Ausgabe 
25.7.1900 Zweites Blatt
 
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leibigung Zeines diplomatischen Vertreters ist ein Verstoß gegen Las Völkerrecht. Es ist kaum nötig, darauf hinzu­weisen, wie schwer das Verbrechen das Gesandtenmordes ist. Wenn Ew. Majestät Regierung ernstlich die Insurrektion! zu bekämpfen sich entschlossen hat und die Befreiung der Gesandten Vns Werk setzt, würde die Lage sich verhältnis­mäßig günstiger gestalten. Die Unterdrückung des Auf­standes und die Rettung der fremden Vertreter ist eine Pflicht, die Ew. Majestät ebensowohl gegenüber ihrem eigenen Reiche, wie in Bezug auf die Mächte der Welt zu erfüllen haben, und dieses sollte sobald als möglich ge­schehen. Seit dem letzten Monat haben die Mächte starke Streitkräfte nach Tientsin gelandet, und Japan hat es für nötig gehalten, ebenfalls seine Truppen zu entsenden. Der Zweck dieser militärischen Aktion ist, die Insurrektion zu unterdrücken ünd die diplomatischen Vertreter und die an­deren Fremden zu befreien. Außerdem haben die Mächte keinen weiteren Zweck im Auge. Wenn Ew. Maj. Regie­rung keine Zeit verlieren, die Gesandten der fremden Mächte aus ihrem belagerten Zustand zu befreien, so hoffen wir, daß die Mächte darin ein Zeichen erblicken! werden, daß es Ew. Maj. Ernst ist, einen .'Stieg zu ver­meiden und das Unglück, daß sonst Ew. Maj. Lande be­fallen würde, dadurch zu mildern. Meine Regierung hat, wie.Ew. Maj. bekannt ist, für Ihr Land eine herzliche Ge­sinnung gehegt und wich, falls es die Verhältnisse gestatten, sich nicht weigern, an den geeigneten Stellen ein freund­liches Wort einzulegen. Tie Bedingung ist aber, daß Ew. Majestät Regierung sofort den Aufstand unterdrücken und wirklich die fremden Vertreter aus ihrer Lage befreien. Erst dann kann Japan sich bereit finden, seinen Einfluß Lei den eventuellen Verhandlungen zwischen Ihrem Reich und den fremden Mächten zum Zweck der Erhaltung der Interessen Ihres Reiches zu verwerten. Es ist unser ernster Wunsch, paß diese telegraphische Antwort auf Ew. Maj. Botschaft Ihrerseits ernste Beachtung finden möge.

Tokio, ijm 33. Jahre Meiji (1500), 12. Juli.

Dieser Briefwechsel zeigt den Ernst und die Loyalität der japanischen Regiernng in seinem durchaus erfreulichen Lichte. An dieser Stelle ist cd offenbar den Chinesen nicht gelungen, einen Keil in das Einvernehmen der Mächte zu treiben, ebensowenig wie in Frankreich, wo die chinesischen Versuche eine ebenso klare wie würdige Zurückweisung er­fahren haben. So wie die Dinge heute stehen, ist es ja auch jeder zivilisierten Macht ganz und gar unmöglich ge- «acht, mit China zu paktieren, und das umsomehr, als es feinen unerhörten Bruch des Völkerrechts dadurch nur fort­setzt, daß es die Gesandten, die nach chinesischer Darstellung ;a noch leben sollen, widerrechtlich in Peking zurückhält und an dem Verkehr mit ihren Ländern hindert.

