Ausgabe 
26.8.1900 Erstes Blatt
 
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Wer einen schwachenJKagenhM

und an Appetitlosigkeit leidet

gerichtet.

u Offenbach. 24. August. Zu Anfang der Woche ist hier eine Frau unter Erscheinungen erkrankt, welche den Ver­dacht auf Blattern erweckten. Obwohl der Verlauf der Krankheit ihre Natur bis jetzt noch nicht mit Sicherheit klargestellt hat, sind doch die umfasiendsten Vorsichtsmaß- - regeln getroffen worden, um wenn es sich thatsächlich um Blattern handeln sollte, eine Weiterverbreitung der Krankheit zu verhüten.

Worms, 24. August. Don einem eigenartigen Unfall wurde am Montag der Oekonom und Stadtverordnete Mnndorf in Worms-Pfiffligheim betroffen. Er befand sich auf dem Felde beim Pflügen und wurde von außer­ordentlich heftigem Gewitter überrascht. In dem Augen­blick, als er dem Knechte den Pflug übergeben wollte, traf ihn ein Blitzstrahl. Der Blitz durchbohrte mit einem etwa faustgroßen Loche den Strohhut, fuhr dann hinter dem rechten Ohr nach dem Hals hinab, riß em Stück aus der Innenseite des Kragens weg, ließ am Hals einige Brandwunden zurück, sengte die Brusthaare und würbe dann durch den eisernen Pflug zur Erde geleitet. Mundorf -onnte, auf den Knecht gestützt, noch nachhause gehen, mußte

sich dort aber sogleich zu Bett begeben und hat seither das Gedächtnis vollständig verloren. Sein Befinden ist im übrigen zufriedenstelleud. Der Knecht meinte, im Augen­blick, als der Blitz herniederfuhr, habe er das Gefühl ge­habt, als ob ihm eine furchtbare Ohrfeige verabfolgt würde. Die eiserne Hochzet, das 70jährige Ehejubiläum, feiert heute hier das Daniel Guggenheimer sche Ehe­paar. Guggenheimer, der Gründer der bekannten Getreide- sirma, steht im 99., seine Gattin im 95. Lebensjahre. Die Eisernen erfreuen sich körperlicher Rüstigkeit und^geistiger Frische.

Die Wanderer - Fahrradwerke, vormals Wcklhoser u. Jaenicke, A.-G., tn Chemnitz Schönau, welche schon auf der Sächsisch - Thüringischen Industrie- und Gewerbe-Ausstellung zu Leipzig v»r 3 Jahren die höchste Auszeichnung StaatSmebatue erhielten, haben auf der Weltausstellung in P-rts den großar gsten Erfolg erzielt, indem ihnen allein von den ausstellenden deutschen Fahrradsabrikcn der Große Staats Preis zueikannt wurde.

Vermischtes.

tzi, Sohu zweier Fakultäten hat in Berlin das Licht der Welt erblickt. Der glückliche Vater ist der Frauenarzt Dr. med. Wegschneider, und die junge Mutter Dr. phil. Hildegard Wegschneider-Ziegler. Natürlich ein Sonntags­kind! Zu dieser Familiennachricht paßt eine andere, ein Eheaufgebot, das die schwarze Tafel des Standesamts zu Freiburg i. B. ankündigt: Ein Dr. phil. heiratet einen anderen Dr. phil., es wird der UniversitätSprofeffor Dr. phil. Kalbfleisch in Rostock ausgeboten mit Dr. phil. Julia BengS n Leipzig.

* Ein Jngenieurbureau zur Schlosser­innung hinzugezogen. In'derK. Z." lesen wir: Es ist schon so ost auf die zum Teil unbegreiflicherloeife von Erfolg begleiteten Bemühungen der Zwangsinnungen hingewiesen worden, Fabrikanten und Großbetriebe gegen ihren Willen in die Innungen hineinzuziehen. Jetzt ver­öffentlicht die Direktion der Allgemeinen Elektrizitäts-Ge­sellschaft die schier unglaublich klingende Mitteilung, daß man das Jngenieurbureau dieser Gesellschaft in Posen der Schlosser-Innung anzugliedern suche und daß die Gesell­schaft sich gezwungen gesehen habe, gegen diese Maßregel bei der zuständigen Behörde Einspruch zu erheben. Daß man die genannte Gesellschaft, einen der größten und welt­berühmten Großbetriebe Deutschlands, einer einfachen Handwerkerstätte qleichstellen will, klingt wie ein sehr übler Scherz, ittber in dieser Beziehung ist heutzutage bei uns sehr vieles möglich".

nehme Toril. Toril hat dm großen Vorteil, daß es den Appetit anregt und fördert, sodaß Toril Nahrung allein schon genügt, um Magenschwache rasch und kräftig zu förbern. Man gebe für jedm Teller Suppe 11 1 Theelöffel Toril hinzu

Toril ist Fleischextrakt aus bestem Ochsenfleisch mit kräftigen­den und nahrhaften Substanzm. 4380

Bf Man verlange überallToril.

