Ausgabe 
24.7.1900 Zweites Blatt
 
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Reigen auf und stellte einige Pyramiden. Dank der äußerst günstigen Witterung nahm das Fest den denkbar besten

Verlaus.

E. Echzell, 22. Juli. Gestern fand hier Bürger­meisterwahl statt, bei der sich der seitherige Bürger­meister R. und der frühere H. gegenüberstanden. 'Die Be­teiligung an der Wahl war eine verhältnismäßig rege; von ca. 425 Wahlberechtigten stimmten 306 ab. Von diesen 306 Stimmen fielen 273 Stimmen aus den seitherigen Bürgermeister R., 27 Stimmen auf H. und 6 Stimmen aus den Beigeordneten H. R. ist somit gewählt. Be­kanntlich ist unser Marktflecken uralt; es treffen hier drei Römerstraßen zusammen, die für die LimeSsorschung von hervorragender Bedeutung sind. Ein höherer Offizier aus Berlin inspizierte kürzlich die hiesige Gegend, und es sollen, sobald die Früchte abgeerntet sind, Nachgrabungen stattfinden, wobei Hofrat Kost er aus Darmstadt, der Schliemann Hessens, der vor einigen Jahren hochinteressante Ausgrabungen vorgenommen hatte sieheGieß. Anz." aus den Jahren 1897 und 1898 Mitwirken wird.

Friedberg, 22. Juli. An dem wirtschaftlichen Auf­schwung des Jahres 1899 hat nach, dem ersten Jahres­bericht der hier neu errichteten Handelskammer auch die hiesige Gegend Anteil genommen. Von besonderer Wichtigkeit waren für den in hohem Maße landwirtschaft­lich interessierten Bezirk die wiederholt guten Ern­ten der letzten Jahre. Aber auch Industrie und Handel blicken in der großen Mehrzahl ihrer verschiedenen Zweige auf günstige Ergebnisse zurück. Insbesondere entwickelte sich, die Bauthätigkeit in dem rasch ausblühenden Bad-Nauheim und in Friedberg befriedigend, so daß zahlreiche Unternehmer durch viele Privat- und eine größere Anzahl öffentlicher Bauten ausreichende Arbeit und lohnenden Verdienst fanden. Tie im Kammerbezirk durch zahlreiche mittlere und kleine Betriebe vertretene Mühlen-Jndustrie klagt sehr über die Konkurrenz der neu entstandenen Riesenmühlen am Rhein und Main und erhofft von der Einführung einer staffelförmigen Um­satzsteuer und Erhöhung der Frachten für Mehl eine wesent­liche Besserung ihrer Lage. Dieser Forderung widerspricht der Bericht. Wenn Mch die Lage der kleinen Müller durch die verschärfte Konkurrenz äußerst prekär geworden sei, so könne man doch in einer derartigen Umsatzsteuer (ge­fordert wird eine Skala von 1 bis 3() Pfg. pro Sack) kein kein Heilmittel für diese Industrie erblicken. Dagegen hält der Bericht eine radikale Reform des gänzlich "veralteten hessischen Gewerbe st euergesetzes für unbedingt er­forderlich, zumal die größeren Nachbarstaaten (Bayern und Preußen) ihre Steuergesetze in dieser Richtung bereits gründlich umgestaltet haben und Hessen sich bei seiner zen­tralen Lage hiervon nicht ausschließen könne. Auch sei eine Herabsetzung der Bahnfracht von Getreide gegen Mehl im Interesse der Kleinmüller zu befürwor­ten. Die im Bezirk Ebenfalls zahlreich vertretene Likör- und Branntwein-Industrie klagt lebhaft über den Spiritusring, der den Gewinn dieser Industrie auf ein Minimüm reduziere. Die /Entwickelung werde leider dahin führen, daß die Inhaber dieser zahlreichen, früher blühenden Betriebe hinfort nur noch als Agenten des Spi­ritusringes existieren können. Als großer Mißstand in der Branche wird die Kreditgewährung empfunden, da nahezu ohne Kreditbestimmung verkauft wird und Kre­dite von ein bis zwei Jahren gegeben werden. Gewünscht wird, daß die Bahnen für leere und gefüllte Korb­flaschen auch ohne eine nochmalige Extra-Verpack­ung derselben, für den etwa auf dem Bahntransport ent­stehenden Schaden Garantie übernahmen. Es habe sich seit einiger Zeit der Bahntransport dieser Gefäße mit Li­kören so sehr vermehrt, daß es nur recht und billig sei, dem bertreffenden Absender auch für nicht nochmals extra verpackte Korbflaschen entstehenden Schoden zu vergüten. Hinsichtlich (d!es Bahnverkehrs begrüßt der Bericht die langersehnte Einführung eines Tagesschnellzuges ab /Frankfurt 6 Uhr 5 Min. vormittags und ab Kassel 9 Uhr 40 Min. vormittags. Die überaus starke Frequenz habe das Bedürfnis nach diesen Schnellzügen aufs deutlichste bewiesen.

