der russischen Gesandtschaft ermordet sind, die kaiserliche Residenz in Peking dem Erdboden gleich zu machen.
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Bon dem mit den übrigen Europäern in Peking ein- geschlossenen Professor v. Bruen wird jetzt in der Schles. Ztg. ein neuer Bries veröffentlicht, der, obgleich oder weil er vom 27. Februar datiert ist, besonderes Interesse in Anspruch nimmt. Die auf die Revolution sich beziehende Stelle des Brieses lautet:
„Was einem aber jetzt vor allen Dingen das Dasein verbittert, da- sind die hiesigen politischen bezw. sozialen Verhältnisse, die sich in letzter Zeit geradezu in erschreckender Weise zugespitzt haben und mich veranlassen, trotz meiner Abneigung vor derartigen Publikationen hierüber nach Europa zu berichten — wenn es nicht schon zu spät ist. Solange ich in China bin, waren stets Aufruhr im Lande, Mtssionarmorde xx. dergl. an der TageSordnnng. Jetzt stehen wir unmittelbar vor dem großen Kladderadatsch! Taut va la cruche ä l’ean qu’ & la fln olle bo briso Ich begreife nur nicht die Kurzsichtigkeit der fremden Negierungen in ihren hiesigen Vertretungen. Gestern waren allerdings vier Gesandte (bet deutsche, der englische, der amerikanische und der französische) im Tsungliyamen und haben Radau gemacht, und doch bin »ch überzeugt, daß sie sich wieder mit leeren Versprechungen werden abspeisen lassen, bis es zu spät ist! Ich bin kein Politiker, dazu habe ich keine Zeit; ich stehe aber mitten im Leben drin und halte Fühlung mit den Chinesen, sodaß ich die Situation vielleickt besser überschauen kann wie mancher andere, der ausschließlich |u diesem Zwecke hier ist. Es würde zu weit führen, dies alles aus- etnqnderzusetzen, nur soviel: Wenn die Mächte nicht schleunigst energisch eingreifen, wird China in Kürze ein großes Leichenfeld sein. DaS 1000jährige morsche Reich liegt in den letzten Zügen."
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Telegramme deS «tztetzeuer Anzeiger-.
Berlin, 23. Juli. Der nächste Ersatz der für China bestimmten Truppen wird nicht auS den Reihen der Angehörigen der deutschen Armee entnommen werden, sondern aus der Schutztruppe für Deutsch-Ostasrika. Zumeist sollen farbige Angehörige dieser Truppe nach China entsandt werden, die das Klima besser vertragen können und in militärischer Hinsicht den deutschen Soldaten nicht nachstehen. Als Ersatz für diese sollen Freiwillige aus der deutschen Armee nach Deutsch-Ostasrika entsandt werden.
London, 23. Juli. Ein Telegramm aus Tschisu berichtet, daß der Kapitän eines englischen Kriegsschiffes, das aus Niutschwang zurückgekehrt war, einen dortigen Chinesen gesprochen habe, der versicherte, in dem Dienst eines Europäers gestanden zu haben. Derselbe erklärte, Peking am 12. dS. verlassen zu haben. An diesem Tage sei die englische Legation zerstörtund sämtliche Fremden getötet worden.
London, 23. Juli. Die Konsuln haben Einwendungen gegen den Vorschlag erhoben, weitere Truppen landen zu lassen außer in dringendster Rot, weil solche Landungen Zwischenfälle und Zerwürfnisse mit den Machthabern am ^)angtsekiang herbeisühren müßten.
London, 23. Juli. Die Blätter in Canton versichern, die gefürchteten Schwarzflaggen, denen befohlen war, nach, Peking zu kommen, hätten nunmehr Gegenbefehl erhalten. Man schließt daraus, daß die chinesische Regierung Versuche macht, die Verbindung mit den Großmächten wieder anzubahnen. e
London, 23. Juli. Das Kriegsamt hat an die eng lischen Infanterie und Artillerie-Kommandanten in Tientsin Telegramme gerichtet, worin sie ersucht werden, 'bei den übrigen europäischen Befehlshabern dahin ein- zuwirken, den sofortigen Vormarsch gegen Peking zu beschleunigen.
London, 2. Juli. Aus Shanghai wird berichtet: Nach den Mitteilungen Eingeborener ist bei der Einnahme der Chinesen-Stadt von Tientsin ein Sohn Li-Hung-TschangS getötet worden.
