Ausgabe 
24.6.1900 Viertes Blatt
 
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Bezug photographischer Papiere zu machen. Am Dienstag wurden hier 3 Leute verhaftet, die in der Brauerei von E. Windecker altes Kupfer im Werte von 70 Mk. gestohlen hatten. r . !

Grünberg, 23. Juni. Der Gemeinderat nahm den An­trag des GemeinderatS Sehrt, ob.die Firma A. Schäffer > Frankfurt a. M. vor Bau des Elektrizitätswerks in baarem Gelde oder Wertpapieren eine Sicherheit in der Höhe von 15 000 Mk. der Stadt hinterlegen soll, und ob nach ver­tragsmäßiger Anlage und unfehlerhafter Funktion nach 3 Jahren Schäfer y3 Teil der Summe zurückerhalten soll, mit 7 gegen 2 Stimmen an.

!§ Herchenhain, 23. Juni. Nächsten Dienstag und Mittwoch findet der bekannte Johannismarkt statt und dürste sich besonders am Mittwoch starken Besuches zu er­freuen haben, da er dieses Jahr mit dem in verschiedenen Orten der Umgegend gefeierten Kieseltag zusammensällt.

!? Kaulstos (Kr. Schotten), 22. Juni. Vor einigen Tagen wurde hier eine recht rohe That verübt. Als der Landwirt Jöckel abends seine etwas abgelegene Wohnung aufsuchen wollte und fast sein Heim erreicht hatte, kamen ihm zwei Burschen entgegen, fragten nach dem Fußpfad, der nach Eschenrod führt, und baten Jöckel, ihnen den Weg zu zeigen, was dieser auch bereitwilligst that. Als sie nun das Dorf eine Strecke hinter sich hatten, fielen beide plötz­lich über den Ahnungslosen her und schlugen auf den be­jahrten Mann derart ein, daß er mit knapper Mühe fern Heim erreichen konnte. Verschiedene Wunden im Gesicht und am Hinterkopf zeigen deutlich, mit welcher Unmenschlich­keit geschlagen wurde. Jöckel will die Thäter erkannt haben und hat Anzeige erstattet.

!§ Gedern, 23. Juni. Die hiesige Sektion des V. H.-K. hat am großen See ein Badehaus errichtet. Touristen ist es dadurch ermöglicht, in den klaren Gebirgsfluten ein erfrischendes Bad zu nehmen.

Laubach, 22. Juni. Der Verein für Ferienkolonieen tn Frankfurt a. M. hatte einen Vertreter nach hier behufs Unterbringung einer zweiten Ferienkolonie gesandt. Dem Vernehmen nach wird außer der wie in früheren Jahren im Gasthaus3ur Traube" untergebrachten Ko lonie noch eine solche zweite imSolmser Hof" eingerichtet werden. Die beiden Kolonieen werden am 2. Juli hier eintreffen. Es ist dies ein neuer Beweis, wie Laubach in­folge seiner Lage in unmittelbarer Nähe größerer Waldungen als Luftkurort hochgeschätzt wird.

4- Grenzhause«, 23. Juni. Heute besuchten Fürst und Fürstin zu Wied mit Gefolge die hiesige keramische Ausstellung für den Unterwesterwaldkreis. Morgen abend wird die Ausstellung geschloffen.

Darmstadt, 23. Juni. Der Großherzog reiste gestern abend zu dreitägigem Aufenthalt nach Mainz anläßlich der

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Guteubergfeier.

Darmstadt, 22. Juni. Der aus dem Staatsdienst ent- I laffene Regierungs-Assessor Philipp Kuhl ist, wie wir be­reits kurz mitteilten, seit einiger Zeit spurlos verschwunden. I K. hatte sich dem Trünke ergeben und kam nicht mehr zum I Dienst, was seine alsbaldige Entlassung zur Folge hatte. I Er verübte nun Betrug auf Betrug, indem er sich aller- I orten auf seinen Titel berief und unter Vorspiegelung I falscher Thatsachen Darlehen aufnahm, was ihn schließlich I wiederholt mit der Polizei und den Gerichten in Berührung I brachte. In der letzten Zeit machte er sich auch Zech- I Prellereien schuldig und borgte dabei noch die Wirte an. I Oft trank er 20 Glas Bier an einem Tage und zu jedem I Glas einen Kognak. Zu einem seiner zahlreichen Gläubiger I äußerle er kurz vor feinem Verschwinden, daß er sich schon I längst hätte das Leben nehmen wollen, doch sei er bisher I zu feige hierzu gewesen. Die Ehefrau des Verkommenen, I eine Tochter des Direktors der Außenbahnen, trennte sich I von ihm schon im Januar ds. IS. unter Mitnahme ihres I gesamten Mobiliars und leitete die Ehescheidung ein, die gegenwärtig noch schwebt. n , I

