Ausgabe 
26.8.1900 Erstes Blatt
 
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Hütten, die in der Schweiz abgebrochen und hier wieder ausgebaut worden sind, an dem traulichen Brunnenplatz mit dem Zeitglockenturm aus Bern, an den buntbemalten Häusern, deren Vorbilder in Stein am Rhein stehen, und an vielen hinderen, die Dorfstraße unregelmäßig emsau- menden Bauten, unter welchen sich auch, neben der Post, in treuester Wiedergabe das steinerne Häuschen vorsrndet, von welchem aus Napoleon I. den Uebergang ferner Armee über den St. Bernhard verfolgte. In verschiedenen der Hütten können wir die schweizerischen hauswlrtschaftlrchen. Jndustrieen beobachten, hier Seidenweberei, dort Stickerei, dann die Herstellung von Gardinen, die Verfertigung von Schnitz- und Holzarbeiten rc., und an mancher Stelle winkt uns ein grüner Kranz als Zeichen, daß man hier der Ruhe pflegen kann bei würzigen Schweizer Weinen, bei kühlem Bier, bei stärkender Milch, die in großen Botten aus den strohgedeckten Stallungen, in denen Freiburger und Schwyzer Kühe untergebracht sind, herbeigetragen wird. Natürlich fehlts nicht an Sang und Klang, der Alphirt läßt das Horn ertönen, und die munteren Senne­rinnen jodeln aus Herzenslust, als wären sie im heimi­schen Zermatt und nicht im nervenzerrüttenden Paris, in welchem dieses Schweizer Torf, das die Genfer Architekten Henneberg und Allemand für drei Millionen Franks auf einen Raum von über 20 000 Quadratmetern erbaut, wie ein sonniger und friedlicher Traum berührt.

Wie anders, viel nüchterner, langweiliger, ermüden­der, wirkt Alt-Paris, dessen Gebiet wir betreten, wenn wir uns der Seine zuwenden, um den an ihrem rechten Ufer liegenden Teil der Ausstellung zu besuchen. Es fehlt ja nicht an vielen gewinnenden Punkten, und der Freund alter Städtebilder wird hier und da zu seinem Recht kommen, aber das Ganze ist monoton, und die Schläfrigkeit, die über allem liegt, die Oede in den Straßen und auf den Plätzen, die trägen Gesichter und faulen Bewegungen der in mittelalterliche Trachten gesteckten Männlein und Weib­lein, die hier umherlungern, dazu ein widerwärtiges An- reißertum der zahllosen Verkäufer und Verkäuferinnen, und das Gefühl des Kraches dieser groß und theuer ange­legten, mit vielen Reklame-Posaunenstößen begrüßten Un­ternehmung vertreiben einen bald aus dieser winkligen Stätte, die sich am hübschesten und fesselndsten ausnimmt vom jenseitigen Ufer.

An der Seine weiterschlendernd, gelangt man jenseits der Alma-Brücke zu dem Palast der Kongresse und Sozial­wissenschaften, dessen langgedehnte, dem Strom zugekehrte Fassade im Stil der Zeit Ludwigs XVI. gestaltet und mit schönem dekorativem Beiwerk versehen ist. Das Gebäude wurde auf Veranlassung und Kosten der Pariser Arbeiter­kammern errichtet, welche zum ersten Male in solcher Weise auf einer Wellausstellung vertreten sind. Die unteren Räume enthalten Ausstellungen der Arbeiter-Wohlfahrts­pflege mit Modellen und Abbildungen, meist aber mit statistischen Angaben und in Buchform wie in Zeitschriften erschienenen Beschreibungen sozialer Anstalten und Vor­kehrungen, im ersten Stockwerk liegen ein größerer Saal für tausend Personen und vier kleinere Säle, die zur Ab­haltung von Kongressen bestimmt sind, an denen ja kein Mangel ist während des Sommers und Herbstes be­läuft sich doch, ihre Zahl auf über fünfhundert!