Verona, 23. Juli. Gestern abeud 9 Uhr 15 Mm. ist die zweite deutsche Militärsendung hier durch- gekommen. Zur Begrüßung der Deutschen waren Vertreter aller Truppenkörper am Bahnhofe, die in begeisterte Hochrufe ausbrachen. Die Mannschaften wurden reich bewirtet. Nach einem Souper der Offiziere beim £)foifion£' Kommandanten reisten die Deutschen weiter.________________
Der Krieg in Südafrika.
Londoner Blätter von Samstag melden aus Kapstadt vom 21. Juli: Lord Roberts griff mit einer großen Streitmacht Middelburg an. Es begann eine Schlacht. Präsident Krüger befindet sich inmitten der Burghers, die er ermahnt, biSzurEntscheidungzu kämpfen.
Lord Roberts meldet aus Pretoria vom 21. Juli: General Littleton stieß in der Nähe von Lindley am 19. Juli auf ein Bu r e n k o m m a u d o unter De We t, das Hunters Umschließung entschlüpft war. Das Gefecht dauerte bis zum Einbruch der Dunkelheit, wo der Feind -gwo »fen und in zwei Teile zersprengt wurde. Die Verluste Littletons sind klein. Fünf Buren wurden beerdigt. Weitere Nachrichten von Broadwood oder Hunter liegen nicht vor. Hamilton und M a h o n fetzten gestern, thatsächlich ohne Widerstand zu finden, ihren Marsch fort. Sie machten einige Gefangene und erbeuteten vier Wagen. Sie werden heute Pole Carew in der Nähe von Ecrsten fabriken die Hand reichen. Eine Abteilung des Feindes brachte zwischen Krügersdorp und Potsch>esstroom am 19. Juli einen Zug zur Entgleisung, der 21 Kranke und zwei Offiziere nach K'rügersdorp bringen sollte. Einzel heilen fehlen noch.
Die Meldung Roberts, er habe die Truppen de Wets «USeinandergesprengt, ist keineswegs als ein Erfolg anzusehen ; denn diese Zersprengung bedeutet tveiter nichts, als eine Erneuerung der Burentattik, sich beim .Herannahen überlegener englischer Trappen zu zerstreuen, um an einer anderen Stelle sich wieder zu sammeln und zum Angriff überzugehen.
Lord Roberts hat dem General Botha mitgeteilt, daß er nicht mehr die Frauen und Kinder, berrn Männer und Väter gegen ihn kämpften, unterstützen könne. Infolgedessen sollten 1000 Burenfrauen nnd Kinder am 19. Inti aus Pretoria entfernt und nach einem Orte jenseits Eersten^ Fabrieken gebracht werden, wo General Botha sie in Empfang nehmen sollte. Die Lebensmittel der Engländer in Pretoria scheinen demnach sehr knapp zu sein.
Durch einen Kriegsrat der Buren ist bekanntlich jüngst der Kommandant Snyman abgesetzt und degradiert worden. Der Grund dafür ist, daß er den Feld- koruet Eloff, der mit 200 Mann in Maseking eingedrungen war und die wichtigste Position der Stadt bereits in seiner Macht hatte, schmählich« im Stiche gelassen hat. Statt ihm zu Hilfe zu eilen, marschierte Snyman mit seinem Kommando einfach ab, und überließ Elofs seinem Schicksal, der sich dann aud} ergeben mußte und die Rolle des Siegers mit der des Gefangenen vertauschte. Snyman hat sich zwar zu entschuldigen gesucht und behauptet, Eloff hätte den ihm gegebenen Instruktionen zuwider gehandelt und sei gegen seinen ausdrücklichen Befehl und voreilig zum Angriff geschritten, allein er scheint keinen Glauben gefunden zu haben, da sein Verhalten kurzweg aus Eifersucht auf Eloff abgeleitet wird. Hätte man, wie ein holländisches Blatt sagt, von Anfang an eine schärfere Sichtung unter den Anführern der Bnren vorgenommen und unfähige und unzuverlässige Elemente bei Zeiten entfernt, dann stände es um die Sache der Republiken heute wahrscheinlich anders. Man wird sich noch des burrffr einen „Zufall" ums Leben gekommenen Generals Fereira erinnern, bet bes Verrats überführt worben sein unb dem Cronje die Wahl gelassen haben soll, entweder selbst Hand an sich zu legen oder stanbrechtlich erschossen zu werben; Fereira habe ersteres gewählt; nach anberer Lesart sei bas Gewehr eines schlasenben Buren, ben Fereira bei seiner nächtlichen Runbe aufwecken wollte, losgegangen unb habe ben Korn- manbanten tätlich getroffen. Die Wahrheit barüber hat man aber nie vernommfn unb wirb sie auch wohl nie mehr vernehmen, aber bezeichnend ist es doch, daß der Vorwurf des Verrats von ben sübasrikanischen Blättern nicht mit der bei solchen Fällen sich beinahe von selbst ergebenden sittlichen Entrüstung zurückgewiesen worden ist. Tenn trotz aller Unfälle ist, den eben angeführten Fall ausgenommen, aus brr Mitte der Buren bas Wort „Verrat" noch nicht ausgesprochen worben. Wohl aber scheint man dort nach- gerabe zu ber Ueberzeugung gekommen zu sein, baß ein Teil ber Kommanbanten ben ihnen anvertrauten Posten keineswegs gewachsen gewesen ist.
