Koloniales.
lieber die Thatigkeit der Schatztruppe vou Kamerun bei der Strafexpedition gegen die Eingeborenen am Croßflusse, die an der Ermordung des Leutnants v. Queis und des Kaufmanns Conrau beteiligt waren, veröffentlicht das „Dtsche. Kolonialblatt" einen ausführlichen Bericht. Danach erfolgte am 28. Mai der Abmarsch von Ekonaku nach Ekondu—Kondu, am 7. Juni der Vormarsch auf Eko roman, das besetzt wurde, nachdem 2 Gefreite gefallen und Hauptmann v. Beffer verwundet worden war. Unweit dieses Ortes war Leutnant v. Queis getötet worden. Äm 14. Juni erreichte die Expedition Nssapke und am 18. Juni marschierte Leutnant Merensky mit einem Unteroffizier, dem größten Teil der Soldaten und den notwendigen Trägern nach Südosten vor, schlug den Weg über die Dörfer Ajauke, Jnmuku, Arauru, Mbaben, Oguran, Mbabi, Mbobo, Mbofon und Abakpa, die östlich des Hauptwegs Okurn- Nssapke liegen und von Ekois bewohnt werden, ein utib erreichte von letzterem Orte aus über Okurri auf dem direkten Wege wieder Nssapke. Inzwischen waren FriedevS- deputationen von allen Ortschaften eingctroffen, welche die unbedingte Unterwerfung aussprachen.
Die Gesellschaft Südkamerun hielt am 5. November in Hamburg ihre erste ordentliche Generalversammlung unter Vorsitz des Dr. Scharlach ab. Aus dem Bericht der „Dtschen. Kolonialztg." über das abgeschlossene Geschäftsjahr entnehmen wir folgende interessante Mitteilung:
„Von dem aus 2 000 000 Mk. (je 2500 Anteile Serie A und B L 400 Mk.) bestehenden Kapital sind bis jetzt 1 250 000 Mk. eingefordert. Außer den Anteilscheinen sind noch 15000 Genußscheine ohne Wertbezeichnung ausgegeben worhen, von denen 10 0 00 an die Herren Dr. Scharlach und Sholto Douglas für die Uebertragung der von ihnen erworbenen Rechte an die Gesellschaft gewährt, die restlichen 5000 Genußscheine den ersten Zeichnern der Anteile, und zwar je ein Genußschein für jeden Anteil, -egeben- roorben sind.*
Soweit die „Deutsche Kolonialzeitung". Zwischen Dr- Scharlach und Sholto Douglas wurden die Genußscheine zu gleichen Teilen verteilt, sodaß jeder von ihnen 5000 er-
Adner glossiert die Walderseeschen Ovationen als et« Dühnenkunststück ersten Ranges und stellt dies im Gegen- zu Moltke. Die bemerkbare Zurückhaltung von Rußland und Amerika sei die Folge gewesen. Die Hineinbeziehung kaiserlicher Reden sei geboten dadurch, daß der Kaiser im Volke Stimmung zu machen suche für das, was er für richtig halte; die Volksvertretung, die oft von ihm direkt angegriffen worden sei, könne darüber nicht stillschweigend hinweggehen. Das Bedenkliche sei, daß die Reden vielfach gehalten wurden ohne vorherige Verständigung mit den verantwortlichen Ministern über Inhalt und Form. (Lebhafte Zustimmung.) Wenn die Minister nicht mit diesen Reden einverstanden feien, so müßten sie ihren Abschied nehmen. Bei der Hunnen rede des Kaisers habe Graf Bülow durch die von ihm verursachten Korrekturen zu erkennen gegeben, daß diese Rede eigentlich von ihm nicht verantwortet werden könne. Redner hat große Bedenken gegen die Verquickung von Religion und Politik, die in China zur Schädigung der Mission geführt hat. Tie Hunnenbriefe würden nicht derart die Aufmerksamkeit erregen, wenn man nicht an den Zusammenhang mit der kaiserlichen Pardonrede denken müsse. Zweifele man sie an, so sage man doch, wo denn die notigen Gefangenen gemacht seien? Niemals früher sei vom obersten Kriegsherrn vorher gesagt worden, daß Pardon nicht gegeben werde.. (Zustimmung.)