Hinter der eben genannten Alma-Brücke beginnt die Straße von Paris", in der es allabendlich laut und lustig zugeht, denn hier ist der Tummelplatz jener Well, die sich nicht gern langweilt, und man weiß, wie viele Anhänger und Anhängerinnen diese Welt gerade in Paris zählt. Für Tanz und Gesang und Spiel ist reichlich gesorgt, und es ist meist etwas gepfefferte Kost, die hier geboten wird und mehr für französische Gaumen berechnet ist. Aber auch viel albernes und abgeschmacktes befindet sich unter diesen Vorführungen, und mancher wird beklagen, sein teures Geld dafür ausgegeben zu haben, denn die Ein­trittspreise sind wegen der hohen Pachtsumme zum Teil sehr geschraubte und das dafür gebotene ist recht minder­wertig. Die Mehrzahl dieser kleinen Theater und Sing­spielhallen sind von chicem Aeußeren, aber wenn man näher hinschaut, sieht man, wie flüchtig und fehlerhaft vieles ist. Guillaume, auf den die Pariser sich so viel einbilden, schmückte denGrand Guigual" mit einem Fries lebenslustiger Gestalten, aber selbst ihm ist vieles hierbei mißlungen und er könnte noch vieles vom Wiener Köy- strand lernen, der den Zeichenstist doch noch weit eleganter zu beherrschen versteht. Interessant, außen wie innen, ist das kleine Palais des Tanzes mit seinen amüsanten

vorzugt, die Verschwimmenden Farben. Wohin er blickt, in das eigene Herz, in das Leben und in die Geschichte, oder, wo er am reichsten ist, in die Natur, überall sieht er das Licht schwinden, ahnt er in der Frucht den Wurm, denkt er bei der Blüte an den Herbst, beim Himmelsblau an die nahende Nacht. Bezeichnend für ihn sind folgende Verse:

Rings ein Verstummen, ein Entfärben: Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln, Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln; Ich liebe dieses milde Sterben."

Seine Melancholie, die er selbst besungen hat, hat, wie wir gesehen haben, ihren tiefsten Grund int Gefühl eines gescheiterten Lebens, eines Schiffbruchs, aus dem sich nur Trümmer retten ließen, und in dem inneren Ringen mit einer Skepsis, die ihn unwiderstehlich anzog. Die Me­lancholie bei ihm ist ursprünglich unmittelbarste naive Empfindung. Naivität aber ist die Gottesgabe, deren Sonnenwärme das Wachstum einer Dichternatur vollendet.

Denken wir an des Dichters tragisches Ende, dann fallen uns seine eigenen Verse ein aus dem GedichteDie Waldkapelle", das er nach der Trennung von seiner ersten unglückseligen Liebe schrieb und in dem er mit unheimlichem Vorgefühl, das sich so häufig bei ihm dokumentierte, sich selbst zeichnete:

WaS hat, o Schicksal, dieser Mensch gethan, Daß mit deS Wahnsinns bangen Finsternissen Du ihm verschüttet hast die Lebensbabn, AuS seiner Seele seinen Gott gerissen."

Wir schließen unsere Betrachtung mit den trübe be­zeichnenden Worten, die der Dichter dem Grafen Johann dem Aelteren von Nassau nachempfunden und als Beitrag zu einem Schilleralbum nachgeschrieben hat:

Wer stirbt, ehe er stirbt, der stirbt nicht, wenn er stirb t".

Vorführungen der nationalen Tänze fast aller Völker, einer verrückten Architekten-Laune entsprungen dasVerkehrte Haus", im Stil einer gotischen Burg erbaut, nur daß hier alles, was sonst oben, unten ist und das Gebäude aus dem Kopf steht, das Dach mit den Schpmsteinen im Erdboden ruht, die Fenster umgekehrt sind und, durch geschickte Spiegelungen, die Täuschung auch in den altertümlich mö­blierten Zimmern aufrecht erhalten wird. *

Weiterhin stoßen wir auf die sehr gewinnenden und chmucken Glaspaläste des Garten- und Landbaues mit tets wechselndem Inhalt an Blumen, Früchten, landwirt- chaftlichen Erzeugnissen usw., deren Zusammensetzung sich nach der Jahreszeit richtet, und nahe der Jnvalidenbrücke aus den Palast der Stadt Paris, in einfachen ansprechenden Formen aus Eichen- und Tannenholz errichtet. Das Innere birgt wertvolle Sammlungen architektonischen In­halts, wo uns in Modellen und Plänen die wichtigsten neueren Bauten der Pariser Stadtverwaltung vorgeführt werden, des öffentlichen Unterrichts, der Aussicht über Straßen und Parkanlagen, des Fuhrwesens, der Polizei, des städtischen Gesundheitswesens usw.; daneben sind zahl­reiche geschichtliche Erinnerungen untergebracht, die uns an viele düstere Seiten des Pariser Historienbuches er­innern: wurmstichige Thüren aus der Bastille und der Eonciergerie, Ueberbleibsel aus dem Gefängnis Lud­wigs XVI. und Marie Antoinettes, Verordnungen und Ver- haftsbefehle aus der Schreckensherrschaft während der Re­volution, Reste der Bomben Orsinis, der den Mordanschlag auf Napoleon III. verübte, ferner Bidnisse und Schrift­tücke bewährter Pariser, und vieles andere mehr, was auf die Geschichte der Stadt Bezug hat.

