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angenehm war. bisher nicht zu „Alldeutschen". Die Linke steht
ist nicht nur Reichskanzler, sondern mich preußischer Ministerpräsident geworden, und man wird nun sehen, ob ein junger Ministerpräsident Reibungen so nachsichtig erträgt, wie sie eine friedfertige ältere Kvaft jahrelang geduldet hat."
liebäugeln gesucht, auch nicht mit den Aber die Thatsachen müssen sprechen, dem neuen Kanzler ohne überschwäng- ohne grundsätzliches Mißtrauen, unbe-
Die Grundsteinlegung zum Völkerschlacht National Denkmal.
Leipzig, 19. Oktober.
Aus Anlaß der Grundsteinlegung zum Völkerschlacht- ^ational-Denkmal bei Leipzig hatten am gestrigen Tage nicht nur die öffentlichen Gebäude geflaggt, sondern auch eine große Anzahl von Privathäusern trugen Fahnenschmuck. Vom Augustusplatz an, dem Sammelpunkt der Festzugteilnehmer, die Hospital- und Reitzenhainer Straße entlang, bis hinaus zum Festplatz hatten viele Häuser auch Guirlanden und sonstigen passenden Schmuck angelegt. Die Fenster waren von Schaulustigen belagert und manch' gern gespendetes Blumenstrüußchen siel auf die einhermarschierenden Patrioten herab, kam aber meist auf der vom Regenwetter beschmutzten Straße um und versehlte so gänzlich seinen Zweck. An dem Eingang zur Hospital- straße vom Johannisplatz aus hatte man zwei Obelisken errichtet, die obenauf Körbe mit Blattpflanzen trugen und an den Seitenflächen mit Fahnen und Wappen- arrangemeuts geziert waren. Der am Ostplatz angebrachte Straßenfestschmuck war ähnlicher Art und wiederholte sich an den Straßeneingängen zum Festplatz. Guirlanden- umwundene Fahnenstangen ragten aus den Obelisken hervor und gegen das Ende der Feststraße vermehrten sich die wehenden weißen Fahnen, deren obere Querstreifen in den Landes- und Städtefarben gehalten waren, zusehends. Imposant ragten die beiden schön geschmückten mächtigen Obelisken aus dem für das Denkmal aus-
liche Hoffnung, , .
fangen und abwartend gegenüber."
Gröberes Geschütz fährt schon der „Berliner Börsen-Courier" auf, der von künftigen Reibungen spricht und die Kan a l v o r l a g e in Erinnerung bringt: „Die Agrarier zu Opfern zu bewegen, ihnen überhohe Getreidezölle, die sie schon in Händen zu haben glauben, mit politischer Motivierung wieder zu entwinden, erfordert ganz besondere Gewandtheit, sobald man es nicht auf die Machtprobe ankommen lassen will. Diese Machtprobe anzustellen, wird aber dem Grafen Bülow im preußischen Landtage nicht erspart bleiben. Dort herrschen die Agrarier souverain, unter dem stillen Schutze des Vizepräsidenten des Staatsministeriums. Die Kanalsrage kommt aber voraussichtlich eher zur Entscheidung als die der Handelsverträge, und da muß es sich zeigen, ob nunmehr in den oberen Regionen ein anderer Wind weht. Graf Bülow
Die „Voss. Ztg." schreibt:
„Graf Bülow gilt nicht als Freund schroff herausfordernder Schritte gegen England und Amerika oder rücksichtsloser Zollkriege. Er legt auch in der auswärtigen Politik auf gute Beziehungen zu dem Insel- reich mehr Gewicht, als der äußersten Rechten immer Mit dem Bund der Landwirte hat er
Zweifel darüber, daß die Neichspolitik schwer unter 1 den Nachteilen zu leiden hat, die unserem Geldmarkt durch die neue Börsengesetzgebung die ihm unentbehrliche Elastizität geraubt haben."
In Besprechung des Kanzlerwechsels meint das W i e n e r F r e m d e n b l a t t:
„Das Ereignis ist schwerlich als ein politisches aufzufassen, da Graf Bülow speziell in den auswärtigen Angelegenheiten, an deren Leitung er als Staatssekretär mitwirkte, selbstverständlich auf den bisherigen Wegen wandeln lvird. Es bedeutet aber trotzdem insofern einen Abschnitt in der politischen Geschichte Deutschlands, als Fürst Hohenlohe eine Persönlichkeit historischen Namens ist, ein Mann, der an der Entwickelung des Reiches einen wesentlichen Anteil genommen hat und der dank seiner Intelligenz und Charaktereigenschaften ebenso wie durch seine traditionelle gesellschaftliche Position Jahrzehnte lang eine hervorragende Stellung in der Nation einnahm."
