Ausgabe 
24.6.1900 Zweites Blatt
 
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Infanterie v. Höpfnerist erst im Mai d. I. zum General- major befördert, nachdem ihm kurz vorher der Rang und die Befugnisse eines Brigadekommandeurs verliehen waren, v. Höpfner ist der zweite Inspekteur, sein Vorgänger war Oberst v. Rogues. Er erfreut sich des besonderen Ver- trauens des Kaisers, den er auf ausdrücklichen Wunsch während der beiden letzten Nordlandreisen begleitete. Von Höpfner werden Unerschrockenheit, Geistesgegenwart und' nie versagender Eifer nachgerühmt.

Die Meldungen zum freiwilligen Dienst in China sind beim Gardekorps außerordentlich zahlreich. Es bieten sich bei allen Regimentern so viele Mannschaften an, daß der Bedarf hrei-- ünd vierfach gedeckt werden konnte. Vom Garde-Pionier-Bataillon gehen ein Leut­nant, ein Feldwebel, 66 Unteroffiziere und Mannschaften nach China. Mitgendmmen wird auch ein Mannschafts-- und ein Gerätewagen. Vierzehn Garde-Artillerie- Regimenter stellen zusammen eine kriegsstarke Batte­rie, jede Batterie durchschnittlich vier Mann. Von dev Garde-Infanterie giebt jede Kompagnie einen, jedes» Regiment zwei bis drei Mann ab. Die bereits im zweiten Jahre dienenden Freiwilligen müssen sich zu einem dritten Dienstjahre verpflichten.

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DieBerl. N. N." bemerken, daß zwischen den Mächten bisher keinerlei Unterhandlungen über eine Reform des chinesischen RegierungSsystems in dem vom französischen Minister des Aeußern Delcassö in der Kammer angedeuteten oder in einem anderen Sinne stattgefunden haben. Das Ableben des Grafen Mura- wiew werde voraussichtlich keine wesentliche Veränderung der Haltung Rußlands zur Folge haben, da bei der Sinnes­art des Zaren kaum anzunehmen sei, daß die vom Kriegs­minister General Korpatkin repräsentierte Aktionspartei an'S Ruder gelangen wird. Graf Murawiew habe sich an der Bekämpfung der fremdenfeindlichen Bewegungen in durchaus korrekter und loyaler Weise beteiligt, und es liege kein Grund zu der Annahme vor, daß sein Nachfolger die Politik Rußlands in andere Bahnen lenken werde. Wie dasBerl. Tagebl." erfährt, beschränkt sich die Aktion der Mächte in China vorläufig auf drei Punkte: Erstens Entsetzung von Tientsin und Peking; zweitens Erlangung von Genugthuung für die schwere Verletzung europäischer Interessen und drittens Schaffung von Garantieen gegen die Wiederholung ähnlicher Vorgänge für die Zukunft. Darüber hinaus hat man noch keine Entschließungen gefaßt. Auf die weitere Haltung der Mächte würde es namentlich von Einfluß sein, was inzwischen in Peking sich ereignet hat. DieTimes" erklärt, es sei gegenwärtig jeder Grund für die Annahme vorhanden, daß die Mächte angesichts der gemeinsamen Gefahr für die Zivilisation treu und fest zu einanderstehen, und es könne nicht bezweifelt werden, daß ihre vereinigten Anstrengungen binnen kurzem irgend eine Ordnung aus dem Chaos ent­wickeln werden.

Aus London wird gemeldet: Annähernd tausend Matrosen, sowie eine große Abteilung Seesoldaten sind von Portsmouth zum Dienst in der chinesischen Station beordert worden. Ebenso ist nach Plymouth der Befehl ergangen, die Marine Artillerie und Infanterie für sofortige Ver« wenduug bereit zu halten. Die portugiesische Re­gierung hat die Absendung einer militärischen Expedition nach China zur Verstärkung der Garnison von Macao be- schloffen. Der österreichische KreuzerMaria Theresia" erhielt gleichfalls Befehl, sofort nach China ab« zugehen.

