er deshalb mit einigen berittenen Leuten den MagalieSberg wieder überschritten hat. um in die Oranjefluß-Kolonie zurückzukehren. Er wird dort unter ganz anderen Verhältnissen eintreffen, als unter denen er Betlehem verließ. Damals hatte er 6 bis 8 Geschütze und 2000 Mann, außerdem ließ er Prinsloo mit 4000 bis 5000 Mann in Betlehem zurück, wovon die meisten jetzt auf dem Wege nach Ceylon sind. Die meisten Geschütze sind vergraben. Dewets persönliches Gefolge kann nicht mehr als 300 Mann betragen. — Präsident Steijn soll mit einer kleinen Schutzwache Pie- naarS River überschritten haben, um mit Krüger in Machadodorp zusammenzutreffen. Diese Nachricht stammt aus verschiedenen Quellen. Eine Burenabteilung sprengte gestern einen Brückenteil, acht Meilen nördlich von Newcastle und zerstörte die Eisenbahnschienen 30 Meilen südlich von Newcastle. — General Car- rington meldet,« daß seine Vorposten gestern wiederum in der Nähe von Ottoshoop den Feind in ein Gefecht verwickelten.
Soweit Roberts. Er vermutet also, daß De Wet mit seiner Leibgarde aus dem Rückmarsch nach dem Oranje» freistaat ist. Weshalb er es, wie Roberts sagt, für hoffnungslos hält, mit Geschützen und Wagen nach Osten zu marschieren, nachdem er den viel beschwerlicheren und gefährlicheren Marsch von Bethlehem nach Rustenburg durchgeführt hat, ist uns unerfindlich. Außerdem sollte man meinen, daß die von Roberts angeführten Veränderungen im Freistaate De Wet abhalten würden, dorthin zurückzugehen. Der Kamps in Transvaal bietet ihm zur Zeit zweifellos die größeren Aussichten. Wir glauben deshalb zunächst nicht, daß De Wet wieder südwärts gezogen ist. So viel aber ist gewiß, daß die Briten, im besonderen Mahon und Hamilton, die mit seiner Verfolgung beauftragt waren, seine Spur verloren haben, denn es fehlt, wie man sieht, jede bestimmte Nachricht über ihn. Einen Teil seines Zweckes hat De Wet erreicht: er hat den Präsidenten Steijn durch die feindlichen Abteilungen geleitet und ihm so ermöglicht, in Sicherheit das Hauptquartier der Transvaaler bei Machadodorp zu erreichen.
Weiter wird aus London gemeldet, daß in Bentersburg (Oranjefreistaat) ein englisches Detachement von 5 Osfizieren und 24 Mann unter Umständen aufgehoben wurde, die darauf hindeuteten, daß sie in eine Falle gegangen find. Die englischen Truppen bewegen sich in nördlicher Richtung aus beiden Seiten der Eisenbahn nach Pitersburg. — Carrington ist noch immer bei Ottos Hoop beschäftigt; es scheint also, daß die Buren hier seine Vereinigung mit Methuen erfolgreich zu verhindern wußten.
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Telegramme deS Gießener Anzeigers.
London, 24. August. Daily Mail meldet aus Lorenzo Marquez, die Buren hätten eine Anzahl Erfolge im Natal-Gebiete davon getragen. Sie hätten u. a. Newcastle wieder erobert und besetzt. Zahlreiche Engländer verlassen Barberton. Eine große Menge Gold in Barren sei in Waterval eingetroffen.
London, 24. August. Daily Telegraph meldet aus Petersburg, die Buren-Delegierten find nach Moskau abgereist.
Politische Tagesschau.