Mainz, 22. Juli. Der vom Sergeanten Walther von der 1. Kompagnie des Jnf.-RegtS. Nr. 117 er­schossene Soldat Heller von der 11. Kompagnie war elternlos. Von nächsten Verwandten besaß er nur noch einen Bruder. Dem traurigen Vorkommnis ging voraus, daß die 11. Kompagnie mit Schießen fertig war und von der 1. Kompagnie nur noch drei Mann zu schießen hatten. Ein Gefreiter und drei Mann der 11. Kompagnie bliebeu ßleich unten bei der Scheibe, um sie für die drei Mann der 1. Kompagnie zu bedienen. Der Gefreite hatte durch ornSpiegel zu beobachten, ob der Platz der Schützen frei sei, uuo außerdem hatte er die Zeichen fürScheibe frei" zu &et1 ?te*c8 pichen f°ö er nun angeblich noch nicht ge geben gehabt haben, als der Sergeant Walther den Schuß abgab. Die Kugel ging Heller durch die Brust und mit dem Ausruf:Au-au!" stürzte er zusammen. Inwieweit erne Verantwortlichkeit für den dienstthuenden Offizier vor- Negt, entzieht sich unserer Kenntnis. Die Militär'gerichtliche Obduktion der Lerche hat schon vorgestern nachmittag statt­gesunden. ö '

» ^richt erstattet worden.

Vom Miütargericht ist erne eingehende Untersuchung ein- geleitet. Der Schuß, durch den der arme Mensch sein iunaes Leben lassen mußte, ist aus einer Entfernung von 500 Metern abgegeben worden. Die Beerdigung fand gestern nachmittag vom Garnisonlazarett aus mit allen militärischen Ehren statt. An derselben beteiligten sich der Regiments-Kommandeur, Oberst Kutz en, sämtliche Stabsoffiziere und Offiziere und die 11. Kompagnie, der der Verlebte angehört hatte. Auch der Sergeant Walther, der den Heller erschossen hat, befand sich im Leichengefolge' Hinter dem mit Kränzen reich bedeckten Sarge schritt der Bruder und einige Bekannte, darunter auch der frühere Meister des Verstorbenen. Die Regimentskapelle eröffnet den Leichenzug. Viele Zuschauer standen auf beiden Seiten des Weges, den der Leichenzug nahm. Am offenen Grabe hielt der katholische Garnisonpfarrer Tennie eine kurze, aber ergreifende Trauerrede. Er richtete Trostes-

worte an die Hinterbliebenen Verwandten und beklagte den unglücklichen Zufall, durch den der junge Soldat, dem die Vorgesetzten das ehrende Zeugnis eines durchaus braven Menschen und pflichteifrigen Soldaten ausgestellt haben, sein junges Leben lassen mußte. Der im Eisen­bahndirektionsbezirk Mainz projektierte neue vergrößerte Zentralgüterbahnhof wird, wie jetzt bestimmt ver­lautet, bei Gaualgesheim angelegt, wo nur geringe Terrainschwierigkeiten vorhanden sind und durch die im Bau begriffene neue Bahnlinie nach Kreuznach auch Ver­hältnisse geschaffen werden, die der Anlage eines Güter­bahnhofes sehr zu statten kommen. Hier wurden gestern nicht weniger als vier Selbstmorde versucht. In drei Fällen trat der Tod der Lebensmüden ein.

