Ausgabe 
25.9.1900 Zweites Blatt
 
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welche «die Annexion der beiden Republiken billigte, mit einer Majorität von drei Stimmen an­genommen. Die holländische Partei machte eine überaus heftige Opposition.

In Kopenhagen wird, wie dortige Blätter mit- teilen, die Buren - Deputation erwartet, um den Kronprinzen aufzufordern, Schiedsrichter zwischen Buren und Engländern zu sein. Die Buren halten in ihrem rührenden Optimismus den Kronprinzen als Bruder der Prinzessin von Wales und Verwandten des holländi­schen Königshauses für besonders qualifiziert, um als Schiedsrichter aufzutreten.

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Telegramme deS Gießener Anzeigers.

. London, 24. September. Aus Pretoria wird gemeldet, die Engländer verfolgten mehrere Burenscharen, die die englischen Truppen bei ElandSriver angegriffen hatten. Ein Telegramm aus Senekal berichtet, daß die Buren sich um Lindley konzentrieren. General Campbell steht in der Nähe von Bethlehem, wo sich Burenkommandos befinden.

Lissabon, 24. September. Eine amtliche Depesche meldet, daß nach dem Kampfe bei Komatipoort 700 Buren die portugiesische Grenze überschritten. Von den portugiesischen Land- und Seetruppen, die in einer Entfernung von einem Kilometer dem Kampfe beiwohnten, wurden sie entwaffnet. Die Flüchtlinge wurden zum Teil auf portugiesischen Kriegsschiffen, die im Hafen von Lourenzo Marques liegen, zum Teil an sicheren Orten im Lande untergebracht. Sonst ist an der Grenze kein Zwischen­fall weder mit den Buren noch mit den Engländern vor­gekommen. Letztere stellten die Verfolgung an der Grenze ein, da alle portugiesischen Truppen sich an der Grenze befinden. Seesoldaten sind ausgeschickt, um die Polizei in Lourenzo Marquez bei der Aufrechterhaltung der Ordnung zu unterstützen.

Rom, 24. September. König Victor Emanuel sandte ein Telegramm an die Königin Victoria, in der er sie dazu beglückwünscht, daß der südafrikanische Krieg beendet sei. Ein ähnliches Telegramm wurde an Lord Roberts gesandt.

Pretoria, 24. September. Lord Roberts hat eine neue Proklamation erlassen, worin er den Burghern verspricht, daß sie, wenn sie sich freiwillig unterwerfen, nicht exportiert werden, sondern in Zeltlagern von Pretoria und Bloemfpntein untergebracht werden würden. Diejenigen, welche Viehherden besitzen, können diese unter die Obhut aller Personen stellen, die sie selbst bezeichnen.

Deutsches Reich.

Berlin, 23. September. Der Kaiser verließ nach der Denkmalsenthüllung Tilsit, von wo er gestern nach^ mittag um 4 Uhr nach Ryminten weiter reiste. Er traf dort abends 7 Uhr ein. Die Kaiserin nahm gestern vormittag in dem Dorfe Luenchen an der Einweihung eines Schwesternhauses teil. .Um halb 11 Uhr traf die Kaiserin in Elbing wieder ein und reiste bald darauf nach Berlin ab, wo sie halb 8 Uhr abends eintraf.

Das Armee-Verordnungsblatt veröffentlicht eine Kabinettsordre, wodurch bestimmt wird, daß die Offiziere des Hus. - Regts. 9to. 7, bei dem Prinz Hei nrich von Hessen a la suite stand, fünf Tage Trauer anzulegen haben.

Eine parlamentarische Korrespondenz schreibt:Die M. N. N." haben gemeldet, daß der Reichskanzler Fürst Hohenlohe augenblicklich von Krankheits­anfällen heimgesucht sei. Diese Darlegung wird uns als unzutreffend bezeichnet. Auf der anderen Seite wird uns aber die Absicht des Reichskanzlers, nochmals Berlin zu verlassen, bestätigt und dabei ein spä­terer Termin, als vor einiger Zeit, etwa Mitte Ok­tober, angegeben."