Bekanntlich hatte Kaiser Wilhelm am 6. Juli eine Be- lohunng von 1000 TaelS für jeden geretteten Europäer, der lebend einer kaiserlich deutschen ober sonstigen fremden Behörde übergeben wird, ausgesetzt. Da nach einer Zusammenstellung des „Ostasiatischen Lloyd" rund 1000 Europäer sich in Peking befunden haben, so dürsten nach den bisherigen Verlustangaben die zurzeit in Peking befindlichen Fremden immer noch 800 bis 900 Köpfe zählen. Darnach würde sich, wie die „VolkSztg." auSrechnet, die Belohnungssumme aus 8 bis 900 000 Taels belaufen, daS heißt, den Tael rund zu 6 Mk. gerechnet, auf 4 800000 bis 5 400 000 Mark. Chinesen haben natürlich aus diese Summe nicht den geringsten Anspruch, vielmehr dürfte sie zur Verteilung unter die Mannschaften der internationalen Entsatzarmee kommen. Deren Stärke wird gewöhnlich auf 18 000 Mann angegeben. Dann würde jeder einzelne Mann 260 bis 300 Mk. erhalten, eine Belohnung, die den Soldaten angesichts der ausgestandenen Mühsale und Strapazen sehr wohl zu gönnen wäre, und für die sie dem deutschen Kaiser stets dankbar sein würden. DaS „B. T." bemerkt zu dieser Berechnung, daß sie anscheinend auf einer falschen Basis ausgeführt fei. ®in Haikuan-Tael ist nicht 6 Mk., sondern nur 3,39 Mk. »ert, die Summe verringert sich also sehr bedeutend.
Die „Kölnische Volkszeitung" veröffentlicht eine Rede des Kaisers, die am 2. August in Bremerhaven an Bord beS Transportdampfers „Rhein" gehalten wurde. Nachdem der Kaiser die Offiziere und Beamten beglückwünscht hatte, daß sie gewählt worden seien, an diesem Feldzuge teil» zunehmen, führte er weiter auS:
«ia* ??ten S101 sihr ernsten Gang, dessen Folgen noch
nicht völlig abzuseheni seien. ES könnte dies der Beginn eines Krieges werden zwischen Morgen- und Abendland. Das ganze Abendland geye einmütig vor. ES vereinige sich zu gemein» dSSlr.r, die sich anscheinend unüber- 8<0cnJ}b«tü*nbcn. Der Kaiser erwähnte alsdann die Schwierigkeiten, die bezüglich deS Pferde-Materials bestehen. Es seien rechtzeitig eine genügende Anzahl P'erde aus Amerika zu erwarten. Chile habe sein ganzes Pferde-Material zur Verfügung gestellt und außerdem begeistert 30000 Mann angeboten Man habe es mit einem verschlagenen Feinde zu thun. Der Chinese sei feige wie ein Hund, aber hinterlistig; namentlich kleine, detachierte Abteilungen hätten erhöhte Aufmerksamkeit zu beobachten. Der Chinese überfalle auS dem Hinterhalt oder bet Nacht und mit großer Uebermacht. In der letzten Zett habe sich unser Gegner gut geschlagen, eine Thatsache, die noch ganz unaufgeklärt set. Vielleicht seien eS nur die vorderen Truppen, die von deutschen und anderen
Offizieren ausgebildet seien, der Gegner erscheine allerdings als ebenbürtig. „Halten Sie besonders auf strenge Manneszucht, schonen Sie die feindliche Bevölkerung, doch seien Sie schonungslos gegenüber denjenigen, die Ihnen mit der Waffe in der Hand entgegentretenl" Dringend geboten set eine mäßige Lebensweise; in den Tropen dürfe über Mittag keine feste Nahrung genommen werden. „Und nun gehen Sie mit Gott, meine Herren, zeigen Sie draußen, was preußische ManneSzucht vermag, und erweisen Sie sich tüchtig in jeder Richtung. Ich rechne hierbei vor allem auf unsere Schießausbildung. Zeigen Sie auch dm Chinesen, daß eS eine Macht giebt, die gewillt ist, sie ohne Rücksicht auf ferner liegende praktische Ziele zu züchtigen wegen ihrer gesetzwidrigen Thaten. Führen Sie dm Krieg bis zu dem Ziele, das ich Ihnen gefleckt habe, bis zur vollständigen Sühne! Lebm Sie wohl und kommen Sie gesund wieder!"
Bemerkenswert ist namentlich der Passus von der Schonung der friedlichen Bevölkerung und dem schonungslosen Vorgehen gegen Bewaffnete, gewissermaßen ein Kommentar zur vorhergehenden Pardon-Rede. Neu ist die Mitteilung über die Bereitwilligkeit Chiles, sein ganzes Pferdematerial und 30000 Mann Truppen zur Verfügung zu stellen.
Deutsches Reich.
