Ausgabe 
22.9.1900 Drittes Blatt
 
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eflKNäen und DruSrvt: Ar. 7.

Adreff« für Depeschen: Anzeiger chieAM.

Fernsprecher Nr. 6L

92« ®l*,lcmbcr- Nachdem durch di- Berard, »W v°m 2. August d.J. für di- hessischen Staat«. nirr?^m^^^erbesserung ihrer DienstverhSlt. lnuhegehalte rc., gleiche Bestimmungen getroffen worden find, tritt nun auch an unsere städtische Verwaltung Vie Aufgabe heran, die ganz veraltete und teilweise nicht mehr zu Recht bestehende Verordnung die Dienstverbält- Ntffe der Angestellten der Stadt Mainz betr. einer Um-

Lnzeigen-BermittlungSsteSe« M In« anfc HufUeK Birnen «nzeigm für ben Gießener Anzeiger tntm Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auSwSrlS 20 Pfg.

ZSezugspreiL »ierteljährl. Mk. 2^ monatliH 75 Pfg. mit Bringerlohn, durch die Abholestelr^^ oierteljährl. Mk. IM monatlich 65 Pfg.

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Das geschah denn auch durch das Auftreten und Virchjows, welche sich in^ der glücklichsten Weise ergänzten. ' ? Dec

cr bie Thätigkeit Virchows, dieses heute ^^'^^^kreudigen, von den Aerzten der ganzenWelt ?estors der pathologischen Anatomw, der argt ^Mittelpunkt der gesummten modernen Forschu^ auf pathologischem Gebiete bezeichnet werden voais^ btc theoretische Medizin als patho-

fpin! 9rt-£^^0^°9te öu gestalten, hat er in der That durch raa, S aJJ xn Maße verwirklicht. Unter diesen

ÄhPT^ J>exti0Y die Cellular-Pathologie, jenes wie Kleb« dildwerk der ganzen Pathologie,

IeB§ lugk, wvdurch das Prinzip festgesetzt wurde, j

I -Sn der jimgsten Zeit erhielt dann aber die pathologische bmen neuen mächtigen Impuls zur weiteren FÄÄr"b Marduvch dre Entstehung der medizini- I ^^prologre, als deren Gründer Koch anzusehen I ^urde es möglich, der Aetiologie vieler

I Prozesse näher zu treten und so früher un-

| geahnte Fortschritte zu machen. 1 y

I 5»r2^^^u/den aber auch die Anforderungen der patho- I * Anatomie an ihre Fachvertreter immer größer I begreiflich, daß es für einen pathologischen

I ^touren der Gegenwart sehr schwer ist, sein ungemein LL» ^tes Gebiet zu beh/rrMn. Er muß in Len

I SJ^R.erftert sein, er muß namentlich auch im stände I Lch, auf die immer sich, mehr detaillierenden Fragen der I um so das für den Fortschritt in der

I Mthologre unerläßliche Zusammenwirken zwischen dem Mt'einemfnä pathologischen Anatomen auch fernerhin

I AU bmem fruchtbringenden zu gestalten. Daß diese Ver- < !,^uug, wirklich von größtem Nutzen ist, zeigte sich in des 19. Jahrhunderts in jedem Zweige I praktischen Medizin, bei den Fächern der inneren Me- dizrn so gut wie bei denen der äußeren Medizin. Bei "der MlwMN war der Einfluß der pathologischen Ana-

I em gewaltiger, und zwar sowohl bei dem Haupt- fache, der Chirurgie, als auch bei allen Spezialfächern. Ueberatt wurde es klar, daß die beste Führung bei der I Diagnose Prognose und Therapie der Krankheiten durch I bte llntersuichung an der Leiche gegeben sei Die Prak- I ttfer verhielten sich daher durchaus nicht bloß receptiv I Pathologischen Anatomie, sondern betrieben pathologisch-anatomische Studien I und wetteiferten darm mit den pathologischen Anatomen I wm FA- Bei Meeren Spezialfächern de?"äuAren ZI «?Ttt ^ü.rbe orbte betreffenden Kliniker geradezu die va- I thologischen Anatomen der bezüglichen Teile des Körpers I ist es denn verständlich, daß gerade die äußere Medizin I Jahrhundert durch die pathologische Anatomie I w-sentlW geförbert wurde, und es stellt zu hL L

VJ ^er Zukunft dieses Zusammengehen der pathologi- I K^^omen und der Praktiker zum Wohle der Mensch, heit weitere Triumphe feiern wird. ' I

acFirtI^ba^ letzte Formelement des mensch­lichen Organismus rst, und die Grundlage der gan^n Modernen Pathologie, die Lehre von dem Litz der 9iphptt/n ben 3xllen, geschaffen wurde. Von der größten aner e£afte' ungemein vielseitige Me- thodik Virchows, und zwar nicht blos für die Vatbo- m&PtÄ?ie flamte Medizin, sondern für die Natur­wissenschaften überhaupt.