In Berliner Finanzkreisen verlautet nach der Rhein.-Wests. Ztg.", daß noch bis zum Schluß des Jahres eine abermalige Anleihe von 100 bis 120 Millionen Mark erfolgen werde, aber nicht in Amerika, sondern in Deutschland selbst. Die Verhand­lungen hierüber mit deutschen Banken sollen bereits ein­geleitet sein, doch würde in Deutschland aus naheliegenden Gründen nich<t der vierprozentige Zinsfuß gewählt werden, sondern ein dreieinhalbprozentiger. (Angesichts dieser Meldung wäre dringend zu wünschen, daß in irgend einer Form Klarheit über die gegenwärtige Finanzlage geschaffen wird. D. Red.)

In Interessentenkreisen sind darüber Zweifel laut geworden, wie die Ortspolizeibehörden in diesem Jahre nach Inkrafttreten der Vorschriften über den Neunuhr- La d e n s ch l u ß die Ermächtigung des § 139a der Gewerbe­ordnung handhaben würden, nach der das Offenhalten der Verkaufsstellen an 40 Tagen bis 10 Uhr gestattet werden, darf. Wie der preuß. Minister für Handel und Gewerbe auf eine Anfrage aus Interessentenkreisen mitgeteilt hat, unterliegt es nach den Ausführungsanweisungen vom 24. v. Mts. keinem Bedenken, daß in den Monaten Oktober, November und Dezember d. I. die Erlaubnis für ebenso viele Tage erteilt wird, wie in denselben Monaten des nächsten^Jahres.

Die Bewegung für den Achtuhr-Ladenschluß gewinnt auch, in Berlin immer mehr an Kraft und Aus­dehnung. So fand am Donnerstag eine Versammlung statt, tn der zehn Vereine, darunter die bedeutendsten« Berlins, vertreten waren, und in der über weitere Schritte beraten wurde. Namentlich soll auf das Publikum einge­wirkt werden, daß es seine Einkäufe vor 8 Uhr abends besorge, und es sind hierfür eine Reihe von Maßnahmen in Aussicht genommen, von denen man hofft, daß sie eine volle Wirkung erzielen werden. Auf diese Weise wird man wohl allmählich zu einem allgemeinen Achtuhr-LadenWuß kommen.

Ausland.

Loudon, 23. September. Die Wahlkampagne hat allenthalben begonnen. Harcourt und Bannermann, die beiden bekannten liberalen Führer, haben ihre Ausrufe ver­öffentlicht. Bannermann begründet in demselben die Kritik gegen die englische Regierung über die Unterhandlungen,

die dem Kriege in Südafrika vorausgegangen sind, und über die mangelhafte Organisation des KriegSamteS. Harcourt erklärt, daß die Regelung der südafrikanischen Angelegenheit sich ohne Demütigung der Buren vollziehen lasse. Der Graf von Chester, liberaler Führer im Oberhause, hielt gestern eine Wahl­rede, in der er die Annektion der beiden Buren­republiken zwar anerkannte, aber freie In­stitutionen für dieselben verlangte. Der Führer der Arbeiterpartei, Burns, hielt ebenfalls eine Wahlrede, in der er den südafrikanischen Krieg ohne jeden Vorbehalt verurteilte und die Regierung für alles Unglück) welches über England hereingebrochen sei, verantwort­lich macht. Der Kolonialminister Chamberlain hielt gestern in Birmingham eine bemerkenswerte Wahlrede, in der er erklärte, der Zweck der Neuwahlen zum Parlament sei der, die Meinung des Volkes über die von der Regie­runggegenüber Transvaal und dem Freistaate einzuschlagende Politik einzuholen. Chamberlain unterzog diejenigeu Eng­länder einer äußerst scharfen Kritik, die durch ihre Sym­pathien für die Buren deren Widerstand immer wieder anfeuerten.

