Ausgabe 
22.5.1900 Erstes Blatt
 
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und lief davon.

Werbegerichts erklärt, daß sie sich der Berufung nicht an­zuschließen vermöge.

Gestern mittag fand bei dem Geh. Oberregierungsrat Friedheim, dem Vertreter des Polizei-Präsidenten, im Bei­sein von Polizei-Beamten mit den Direktoren und Ver­tretern der Straßenbahn-Gesellschaft eine Konferenz statt,

»ifFe, zu denen die Regierungen im Interesse eines Zu­standekommens des Gesetzes sich glauben verstehen zu können.

München, 19. Mai. Wie dieMünch Ztg." von bestunterrichteter Seite erfährt, fand gestern abend die Verlobung der Herzogin Elisabeth in Baiern mit dem Prinzen Albert von Belgien statt.

welche die Maßnahmen zur Beilegung des Streiks zum I Gegenstand hatte. Das Polizei-Präsidium hält das Ent- I gegenkommen der Gesellschaft zunächst für ausreichend. I Man hofft, daß füfy der Streik allmählich abflaut und damit | der Verkehr wieder geordnet wird. Andernfalls würden I schleunigst Hilfskräfte herangezogen werden. Gestern Nach- I mittag fanden zwei äußerst zahlreich besuchte Versamm- I hingen statt, in denen über den Stand des Streiks Bericht I erstattet wurde. Der Stand des Streiks sei insofern sehr I günstig, als gestern morgen nur ein ganz kleiner Teil der I Wagen in Betrieb gesetzt werden konnte. Die Straßenbahn- I Direktion habe bis zur Stunde noch nicht den Wunsch ge- I äußert, mit den Ausständigen in Unterhandlungen zu [

ungen vor den Reichshallen am Dönhoffsplatz und auf I dem Spittelmarkt wurden 11 Personen von der Polizei festgenommen. Am Halleschen User entgleiste ein Motor- I wagen. Da der Führer keinen Rat wußte, wurde tele- I phonisch ein Inspektor der Gesellschaft herbeigerufen, |

Wilhelm Braun T.-8.

Heinrich Geitz T.-8.

Karl Kellermaon M.T.- V.

Wilhelm Brühl 1-8.

Wilhelm «rück T.-8.

Karl Erb T.-B.

Heinrich Len, T.-L. Otto Witttopp T.--». Gustav Wdhl W 'T Ang. Eger T.-8.

von den tSraßen fern.

Von den Streiken d en ist das Gewerbegericht als I Einigungsamt angerufen worden. Me Direktion der I Straßenbahn-Gesellschaft hat auf eine Anfrage des Ge- I

** Von der Uuiverfitat. Die Zahl der bei bei drei ordentlichen Immatrikulationen neu eingeschriebene» Stu­dierenden beträgt 254 und zwar 17, 49, 92, 96 der Reihe nach in der theologischen, juristischen, medizinischen und philosophischen Fakultät. Es ist kein Zweifel, daß die bisher höchste Frequenzziffer, die des Sommer- semester- 1899, noch erheblich übertroffen werden wird.

** Perfoaaluachrichtei. (Telephonische Meldung des

Kurz nach halb 9 Uhr war die Ruhe gänzlich nneber* herbestellt. Auf den seitens des kommandierenden Polizei- Offiziers erstatteten Bericht war höheren Orts verfügt wor­den, daß eine Kompagnie des Kaiser-Alexander-RegimenE! in der Kaserne bis auf weiteres konsigniert werden sollte. I Auch an anderen Stellen kam es im Laufe des Tages zu Ausschreitungen, die aber gegenüber den am Rosenthaler Thor unbedeutend waren. Die Gesamtzahl der Verhaf­teten beträgt 103. Von den Ausständischen hat sich nie­mand an den Ruhestörungen beteiligt, sie waren sämtlich während des ganzen Tages von Berlin abwesend.

es weg. In den Vororten kamen Ausschreitungen nicht vor, da aus Anordnung der Landräte ein Polizeibeamter, Gensdarm oder Gemeindediener jeden Wagen begleitete. Ein Gesuch an das Polizeipräsidium, auch in Berlin den Wagen eine polizeiliche Bedeckung mitzugeben, wurde ab- gelehnt. Daher wurde bald nach Mittag der Betrieb ganz eingestellt. Die Ausschreitungen in den verschiedensten Stadtteilen führten dahin, daß die Leute, die einige Fahr­ten gemacht hatten, sich weigerten, den Dienst fortzusetzen, da sie glaubten, ihres Lebens nicht mehr sicher zu sein. Mit der Einstellung des Betriebes hörten die Ausschreitungen von selbst auf. An den Bahnhöfen, die geschlossen wurden, war alles ruhig. Die Ausständigem- hielten sich nicht nur von den Bahnhöfen, sondern auch