Das „Wiener Abendblatt" sagt:
„Jedermann müsse sich unwillkürlich der Gedanke aufdrängen, daß die Erhebung des Grafen Bülow zur höchsten Staatsstellung nur die gerechte Würdigung seiner außerordentlichen Begabung und seiner Thätigkeit in allen Fragen seiner politischen Laufbahn war. Das Deutsche Reich bedürfe heute starker Männer; Graf Bülow stehe aus der Höhe des Lebens, und es stehe außer Frage, daß im Deutschen Reiche die rühmliche Rolle, welche die deutsche Reichspolitik in allen Phasen der chinesischen Angelegenheiten gespielt habe, dankbar als ein Verdienst des Grasen Bülow anerkannt werde."
' Alter als Reichskanzler erwartet; über das hat nicht verhindert, daß trotzdem seine Regierungszeit durch bedeutende Akte ausgezeichnet ist, von denen als die wichs- tigsten der Ausbau der Flotte, die Einführung des Bürgerlichen GesetzbiichD und die Fortführung der ^ozral- reform in sehr wichtigen Punkten und bedeutende Matz- nahmen zur Verbesserung der Lage der Landwirtschaft zu nennen sind. Inwieweit das alles seiner initiative entsprang, lassen wir dahingestellt, aber wenn er auch manches davon iiicht selbst angeregt hat, so hat er ev doch nicht gehindert."
Der „Hamb. Korr." hätte den Fürsten Hohenlohe gern noch "als Sturmbock bei den Handelsverträgen benutzt. Es klingt wenig pietätvoll, wenn er sich folgendermaßen vernehmen läßt: _
„Nach unserem Gefühl hätte der Reichskanzler Fürst Hohenlohe das lange, reiche und ehrenvolle Tagewerk feines amtlichen Lebens nicht besser schließen können, als indem er die Handelsvertragskämpagne noch zu Ende führte. Er, der mehr als Achtzigjährige, der vom Leben wenig, von den politischen Parteien aber gar nichts mehr zu hoffen oder zu befürchten hatte, konnte das unvermeidliche Odium einer, wenn es not that, schroff anti-agrarischen Politik am leichtesten auf sich nehmen. Wenn er nach vollbrachter Arbeit in die wohlverdiente Ruhe sich zurückzog, so folgte es ihm und hörte damit auf, die politische Situation zu belasten und zu verwirren, während es für ihn selbst nur ein Ehrenzeugnis über treu erfüllte Pflicht bedeutete."
Die „Bert. Reuest. Ra-chr." behaupten, daß der Entschluß, sein Abschiedsgesuch einzureichen, vom früheren Kanzler erst vor ganz kurzer Zeit gefaßt sein könne. Sie schreiben :
„Fürst Hohenlohe hatte noch zu Ende der vorigen Woche sich dahin ausgesprochen, daß er für seinen Rücktritt, sofern der Kaiser ihm sein Vertrauen bewahre, keinen Anlaß sehe, ja daß ein Rücktritt im gegenwärtigen Augenblick ihm als Fahnenflucht erscheinen würde. Noch am Samstag sah er es als seine selbstverständliche Pflicht an, daß er dem Reichstage wegen der Nichteinberufung in diesem Sommer Rede zu stehen habe. Tie Ueber- zeugung, daß er seinen Jahren nunmehr den Tribut zollen müsse, den das Alter von ihm fordert, kann mithin erst am Samstag oder Sonntag Platz gegriffen haben."
Freilich wissen auch sie keinen anderen Grund anzugeben als das Alter und die Müdigkeit des Reichskanzlers. Das Alter ist aber doch nicht erst am Samstag oder Sonntag über ihn gekommen.