Deutsches Reich
Berlin, 22. Juli. Aus Molbe wirb vom 20. b. M. gemelbet: Der Kaiser konnte gestern abenb noch einen Spaziergang unternehmen, verblieb aber heute wegen bes nassen unb kalten Wetters an Borb. An Bord ist alles wohl.
— Der Kaiser unb bie Kaiserin treffen am Sonntag ben 5. August mittag« in Bielefeld ein, um an ber Feier ber Enthüllung bes bem Großen Kurfürsten auf dem Sparenberge gesetzten Denkmals teilzunehmen.
— Nach einer Meldung aus Paris wurde am 20. d. Mts. Staatssekretär Gras PosadowSku vom Präsidenten Loubet empfangen. Der Audienz, die un- gefähr eine Stunde währte, wohnte auch der deutsche Geschäftsträger Legationsrat v. Schlözer bei. Graf Posadowsky nahm auch in Begleitung der Geheimräte Richter und Lewald, einer Einladung der Ausstellungsbehörden folgend, an den Flottenrevuen auf der Rhede von Cherbourg an Bord des Postdampfers „Touraine" teil.
— Staatssekretär Graf von Bülow hatte gestern eine Konferenz mit dem Reichskanzler.
— Gras Ballestrem hat, wie hiesigen Blättern aus Kattowitz berichtet wird, dem Vorstand des Kameradschaftlichen Vereins seiner Arbeiter mitgeteilt, daß dieser alljährige Zuwendungen aus den Ueberschüssen seines Grubenbetriebes erhalten solle. Die diesjährige Zuwendung soll 100,000 Mark betragen, die als Sparkasseneinlagen für die Arbeiter verwendet werden.
Ausland.
Brüssel, 22. Juli. Heute nachmittag nahm ber König im Beisein ber Regierung von der Provinzial- behörbe in ber Ebene von Thurn unb Taxis ben erstes Spatenstich für bie Brüsseler See ha f e n a r b e i t e n vor. Die Arbeit wirb voraussichtliche fünf Jahre beanspruchen.
Paris, 22. Juli. Der Radikal" meldet aus Chambery einen neuen militärischen Skandal. Am Abend des IG. Juli manifestierten mehrere Leutnants des dortigen Infanterie-Regiments in grober Weise gegen den Präsidenten der Republik und das M i n i ft e r i u m. Die Untersuchung wurde eiiigelettet.
Lissabon, 22. Juli. Hier verlautet nachträglich, der Mörder des englischen Konsuls in Beira sei nicht amerikanischer, sondern deutscher Nativna l i t ä t. Der K o u s il l a t s s e k r e t ä r ist gleichfalls schwer verwundet.
Fiume, 22. Juli. Der Kaiser machte dem englischen Bice Admiral Fisher sein Porträt mit eigenhändiger Unterschrift zum Geschenk.
Belgrad, 22. Juli.' In einer Proklamation an das Volk kündigt König Alexander seine gestern erfolgte Verlobung mit Frau Draga Maschin, einer ehemaligen Hofdame der Königin Natalie, an. Diese Frau ist Witwe und entstammt dem alten Wojowodeu-Geschlecht der Lunjevicas. Ihr Vater spielte seinerzeit eine hervorragende Rolle. Das MU n i st e r i a m hat d e m i s s i o n i e rt. Der König hat me Demission des Kabinetts a n g e n o m m e n. E^ bevref Den liberalen Führer Avachmovic, sowie den Fortschrittler Jta- jovie. Ein parteipolitisches Ministerium gilt für ausge- schlossen.____________________________ •
Aus Stadt und Land.