Heber Japans Rüstungen wird aus Yokohama ge­meldet: Es wird tiefstes Geheimnis beobachtet, doch sind bereits 15 große Transportschiffe gechartert, 5 Kriegsschiffe abgegangen und 12 zum Abgänge fertig. Einige von ihnen werden nach Formosa gehen, um im Falle einer Teilung Chinas Fokien zu beherrschen. Im ganzen wurden acht­zehn Kriegsschiffe in Dienst gestellt. In einem Inter­view behauptete der japanische Militärattache in Wien, Oberst Fudij, Japan habe bisher nur 1000 Mann in China gelandet. Er vertritt die Ansicht, daß Admiral Seymour infolge von Proviant- und Waffermaugel und schlechten Straßen Peking nicht erreichen kann und zum Rückzüge gezwungen sein wird. Der Kampf vor Taku sei nicht auf Befehl der Kaiserin, sondern vom chinesischen Kommandanten auf eigene Faust erfolgt, wodurch die Affaire viel von ihrer ernsten Bedeutung verliere.

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Telegramme des Gietzeuer Anzeigers.

Berlin, 23. Juni. Ueber die Verstärkungen der deutschen Kriegsschiffe in China sind sehr viele falsche Nachrichten in die Welt gesetzt worden. Zunächst ist es ganz ausgeschlossen, daß von unserer Schlachtflotte etliche Panzer nach China entsendet werden. Auch die Ab­sendung der beiden eventuell noch zur Verfügung stehenden KreuzerVictoria Luise" undFreya" ist niemals ins Auge gefaßt worden. Die KreuzerGazelle« undNiobe" sollen später ins Ausland gehen, wahrscheinlich nach Ostasien als Ablösung fürIrene", doch werden noch Wochen hingehen, bis die Kreuzer seeklar sind. Wir haben mitFürst Bis­mark" undTiger" bereits 9 Schiffe in Ostasien.

Wilhelmshaven, 23. Juni. Die Nachricht, wonach der Kapitän desIltis", Korvetten-Kapitäu Lans, bei guter Gesundheit ist, wird bestätigt. An amtlicher Stelle liegt bereits eine gleiche Meldung vor.

Kiel, 23. Juni. Laut Polizeiverfügung sind sämtliche Arbeiten zur Mobilmachung der Marine-In­fanterie und Ausrüstung der Kriegsschiffe für die Reise nach China für morgen gestattet. Der kom­mandierende General des IX. Armeekorps von Massow trifft heute zum Vortrage beim Kaiser ein.

Stuttgart, 23. Juni. Vom württembergischen Armee- Korps meldeten sich gegen 700 Freiwillige zum Eintritt in die mobilisierten See-Bataillone und zum sofortigen Abgang nach China.

Loudon, 23. Juni. Den Blättern zufolge berichtet Lihung-Tschang an sämtliche chinesischen Vertreter im Auslande, er empfehle ihnen, den fremden Regierungen seinen Entschluß, in dem jetzigen Konflikt eine ver­mittelnde Rolle übernehmen zu wollen, mitzuteilen, und sie aufzufordern, die Wiederherstellung der Ordnung durch weitere Truppensen düngen nicht zu beeinträchtigen.

London, 23. Juni. Aus Shangai wird vom 22. Juni gemeldet: Fünf chinesische Kriegsschiffe find heute bei Wouchung ausgelaufen. Von den englischen Offizieren über den Zweck ihrer Fahrt befragt, ..erklärte der chinesische Kapitän, er hätte den Auftrag erhalten, den Aufstand der Boxer zu unterdrücken.

Loudon, 23. Juni. Unter Lord Salisburys Vorsitz fand gestern nachmittag ein Kabinetts rat statt über die chinesische Krisis. Vorher hatten der französische Botschafter und der chinesische Gesandte Konferenzen mit Salisbury. Der Premierminister erteilte dem Kabinett beruhigende Versicherungen über das Einvernehmen aller Groß­mächte und erklärte, keinerlei neue Informationen über die Lage in Tientsin und Peking zu besitzen.