Mainz, 22. Juni. Aus dem Journallstentag find I 16 Vereine vertreten. Den Vorfitz führt Direktor Wenzel- I Berlin. Im übrigen setzt sich daS Bureau aus folgenden I Herren zusammen: Dr. Steinbach-Wien, Otto Hürth-Frank- I surt, Ludwig-Mainz, Kastner-Müncheu, Lichtblau Wien, I v. Hahn-Leipzig, Dr. WaSner Berlin, Wilhelm-Wien. Der Verband zählt 24 Vereine mit zusammen rund 1400 Mit­gliedern. Hebet die Entwickelung des Verbandes und seine Thätigkeit konnte günstiges berichtet werden. Das Stellen- BermittelungSbureau des Verbandes wurde nicht in ge- nügender Weise in Anspruch genommen. Zu Kassarevlsoren wurden Direktor Levy-Frankfurt und Lichtblau-Wien be- stellt. Dem Delegiertentag, der ausschließlich interne An­gelegenheiten behandelte, folgte um 1 Uhr eine gemeinsame , Festtafel. Der Nachmittag wurde durch zwei intereffante! Referate über die Münchener PensionSanftalt und den Plan der Gründung einer statistischen Zentrale für die deutsche Publizistik auSgesüllt. In der darauf folgenden Fortsetzung des Delegiertentages wurde der Antrag der deutsch-öfter- I reichischen Schriftsteller-Genossenschaft in Wien auf Auf- I nähme in den Verband abgelehnt. Als Vorort des Ver- I bandeS wurde München gewählt.

Mainz, 22. Juni. In der Druckerei der hiesigen IN. Nacht." fand heute auf Verfügung der StaatSanwalt- I schäft eine Haussuchung und Beschlagnahme der Fest­schrift zur Gutenbergfeier statt. Der Grund dieser I Maßregelung ist, daß der Herausgeber deS Blattes einen I Aufsatz über den historischen Feftzug abgedruckt hat, wo- I gegen der Verleger deS offiziellen Programms bei der I Staatsanwaltschaft vorstellig wurde. Auch in der Druckerei I von Hertzog und bei einem Buchhändler wurden Zug- I Programme beschlagnahmt.

| Frankfurt, 22. Juni. Am 21. Juni find unter den I Gefangenen, die dem städtischen Krankenhaus zur Bcobach- I tung überwiesen worden sind, zwei weitere Blatterner- | krankungen eingetreten, sodaß die Gesamtzahl der Ec-

Aus Stadt und Land.

Gießen, 23. Juni 1900.

Theater. Die aus Mitgliedern mehrerer guter I deutscher Bühnen, wie Bremen, Halle rc., zusammengesetzte I Schauspielergesellschaft unter der Leitung des Herrn Robert Friedrich, die zurzeit eine Reihe von Sommergastspieleu I in Wetzlar absolviert, hat sich entschloffen, das Versprechen I nachträglich einzulösen, hier einige Vorstellungen zu geben. I Am nächsten Dienstag beginnt die Gesellschaft ihre Vor- I fiellunqen im Cafs Leib mit einer Aufführung des guten alten bürgerlichen StückesWohlthätige Frauen" vom Zollen ehrlichen" L'Arronge. Eine zweite Vorstellung soll eine Novität bringen, einen drastischen Schwank,Cacao" betitelt, von Behrens, Mitglied des Zentral-TheaterS m Berlin. Endlich ist in Aussicht genommen eine Aufführung von Ibsens letztem, viel kommentierten Werkeffienn wir Toten erwachen". Es steht uns also eine Reihe interessanter Theaterabende in Aussicht, die hoffentlich die | Unterstützung unseres Publikums finden werden.

Kunstverein. Neu ausgestellt ist ein Porträt von C. Stockmayer, Malch (Baden-Baden).

