Ausgabe 
23.3.1900 Fünftes Blatt
 
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Köchin, i lS ; «Mtt, Mlihrflf» n ^8 f)Q»a

Lokales und Provinzielles.

** Theater-Verein. Als 9. Vorstellung wird am nächsten Mittwoch, den 28. d. M-, Sudermanns Einakter-Cyklus Morituri" gegeben werden. Als Gast wird das beliebte Mitglied des Darmstädter Hoftheaters, Herr Willy Löhr, auftreten, der sich in derJugend von heute" so ausge­zeichnet hier eingeführt hat. Herr Löhr hatte den Wunsch, sich dem hiesigen Publikum einmal in einer großen Auf­gabe zu zeigen und wird nun hierzu als König Teja, alsLeutnant Fritzchen und als romantischer Maler reichlich Gelegenheit haben. Diese Rollen, Paraderollen von Künstlern wie Josef Kainz, spielte Herr Löhr oft auf seiner amerikanischen Gastspielreise.

** Stadttheater. Die Aufführung des W r e d e - scheu SchauspielsDas Recht auf sich selbfti", welches im vergangenen Winter als Novität über eine große Zahl von Bühnen ging, hatte zwar keine große, aber eine desto andächtigere, der Entwickelung der Handlung mit fast atem­loser Spannung lauschende Gemeinde versammelt, die hochbefriedigt von Handlung und Spiel das Haus verließ, freilich fast drei Viertel Stunden zeitiger, als der Theater­zettel prognostiziert hatte. Der Inhalt des Schauspiels erinnert an manchen Stellen an Ibsens Nora: Hier wie dort eine Frau, die vor ihrem Manne ein Geheimnis, eine Schuld bei Wrede ist es eine zu Unrecht verbüßte Haft­strafe ängstlich hütet, bis es durch einen dritten ver­raten wird; darauf brutale Anschuldigungen und unzartes Zugreifen seitens des Mannes und Entschluß der Frau, sich von ihm zu trennen, wovon sie auch durch die Reue des Mannes nicht abzubrinaen ist. Der Schluß ist ver­söhnender als in Nora, und das ist das Verdienst des alten Apothekers Hans, wie er immer genannt wird, des Vaters der ersten Frau von Dr. Philipp. Dieser Schwieger­vater ist eine reizende Figur, der die Darstellung durch Herrn W a l t h e r in vollstem Maße gerecht wurde. Diesem erkennen wir unbedenklich die Palme des Abends zu und bedauern nur, daß wir nicht mehr oft Gelegenheit haben werden, dem ausgezeichneten Künstler, der uns in der letzten Zeit so hervorragende Proben seines Talents als Väterdarsteller gab, auf unserer Bühne zu begegnen, da er uns, ebenso wie im vergangenen Jahre Herr Dietzsch, von Nürnberg entführt wird. Außer der Rolle des Hans Lutz besitzt das Schauspiel nur noch zwei größere Rollen, die des Dr. Philipp und seiner zweiten Frau Anina, dar­gestellt durch Herrn R o l a n und Fräulein H a u s s i g. Herrn Rolan war hier infolge des empfindlichen Mangels eines Heldendarstellers eine Rolle zugefallen, die eigent­lich seinem Wirkungskreise ganz fern liegt. Wenn er sich trotzdem mit ihr gut abfand, so ist uns das ein neuer Beweis seines schätzenswerten Talents. Tie Rolle der Anina bietet der größten Heroine die dankbarste Aufgabe,

ausgedehnte Verbindungslinie zu verteidigen hat, ist sein langsames Vorgehen leicht erklärlich. Auch soll Plumer noch die Buren an ihrem Einfall in Rhodefia verhindern.

Loudon, 22. Mürz. General Wolseley, Ober­befehlshaber der englischen Armee, wird sein Amt im Monat November niederlegen, weil er in diesem Monat die Altersgrenze erreicht. Als sein Nachfolger wird mit aller Bestimmtheit der Oberbefehlshaber in Süd­afrika, Lord Roberts, genannt. Eine Altersgrenze be­steht für Lord Roberts in seiner Eigenschaft als Marschall nicht.

