Ausgabe 
24.1.1900 Zweites Blatt
 
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Lyttleton die niedrige Uferböschung auf dem Nordufer des Tugela etwa drei Kilometer diesseits von den dortigen Burenpositionen.

Oberst Dundonald machte bekanntlich am 17. mit einigen hundert Reitern einen kleinen Rekognoszierungs­ritt in nordwestlicher Richtung auf die Straßen nach Alton Homes, wobei er nur mit Not der Gefahr entging, abge­schnitten zu werden und zurückkehrte, nachdem er feststellte, daß auch dort die Straße von einem starken Burenkom­mando in fast unangreifbarer Stellung besetzt gehalten werde. Rechts von General Lyttleton, aber fast ganz noch auf dem südlichen Tugela-Ufer stehen die Brigaden Hart und H i l d a p r d s, denen gleichzeitig der Schutz des Lagers anvertraut ist, welches General Buller unter der Deckung der auf dem Aliceberge stationierten Artillerie angelegt und befestigt. In diesem Lager will der englische Ober­befehlshaber die von Frere aus mitgeführten bedeutenden Proviant- und Mnnitionsvorräte aufspeichern und es scheint, als beabsichtige er hier eine Art provisorische Operations-Basis und zu gleicher Zeit ein Z en fr um zu schaffen, um das er seine Truppen für den Fall wieder sammeln könne, wenn sein Vormarsch zum c Entsätze von Ladysmith endgiltig scheitere.

In hiesigen militärischen Kreisen macht sich in Bezug auf diesen Punkt eine Ansicht geltend, die auf den ersten Augenblick recht unglaubhaft klingt, aber Vielleit doch, wenn auch nicht etwa der direkten Lage und den heutigen That- sachen entsprechend, doch vielleicht die Intentionen des einen Teils derjenigen wiederspiegelt, welche ein mehr oder weniger in die Wagschale fallendes Wort mitzusprechen haben, es heißt, General Buller werde allerdings versuchen, Ladysmith zu entsetzen, sei aber hauptsächlich deshalb nach Springfield gekommen, um, falls er nicht ohne besondere Schwierigkeiten General White die Hand reichen kann, sich vielleicht nach Westen gegen die dort in den Fre i- staat führenden Pässe Bezuidenhout, Ban- reenspaß u. s. w. zu wenden, und direkt auf Harry s in ith respektive Bloemfontein zu marschieren, wo er dann den inzwischen vom Oranje­fluß respektive Belmont heranrückenden Generalen Me- thuen und Frenck die Hand reichen, und die unter K i t ch e n e r und Roberts vom Süden her­an f k o m menden neuen Verstärkungen abwartcn werde. Aber alles das kann gerade so gut eitle Kombination sein, zumal es auf der Hand liegt, daß General Buller, ebenso wenig wie er in einigen Parforcemärschen nach Ladysmith gelangen kann, auch nicht imstande wäre, die Bahn nach den Freibeitspässen frei zu machen, geschweige denn, sich dieser selbst zu bemächtigen.

Ten Hauptvorstoß im Zentrum wird voraussichtlich Buller selbst unternehmen, wobei er, wie schon angedeutet, auf die Mitwirkung Warren's von der linken Flanke her rechnet. Das aber hat zur Folge, daß er zunächst die Klärung der Verhältnisse dort abwarten muß. Damit hapert es aber reckt bedenklich. Es geht langsam, sehr langsam voran oergaus und so vergehen für Buller kostbare Tage, die obendrein den Buren neue Kräfte zu­führen dürften, und sie in den Stand setzen, sich noch fester zu verschanzen.

General Buller, der angeblich zur Zeit über etwa 30 000 Mann verfügt, hat sich zu einer schwerwiegenden Operation entschlossen, ohne- die Ankunft weiterer Ver­stärkungen abzuwarten. Daraus darf man den Schluß ziehen, daß Lord Roberts keine weiteren Trup­pen für Natal b e st i m m t hat. Die ersten Bataillone der 6. Division mußten etwa am 10. Januar vor Kapstadt anlangen und konnten dann am 14. bei Durban sein. Hätte eine solche Verstärkung in Aussicht gestanden, so würde Buller nicht schon am 10. die Bewegung nach .Springfield und auf den Tugela eingeleitet haben.