IG. A." aus Darmstadt.) Der Großherzog hat am I 19. Mai den Steuerkommiffär am Steuerkommiffariat I Gießen, Karl Bähr in den Ruhestand versetzt und ihm die I Krone zum Ritterkreuz 1. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen, ferner am 19. Mai den Lehrer Johann Höhn aus Ensheim zum Hauptlehrer an der Ge- werbeschule zu Nidda ernannt. Zum Steueraufseher wurde ernannt mit Wirkung vom 1. Juni der Militäranwärter Vicefeldwebel Heinrich Reuhl aus Griedel.

* Au8 de» Militarwochenblatt. Dingel dein, Oberst­leutnant in der 1. Ingen.-Jnsp. und Inspekteur der 2. Festungsinspektion, ist für die Dauer der diesjährigen Flottenmannöver an Bord eines Schiffes der UebungSflotte kommandiert.

** SOjährigeS Stiftungsfest. Die studentische Reform­verbindungAdelphia" beging am Samstagabend die Vorfeier zu ihrem 30jährigen Stiftungsfest durch einen Kommers, zu dem zahlreiche Alte Herren der Adelphia und Gäste geladen und erschienen waren, darunter auch der Rektor der Landesuniversität, Prof. Dr. Netto. Auf die Begrüßungsworte des stud. phil. Köser erwiderte der Rektor, er freue sich, daß die Adelphen als Hauptzweck ihrer Verbindung betrachteten, die ihnen von den Eltern anvertrauten jungen Leute vor allen Dingen zum Studium anzuhalten. Von den Gründern der Verbindung waren Medizinalrat Dr. Haberkorn und Stadtverordneter E»- melius anwesend. Gestern Mittag vereinte ein offizieller Frühschoppen die Adelphia mit ihren Gästen von neuem. Daran schloß sich am Nachmittag eine Wagevfahrt durch die Stadt nach Burg Gleiberg, um deren innere Renovierung sich die Adelphia ein wesentliches Verdienst erworben hat. Nach der Rückkehr vereinte eine recht fidele Abschiedskneipe die Adelphia mit ihren Gästen nochmals im Cafö Ebel. Geschieden wurde mit dem Wunsche: Auf Wiedersehen am 5. Juni in Bingen!

* Kaifer Regatta Biebrich. Den von der Stadt Biebrich gestiftete Ehrenpreis, den unser Mitbürger Rübsamen auf der Kaiserregatta unter zahlreichen Bewerbern errungen hat, finden wir im Schaufenster der Wilhelm Reiber' schen Möbelfabrik am Seltersweg, nebst Medaille ausgestellt. Mit Stolz darf die Rudergesellschaft 1877 auf diesen folg im Anfang der diesjährigen Renn-Saison zurück- blicken.

* Turnerisches. Bei dem gestern gelegentlich der Gau- turn fahrt des Turngaues Hoffen nach Grüuberg ver­anstalteten Wettturnen in volkstümlichen Hebungen (Weit- Hochsprung, Stabhochsprung, Steinstoßen und Zeithangeln) errang die hiesige Turnerschaft den

1. Preis mit 841/, Punkten Karl Müller T.«8.

Jakob Frey T.-8.