London, 23. Juni. Aus Tschifu wird gemeldet: Ein amtliches Telegramm berichtet, daß die russischen Trup­pen, die sich am Bahnhofe in Tientsin befinden, sehr in die Enge getrieben find, und daß eine sofortige Trup­penverstärkung notwendig ist, um dieselbe frei zu machen. (Man merkt die Absicht.) Die Verluste sind bedeutend. Die Eisenbahn zwischen Tongtin und Ching- nang-Chung ist immer noch im Betrieb.

Loudo», 23. Juni. Ein Telegramm aus Bombay berichtet, daß 13 Schiffe für den Truppentransport nach China gechartert worden sind. Sechs derselben befinden sich augenblicklich in Kalkutta.

Rom, 23. Juni. Offiziell wird die unverzügliche Ab­fahrt von vier Panzerkreuzern nach China be« stätigt.

Petersburg, 23. Juni. Nach einer an maßgebender Stelle eingelaufenen Depesche aus Shanghai bestätigt es sich!, daß die Gesandten in Peking unversehrt sind.

Washington, 23. Juni. Hier traf ein Telegramm des Admirals Kempff ein, das mitteilt, daß in Tientsin der amerikanische Konsul, 40 anglo-amerikanische Missionare und eine größere Anzahl von Privat- Personenermordet worden seien. Die Nachricht wurde dem General Mac Arthur nach Manila mit der Anfrage übermittelt, ob er Truppen entbehren könne, damit diese nach China gesandt würden. Das Telegramm führt aus, daß nicht die Boxer, sondern chinesische Soldaten in Tientsin auf die Europäer schossen._______________

Der Krieg in Südafrika.

Bei Pretoria hat eine zweitägige Schlacht stattgefunden. Nachdem die fünftägige Waffenruhe abge­laufen war, machte die Armee Roberts' am Montag einen allgemeinen Vorstoß, um Botha, der mit 8000 Buren eine fast unangreifbare Stellung auf einem Höhen­zuge, 12 Meilen ostwärts von Pretoria, inne hatte, anzu­greifen. Die Schlacht wütete bis Mittwoch. Die Buren leisteten an jedem Punkte hartnäckigen, zuweilen verzweifelten Widerstand, aber die britischen Truppen drangen unwider­stehlich vor. Stellung um Stellung wurde genommen und die Buren auf allen Punkten mit empfindlichen Verlusten geschlagen: aber sie kämpften entschlossen. Ein Nachhut- gefecht fand bei Bronkhorst Spruit am Mittwoch statt. Die Buren nahmen den Kampf entschlossen an; Hamiltons Kavallerie und Huttons berittene Infanterie um­gingen indeß die Burenstellung wiederum, worauf die Buren sich allgemein zurückzogen.

Donkerbrook war der Schauplatz eines anderen Treffens, wobei die Buren von starken britischen Streit­kräften aus ihren verschanzten Stellungen vertrieben wurden. Eine Anzahl Buren wurde gefangen genommen. Der britische Verlust wird auf 120 Tote und Ver­wundete geschätzt. Die Schlacht dehnte sich über ein Gelände von 20 Meilen aus. Die Buren zogen sich in der Richtung auf Middelburg zurück.

General Buller meldet aus Kaatbosch vom 22. ds.: Die Infanterie ist, nachdem sie 22 Meilen marschiert war, heute hier eingetroffen. Die Kavallerie besetzte Stander- ton, ohne Widerstand zu finden. Der Feind ist gestern abgerückt, nachdem er die Eisenbahnbrücke in die Luft^gesprengt und noch weiteren Schaden angerichtet hatte.

Baden-Powell meldet aus Rustenburg, er habe bei seiner Rückreise aus Pretoria die Buren in friedlicher Stimmung gefunden. Während seiner Abwesenheit seien der Kommandant Steijn und zwei Feldkornets ge­fangen genommen worden. Bei dem Verwalter des Rustenburger Distrikts seien an 3000 Gewehre abgeliefert.

Nach einerTimes"-Meldung aus Lourenzo Marquez soll die Transvaal-Regierung in großen Finanz- nöten sein. Der Präsident suche demselben durch die Aus­gabe von Schatznoten abzuhelsen, das Publikum wolle die Roten aber nicht annehmen.