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Telegramme desGießener Anzeiger".

London, 23. Januar. Obgleich man in der letzten Nacht ein Telegramm über die Kriegs-Operationen des Generals Buller erwartete, ist ein solches vom Kriegsamte nicht veröffentlicht worden (!!) Dasselbe ließ gestern eine Note anschlagen, in welcher mitgeteilt wird, daß außer der Verlustliste vom Sonntag keine Nachrichten im Laufe des gestrigen Tages eingetroffen sind. Auch bei den Telegraphen-Agenturen waren bis heute morgen feine neuen Meldungen eingegangen. Die Ungeduld des Publikums wächst infolge deffen stündlich. DaS Kriegsamt giebt die Verluste an Gefallenen vom 21. dss. Mts. wie folgt an: 1 Offizier und 5 Mann tobt, 3 Offiziere und 75 Mann verwundet, 8 Mann vermißt.

London, 23. Januar.Daily Mail" veröffentlicht ein Telegramm aus Durban, wonach die Offiziere des Frei- willigeu-Regiments abgedankt haben wegen der Unzuträglich­feiten, welche sich zwischen ihnen und den Offizieren der regulären Armee herausgestellt haben. Die zurückgetretenen Offiziere werden sich nach Kapstadt begeben, um ihre Klagen der Kap Regierung zu übermitteln.Daily Mail" drückt die Meinung aus, daß der Konflikt durch die strenge Dis­ziplin bei den regulären Truppen hervorgerufen wurde, und glaubt, daß Millner und Roberts den Zwischenfall bald beilegen werden.

London, 23. Januar.Daily Telegraph" berichtet aus Kapstadt: Der Transportdampfer, welcher gestern mit 2600 Manu englischer Truppen in Kapstadt eingetroffen ist, erhielt Befehl, unverzüglich nach Durban weiterzufahren.

London, 23. Januar. Mehrere Blätter bringen die Meldung, daß ein Beamter des Kriegsministeriums erklärt habe, man erwarte stündlich eine wichtige Meldung vom Kriegsschauplätze.

London, 23. Januar. In der Schlacht am Sonn­tag eröffneten die Buren das Artillerie-Feuer bei Tages­anbruch. General Marren ging um 5 Uhr mit seiner In­fanterie vor. Die Artillerie nahm Aufstellung im Rücken und in der Ebene. Die Infanterie rückte bis auf 100 Meter an die Stellungen der Buren heran. Es war vor allem ein Artilleriekampf der Engländer bei dem die Buren ihre Truppen mit großer Zähigkeit hielten. Sie hatten angeblich nur 10 Geschütze im Feuer. General Buller meldet den Verlust eines toten und eines verwundeten

Offiziers und von 21 Mann 6 Mann vermißt. Die Admiralität befahl die Indienststellung von 4 Kriegsschiffen für die australische Station, 3 für China und eines Kreuzers zum Transportdienst.

Deutsches Reich.

Berlin, 22. Januar. Der Kaiser hörte heute vor­mittag den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts v. LueanuS und Marinevorträge.

In dem Befinden des Finanzministers Dr. v. Miquel ist eine Besserung dngetreten. Der Minister ist heute fieberfrei, muß jedoch noch das Bett hüten.

Zum Gouverneur der deutschen Samoa- Inseln wird dem Vernehmen nach ein Marineoffizier ernannt werden, wie dies auch für Kiautschou geschehen ist.

Ter als Landrat zur Disposition gestellte Abge­ordnete Baarth hat sich, wie in Abgeordnetenkreisen erzählt wird, endgiltig geweigert, die Ernennung zum Regie­rungsrat bei der Regierung in Schleswig anzunehmen.

DieNat.-Ztg." schreibt: Unser Mitteilung, daß zum Präsidenten der Seehandlung der Geheime Ober­finanzrat Hewenstein aus dem Finanzministerium be­stimmt sei, ist bestritten worden. ES wird sich aber durch die Ernennung demnächst ergeben, daß sie zutreffend war.