Demgegenüber ist es nur erklärlich, daß die Konsuln in Shanghai dem Vizekönig Li-Hung-Tschang gegen­über eine außerordentlich kühle Haltung eingenommen haben. Ein Telegramm besagt, Li-Hung Tschang sei sicher verdrossen über den üblen Empfang. Die Konsuln in Schanghai gestatten seiner Leibwache nicht, ans Land zu E°mmen. Seine Umgebung sei sehr besorgt und weigern stch, die Steife nach Peking fortzusetzen, bevor nicht Gewähr dafür vorhanden fei, daß sie dabei nicht ihr Leben riskieren. Li-Hung-Tschang zögert mit der Weiterreise und wartet die Antwort aus eine nach Peking gerichtete Anfrage bezüglich des dortigen Standes der Dinge ab. Der Vizekönig ver­handelt beständig mit Scheng. Aus Schanfi sind Emissäre m Shanghai eingetroffen, um für eine halbe Million TaelS Munition zu kaufen. Kanton und Hongkong sind ruhig. Ein neueres Telegramm des belgischen Konsuls in Tientsin, de Cartier, berichtet, daß Li-Hung-Tschang, sowie der Gouverneur von Kanton ihm versichert haben, daß die fremden Gesandten in Peking bestimmt in sicherheit seien. Dasselbe hat gestern nachmittag der Berliner chinesische Vertreter im Auswärtigen Amte ver­sichert. DieSun" sagt: Amerika werde das Ver­mittelungsgesuch des Kaisers von China günstig aufnehmen, sofern die Echtheit desselben durch eine chiffrierte Be- glaubigung des amerikanischen Gesandten in Peking dar- gethan wird.

Rüstungen.

Aus Berlin wird gemeldet: Um den ungeheueren Transport von Munition und Lebensmitteln für China be­wältigen zu können, ist die Charterung weitererTrans- portdampfer von der Marineverwaltung erfolgt. Nach einer Meldung aus Kiel wurden die dortigen der Rhederei Diederichsen gehörigen DampferMarie" undMimi" vom Reichsmarineamt nach China gechartert. Die Schiffe werden Ende Juli bezw. Anfang August mit Proviant und Infanterie die Reise antreten. Den Dampfern wird ein Marinedetachement beigegeben. Der LloyddampserGera",

, ^^"schiff eingerichtet, ist von Bremerhaven nach Wilhelmshaven in See gegangen, um seiner neuen Be­stimmung gemäß Verwendung zu finden.

Ein Sonderzug mit den deutschen Truppen traf am Montag srüh in Mailand ein und wurde dort von einer vieltausendköpfigen Menge jubelnd begrüßt. Bon offiziellen Personen waren beim Empfang der Truppen der Korps­general und Divisions-Kommandeur anwesend. Nach etwa Aufenthalt, währenddessen mehrere Reden auf die Waffenbrüderschaft gehalten wurden, führ der Zua unter brausenden Evvivarufen nach Genua ab. Auf der Fahrt dahin wurden die Truppen aus allen Bahnhöfen von Vertretungen der Garnisonen begrüßt und reich be­wirtet. In Genua erfolgte die Ankunft gestern morgen Dort wurden sie auf den DampferPreußen" übergesetzt' der heute abdampfen sollte. v

Wie reichsländische Blätter berichten, traten in Mörch- ingen beim Aufruf der Freiwilligen für das ostasiatische Expeditionskorps sofort auch zwei als zielbewußte Sozial­demokraten überwiesene Leute vor.

Das Telegraphenbataillon Nr. 1 in Berlin veranstaltet heute Abend auf seinem Kasernenhofe ein Ab­schiedsfest für die aus allen drei Telegraphenbataillonen zusammengestellte Abteilung für China. Diese Abteilung

verläßt Berlin am Freitag und fährt am Samstag von Bremerhaven ab. Sie besteht aus dem eigentlichen Tele­graphendetachement und einer Trainkolonne. Die letztere verfügt über 32 Wagen.