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Telegramm deS Gieherrer Anzeigers.

London, 23. Juni. Der Korrespondent desDaily Expreß" in Paardeberg berichtet, daß die Marinetruppen, die unter dem Befehl des Generals Buller standen, nach Durban zurückgekehrt sind. DerWestminster Gazette" zufolge dürfte Krüger bis zum 12. Juli den englischen Truppen in die Hände gefallen und damit der Krieg be- endet sein. _________________________________________________

Politische Tagesschau.

Die Ereignisse in China drängen zwar alles andere in den Hintergrund, weil dabei ganz Europa im höchsten

Grade mtereffiert rst, aber darum darf man doch xxuhv dw Krisen außer Ackst lassen, die in einzelnen Ländert herrschen. In Spanien ist z. B. die politische Situation sehr unsicher, und das Kabinett Silvela steht auf jehr schwachen Füßen, insbesondere seitdem die Königin-Re gentrn neuerdings mit dem alten Sagasta in Berbindun« getreten ist. Das österreichische Ministerium liegt ebenfalls in Agonie und harrt seiner Auslösung. Eingetreten fink Kabinettskrisen in Portugal und in Italien, von denen die letztere für uns wettaus die interessanteste ist. Pellour hat seine Demission eingereicht und der Senatspräsident S a r a c c o ist mit der Neubildung des italienischen Kabi­netts beauftragt worden. Wir erinnern daran, daß die vor kurzem in Italien vollzogenen Parlamentswahlen nicki zu Gunsten der Regierung ausfielen, und wenn die letztere auch immer noch eine Mehrheit in der Kammer besitzen wird, so war die Positton des Ministeriums doch auch ge­fährdet. Pelloux sah wohl ein, daß ein gedeihliches >?u- sammenarbeiten zwischen ihm und der Volksvertretuna unmöglich sein würde. Er hatte der Opposition bereits großes Entgegenkommen zeigen müssen und wollte darin wohl nicht weiter gehen. Bekanntlich ist die äußerste Linke stark gekräftigt aus dem Wahlkampfe hervorgegangen, wo­mit die Regierung jetzt rechnen muß. Daß die Lage schwie­rig ist, geht wohl daraus am besten hervor, daß auch C r i s p i wieder als künftiger Ministerpräsident im Vorder- tteffen stand, und es ist noch garnicht gesagt, ob er nicht doch wieder berufen werden muß, das italienische Staats­schiff zu lenken, falls es Saracco nicht gelingt, ein Kabinett zu bilden. Crispi hat zwar viele erbitterte Gegner, aber ihm steht eine reiche Erfahrung zur Seite, und er hat schon oft in der Bresche gestanden, als es galt, die Regierungs geschäfte unter besonders schwierigen Umständen zu über nehmen. Die Kabinettsbildung ist bekanntlich in Italien stets mit größeren Schwierigkeiten verbunden, weil zu viele politische Gruppen vorhanden sind, an deren Spitze ehr geizige Führer stehen, die nur um hohen Preis für die Untersttitzung der Regierung zu haben sind. Jede italien­ische Regierung beginnt ihre Thätigkeit mit großen Ver­sprechungen, ohne sie halten zu können. Die soziale Lage der Bewohner des Landes bedarf dringend der Verbesserung wie denn überhaupt noch manches im Argen liegt. Des künftigen Ministeriums, nimmt es seine Aufgaben ernst, harrt deshalb eine schwere Arbeit; es muß sich erst zeigen, ob Saracco Thatkraft genug besitzt, um sich des in ihn gesetzten Vertrauens würdig zu zeigen. Vorläufig komm es hauptsächlich darauf an, daß er die richtigen Männer auswahlt und sie gn den rechten Platz stellt. Hoffentlick gelingt ihm das!

Deutsches Reich.