Wie dieNat.-Ztg." hört, hat die deutsche Re­gierung sofort Protest gegen die B eschlagnahme der SegelbarkeMarie", sowohl des Schiffes, wie der Ladung, eingelegt. Die Frage, ob und wann Getreide Kriegskowrcbande ist, gehört zu den durch die englischen Versichere ngen an Deutschland offen gelassenen Fragen.

T i e neue Kanalvorlage wird nach der Thronrede, mit welcher der Landtag der preußischen Mo­narchie. vor einigen Tagen eröffnet worden ist, folgende Kanäle umfassen: Erstens den RheinWeserElbe-Kanal, d. h. die Verbindung des DortmundEms-Kanals einer­seits mit dem Rhein, andererseits mit Weser und Elbe; ferner die Kanalisierung der Weser von Hameln abwärts bis Minden i. W. Von Minden abwärts bis Bremen wird die Kanalisierung auf Grund eines Staatsvertrages zwischen Preußen und Bremen auf Kosten der Freien Stadt Bremen zur Ausführung kommen. Dem würden folgende Wasser­straßen neu hinzukommen. Die Herstellung eines Groß- schiffahrtsweges zwischen Stettin und Berlin, die Be­schaffung ausreichender Vorflut im Oderbruche durch einen Kanalbau, die Verbesserung der Verhältnisse an der unteren Oder, sowie an der Spree und der Havel, wo die Landwirt­schaft über mangelnde Vorflut und lästige Hochwasser seit tanger Zeit klagt. Ferner die Verbesserung der Schiffahrt auf der Warthe und Netze einschließlich des Bromberger Kanals bis zur Weichsel und schließlich die Herstellung des Masurischen Seekanals. Zu diesen Wasserstraßen kommen die Verkehrsverbesserungen, welche nach der im vorigen Jahre t\n der Kanalkommission von den Vertretern der Staatsregierung unter ausdrücklicher Billigung Sr. Ma­jestät des Königs abgegebenen Erklärung für die ober­schlesische Industrie in Aussicht genommen sind. Es ist ferner hinzuzurechnen, daß der Ausbau der Lippe-Kanali- fierung der Provinz Westfalen überlassen werden soll. Die Bereitwilligkeit dazu hat die Kgl. Staatsregierung eben­falls in der oben genannten feierlichen Erklärung ausge­sprochen. So würden durch' die neue Kanalvorlage sowohl im Osten wie im Westen die z. T. seit langen Jahren ge­hegten Wünsche der Freunde der Wasserstraßen wie auch weitere Kreise der Landwirtschaft befriedigt werden.

Die Bereitstellung der zur Flottenvor­lage erforderlichen Mittel soll bekanntlich der jähr­lichen Feststellung durch den Reichshaushaltsetat unterliegen. Als Gesamtkosten für 16 Jahre werden, wie derStaats- Ztg." berichtet wird, in der Begründung der Vorlage an­gegeben: 1. Anleihen im Betrage von 769 Millionen Mark. 2. Eine durchschnittliche jährliche Steigerung der aus ordent­lichen Einnahmen zu deckenden Marineausgaben von 11 Millionen Mark. Die jährlichen Gesamtaufwendungen für die Marine, einschließlich Pensionen und Schuldzinsen, sollen in annähernd gleichen Jahresraten, von 169 Millionen Mark im Jahre 1900, auf 323 Millionen im Jahre 1916 steigen. Es wird ausdrücklich betont, daß die Deckung der jährlichen Steigerung ohne neue Steuern erfolgen solle, sollte dieses in dem erforderlichen Umfang sich nicht ermög­lichen lassen, so wäre vorübergehend der Anleihebetrag zu erhöhen.

Dresden, 22. Januar. Die Herzogin Adelheid von Schleswig-Holstein hatte eine sehr unruhige Nacht. Sie schlief kaum eine Viertelstunde und verbrachte den größten Teil der Nacht in sitzender Stellung. Der Puls ist befriedigend.

