Ausgabe 
25.7.1900 Zweites Blatt
 
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Joseph zum 70. Geburtstage persönlich beglückwünschen I werde, entspricht nicht den Thatsachen. Die Mitglieder der hiesigen österreichisch-ungarischen Botschaft sind bereits ver­ständigt worden, daß sie am 18. August Gäste des Kaisers Wilhelm sein werden.

Wie diePost" erfährt, wird sich der Reichskanzler Fürst H oh en lohe demnächst nach Werki begeben, um seinen dortigen Daushalt aufzulösen. Er hat U n t e r d e n Linden eine Villa gemietet, in der t>ie Einricht­ungen des Schlosses in Werki und die umfangreichen Sammlungen von Jagdtrophäen Aufstellung finden werden. .

Dem General der Infanterie, kommandierenden Ge­neral -es 18. Armeekorps v. Lindequist wurde vom Kaiser die Erlaubnis zur Anlegung des ihm verliehenen Großkreuzes des österreichischen Leopold-Ordens erteilt.

jTie Ernennung des Kapitäns v. Usedom zum Flügeladjutanten des Kaisers hat dieser der Ma­rine durch folgendes Telegramm bekannt gegeben:

In frischer Gesundheit ist Kapitän v. Usedom mit dem größten Teile des Landungskorps zu meiner Freude auf die Schiffe zurückgekehrt. Ter tapfere und umsich­tige Führer hat sich die Bewunderung aller, insbesondere des englischen und russischen Admirals erworben. Mei­nen kaiserlichen Dank ihm und allen, welche so mutig mitgeholfen shaben, Lorbeeren um meine junge Marine zu ischlingen. Ich ernenne denselben zu meinem Flügel- Adjutanten." 1

Der Senatspräsident am Oberverwaltungsgericht, Peters, wurde zum Ministerialdirektor im preuß. Ministerium des Innern und Wirkt. Geh. Ober- Regierungsrat ernannt.

Die Betriebseinnahmen der preußi­schen Staatseisenbahnen betrugen im Juni 107,8 Millionen Mark, d. h. 12,9 Millionen Mark mehr als im Juni vorigen Jahres, oder auf 1 Kilometer 3880 Mark, d. i. eine Zunahme gegen das Vorjahr um 375 Mark. Die Einnahmen avs dem Personen- und Gepäckverkehr erhöhten sich.gegen das Vorjahr um 8,87 Millionen auf 40,9 Millio­nen Mark, aus dem Güterverkehr um 4,08 Millionen auf 70,53 Millionen Mark. In den ersten beiden Monaten dieses Etatsjahres wiesen die Gesamteinnahmen mit 399,9 Millionen eine Mehreinnahme von 25,38 Millionen gegen denselben .Zeitraum des Vorjahres auf. Die Einnahmen auf 1 Kilometer' betrugen in diesem Zeitraum 11,214 Mk., d. i. ein Mehr gegen das Vorjahr von 699 Mark. Aus dem Personen- und Äepäckverkehr ergaben die Einnahmen mit 104,7 Millionen eine Mehreinnahme gegen das Vorjahr von.9,1 Millionen und aus dem Güterverkehr mit 215,57 Millionen eine Mehrsinnahme von 16,08 Millionen Mark.

Die Frage der gesetzlichen Regelung der Hausarbeit in ber Zigarrenfabrikation geht nunmehr ihrer LösunH entgegen. Nachdem im Frühling dieses Jahres eine Anordnung aus dem Reichsamt des Innern im westfälischen Judustriebezirk Studien über die Verhältnisse der Hausindu strie in der Zigarrenfabrikation namentlich in Hinsicht au st' die Zustände der Wohn- und Arbcitsräume der Hausarbestter gemacht hatte, wurde das Reichsgesundheitsamt mit eiiier Begutachtung betraut, die jetzt an maßgebender Stelle ^vorliegt. Die Vorschläge des ~küarntce» *Tvchjen den Beteiligten zur Stel­lungnahme bekannt gegeben, und es ist zu erwarten, daß zu dem Behufe eine Anhörung von Sachverständigen aus dem deutschen Tabakgewerbe vom Reichsamt des Innern angeordnet wird. Es dürfte insbesondere in Betracht kom­men : Die Kinderarbeit, die Beschaffenheit der Wohn- und Arbeitsräume und die Ueberwachung der Durchführung der zu erlassenden Vorschriften. Die Forderung der Min­dener Handelskammer, daß minderjährigen Personen die Zulassung als selbständige Hausarbeiter verwehrt werde, soll als undiskutierbar aus den weiteren Erörterungen aus­scheiden.