Universität und Hochschule.

Der Professor der juristischen Fakultät in Jena Dr. Paul Schön wird dem an ihn ergangenen Ruf nach Göttingen zum 1. Ok­tober folgen. Der a.-o. Professor Dr. Georg Steindorff von der Leipziger Universität wurde zum o. Honorarprofessor in der dortigen philosophischen Fakultät ernannt. Der Professor für englische Sprache und Literatur in Groningen Dr. Karl Bülbring ist in gleicher Eigenschaft an die Universität Bonn berufen worden und wird mit Be­ginn des nächsten Halbjahrs seine Borlesungm eröffnen. Der a.-o. Professor in der theologischen Fakultät der Universität Kiel v. A. Titus ist zum o. Professor ernannt worden. Eine botanische Forschungs­reise nach Australien will demnächst Dr. L. Diels in Gemeinschaft mit Dr. E. Pritzel untemehmen, und zwar speziell nach dem am wmigsten bekannten westlichen Teil Ausstraliens Die botanische Ausbeute der Expedition soll vertragsmäßig dem Berliner Museum zu­fallen. Im Interesse desselben Instituts begiebt sich Dr. Ule gegen­wärtig nach dem Amazonenstrom, um in beffen oberen Gebiet auf Kosten des deutschen Großkaufmanns Witt in ManüoS und des Grohmdustriellen Dr. Traun in Hamburg die Kautschukfrage und die Florenzusammen­setzung dieses wahrscheinlich pflanzenreichsten Gebietes der Erde eingehend zu studieren. Emer Meldung aus Durban zufolge ist in Pietermaritz­burg der englische Chirurg Prof. William Stokes im 61. Lebensjahr plötzlich gestorben. Er war seit 1881 Präsident des königl. Kollegiums für Irland, Ehrenpräsident auf mehreren internationalen medizinischen Kongressen und einer der angesehensten Chirurgen seines Vaterlandes.

dann zugleich eine gute Wirkung gegen übermäßige Schweiß- I 1 bildung ausübt. Ferner soll der Radfahrer nicht vergeßen, ' ein Fläschchen mit Baldriantropfen mit sich zu führen. Einige Tropfen davon auf ein Stück Zucker gegeben, be­seitigen vorübergehende Erschlaffung, befördern also die Serzthätigkeit. Bei anstrengenden Gcbirgstouren wird gegen rmüönng die Massage der Beine empfohlen. Man fettet

zu diesem Zweck die Hände leicht mit Oel oder Vaseline ein und führt Streichungen von unten nach oben und in um­gekehrter Richtung am Ober- und Unterschenkel aus. Um sich vor Insektenstichen zu schützen, empfiehlt sich die Ein­reibung des Gesichts und der Hände mit einer Lösung von I einem Teil Chininsulsat in 50 Teilen Glycerin. Schließlich sei als Mittel gegen Mattigkeit der Genuß von gerosteter I Kolanuß (Kolapräparate) empfohlen. I

-ck- Steinbach, 24. August. In anerkennenswertem patriotischem Sinne hat der hiesige Gemeinderat die Mittel lür die Errichtung eines Kriegerdenkmals be­willigt, zu dem auch der hiesige Sparkaffenverem und der Kriegerverein beigeftcuett haben. Das Denkmal wird nach den Plänen des Architekten Roth in der Werkstatt von cy Atzba ch-Gießen gefertigt. Es repräsentiert einen Wert I von ungefähr 1500 Mk. Die Enthüllungsfeier ist auf den Tag der 30 jährigen Wiederkehr des Gedenktages der Schlacht von Sedan, Sonntag den 2. September, nachmittags 2 Uhr, festgesetzt. Eine größere Zahl von Krieger- und Veteranen­vereinen haben bereits ihre Teilnahme zugesagt. Hoffentlich werden an diesem Ehrentage unseres deutschen Vaterlandes recht viele Gäste von nah und fern, besonders auch aus der Zahl früherer Soldaten, der Feier anwohnen.

