung namentlich eines großen Gemäl
des, das den Einzug des Kaisers und dsr Kai-tz ferin i n Jerusalem darstellt. Aucsi die Kaiserin besuchte mit dem Prinzen Joachim und der Prinzessin Bik toria Luise am Mittwoch vormittag das Atelier des Künstlers. Mit dem heutigen Tage sind die Kaisertage auf Wilhelmshöhe wieder vorbei, da die Kaiserlichen Majestäten heute von der Sommerresidenz nach Eronberg und von da zu den Einweihungs Feierlichkeiten in Erfurt ab reiften. Gleichzeitig wurde auch der elegante und zahlreiche Bestand des Kaiserlichen M a r st a 11 s Wilhelmshöhe wieder verlassen. Derselbe wurde in diesem Jahre aus ca. 80 schönen Reit- und Wagenpferden gebildet, sowie zwei kleinen, reizenden Ponies, die zu der Bespannung des Gefährtes der kleinen Prinzeß Luise gehören.
•* Kleine Mitteilungen aus Hessen nab den Nachbarstaaten. Gegen verschiedene Mainzer Schutzleute ist wegen grober Ueberschreitung ihrer Amtsgewalt Untersuchung durch die Verwaltungsbehörde eingeleitet worden. — Die Sektion der Leiche des in Wackernheim erstochenen Husaren Helferich hat ergeben, daß die Spitze der Heugabel da» sog. Herzohr durchstochen hatte, so daß der Unglückliche an innerer Verblutung verstarb. — Bei der in Darmstadt vorgenommenen wissenschaftlichen Prüfung für Einjährig- Freiwillige haben von 20 Prüflingen 8 bestanden. — In Wetzlar macht die Domuhr der Bewohnerschaft manche» Kopfzerbrechen. Wenn man sich in dem angenehmen Ge- danken wiegt, jetzt wird die Uhr 12 schlagen und zum Mittagcffen rufen, dann hört man sie gewöhnlich 13 oder gar 14 mal schlagen, also eine Zeit angeben, die es gar nicht gibt. Wartet man eine Stunde lang, um zur Br- finnung zu kommen, in der Hoffnung, sie werde nun die rechte Zeit angeben, dann hat man sich einer unnötigen Illusion hingegeben. Um 1 Uhr pflegt die Wetzlarer Domuhr Überhaupt nicht zu schlagen. Nachher kommt e» ihr dann wieder auf ein paar Schläge mehr nicht an. Der böse Geist der Uhr aber ist nicht etwa ihr gestörtes Schlagwerk, ein solches hat sie Überhaupt nicht; es ist der Turmwächter, der im ständigen ausschließlichen Verkehr mit der alten Uhrschraube ober uralten Schraube nervös geworden sein soll und diese ansteckende Krankheit mittelst seiner klapperigen Freundin auf feine gesamte Mitbürgerschaft tief zu seinen Füßen zu übertragen eifrig sich bemüht. Darum haben denn die Stadtväter beschlossen, die alte Uhr einer Reparatur zu unterwerfen zum Heile und Segen der guten Stadt Wetzlar.
Vermischtes.
* Konstantinopel, 24. August. Als der von Beirut hier eingetroffene Dampfer der MeffagerieS Maritimes Fran- caises „Niger" seine Paffagiere landete, blieb einer derselben schwer krank zurück. Die Aerzte konstatierten einer. Pestfall; die Polizei recherchiert jetzt nach den 165 Passagieren, die auf dem Dampfer waren, aber schon an Land gingen. Der „Niger" geht heute nach Blasomenes, um den Pestkranken in dortiger Quarantäne abzusetzen. Der oberste SanitätSrat ist zusammengetreten, einige Delegierte telegraphierten bereits an ihre Heimatsbehörden, daß der Konstantinopeler Hasen von der Pest infiziert fei.
Landwirtschaft.
