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Markus Bauer
Kirchenplatz II.
— Herrenkonfektion. —
Anfertigung n. Mass In eigener Werketfitte.
Kloß natürlich kein Attest beischaffen und hatte nun eine ernste Strafe zu gewärtigen.
Homburg v. d. H., 21. März. Herr Oberst Wolin er, der Vorstand des Unterkunftsbureaus im Kriegsministerium zu Berlin, traf heute hier ein, besichtigte die hiesige Kaserne, sowie-den Bauplatz für eine neue Kaserne, und begab sich dann nach Niederursel, um das Gelände in Augenschein zu nehmen, auf welchem ein gemeinschaftlicher U e b u n g s p l a tz für die Garnisonen Frankfurt und Homburg geschaffen werden soll.
Universität und Hochschule.
— Srnanntr Die Privatdozenten an der Universität Straßburg Dr. Kobold, Observator der Sternwarte, und Prof. Dr. Hergesell, Direktor des meteorologischen Landesdienstes, zu a.-o. Profefforen in der mathematischen und naturwissenschaftlichen Fakultät.
— Berufe«r Der Professor der Medizin Ernst Romberg in Leipzig als Direktor an die medizinische Poliklinik in Marburg. Er hat den Ruf angenommen.
— Habilitiert r In der philosophischen Fakultät der Berliner Univerfität Dr. Walter Struck mit einer Vorlesung über „Erste Kammer und Herrenhaus in Preußen" und Dr. Alfred Bierkandt mit tiner Antrittsrede über „Dualismus oder psychophysischer Parallelismus?".
— Gestorben r Der Kustos an der Gemäldegallerie des Wiener Hosmuseums, Privatdozent an der Universität und Dozent an der Akademie der Künste in Wien, Dr. Hermann Dollmayr im Alter von 35 Jahren.
— Verschiedenes r Man schreibt aus Heidelberg: Die hiesige juristische Fakultät hat zu einer Neuerung die Hand geboten. In der Anzeige der Vorlesungen für das Sommer-Halbjahr hat Privatdozent Dr. Affolter einen Ferienkurs angekündigt. Er wird vom 13. August bis 13. Oktober täglich von 8 bis 10 Uhr ein Repetitorium des gesamten Bürgerlichen Gesetzbuchs abhalten. — Man schreibt aus Brüffel: Der Provinzialrat von Brabant hat in seiner letzten Sitzung beschloffen, ein Institut zur Heilung der Tollwut durch Serumbehandlung in Brüssel zu errichten. — Der erkrankte Privatdozent, Herr Dr. phil. W. Euler in Leipzig, ist vom Königlichen Ministerium des Kultus und öffentlichen Unterrichts von der Abhaltung der für das Sommersemester 1900 angekündigten Vorlesungen dispensiert worden. — Mit der Abhaltung der an der Universität Leipzig vom Professor Dr. Drude für das bevorstehende Sommerhalbjahr angekündigten Vorlesung „Theorie des Lichtes" ist Herr Professor Dr. Wiedeburg beauftragt worden. — Das Professorenkollegium der Wiener juristischen Fakultät sprach sich für Zulassung der Frauen zum juristischen Studium aus.
Vermischtes.
* Erfurt, 19. März. Hier sind zwei Polizei- Wachtmeisterstellen mit 1650 Mk. Anfangsgehalt, und 120 Mk. Kleidergeld ausgeschrieben. Zu diesen haben sich bis jetzt nicht weniger 180 Bewerber gemeldet. Unter diesen befinden sich Personen, welche das Gymnasial- Abiturium bestanden haben und in der Armee die Fähnrichscharge bekleiden!!
* Stuttgart, 21. März. Nach einer Meldung der „Schwäbischen Tagwacht" ist der Bankier Nördlinger, der unter der Anschuldigung eines Sittlichkeitsvergehens verhaftet war, gegen eine Kaution von 40000 Mark auf freien Fuß gesetzt worden.
* Paris, 21. März. Heute nachmittag feuerte vor der 5. Civilkammer ein Angeklagter drei Schüsse auf den Vorsitzenden ab, welche jedoch nicht trafen. Der Thäter wurde in Haft genommen. Das Motiv der Thal ist unbekannt.