Frankfurt a. M., 23. Juli. Heute nacht sprang in der Nähe des zoologischen Gartens der Metzgermeister Wirth von hier von einem rasch fahrenden elektrischen Straßen­bahnwagen, kam unter die Räder, wurde überfahren und blieb sofort tot.

** Kleine Mitteilungen aus Heffeu und den Nachbarstaaten. Das 25 Jahre alte Dienstmädchen Maria Bogenregen aus Nürnberg, das in Mainz bei einer Osfiziersfamilie in Stellung war, sprang vom Landungsbocke der Güterschiffe im Zollhafen in den Rhein und ertrank. Das Motiv zur Thal soll Liebeskummer sein.

Vermischtes.

* Eisleben, 21. Juli. Im Laufe der letzten Tage und in der vergangenen Nacht haben neue heftige Erd­erschütterungen im ganzen Senkringsgebiete stattge­funden. Die Erschütterungen wiederholten sich mehrmals und übertrafen an Stärke alle bisherigen.

* Kopenhagen, 21. Juli. Die Andree-Boje ist heute hier angekommen. Die Boje liegt in einem ver­siegelten Kasten, der sofort dem schwedischen Gesandten übergeben wurde. Dieser sendet den Kasten unverzüglich nach Stockholm.

* Kiel, 21. Juli. Das Schulschiff S t o s ch kollidierte heute vormittag beim Einlaufen in den Hafen unweit Fried- richsort mit dem dänisch^ Schooner Sophie. Der Schoo- n e r sank. Beim Stosch, brachen die vorderen Bram­stengen und der vordere Bramraa und stürzten auf das Deck nieder. Stosch ist mittags auf eigenem Kiel in die Kaiserwerft eingelaufen.

* Z ü r i ch, 20. Juli. In der vergangenen Nacht spielte sich im Universitätsviertel ein Eifersuchts­dram a ab. Der in der Mitte der dreißiger Jahre stehende Kunstmaler Hans B ö ck l i n, ein Sohn des berühmten Arnold Böcklin, versetzte seiner Geliebten mit einem Dolche einen heftigen Stich in die Brust, der nach ärztlicher Aussage den Tod zur Folge haben dürfte. Böck­lin wurde durch das Dazwischenkommen des Bruders des Mädchens an weiterer Gewaltthätigkeit verhindert. Noch in der Nacht wurde er verhaftet und heute morgen mit seinem Opfer konfrontiert, wobei er unter Thränen seine Geliebte pm Verzeihung bat, die ihm auch gewährt wurde. Dem Untersuchungsbeamten Dr. Fischer erklärte Böcklin, die That einzig aus Eifersucht begangen zu haben. Er glaubte, seine Geliebte halte es mit einem Studenten. Böck­lin ist starker Alkoholiker und sehr exzentrisch. Voraussicht­lich wird er zur Beobachtung seines Geisteszustandes ärzt­licher Prüfung unterstellt werden.

* Prag, 22. Juli. In der Umgebung von Schei- benradann, Bezirk Neukaw, will ein junger Kuhhirt Erscheinungen derMutter Gottes gehabt haben. Der Platz der Erscheinung ist zum Andachtsorte geworden, wo große Menschenmengen sich ansammeln. Ein ohne Bewilligung der Behörden dort errichteter Bildstock ist auf amtliche Anordnung wieder entfernt worden.

* Eine große Brandkatastrophe zerstörte in Konstantinopel fast sechs Stadtviertel. 150 Häuser, 100 Magazine, die armenische Kirch-e, eine Schule und eine Polizeiwache sind abgebrannt. Zahlreiche Per­sonen sind dabei ums Leben gekommen, hauptsächlich dadurch, daß eine Anzahl Frauen und Kinder auf der Flucht in einen Brunnen stürzten. Der Sultan befahl alle möglichen Maßnahmen zur Hilfeleistung für die Ob­dachlosem_________________________________________

Sport, Spiel, Jagd.