Berlin, 23. August. Der „Reichsanzeiger" meldet, der K a iser nahm heute im Schloß Wilhelmshöhe die Vorträge des Kriegsministers von Goßler und des Chefs des Generalstabes der Armee, Grafen Schliessen sowie des Chefs des Militär-Kabinetts von Hahnke entgegen. — Ferner meldet man aus Wilhelmshöhe: Der Kaiser machte gestern mit dem Prinzen von Wales eine Spazierfahrt im Park und nach der Abreise des Prinzen eine Fahrt durch das Druselthal im Automobil. Zur Abendtafel waren keine besonderen Einladungen ergangen. Heute früh machte der Kaiser einen Spazierritt.
— Aus Anlaß des Hinscheidens von C. Ferd. L a c i s z, des Vorsitzenden der See-Berufs-Genossenschaft und früheren Präses der Handelskammer zu Hamburg, ist dem Vater des Verewigten, wie der „Hamburgische Korrespondent" meldet, folgende kaiserliche Beileidskundgebung zugegangen:
„Wilhelmshöhe Schloß.
Ich spreche Ihnen meinen innigsten Anteil an dem unersetzlichen Verluste aus, der Sie durch den Tod Ihres Sohnes betroffen hat. Ich habe in dem für das Wohl seiner Vaterstadt zu früh Dahingeschiedenen einen Manu! von ernstem Streben und großen Verdiensten für die deutsche Handelsschiffahrt schätzen gelernt. Wilhelm".
Wie aus Cassel gemeldet wird, verläßt das Kaiser- paar morgen früh Wilhelmshöhe und begiebt sich zur Kaiserin Friedrich, deren neuralgische Schmerzen neuerdings wieder stärker aufgetreten sind.
— Für den Sicherheitsdienst bei dem Besuche des Kaisers in Stettin am 7. September werden von Berlin aus ca. 100 Schutzleute mit acht Wachtmeistern nach Stettin kommandiert.
— Wie man von wohlunterrichteter Seite erfährt, ist die Nachpicht, daß das gerichtliche Verfahren gegen den Leutnant Prinzen Arenberg wegen der bekannten Affaire in Südwestafrika abgeschlossen sei, verfrüht, jedoch ist der Abschluß binnen kurzem zu erwarten. Das Urteil dürfte alsbald, nachdem es die kaiserliche Bestätigung erhalten hat, veröffentlicht werden.
— In der Nacht zum Dienstag starb zu Groß- Lichterfelde Friedrich Schenck, der frühere Anwalt des Allgemeinen Verbandes der deutschen Erwerbsund Wirtschastsgenosfenschaften und langjährige Abgeordnete. Schenck wurde nach! dem Tode Schulze-Delitzsch'K (1883) ausersehen, an dessen Stelle die Führung der verbündeten deutschen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften mit der breiten Masse der Vorschußvereine zu übernehmen. Schenck fand, als er an die Stelle Schulze- Delitzschs trat, einen festgefügten und gutorganisierten Bau vor; es blieb ihm aber noch reichlich zu thun übrig, denn es wartete seiner eine doppelte Aufgabe, den größten Teil des Genossenschaftswesens in Deutschland beständig zu überwachen, die Ergebnisse wissenschaftlich zu bearbeiten, und an erster Stelle an der Fort- und Ausbildung des Genossenschaftswesens im Sinne Schulze-Delitzschs mitzuwirken. Schencks wissenschaftliche Arbeiten über Genossenschaftswesen und Genossenschaftsrecht, zu denen sich gleichartige Ausführungen im Parlament gesellen, stehen in hoher Schätzung. Friedrich Schenck, 1827 zu Wiesbaden geboren, besuchte das Gymnasium zu Weilburg und studierte in Gießen und Heidelberg Rechte und Staatswissenschaften. Nach Beendigung der Universitätsstudien trat Schenck in den nassauischen Justiz- und Verwaltungsdienst ein. Erwirkte von 1854 bis 1859 in Idstein und später in Wiesbaden als Prokurator. In der Folge wandte er sich der Rechtsanwaltsch,aft zu und war bis zu feiner Berufung zum Nachfolger Schulze-Delitzschs als Rechtsanwalt und Notar in Wiesbaden thätig. In Folge dieser Berufung siedelte er nach Charlottenburg über. Seit 1896, seit seinem durch Gesundheitsrücksichten veranlaßten Rücktritt, lebte Schenck in Groß-Lichterfelde. Seine parlamentarische Thätigkeit begann Schenck 1864 als Mitglied der nassauischen Zweiten Kammer. Von 1871 bis 1873 und von 1883 bis 1893 war Schenck Mitglied des Reichstages und von 1892 bis 1896 gehörte er dem preußischen Abgeordnetenhause an.