Emil Wagner,
61 Bahnhofstr._6l.
Kunst-Ausstellung.
ausetellüng im Turmbaus am Brand ist täglich von 11 bis 1 Uhr mittags mit Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen. Eintritt für Nichtmitglieder an Werktagen 50 Pfg.j an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg.
Städtischer Arbeitsnachweis Gießen
Garteuftrahe 2.
««gebot der Arbeitnehmer i 2 Bauschlosser, 3 Taglöhner, 1 Schneider- Hrling aufs Land, 1 Mechanikerlehrling, 1 Mädchen nach Ostern für leichtere E-usarbeit, 1 Büglerin, 2 Schreibgehilfen.
Nachfrage der Arbeitgeber r 1 Bäcker, 1 Holzdreher, 3 Buchbinder, 2 tüdbt. Bauschloffer, 1 Maschinenschlosser, 1 tücht. Wagner, 1 Schuhmacher im Alter M17—20 Jahren, 1 Rockarbeiter, 1 Schneider auf Woche, 1 Bauschreiner, 1 Einleger, Illandwirtschaft. Arbeiter, 1 Fahrbursche, 1 Kutscher, 3 Dienstmädchen, 1 Herrschasts« RM)in, 1 besseres Hausmädchen, 1 Dienstmädchen für eine Oekonomie, 1 Kindermädchen, 2 Lauffrauen, 1 Räberin für dauernde tägliche Beschäftigung, 1 Flickfrau.
iicrtentag der „Hassia" wird am 27. Mai d. I., vor- .iitaqs 9 Uhr in Osthofen (Rheinhessen) zusammentreten.
Aus dem Vorstand scheiden satzungsgemaß aus: die Pam er ab en Lahr, Gernsheim und Sandmann. Folgende Anträge stehen auf der Tagesordnung: A. seitens des Präsidiums: 1. Redaktionelle Aenderuugen am Wortlaut fcei Satzungen infolge Neudruck derselben. 2. Veranstaltung einer Gesellschaftslotterie unter den Verbandsmi^ Niedern. Ein Teil des Reinertrags soll den Veremen nach Maßgabe ihrer Beteiligung zufallen. 3 Hasfia-Vereine Hl en künftig ehemalige Soldaten, welche schon einem iächt^assia-Verein des Großherzogtums angehoren, nicht Bufnehmen 4. § 22 der Satzungen soll dahin geändert werden daß das Präsidium den Ausschluß eines Vereins m beschließen befugt sein, letzterem aber der Rekurs an |en Telegiertentag zustehen soll. 5. Ausschluß des Sol- dutenvereins Alzey aus dem Verband. B. Seitens des Bezirks Friedberg: Vereine, welche die Parole nicht mindestens in einem Exemplar halten, sollen aus dem Verband ausgeschlossen werden. — Neugebildet ist der Bezirk Ulrichstein. Der Vorsitzende des Bezirks Ober-Ingelheim, Dr. Martin, ist von seinem Amte zurückgetreten. Ehrerttafel- g,suche müssen in Zukunft protokollarisch unter genauer Angabe der Verhältnisse und der in Betracht kommenden Zeitpunkte begründet werden. Für die Herstellung eines Musters für Ehrenschreine hat die Großh. Zentralstelle für die Gewerbe in dankenswerter Weise ein Preisausschreiben erlassen. Die jetzt noch einlaufenden Anträge auf Führung des Großherzoglichen Wappens in neuen Fahnen müssen wegen Verspätung des Termins für dieses Fahr abgewiesen werden. Die Konfirmationsgaben aus brr Ernst-Ludwig- und Viktoria-Melitta-Stiftung sollen, soweit es die diesjährigen Mittel erlauben, gegen seither erhöht werden. An Jahrbüchern von 1899 sind über 30 000 stück abgesetzt und daraus für den Verband ein Gewinn von -nehr als 5000 Mark erzielt worden. Im nächstjährigen Jahrbuch soll ein Verzeichnis der Vereine und ihrer Vorstände Aufnahme finden.