Von diesem Palast der Stadt Paris erreichen wir in kurzer Frist die hoheitsvolle Alexanderbrücke wir sind an dem Punkt wieder angelangt, von welchem aus wir unsere Wanderung unternommen, und unsere Streifzüge sind damit zu Ende! Sie konnten ja blos flüchtiger Natur fein und sich nur mit dem Wichtigen beschäftigen; in noch nie dagewesener Fülle bietet ja diese Ausstellung des Sehenswerten und Interessanten unendlich Vieles dar, und ich glaube, es wird nur wenige Erdenkinder geben, die sagen können, daß sie alles in diesem ungeheuren Wirrwarr neuer und interessanter Eindrücke und Schaustellungen ge­sehen haben umsaßt doch allein der amtliche Katalog dreißig starke Bände, in denen noch die Tag für Tag sich neu eickstellenden Ergänzungen fehlen.

Oft taucht die Frage auf: welche praktischen Erfolge wird die Ausstellung haben? Aber jetzt bereits läßt sich dies kaum beantworten. Deutschland wird für seine Mühen, eine Aufwendungen an Energie und Geld, für sein emsiges Streben auf allen Gebieten des Handels und Wandels sicher eine reiche Entschädigung erhalten, die unserem ganzen wirtschaftlichen Leben zu Gute kommen wird. Der einzelne, der sich an der Ausstellung beteiligte, sieht viel­leicht nicht seine meist hochgespannten Erwartungen erfüllt, desto größer wird der Nutzen der Allgemeinheit sein.

Neues, Weltbewegendes hat diese Ausstellung nicht hervorgebracht, zahllos dagegen sind die Anregungen, die sie jedem, welchem Berufe er auch angehören mag, bietet, und die von nachhaltiger und erfolgreicher Wirkung fein werden. Von wirtschafts-politischer Bedeutung ist das scharfe Hervortreten des 'Asiatischen Rußlands, mit dessen kräftiger Beteiligung an dem Welthandel man von nun an ernstlich rechnen muß, ferner dasjenige Japans, welches uns hier zum ersten Male als Großmacht entgegentritt und den europäischen Staaten deutlich zeigt, daß es ihnen in vieler Beziehung gewachsen ist und mehr Berücksichtigung verlangt, als wie es bisher geschehen.

Wiederholt ist die Ansicht während der letzten Monate laut geworden, daß diese Welt-Ausstellung die letzte ihrer Art sein dürfte, da die Kosten zu hohe find und bei der von Jahr zu Jahr wachsenden Ausbreitung der Jndustrieen usw. der Rahmen einer solchen Ausstellung stets weiter gezogen werden müßte, was schließlich jede ersprießliche Uebersicht verhindert. In diesen Anschauungen liegt viel Wahres, und es ist leicht möglich, daß von nun an die gewaltigen Welt-Ausstellungen durch internationale Son­der-Ausstellungen ersetzt werden, die freilich auf das große Publikum weniger Zugkraft ausüben, dafür aber von ganz anderer Wichtigkeit für die einzelnen Berufskreise sind.

Sollte diese Pariser Welt-Ausstellung die letzte ihrer Art sein, so hat sie glanzvoll die Reihe der friedlichen Völker-Wettkämpfe, welche für das letzte Jahrhundert charakteristisch sind und ihren Zweck durchaus erfüllten, abgeschlossen und wird noch lange in das neubegonnene Jahrhundert hinüberleuchten!

Politische Tagesschau.