— Wie der „National - Zeitung" aus Hamburg telegraphiert wird, hat die englische Regierung der Wagnerschen Rhederei in Altona Schadenersatz-An- srüche in Höhe von 60 000 Mark für die in der Delagoa-Bai unberechtigt erfolgte Beschlagnahme des Schiffes Hans Wagner, das bekanntlich Kriegs- Contrebande für die Buren an Bord haben sollte, z u erkannt. Infolge der Vermittelung des' Auswärtigen Amtes gelangt die geforderte Entschädigung jetzt zur Auszahlung.
— Auf der letzten Schulkonferenz hat das Frankfurter Reform-Gymnasium die von manchen Seiten geübte Kritik sehr gut bestanden und Einwände, die gegen das System erhoben wurden, sehr wirkungsvoll widerlegt. Seine Leistungen sind namentlich von militärischer Seite anerkannt worden, und die Folge davon ist wohl, daß in den Hauptstädten der Provinzen, wie verlautet, Gymnasien nach demselben Prinzip eingerichtet werden sollen. Auch die Reform-Realgymnasien werden schon bald eine weitere Ausdehnung erfahren.
Homburg, 23. Augustz Der Großherzog von Hessen, die Prinzessin von Wales und die Kronprinzessin von Griechenland find zum Besuch des Prinzen von Wales hier eingetroffen und speisten mit demselben auf der Terrasse von Ritters Park-Hotel._________
Ausland.
Stockholm, 23. August. Der König nahm das. Schiedsrichteramt anläßlich der Frage der Entschädigung der deutschen, englischen und amerikanischen Unterthanen wegen der letzten Unruhen in Samoa an.
Paris, 23. August. Der „Temps" erklärt, er sei in der Lage,»versichern zu können, daß keine Rede davon ser, die Dauer der Weltausstellung über das ursprünglich festgesetzte Datum, 5. November, zu ver- längern. Die meisten Gebäude der Ausstellung würden den Unbilden des Winters nicht widerstehen können.
R o m, 23. August. Der Unterrichtsminister ließ die Ku n st schule in Foligno schließen, weil der Lehrkörper es unterlassen hatte, Anzeige davon zu machen, daß ein Schüler das Bild des Königs zerstört hatte. Der gesamte Lehrkörper wurde infolgedessen entlassen.
— Wie verlautet, wird Monsignore T a r n a s s i im Herbst als Pronuntius nach Petersburg kommen.
Mailand, 23. August. Der Advokat M a r t e l l i, Vorsitzender der Mailänder Anwaltskammer, hat nun von AmtswegendieVerteidigungBrescis überNommUN.
Belgrad, 23. August, Das Gerücht, die Regierung beabsichtige dieSistierungderApanageMilans, wird offiziell dementiert.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 24. August 1900.
•• Ernennung. (Teleph. Meldung aus Darmstadt.) Der Großherzog hat am 22. August den Amtsrichter bet dem Amtsgericht in Nidda, Karl Römheld, zum Oberamtsrichter desselben Gerichtes ernannt.
** Auszeichnung. Dem als Verfasser des ausgezeichneten Werkes! „Tiere per Heimat"? Mit seinem^ Bruder Karl Müller gemeinsam verfaßt) sowie zahlreicher Artikel in der „Gartenlaube" in weitesten Kreisen rühmlichst bekannten Oberförster i. P. Adolf Müller (früher Oberförster in Krofdorf) wurde für eine bei dem Verband der Tierschutzvereine für das deutsche Reich eingereichte Arbeit von dem Preisrichterkollegium zu Köln der erste Preis zuerkannt. Gewiß eine schöne Auszeichnung für den Verfasser, der sich trotz seines hohen Alters eine geradezu bewunderungswürdige körperliche und geistige Frische bewahrt hat.