** Konzert. Am Montagabend findet, wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, im Garten des BrauereiausschankeS des Gießener Brauhauses A. Dennighof ein Konzert der Liese'schen Kapelle aus Friedberg statt. Der Wirt gedenkt eine Gutenbergfeier damit zu verbinden.

Friedberg, 22. Juni. Ein Beweis, wie sehr die Ja­paner, im Gegensatz zu den jetzt viel besprochenen Chinesen, bestrebt sind, direkte Beziehungen mit der europäischen Handelswelt anzuknüpfen ist der, daß vor einigen Tagen japanische Großkaufleute und Dolmetscher hierher kamen, um mit der Firma Trapp & Münch Abschlüffe für den

krankten jetzt 14 beträgt. Die zur Beobachtung überwieg (, Gefangenen, deren Zahl 61 beträgt, befinden sich in z racken, die vom Krankenhaus vollständig getrennt sind. $ zur Bewachung erforderlichen Maßnahmen sind so gciio^ daß ein Entweichen nicht möglich ist. Fälle von Ung Mäßigkeiten sind unter den Gefangenen nicht vorgekomr« Mit Rücksicht auf die in Frankfurt a. M. und u gebung vereinzelt aufgetretenen Blatternfälle hat die hj^ kgl. Eisenbahndirektion vorsorglich die Impfung ihres oj den hiesigen Bahnhöfen stationierten Personals angeoth

* Kleine Mitteilungen aus Heffen und den Nachbarstaitü Der Mädchenmörder Georg Pfläging, der vom Schdr gericht in Kassel zum Tode verurteilt wurde, hat dieses Urteil Revision an das Reichsgericht eingelegt, 4 gleich sein Verteidiger ihm geraten haben soll, die EinleM der Revision zu unterlassen, da er sich davon keinen i wünschten Erfolg versprechen könne. DaS Bad schürf ist wie nie zuvor besucht. Die Zahl der KuM ist um die Hälfte höher als im Vorjahre zur gleichen 550 gegen 850. Fürst Radolin und Gemahlin waren a Mittwoch zu der Kaiserin Friedrich in Kronberg zur M gezogen und kehrten mit dem Frühzug nach Bad schlirf zurück. Am Dienstag abend verunglückte auf i- Straße von Ettingshausen nach Münster zu ein Wagens Firma Wallenfels aus Gießen. Die scheu geworden durchgegangenen Pferde wurden in Ettingshausen gefangen, wohin auch der in den Graben geschiente Fuhrmann gebracht wurde. Der Firma ist ein grch Schaden erwachsen, da sämtliche Flaschen mit Inhalt (kohln saures Wasser) zertrümmert wurden. Die Einweihsi der Saalburg, die im August stattsindet, soll in choi. teristisch festlicher Weise erfolgen und ein allrömisches H präge tragen. Beim Eintritt deS Kaisers in die reftaurir Römerburg wird ein Herold in Gestalt eines römity Legionärs den Monarchen mit einer Ansprache begrüß deren Dichtung auf Einladung deS Intendanten von Hüls! der das Saalburgsest künstlerisch vorbereitet, Josef Lu übernommen hat.

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Ablieferungsquittung gefälscht war. ^an schenkte fettens I der Post der Versicherung, daß der fragliche Geldbrref I uneröffnet nachträglich! in den Besitz des Empfängers ge- I kommen sei, keinen Glauben. Der Angeklagte gestand dm I Vorsteher des Postamtes ferne That bald nachher ein und wurde daraufhin im Februar d. .j. in Haft genommen. I

Dem Semmler wird das Zeugnis eines tuchttgen, sehr I beliebten Beamten ausgestellt, der nur ^ Geldsachen sehr nachlässig gewesen ist. Die Zeugen bekunden uberemstnn- rnend, daß Semmler kein Verschwender und auch kem Trinker war, Niemand kann sich eine Erklärung geben,. I wozu der Angeklagte den unterschlagenen Betrag verbraucht I bat De Unterdrückung der Urkunde der Postagentur Stum- I vertenrod wird durch die Zeugenvernehmung m Frage ge­stellt. Ebenso wird die Anschuldigung betreffs der drn Betrugsfälle nicht erwiesen. Es wird noch festgestellt. daß I ein Schaden durch das Thun des Angeklagten überhaupt nicht entstanden ist. Den Betrag, den der Lehrer herge­geben, ist durch Bürgschaft gedectt. , .