Loudon, 22. März. Aus Blömfontein wird ge­meldet, die Stadt Smithville wurde ohne Widerstand von dem Major Tuing besetzt. Die Einwohner haben sämtlich die Waffen niedergelegt. Aus Bethulie wird berichtet: Das Resultat der zweiten Proklamation des Marschalls Roberts mache sich nunmehr bemerkbar. Die Buren des Transvaal-Staates unterwerfen sich in großer Anzahl.

London, 22. März. Die Präsidenten Krüger und .Stein haben im Burenlager bei Kronstadt Reden voll patriotischer Leidenschaft gehalten, und die Bürger zu neuem Kampfesmut begeistert. Beide appellierten an die ^reiheitsliebe und das Gottvertrauen der Bürger, er­mahnten sie, alles zu thun, um die Unabhängigkeit der Republiken, auf deren Zerstörung es England seit Jahren abgesehen habe, zu schützen, und den Roberts'schen Ver­heißungen nicht zu glauben. Die Stimmung im Buren­heere sei vorzüglich. Aus dem Buren-Hauptlager bei Glencoe wird gemeldet, General Buller habe zwar der bei Dewdrop von den Buren zurückgelassenen deutschen Ambulanz die Rückkehr zu den Buren erlaubt, aber von den Verwundeten vier als Gefangene zurückgehalten. (!) Als nun zwei von ihnen entkommen seien, nahmen die Eng­länder den deutschen Arzt Albrecht gefangen. Die deutsche Regierung habe bei der englischen seine Freilassung erwirkt.

Aus 'derselben Quelle liegt die Meldung vor, daß eine ganzeSammlung von Dum-Dum-Geschossen sowie an­deren Expansiv-Geschossen, die sich bei englischen Soldaten vorgefunden hatten, an das Kriegsministerium geschickt sei. ;

London, 22. März. DerTimes"-Korrespondent in i 5 ,.°,e Nlfontein telegraphiert seinem Blatte: Drei Brucken an der wichtigsten Linie nach Kronstadt sind von den Buren auf ihrem Rückzüge gesprengt worden. Dies ist em deutliches Zeichen für die Absicht der Transvaal-Re- Srerung, dre Verteidigung des Oranje-Freistaates auszu­geben. Em Korps junger Buren ist unter dem Kommando eines englischen Offiziers in Bloemfontein angekommen $Um Polizeidienst verwendet, hauptsächlich um Derhinde " ^cr Plünderung der verlassenen Farmen zu I . ? ? "do n, 22 März. Ein Gefecht fand am Sonn- I

£a.ß Äet Aliwal North statt. Die Buren wurden voll- I ftanbig überrumpelt, und zogen sich eiligst über den Fluß zuruck. Die Engländer hatten vier Tote und 15 Ver- I mundete, die Bilren ungefähr 30. Die Buren haben noch ihre Stellung auf dem großen Hügel auf der Freistaatseite des Flusses mne.

London 22. März. DieTimes" veröffentlichen I WAdes Telegramm aus Lorenzo Marquez vom 20 Marz: Man berichtet aus Pretoria, daß folgende Vor- I kehrungen bezüglich Transvaal und des Freistaates ae- I Achsen worden sind: Präsident Krüger soll zum Präsidenten der vereinigten südafrikanischen Republiken I ernannt werden, während Präsident Stein den Titel eines General-Kommandanten der Buren-Armee und Ge- | n e r a I 3 o u b c r t den Titel eines Vicepräsidenten der I neuen Republiken erhalten soll. Die Fahne de.r neuen I vereinigten Republiken soll aus den zusammengesetzten I en Transvaals und des Oranje-Freistaates bestehen. I Diese Nachricht ist amtlich nicht bestätigt und daher mit Vorsicht aufzunehmen.

Deutsches Reich.

Berlin, 21. März. Heute morgen hatte der Kaiser wie auch gestern im Auswärtigen Amt eine Besprechung mit

Staatssekretär Grafen von Bülow und hörte später, ins königliche Schloß zurückgekehrt, die Vorträge des Laus- ministers von Wedel, des Präsidenten des evangelischen Oberkirchenrats Dr. Barkhausen und des Chefs des ^ivil- kabinetts von Lucanus. Hierauf nahm der Kaiser teil an einer Konferenz über den Wiederaufbau der Hohkönigs- burg. Um 1 Uhr lo Min. fand eine Frühstückstafel im königlichen Schloß statt.

