Issue 
22/05/1900 Erstes Blatt
 
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

1900

Dienstag den 22. Mai

Amts- und Anzeigeblertt füv den Urcts Gieren

Der Krieg in Südafrika.

fast

gebuug.

*

tzrMa-rspawde beiwohnen.

und und

am für

- on Prinzess in'I Kompromiß-Antrags. fa - Annahme ivv

nunmehr feststeht, | Mehrheit finbet^ narf» ben Informationen

ReWftwn, Expedition und Druckerei:

-chntstratze Nr. 7.

E^de dieses MonätHch Berlin kommen und'der großen I ^i"besrar Di^er^ntrag der Zugeständ-

S.riiftfn.hrAiMT4lbe beiwohnen. 1 öeß Bwnnw

zurückkehren.

Der Kronprinz und btc Kr von Griechenland werden, wie i

Bezugspreis viertcljährl. Mk. 9,20 monatlich 75 Pjg. mit Bringcrlohn; durch die Abhoigleüe« vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg.

Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljahr, mit Bestellgeld.

Adresse für Depeschen: -nzeiger $14« Fernsprecher Nr. 51.

Eine Kroonstadter Drahtung desStandard" schätzt die Bur en streit kraft am Rhenosterkopf auf 12,000 Man. Sie scheinen unentschlossen zu sein, ob sie den Vor­stoß der Engländer abwarten oder sich nach dem Vaalflusie zurückziehen solle.

Die Buren-Abgeordneten find m WashtNgton eingetroffen und begeistert begrüßt worden. Auf dem Bahn­hofe wurden sie von einem Ausschuß erwartet, und sodann im Wagen nach dem Gasthof geleitet. In dem Speisesaal des Hotels hieß daH-Kongreßmitglied Sulzer die Abgeord­neten willkommen. Am Sonntag Abend fand im Opern­hause eine Versammlung statt, in der Mitglieder des Senats und des Abgeordnetenhauses sprachen. Die Versammlung hatte den Charakter eines Empfanges, nicht einer Kund-

tflUli wMrofebanu [litt # Faß.NeuE

Telegramme deS Gießener Anzeigers.

London, 21. Mai. Die Königin Viktoria erhielt in ihrem Schlosse zu Windsor ein Telegramm ihres Enkels, des Herzogs von Jork, worin dieser ihr die Entsetzung von Mafeking mitteilt.

London, 21. Mai. Nach einer Meldung aus Kron- | stadt haben die Kommandanten Wilhelm Botha und Swanepven sich unterworfen. .

London, 21. Mai. Wie aus Kronstadt gemeldet wird, hatten die Buren, um den Tunnel bei Laingsneck zu zerstören, zwei mit Dynamit beladene Automobilwagen mit Volldampf in den Tunnel einfahren lassen.

London, 21. Mai. Nach einer Kronstadter Meldung derDaily Mail" hat Präsident Stein sein Haupt- Quartier nach Wrede verlegt.

Loudon, 21. Mai. Lord Roberts telegraphiert aus Kronstadt vom 20. d. Mts., 3 Uhr nachmittags: Erne amtliche Meldung über die Entsetzung Mafe- kings ist hier noch nicht eiugetroffen. General Rund le berichtet, daß er mit seinen Truppen BreslerS Falt i Trommel und Clocolan besetzt hat. Der Feind zog sich I auf Senecal und Pietsburg zurück.

Washington, 21. Mai. Die hiesigen Behörden glauben bestimmt zu wissen, daß England entschlossen ist, den Kampf in Südafrika fortzusetzen.,

Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Mndwirt Mütter für hessische Volkskunde.

Der Jubel über den Entsatz von Mafeking ist in England ganz ungeheuer, und hat kaum seines Gleichen, ganz London herrscht der tollste Karneval. Ueberall wird gelärmt, gesungen, überall sieht man Fahnen, Flaggen, Ander, Festzeichen, selbst jede Droschke ist beflaggt. Die «menge ist ausgelassen. Der Wagenverkehr m ~ * sämtlichen Hauptstraßen ist unterbrochen. Im Westen den Klubgegenden sah man am Sonntag Illumination

SrüiJ

Mw? W

c Arbeiter

1

«gtte Mtittiim «ung bei iMipv

Fraerwerk. r

Wie aus Paris telegraphiert wird, schlug Samstagvormittag ein Engländer in der Abteilung Nahrungsmittel in der Weltausstellung die Depesche von der Nachricht über die Befreiung Mafekings an. Die zahlreich anwesenden Engländer sangen die englische National­hymne. Franzosen eilten herbei, und antworteten mit dem M:.Hoch die Buren!" Es begann eine Prü­gelei; die Polizisten machten den Kundgebungen bald

ftfll E tz-r; Ml KDMu-E N1' ta 12,4 TS*1* M« «ä, 3i,

5^

M,

«««"1

Deutsches Mich.