Den Geschworenen werden sieben Fragen borgelegt, I und da, wo es nach dem Gesetz zulässig ist, je die Neben­frage nach mildernden Umständen gestellt.

Der Vertreter der Staatsbehörde, Gerichtsassessor Pfeiffer, erkennt an, daß aus des Angeklagten erstes Verfehlung sich dessen ganze Handlung erklären und be- areifen läßt. Der Angeklagte sei ein intelligenter Mensch, der es verstanden hat, seine vorgesetzte Behörde so langö zu täuschen, bis es durch einen Zufall geglückt ist, ftmen^ Treiben ein Ende zu machen. Der Staatsanwalt plädiert für Freisprechung in den drei Betrugsfällen, ebenso moch­ten die Geschworenen die Frage, ob der Angeklagte ieme der Postagentur Stumpertenrod gehörige Urkunde untere drückt hätte, verneinen. Das Verbrechen im Amt aber, die Unterschlagungen der Postanweisungsbeträge solle man als einheitlich begangene Strafthat ansehen, bei der gleiche- zeitig die Verfälschung der Kontrollregister durch den An­geklagten und die widerrechtliche Briefösfnung als durch ein und dieselbe Handlung begangenes Verbrechen in Frage komme. Diese Frage bitte er die Geschworenen zu bejahen ebenso aber die Frage, ob mildernde Umstände vorliegen. Ebenso sei die Schuldfrage über die noch übrig bleibendes beiden selbständigen Vergehen der Brieföffnung und der Briefunterdrückung voll und ganz zu bejahen.

Der Verteidiger, Justizrat Bai st, erklärt, er fei mit ben Ausführungen des Staatsanwalts bis auf einen Punkt einverstanden. Dies sie die Frage der Briefunterdrückung. Der Angeklagte hätte einen Bries, von dem er wußte, daß, I wenn er ihn in die Hände des Adressaten gelangen ließ, j feine Strasthaten endeckt werden würden, nicht etwa an sich! genommen und dadurch dem postlichen Verkehr ent- Kogen, sondern er hat den Brief einfach« im Postkasten liegen lassen, und zwar nur 24 Stunden, und ihn dann dem Schreiber zurückgegeben. Es liege hier keine ffrafbare Handlung vor, es handle sich höchstens um eine Pflicht- Widrigkeit. Nach, einer sehr eingehenden Rechtsbelehrung durch den Vorsitzenden, Landgerichtsrat Holzapfel, zogen fick; die Geschworenen zu einer einhalbstündigen Be­ratung zurück, worauf der Obmann, Professor Dr. Fromme, deren Wahrspruch^ dahin verkündet, daß der Angeklagte der ihm zur Last gelegten mehrfachen Amts­verbrechen und Vergehen, begangen in einer fortgesetzten einheitlichen Handlung, schuldig, daß aber mildernde Umstände vorliegen. Weiter werden die zwei Fragen wegen eines Falles der widerrechtlichen Briesöfsnung.und Brief­unterdrückung bejaht, während die weiteren vier Schuld­fragen durch die Jury verneint werden

Der Staatsanwalt beantragt darauf für das in Frage kommende sAmlsverbrechM 1 Jahr Gefängnis, für Die beiden Vergehen je 3 Monate, zusammen auf eine Gesamt- Gefängnisstrafe von 1 Jahr 4 Monaten zu erkennen, auf die er drei Monate der verbüßten Untersuchungshaft an­zurechnen bittet. Der Verteidiger weist darauf hin, daß. fichi wohl selten so viel Milderungsgründe zusammenhausen, wie im vorliegenden Falle. Er bitte auf die geringste zu­lässige Strafe zu erkennen und die ganze viermonatliche! Untersuchungshaft darauf anzurechnen Weiter aber gehe sein Antrag dahin, einen Teil der Kosten der Staatskasse aufzuerlegen. Der Gerichtshof erkannte auf eine Gesamt­strafe von 1 Jglhx 3 Monaten Gefängnis unter Anrech^ nunq der vier Monate Untersuchungshaft. Zwei Drittel -der Kosten hat der Angeklagte zu tragen, so daß em Drittel auf die Staatskasse zu übernehmen ist.