DieKöln. Ztg." fordert in einem bemerkenswerten, an leitender Stelle veröffentlichten Artikel sofortige Kredit­bewilligung für den Bau der beim letzten Flottengesetz gestrichenen Auslands schisse, die sofort in Angriff genommen werden müßten, nachdem die deutschen Küsteu durch die chinesischen Wirren entblößt worden seien. Mit der Entsendung einer ganzen Division Schlachtschiffe nach China fehle das, was zur Verteidigung der eigenen Meere nicht entbehrt werden könne. Heute dürfe die Regierung, gestützt aus die Beweiskraft der glänzenden Thatsacheu, nicht zögern; sie sei der Zähigkeit des Reichstages gegen­über nie in einer günstigeren Lage gewesen und brauche um den Widerstand der radikalen Parteien sich weniger zu kümmern, als jemals vorher. Mir besonderem Nach­druck hebt der Artikel hervor, daß gegenwärtig in Ostasien aus Grund der starken Machtentfaltung die Möglichkeit zu einer glänzenden diplomatischen Thätigkeit von einer Trag­weite gegeben sei, die sich in Hunderten von Jahren nur einmal wiederhole. Seit dem chinesisch-japanischen Kriege habe die weitausschauende deutsche Politik auf dem viel­begehrten Boden des ausgedehnten chinesischen Landes Posto gefaßt, um in China das seiner Macht entsprechende Stück abzubekommen. DieKöln. Ztg." warnt das Centrum, in ablehnender Haltung gegenüber den Auslandsschiffen zu verharren, denn bei dem Gang, den plötzlich die ostasiatischen Ereignisse genommen, sei es möglich, daß die Entscheidung in der Flottenfrage aus ihrer Hand in eine andere überginge.

Eine Neparaturwerkstätte für die ostasiatischen Expeditionen wird in Tsingtau (Kiautschou) errichtet werden. Durch Vermittelung der kaiserlichen Werst in Wilhelmshaven sind in verschiedenen Orten große Bestell­ungen für die Ausstattung der Werkstätte gemacht worden. Auch eine kleine komplete Eisen- und Bronze-Gießerei wird mitgenommen werden.

Die französische Expedition nach China wird be­stehen : aus 9 Bataillonen Marine-Infanterie, 4 Bataillonen Zuaven, 3 Bataillonen Land-Infanterie, 2 Schwadronen Kavallerie, 14 Batterieen Artillerie, sowie je einer Tele­graphen-, Eisenbahn-, Luftschiffer- und Ambulanz-Abteilung. DieTemps" bestätigt, daß es die Regierung dem Prinzen Henri von Orleans abgeschagen habe, dem französischen Expeditionskorps nach China sich anzu­schließen. DerLiberte" zufolge soll General Negrier dazu bestimmt werden, das Expeditionskorps nach China zu befehligen.

Die italienische Regierung verbot die Ausfuhr von Waffen und Munition von Italien nach China.

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Telegramme deS Gteßeuer Anzeigers.

Hildburghausen, 24. Juli. Der Herzog von Meiningen spendete dem Flotten-Verein 1000 Mark zur Herstellung einer besseren telegraphischen Verbindung mit dem ostasiatischen Kriegsschauplatz.

Kiel, 24. Juli. Morgen früh 4 Uhr 56 Min. tritt das für China bestimmte Sanitäts-Personal und das Artillerie-Detachement unter Führung des Leutnants zur See Schleusener die Reise nach Wilhelms­haven an und schifft sich aus derGera" ein. Die neueste Maßnahme der Regierung, die Entsendung von Hand­werkern der Kieler Kaiserwerst nach China, halte die Meldung zahlreicher Arbeiter zur Folge, die nach ihrer Untersuchung nach Wilhelmshaven fahren und sich aus der Gera" einschiffen. Im August folgt ein zweiter Trans­port. Die übliche neunmonatliche Auslandsreise der SchulschiffeCharlotte",Stosch",Moltke" undGneise- nau" mußte ausgegeben werden, damit bei Bedarf das nötige Personal für China vorhanden sei.

Hamburg, 24. Juli. Hier wird bestätigt, daß in Berlin ein Telegramm des Kaisers von China ein­getroffen sei, worin dieser dem deutschen Kaiser sein tiefstes Bedauern über die Ermordung des Ge­sandten von Ketteler ausspricht.

Bremen, 24. Juli. Neber die Truppen - Transporte nach Ostasien wird gemeldet: ES werden befördert: am Freitag den 27. Juli etwa 4000 Mann, darunter zwei Eskadrons deS ostafiatischen Reiter-Regiments, am Montag den 30. Juli etwa 1200 Mann, am Dienstag den 31. Juli etwa 1000 Mann, am Donnerstag den 2. August etwa 2800 Mann und am Samstag den 4. August etwa 3000 Mann, darunter die dritte Schwadron des Reiter-Regiments aus dem Dampfer H. H. Meyer.