** Polizeibericht. Ein junger Mensch von auswärts entwendete vor einigen Tagen einem hiesigen jungen Wann die Taschenuhr und verkaufte sie an einen hiesigen Aonimis für 5 Mark. Die Uhr hat einen vollen Wert von 3(1 Mark. Anzeige ist erhoben. — In der Nacht vom Montag zum Dienstag wurde eine Arbeiterhalle auf dem neuen Friedhöfe an der Marburgerstraße erbrochen, und daraus verschiedene Arbeitsgerätschasten entwendet. Der Dieb ist gestern in der Person des 18 Jahre alten August Rink von Wieseck ermittelt und zur Anzeige gebracht worden. Die gestohlenen Gerätschaften wurden in seiner Wohnung vor- gcfunben.
A Mainz, 21. März. In dem nunmehr schon nahezu 3 Wochen währenden Aus stand der hiesigenTüncher uni» Maler werden jetzt allmählich Annäherungsversuche gemocht. Während die Meister anfänglich sich überhaupt auf keine Verhandlungen einlaffen wollten, erklären dieselben jetzt, daß sie wohl geneigt seien, mit den Gehilfen in Unterhandlungen zu treten, daß sie sich aber keinerlei Vorschriften von einer sogenannten Lohnkommission machen ließen. — $n einer gestern abend stattgehabten Sitzung des Festaus- sihußes wurden über den Zug bei der Gutenbergfeier die Einzelheiten mitgeteilt, aus welchen hervorgeht, daß der Zug der größte aller derartigen Züge zu werden verspricht unb sowohl den Heidelberger Jubiläumszug, wie auch den Diener Makartzug an Länge und Ausdehnung bei weitem übertrifft. An dem Zug werden annähernd 3000 Personen tkilnehmen, während der Wiener Zug nur 1200 und der Heidelberger gar nur 900 Personen zählte. Die Kosten des Zuges sind auf 50000 bis 60000 Mk. veranschlagt, ungerechnet die Kostüme, die die Teilnehmer aus ihren Taschen bezahlen. Neben 40 Vereinen haben sich bereits 150 Damen und 80 Herren einzeln zur Teilnahme angemeldet. — Zu dem Selbstmord des Pionier Kloß, der sich, wie erwähnt, in der Nacht vom Sonntag auf Montag zwischen Nackenheim und Aodenheim von einem Schnellzug hat überfahren lassen, vird jetzt mitgeteilt, daß die Furcht vor einer zu erwartenden Strafe die Ursache war. Kloß hatte sich Urlaub erwirkt, M seinen in Mannheim wohnenden, sehr begüterten Vater F besuchen, wobei er seinen Vorgesetzten mitteilte, daß sein Suter erkrankt sei. Neber diese Erkrankung sollte Kloß ein ärztliches Attest von Mannheim mitbringen. Da der Aater aber überhaupt nicht krank war, so konnte der junge
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träufele morgens nach dem Aufstehen und abends V oor dem Schlafengehen einige Tropfen Kosmin in ein Glas Wasser, behalte einen Schluck von der Mischung eine, Zeit lang im Munde und bewege die Flüssigkeit zwischen den Zähnen hin und her, damit dieselbe überall gut eindringen kann. Mit dem Rest spüle man wiederholt den Mund und gurgele. Wer dies täglich thut, wird bald die wohlthuende Wirkung des Kosmin auf Zähne und Zahnfleisch verspüren. Der ungewöhnlich erfrischende Wohlgeschmack des Kosmin macht übrigens dies Verfahren so angenehm, daß der tägliche Gebrauch schon nach kurzer Zeit zum Bedürfniß wird.
Flacon Mk. 1,50, lange Zeit ausreichend, ist in Drogerien, Parfümerien sowie in den Apotheken käuflich.
In Gießt« zu haben bei Adolf Welz. 2215 |
die Hauptrolle bei der Verhandlung spielen wird, haben schon vertrauliche, natürlich unverbindliche Vorbesprechungen zwischen den einzelnen Mitgliedern der Kommission statt- gesunden.
Die WareuhanSfteuer.