Berlin, 22. Juni. In der Wrangelstraße hat vormittag die Ehefrau deS Klempners SogolewSkinj einem Streite mit ihrem Manne ihre vier Kind er ii Alter von 8 Monaten bis zu 6 Jahren getötet, inbt sie dieselben aus dem Fenster des vierten Stockes a den Hof hinabwarf. Sie selbst sprang nach unb di letzte sich Lebensgefährlich.

Berlin, 22. Juni. Die Nachforschungen nach d- Raubmörder, der in der Nacht zum letzten Montagh Maurer Thiede auf offener Landstraße bei Wernech erschlagen und alsdann seines Fahrrades, seiner schäft, Wertsachen und eines Teiles seiner Kleidung veW hatte, sind alsbald nach Bekanntgabe der PersonalbefchrM des mutmaßlichen ThäterS von raschem Erfolge M wordeu. Gestern abend konnten Polizeibeamte <n W walde einen Mann verhaften, der, wenn er sich auch^ keinem Geständnis hat bewegen laffen, doch nach ben k ihm vorgefundenen, dem ermordeten Thiede gehörigen Gigs ständen als der gesuchte Mörder zweifellos gelten lann, y mal auf ihn vollständig die Beschreibung des der dringend verdächtigen Menschen paßt. In dem LerhaftM ist der 48 Jahre alte Arbeiter Albert Krüger au« W münde erkannt worden, der sich seit längerer Zeit ch Arbeit Herumgetrieben hatte. Vorgestern hat er daS to, Ermordeten geraubte Zweirad in Eberswalde verkauft.

* Unter den Erinnerungen an den verstorbenen GroWf von Oldenburg verdienen die Aufzeichnungen eines burgers einen besonderen Platz: Das gesamte oldenduiW Volk kannte seinen Großherzog, und auch er kannte Taifrü- aus dem Volke. Wer da meinte, es sei ihm UnbtE gf schehen, wer in seinen Verhältnissen nicht mehr cinutDH wußte, er ging zum Großherzog unb klagte ihm femj> Und für alle hatte er ein offenes Ohr und eine offene M Angenehm freilich ist der landesväterliche Beruf, so « ihn auf faßte, ihm nicht immer geworden. Es warwch! der siebziger Jahre im Schloß zu Birkenfeld. , großen Saale summte und surrte es von ben meld, sich zur Aubienz angemelbet hatten. Die meisten v oldenburgische unb preußische Würbenträger, die g«>® waren, bem Großherzog ihre Reverenz zu bezeigen, ü ihnen befanb sich bet Bischof von Trier, Dr. Kortus I zwei Prälaten. Aber auch eine stattliche Schar von hatte sich eingefunben. Der Mittelpunkt ber Sauen ein Ackerer, ber in höchster Aufregung barüber pui baß man ihm seinen dritten und letzten Sohn uniei Militär gesteckt habe. Nun solle der Großherzog denn er komme um unter all der Last und «rbeii dabei blieb er, obgleich ihm eingeredet wurde, das M unterstehe nach der Konvention mit Preußen dem Gro^

I nicht mehr, unb also werbe bieser ihm nicht helft" I Die Audienzen begannen, unb es dauerte nicht W ries der di-nsilhu-nde Flüg-ladjutant». Wedderkopp: .»

I Becker aus Hirstein!" Erhobenen Haupte» fl'B8 bem verschwiegenen «ubienzzimmer entgegen.

I lange währte es, unb man hörte seine krerschenbe e laut unb deutlich:Was? Sie wollen Gr°ßherr°g st können bar nicht einmal?" Still unb stumm wurt-

I dem Vorzimmer; alles lauschte gespannt, und nur ber I lächelte leise vor sich hin; kannte er doch seine PaPM vom Hochwald, Und dann hörte man weiter:<$< I dazu da, daß uns die Preußen nicht völlig die Hi I Leibe ziehen." Kurz darauf öffneten sichlebtr bl j thilrenOb's was geholfen hat", meineda-e-, Bäuerlein zu seinen Freunden, weiß ich - !

hab' ich's ihm gehörig." Einige Wochen später «« I die Lokalblätter, der dritte Sohn des Ackerers S' I Hirstein fei vom Militär entlassen worden.