x Von der Rabenau, 24. August. Wie wir aus sicherer Quelle vernehmen, sind die Gemarkungen Rüd- dingShausen im Kreise Gießen, Wermertshausen im Kreise Marburg und Deckenbach im Kreise Alsfeld von der Militärbehörde zur Anlegung eines großen Truppenübungsplatzes ausersehen. Schon im ver­gangenen Frühjahr hat ein Stabsoffizier das Terrain ein­gehend besichtigt; ein Gebiet bei Wetzlar und ein solches bei Fulda find auch noch in Betracht gezogen, aber sür weniger geeignet befunden worden. Jetzt werden Ermittel­ungen über die Höhe des von dem Reiche aufzuwendenden Kaufpreises angestellt. Die obere Rabenau bildet eine kleine Hochebene zwischen Ohm- und Lumdathal mit sanften Boden­wellen und einigen Hügeln und ist für die Landwirtschaft wenig ergiebig, so daß die Gegend für den genannten Zweck wie geschaffen erscheint. Wenn naturgemäß die Ankaufs­summe auch fo hoch gestellt werden müßte, daß die jetzigen Grundbesitzer vollständig zufrieden fein könnten, fo würde das Reich finanziell doch gut dabei wegkommen, weil auf dem Uebungsplatze alsdann das Abhalten von Manövern und Paraden mehr unter Vermeidung von Flurschäden möglich wäre. Die Verwirklichung des Planes steht in den drei nächsten Jahren in Aussicht und würde den teilweise noch im Bau begriffenen Eisenbahnen des Ohm- und Lumda- thales eine größere Bedeutung und der ganzen Umgegend ein anderes Gepräge geben.

Melbach, 24. August. DaS projektierte Elek­trizitätswerk entfaltet gegenwärtig rege Thätigkeit, indem eS sich des Anschlusses vieler Gemeinden versichert. Bereits haben sich durchweg alle Gemeinden des Ober-NidderthaleS bereit erklärt, daß die Leitung ihren Weg durch die Ge­markungen zu nehmen nicht gehindert werde, zumal die Gesellschaft für alle entstehenden Schäden bereitwilligst auf- kommt, die etwa die Leitung verursachen sollte. Die Vor­urteile, die die Bevölkerung anfangs hegte, schwinden, da in den hier und dort anberaumten Sitzungen der Gemeinde­vorstände von Fachleuten die Vorteile des Werkes zu Licht- und Kraftzwecken klar gelegt werden.

Darmstadt, 24. August. In der gestrigen geheimen Sitzung der Stadtverordneten wurde beschlossen, sechs Handwerkern, deren Auswahl getroffen wurde, für den Besuch der Pariser Weltausstellung einen Zu­schuß von je 300 Mk, dem Direktor der Gewerbe- und Handwerkerschule, Dr. Meisel, zum gleichen Zweck einen solchen von 400 Mk. ans der Stadtkasse zu bewilligen. Direktor Meisel erhält außerdem vom Darmstädter Lokal­gewerbeverein 100 Mk. Reisezuschuß.

Darmstadt, 24. August. Die Weinberge in der Bergstraße haben in diesem Jahre einen sehr üppigen und gesunden Stand, wie er seit Jahren nicht war. Es ist bei Andauer der wieder eingetretenen warmen Witterung mit mäßigen Niederschlägen eine gute Qualität zu erhoffen. Jedenfalls wird es in diesem Jahre erheblich mehr Wein geben, als in einem der vorauSgegangenen drei letzten Jahre. Man rechnet auf 1/3% Ertrag. Unwetter und Pilzkrank­heiten haben bis jetzt nennenswerten Schaden nicht an-

Gerichtssaal.