Es handle sich bei der Kritik nicht um übertriebene Hu- j momtat, sondern um den Protest gegen die Massen- i wehrloser Gefangener, bei denen der Eindruck bestehe, daß sie die Folge der ausgegebenen Parole seien. Der Hinweis des Kriegsministers auf die früheren Hunnenthaten sei höchst sonderbar. Solle Revanche geübt werden für das, was vor Jahrtausenden verbrochen solle denn aus der Entwickelung der Welt werden und wie sei es dann mit der kulturellen Entwickelung bestellt? Der Reichskanzler habe sich be- -glichst viel Wasser in den Wein der chine- fischen Rede zu gießen, und es sei ja auch sonst ein Ein- lenken in unsere Politik erfolgt, was den ersten An- I kundigungeu nicht entsprach. Redner weist dann auf den §?Abnsatz hm, daß trotz der Warnungen vor der chine- I jtfäen Gefahr die europäischen Völker China mit dem besten Waffenmaterial versehen haben, Deutschland allen voran. Unverständlich sei es auch, daß Deutschland in dem japanisch-chinesischen Kriege bei den Friedens-Ver- I Handlungen Jafarn in den Arm gefallen sei. Nach den Erfahrungen sehe er auch die Erwerbung von Ki - I °u viel weniger günstig an, als früher, wegen ihres Zusammenhangs mit den Wirren. I Die Nichteinberufung des Reichstages sei nicht ver- nach der Art, wie sich der Reichstag gegenüber den Flottenvorlagen feines Willens begeben habe.
io le nun aber nicht den alten Hohenlohe dafür ver- machen. (Heiterkeit.) Graf Bülow würde bei nachdrücklichem Eintreten für die Berufung des Reichs- tages dieser sicher durchgesetzt haben und ebenso die ^wrungsmitglieder. Diese seien allesamt
Heiterkeit.- Die Verfassungswidrigkeit I wird dadurch verstärkt, daß man über dieses Etatsjahr I hinaus finanzielle Verpflichtungen übernommen hat durch I ?Or^eruZ,0!n über Pensionen u. dgl. und besonders bedenklich ist die vorbehaltlose Vermehr - I s-n 9 1? .PJ.U 6 r s - und Beamten ko rps. Auch I eie nachträgliche Jndemnitätserklärung hebe diese Be- I jenfen Nicht auf sondern es müsse feste Sicherheit ge- I
-Ä en. werden daß derartige Verfassungswidrigkeiten nicht wieder Vorkommen. Tie Verantwortlichkeit der Mi- nister muß zur Wahrheit werden, sowohl nach oben wie I
^rchstag gegenüber durch Schaffung eines Klage- nechts des Reichstags. Mit der Bestteckung der Ziele der deutschen Politik in der Rede des Reichskanzlers sind die weltpolitischen Reden des Kaisers nicht vereinbar Tw Zukunft Deutschlands liegt nicht auf dem Wasser I sondern im Lande selbst. (Beifall links) "
Reichskanzler Graf Bülow glaubt, daß der Hauptgrund, der semen Amtsvorgänger veranlaßte, im Sommer nlcht zur Einberufung des Reichstages zu schreiten, zu- La*L^t^a9mi9 ü^r, daß die Zusammenberufung »e» Reichstages wegen der Chinaexpedition zur Voraus- I Atzung gehabt haben würde, die Vorlegung eines Er- ganzungsetats für das laufende Etatsjahr an den Reichs- I tag und Bundesrat, und dafür schienen dem Reick s- tanzler damals die Voraussetzungen noch nicht gegeben I sÜ Dazu kam, daß der damalige Reichskanzler aus I f.Ctne§ ber Presse die Ueberzeugung KW" Tonnen glaubte, daß die Einberufung des
J/e?.er nicht den Wünschen aller Par-
' "//freche (hort, hört links), und es war namentlich fnniTrr-' dleser Beziehung den damaligen Reichs- kanzler impressioniert haben dürfte, nicht nur weil es I fonbeUrnerm,* rcb‘SicrtC5i Blatt ist, (Hciterkit), ™ "X kC1 lf,m Beziehungen nachgesagt iverdeu TPhtUmkJ b"°°rragenden Parlamentarier, dessen Be- torV*. «XT -°°b-n alle bewundert haben. «Heiterkeit.) Dix Leitung" «Zuruf links.)
brachte gerade rm Moment, wo es des "der um die Nichteinberusunq
ä handelte, einen Artikel, in dem es hieß ' Hntbätia dfeinS'Beiän?a Unberufen, kann nicht wochenlang SX- ' bis eine entsprechende Vorlage möglich ist' I tcn die Ministe^ j
4.*M6te"eSSS$ WM ätc, «KFsrwsg r KZ um aus finanziellen Gründen den Reichstaa w I ;
richtig! links; hört! hör?! rechts ?