König Viktor Emanuel III. hat am Donnerstag seinen ersten Kronrat abgehalten und dabei bekundet, daß er Willens ist, ein starkes persönliches Regiment zu führen. Die Minister, die eine so eingehende Teilnahme an den Einzelheiten der Re.gierungsvorlage nicht gewohnt waren, vermochten auf viele Fragen des Königs keine Antwort zu erteilen, wodurch die Audienz sich sehr peinlich gestaltete und der König ziemlich ungnädig wurde, sodaß die Minister schon erwogen, ob sie nicht ihre Entlassung nehmen sollten Sie haben aber doch noch davon Abstand genommen und sogar erklären lassen, alles sei in schönster Harmonie verlausen. Der König hat, wie berichtet wird, bestimmt, daß alle Dekrete, die ihm vorgelegt werden zur Unter­schrift, drei Tage vorher in feinen Händen sein muffen damit er sie genug studieren kann. Einen sehr guren Eindruck hat es auch gemacht, daß als erstes Dekret der König ein solches unterzeichnete, das 3000 ^?terarten Pension bewilligt. Seit Jahr und Tag hatten diese ver­gebens darum gebeten. Viktor Emanuel scheint auch nut der Einfachheit im öffentlichen Auftreten, die der an Prunk gewöhnte Römer stets sehr übel aufnahm, brechen zu wollen. Er ließ sich jüngst, als er zu einer ^arabe auf dem Exerzierfeld bei Rom hinausntt, von den pompösen Königskürassieren geleiten, was einen sehr guten Eindruck auf die Römer machte.

Wie aus Konstantinopel berichtet wird hat der Stbam" soeben das Statut der neuen türkischen Universität veröffentlicht, die Mit Einschluß der bereits bestehenden juridischen und medizinischen Fakttlkäten nod} eine mohammedanisch-theologische, eine physikalisch-mathe­

matische und eine philologische umfassen wird. Die Stu-» diendauer ist auf vier Jahre für die theologische Fakultät, auf drei Jahre für die weltlichen Fakultäten festgesetzt. J^de Fakultät erhält einen eigenen Leiter und die gesamte Universität einen durch kaiserlichen Jrade ernannten Di­rektor, der die Oberaufsicht über Professoren und Schüler zu führen, nud die Einhaltung des Statuts zu überwachen hat. Von den Professoren, heißt es in dem Statut, daß ieeinen notorischen Ruf in ihrem Fache besitzen sollen". Die Studierenden dürfen bei ihrem Eintritt nicht über 18 Jahre alt fein, müssen sich mit einem Lyzealzeugnis ausweisen oder einer Aufnahmeprüfung unterziehen. Die Zahl der Studenten wird auf 30 für die theologische, auf je 25 für die anderen Fakultäten festgesetzt. Nach be­endigten Studien ist eine Prüfung abzulegen und die Approbierten werden beeidigt und diplomiert. Der kaiser­liche Jrade verfügt auch die Errichtung einer Universitäts­bibliothek und eines Laboratoriums. Der Lehrplan umfaßt ür die theologische Fakultät: Erklärung des Koran und >er heiligen Schriften, Kirchenrecht, kirchliche Recbt- sprechung, Theologie und Geschichte des Islam; für Die mathematisch-physikalische Fakultät: Astronomie, höhere Algebra, analytische Geometrie, Integral- und Differenzial­rechnung; Physik und Meteorologie, organische, anorgan­ische und biologische Chemie, Zoologie, Botanik, Minera­logie, Geologie; für die philologische Fakultät: Psycho­logie, Logik, Morallehre, türkische, arabische, persisckfe und französische Sitteratur, türkische und allgemeine Geschichte, türkische und allgemeine Geographie, Handelsgeographie, Archäologie und Pädagogik.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 25. August 1900.

** Das Konzert, bad unsere Militärkapelle am Donners- tagabenb im Stein'schen Saalezu gunsten verwaister Töchter verstorbener Offiziere", wie es auf dem Programm hieß, veranstaltet hatte, zeugte leider von nur sehr geringem Wohlthätigkeitssinn innerhalb unserer Bevölkerung. Der Saal beherbergte etwa 40 Personen, wenn es hoch kam, waren es 50, und wenn es köstlich gewesen ist, so sind mit Mühe 55 Zuhörer zu zählen gewesen. Die Kapelle schien uns am stärksten vertreten. Sie bot den Erschienenen einen reichen Strauß recht schöner, zumeist klassischer Tondichtungen, die Ouvertüren zu SchubertsRosamunde" und zuMignon", Stücke aus derAfrikanerin", der SonatePathetique" von Beethoven, und anderes. Man klatschte vielen Beifall.