Paris, 23. September. Präsident Loubet kündigte Reformen an, die ohne Versassungs Aenderung durchführbar sind, darunter folgende: Abschaffung aller den Geld­punkt betreffenden für die Heiraten von Offizieren bestehenden Verordnungen, ferner soll niemand künftig Dis- pensient einer Mittelschule sein dürfen, der die vorbereitenden Studien nicht an einer Staatsschule absolviert hat; endlich die Einführung der zweijährigen Dienstzeit.

Ein hiesiges Blatt berichtet heute über einen Grenzzwischensall, der sich bei den letzten Manövern der 11. französischen Division zugetragen haben soll. Eine Abteilung Soldaten des 37. Infanterieregiments soll die deutscheGrenzeüberschritten und auf einen deutschen Grenzpfahl mehrere Deutschland beleidigende Worte geschrieben haben. Aus eine Beschwerde des deutschen Botschafters in Paris wurde sofort eine strenge Untersuchung eingeleitet. Die Entlassung der Mannschaften des betreffenden Regiments ist bis zur Entdeckung der Schuldigen vertagt worden.

In der dritten Sitzung des sozialistischen Kongresses in Avry wurde folgende Tagesordnung an­genommen: An dem Tage, wo ein allgemeiner Aufstand ausbrechen wird, werden die Sozialisten nicht mehr die Arme kreuzen, sondern mit dem Gewehr in der Hand auf die Straße gehen.

Heute früh wurde der internationale Sozia­listenkongreß eröffnet. Die deutschen Delegierten sind Bebel, Singer, Rosa Luxembourg und Klara Zetkin. Die erste Sitzung wurde von JauroS präsidiert, der die fremden Delegierten willkommen hieß. Nach einigen Erwiderungs- Reden erfolgte die Wahl des Bureaus. Die GueSdisten erließen am Schluß einen heftigen Protest gegen die Wahl der französischen Mitglieder des Bureaus, die ohne Veri­fikation der Mandate erfolgt und zu Unrecht den Anhängern Millerands zugefallen sei. Die Nachmittagssitzung war von dem gleichen Streit der Franzosen um die Verifikation der Mandate erfüllt und schlecht besucht, da gleichzeitig ein Arbeiterfest im Trocadsro stattfand.

Rom, 23. September. Der Polizeiches Vismara wurde gestern nacht auf dem Heimweg von Lase von einem Individuum hinterrücks überfallen und mit einem Hammer furchtbar zugerichtet. Es liegt ein Racheakt vor.

Bukarest, 23. September. Aus Sofia wird gemeldet, daß der gesamte rumänisch-bulgarische Konslikt Kaiser Wilhelm als Schiedsrichter unterbreitet werden soll.

Konstantinopel, 23. September. Der Sultan verlieh der Königin Draga von Serbien den Großcordon des Schefakat-OrdenS.

Athen, 23. September. Prinz Georg, von Kreta kommend, ist hier eingetroffen. In dem Augenblick seiner Ankunst fiel ein anscheinend geistesgestörter früherer Offizier den Pferden des Wagens, in dem der Kron­prinz und Prinz Georg saßen, in die Zügel. Der Mann wurde verhaftet. Man fand bei ihm einen Revolver.

Politische Tagesschau.

Die Königin der Niederlande wird, wie wir bereits kurz mitteilten, mit ihrer Mutter am 8. Oktober zum Besuch der Erbgräfin von Erbach-Schönberg in König im Großherzogtum Hessen erwartet. DieRh.- Wests. Ztg." bringt den Besuch mit HeiratsPlänen der jungen Königin in Verbindung; sie schreibt:

DaS Gerücht, daß die junge, zwanzigjährige Königin, die früher bald mit einem Hohenzollern, bald mit einem Fürsten zu Wied in Ver­bindung gebracht wurde, nach einem Freier Umschau halte, findet durch diese Nachricht greifbare Gestalt. In Schönberg und König im Groß­herzogtum Hessen sitzt ein altes ehemals reichsunmittelbares Geschlecht, die Erbach-Schönberg, und der älteste Sohn des jetzigen Grafen Ernst, Erbgraf Alexander im Alter von 28 Jahren, scheint der Auserwählte zu sein. Dafür spricht auch der Besuch der Königin bei der ihr sonst fernstehenden Erbaräfin, der Schwester des in Betracht kommenden Erbgrafen, die ein Alter von 17 Jahren hat und sonst wohl nicht zu der Ehre des königlichen Besuches gekommen wäre. Der Erb­graf Alexander, geb. 12. September 1872, ist Leutnant ä la suite der Armee.