Berlin, 22. Juni. Der Kaiser hörte, wie der Reichsanzeiger" aus Kiel meldet, gestern abend an Bord der Yacht Hohenzollern den Vortrag des Staatssekretärs Grafen Bülow. Heute regnet es, wie weiterhin aus Kiel gemeldet wird, seit dem ftühen Morgen ununterbrochen. Der Kaiser bestteg um 10 einhalb Uhr vormittags die Yacht Meteor zur Teilnahme an der Regatta auf der Kieler Föhrde. Wegen des flauen Windes wurde der Meteor durch ein Torpedoboot an den Start geschleppt. Staatssekretär Graf Bülow begleitete den Kaiser auf der Segelfahrt der YachtMeteor". Heute nachmittag kehrte der Kaiser mit demMeteor" hierher zurück und besuchte die nritkon- krrrrierende englische Yacht Sybarita, die wegen Havarie das Rennen aufgeben mußte. Am Abend begab sich der Kaiser nach der Marine-Akademie.

Die erste Seeregatta des Kaiserlichen Yacht-Klubs, die für alle Klassen offen ist, begann, wie aus Kiel gemeldet wird, bei flauem Ost-Süd-Ost und unauf­hörlichem Sturzregen heute morgen 10 Uhr. Der Kaiser segelte an Bord seiner YachtMeteor" mit und hielt sich int Regenrock an Deck aus.Comet",Sybarita" und Commodore" starteten ebenfalls. Die Länge der Bahnen beträgt für die erste und zweite Klasse 31 Seemeilen und geht bis Stollmgrund-Feuerschiff, ebenso für die dritte und vierte Klasse, nur lvird hier die Bahnlänge auf 21 Seemeilen verkürzt. Die kleineren Klaffen bleiben auf der Kieler Bucht und segeln 10 Seemeilen, ungefähr bis Laboe. Wie aus München gemeldet wird, begiebt sich Prinz Rupprecht von Bayern einer Einladung des deutschen Kaisers folgend, zu den Regatten am nächsten Mittwoch nach Kiel.

Auf die von der am 19. Juni in Pritzwalk tagenden 54. Jahresversammlung des brandenburgischen Haupt­vereins der Gustav-Adolf-Stiftung an den Kaiser crbgesandte Huldigungsdepesche ist folgende Antwort ein- > gegangen:

Der Kaiser und König lassen dem brandenburgischen Gustav Adolf-Verein für den treuen Gruß gelegentlich der diesjährigen Jahresversammlung bestens danken, Der Kaiser begleitet die ernste Arbeit des Gustav Adolf-Vereins in der Provinz Brandenburg mit lebhaftem Interesse uii> wünsckstsder Gustav .Adolf-Sache immer weitere Ausbreitung zum Segen der evangelisck)en Kirche."

Das preußische Staatsmini st erium trat heute nachmittag 3 Uhr in seinem Dienstgebäude unter dem Bor­sitz des Fürsten Hohenlohe zu einer Sitzung zusammen.

DerPost" zufolge ist der frühere Staatssekretär des Reichs-Marineamtes, Admiral H o l l m a n n aus dem Präsidium des deutschen Flottenvereins aus- geschieden.

Zürn Ableben des russischen Ministers des Aeußern, Grafen Murawiew (sprich: Murawjoff mit dem Accent auf der letzten Silbe. D. Red.) schreibt die NorddeutscheAllgemeineZeitung": Der dabiB gegangene Staatsmann war ein überzeugter Vertreter der Grund-Anschauung, daß dem deutschen und russischen Reich die Möglichkeit, ja die geschichtliche Besttmmung gegeben sei, in ungestörtern Frieden und freundwilliger Nachbar­schaft ihren Kultur-Aufgaben zu leben. Zu den gegen­wärtig zwischen den Höfen wie oen Kabinetten von Berlin und Petersburg bestehenden vertrauensvollen Be­ziehungen hat Graf Murawiew während seiner kurzen aber erfolgreichen Laufbahn in vollem Maße beigetragen-

Bürgerliche Generäle giebt es im deutsa^ Heere nach der Rang- und Quartierliste im ganzen nämlich 14 unter 77 Generalleutnants und 55 unter 19» Generalmajors. ,Jm Vorjahre gab es in der gesamten Gene­ralität 63 Bürgerliche. Unter den Obersten sind