Polizei mit blanker ®affe auseinandergetrieben werden Bis gegen Mittag kam es zu verschiedenen kleinen Plänke­leien zwischen Polizei und Publikum. Um diese üeitmürbe wiederum auf einen Wagen geschossen, doch wurde niemand verletzt. Derselbe Wagen erhielt in Sckwnebera einen zweiten Schuß. Nach wie vor wurden die Waaeu mit einem Steinhagel empfangen und die Scheiben ein* geworfen. Durch das Gejohle und Geschreie werden die Pferde der Schutzleute wild. Auch schlug man ihnen mit Stöcken gegen die Hinterbeine, sodaß mehrere Polizisten abgeworfen wurden und zwei von ihnen schwere Ver­letzungen davontrugen. Zwei Personen aus dem Publikum sind im Krankenhause an den erhaltenen Säbelhieben ge­storben, eine dritte ist schwer verletzt. Die Zahl der Leicht­verwundeten betrug über 50. Um die in Dienst befind­lichen Schaffner und Wagenführer zu schützen, befand sich auf dem Vorder- und Hinter-Perron eines jeden Wagens I je ein Schutzmann. Einzelne benutzte Strecken waren durch I starke Patrouillen besetzt. Abends um 7 Uhr verfügte das I Polizei - Präsidium auf Anweisung des Ministers des I Innern die vollständige Einstellung des Betriebes, da es I während der Dunkelheit für den Schutz der Passagiere und I Beamten keine Bürgschaft übernehmen konnte. Die Polizei I wurde, nachdem die Wagen auf die Bahnhöfe zurückgekehrt I waren, zurückgezogen. Kaum hatten die Mannschaften die I Reviere erreicht, als der Tumult von neuem losging. Eine | große Menge griff den Bahnhof am Weinbergsweg mit I einem Steinhagel an, und als die Polizei wieder erschien, I richteten sich die Steinwürfe gegen die Schutzleute selbst, | von denen mehrere schwer verletzt wurden. Mit blanker I Daffe hieb die Polizei auf die Menge ein und trieb diese in I die angrenzenden Straßen.

Dieser wurde von der Menge umringt, die ihn über bad', Geländer hinweg in den Kanal zu drängen ver­suchte. Die Polizei mußte ihn befreien. Auch leichtere Verletzungen werden gemeldet, die sich Sttaßenbahmange­stellte bei der Fahrt zugezogen haben. In Rixdorf wurde aus einer Schankwirtschaft auf einen Wagen geschossen. Die Kugel durchschlug beide Scheiben, verletzte aber nie­mand. In der alten Jakobstraße wurden an einem Wagen der Treptower Linie die Scheiben zertrümmert, der Schaff­ner wurde geschlagen, der Führer ließ den Wagen stehen . In der Leipzigerstraße wurden einem Wagen die Pferde ausgespannt. Man schirrte die Pferde ab und ließ sie laufen, das Geschirr zerriß man und warf

treten. Die Höchstzahl der im Dienst Gebliebenen betrug gestern nach! Angabe der Direttion, Schaffner und Fahrer zusammen etwa 600 Mann. 200 Wagen sind im Betrieb geblieben.

Das Straßenbild war heute schon in den Vormittags- I stunden sehr bewegt. In den Hauptverkehrsgegenden, | hauptsächlich an denjenigen Stellen, wo gestern Aus- I schreitungen vorgekommen sind, staut sich die Menge. Die I Polizei ist in großer Anzahl vertreten, um Exzesse zu ver- I hindern. Ansammlungen werden nicht geduldet. Straßen- I bahnangestellte in Uniform erblickt man nicht. Seit heute I morgen ist ein Teil der elektrischen Wagen wieder in Betrieb. I Jeder Wagen wird von mehreren Beamten der Straßen- I bahngeseklschaft begleitet.