Es ist bei sensationslüsternen Blättern Brauch, der jugendlichen Königin seit ein paar Jahren bei jeder Reise nachzusagen, sie gehe aus Bräutigamschau aus. Daß der­artige Erörterungen ebenso müssig als taktlos sind, leuchtet aber vielen nicht ein. Der Vollständigkeit halber müssen wir noch erwähnen, daß in einzelnen Blättern die Rede davon ist, als künftiger Gatte könne für sie nicht der Erb­graf Alexander in betracht kommen, der schon vermählt sei, sondern der jüngere 20 jährige Gras Victor. Der Gothaische Hofkalender für 1900, weiß von einer Ver­heiratung des Grasen Alexander nichts.

Hauptversammlung der Mitglieder des Landesgewerbevereins.

8. Worms, den 23. September.

Der Vorsitzende der Centralftelle für die Gewerbe, Regierungsrat Noack, eröffnete die von ca. 250 Mitgliedern, me aus allen Teilen Hessens herbeigeeilt waren, besuchte Versammlung in der Ebertsburg. Besonders begrüßte er ben Vertreter der Staatsregierung sowie die Ehrengäste und die Vertreter des Thüringischen und des Badischen Gewerbeverbandes. Er erwähnte, daß nach dem nun 64 jährigen Jahresschluß des Landesgewerbevereins durch Schlichtung des großen Streites zwischen Innung und Ge­werbeverein und Bildung der Handwerkerkammer nach heißem Ringen eiste.Einigung erzielt und eine neue frucht­bringende Zeit für die Gewerbe eingetreten sei. Möge gleich den zwei neu erstandenen Brücken über den Rhein auch die seither sich bekämpfenden Elemente eine ideale aber fruchtbringende Brücke verbinden zum Wohle und Besten des gesamten Handwerkerstandes.

Regierungsrat Usinger begrüßte als Vertreter der Negierung die Anwesenden und gab seine Freude über das gute Gelingen der Ausstellung in Worten Ausdruck. Die­selbe zeigte Fortschritte und Streben aus allen Gebieten. In Anerkennung dieser Bestrebungen des Gewerbevereins und dessen tüchtigen allseits stets rührigen Vorsitzenden habe der Großherzog demselben, Fabrikant Jochem, die Krone zum Verdienstkreuz des Ritterordens 2. Kl. Philipps des Großmütigen verliehen.

Hierauf begrüßte Oberbürgermeister Köhler als Ver­treter der Stadt Worms im Namen des Ortsgewerbevereins die Gäste; er weist auf die Gewerbeausstellung wie auf die Schüler und Lehrlingsarbeiten, die in vieler Hinsicht Lehr­reiches bieten. Möge die Generalversammlung besten Erfolg bringen und den Besuchern neben den Arbeiten ernster Art, auch die fröhliche Eigenart Worms' in bestem Lichte zeigen.

Freiherr von Heyl zu Hernsheim gibt seiner Freude über die Ehre Ausdruck, daß ihm gestattet sei, heute in der Versammlung zu erscheinen, und erklärt, daß er im Reichstag seinerzeit mitwirkte bei der Neuorganisation des Handwerkes, um dieselbe in praktische Bahnen zu leiten. Vor allem fehle es an einer richtigen Abgrenzung der einzelnen Stufen zwischen Fabrikarbeit, Handwerkern und Heimarbeit; die gewerbliche Gerichtsbarkeit sei im dcrmaligen Zustand noch sehr mangelhaft; bei Streiks sei mehr gemeinsames Vor­gehen zwischen Arbeitern und Arbeitgebern nötig. Auch für die Heimarbeit bedürfe man der gewerblichen Schiedsgerichte; besonders im hessischen Vaterland sei es nötig, den Staats­kredit noch mehr im Interesse des Handwerkerstandes in Anspruch zu nehmen. Im hessischen Landtage möchte eine entsprechende Vorlage gemacht werden. Wohl seien große Erfolge schon auf der Pariser Weltausstellung erzielt worden, doch habe man dies yußer dem feinen Verständnis an der großen Begabung des Handwerkerstandes speziell in Hessen, dem wohlwollenden Bestreben und dem Kunstsinn des Groß­herzogs zu verdanken. Im übrigen müsse man alle die­jenigen unterstützen, die durch ihre Kenntnisse und Tüchtigkeit in der Lage sind, zur Belebung und Hebung des Handwerks beizutragen.