* Haftentlassung. Wie wir in Nr. 184 meldeten, wurde in Bad-Nauheim einer der beliebtesten dortigen Aerzte, Spezialist für Frauenleiden, Dr. Bruck, verhaftet, weil er von einer dort zur Kur weilenden hysterischen Russin beschuldigt worden war, bei einer Untersuchung die Grenzen der Sittlichkeit arg überschritten zu haben. Gestern ist Dr. B. gegen Stellung einer Kaution aus der Haft entlasfen worden, das Verfahren schwebt je­doch gegen ihn weiter. Von einer großen Reihe seiner Patienten, darunter auch zahlreichen Damen, war eine Petition zu feinen Gunsten verfaßt worden. Wie man uns zuver­lässig mitteilt, vertreten alle, die Dr. B. kennen, auf das bestimmteste die Ansicht, daß die gegen ihn erhobene häß­liche Beschuldigung aus der Lust gegriffen ist und die be- vorstehende Gerichtsverhandlung seine volle gesellschaftliche Rehabilitierung zur Folge haben wird.

** Turnerisches. Das Projekt des hiesigen Turnvereins zur Erweiterung feiner Turnhalle scheint jetzt festen Fuß gefaßt zu haben, indem die Arbeiten in Angriff genommen worden sind und auf der Baustelle eine rührige Thätigkeit herrscht. Die geplante Vergrößerung wird sich erst nach Vollendung als ein Akt der Notwendigkeit, sowohl im turnerischen wie finanziellen Interesse des Vereins gelegen, präsentieren, und die endliche Verwirklichung des bereits seit Jahren schwebenden Projekts wird umsomehr mit Freuden zu begrüßen sein, als der Turnverein dazu be­rufen ist, daß sein Heim die Stätte der diesjährigen Vor­turnerstunde des Mittelrhein-Kreises wird, bei welcher Ge­legenheit sich eine immerhin große Zahl praktischer Turner aus Nah und Fern zusammenfindet. Es ist diese bereits für Mitte Oktober ds. Js. zugesagt und wäre sehr wünschenswert, wenn bereits alsdann die be­gonnenen Arbeiten einen guten Schritt der Vollendung nähergerückt wären. Zu den Kosten dieses allerdings nicht billigen Utfr, bezw. Anbaues stimmten die Mitglieder durch Stiftung freiwilliger Beiträge anerkennungswerte Unterstützungen bei, doch ist zwischen diesen und dem not­wendigen Kapital noch eine große Lücke zu. deren Aus­füllung noch manches Scherflein nötig ist. Deshalb befindet sich noch immer die Liste zur Einzeichnung freiwilliger Bau­steine in Zirkulation, ebenso ist eine solche in der Turn­halle aufgelegt. Nächster Tage gelangen die bereits ge­zeichneten Beiträge zur Erhebung. Es ist zu wünschen, daß sich hieran Freunde und Gönner der Turnsache recht rege beteiligen und dadurch die tüchtigen Bestrebungen des Turnvereins fördern.

** Zur Hygiene des Radfahrens. Zur heißer> Jayres- zeit ist es angebracht, den Radfahrer an einige Mittel zu erinnern, die er bei größeren Touren stets bei sich W*n sollte. Vor allem sind Maßregeln gegen den ständigen Be­gleiter der Sommerhitze, den Durst, zu treffen. Im er­hitzten Zustande kaltes Wasser oder Ster werflich, und vermag schwere Storungen des Gesundhei^- zustandeS hervorzurufen. »uBerbem wird Mittel der Durst nur vorübergehend gelöscht, er tritt bald <m fn {tarier hervor. Eher ist als durststillendes Mtte kalter" Kaffee zu empfehlen. Vorzüglich bewähr, sich

Ansicht leicht ungesäuertes Getränk, also Waffer, a man innäM mit Zucker versüßt, und zu dem mau darauf etwas gepulverte Ctlronensäure setzt. Ein solche« Getränk braucht nur in geringen Mengen genoffen i« werden um durstlöschend zu wirken. Sehr forderlich aus die Thätigkeit des Herzens und aus den Blutumlaus wirk« Fußbäder. Man setze denselben etwas Essigsäure zu, die