Loudon, 24. Juli. Ein hervorragendes Mitglied des diplomatischen Korps versichert, daß die Leitung der eng­lischen auswärtigen Politik sehr betroffen ist über die Haltung der Washingtoner Regierung gegenüber den jüngsten Beschwichtigungen der Chinesen. Die Leichtgläubigkeit des leitenden amerikanischen Staatsmänner wird an amtlicher Stelle deshalb namentlich mit Unwillen betrachtet, weil dies die Chinesen zu der Neberzeugung bringen muß, daß die gerühmte Solidarität der Mächte mit leichter Mühe wirksam zu erschüttern ist. Die hiesige chinesische Ge­sandtschaft teilt mit, sie habe von dem Vizekönig in Nanking ein kaiserliches Dekret vom 18. Juli übermittelt erhalten, worin Befehl gegeben war, die Mörder des Barons v. Kettler zu fangen, und erklärt, daß die anderen Ge­sandten in Sicherheit seien. Die Gesandtschaft erklärt, sie habe das größte Vertrauen in das kaiserliche Edikt. Jeder Zweifel sei Unsinn. In offiziellen politischen Kreisen herrscht Zweifel an der Glaubwürdigkeit der letzten Meldung.

Loudon, 24. Juli. Der hiesige chinesische Vertreter hat ein Telegramm des Tac Tai Sheng erhalten, worin dieser berichtet, daß das Tsung-Li-Damen einen Be- amten entsandt hat, um Unterhandlungen mit den

fremden Vertretern anzuknüpfen. Der Sekretär Dang-Lu wird dem Tsung-Li Damen eine Petition unter» breiten, in der die Regierung ersucht wird, die fremden Vertreter nach Tientsin zu entsenden in der Hoffnung, daß die militärischen Operationen aus diese Weise eingestellt wurden. Die Gesandtschaft berichtet, die fremden Ge­sandten in Peking seien bereits nach Tientsin unterwegs. Die Exchange Telegraphen-Kompagnie erhielt etn Telegramm des Sekretärs der chinesischen Ge- sandschast des Inhalts, die Gesandten in Peking find in Sicherheit und werden unverzüglich nach Tientsin abreifen.

Lo n d on, 24. Juli.Daily Mail" meldet aus Shang­hai, ein hoher Beamter dieser Stadt sei von einem andern Beamten aus Kanton unterrichtet worden, daß die Euro­päer in Peking eine Anzahl Läufer mit Nachrichten Anfangs Juli nach der Küste abgeschickt hätten, daß die­selben aber unterwegs abgefangen und getötet wor­den seien.

Wien, 24. Juli. Aus Warschau wird berichtet, daß die erste und zweite Schützenbrigade, sowie die erste und zweite Artilleriedivifion mobilisiert wurden und demnächst nach China abgehen.

Rom, 24. Juli. Sämtliche Blätter widmeten den in Genua eingetroffenen Truppen des deutschen Ex­peditions-Korps schwunghafte Begrüßungs-Artikel und sind erfreut, daß auf sämtlichen italienischen Stationen, welche die Soldaten passiert haben, an den Verbrüderungs- Szenen nicht allein das Militär, sondern auch die Zivil- Bevölkerung sich beteiligt hat.

Ter Krieg irr Südafrika.

Feldmarschall Roberts telegraphiert aus Pretoria vom 22. d. M.: Die Buren schlossen heute eine Bahn­station 23 Kilometer östlich von Heidelberg ein, machten einen energischen Angriff auf sie und suchten sie zu zer­stören. Der Ort wurde von zwei Kompagnieen Dubliner Füsiliere, nebst Bahnbeamten und Deomanry verteidigt. General Hart rückte alsbald von Heidelberg zur Unter­stützung aus. Die Buren waren jedoch bei seinem Ein­treffen schon zurückgeschlagen. Ferner telegraphierte Lord Roberts aus Pretoria, (wahrscheinlich über Natal) vom 22. Juli, daß Lord Methuen den Feind mit schweren Verlusten bei Oliphantsneck zerstreute, Rustenburg be­freite, und sich sodann mit Baden-Powell ver­einigte.