Stettin, 23. Juli. Der Reichstags- und Landtags­abgeordnete für den Wahlkreis Randow-Greifenhagen, von Manteuffel, ist Samstag gestorben.

C r o n b e r g, 23. Juli. Der Kronprinz von Griechenland ist gestern abend von Schloß Friedrichs- hof auf etwa 14 Tage nach England zum Besuche der Königin ab gereist.

Ausland.

London, 23. Juli. Das Kolonialamt erhielt ein direktes Telegramm des Oberst Wilcocks aus Kumassi, das die Nachricht bestätigt, daß die Stadt durch die unter seinem Befehl stehenden Truppen befreit wurde.

Im Oberhause wurde die zweite Lesung der Bill betr. das Verbot der Ausfuhr von Waffen angenommen. Durch die Bill wird die Königin ermächtigt, die Ausfuhr von Waffen und Munition zu verbieten, wenn immer das Verbot angebracht und gehalten ist, zu verhindern, daß diese Waffen und Munition gegen britische Truppen oder mit ihnen kämpfende Truppen verwendet werden.

Konstantinopel, 23. Juli. Der Dragoman des französischen Konsulats in Kirk Kilise wurde von Räubern entführt. Dieselben verlangen 4000 türkische Pfund Lösegeld. Der französische Botschafter that sofort behufs Freilassung des Dragoman die nötigen Schritte bei der Pforte.

Der Zar verlieh dem 1. und 2. Sekretär des Sultans, Tahava und Izzet Bey, sowie dem Chef des Militärkabinetts, Marschall Schakir Pascha, den Großkordon des Annenordens in Brillanten. Der Umstand, daß vor einigen Tagen der Großvezier und der Minister des Aeußeren den Großkordon ohne Brillanten erhielten, be­weist, daß man in Petersburg den Personen im Palast weniger Bedeutung beilegt, als den Leuten auf der hohen Pforte.

Aus Stadt und Kund.

Siche«. 24. Juli 1900.

* Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordnetem Bersammlung am Donnerstag den 26. Juli 1900, nachmittags 3i/2 Uhr pünktlich, mit Fortsetzung am Freitag den 27. d. M. um dieselbe Stunde: 1. Ueberficht über die wirklichen Einnahmen und Ausgaben des Real­

gymnasiums und der Realschule für 1899/1900. 2. Die Rechnung der Stadt Gießen für 1899/1900; hier: Holz­abgaben aus der Hand. 3. Den Bau der Wieseckbrücke im Zuge der Goethestraße; hier: Abrechnung. 4. Den Bau der Wieseckbrücke im Zuge der Moltkeftraße; hier: Abrechnung. 5. Anlage eines neuen Friedhofes; hier: Dekretur einer Kostenrechnung und Anlage eines Parallel­weges. 6. Unterkellerung der Veranda am Forsthaus zur Hochwarte. 7. Die Ortsfeuerlöschordnung; hier Anschaffung von Löschgeräten. 8. Die Stallmeisterwohnung; hier: aus gäbliche Verrechnung von Ausfall an Miete. 9. Gesuch des Moses Keßler um Erlaubnis zur Erbauung einer Feld­scheuer an der Kreisstraße nach Wismar; hier: Dispens. 10. Erbauung eines Uebernachtungsgebäudes an der Frank­furterstraße seitens der Eisenbahnverwaltung; hier: Dispens. 11. Baugesuch des Balthasar Pitz für den LöberShof; hier: Dispens. 12. Vergebung der Zinsen aus der Wilson- Stiftung. 13. Ableben des Rechtsanwalts L. Labroiffe; hier: Vermächtnis desselben. 14. Erlaß eines Ortsstatuts gemäß Art. 7 des Gesetzes, die Gesindeordnung betr., vom 17, Juli 1899. 15. Erlaß einer Polizeiverordnung über die Benutzung der Trottoirs in der Provinzialhauptstadt Gießen. 16. Gesuch deS Karl Rühl um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Brandgasse Nr. 7. 17. Des' gleichen des Joses Rüfing im Hause Bahnhofstraße 80. 18. Desgleichen der Elisabeth Sorgenfrei im Hause Neu stadt 14