Berlin, 22. März. In der 14er-Kommission des preußischen Abgeordnetenhauses wurde gestern abend die Beratung des Gesetzentwurfes über die Warenhaussteuer fortgesetzt, nachdem vorgestern § 1 der Vorlage angenommen worden, in welchem gesagt ist, daß der Warenhaussteuer unterliegt, wer das stehende Gewerbe des Kleinhandels mit mehr als einer der im § 6 des Gesetzes unterschiedenen Warengruppen betreibt. Dieser Paragraph stand gestern zur Behandlung, und wurde nach Ablehnung aller Abänderungs-Anträge nach der Regierungsvorlage unverändert angenommen.
Theaterfkaudal.
Budapest, 22. März. Die Studenten veranstalteten gestern abend vor dem Nationaltheater gegen den Intendanten Grafen Keglevich eine Katzenmusik, weil derselbe die üblichen Studenten-Vorstellungen im Theater untersagt hat. Es kam zu einem Zusammenstoß mit der Polizei, welche von der blanken Waffe Gebrauch machen mußte. Mehrere Studenten wurden verhaftet.
Kronprinzessin Stephanie.
Miramare, 22. März. Gestern nach der Abreise der Erzherzogin Elisabeth zog Graf Lonyay herzlich begrüßt in Miramare ein. Er nahm an dem Abschieds-Diner,' welches die Witwe Stephanie ihrem Hofstaat gab, teil, doch wurden keinerlei Toaste ausgebracht. Der heutigen Trauung geht eine Messe voran. Nach der Trauung findet in dem großen Speisesaal ein gemeinsames Dejeuner statt.
Wien, 22. März. Die Wiener Zeitung publiziert ein kaiserliches Handschreiben, durch welches die Kronprinzessin Witwe Stephanie des Protektorats über das Note Kreuz in Oesterreich enthoben, und die Tochter des Kaisers, die Erzherzogin Marie Valerie mit dem Protektorat betraut wird.
Ueberfälliger Dampfer.
Paris, 22. März. Bis jetzt fehlt noch jede Nachricht über den überfälligen Dampfer Pauillac. Die Gesellschaft hatte einen Dampfer ausgeschickt, um nach dem Verbleib des Pauillac zu forschen. Dieser hat von dem verschollenen Dampfer noch nichts bemerkt.
Kundgebungen gegen England.
Antwerpen, 22. März. Die England feindlichen Kundgebungen dauern fort, ohne daß die Polizei Anstalten trifft, dieselben zu verhindern. Vor der Börse werden seit einigen Tagen Flugblätter verkauft, in welchen England und besonders Chamberlain gröblich beschimpft werden. Einem Amerikaner, der irrtümlicherweise für einen Engländer angesehen wurde, wurden die Fenster zertrümmert. Verschiedene Blätter lenken die Aufmerksamkeit der Regierung auf die Thatsache hin, daß feit einigen Tagen im Hafen große Mengen Kriegs-Kontrebande verschifft werden. So wurdeir beispielsweise Sättel für die englische Armee von deutschen Händlern über Antwerpen nach England eingeschifft, ohne daß bis jetzt Maßregeln getroffen worden sind, diese NeutralitätS-Uebertretung zu verhindern.
Arbeiterbewegung.
Telegramme des .Gießener Anzeigers
MShrisch-Ostrau, 22. März. Die Situation ist unverändert. Die Arbeiter, aufgehetzt von den Radikalen, versuchten gestern vor dem Direktionsgebäude der Witkowitzer Kohlengruben zu demonstrieren.
Aeurste Keldungm.
Depesche« &t8 Bureau .Herold",
Zur Alotteuvorlage.
Berlin, 22. März. Die Beratung der Flottenvorlage in der Budget-Kommission des Reichstages wird nach den Mitteilungen, welche der Vorsitzende der Kommission im SenioreN'Konvent gemacht hat, mit Rücksicht auf die Erkrankung von Mitgliedern, welche sich bei der Beratung wesentlich beteiligen wollen, erst nach den Osterferien beginnen. Ueber die Deckungsfrage, die bekanntlich
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