Berlin, 20. Mai. Aus Wiesbaden wird gemel- I bet: Am Samstagmorgen unternahm der K a is e r eine I Ausfahrt mit daran schließendern Spaziergang im Walde I hinter dem Nerothate. Um 10 Uhr fand au dem Platze vor dem Kurhause eine Parade der hiesigen Garnison und I der Unteroffizierschule in Biebrich statt. Die gruppen I hatten in einem offenen Viereck Aufstelttmg genommen. Der Kaiser erschien zu Pferde mit dem Bande des russi­schen Andreas-Ordens, Hegleitet von den Generalen von Hahnke, v. Plessen und v. Mackensen, sowie dem Flugel- adjutanten Major v. Boehn. Vor dem Kurhause hatte sich auch der russische Botschafter eingefunden. Wahres die Truppen das Gewehr präsentierten, ritt der Kaiser die I ^ront ab und nahm daim den Vorbeimarsch in Kompagnie- | tolonnen ab. Sodann kehrte der Kaiser an der Spitze der Fahnenkompagnie ins Schloß zuruck. Zu der Frühstücks- I täfel war auch der russische Botschafter Et den Herren der Botschaft geladen. - Der Kaiser bewegt sichhier recht ungezwungen.' Gestern beim Spazierritt im Walde trat ein cüter Invalide an ihn heran und ubeneichte ein Bitt­gesuch, das der Kaiser persönlich in Empfang nahm. Er unterhielt sich mit dem Bittsteller und gab dann das! Schreiben dem Adjutanten. P r i n z u n d P r i n z e s s i n ! H ei nrich trafen am Samstagnachmittag uou Cronberg bier ein - Heute mittag sand beim Kaiser anläßlich beä Geburtstages des Kaisers von Rußland em

I Diner statt. 'Der Kaiser trank auf das Wohl des Zaren; die Musik spielte die russisckfe Nationalhymne. Nach der Tafel hörte der Kaiser den Vortrag des Staatssekretärs Grafen Bülow und unternahm dann rn Begleitung des Prinzen Heinrich eine Spazierfahrt durch da^ Rerothal, und geleitete den Prinzen zum Bahnhof. Ins Schloß zurückgekehrt, erledigte der Kaiser Regierungsangelegen-

I DerPost" wird aus Amsterdam vorn gestrigen I Tage gemeldet: Sehr zuverlässigen Nachrichten zufolge I können wir Nntteilen, daß die Verlobun g der Ko- I nigin Wilhelmina bevorsteht. Die Königin durfte I von Schwarzburg aus als Braut nach den Niederlanden.

^J^fchgE'er Entgleisung zweier Eisenbahn- ,«ge am Vetsluß kann bet Eisenbahnbau erst in einigen Tagen fortgesetzt werden. . t f

Rundles Division und die Division der Kolonial« triivven laaern jetzt bei Clocolan. Wie verlautet, find große Burenabteilungen, die in der Richtung nach Btthlehem Marschierten, wieder umgekehrt, um dm Truppen RundleS Widerstand zu leisten. Die Buren beabfichtigen zunachst sich nach einem schwer zugänglichen Gelände zwischen Traksburg und Bethlehem zurückzuziehen, das sich besonders für Hinterhalte eignet.

Dem Präsidenten des Reichsgerichts v. Oehl- schläger ist der Schwarze Adlerorden verliehen worden. $ Heinze erlassen eine Anzahl von Pro­fessoren des Strafrechts folgende ^Erklärung: Der unter dem NamenLex Heinze" bekannte Gesetzent­wurf leidet an solcher Unbestimmtheit der Be-i griffe, daß er, zum Gesetz erhoben, m verschiedenstem. Sinne ausgelegt und angewendet werden konnte. Ver­urteilung oder Freisprechung waren vollig vom suchek tiven Empfinden des Richters abhängig, und es ist schon ohnehin das Vertrauen des Volkes zur Rechtspflege infolge unklar erund m angel- 6aft ge a6ter Strafgesetze schwer -tschb . tert Durch die Annahme derLex Heinze" wurde e» « erheblichemMaße weiter gefährdet und so da-s deutsche Volk in einem seiner idealsten Guter geschädigt." Unterzeichnet sind dieordentlichen Pvo-. sessoren: Allfeld (Erlangen), v. Bar (Göttingen), Belina ^Gieüen) Binding (Leipzig), Birkmeyer (Munchchi), v Calter (Straßburg), Frank (Halle), Güterbock (Königs-, bcra) b SiKentbal ®tibetberg), v. Ätzt (Berlin,, Lömmg (Jena), b. Wer (-Tübingen), 0. Rohlanb (Freiburg > Buh Sdjinibt (Freiburg j. Br.), b. Seeger (Tübingen), ©tein