-11- Gießen, 23. Juli. Das Amateur-Radrennen am gestrigen Sonntag war nicht so zahlreich besucht, wie die früheren Rennen. Die auswärtigen Sportfreunde mag wohl das am vormittag eingetretene Regenwetter vom Besuche abgehalten haben, während die sonst zahlreich vertretenen Einheimischen sich auf andere Veranstaltungen, Vereinsaus­flüge, Schützenfest u. s. w. verteilten. Das Rennen, zu dem 81 Fahrer gemeldet waren, verlief, da gegen mittag der Regen freundlichem Sonnen­schein wich, programmgemäß.

1. Eröffnungsfahren über 1200 Meter mit zwei Vorläufen über je 800 Meter. 1. Preis eine Taschenuhr, 2. Preis eine photogr. Handcamera mit Füllung, 3. Preis ein PrachtbandModerne Kunst". Entscheidungslauf: Luigi Cerrato-Turin 2,24Vs, Karl Duill Gießen 2,242/s Giac. Stratta-Turin 2,24Vs Der im zweiten Vorlauf das Band zuerst durchfahrende E> Moeder-Franksurt erhob Protest, weil er von Cerrato am Vorfahren gehindert worden, infolge dessen das Rennen wiederholt wurde. Verlauf oes Nachrennens: Stratta 1,58, Moeder 1,58Vs, Graef 1,58V5.

2. Gauverbands - Wanderpreisfahren über 2000 Meter. 1. Preis eine echtgoldene Medaille und Anrecht auf den großen massiv silbernen Gaubecher, 2. Preis eine silberne Medaille, 3. Preis eine ver­silberte Medaille. Verteidiger: Karl Duill-Gießen. Ergebnis: Stratta 3,53, Moeder 3,53Vs, Duill 3,58Vs-

3. Mannschaftsfahren für Vereine aus dem Nordbezirk des Gaues 9 des D. R.-B. 4000 Meter. 1. Preis eine Bowle mit Silberbeschlag, gestiftet vom Vorstand des Nordbezirks Gau 9, 2. Preis ein Oelgemälde in Goldrahmen, 3. Preis zwei Leuchter und ein Zigarren­abstreicher. Die Wertung erfolgte nqch Punkten. Ergebnis: Radklub Germania-Gießen (Fahrer Thomas, Gennies, Rüdiger, Heß, Schmall) 3,6, Radfahr-Verein Nidda (Fahrer Lenk, Traumüller, Zinn, Kraft) 3, Radfahr-Berein Wetzlar (Fahrer Schirmers, W. und H. Plies) 2,8, die Wanderer, G. R.-G. (Fahrer Duill, Goertz, Stratta, Marck, Hamel) 2,8. Duill mußte wegen Raddefekts die Maschine wechseln, Stratta stoppte wegen Raddefekts ab. DieWanderer" leisteten Verzicht auf noch­maliges Entscheidungsfahren, so daß der 3. Preis dem Wetzlarer Rad- fahr-Verein zufiel.

4. Kuratorium-Wanderpreis-Fahr en über 4000 Meter. Zwei Vorläufe über je 800 Meter. Verteidiger : Paul Albert- Biebrich (derselbe nahm am Rennen nicht teil). 1. Preis ein ächt sil­berner Pokal, Stiftung von Mitgliedern des Kuratoriums der Rennbahn. Der Preis muß dreimal nacheinander oder viermal im Ganzen v»n demselben Sieger gewonnen werden. Der jedesmalige Sieger erhält

eme ächt silbervergoldete Medaille, 2. Preis eine silberne Medaille. 3. Preis eine Bronze-Medaille. Entscheidungslauf: Duill-Gießen 8,40V&. Goertz-Weilburg 8,40-5, Stratta-Turin 8,40Vs-

, <5. Tandemfahren mit Vorgabe über 2000 Meter. 1. Preis eme Uhr in Kunstguß und ein Barometer in echt Bronze, 2. Preis zwei Uhrketten, 3. Preis zwei Prunk-Kannen. Ergebnis: E. Moeder und Andreas Graef (Frankfurt) 2,342/5, C Duill und Wilh. Goertz (Gießen) 2,34Vs, Fritz Seel und Max Link (Frankfurt) 2,34Vs.