* * Von der Universität. Die Herren Goetschy und Shawcroß sind vom 1. Oktober d. I. ab auf zwei weitere Jahre mit den Lectoraten für französische und englische Sprache betraut worden.

* Auszeichnung. Dem Gerichtsvollzieher Rollen- Hagen, seither Bezirksfeldwebel beim Landwehrbezirk Fried­berg, wurde das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

* Das Gießener Schützenfest hatte auch gestern seine Anziehungskraft bewahrt. Aus den Schießständen war die Beteiligung am Schießen auf alle Scheiben, Feldmeister­scheibe (freihändig) 300 Meter, Standmeisterscheibe (frei­händig) 175 Meter, Standmeisterscheibe (aufgelegt) 100 Meter und laufende Wildscheibe, äußerst rege, und bis zu Einbruch der Dunkelheit knallte es recht lebhaft. Auch die Volksbelustigungen erfreuten sich wieder eines recht guten Besuches. Heute abend findet das Fest seinen Abschluß. Das Schießen endet um 6 Uhr. Um 8 Uhr erfolgt die Preisverteilung. Zu jeder Scheibengattung kommen zwei Drittel aller Einlagen zur Verteilung. Das Volksfest wird heute nachmittag und abend fortgesetzt.

* Liebesgaben für unsere Truppen. Wie wir erfahren, hat die Firma C. Klingspor hier den nach China aus« rückenden Truppen 10 000 Zigarren zur Verfügung gestellt. Die den wackeren Kriegern jedenfalls hoch willkommene Gabe kam heute zum Versandt.

- tz. Oppershofen, 23. Juli. In verflossener Nacht wurde in dem Laden des Kaufmanns Johannes Rolly ein Einbruchs-Diebstahl verübt. Der Einbrecher drückte an einem in den Laden führenden Fenster eine Scheibe ein, schob den inneren Riegel zurück, öffnete eS alsdann und gelangte so in den Laden. Hier erbrach er die Ladenkaffe, nahm die ganze Schublade nebst einem darin befindlichen Geldkästchen an sich und verschwand. Am andern morgen fand man die Schublade nebst dem entleerten Geld­kästchen in dem Chausseegraben nach Rockenberg zu. Der gestohlene Kassenbestand betrug ca. 30 Mark. Von dem Thäter fehlt noch jede Spur.

- oe. Nösberts, 22. Juli. Der 22jährige Landwirt Eurich von hier, z. Z. in Weid-Moos, siel beim Kirschen­brechen so unglücklich vom Kirschbaum, daß er einen schweren Beinbruch davon trug.

- 1. Wünschen-Moos, 23. Juli. Ein hiesiger Landwirt war heute mit Heuholen beschäftigt. Beim Zusammen­winden des HeubaumeS vorne hinter den Pferden schlug das eine Pferd aus und traf den Mann derart, daß ihm beide Beine gebrochen wurden. Er wurde alsbald auf einem Wagen in das Krankenhaus nach Lauterbach überführt.

Büdingen, 22. Juli. Am 3. Mai 1901 sind seit der Begründung des hiesigen Gymnasiums dreihun­dert Jahre verfloffen. Vielen, namentlich den srüheren Schülern der Anstalt, wird es erwünscht sein, diesen Tag durch eine größere Feier zu begehen. ES werden deshalb alle, die an der würdigen Gestaltung derselben ein Interesse haben, von Bruno Fürst zu Isenburg und Büdingen und Gymnasialdirektor Dr. Mohr, zu einer Besprechung hier­über eingeladen, die am Mittwoch den 25. d. M. abends Si/2 Uhr im Saale des GasthausesZum Stern" statt- finden soll.