«n Ende. .. . I

Heute liegen auch einige Meldungen vor, die das I Dunkel lichten, in das die zum Entsatz von Mafeking I führende englische Unternehmung bisher gehüllt war. Aus I Kapstadt via London wird gemeldet:Wir näherten uns I der Stadt von Süden und wurden von den Buren in I großer Stärke angegriffen. Der Angriff wurde zurück- I geschlagen, und wir drangen vorwärts. Die Buren hielten I nicht Stand, sondern zogen sich eiligst zurück. Wir ver­folgten dieselben. Unsere Verluste sind gering." Ferner I liegt uns aus Kapstadt folgende Reuterdepesche vom 19. ds. I ÖDrAus dem Betschuanaland sind jetzt Meldungen über I den Marsch der zum Entsatz Mafekings entsandten Abteilung I rmaeaangen. Danach verließ sie Kimberley in aller Stille I kam durch die Bezirke von Taungs und Vryburg, ohne I auf Buren zu stoßen. Am 11. Mai wurde 20 englische Meilen südlich von Mafeking der Marotsamfluß erreicht. Ursprünglich bestand die Abteilung aus i

Z Maximgeschützen. Nach dem Marsche durch Barkly^West I surde ein Regiment wegen des schlechten Zustandes der I Pferde abgetrennt. Die Entsatztruppe^ die mit geringem Gepäck marschierte, legte 20 englische Meilen (32 Kilometer) | I^Der^D'aNy Mail" wird aus Pretoria telegraphiert: I Das Exeeutiv-Komite verhandelte in langer geheimer Sitzung über die Ratsamkeit der Zerstörung der Gold- «iinen Aus bester Quelle wird versichert, die Transvaal- Regierung beschloß, sie nicht zu zerstören.New-York perald" veröffentlicht ein Telegramm aus Pretoria, wonach Präsident Stein trotz der schlimmen Lage eine entschlossene Haltung bewahrt und Präsident Krüger in Pretoria die amiae Person ist, die Ruhe und Besonnenheit in der jetzigen aeiahrvollen Lage an den Tag legt. Die Regierung hat | Geschloffen, eine Botschaft an Lord Roberts zu ent­senden, worin sie das Einstellen der Feindselig- keiten sowie die Versicherung verlangt, daß man den Trans-Kolonisten und den Bewohnern Natals, die in den Leihen der Buren kämpfen, Schonung angedeihen laffe.

der Botschaft wird hinzugefügt, daß, wenn diese Be­rgungen iftcht erfüllt würden die Gruben von ^obannesburg in die Luft gesprengt und Johannesburg selbst zerstört werden würde. - Der kisenbahntunnel bei Langsueck ist bereits mit Dynamit unter furchtbarer Explosion von den Buren zer­stört worden. Jede Verbindung ist auf Wochen hinaus un- noalich. Die Burenkommandos nehmen infolge dessen die lenkbar besten strategischen Positionen ein, die eme Er­stürmung des Passes an dieser Stelle unmöglich machen.

Der Berichterstatter von LaffanS Bureau m Pretoria labtet, er habe Grund zur Annahme, die Transvaal- Keaierung werde demnächst um Frieden bitten. Vie jüngsten Niederlagen hätten eine sehr demoralisierende Wirkung auf die Buren ausgeübt und es herrsche eine ver-

(6aI-' Zur brüten Lesung ber Lex Heinze haben im- Reichstage Dr. Spahn und Dr. v. Levetzow beantragt, daü das Gesetz am 1. August 1900 in Kraft treten soll.

b - Für die am Montag zu erwartende Fortsetzung ber dritten Beratung der Le x He i n ze ist an a lleMi t tzlie^ der der konservativen und deutsch en Reichs^ Partei die dringende Mahnung ergangen, Mann für Mannen erscheinen.im Zirkus Renz seitt^ des Goethebundes eine große öffentliche Protest­versammlung gegen die le? S5e 1 näe fiatt