l. Gießen, 24. August. Ferienstrafkamm er. Bezüglich der Privatklage Bieler gegen Hopf bezw. in der entsprechenden Widerklage, in welch beiden Sachen am letzten Freitag (s.Gieß. Anz." Rr. 193) verhandelt wor­den war, wird zunächst das Urteil verkündet, welches auf eine Geldstrafe von 60 Mk. gegen Hopf, sowie Publika­tionsbefugnis in der zu Mannheim erscheinenden Zeitschrift Hundezucht und Sport" und auf eine Geldstrafe von 40 Mk. gegen Bieler lautet. In der Schöffengerichtssitzung | vom 6. Juli war der Beklagte wie der Widerbeklagte in 1 eine Geldstrafe von je 40 Mk. verurteilt und jenem die Publikationsbefugnis imGießener Anzeiger" zugesprochen worden. Es wurde also der eingelegten Berufung nur hinsichtlich des Klägers stattgegeben, während die Be­rufung des Widerklägers verworfen wurde. Unter den Thatbestandsmomenten sei hervorgehoben, daß Herr Adolf Bieler, der in 1899 die hiesige Hundeausstellung leitete, auf Grund einer nachträglichen Erweiterung der Aus­stellungsbestimmungen, dahin gehend, daß der Vorstand berechtigt sei, nicht genehmen Personen den Eintritt zur Ausstellung zu versagen, Ver­anlassung genommen hatte, den in der Ausstellung an­wesenden §>undezüchter Herrn Hopf von N.-Höchstadt, mit dem gelegentlich der vorhergegangenen Ausstellung 1898 Differenzen vorgekommen waren, die Anwesenheit tn der Ausstellung zu verbieten und ihn zum Verlassen derselben aufzufordern, welcher Aufforderung derselbe auch nach Rückempfang des Eintrittsgeldes nachgekommen war. Diese Maßnahme Bielers wurde von Hopf aber in der genannten in Mannheim erscheinenden Zeitschrift scharf und teilweise in beleidigender Form gerügt. Bieler hatte dagegen in Briefen an die Redaktion dieser Zeitschrift in mehreren Fällen auch die Grenze des Erlaubten überschritten, sodatz heute beide Parteien in der vorstehend angegebenen Weise zur Strafe gezogen werden. Es wird zunächst emer Berufung des Viehhändlers Sal. Hofmann aus Nassau stattgegeben, die Freisprechung von Strafen und Kosten betrifft Der Angeklagte war laut Urteil des Schofsen- ! gerichts Gießen vom 20. Juni wegen Tierquälerei im Sinne des § 360, 13 St.-G.-B. in eme Geldsttafe von 15 Mk genommen worden, weil er beim Rücktransport non Vieh entgegen den bestehenden Bestimmungen, Kälber zwischen 'die Beine des Großviehs verladen hatte, später aber Umladung nach vorgeschriebener Weise, Kleinvieh vom Großvieh durch einen Abschluß getrennt vor­nehmen liefe. Das Gericht vermag im Gegensatz zur Staats­anwaltschaft in der betreffenden Maßnahme eine Zu­widerhandlung gegen den Wortlaut des genannten Para- I graph nicht zu erblicken und erkennt deshalb auf Frei­

sprechung. Die verheiratete Elisabeth 9lau mannt von Kestrich, 43 Jahre alt, die von ihrem Manne getrennt lebt, unterhält mit dem Müllerknecht Just Becker seit Jahren ein intimes Verhältnis und war wegen Vergehens, gegen § 211 P.-Str.-G. in Anklagezustand versetzt worden. Durch Urteü des Schöffengerichts LUSfeld vom 12. Juni >var indes das Verfahren gegen sie eingestellt worden, well ihr der bez. Verweis am 2. November 1897 nicht durch das Grvßh. Kreisamt direkt, sondern durch die Bürger­meisterei erteilt worden war. Gegen dieses Urteil hatte der Staatsanwalt Berufung eingelegt und vertrat heute die Ansicht, daß es dem Belieben des betreffenden Polizei . beamten anheimgegeben sei, durch iveldie der in Betracht zu ziehenden ihm unterstellten Personen die Verweis­erteilung erfolgen soll: er beantragt deshalb gegen die Angeklagte eine Haftstrafe non jünf Tagen. Das Gericht tritt zwar der Auffassung der Staatsanwaltschaft bei, er­achtet aber eine Geldstrafe von 12 Mark als

eine ausreichende Sühne. Der 19jährige

Eisenbahn - Arbeiter Franz Anton Heßler aus Waldaschaff, der zur Zeit bei dem Ober hessischen Eisenbahn- bau beschäftigt ist, steht wegen Körperverletzung unter An- flage und befindet sich deswegen seit dem 11. Juli in Unter­suchungshaft. Am 10. Juli befand sich der Angellagte mit nod) drei baierischen Kollegen in der Reiningschen Wirt schäft, und hier kam es gegen Abend zu einer Rauferei, die jedoch vhne ernste Folgen blieb. Später verließen die