Der Vorsitzende des Gewerbevereins Worms, Jochem, giebt einen ausführlichen Bericht über die Entwickelung und den Stand der Gewerbethätigkeit in Worms, aus welchem das außerordentliche Wachsen und Gedeihen der Stadt in jeder Hinsicht hervorgeht. Der Vorsitzende Noack ersucht die Mitglieder um Durchsicht der im Druck erschienenen verschiedenen Jahresberichte, empfiehlt die Bibliothek des Landesgewerbevereins, die mit ihren 18 000 Bänden außer­ordentlich reichhaltig sei, und spricht noch den Dank aus allen Kollegen, Vorständen, Lehrern und Ausschüssen, die im verflossenen Jahre ihre Kräfte zur gedeihlichen Ent­wickelung des Vereins und seiner Bestrebungen angespannt haben und bittet um weitere Unterstützung.

Hieraus verbreitete sich Dr. jur. Seibl, Vertreter des Stuttgarter Versicherungsvereins über die H a s t p f l i ch t, insbesondere mit Rücksicht auf den Handwerkerstand; aus einer Fülle von Beispielen aus dem praktischen Leben legt er die Notwendigkeit der Versicherung für den Handwerker dar. Vorsitzender Noack empfiehlt den Abschluß eines Meistbegünstigungsvertrags. Frhr. von Heyl bemerkt, daß eine Reichsversicherung in Aussicht stehe. Stadtver­ordneter Heil es-Offenbach wäre auch für eine Reichsver­sicherung, wenn dieselbe vorhanden oder in nächster Nähe sei, hier müßte die Handwerkerkammer mehr eingreisen, die noch nicht viel geleistet habe und bisher nur einseitig gewirkt habe, was der Sekretär der Handwerkerkammer L. Engel­bach bestreitet. Mitglied Jochem will keine ausländische Versicherungsgesellschaft begünstigt wissen.

Frhr. von Heyl glaubt, daß bei richtiger Anregung aus dem Handwerkerstand heraus sich wohl bald eine Reichs­versicherung schaffen lasse; das sei ein wichtiges Argument zur Lösung der sozialen Frage. '

Der Vorsitzende sowie Petri- Gießen sind für sofortigen Abschluß des Vertrages, da man die Lücke bis zur event. Schaffung eines Reichsversicherungsgesetzes unbedingt auS- füllen müsse. Nachdem noch der Vorsitzende deS Thüringischen Gewerbeverbandes Hering-^ena gleichfalls den Abschluß empfohlen, wird der Antrag, sowie em weiterer Antrag deS Barons v. Heyl angenommen, der lautet: Die Generalversammlung beschließt, die ^roßh^Regierung zu ersuchen, die baldige Einführung einer Reichsunfallver- sicherung zu veranlassen.

Regierungsrat Ufinger hatte erklärt, daß der An­nahme dieses Antrages nichts im Wege stehe.

Hierauf hält Herr Otto Pasch, Vorsitzender der Genoffenschaftsbank in Frankfurt a. M., einen Vortrag über Handwerkergenossenschaften und StaatShülfe, woraus nachstehende Resolution einstimmig angenommen wird:

In Berücksichtigung der außerordentlichen Bedeutung der ge- nossenschaftlichen Organisation für Erhaltung eines gesunden Hand-