Dank der epochalen Leistungen Rokitanskys und Virchows war jetzt die pathologische Anatomie zu einem Medizin gew-L. UeÖtouX« loois^P^b^lch^ln, Institute und Museen für die patho- logische Anatomie gegründet und überall systematische pathologischanatomische Sektionen eingeführt. Die Führer für sämtliche moderne pathologische Anatomen waren Ro- rrfa und Virchow, denen nachzueifern sich jeder als höchstes Ziel setzen mußte. Durch die große Jahl der Forscher tmirbe das Gebiet der pathologischen Anatomie mehr erweitert und vertieft und höchst Ersprieß- leffwt unatomischer und experimenteller Richtung ge-

Volitische Tagesschau.

Di- v°n d°m führet der freifinnige« Vereinigung, dem abg. Rickert, beeinflußte .Danziger Zeitung" schreibt in ernem ArtikelLttteraturarmut":

Gegen die Sozialpolitik wird nicht mehr Widerstand geleistet- man arbeitet an ihrem Ausbau mit. Die Frage der Staats^in- Mischung ist zu ernem Gegenstände von Zweckmäßigkeit/-Er- ^"un^iÄ6?ei *** bre 9,84,011 in den P°,i,-istaa.

^-rreferat hatte Dr. Feer-Basel mit dem nT, a " a z e ber Tuberkulose im

Wtifen fo HihrtT übernommen. Nach anerkannten <5ta- Mofe fJoSl s"die Mortalität an Tuber-

^v'b so groß, daß jeder dritte Todesfall und jeder ^weiw JnvÄiditätsfall darauf beruhe. Es frage sich nun welche Schutzmittel gegen die Tuberkulose bei KdernJu erk Peichonen^die CrfteS bestehe darin, tuber^ilösen solches vo^eben^ brieten, wie Gesetze in Amerika ..vvrfeyen. In Europa aber seien solche Geseke tuöf Plicht der Aerzte aber sei es, tuber-

lösen Personen von der Ehe abzuraten, ^lwei ^orhpr?. ipbp^h111^611 die Behörden erfüUen.: 1) Die Desinfektion bewohnten Zimmers, wenn

x b m 9eftorben rst; 2) das Verbot des Aus- fpuckens auf den Boden von Räumen, welche dem niYnp- ?t^inettJ^er^e^r dienen, besonders auch Werkstätten ÄÄW »sw.

G-sun7hettA-fre ter[anflen 8«^ Ausbreitung der fier«3," mr ^ätte empfahl Dr. Valkenberg-Köniqs- febr tiiel Vm,Ä- fknber Königsberger Muster, bie K3 Ä? b-e Reinlichkeit der Kinder friesbach-z^sel ersuchte um Unterstütz- W mW B-r-rns für Schulgesundheitspsleg?,

SfieTne inftel Linie berufen

Ädten ^3fÄe ma6re8eIn 8e8en die besprochenen c,. 8? Referat erstattete Professor Neisser- Franksurt a. M. überDie Bedeutung der Bak- Ther-bke" Diagnose, Prognose und ~ v i u y i v.

TS. deutscher Naturforscher und Aerztetag.

~ t Aachen, 18. September.

Heute begannen die Abteilun as-Sitzunaen ^n Dr ^uderheilkunde erstattete Geh. Rat Prof.

Dr. Po n fick -Breslau em Referat überdie Bezieh- Xf"". Aschen Skrofulose und Tube?-

r der Abteilung fürHygiene und Bakterio­logie hrelt Samtätsrat Dr. Fürst-Berlin einen in­teressanten Vortrag überden gegenwärtig w Stand der Fleischextrakt-Frage."

Der dritte Redner zu dem Hauptthema: Die Entwickel ^UtrlDhfen^aft^ im ätzten Jahrhundert, Geh.

' ®traB£urg i. E. behandelte in seinem

M^in" E"t*rmcketung ^er inneren s^es

,.Das Blatt setzt ferner die Hoffnung des Libe- rallsmus auf bte Professoren, namentlich die Nni- versitätSlehrer der Nationalökonomie. Es habe fick der frühere scharfe Gegensatz zwischen NniversitätS- ehrern und liberalen Parteien abgemildert und em Zusammenwirken beider sei wieder möglich. Es heißt dann wörtlich: u

. _ /®err nicht zu unterschätzende Einfluß jener (der Universttätslebrer^ k°mnlt diesen den liberalen Parteien) zu gute, bte a Xmi *e S» sch-ft b-frncht-t di- liberale Tagespolitik. Noch tin anieteS muÄ barau« ergeben: Der Liberalismus wirb wieder Nackwucbs Iahen

eW'68 -a-sch-id-t, und da- aU8gre^t än aeiKem r £6e rn8ct)0t^Qni)cn lein mag. Denn die so kritisck aemord?npn ßt»- lebrten sind zugleich Lehrer, und was sie in Herz und Kovs der cy..rt^t &V;ÄUnb reift ^ran; die bessere Saat trägt bessere Bcbt ! Nicht 7Lw-"°uch

nüng, Ä n(^namu^Tu^^eüX"imU6 -ne B

bie beutfdfc Heilkunde hat sich in ihrer Ent- I m^ApLneunzehnten Jahrhundert ihrer Zeit wert gezeigt. Ihr Aufschwung geht Hand in §)and mit unserem natwnalen Aufschwung, ohne aber dessen J-olae ^'bMndße Luße^gbLÄL 6at tt biR-nb rtn femcn wichtigsten Vorgängen 6 1 'S s°Mr vor 1860 vollzogen.