zu, daß dieser Artikel bis zu einem gewissen^GradenJ? pelzen gestellt ist das pflegt aber bei offiziös AuÄ < lassungen häufig der Fall zu sein. (Große Heiterkeit) '
d-esen Artikel unbefangen liest, kann nicht im Zweife . jein, daß derjenige, der diesen Artikel verfaßt oder in- < giriert hat, die Einberufung des Reichstags, gewiß i vpttma ide in diesem Augenblick nicht für" notwendig 1 KE. (Zuruf links.) ch habe zu denjenigen gc9 |ort, die glaubten, daß damals ernste und ae \ wichtige Gründe für die Einberufung des < I»e i ch s 1 a g s sprachen. (Hört, hört!) Aber ,wie ich I :
■ | den Artikel las, sagte ich mir doch, da muß ich mich ‘ I strecken, gegen Richter kann ich nicht aufkommen! (Große - I Heiterkeit.) Wenn sich wieder eine ähnliche Kriegsgefahr
| ereignen sollte und wenn ich dann noch an dieser Stelle I stehen sollte, — in dieser Beziehung sagte Richter soeben | ein sehr richtiges Wort (Heiterkeit) — wenn diese beiden I Voraussetzungen zusammentreffen, dann werden Sie ein- I berufen werden, darauf können Sie sich verlassen. (Heiter- | leit.) 9hln ist Richter auch zurückgekommen auf das Ver- I hältnis zwischen Deutschland und Rußland, und I ^r hat die Ansicht ausgesprochen, daß der russische Eva- I kuationsvorschlag zurückzuführen wäre auf eine Vershimm- I ung gegen uns. Das war nicht der Fall. Dies anzu- I nehmen, heißt die Sachlichkeit und Ruhe unterschätzen, I welche die russische Politik kennzeichnet, die sich nicht I von Verstimmungen oder Stimmungen leiten läßt. (Zuruf I links.) Am allerwenigsten richtete sich der russische Eva- I kuationsvorschlag gegen unser Oberkommando, das von I dem Kaiser von Rußland in erster Linie in unsere Hände I gelegt worden war. Der Gedanke eines deutschen Ober- I befehls beruhte auf einer von außen her auf am t- I lichem Wege an uns gelangten Anregung. I (Hört, hört!) Mehr kann ich nicht sagen, (Ah, links.) weil I es sich handelt um einen Gedankenaustausch zwischen Sou- I veränen und Staatsoberhäuptern, und abgesehen davon | giebt es auch Fälle, wo mir das Staatsinteresse ein I Schloß vor den Mund legt, (sehr richtig, rechts) das I Staatsinteresse, das mir noch höher steht, als mein leb- I Hafter Wunsch, im übrigen auf alle Fragen des Abg. I Richter zu antworten. (Heiterkeit.) Bebel hat gesagt, daß I namentlich die katholischen Missionare bis zu einem I gewissen Grave Schuld trügen an den gegenwärtigen | Wirren in China. Ich halte diese Auffassung für falsch. I 2-ir werden die Missionen auch ferner schützen. Tann ist I Richter auch ins Gericht gegangen mit den Zirkular- I noten, die ich im September lanciert habe. Dabei kam I ec, mir weniger auf die Form an, als auf die Formu- ! I lierung eines Vorschlages betreffs Eruierung und Be- I strafung derer, die an den greulichen Unthaten in China I schuld waren. Dieser Zweck ist erreicht worden. Nun hat
Richter weiter gesagt, daß Kiautschou nicht die Erwartungen realisiert hätte. Ich erinnere mich, daß der
I Staatssekretär des Reichsmarineamts darauf hingewiesen I hat, baß, als die Engländer seiner Zeit die Hand auf Hongkong legten, das englische Ministerium deshalb aufs heftigste angegriffen wurde von der englischen Oppo- sitton. Ich habe gefunden, daß damals die englische Opposition dem englischen Ministerium vorwarf, Hong- I kong wäre garnichts wert, Hongkong wäre ein elendes I Fiebernest, ein nackter Felsen, ein miserabler Hafen, der niemals eine chinesische Jolle, geschweige denn ein euro- I päisches Schiff anlocken würde. Heute verzeichnet Hongkong einen.jährlichen Schiffsverkehr von 10 bis 12 Mill. I Tonnen Gehalt. Ich bin überzeugt, daß die große Be- I ! Deutung von Kiautschou für unsere Sck)iffahrt, unseren I Handel und unsere Industrie mehr und mehr sich heraus- ! stellen