I Arbeiter Franz Maunz und Jgn. Purbott das Lokal und warben von Fritz Roth, der mit einem Stocke bewaffnet war, verfolgt; doch erhielt dieser, als er zum Angriff schritt, von P. ein paar Hiebe und zwar mit seinem eigenen Stock, der ihm von jenem abgenommen worden war. Als dies der Angeklagte bemerkte, begab er sich zu den Streiten­den und stach, angeblid) mit einem dolchartigen Messer, auf dieselben ein, brachte ihnen aud) Kopfwunden bei, die sich jedoch als wenig gefährlich erwiesen; denn der am schlimmsten Verletzte war und) fünf Tagen wieder arbeite

I fähig.' Für diese, von einer unbändigen Rauflust zeugenden I Strafthat beantragt der Staatsanwalt eine Gefängnis- I strafe von 1 Jahr, unter Anrechnung von 1 Monat Unter­suchungshaft; das Urteil lautet auf 8 Monate, abzüglich 6 Wo dien Untersuchungshaft. Wegen schwerer Beleidig­ung im Sinne § 176. 1. St.-G.-B. erhält der Landwirt Gustav Lind aus Oseiß-Nidda eine Gefängnisstrafe von

I 4 Wochen. Der Angellagte, der fid) am Abend des 23. März an einem unbescholtenen 19 jährigen Mädchen, deren Ruf

I in ein schlechtes Licht zu stellen er heute kläglich versucht, I thätlich vergriffen hatte, war in der Hauptverhandlung I vom Schöffengericht Nidda am 20. Juli d. I. sreigesprochcn I worden, doch hatte der Staatsanwalt gegen dieses Urteil I Berufung eingelegt, die denn auch, trotz des frechen Auf- I tretens und dreisten Leugnens des Angeklagten von Erfolg I war, wenn aud) nicht ganz dem Standpunkte der Staats- I anwaltschaft gemäß, von der Behörde eine Gefängnissttase I von 3 Monaten beantragt worden war. ____

Den Eingang sämtlicher Saison-Neuheiten in TllXih. und BucJCH/d'H für Herbst und Winter 187

ztige ergebenst an Hochachtungsvoll

JMLarkus Bauer.

Anfertigung nach Mass in eigener Werkstätte.

Arbeiterbewegung.

Berlin, 24. August. Die Arbeit auf den Kohlenplatzen ist beute nach den Beschlüssen der am Donnerstag abgehalten« Versammlung der Streikenden wieder ausgenommen worden.

Handel and Urrbehr. UolkswittlchaÜ.

Frankfurter Börse vom 84. August.

Wechsel auf New-York zu 0.00-00.

Prämien auf Kredit per ult Aug. 0.85/q, do. per ult Sept. 2.25%, Diskonto-Kommandit per ult. Aug. 0.75 %, do. per ult. Sept 1.90 %, Lombarden per ult Aug. 0.40%, do. per ult Sept. 0.80%. Deutsche Bank per ult. Aug. 0.00%.

Notierungen: Kreditaktien 205.60-00-00, Dißkonto- Kommandit 173.90-174.0000,7 Staatsbahn 137.50.00, Lombarden 25.20., Italiener 94 20-CO, Spanier 72.30, Bproz Mexikaner 25.30, Bochumer 186.20-187.20-00 bz., Laura 210.10 B. 2 G. Harponer 177.50-8.50 bz., G. Gelsenkirchen 190-91.00-00-00 bz., Privat- Diskont 41/e°'o G.

1% bis 28/« Uhr: Kreditaktien 205.30-205.10-80 bz., Dn- kcnto-Kommandit 174-172.90-173.30 bz., Berliner Handelsgesellschaft 000 bz., Staate bahn 137.70 bz., Lombarden 25.20-00 b., Laura 00-00 3proz. Mexikaner 25.30 bz

Stuttgart, 22. August. (Allgemeiner Deutscher Versicherung«» Verein.) Im Monat Juli 1900 wurden 1357 Schadenfälle regu­liert. Davon entfielen auf die Haftpflichtverstcherung 650 Fälle, und zwar 322 wegen Körperverletzung und 328 wegen Sachbeschä« digung; aus die Unsallverficherungg 643 Falle, von denen 9 den sofortigen Tod und 4 eine gänzliche oder tellweise Invalidität der Verletzten zur Folge hatten. Von den Mitgliedern der Kapttal- verficherung für dm Todesfall find 64 in diesem Monat gestorben. Neu abgeschlossm wurden im Monat Juli 5995 Versicherungen. Von den vor dem 1. Mai 1900 angemeldeten Schäden der Unfalls Versicherung (incl. der TodeS- und JnvaliditätSsälle) sind nur 243 noch in Behandlung. _