Die ,,Nationalztg." tadelt ihn als Miturheber reaktionärer Gesetze, lobt ihn als Gegner des Agrarkonservatismus, bezeichnet aber doch den Zustand seiner Kanzlerschaft als unhaltbar. Sie läßt sich folgendermaßen hören: „Er hat es nicht verhindert, daß in dieser Zeit im Reiche und in Preußen eine Anzahl schlechter, reaktionärer Gesetze zu stände kamen, für die man einen Staatsmann von der Vergangenheit des Fürsten Hohenlohe nur mit Bedauern mitverantwortlich sehen konnte. Er setzte noch die vielumstrittene Aufhebung des Verbots der Verbindung politischer Vereine durch; er verweigerte uoch die Zustimmung zu den vom Reichstag in zweiter Lesung beschlossenen Fleischeinfuhrverboten, doch dies nur, um ein Kompromiß zuzulassen, das, an sich schon bedenklich, je nach der Durchführung sich als sehr schädlich erweisen könnte. Die Feindschaft, mit welcher der Agrarkonservatismus den greisen Staatsmann bis zuletzt beehrte, hat bewirkt, daß auch in dieser letzten Zeit die Liberalen, in der Ungewißheit, wer sein Nachfolger sein würde, auf sein Verharren im Amte immer noch Wert legten. Aber es war ein unhaltbarer Zustand; durch die Passivität des Kanzlers während der China-Krisis wurde das für jedermann unbestreitbar."
geschachteten Grund zum Himmel empor.
Ter Festzug, der am gestrigen Vormittag leider bei Regenwetter stattfand, glich von erhöhtem Standpunkt aus, von weitem gesehen, in seiner kolossalen Ausdehnung einem Wald von Fahnen und aufgespannten Regenschirmen. Sein Vorbeimarsch währte annähernd dreiviertel Stunde und die Spitze dürfte den Festplatz erreicht haben, als das Ende nach ein Viertel 12 Uhr vom Augustusplatz, dem Sammelpunkt der Zugteilnehmer, abmarschierte. Sein schönster Schmuck waren, wie immer bei derartigen, sich in der Hauptsache aus Vereinen und Gesellschaften jeglicher Art zusammensetzenden Festzügen, die Fahnen. Besonders imponierend gestaltete sich in dieser Hinsicht der Aufzug der Chargierten der studentischen Korporationen der sächsischen alma Hinter in vollem Wichs. Weiter boten einen besonders festlichen Anblick im Zuge eine Abteilung Bergleute in Uniform und gegen den Schluß hin die Radfahrergruppen. An Ehrenjungfrauen, die in verschiedenen Abteilungen das Schwarz des männlichen Festkleides durch lichtes Weiß unterbrachen, war kein Mangel, unb den Damen, die den Mut hatten, bei dem gerade um die Zeit des Zuges im Grunde genommen miserablen Wetter die lange mit Pfützen und Schmutz behaftete Feststraße mit entlang zu ziehen, gebührt ein besonderes Lob. Aus dem Zuge, dem der Herr Polizeihauptmann mit einer Abteilung Schutzleute vorausritt, seien weiter genannt die Leipziger Schützen, die zum Teil beritten kamen und zwei kleine Kanonen hinter sich herfahren ließen. Einen Hauptbestandteil des Zuges machten natürlich die Kriegervereine aus. Die Spitze desselben bildete eine ungezählte Schar von Schülern der Volksschulen bis zu den Gymnasien, das Ende hielt die Leipziger Turnerschaft in strammer Reihe. Die Gesangvereine waren selbstverständlich auch in stattlicher Zahl vertreten. Zahlreiche Musikkapellen hielten ihn, dessen Ordnung durch keinen Zwischenfall gestört wurde, in gleichem Schritt und Tritt. Fast alle hiesige Vereine waren im Zuge vertreten, und sie alle, die Tausende von Teilnehmern, wollten Zeuge sein bei der Grundsteinlegung des Völkermonuments, das künftigen Geschlechtern von dem gewaltigen Ringen predigen soll, das vor Leipzigs Mauern an jenem 18. Oktober stattfand, von dem schon in der Schule sangen:
Sei hoch uns gefeiert der Deutschen Tag, Du Tag des Siegs, der Befreiung;^ Du tilgtest die lange, die blutige Schmach, Des deutschen Bodens Entweihung.
Du brachst der Fremdlinge Stolz und Gluck
Und auf Flügeln des Siegs kam die Freiheit zuruck.