wird. Einen breiten Raum in den Ausführungen I Richters hat seine Kritik der Reden des Kaisers einge- I nommen. Richter hat zunächst die Frage aufgeworfen | von der Verantwortlichkeit dieser Reden. Ich glaube, es! I tst 5er Artikel 17 -er Reichsverfassung, der bestimmt, I oaß der Reichskanzler die Verantwortung trägt für die I Anordnungen und Verfügungen des Kaisers. Richter wird selber nicht behaupten, -aß Reden des Kaisers unter eine dieser beiden Kategorien fatten; ich möchte aber erklären, daß ich die volle moralische Verantwortung u b e r n e h m e für die Reden -es Kaisers, die auch von der großen Mehrheit der Nation nicht mißver- I standen werden. (Bravo! rechts, Heiterkeit links.) Die Rede des Kaisers in Bremerhaven ist gehalten worden in einem Augenblick, wo angenommen werden I mußte, daß alle in Peking eingeschlossenen Europäer eines I martervollen Todes gestorben wären. Es war nach meiner I Auffassung in der Ordnung, daß der Kaiser zu den aus- I ruckenden Soldaten in diesem Augenblick als Soldat ge- I sprochen hat und nicht als Diplomat. Daß die Diplomatie I aber nicht zu kurz kommt, dafür lassen Sie mich sorgen. (Bravo! rechts.) Die Hauptsache h>ar, daß unsere Leute lvußten, mit wem sie es zu thun haben würden, und gegen wen sie geschickt wurden; denn der kleine Finger eines braven deutschen Soldaten ist mehr wert, wie das ganze Mordgesindel der Boxer. (Bravo!) Richter ist auch zu sprechen gekommen auf die Rede, die der Kaiser int Marinekasino in Wilhelmshaven gehalten hat. Daß wir uns in großen und für unsere Zukunft wichtigen prägen nicht bei feite schieben lassen, involviert nicht -ie Tendenz, daß wir in Fragen, die uns nichts arigehen, einmischeii wollen. Aus solchen Fragen werden wir auch, künftig die <yinger herauslasscn, aber die Ebenbürtigkeit nut den anderen Mächten und das Recht, mitzusprechen in der Welt, das werden wir uns nicht rauben lassen (Lebhafter Beifall.) Es hat eine Zeit gegeben, wo man uns den Großmachtskitzel aui?treiben wollte, wir sind aber trotzdem eine Großmacht geworden und werden es auch mtt Gottes Hilfe bleiben (lebhafter Beifall), und ich bin UDeraeugt, daß sich die Nation ihr Recht auf eine verständige und besonnene Weltpolitik, auf die ihr gebührende Weltmachtstellung weder ausreden noch verkümmern lassen wird. (Lebhafter Beifall. Bewegung.)
Abg. v. Kardorff (Rp.): Was die Nichteinbe- r u f n n g d e s Reichstages betrifft, so verlautete, die Reichsregieruiig habe sich dazu entschlossen, nachdem sie mit den Führern der maßgebenden Parteien sich darüber verständigt hätte. Das war aber offiziöse Flunkerei, niemand von den maßgebenden Parteien ist befragt worden. Es hieß dann, die Berufung des Reichstages könnte die schwebenden Verhandlungen stören. Das absolute Regiment ist ja viel bequemer, aber wir haben ein parlamentarisches, konstitutionelles Regiment und so lange wir es haben, muß man sich auch an allen Stellen der Staatsverwaltung dem fügen. Richter hat Hohenlohe zu eutschuldigeii versucht, aber der letztere war doch damals Reichskanzler. Fürst Hohenlohe hat eminente Verdienste um die Führung der Reichspolitik, aber wie er schon bei der Maßregelung der Kanalrebellen nicht mehr so recht die gesetzlichen Bestimmungen in Erinnerung hatte, toar ihm auch in diesem Sommer das Ausgabe-Be- willigungsrecht des Reichstages nicht mehr so ganz gegenwärtig. Die Regierung bedurfte aber auch der Unter»
I stutzung -er Volksvertretung als Stütze für ihre
Jnlande und Auslande. Bebel hat die Hunneü’ I stiert. Ganz unbedingt kann man sich auf ihr»