6 Mannschaftsfahren um d i e Ehrengabe der Stadt Gießen (Wanderpreis) über 6000 Meter. 1. Preis echt silberner Pokal, Wanderpreis auf 1 Jahr und Ehrenurkunde für den Verein; für die siegenden Fahrer Medaillen, außerdem bei Rückgabe des Preises dem Verein ein Nebenpreis; 2. und 3. Preis Ehrendiplom dem Verein. Verteidiger: die Wanderer, G. R.-G. Die Wertung erfolgt nach Punkten. Ergebnis: Radfahrer-Verein Nidda (Fahrer Lenk, Trau­müller, Zinn, Kraft) 3,1, die Wanderer-Gießen (Fahrer Duill, Goertz, Stratta, Marck, Nikolaus) 2,8, VereinRadsport" Frankfurt a. M. (Fahrer Moeder, Seel, Steigerwald, Leichum) 2,1.

Nach dem Rennen fand die Preisverteilung auf der Hardt« Terrasse statt.

« Mainz, 22. Juli. 15. Ruder-Regatta des Mainzer Ruder-Vereins. Länge der Bahn für sämtliche Rennen ca. 2200 m ptomaufroärtö. 1. Junior-Vierer. Ehrenpreis, gestiftet vom Wett- L »no^0m'tec' 11 Münzer Nuderverein 7.22. 2. Bonner Ruderverein ^22Vs- 2. Einer. Meisterschaft vom Rhein. Wanderpreis. Der Mamzer Ruder-Verein giebt dem Sieger einen goldenen Meisterschafts- ftetn. 1. Düsseldorfer Ruderverein 7.45, 2. Würzburger Ruderverein b-5, 3- Binger Ruderverein 8.9, 4. Frankfurter Ruderklub 8 24. 3. Großherzog-Vierer. Wanderpreis, verliehen vom Großherzog Ernst Ludwig. 1. RuderklubGermania" Hamburg 7.12/5, 2. Mann­heimer Ruder-VereinAmicitia" 7.2. 4. Zweiter Achter. Ehren­preis von Mitgliedern des Mainzer Nudervereins. 1. Mannheimer Ruderklub 6.42, 2. Frankfurter Ruderklub 6.53. 5. Vierer ohne Steuermann. Wanderpreis vom deutschen Ruderverbande. Frank­furter Ruder-GesellschaftSachsenhausen" fuhr in 7.16 allein über die Bahn. 6. Dritter Vierer. Ehrenpreis von aktiven Mitgliedern des Mainzer Rudervereins. 1. Mannheimer Ruderklub 7.14> 2. Bonner Ruderverein 7.15, 3. Frankfurter Ruderverein 7.31, 4. Kasteler Ruder- Gesellschaft 7.55. 7. Zweiter Vierer. Ehrenpreis. Offenbacher Ruder-GesellschaftUndine" 6 58, Frankfurter Ruderverein 7.1 V8. 3. Mannheimer RudervereinAmicitia" 7.9. 8. Junior-Achter. Corsarenpreis, gestiftet vomSchiff". 1. Frankfurter Ruderverein 6.41, 2. Mannheimer Ruder-Gesellschaft 6.44, 3. Mainzer Ruderverein 6.441/5. 9. Junior-Einer. Ehrenpreis. 1. Binger Ruderverein 8.1, 2. Frank­furter Ruderverein 8.6. 10. Gast-Vierer. Wanderpreis, gestiftet von der Stadt Mainz. 1. Mannheimer RudervereinAmicitia" 7.6, 2. Offenbacher Ruder-GesellschaftUndine" 7.25, 3. Frankfurter Ruder- GesellschaftSachsenhausen" 7.38. 11. Einer. Rheinpokal, Wander­preis. 1.Wiking"-Berlin 7.43, 2. Mainzer Ruderverein 7.46, 3. Ruder- Gesellschaft Worms 8.00, 4. Binger Ruderverein 8.10. 12. Ermunter­ungs-Vierer. Ehrenpreis. 1. Frankfurter Ruderverein 7.20, 2. Heidelberger Ruderklub 7.23, 3. Mainzer Ruderoerein 7.32, 4. Mann­heimer Ruder-Gesellschaft 7.47. 13. Erster Achter. Wanderpreis, gestiftet von Mainzer Damen. 1. RuderklubGermania" Hamburg 6.47, 2.Wiking"-Berlin 6.48, 3. Mannheimer RudervereinAmicitia" 6.51, 4. Mannheimer Ruderverein 6.53.