In der Budgetkommission des R e i ch s- tags wurde heute die Beratung der Novelle zum Rei^- stempelqesetz fortgesetzt. Artikel 3 betreffend die Stempel- abgabe von den!Genußscheinen" wurde nach

in ber Fassung erster Lesung angenommen. Artikel 4 bett, die Ermäßigungen" auf gewisse Arbitrage-Geschäfte ivurde vorläufig zurückgestellt. Die Verhandlung wandte sich au Artikel 5, der den abgeänderten und ergänzten Uri? enthält unb zwar zunächst zur Position. Kauf- und sonstige Anschaffungsgesck)afte. Em Antrag des Abg. B u

1 fing '(nl.), Renten und Schuldverschreibungen auslan- bischer Staaten sowie ausländische Ettenbahnobligationen. nur mit zwei Zehntel vom Tausend zu besteuern, wahrend tti erster Lesung drei Zehntel beschlo sen waren, wurde angenommen^ Ls folgk die Beratung des Stempels für Ka u f - u n d A n scha f s un g s ge s ch a f t e der An teile gewerkschaftlich betriebener Bergwerke oder der dar­über MsgestellteU Urkunden (Ku^scheme, Bezugsscheine M- tretunasscheine). Bei der Absttmmung wird der Umsatz- stempel für Kuxe, wie in der ersten Lesung festgesetzt, kn be? tzohe °°N l vom Tnusenb beibehalten, hterauf wird der Umsatz stempel für sonstige Wert-Pa­pier e, der in erster Lesung mit drei Zehntel vom Tause"^ beschlos en ist, in dieser Fassung angenommen Alvdaun wird der Kunststempel für börseumaßig gekaufte Ware» erörtert. Dieser war in erster Losung in Hohe von fünf Zehntel vom Tausend beschlossen worden. Auf Anttag befe Abg. Müller-Fulda wird er heute auf vier Zehntel herab­gesetzt. Der vorher zurückgestellte Artikel 4 wird nunmehr angenommen, ebenso ein Antrag Mül^r-Fulda betreffend die Aufliebung der Befreiungen un Tarif des SternM (Mefccs Ziffer 1 und 2. Es folgt die Beratung den Steuer ' auf Schiffsfrachturkunden. Hierüber wird am Dienstag die Beratung fortgesetzt. In dieser Sitzung sol auch der vom Abg. Müller-Fulda verfaßte Bericht über: das Flottengesetz beraten werden.

I Im preußischen A b g e 0 r d n e t e n h a u s e wurde der Gesetzentwurf betreffend die evangelisch-lutherisch«». Kirchen-Verbände in Hannover und der Gese^ntwurf bett, die Bewilligung weiterer 5 Millionen zum Bau von Ä r- beiterwohnungen in dritter ^fung angenom­men. hierauf wurde in zweiter Lesung die Maaren- Haussteuer-Vorlage beraten und mit unwesentlichen

I Aenderungen angenommen. . .

_ Zum Fleischbeschau-Gesetz schreibt heute die Nordd. Allq. Ztg.", sie habe allen Grund anzunehmen, daß die verbündeten Regierungen dem agrarischen Auttage ihre Zustimmung nicht geben werden, eben 0 me fie I ieden Antrag ablehnen werden, ber für einen bestimmten I Zeitpunkt weitergehende Fleischeinfuhr-Verbote gegem

^m Auslande festsetzt, der den vollständigen ;NW b-s Pökelfleisches,enthält ber

I ik>r von znberlässiger v«üe Reichstage eine

. .. c ar « n a A tu » inr

tbeir. beoorj. In lßaltEdelwk^ üiwT esuchl für bäum

...

ibihon diese?

Eiufer

Kellen kann, m Itihtrn btt fomftlbtn 18 9k

1 bttrUuhi iu ex» ' Jfr. 1599 an Vu rt__________________

fort tzäuLi.

ftttui 11

bang, für ti

egeusosoch

.3.2441 an: MIA.

iit. 118 Erstes Blatt.

L Meßmer Anzeiger

,« >l.4mcü beigelegt. XI S *

. I A* zV 44* All- »ozeigea-BermittlungSstellm d-s In- und Auslandes

Iiv ahme »an «nzeigea zu der nachmtttaqS für d« | VA/) |T /j | /T | M |T 3 01 || 01 nehmen Anzeigen für den Gießener Anznger enlgege«.

senden Tag «scheinender. Nummer bis vorm. 10 Uhr. X?L/V VW V VI V VVVV V Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auSwaNS 20 Pfg.

Abbestellungen spätestens abends vorher.

J gejocht w-Skoßhandlm en an die

U 1628. iäA esuchl. 36,1 Ul Victoria^

M«

,«««)»«ft , offenen unter w

Wchen.