Der Streik ist auch heute vollständig. Die Behaupt I tung der Direktion der Gesellschaft, daß die AusständigM I die gestrigen Exzesse veranlaßt und sich an ihnen beteiligt I hätten, wird von der gesamten Presse als absolut unzu- I treffend bezeichnet. DasBerliner Tageblatt" schreibt, es I müsse als in hohem Grade bedauerlich bezeichnet werden, I daß die Direktion mit solchen Waffen kämpft. Wie das- I selbe Blatt erfährt, wird die Streik-Kommission, da eine I Verhandlung vor dem Gewerbegericht an dem Widerstande I der Straßenbahn-Gesellschaft gescheitert ist, an den Ober- I bürgermeister Kirschner und den Geheimrat Friedheim zur I Intervention appellieren. Dieser Weg habe Aussicht, denn I Streikenden zum Erfolge zu verhelfen, wenn auch ein I Ende des Streiks vorläufig nicht abzusehen I ist. Aus ;ber gestrigen Konferenz im Polizeipräsidium, I wird noch berichtet, daß die Frage, ob die Straßenbahn- I Gesellschaft alles gethan habe, was in ihren Kräften stand, I um den Streik zu verhüten, bejaht worden ist. Die Polizei- I behörde sehe sich dieserhalb nicht veranlaßt, in den Streik I einzugreifen, werde vielmehr eine völlig unparteiische und I abwartende Stellung bewahren und nur dafür Sorge tra- I gen, daß keine Ruhestörungen Vorkommen. Wie das I Kleine Journal" hört, ist unter den Abonnenten der I Großen Berliner Straßenbahn eine Bewegung im Gange, I Schadenersatz-Ansprüche für die Zeit des Ausstandes gel- I tend zu machen. Ein Komitee ist in der Bildung begriffen I und beabsichtigt, eine Versammlung der Abonnenten ssin- I zuberufen, in der die vor zunehmenden Schritte beraten I werden sollen. Aktionäre und Interessenten aus dem Pu- I blikum bereiten eine Petition an die Militärbehörde vor, I daß der Direktion der Großen Berliner Straßenbahitgesell- I sclwsi eine genügende Anzahl von Mannschaften des Garde- I Pionier-Bataillons oder der Eisenbahn-Brigade zur Ver- I fügung gestellt wurde, um den Betrieb ganz oder teilweise I aufrecht zu erhalten. DerVorwärts" ermuntert natürlich I in einem längeren Artikel die Streikenden, im Ausstande I zu verharren. Das Blatt sagt, die Ablehnung des Eini- I gungsamtes des Gewerbegerichts seitens der Direktion | beweise, daß die Herren nicht den Mut haben, ihre Hand- I lungsweise einem unparteiischen Gericht zur Aburteilung I zu unterbreiten. Die Ausständiger machten heute einen I gemeinsamen Ausflug nach Schlachtensee.

An verschiedenen Puntten der Stadt kam es zu Ex- I zessen. Am schwersten waren diese am Rosenthaler Thor. I Dort sammelte sich schon in der fünften Morgenstunde eine I Menschenmenge an, um den Arbeitswilligen den Zugang I zum Bahnhof im Weinbergsweg zu verwehren. Die Po- I lizei mußte ihnen den Zugang frei machen. Um 7 Uhr I morgens mußte die Volksmenge, die zu Thätlichkeiten I überging und die Scheiben der Wagen einwarf, durch die |

AsslanS.

Paris, 20. Mai. Offiziös wird dementiert, daß der Minister des Auswärtigem auf amtlichem Wege von der bevorstehenden Reise des Zaren nach Paris benach­richtigt worden sei. Die Reise sei zwar wahrschein­lich, aber bis jetzt habe der Zar seine diesbezüglichen Intentionen der französischen Regierung nicht mitgeteilt. Der Minister des Auswärtigen weiß ebenfalls nichts von der von verschiedenen Seiten als bevorstehend gemeldeten Reise des deutschen Kronprinzen nach Paris.

Wien, 20. Mai. DieReichswehr" meldet aus Smyrna, daß das dortige österreichische Postamt von türkischen Wachen vollständig bewacht und jedem der Eintritt gewaltsam verwehrt wird. Der Brief­träger des Postamts ist ohne Grund verhaftet und über acht Tage gefangen gehalten worden.

Prag, 20. Mai. Der deutsche Verein hielt unter dem Vorsitz des Obmannes Forchheimer eine Plenar- Versammlung ab, und beschloß, das Körber'sche Sprachengesetz als unanehmbar für die Deutschen Prags zu erklären. Die Deutschen müßten unbedingt auf dem Pfingstprogramm bestehen.

Triest, 20. Mai. DaS russische Mittelmeer­geschwader traf hier zu fünftägigem Aufenthalt ein. Mtt demselben tarn der Großfürst Michael Nikolajewitsch an und reifte sofort nach Wien weiter.

Konstantinopel, 20. Mai. Der Sultan ersuchte die Generaldirektion der Anatolischen Bahnen um Einsetzung zweier erprobter technischer Beiräte, welche an den Be­ratungen der im Aildiz Kiosk tagenden Kommission, die sich mit dem Bahnprojekt Damaskus-Mekka beschäftigt, teilnehmen und mit ihrem Rat die türkische Kommission unterstützen sollen. Die Anatolischen Bahnen entsprachen dem Wunsch des Sultans. Die Konvention betr. die j von dem französischen Syndikat zu erbauende Bahn Beirut- DamaskuS-Rajak-Hama wurde gestern fanctionicrt und von den Parteien unterzeichnet.