Angaben nicht verlassen. Bebel findet doch nick-ts dabe. I Aenn die Arbeitswilligen bei Streiks mißhandelt werden I Abußere Mission zu treiben ist ein Lebensbedürfnis für jede Kirche. Evangelische Missionen haben das Bv. streben, sich nicht in Politik zu mischen. Bebel meint I China gehöre den Chinesen; aber die Welt ist nicä bestimmten Nationen eingeräumt. Es ist die Bestimmuna I des Menschengeschlechts, sich) die Naturkräfte der Well I nutzbar zu machen. In China ist Eisen und Kohle vor- I Händen, die Chinesen beuten sie nicht aus. Die Welt- aeschichte zeigt, daß stärkere Kräfte und jüngere Nationen I kommen, um die Naturkräfte zu exploitieren. In China | haben wir ja auch -en Chinesen nichts fortgenommen, sondern gepachtet. (Heiterkeit.) Im Gegensatz zu Richter I halte ich die Uebemahme des Oberbefehls durch Dentscl> 1 land für richtig. Ich lege auf das Wort Indemnität I £nLert J^r hohen Wert, denn es liegt darin ausgesprochen, | daß die Regierung ein begangenes Unrecht wieder gut macht. Wenn Richter ein Verantwortlich. I kettsgesetz für die Minister verlangt, so vergißt er, daß der Bundesrat dafür nicht zu haben ist. Mit einer solchen I ^rung :nu& im preußischen Landtage eingesetzt werden ^ch schließe mit dem Anträge, die Vorlage an die Budgel- | kommijsion zu überweisen.
Abg. Rickert (frs. Vgg.): Es stand für uns alle, | Mit Ausnahme der äußersten Linken, fest, daß die Maß. regeln gegen China notwendig gewesen sind, die Einberufung des Hauses zur Bewilligung der Ausgaben aber ebenso notwendig war, und die nachträgliche Bewilligung der gemachten Ausgaben nur durch Jndemnitcitserteiluno erfolgen konnte. Wenn auch der absolutistische Geist da. gewesen ist, der Kanzler will den verfassungsmäßigen Zustand durch Einholung der Indemnität sanieren. Die Nichtberufung des Reichstags ist von der offiziösen Presst in der verletzendsten Weise vertreten worden; daR traurigste Argument war, daß die Regierung sich vor ein । paar oppositionellen Reden fürchtete, und lächerlich war die Behauptung, daß der Reichstag selbst gar keinen Wert darauf legte, einberufen zu werden. Die offiziöse PrG empfehle ich überhaupt der besonderen Aufmerksamkeit des neuen Reichskanzlers; es würde sehr erfreulich fein, wenn in Organen, die als Sprachrohre für preußische Minister dienen, nicht mehr solche Dinge zu lesen sind. Unser Urteil über die Hunnenbriefe, die solche schweren Greuel melden, müssen wir suspendieren, bis amtliche Berichte vorliegen; sollten solche barbarischen Ausschreü- ungen vorgekommen sein, so müssen sie exemplarisch be- straft werden. Die Missionare sind deutsche Staate bürger, und haben als solche ein Recht auf den Schutz des deutschen Reichs, und der chinesische Kaiser hat anerkannt, da ß die Verträge, die den Schutz der Missionark verbürgen, gebrochen worden sind. Ob China in der Lage sein wird, uns die Kriegsausgaben wieder zu er statten, wissen wir nicht. Es giebt aber Kenner der Ver hältnisse, die nieder Herstellung eines rationellen Systeme der Zölle und Steuern in China nicht verzweifeln; daß der Handel mit China entwickelungsfähig ist, darüber herrscht nur eine Meinung.
Persönlich bemerkt Abg. Richter: Daß am 4. Juli noch keine irgendwie genügenden thatsächlichen Unterlagen bekannt waren, welche die Einberufung des Reichstags als unvermeidlich erscheinen ließen, habe ich in meiner Rede selbst ausgeführt. Sehr dankbar wäre ich aber dem Reichskanzler gewesen, wenn er nicht nur am 4. Juli, sondern auch für die spätere Zeit, wo die „Freis. Ztg." nachdrücklich die Einberufung des Reichstags verlangt hat, sie beachtet hätte. Noch dankbarer würde ich dem Reichskanzler fein, wenn er sich künftig nicht blos bei Unterlassungen, sondern auch bei positiven Maßnahmen auf unsere Autorität berufen wollte.
Nächste Sitzung: Donnerstag 1 Uhr. (Fortsetzung der China-Debatte. Interpellation wegen der 12 000 Mark-Affaire.)
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