General Broadwood meldet über Honingsprmt- Kronstadt: Ich verfolge das Kommando De Mets seitdem 16. Juli und wurde am 19. Juli in ein heftiges Gefech t bei Palmietfontein verwickelt. Der Eintritt der Dunkel­heit verhinderte die Verfolgung des Feindes. Der Verlust der britischen Truppen beträgt 5 Tote und 16 Verwundete. Der Feind zog sich in der Nacht schnell nach Paardekraal zurück. Man glaubt, das Kommando bestehe aus 2000 Mann mit vier Kanonen und stehe unter dem Befehl Stejns und der beiden De Mets. n

Eine Depesche Kelly-Kennys aus Bloemfontein vom 22. Juli besagt: Die Eisenbahn wurde in der letzten Nacht nördlich von Honingspruit a bgeschnitten. Sin Hilfszug mit 100 Hochländern wurde vom Feinde erobert. Hier traf die Meldung ein, daß eine bedeutende feindliche Truppen-Abteilung aus Honingspruit vorrückt. Mit Pre­toria ist jede Verbindung unterbrochen. Die 2. und 3. Kavallerie-Brigade verfolgten den Feind.

Aus Bethlehem wird vom 22. ds. gemeldet: Eine Erkundigungsabteilung mit einer Batterie Artillerie stieß gestern 10 Meilen westlich von Bethlehem auf eine starke Stellung des Feindes. Es folgte ein Gefecht. Die britische Streitmacht war nicht stark genug, die Buren von den von ihnen besetzten Hügeln zu vertreiben; sie be­setzte ein Kopje, wurde aber bei Eintritt der Dunkelheit zum Rückzüge gezwungen und verlor einen Offizier und 9 Mann. Zurzeit finden kleinere Ge­fechte auf den Hügeln in der Nähe der Stadt statt.

Ans Lonrenzo Marques sind, wie denCentral-News" gemeldet wird, vier deutsche Offiziere, die dem Präsi­denten Krüger in militärischen Dingen Rat erteilten, ein­getroffen. Sie haben Befehl erhalten, sich nach China zur Dienstleistung zu begeben. Der Gesundheitszu­stand der Offiziere ist infolge der Strapazen, denen sie sich im südafrikanischen Kriege haben unterziehen müßen,, kein besonders guter.

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Telegramm des Gießener Anzeigers.

London, 24. Juli. Die heutigen Morgenblätter kriti­sieren aufs Schärfste die Lage in Südafrika.Daily- Mail" fragt, wie es möglich sei, daß 50000 Mann englischer Truppen gegen 5000 Buren unter Be­fehl gesetzt, solange kämpfen müssen, um diese zu unterwerfen.

Deutsches Reich.

Berlin, 23. Juli. Aus Molde, 23. Juli, meldet der kratzt: Der Kaiser besichtigte am' 20. d. den Dampfer Auguste Viktoria" und lud einige an Bord befindliche Preußische .Herren und Damen zur Frühstückstafel. Am 21. machte der Kaiser zwei lange Spaziergänge an Land und nahm den Vortrag der Vertreter der Kabinette entgegen. Heute unternahm der Kaiser bei herrlichstem Wetter eine Partie nach Romsdal. An Bord ist alles wohl. Weiter­hin wird uns ans Bergen gemeldet: DieHohen- zollem" ist hier eingetroffen. Sie nimmt morgen Kohlen ein und reift übermorgen früh nach Bremer­haven ab.

Aus Homburg v. d. H. wird gemeldet, daß die Kaiserin entgegen den ursprünglichen Absichten diesen Badeort vorläufig nicht wieder auf suchen wird. Die jüngeren kaiserlichen Prinzen und Prinzessin Viktoria Luise bleiben bis Anfang August in Homburg.

Die erneut auftauchenden Meldungen, daß der Kaiser am 18. August in Wien den Kaiser Franz