Berlin, 24. August. Laut „ReichSanzerger" war der Saaten - stand im deutschen Reich im August folgender: Wtnterweizen 2,5, Sommerweizen 2,4, Winterroggen 3,0, Sommerroggen 2,5, Sommergerste 2 4, Hafer 2,4, Kartoffeln 2,3, Klee 3,1, Luzerne 2,8, Wiesen 2,8 (wobei 2 gut, 3 mittel und 4 gering bedeutet). Das heiße Wetter im Juli war den Feldfrüchten nicht zuträglich, gleichwohl sind die Ernte- ausfichten für Kartoffeln besser alS in den letzten sieben Jahren, für Sommerweizen bester als in den letzten sechs Jahren, für Hafer bester als in den letzten fünf Jahren, für Sommerroggen und Sommergerste bester als in den letzten vier Jahren. Wesenllich schlechter stehen aber Wtnterroggen, Klee, Luzerne und Wiesen. Rur Winterwetzen hält sich auf dem Durchschnitt der letzten sieben Jahre.
Handel «nd Verkehr. Volkswirtschaft.
Wietze«, 25. August. Marktbericht. Auf dem heutig« Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.90—1.10, Hühnerei« per 6t. 0-0 A, 2 St. 13—15 H, Enteneier 2 St. 00—16 A, »Lnse- eier per St.JOO—00 H, Käse 1 St. 5—8 H, Käsematte 2 St. 5—6 A. Erbsen per Liter 24 A, Linsen per Liter 34 H, Tauben per Paa« X 0.70—0.80, Hühner per St. X 1.00—1.40, Hahnen per Stück X 0 60—1.00, Enten per St. X 1.80—2.00, Gänse per Pfund X 0.00—0.00 Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 H, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—64 A Schweinefleisch per Pfd. 50—70 Schweine
fleisch, gesalzen, per Pst». 74 Ä, Kalbfleisch per Pfd. 64—66 A. dammeUeisch per Psd. 50—70 A, Kartoffeln per 100 Kilo 5.50 bis 6.00 X, Weißkraut per 6t. 00—00, Zwiebeln per Etr. X 5.56—6.00, Mich per Liter 18 H. Bohnen per Pfund 9—15 A-
Getreide.
Unterstützt durch die festeren amerikanischen Berichte und allgemeine beffere Nachfrage entwickelte sich im Getreidegeschäft eine bessere Tend-nz, die eine durchgreifende Befestigung der Märkte veranlaßte. Die Offerten von Amerika, Rußland und Rumänien wurden im Laufe dieser Woche ziemlich erhöht und scheint die beffere Bewegung erst tm Anfangsstadium zu sein Roggen feft. Gerste Futtergerste fest; Braugerste sehr fest. Hafer unverändert. Mais preishaltend. Die heutigen Notierungen sind: Redwinter 2, Mk. 134,50 bis 135; Kansas 2, 134 bis 135; südrust. Weizen 134 bis 146; Rumän. 135 bis 146; ruff. Roggen 108 bis 110; amerikan. Hafer 103; rüst. Hafer 101 bis 111; Mixed Mais 91 bis 92, per Tonne cif Rotterdam.
Hopfen.
In Nürnberg ist es nach wie vor sehr rrchig und fanden nur einige kleinere Umsätze in 1899er Ware statt. Primahopfen behaupten bei sehr geringem Angebot ihre Preise, dagegen müffen mittlere und geringe Sorten sehr nachgeben. Die wenigen kleinen Parthieen neuer Ernte, welche an den Markt gebracht wurden, fanden geringes Interesse und gaben dieselben für die Beurteilung des neuen Gewächses auch nicht die geringsten Anhaltspunkte. Aus allen Produktionsgegenden laufen fortwährend sehr günstige Berichte über die Entwickelung der Dolden ein, anderseits haben die in der Berichtswoche an verschiedenen Orten niedergegangenen schweren Gewitter den Pflanzungen teilweise sehr großen Schaden zugefügt. In Tettnang wurde für neue Hopfen Mk. 90 pro Zentner bezahlt. In Nürnberg wurden Württemberger für Mk. 110 bis 120 pro Ztntner verkauft.
To sink.
Wir find nicht in der Lage eine Befferung im Tabakgeschäfte während der Berichtswoche zu melden. Mit Ausnahme von 200 Zentner, welche im Laufe der Woche in Seckenheim verkauft wurden, sind un» nennenswerte Abschlüsse nicht bekannt geworden. Gute Einlage bleibt fortwährend sehr gefragt. Die im Laufe dieser Woche niedergegangenen schweren Gewitter haben in verschiedenen Herbst- und Schneidgutorten