Älf& Z;W" Ureibt: Wie ein deutsches Blatt sich aus Washington melden laßt, erwartet man dort in .Kürze eme weitere Ausdehnung des deutschen Ein flus- ULdn Schon tu ng. Wir wollen demgegenüber nicht verfehlen, zu konstatieren, daß hier an unterrichteter Stelle

--B20l$en Absicht nicht das Mindeste bekannt

Eour." hört, sind hier amtlich teinerlei Nachrichten von thatsächlichen Voraänaen denttcke"rte'L^° Erdings ein militärisches Einschreiten xn ZchEung hätten ersorderlich erscheinen

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Der Abg. Lieber beabsichtigt Ende dieser Woche =»-!"»-«»<

13. b. Mit dem LinienschiffKurfürst Friedrich Wilhelm" nnd dem KreuzerHela" die Weser heranfsegette, passieNe der nach Leith abgehende e n g l i s ch e D a m p f e r N o r t h Star" Kapitan Spence, die kaiserlichen Schiffe "ohne die Kriegsflagge zu salutieren. Gleich nach Bekanntwerden dieses Vorfalls in England hat die Rhederci des Dampfers North Star", die Leith Hüll and Hamburg Steam Packet Co Limited, denKapitänSpenceausihremDienste entlassen, und dem deutschen Kaiser davon Mitteilung gemacht. Der hiesige Vertreter der genannten englischen Dampsergesellschaft, Herr Carl Scholle, übergiebt derWes.

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Ausland.

Wien, 21. März. Einer Meldung derPolit. Korr." aus Konstantinopel zufolge bestehen die Forderungen Rußlands, betreffend den zukünftigen kleinasiatischen Bahn bau darin, daß die Türkei keine Eisenbahn im Gebiete Cassie de la mer noire mit fremdem Kapital zuläßt und, falls die Türkei in diesem Gebiete selbst den Bahnbau vornimmt, hierzu vorerst die Einwilligung Rußlands ein­holen muß. Sollte die Türkei kein Baukapital besitzen, würde Rußland solches vorstrecken.

Die Vertagung des Reichsrates soll erst nach dem Abschluß der Verhandlungen der Verständigungs­konferenz erfolgen. Die Vorschläge der Regierung bezüg­lich der nationalen Abgrenzung in Böhmen werden von deutsch-böhmischer Seite als mangelhaft bezeichnet, aber nicht grundsätzlich zurückgewiesen.

Triest, 21. März. Zur Vermählung der Kron- prinzessln-Witwe Stephanie wird gemeldet, daß Graf Lonyay mit seinem Bruder gestern abend daselbst ange­kommen ist. Die Erzherzogin Elisabeth, die Tochter der Kronprinzessin, reifte heute vormittag ab. Mutter und Tochter waren beim Abschied auf der Schloßstation Mira- mare tief gerührt, und weinten. Die Erzherzogin bleibt heute in Venedig und fährt morgen nach Gries.

Konstantinopel, 21. März. Nach einer in London eingetroffenen Konstantinopeler Meldung hat der Sultan acht Palastdamen wegen I n t r i g u e n mit Mahmud Pascha verbannt.

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3tg." im Auftrage dieser ein Schreiben zur Veröffent­lichung, das die Zerren James Currie u. Co., Direktoren der Leith Hüll and Hamburg Steam Packet Co. aus Anlaß des unliebsamen Vorkommnisses an ihn richteten. Das Schreiben an Herrn Scholle lautet:

Leith, 19. März. Geehrter Herr! Mit tiefem Bedauern haben wir aus ihrem Briefe vom 16. d. M. Kenntnis erhalten von der Unhöflichkeit, der sich der Kapitän Spence vomNorth Star" schuldig machte, in­dem er das LinienschiffMrfürst Friedrich Wilhelm" mit dem deutschen Kaiser an Bord passierte, ohne dessen Flagge zu salutieren. Wir haben die Angelegenheit so­fort untersucht und gesunden, daß diese Handlungsweise mehr der Unwissenheit entsprang, als irgend einer beabsichtigten Unhöflichkeit; die Sache ist aber so ernster Natur, daß wir sie doch nicht übersehen konnten und uns gezwungen sahen, Kapitän Spence s o - fort aus unserem Dienst zu entlassen. Wir haben Se. Kaiserliche Majestät direkt um Entschuldigung ge­beten, und haben uns auch bei der deutschen Admiralität durch den englischen Gesandten in Berlin entschuldigt. Wir ersuchen Sie, dies Schreiben in Bremen zu veröffent­lichen und gleichzeitig zu bestätigen, daß hier niemals irgend welche beabsichtigte Respektlosigkeit auf Seite der Eigentümer desNorth Star" vorliegen könne, welche über ein halbes Jahrhundert mit deutschen Häfen ver­kehrt haben, und denen jederzeit von deutschen Behörden die äußerste Höflichkeit bezeigt worden ist.