In Guirlanden- und Flaggenschmuck prangte ebenfalls der Festplatz, auf welchem der denkwürdige Akt der Grundsteinlegung vor sich gehen sollte. Wenn schon die Feststraße in der Ausdehnung vom Ende der Reitzenhainerstraße bis zum Festplatz mit buntbewimpelten Fahnenmasten geschmückt war, so überbot der Festplatz selbst an architektonischem Schmuck alles durch die beiden mächtigen, mit Palmen geschmückten Obelisken, die die Blicke aller Festteilnehmer auf sich lenkten. An ihnen befand sich die Inschrift: „Gott war mit uns, <chm )ei
Das „B erl. T a g e b l." empfiehlt dem Grafen Bülow bereits die Parole: „Biegen oder brechen!" Daß es von ihm eine Reform des Börsengesetzes erwartet, ist ja selbstverständlich. Wir entnehmen seinen Aeußerungen folgende Mitze:
„Die rückläufige Gesetzgebung der letzten Jahre, die wir Herrn v. Miquel verdanken, steht in unüberbrückbarem Gegensatz zu den Aufgaben, die vom Kanzler im Reiche als Konsequenzen der Weltpolitik zu bewältigen sind. Hier giebt es kaum ein Kompromiß, hier wird es heißen müssen, biegen oder brechen. Der latente Gegensatz, den wir zwischen den Miquelschen Zielen und den Problemen gewahren, deren Lösung dem Kanzler als Leiter der Reichspolitik obliegt, wird deshalb, das sehen wir voraus, früher ober später einen IW*
akuten Charakter an nehm en. Schau heute besteht fein | die Ehre."
Gegen halb 12 Uhr langte die Spitze des FestzugeA auf dem Denkmalsplatze an. Es währte indessen noch dreiviertel Stunden, ehe der gesamte Zug den Festplatz", der von einer gewaltigen Menschenmenge umsäumt war, erreicht hatte.
Weihevoll leitete der Leipziger Gausängerbund (1000 Sänger) mit dem „Siegesgesang der Deutschen nach der Hermannsschlacht" von Abt die Feier ein. Oberbürgermeister Justizrat Dr. Tröndlin hielt hierauf eine flammende Rede, die in den Herzen der Festteilnehmer begeisterten Widerhall fand. Nach einem warmen Appell an die Festversammlung, zu den Landesfürsten treu zu stehen und das Vaterland zu Heben, schloß der Oberbürgermeister mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den d eutschen Kaiser, König Albert und die Bundesfürsten.
Herr Clemens Thieme, der Vorsitzende des Patriotenbundes, richtete hierauf markige Worte an die Festversammlung. Redner hob hervor, daßj die Errichtung eines Völkerschlacht-National-Denkmals ' eine nationale Ehrenschuld sei.
Die Vorlesung der Urkunde, die in den Denkstein gelegt werden wird, erfolgte hierauf durch den ersten! Schriftführer des Deutschen Patriotenbundes, Dr. Spitz- ner. Tie Urkunde hat folgenden Wortlaut:
Heute, am 18. Oktober 1900, da Wilhelm II. als dritter Erbkaiser des wiederaufgerichteten Deutschen Reiches machtvoll gebietet, ihm treu zur Seite in Sachsen der um Deutschlands Einigung und Größe hochverdiente Heldenkönig Albert segensreich waltet, legt der Deutsche Patriotenbund zur Errichtung eines Völkerschlachtdenkmals bei Leipzig auf diesem geweihten Boden, wo sich am gleichen Tage des Jahres 1813 das deutsche Volk im ewig denkwürdigen Entscheidungskampfe aus den Fesseln der Fremdherrschaft Napoleons losgerungen hat, den Grundstein zu dem Ruhmeszeichen der Befreiung und der nationalen Widergeburt Deutschlands.
Der feierliche, bedeutungsvolle Augenblick vollzieht sich in Gegenwart zahlreicher Vertreter der Staats- und Gemeindebehörden, sowie der nationalen, mit dem Bunde vereint wirkenden Körperschaften vor dem gesamten deutschen Vaterlande im 30. Jahre seiner Einigung, die von den Vätern in den Befreiungskriegen begonnen und dann, heißersehnt, durch Kaiser Wilhelm I. und den ersten Kanzler des Reiches, Otto von Bismarck, vollendet worden ist.