"S* bet ®etft eines Mannes, ober weniger &ert'b^w f>ie feittoietetung der Mebizin int 19. Jahr- I »oben beäX'tfTnXeV^ unerschöpfliche das giebt uns hip V fr9 e e §..'r au§ bem sie erwachst, und I

den gereiften lür die Zukunft. ^Neben

tragen, sprietzt neues wertvolle Früchte!

uns auch um die Ernte im h?111*;.® tjürte so braucht I M bangen. (Lebhafwr Beifall Jahrhundert nicht I <£ Ij i «b$rog,U ber^tber91 bu" eTt to W ®r-

Pathologischen Anatomie'^m!t "S der I gung der äußeren Medizin""rucksrch ti- I

In der ersten Hälfte des munzebmp?^ I

war das Ansehen der Patholoaiscken Jahrhunderts I gestiegen und die Ueberzeugung E^iden^ elnes der Fundamente der praktischen Medizin I

ntüffe.Cr^-bständ-ge »ÄS-Ä

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 21. September 19<X>.

19- September. In Anwesenheit bnn ca. loO ^ertretern von Gewerbegerichten aus ganz Deutsch­land fand heute hier die erste Verbands Versamm­lung des Verbandes Deutscher^Gewerbe-G^I «a&ttpÄ^rte Oberbürgermeister

b Mamz, der die Erschienenen begrüßte und mit ausd^ü^orteu ferne Sympathieen für die Gewerbegerichte ausdruckte. Als Vertreter der hessischen Staatsreaieruna war Provinzialdirektor Freiherr von Gaaern m^rhpn" Beigeordneten Kays/r-Worms

wurden dre Statuten und die Geschüftsordnuna ohne Dis- heri^ApÄ, angenommen, ebenso wurde der seit-

«wäblt^ »^Cf"rbe per Akklamation wieder-

gewählt. Dre nun folgende Beratung der auf der Taaes- ?nnh^9 Atzenden Gegenstände führte zu keinen Beschlüßen, ^E^^"^ediglrch, den Zweck des freien MettstuV wesentlichste, den ganzen Vormittag zur Asprechung m Anspruch nehmende Punkt der Taqesord- I ^"3 bildeteDas bürgerliche Gesetzbuck und das Recht des ^IrbeitSVertr ageP

^^ufrychnung bei Lohnforderungen und I iVi^^bhEpgsrecht, b) die Prozeßfähigkeit der Minder- I 0) die Vergütung bei kurzer Verhinderung, d) die

I ^^pAhE der Parteien bei Nichteinhaltung der Kündi- I g^agsfrrst- lieber das Verbot der Aufrechnung bei Lohn- I Forderungen referierten Stadtrat Dr. W a q l e r - Leiwta und Rechtsrat Wagner- Nürnberg. Die ReferenteV I die Mehrheit der Redner sind der Ansicht daß der I Paragraph 394 des B.k-G.-B. zwingendes Recht sei und nack I dem Arbeiter sein Lohnanspruch nicht zurück-

I gehalten werden könne. Nach einer läncierpn

I ^ooft kamen sodann die Mänberungäanträqe1 Aum Gewerbe $rri^Sn'? sur Beratung, bei be/Reichst°gLgLe^ Mp^sr ns.Äorn «»gehend darüber referierte wel^ S?111? dw von verschiedener Seite und insbesondre anfräq Gewerbegerlcht gemachten Abänderungs-

Ä. S Ärt DissLLVsMW tto-xsse «ss

bem Ions den beantragten Ausdehnung, in»

»ne Konkurrenz erwachse, die füSen S^°?tes gerichtliches Gebäude be-

WEreibt kür war beantragt gewesen, das aktive

^vaytrecht für die Wahl der Beisitzer der Gewerbeaericktt-

mit dem 21. Lebensjahr und das passwe schLn Ztt miTfinn 3U können, wogegen die Kom-

m!h1 Sa en<Sat' ba5 aktive Wahlrecht vom 25 Jahr

und bas Passive Wahlrecht vom 30. Jahr abhänaia ÄtÄ&MBÄSBSX Mtei» Ä $«£ fe-» bSSsb EWüÄÄÄÄS

©«Mritogra: «»«'«HMta, W»t Jantoirt,

OlEer für hestischr NMsÜrnde.

Dri"es Blatt.-----Samstage» 22. September 150. ^aliraan« 1900

sKlößewr Anzeiger

^renersti-MnMger

*«r 1 6. ...................

u,»d Anze,gebl«tt für den Areir Gießen.