Sieben, 23. Juli 1900.
♦* Rektor und Senat der Technischen Hochschule zu Darmstadt haben, wie wir bereit« in unserer Nr. 168 2 Blatt mitteilten, gegen sämtliche bei der Gutenbergs ei er in Mainz beteiligt gewesenen Darmstädter Studierenden wegen der mehrfach erörterten dortigen unliebsamen Vorkommnisse eine Untersuchung ein geleitet, deren saft völlig negative«
Ergebnis wir nach Ausführungen, die wir in ber „Darmst. Ztg." fanden, unseren Lesern zur Kenntnis brachten- Nun schreibt das genannte Darmstädter Blatt, daß jene Ausführungen vom Rektorat der Technischen Hochschule ausgegangen sind und gleichlautend an eine ganze Reihe von Zeitungen gerichtet waren, auf die Stellung der „Darmst. Ztg." aber keinen Bezug haben. Dadurch erscheinen uns ene Mitteilungen um so bemerkenswerter. Das Rektorat chiebt also „in einer ganzen Reihe von Zeitungen" mit den Worten „daß vorgekommene Ausschreitungen, und gerade die gröbsten derselben, irrtümlich Darm- tädter Studierenden zur Last g-egt worden sind",, auf Grund der von ihr geführten Untersuchung am andere ab. Einer „ganzen Reihe von Zeitungen" ging diese Aus- ührungen direkt zu, dem „Gießener Anzeiger" dagegen nicht! Wir können nicht umhin, zu wiederholen, daß durch diese Zeitungsnotiz des Rektorats im Interesse aller Mainzer Festteilnehmer weitere Untersuchungen zur dringendem Notwendigkeit geworden sind. — Zu derselben Angelegenleit wird uns aus Mainz geschrieben:
„Eine von dem Rektor und dem Senat der Technischen Hochschule in Darmstadt jüngster Tage in einer größeren Anzahl Zeitungen erlassene Publikation, nach der eine über die unliebsamen Vorgänge bei der Festfahrt zur Gutenbergseier angestrengte Untersuchung ergeben habe, daß die gegen die bei der Gutenbergseier anwesenden Studenten der Technischen Hochschule in Darmstadt in öffentlichen Blättern erhobenen Beschuldigungen grundlos und sehr übertrieben gewesen seien, hat hier in allen Kreisen, und nicht am wenigsten in denen, die Augen» zeugen der unschönen Auftritte waren, lebhafte Indignation hervor- gerusen. Mir blecht fragt man sich allenthalben, wie konnten der Rektor und der Senat der Darmstädter Hochschule ein solches Ergebnis einer Untersuchung als bare Münze aufnehmen und in die Oeffentlichkeit bringen, wenn auf der anderen Seite ernste, besonnene Männer in zum- Teil sehr hohen Stellungen, die mit ihren Augen die Vorgänge mit angesehen und ihre tiefste Entrüstung über das Benehmen der technischen Hochschüler allgemein unverhohlen zum Ausdruck gebracht haben. Man findet die Handlungsweise der Leiter der Technischen Hochschule um o weniger begreiflich, als eine Deputation der Darmstädter Hochschule keinen Anstand genommen hatte, bei dem Oberbürgermeister und den anderen in Mitleidenschaft gezogenen PersönlichkeUen schriftlich und mündlich in der de- und wehmütigsten Weise um Entschuldigung zu bitten."