Der Grundstein wurde bereits am 19. Oktober 1863 bei der 50jährigen Gedächtnisfeier der Völkerschlacht von 211 deutschen Städten vor 1400 Veteranen der Befreiungskriege symbolisch gelegt unb geweiht, nachdem sich Ernst Moritz Arndt und andere begeisterte Patrioten schon seit dem Jahre 1814 zur Schaffung eines würdigen Denkmals für die unvergänglichen nationalen Errungem schäften der Leipziger Schlacht ernstlich aber vergeblich bemüht hatten. . 3, .
Aber auch nach der 50jährigen Erinnerungsfeier verhinderten kriegerische und andere widrige Ereignisse, daß das geplante, großartige Nationaldenkmal erstand. Am 75. Gedenktage der Völkerschlacht, im Jahre 1888, regte ein in Leipzig begründetes Ortskomite den Städte- ausschuß des Jahres 1863 zu erneuter Thätigkeit an, dessen Aufruf an das deutsche Volk aber nach geringem Erfolge wiederum verhallte.
Da ivurde am 26. April 1894 durch den Leipziger Architekten Clemens Thieme der von ihm bis zum heutigen Tage geleitete Deutsche Patriotenbund ins Leben gerufen, ' dessen einzige Aufgabe es ist, für die alte Ehrenschuld des deutschen Volkes einzutreten und in Wort und Schrift an die endliche Tilgung derselben ernstlich zu mahnen. „ .
Er that es und kämpft für das dankbare Gedächtnis der frommen Heldenzeit des deutschen Volkes in seinem einstigen sieggekrönten Ringen nach Unabhängigkeit «ns nationaler Wohlfahrt.
Dank der Unterstützung Sv. Majestät Kaiser Wilhelms II. und der deutschen Bundesfürst^n, sowie der Staats- und Gemeindebehörden, namentlich der „Stadt Leipzig, an deren Spitze heute Justizrat Dr. ^rorwttn als Oberbürgermeister steht, und dank der Mitwirkung zahlreicher vaterländisch gesinnter Männer, Frauen unr- Vereine aus allen Kreisen des deutschen ^olke^', war es dem Bunde nach mannigfachen Schwierigkeiten möglich, die Denkmalsfrage neu 3« beleben.
In altbewährter deutscher Gesinnung hat die Stadt Leipzig unter dem Oberbürgermeister Geheimen Rat Dr Georgi, der auch den Ehrenvors.tz des deutschen Patriotenbundes angenommen hat, aus der gef^^l^^^ H* EaZn Stelle des Schlachtfeldes einen um- anqreichen Platz zur Verfügung gestellt, auf dem am 18 Oktober 1898 in feierlicher Weise der erste Spatenstich wm Denkmalsbau gethan werden konnte.
Nachdem die iimfassenden Gründungsarbeiten desselben fertiggestellt sind, ist der Grundstein vom Jahre 1863 ausgegraben und hierher gebracht worden, um nunmehr seiner Bestimmung zugeführt zu werden.
Im Vertrauen auf den Beistand Gottes und auf deutsche Treu e unb Dankbarkeit hofft ber Patriotenbunb, baß ber gewaltige, sinnvolle Bau, ben Professor Brun» Schmitz in Berlin entworfen hat unb leiten wird, rasch vollendet werde. «i = cm t.
Er soll erstehen als des deutschen Volkes Wahrzeichen für den glücklichen Anfang seiner nationalen Erhebung im 19 Jahrhundert neben der Germania auf dem Niederwalddenkmale, dem Wahrzeichen ihre,.
ein dauerndes Mahnzeichen für kommende Geschlechter und ein Dankeszerchen gegen de« allmäckitiaen Gott der mit unserem Volke war und die Waffen der^ Väter mit blühendem Frieden segnete! (Es ^Die We^i he r^ed^^hielt^ Geheimer Kirchenrat Super- inieLi D Pauk' »'„ter Salutschüssen aus Böllern die von der Schützengesellschaft zur Verfügung gestellt waren erfolgten sodann die Hammerschläge. Der Leipziger Gausängerbund erfreute hierauf mit einer Dichtung von Allün Mittelbach, komponiert von Wohlgemuth, „Zum nftnber" die Zuhörer, wobei sämtliche Musikkorps die Begleitung ausführten. Mit dem allgemeinen Ge- sanae Run danket alle Gott", der aus zehntausenben von Kehlen begeistert zum Himmel emporstieg, erreichten die Feierlichkeiten auf dem Tenkmalsplatze ihr Ende.