Ergebenst James Currie u. Co.

München, 21. März. DieAugsb. Abendzeitung" schreibt, der Vertreter Bayerns im Bundesrat, Graf Ler­chenfeld, habe seine Aeußerung im Reichstage zur lex Heinze ohne Auftrag seiner Regierung abgegeben und sich vielleicht an weit zurückliegende Instruktionen gehalten.

I und es sollte uns wundern, wenn nicht große Künstlerinnen I die Auma in ihr Gastspielprogramm ausnähmeuJn An I betracht der Schwere der Rolle und ihrer erstmaligen Dar- I stellung war ihre Wiedergabe durch Frl. Laussig sehr lo- I benswert. Für eine etwaige Wiederholung möchten wir I der geschätzten Künstlerin raten: Weniger Deklaniatior I mehr Spiel. Namentlich durch stummes Spiel läßt sich I die Rolle der Anina, die in der hoheitsvollen Würde der I Unschuld von Frl. Haussig so zutreffend angelegt wurde I ZU einer äußerst wirkungsvollen gestalten. Von den übriach I Rollen ragen nur die des Fritz Hart und der Professorin I Brause über das Niveau des episodenhaften hervor. Der I erstere wurde gut verkörpert durch Herrn Henry, letztere I brachte durch die ausgezeichnete Wiedergabe der gemein» | gefährlichen, vereinswütigen Klatschbase etwas Heiterkeit I in das im übrigen so ernst gestimmte Stück. Es ist leb» I ft zu bedauern, daß derart inhaltreiche Dramen in dieser I Saison in so geringer Zahl zur Aufführung gelangten. I Wir glauben, dem besseren, d. h. Bildung suchenden Teil I des Publikums sind sie lieber, als die faden Schwänke uni) I Possen. Wir wünschten, es ließe sich noch eine zweite Aus- I führung des Wrede'schen Schauspiels ermöglichen. Sie I würde gewiß künstlerisch noch vertiefter und hoffentlich | auch stärker besucht, als Die gestrige sein.

** S t a d 11 h e a t e r. Wir verweisen hiermit nochmals I auf die bereits angekündigte Benefizvor stellung für I Frl. MarieEichenwaldam morgigen Freitag. Die I Benefiziantin, welche ujns wahrend der Saison vielfache I Beweise ihres bedeutenden Gesangstalentes und künstle- I rischen Könnens gegeben, singt dieRegiments- I kochte r". Das Vaudeville ist nach der gleichnamigen Oper | bearbeitet, was Handlung und Text betrifft; die Musik I ist diejenige von Donizetti und gehört dieselbe zum I besten und gefälligsten, was wir auf dem Gebiete der Spielopern besitzen. Wir sind überzeugt, daß es einer so tüchtigen Sängerin, wie es Frl. Eichenwald ist, nicht schwer I fallen wird, die schwierigen Gesangs-Variationen der Titel­partie mit Leichtigkeit zu überwinden. Hoffentlich vereinen sich morgen ihre künstlerischen Erfolge auch mit recht ma­teriellen durch ein vollbesetztes Haus. Es wäre der anstren­gend beschäftigt gewesenen Künstlerin zu gönnen. Zu be­merken wäre noch, daß die Uniformen der französischen Soldaten eigens für diese Vorstellung neu angefertigt worden sind.