- nn. Darmstadt, 24. Juli. (Tel.-Meld. d.Gieß. Anz.") Der vom Fürsten zu Isenburg und Büdingen für die Psarr- stelle in Wolf, Dekanat Büdingen, präsentierte Pfarramts­verwalter Karl Goebel ist vom Großherzog als Pfarrer für diese Stelle bestätigt worden.

Mainz, 23. Juli. In den letzten Tagen sanden im hiesigen Güterbahnhof interessante militärische Uebungen statt; eS handelte sich um das rasche Ein- und Ausladen von Kriegsmaterial aller Art, und es waren auch Mannschaften aller Waffengattungen bei diesen Arbeiten vertreten. Es war erstaunlich, in welcher verhältnismäßig kurzen Zeit die schweren Geschütze aus die Waggons geladen wurden und zum Abfahren bereit standen. Bei diesem Manövrieren wurden offene und geschlossene Güterwagen verwendet.

Garbeuheim, 22. Juli. Ein trauriges Geschick hat in vergangener Woche die Familie des Bergmanns Ludwig H a r t e r t heimgesucht. Als Harten, der am Freitag um 12 Uhr von der Schicht heimgekommen war, morgens gegen 3 Uhr erwachte, fand er seine Frau, die er vorm Einschlafen noch in ihrem Bette gesehen, nicht mehr vor. Da Frau Hartert in letzter Zeit Neigungen gezeigt hatte,

die auf eine Trübung ihres Geisteszustandes und Schwermut hindeuteten, wurde der Mann ängstlich und begab sich auf die Suche. Seine Bemühungen waren jedoch zunächst ver­geblich, bis sich am Samstagnachmittag, wo die Leiche in der Lahn an der Naunheimer Grenze gefunden wurde, die schlimmsten Befürchtungen als gerechtfertigt erwiesen.

Wetzlar, 22. Juli. Landratsamtsverwalter Dr. Sar­torius brachte am Schluffe des letzten KeiStagSeffenS einen Brief des Forstmeisters Busold in Krofdorf zur Verlesung, wonach die immer noch vielfach im Kreise gewünschte Er­richtung eines Bismarckturmes auf dem Stoppelberg, der dem Fiskus gehört, als gänzlich ausgeschlossen bezeichnet wurde, da mit Rücksicht auf die Gefährlichkeit der Bismarck­feuer für den umliegenden Waldbestand der Fiskus sich zur Hergabe deS Berggipfels nicht bereit finden lassen könne. Erwägt man weiter, daß die Errichtung deS Bismarck­turmes auf dem Stoppelberg mindestens 25 000 Mk. kosten würde, während der Ausbau derGarbenheimerW»rte nach dem zwar einfachen, aber geschmackvollen und charak­teristischen Plan des Herrn Kreisbaumeisters Witte mit 5500 Mk. zu erreichen ist, so dürften auch die letzten Zweifel schwinden, die bisher gegen die Garbenheimer Warte laut geworden sind. Daß bei der Auswahl dieses Punktes für den Bismarkturm nicht etwa Stadtwetzlarer Sonderinteressen ausschlaggebend gewesen find, wie viele argwöhnen, geht schon daraus hervor, daß, von einzelnen abgelegenen Häusern abgesehen, die Garbenheimer Warte von keinem Punkt der Stadt Wetzlar selbst sichtbar ist. Die Garbenheimer Warte, inmitten des Kreises gelegen, von fast allen Bürgermeistereien sichtbar und von allen Seiten leicht erreichbar, ist nach ihrer Umgestaltung zu einem Bismarck­turm künftig der gegebene Platz zur Abhaltung vaterländischer und sonstiger Feste für den ganzen Kreis.

* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In der Gemarkung Flonheim wurde die Leiche eines Soldaten des 118. Jnf.-Regts. aufgefunden. Der Soldat hatte sich erhängt. Wegen Betrügereien beim Wein­handel wurde ein ehemaliger Weinhändler aus G aualges- heim, der nach Amerika geflüchtet war und vor Kurzem wieder zurückgekehrt ist, verhaftet. Zur Unterstützung der auswandernden rumänischen Juden hat sich in Darmstadt unter dem Vorsitz deS Herrn Ludwig Trier ein Komitee gebildet, das Sammlungen in die Wege leiten wird. In Gelnhausen erschoß sich eine wegen Zechprellereien ver­folgte Frau, als ihre Verhaftung bevorstand. In Ruhla (Thüringen wurde am Sonntag unter großen Feierlichkeiten im Dichterhain des Ruhlaer Waldes das Denkmal für den 1895 in Main z verstorbenen Kompo­nisten und Kapellmeister Friedrich Lux enthüllt. Lux war ein geborener Ruhlaer und Ehrenbürger dieser Stadt. Seine bedeutendsten Werke sind die Opern:Käthchen von Heilbronn",Der Schmied von Ruhla" undDie Fürstin von Athen". Lux war lange Jahre Kapellmeister des Dessauer Hof- und des Mainzer Stadttheaters. Der Ri mber g-Turm, dessen Herstellung der Oberhessische Touristenverein den Hauptteil seiner Thätigkeit in der letzten Zeit gewidmet hat, ist am Sonntag dem Publikum zur Benutzung übergeben worden. Machte auch der Himmel am Morgen noch ein recht trübes Gesicht, so hatte es sich doch eine sehr große Zahl von Marburgern nicht nehmen lassen, der Einweihungsfeierlichkeit beizuwohnen. So führte denn der Mittagszug 2.01 Uhr eine stattliche Zahl von Festteilnehmern nach Caldern bezw. Brungershausen, den Stationen, die für einen Aufstieg zum Rimberg am günstigsten liegen.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Gie-e«, 24. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.901.20, Hühnerer-r per St. 67 4, 2 St. 1113 Enteneier 2 St. 1416 Gänst- eiet per St. 1112 Käse 1 St. 58 Käsematte 2 St. 56 Erbsen per Liter 22 Linsen per Liter 32 Tauben per Paar

X 0.750.90, Hühner per St. X 1.202.00, Hahnen per Stück X 0.701.30, Enten per St. X 2.002.20, Gänse per Pfund X 0.000.00 Ochsenfleisch per Pfd. 6874 H, Kuh- und Rindstch 2 per Pfd. 6264 ,4 Schweinefleisch per Pfd. 5070 H, Schweim« fleisch, gesalzen, per Pfd. 74 Kalbfleisch per Pfd. 6466 HammeHeisch per Pfd. 5066 H, Kartoffeln per 100 Kilo 4.00 biZ 5.00 X, Weißkraut per St. 0000, Zwiebeln ver Etr. X 8.009.03, Milch per Liter 16 H. Kirschen per Pfund 1215

Keuche Meldungen.

Berlin, 24. Juli. Bei derStaatsbürger- Zeitung" fand gestern wieder eine Haussuchung statt. Eine Nummer des Blattes wurde beschlagnahmt mit der Begründung, daß in derselben eine Aufreizung zum Klaffenhaß enthalten sei.

Dresden, 24. Juli. Der sechste deutsche GabelS- befigers'che Stenographentag beschloß, eine Revision des Systems vorzunehmen. Es wurde zu diesem Zwecke eine zwölsgliederige Kommission gewählt und für 1902 ein außerordentlicher Stenographentag nach Berlin einberufen. Ein Antrag des Vereins Wien auf Einigungsbestrebungen mit anderen Systemen wurde abgelehnt.

London, 24. Juli. Oberst Wilcot sandte einen längeren Bericht an Chamberlain über die Entsetzung von Kumassi. Er berichtet, daß am 15. Juli abends er in die Stadt eingedrungen ist, und daß er das Lager der Rebellen zerstört habe. Der Oberst verließ Kumassi am 17. Juli mit den Ueberreften der früheren Garnison, die sich in einem erschreckenden Zustande befand.

Paris, 24. Juli. Der Minister des Innern hat die Nr. 27 des österreichischen WitzblattesDer Floh" wegen eines den französischen Kriegsminister beleidigenden Bildes beschlagnahmen lassen.

Warschau, 24. Juli. Hier haben in den letzten Tagen Massenverhaftungen politischer Natur statt- gesunden.