New-Hort, 20. Mai. Der DampferLarinthia" von New-Orleans mit 1450 Maultieren für die britische Armee ist an der Südküste von Haiti aufgelaufen. Die Besatzung beträgt 150 Mann.

Der Streik bei der Große« Berliner Straßenbahn.

Berlin, 20 Mai.

Der allgemeine Ausstvnd bei der Großen Berliner Sttaßenbahn-Gesellschaft ist vorgestern vormittag zur That- sache geworden. Er zieht die weitesten Kreise in Mitleiden­schaft- Die Durchführung des Ausstandes vollzog sich in kurzer Ze't. Zur ersten Fahrt erschienen noch auf mehreren I Bahnhöfen einige Schaffner und. Führer, aber sie traten I entweder den Dienst nicht an oder legten ihn nach kurzer I Zeit wieder nieder. Neu angeworbenen Führern, die nod> I feine Fahrscheine vom Kommissariat für das öffentliche I Fuhrwesen besitzen, vertraute man elektrische Wagen an. I Zuweilen begleitete den Neuling ein Kontroleur noch ein I Stück Weges, dann aber war er sich selbst überlassen. Auch I das Bureau-Personal wurde zum Fahrdienst herangezogen. I Ungenügende Kenntnis der einzelnen Linien führte zu I mancherlei Konfusion, wobei Zusammenstöße mit I anderen Gefährten nicht ausblieben. Das Publikum, das I vielfach an einen so baldigen Ausbruch des Ausstands- I nicht geglaubt hatte, war zu einem guten Teil in nicht I geringer Verlegenheit. Verspätungen auf den Arbeits- I stellen, in den Gesck>äften, Schulen usw. sind sehr zahlreich I gewesen. Die Droschken waren so stark in Anspruch ge- I nommen, daß auch diejenigen, welche Nachttour hatten und I sonst um 7 Uhr morgens nach Hause fahren, weiter im I Dienst geblieben sind. Die Leitung der Straßenbahn-Ge- I sellschaft sucht durch Säulenanschlag neues Personal. Die I älteren Leute fahren meistens. Auf einzelnen Bahnhöfen I wurden neu angestellte Leute, die den Dienst bereits an- I getreten hatten, polizeilich von den Wagen entfernt, da I sie nichts im Besitz von konzessionierten Fahrscheinen waren. I Sie (mußten mit ihren Wagen nach den Depots zurückkehreu. I In der Nähe von sämtlichen Depots sind Polizeiwacht- I meister und Schutzleute postiert, um etwaige Aus- I schreitungen zu verhindern. Das Publikum äußert feine I Svwpathieen für die Ausständischen. Die Direktion macht I öffeuilio) bekannt, daß diejenigen Angestellten, die bis zum I Montag mittag den Dienst nicht "wieder aufgenommen I haben, wegen Vertragsbruches als entlassen zu betrachten I und auf ihre Wiederaufnahme nicht zu rechnen haben.

Gestern mittag kam es in einigen Hauptverkehrsstraßen I zu ganz erheblichen Ausschreitungen. Auf dem Spit- I telmarkt und dem Dönhoffsplatz wurden Wagen aus den I Schienen gehoben und quer über den Straßendamm ae- I fihoben, wodurch der Verkehr einige Zeit gestört wurde. I Am Alexanderplatz wurde ein Kutscher mit Gewalt vom I Wagen heruntergeholt. Er ergriff die Flucht, um Miß­handlungen zu entgehen.

Am Moritzplatz wurden um 2 Uhr mehrere Verhaft- I ungen vorgenommen. Auf jedem den Platz passierenden Wagen stand ein Schutzmann. Kutscher und Kondutteure I wurden mit faulen Aepfeln und anderen Gegenständen I beworfen. Man sprang auf Vorder- und Hinterperrons I der Pferdebahnwagen, tim durch übermäßige. Belastung I das Vorwärtskommen zu erschweren. Trupps von Schutz- I Teuten zogen auf den Platz. Berittene Schutzleute teilten | die Menge. Das Gejohle war ohrenbetäubend. Um 2 Uhr 1 15 Min. hatte die Polizei die Ruhe einigermaßen wieder | hergestellt. Das Publikum zerteilte sich zu Gruppen.

Im Laufe des Nachmittags mußte mehrmals die I Feuerwehr zur Hilfe gerufen werden, um entgleiste Wagen wieder auf die Schienen' zu bringen, yei Ausschreit - 1

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