** Der landwirtschaftliche Bezirksverein Gießen hielt gestern dahier im Lenz'schen Felsenkeller seine General­versammlung unter Vorsitz des Direktors, Herrn Ge­heimrat v. Bechtold ab. Zunächst wurde der Voranschlag für 1900/01 beraten und festgestellt, und die Wahl der Mitglieder des Ausschusses des Provinzialvereins vorge nommen. Alsdann hielt Herr Landgerichtsrat Schmecken becher von hier einen Vortrag überdie Bestimmungen des i bürgerlichen Gesetzbuchs in Beziehung auf die Landwirt­schaft". Er leitete seinen Vortrag mit der Bemerkung ein, daß das neue Gesetzbuch dem deutschen Volke nunmehr die ersehnte Einheit im bürgerlichen Recht gebracht habe; aus der Fülle des Stoffs wolle er herauSgreifen: Die Ver­jährung, den Pa chtvertrag, dieWährfchaft beim Viehhandel und das Nachbarrecht als solche Gegen­stände, die dem Landwirt von besonderer Bedeutung seien. Redner behandelte zunächst das Wesen und die prozessualische Behandlung der Verjährung, die einzelnen Fristen, die Unterbrechung derselben und hob als bemerkenswert hervor, daß bei 2- und 4jährigen Fristen die Verjährungsfrist erst mit Schluß des Kalenderjahrs beginne, in dem der Anspruch entstanden war. Sodann wurde der Pachtvertrag be­sprochen und dabei u. a. bemerkt, daß ein Anspruch des Pächters auf Pachtnachlaß bei Mißwachs, Hagelschlag :c. wie seither nicht mehr bestehe. Die Bestimmungen über Währschaft wurden sehr eingehend behandelt. Dieselben find völlig andere als bisher. Redner erläuterte Voraussetzungen und Umfang der Rechte des Käufers, insbef. die Notwendigkeit der Wahrung der einzelnen Gewährfristen und rechtzeitigen Klagerhebung, die einzelnen durch kaiserliche Verordnung festgesetzten Hauptmängel und hob hervor, daß der Ver­käufer, der Mängel arglistig verschwiegen habe, nicht durch die besonderen Vorschriften geschützt werde, und ferner bei ausdrücklicher Haftung für alle Fehler nicht nur die gesetz­lichen Hauptmängel garantiert seien. Zum Nachbar- recht wurde auf die öffentlich- und Privatrechtlichen Be­schränkungen des Eigentumsrechts an Grundstücken hiuge- wiesen, auf die Entfernung zum Nachbar bei Pflanzung von Bäumen, die Verhältniffe bei überhangenden Zweigen und übergreifenden Wurzeln und überfallenden Früchten. Zum Schluß erklärte der Vortragende die Einrichtung des neuen Grundbuchs an Hand eines sogen. Grundbuchblatts, welches er in der Versammlung zur Einsicht herumgab. Den klaren Ausführungen des Redners, die an vielen prak­tischen, dem landwirtschaftlichen Leben entnommenen Bei­spielen erläutert wurden, folgte reicher Beifall, und der Vor­sitzende sprach ihm noch besonders für den intereffavten Vortrag den Dank der Versammlung aus. Es knüpfte sich ! eine lebhafte Diskussion an, worauf der Vorsitzende die | Versammlung schloß.

** Aus der Präsidialsitzung der Krieger- kameradschaft Hassia vom 4. März wird uns fol­gendes mitgeteüt: Aus dem Vertrag mit derProvi­dentia" sind der Kriegerkameradschaft für 1899 über 150 000 Mark zugute gekommen. Der Vertrag mit derZürich" wegen Haftpflichtversicherung hat eine erstmalige Ver­gütung aus den Prämien der Anteil an dem Rein­gewinn steht noch nicht fest von etwa 400 Mark er­geben, für den Anfang ebenfalls ein r^cht günstiges Re­sultat. DieZürich" hat auch die Versicherung gegen1 Einbruchsdiebstahl in ihr Arbeitsgebiet ausgenommen. Allen Kameraden ist daher die Teilnahme an den durch den Landesverband vermittelten Versicherungen aus das wärmste zu empfehlen. Aus dem Kassenberichte geht hervor, daß !d»as Kapitalvermögen des Verbandes am 31. Dezember 1899 sich auf 127 811 Mark belaufen hat. Dem Kapital sind rund 8000 Mark zugegangen, infolge des starken Rückganges der Kurse der Staatspapiere mußten aber in der Bilanz zwischen 6000 und 7000 Mark als Kursverluste abgeschrieben werden, sodaß nur eine Kapital­zunahme von ca. 1400 Mark vorhanden ist. Der Dele-