** Das Gießener Schützenfest zu einem Volksfest zu gestalten, ist bem Schützenverein nach bem Ausweis ber Erfolge bes gestrigen Tages in jeber Weise gelungen. War Jupiter Pluvius mit seinem feuchten Segen bisher fast regelmäßig seststörenb dazwischen getreten, unb konnte er es gestern vormittag auch noch nicht lassen, ein wenig seinen Spaß zu treiben, so machte er sich hoch am Nachmittag ein besonberes Vergnügen daraus, seiner Rivalin Sonne ben Vortritt zu lassen. Entschieden hat er es biesmal gut mit unfern Schützenbrüdern gemeint, wenn er bie tropische Hitze ber letzten Tage um ein bedeutendes herabminberte unb bie Straßen vom lästigen Staub befreite. So glich benn auch am Nachwittag fdjion ber Zug nach bem Trieb einer kleinen Völkerwanderung. Der An- brang war besonbers gegen Abend so stark, daß mancher Besucher vergebens nach einem Sitzplätzchsen suchte. Auf bem Festplatze war noch am späten Abend ein äußerst lebhafter Verkehr. Der Tanzboden, an bem bie Friedberger Kapelle ihre frohen Weisen erklingen ließ, erfreute sich eines regen Zuspruchs. Aiuh, bie Karoussel- unb sonstigen Bubenbesitzer verschiebenster Art und besonders auch die Festwirte dürften gestern recht zufrieden gestellt sein. Die Beteiligung am Schießen, bas heute unb morgen fortgesetzt wird, war sehr rege. Die erzielten Resultate sind schon recht gute. Es wirb nicht nur auf Ring-, son- bern auch auf bewegliche Jagbscheiben mit Scheiben- unb Jagbbüchfen geschossen. An bem Schießen bürfen auch Nichtmitglieder gegen einen geringen Einsatz teilnehmen, ber im Verhältnis zu den zu erringenden Preisen, die im Saale des Schützenhauses öffentlich ausgestellt sind, als sehr minimal zu bezeichnen ist Das Schicen wird erst morgen abenb sein Ende finben unb nach Feststellung, ber Ergebnisse um' 8 Uhr bie Preisverteilung erfolgen. — Heute nachmittag um 4 Uhr hielt ber ^^öenverein, wit Musik einen großen Umzug burch bie Hauptstraßen ber Stabt. Um fünf Uhr begannen wieder oie Volks
belustigungen. r _ , .
-v- Heuchelheim, 22. Juli. Da« zweiteSymphonie- Konzert ber Familie Kruse fanb vor leider mäßig W suchten, Hause statt, was in Anbetracht der vorzüglichen Leistungen, die geboten wurden, sehr zu bedauern war. Jedenfalls dürfte die soeben herrschende Hitze manchen Musikfreund vom Besuche dieses Konzertes abgehalten haben. Besonbers gefielen auch biesmal wieder neben den Quartett- Vorträgen die beiden geschätzten Solisten, deren Können sich in immer hellerem Lichte zeigt. Hoffentlich nehmen unsere Konzertvereinigungen gelegentlich ^.^nlassung, diese treff- lichen heimischen Künstler zur sollst,schen Mitwirkung m unseren besseren Konzerten zu gewinnen. Man ist der festen Ueberzeugung, daß bei eintretender Abkühlung der Witterung auch der Besuch der Symphonie-Konzert-, deren nächste« am Freitag gegeben wird, sich heben wird.
’ X Klein-Linde«, 23. Juli. Gestern feierte der Ge- sangverein „Arivn" sein 10. Stiftungsfest- Obwohl da« Wetter am Bormittage regnerisch war, so heute e« sich doch bald aus, sodaß ein stattlicher Festzug sich »® 3 Uhr bei schönstem Wetter durch unser Dorf bewegen konnte. Aus dem Festplatz im Garten de« Gastwirt«. Hinterland angekommen, hielt der Dirigent Karcher die Festrede, die in ein dreifach donnernde» Hoch aus da«, deutsche Lied au-klang. Danach Ub-rg°b-n d.e Jungsra« » dem Vereine ein Fahn-ntragband. Präsident Deibel dankte im Namen de» Verein». Er brachte ein Hoch aus bie trauen unb Jungfrauen des Vereins aus. Nach dem B-Mßüng« Liede d-« f-stgeb.uden Vereins sangen di- -r- schicn-n-n Gesangvereine. Dann begann der Tanz. Mn fröhlicher Treiben herrschte aus dem geräumigen Festplatz. Die erschienenen Verein- waren: Eintracht-Gießen, Kon- kordia Wi-seck, Mntracht.Klein-Linden, SüngerkranzWatz-n- born Maschinenbauer-Verein-Gießen, Germania-Großen- i'inoen Turnverein ° Klein > Linden, Eintracht. Leihgestern, Jugendgrund-Wi-seck, Eintracht-Wi-seck, Harmonie.Kl-in- Linden Kriegerverein-Kleiw Linden und Sängerkranz-Wieseck Abend» um 10 Uhr sührte der Turnverein einen Fackel