Für Radfahrer war bisher unbequem, auf der Tour nach der Landkarte zu sehen. Fahrtunterbrechung und Absteigen waren verhältnismäßig noch das kleinere Uebel, da der Fahrer häufig, zum Absitzen zu bequem, falsch fuhr, was Zeitverlust, Aerger und mehr zur Folge hatte. Da hilit denn der im Patentbureau Reichau u. Schilling-Berlin ausgestellte Land karte n halt er ab. Auf der Lenkstange befestigt trägt er Karten jeder Größe unter einer durchsichtigen Cclluloidschutztafel, stets fertig zum Nachfchauen.

Ardetteröewrganß.

Hamburg. 22. Juli. Die Werstbefitzer entließen gestern Abend weitere 2000 Arbeiter. Die Zahl der Aus gesperrten beträgt fitzt insgesamt 4000 Mann.

Familien Nachrichten.

Gestorbene Herr Generalleutnant z D. August von Pannwitz in Darmstadt. Herr Heinrich Maurer in Darmstadt. Herr Adam Ackermann I. in Nieder-Modau

Temperatur der Lahn und Lust nach Reaumur gemessen am 23 Juli, zwischen J1 und 12 Uhr mittags: Wasser 20°, Lust 18°.

Rüosamen'sche Badeanstalt.

Keueste Meldungen.

Berlin, 23. Juli. Zum Prozeß der Harmlosen erfährt dasKl. I.", daß durch Beschluß der Strafkammer die Strafsache gegen den Falschspieler Wolfs mit dem Ver­fahren gegen die Harmlosen verbunden und demgemäß ge­meinsam gegen alle Angeklagten verhandelt werden wird. Als Tag des Beginns der Verhandlungen ist der 17. Sep­tember in Aussicht genommen.

Wien, 23. Juli. Die furchtbare Hitze hält in ganz Oesterreich-Ungarn an. Das Thermometer zeigte gestern vormittag 22 Grad Celsius im Schatten. Die Fälle von Hitzschlägen mehren sich. Der Schaden an Obstbeständen ist enorm.

Wien, 23. Juli. Wie an unterrichteter Stelle ver­lautet, wird die Regierung den Reichsrat erst Ende dieses Jahres einberusen, um inzwischen die deutsch-tschechische Verständigung zu fördern. Eventuell sollen die Tschechen für ihr Zugeständnis der deutschen Staatssprache eine tschechische Universität in Mähren erhalten.

Asch (Böhmen), 23. Juli. Aus dem gestern von 2000 Personen besuchten VolkStage der Deutsch. Nationalen wurde von neuem die Forderung nach der deutschen Staatssprache erhoben und eine Resolution gegen die Ausweisung Deutscher aus Oesterreich angenommen.

New York, 23. Juli. Ein Telegramm aus Panama an denNew-Iorker Herald« berichtet, daß die Negierungs­truppen gestern früh die Stadt verlaßen haben, um die Ausständischen auszusuchen. Kurz nachher vernahm man heftiges Gewehrfeuer, das gegen 9 Uhr aushörte. Ueber 100 Matrosen des englischen Kriegsschiffes Meander wurden gelandet, um den Verwundeten beizustehen.

Markus Bauer

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