Ausland.

Wien, 22. Januar. Die Verständigungskon­ferenz ist auf den 29. Januar einberufen worden. Die­selbe wird sowohl von den Deutschen, als auch von den Tschechen beschickt werden.

Lemberg, 22. Januar. Anläßlich einer Vorstellung, welche gestern abend von der russischen Nationalkapelle Nadina Slawionski" im ruthenischen Nationalhause ge­geben wurde, veranstaltete eine Anzahl polnischer Studenten eine Demonstration. Sie fangen polnische Lieder und zertrümmerten die Fensterscheiben. Schließlich wurde die Ruhe durch Militär und Polizei wiederhergestellt. 22 Studenten wurden verhaftet.

Konstantinopel, 22. Januar. Nusret Bey, der Sohn des Botschafters in Wien, Sadaullah Pascha, flüchtete nach Aegypten.

Lokales und Provinzielles.

" Empfänge. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog empfingen am 22. Januar den Generalleutnant z. D. Freiherrn Schilling von Canstatt, den Landgerichtsrat

Wehner von Gießen, den Professor Dr. Storck vom Real­gymnasium in Mainz, den Geheimen Justizrat Dr. Reatz von Gießen, den Rechtsanwalt und Notar Hallwachs, den Regierungsasseffor Dölp, Assistenten am Steuerkommissariat in Gießen, den Pfarrer Fischer, Anstaltsgeistlichen zu Marienschloß, den Hauptlehrer Klein, Dirigenten der Fach­schule in Erbach, den Fabrikanten Dr. W. Merck; zum Vortrag den Staatsminister Rothe, den Hofjägermeister Frhrn. van der Hoop, den Kabinettsrat Römheld.

** Stadttheater. In der morgen Mittwoch statt­findenden Volksvorftellung wird das Volksstück: Berlin, wie es weint und lacht" zur Aufführung gebracht. Donnerstag geht das reizende Moser'sche Lustspiel:Der Salontiroler" in Szene.

** Gießener Rudergesellschaft. Arn letzten Samstag veranstaltete, wie wir bereits gestern meldeten, die hiesige Rudergesellschaft in Steins Saalbau ihr diesjähriges Strand fest. Mit vieler Mühe und auch vielen Kosten war zu diesem Zwecke der Stein'sche Saal in einen Fest­platz verwandelt, wie er schöner kaum gedacht werden konnte. Felsgrotten und Fontänen, Sekt- und Bierbuden, Tombola und Erholungszelte, für alles war gesorgt; zwischendurch liefen geschäftig Blumenmädchen und Zigeuner­innen, Postkartenverkäuferinnen und Japanerinnen dem ganzen einen malerischen Anstrich gebend. Einen geradezu imposanten Anblick bot die meisterhaft arrangierte Fels- Partie, die fast bis zur Decke des Saales reichte, mit Hunderten von bunten Lämpchen einen feenhaften Eindruck erweckend. Dadurch, daß die weitaus größte Anzahl der Damen und Herren, dem Wunsche der Gastgeber entsprechend, in Hellen Sommerkostümen und Toiletten erschienen waren, wurde der Charakter des Festes ganz vortrefflich gewahrt. Leider war durch die überwältigende Menge und den großen Umfang der Dekorationen der Raum des Saales bedeutend eingeschränkt worden, sodaß eine große Anzahl der An­wesenden zeitweise Sitzplätze überhaupt nicht finden konnte, und auch die beidenErfrischungsbuden^ nur wenigen Unter­schlupf gewährten. Der Platzmangel machte sich namentlich bei Beginn des Tanzes sehr fühlbar. Einen reizenden Anblick bot die über die obengenannte Felspartie geleitete Polonaise. Den leiblichen Genüssen aus der bewährten Stein'schen Küche und dem bekannten Keller wurde im Nebensaale wie auch im Festsaale fleißig zugesprochen. Das Fest, das natürlich in dem erwähnten Tanze seinen Abschluß fand, dauerte bis zum frühen Morgen. Am Sonntag nachmittag vereinigte die meisten der Teilnehmer als Nachfeier eine Partie nach dem Windhof. Unstreitig darf das Fest des Rudervereins als eines der gediegensten und gelungensten der Saison gelten.