t Grün berg, 23. August. Der heutige „Ludwigs- markt" war vom Wetter begünstigt. Der Viehmarkt war mit Schweinen, namentlich Ferkeln, sehr stark, mit Rindvieh ziemlich- gut befahren. Der Handel mit jüngeren Ferkeln ging recht flott. Solche von 6 bis 8 Wochen wurden zu 32 bis 40 Mark das Paar verkauft; vorgeschrittenere kosteten, je nach Dualität, 45 dis 60 Mark. In;diesen Preislagen wurden die meisten Verkäufe abgeschlossen. — Der Handel mit Rindvieh ging weniger lebhaft, obwohl die Preise etwas höher waren, als auf dem vorigen Markte. — Um 10 Uhr begann die mit dem heutigen Markte verbundene Faselschau; von den zahlreichen, zum Teil prachtvollen Tieren der Vogelsberger und Simmenthaler Rasse wurden 14 durch! die Kommission angekört. Mehrere der letzteren wurden von Gemeinden sofort angekauft. Die Preise schwankten zwischen 350 bis 400 Mark. — Der dringenden Erntearbeiten war der Markt diesmal ziemlich frühzeitig beendigt.
§§ Bannerod (Kreis Lauterbach), 23. August. In der Hofraithe des hiesigen Schuhmachers Heinrich Seibert brach! vergangene Nacht plötzlich ein Brand aus. Das Feuer wurde bald bemerkt und konnte von unserer sofort herbei geeilten Feuerwehr in kurzer Zeit gelöscht werden, so daß nur der Dachstuhl teilweise abbrannte und alles andere unversehrt blieb. Das Feuer soll dem Vernehmen nach beim Schornstein entstanden sein und durch das noch vorhandene Strohdach Nahrung gefunden haben.
Darmstadt, 23. August. Der Großherzog empfing gestern u. a. den Professor Dr. Walter, Frauenarzt und außerordentlichen Prosessor an der Universität G-ießen, und den Badearzt Dr. Wachenfeldt von Bad-Nauheim; zum Vortrag den Staatsminister Rotye, den Präsidenten des Finanzministeriums Gnauty, den Kabinettssekretär Dr. Kranzbühler.
Darmstadt, 23. August. Infolge umfangreicherer Umbauten im Ständehause ist an em Wiederzusammen- treten der Zweiten Kammer vor November Nicht zu denken. Auch die Ausschüsse werden ihre Beratungen vor Ende Oktober Taum wieder aufnehmen können. — ^n der heutigen Sitzung der S t a d t v e r o r d n e t e n machte Ober- bürqermeister Morneweg die Mitteilung, die staatsanwalt- schaftliche Untersuchung des gestrigen Un gl ücks f al les bei den Kanalisationsarbeiten, die den Tod zweier Arbeiter herbeiführte, habe ergeben, daß ein Verschulden niemanden treffe, daß vielmehr die mit der Aufsicht und Ausführung jener Arbeiter Befaßten alle vorgeschriebenen Schatzmaßregeln befolgt und gutes .Ratttral verwendet hätten. Die beiden anderen, in Mitleidenschaft gezogenen Arbeiter sind nur leicht verletzt undim wesentlichen mit dem Schrecken davongekommen. ^S^npitut der S chu l är z t e war seinerzeit von der Stadt Darmstadt mit an erster Stelle eingeführt worden, und Mar Zunächst um erst Erfahrungen zu sammeln, für zwei Verwaltungsjahre. Da sich nach dem übereinstimmenden Urteil aller zuständigen Faktoren diese Einrichtung in Zeder Beziehung bewährt hat schlügt der Magistrat vor, sie zu emer ständigen zu machen Die Versammlung nimmt den Vorschlag S timmig an - Den Wegenftanb der gütigen Tagesordnung bildet der Ausbau der ele!treschen Straßenbahn. Die Bürgermeisterei hat berm Fmai^- ministerium die Konzession für zwei Linien nachgesuchp Das Finanzministerium hat die Konzession abgelehnt und zwar rm wesentlichen aus technischen Gründen, 6s ton sich nicht entschließen, einen selbständigen elektrischen Be- lrieb in den Straßen zuzulaffen, m denen bereits em Tampfbahnbetrieb vorhanden ist. Em gemernschastlrcher


