Ausgabe 
25.9.1900 Drittes Blatt
 
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Hchaftlichen Ruin bewahrt werden könne. Er teilt mit, daß die von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Re­solution bis heute noch nichst dem Komitee der Bürger- Versammlung zugestellt worden sei. Dieselbe sei aber in den Zeitungen veröffentlicht worden. Ebenso wies er die Angriffe in dem von der Stadtverwaltung schon vorher veröffentlichten Artikel zurück und behauptet, daß alle in diesem Artikel gemachten Angaben und Berechnungen unrichtig sind. Er sagt:Bei uns in Bingen werden die außerordentlichen enormen Ausgaben für kostspielige unnötige Arbeiten re. durch außerordentliche Einnahmen, also Schulden, gedeckt. Das ist bod> keine gesunde Finanz­wirtschaft." Die weiteren Ausführungen des Redners erstreckten sich auf die Widerlegung der von der Stadt­verwaltung veröffentlichten Angaben über die Steuer- kraft der 'Bürgen rck, -und demselben gelang es', auch die Zuhörer von der Richtigkeit seiner Ausführungen zu überzeugen.___________________________'_____________________

Vermischtes.

* Großstädte und Volksvermehruug. Während in den Jahren von 18921897 die gesamte Bevölkerung Berlins um 5 pCt. zugenommen hat, hat in der selben Zeit die Zahl der Bewohner unter 20 Jahren sichum4pCt. vermindert. Diese Verminderung ist um so auffälliger, als unter der jugendlichen Bevölkerung Berlins viele zu Bildungszwecken oder aus anderen Gründen Zugezogene sich befinden. Noch beträchtlicher als die Zahl der jugendlichen Personen ist die Zahl der Kinder im ersten Lebens­jahre gesunken und zwar von 42800 auf 36800. Aehnlich, wenn auch nicht ganz so, liegen die Verhältnisse

Breslau, Magdeburg, Altona und anderen größeren Städten.

* Deutschland in Amerika. Eine Nachricht, die in Deutschland lebhaft interessieren dürfte, kommt aus der brasilianischen Stadt Joinville (Staat Santa Catha­rina). Dort ist der Munizipalrat aus lauter Bürgern deutscher Abkunft zusammengesetzt, und es werden daher, wie schon früher einmal, die Verhandlungen, da nicht alle Beisitzer der Landessprache vollständig mächtig sind, in

deutscher Sprache geführt, wenn auch natürlich die Sitzungs- Protokolle in Portugiesisch ausgeführt werden.

Kunst und Wissenschaft.

Man hört jetzt von der Thättgkeit der Sachverständigen Kommission, die den Zensurorganen der Berliner Polizei aus Mitgliedern des Goethe.Bundes zur Unterstützung an die Seite gestellt ist. Ein Kunsthändler stn der Wilhelmstraße in Berlin ist von der Polizei auf- gesordert worden, Freistudien von Koch aus seinem Schaufenster herauS- zunehmen, widrigenfalls er 150 Mk. Strafe zu zahlen habe. Wie die Voff. Ztg." hört, soll die Sachverständigen-Kommission des Goethe- Bundes die Forderung der Polizei als berechtigt anerkannt haben.

Ktteratur.

Rudolf von Gottschalk ist unermüdlich bestrebt, seine ästhetischen Anschauungen zur Geltung zu bringen, und mit scharfer Kritik alles das zu beseitigen, was nach seiner Ansicht vom rechten Wege einer gedeihlichen Ent­wickelung unserer Litteratur abführt. Er verwirft den Naturalismus; er verlangt künstlerischen Adel der Form bei modernem Inhalt und setzt sich gegen das zur Wehr, lvas ein Beispiel für die Aesthetik des Häßlichen bietet. Dies zeigt sieh auch in seinem neuen Werk:Zur Kritik des modernen Drama s", einer Sammlung inter­essanter vergleichender Studien, in der bekannten glän­zenden Darstellunasweise des Autors. Was br hier über oen Monolog und den Dialekt im Drama saat, wird ergänzt durch die Zkritik einer großen Anzahl moderner Dramen aus der Feder der Jüngeren. Die Ergänzungen zur Aesthetik des Häßlichen" von Earl Rosenkranz geben eine reiche Sammlung von Beispielen zu den scharfsinnigen Be- griffsbestinimungen des bereits vor einem halben Jahr­hundert erschienenen Werkes und ziehen außer dem Drama auch die Romandichtung der neuesten Zeit in ihren Kreis. Als vergleichende Studien hat Gottschall seine Sammlung deswegen bezeichnet, weil sie die jüngste litterarische Be­wegung in Mehreren Aufsätzen in die Beleuchtung der Weltlitteratur rückt. Die Eharakteristik der Stürmer und Dränger des 18. Jahrhunderts bietet überraschende Parallelen und nicht minder die der altbritischen Drama­tiker. Einen Beitrag Mr Charakteristik des sozialen Dramas

liefert die Studie: Victorien Sardou und der moderne Naturalismus, und von nicht geringem Interesse wird der Aufsatz über dieFrauengestalten der neuen Bühne" für den Leser sein. Gottschalls neues Werk wird das Interesse aller Lttteraturfreunde und insbesondere das der Ver­ehrer des Modernen Dramas in Anspruch nehmen.

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Moderne Ernährung.

Unter den neueren Nährpräparaten, die von der Wissenschaft Er­holungsbedürftigen und Schwächlichen zur Kräftigung dargeboten werden, nimmt die Samatose eine hervorragende Stellung ein. Samatose ent­hält 98 Prozent leichtlöslicher Eiweißstoffe (Albumosen), die aus Fleisch gewonnen werden und vor anderen Eimeißstoffen den Vorzug haben, daß sie vollständig vom Organismus ausgenommen und ausgenützt werden. Durch Somatosezusatz zur spärlichen Krankenkost werden dem Körper die zur Kräftigung nötigen Eiweißstoffe zugeführt, der Appetit wird in hohem Maße angeregt, der erschlaffte Organismus mit neuer Kraft versehen. Aus Suppe, die bisher im wesentlichen nur eine Leim­aufkochung war, wird durch Zusatz von Somatose eine eiweißreiche Kraft­bouillon; sie enthält nunmehr den Nährwert eines Beefsteaks resp. mehrerer Eier. Der Geschmack der Speisen wird durch Somatosezusatz nicht im geringsten beeinflußt, sodaß man sie Patienten auch ohne deren- Wiffen darreichen kann.

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Die diesjährige General - Versammlung der Tpar- und Leihkaffe Nidda soll Donnerstag den 27. September d. I stattfinden. Es werden hierzu sämtliche Mitglieder derselben mit der Bitte eingeladen, sich vormittag» um 10 Uhr im Sitzungssaale des Sparkaffen­gebäudes einzufinden.

Nidda, den 12. September 1900.

Die Direktion der Spar- und Leihkaffe Nidda.

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