* * Polizeibericht. Ein wegen schweren Diebstahls von der Staatsanwaltschaft zu Wiesbaden verfolgter Fabrik­arbeiter logierte sich gestern abend unter falschem Namen in einem hiesigen Gasthof ein. Derselbe wurde von der Polizei erkannt und verhaftet.

* * Lose. Wie wir hören, werden die ersten Lose der Hessischen Laudeslotterie heute Dienstag, den Kollek­teuren zugehen.

* * D i e reichste Stadt ist nach den Ergebnissen der Einschätzung der Vermögenssteuer für 1899 wie bisher Frankfurt a. M. mit einem Durchschnittsvermögen von 197 306 (1897 192 977) Mark, dann folgt Essen (Krupp), wo das Durchschnittsvermögen die starke Steigerung von 150 515 Mark auf 173 401 Mark erfahren hat. Noch stärker war die Zunahme bei der drittreichsten Stadt Charlotten- burg mit 161326 gegen 125 318 Mark. Charlottenbnrg hat damit Berlin, Wiesbaden, Aachen und Bonn überflügelt.

Kr. Fauerbach bei Nidda, 22. Januar. Bei der in voriger Woche in hiesigem Walde abgehaltenen Treib­jagd ereignete sich eine recht niedliche Geschichte, welche Zeugnis von dem Witz und den Einfällen des gewöhnlichen Mannes ablegt. Aus einer Fichtenschonung, in welcher das Wild ziemlich fest saß und nicht heraus wollte, hörte man einen Treiber plötzlich rufen:Heraus Engländer, zu den Buren." Die anwesenden Schützen haben sich darüber sehr ergötzt.

* * Ereignisse aus dem Jahre 1807. (Aus der Dorf­chronik zu Bleichenbach). Im Herbste dieses Jahres ist der Kurfürst von Hessen (Bleichenbach gehörte damals zum Kurfürstentum Hessen) vor Napoleon I., Kaiser der Fran­zosen, aus dem Lande geflohen. Eine provisorische Re­gierung, der Primas von Frankfurt a. M. verwaltete das kurhessische Amt Ortenberg, bis zu Ende des Jahres 1810, allein im Jahre 1811 wurde Bleichenbach mit mehreren anderen Orten dem Großherzogtum Hessen einverleibt- Jn der Gemarkung Bleichenbach lagen damals zwei Domänen, das Hanauische und das Rosenbachische. Diese Güter enthielten 510 Ortsmorgen, der Morgen zu 160 Ruten gerechnet. Für eine ganz geringe jährliche Abgabe hatten die Bewohner Bleichenbachs dieses Gut in Pacht. Sie entrichteten nämlich von jedem Morgen ohngefähr eine Meste Frucht als Pacht. Mancher Ortsbewohner hatte 30, 20, 10, 6, 8, 4 und 2 Morgen in Pacht genommen und Kaiser Napoleon I. verschenkte mit mehreren anderen Domänen des Amtes Ortenberg dieses Gut einem fran­zösischen General, dessen Name unbekannt blieb. Dieser General schickte den Hofrat Geyger von Assenheim als Bevoll­mächtigten hierher, um das Gut den Ortsbewohnern da­hier und die Domänen anderer Orte an deren Bewohner zu verkaufen. Er bot den Morgen um den beispielslos billigen Preis von 15 Gulden an, allein die Bewohner Bleichenbachs erklärten:Das Gut gehört unserem Kur­fürsten und wir kaufen es nicht; denn, wenn wir es ver­kaufen, so fallen wir in Ungnade!" Hierauf kaufte ein hessischer Beamte aus Darmstadt die Domänen und ver­kaufte sie wieder im Jahre 1812 an den Domänenhändler Trackert aus Heidelberg. Als Trackert im Jahre 1812 genanntes Gut in Besitz nehmen wollte, weigerten sich die Pächter es heraus zu geben. Es wurde daher auf ge