ung der letzten fünfzig Jahre hat auch die Lage des weib- lick-en Geschlechts in hohem Maße gewandelt, ungleich häufiger als einst, muß sie hinaus in das seitliche Lebens muß kämpfen und streben. Aber weder die hysterischen Frauen von Paris noch die Amazonen von Mainz streben! nach Zielen, die erreichbar sind. _______________
72. deutscher Naturforscher- und Aerztetag.
Aachen, 17. September.
Im großen Kurhaussaale fand heute morgen 9>/2 Uhr unter sehr zahlreicher Beteiligung die erste allgemeine Sitzung der Naturforscher- und Aezteversammlung statt. Unter den vielen hervorragenden Gelehrten bemerkte man Rudolph Virchow, Geh. Medizinalrat Prof. Eulenburg, Prof. Dr. Ponfick-Breslau, Geh. Rat von Leube- Würzburg, Admiralitätsrat Pros. Dr. Ne um eher-Hamburg u. a. m.
Geh. Regierungsrat Pros. Dr. Wüllner eröffnete als erster Geschäftsführer der Versammlung dieselbe mit einer längeren Begrüßungsansprache. Geheimrat Professor Dr. von Leube-Würzburg dankt als erster Vorsitzender des deutschen Naturforscher- und AerztetageS Allen, welche den Kongreß begrüßten. Durch den Beschluß, auf der diesjährigen Versammlung eine Zusammenstellung der in dem zur Neige gehenden Jahrhundert geförderten Wissenschaften vorzuführen, solle zum Bewußtsein gebracht werden, welch gewaltige Geistesarbeit notwendig war, um den heutigen Standpunkt zu erreichen. Es begannen dann die Vorträge, die nach dem Programm „Die Entwickelung und den Aufschwung der vier Hauptdisziplinen im letzten Jahrhundert" behandeln sollen.
Der erste Redner war Pros. Dr van t'Hoss-Berlin, der über die Entwickelung der exakten Naturwissenschaften (Physik, Chemie und der sich daran schließenden Zweige) sprach.
Geh. Medizinalrat Pros. Dr. Hertwig-Berlin als zweiter Redner sprach über „Die Entwickelung der Biologie." Anknüpfend an den ersten Vortrag über die Entwickelung der Chemie und Physik hebt der Vortragende hervor, daß auch die Biologie im 19. Jahrhundert die bedeutungsvollsten Fortschritte sowohl aus anatomischem als physiologischem Gebiet aufzuweisen habe.
Auf anatomischem Gebiet feiert er als drei wichtigsten Errungenschaften, welche durch die mikroskopische Forschung erzielt wurden, 1) die Zellentheorie, 2) das erfolgreiche Studium der niedersten Lebewesen, 3) den mit Hilfe der verbesserten Mikroskope ermöglichten Einblick in die feineren Vorgänge der Entwickelungsgeschichte der Organismen.
Nach einer kurzen zusammenfassenden Darstellung der in diesen 3 Richtungen gemachten Fortschritte geht Redner näher auf die Hauptfrage der Entwickelungslehre ein, welche in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Forscher wie Laien gleich lebhaft beschäftigt hat, auf die Frage nach der natürlichen Enstehung der Organismenwelt. Bei einer kritischen Beleuchtung des Darwinismus wird hervorgehoben, daß die DeScendenz- und noch mehr die Selektionstheorie sich in vielen Dingen auf dem unsicheren Boden der Hypothese bewegen. Als Weismann die „Allmacht der Naturzüchtung" in einer Schrift mit diesem Titel verkündete, sei er gleichzeitig zu dem Geständnis genötigt gewesen: „Wir können den Beweis, daß eine bestimmte Anpassung durch Naturzüchtung entstanden sei, für gewöhnlich nicht leisten". Damit sei zugestanden, daß wir in Wahrheit nichts von dem Ursachenkomplex wiffen, der die bestimmte Erscheinung hervorgerufen hat, und daher habe auch der englische Philosoph Herber Spencer im Gegensatz zu WeiS- mann von einer „Ohnmacht der Naturzüchtung" sprechen können.
Bei der Uebersicht der Forschritte auf physiologischem Gebiet geht Redner auf die Notwendigkeit des Tierversuchs und auf die in verschiedenen Richtungen so herbeigeführten Entdeckungen ein. Er wendet sich gegen die in Laienkreisen vielfach verbreitete Anti-VivisektionSbewegung, die aus einer übel angebrachten Empfindsamkeit beruht.
Als besonders erfolgreich in unserem Jahrhundert wird die chemische und physikalische Richtung der Physiologie, welcher die größten Physiologen Helmholtz, du Bois Reymond, Claude Bernard, Ludwig u. a. angehört haben, bezeichnet und näher charakterisiert, zugleich aber hervorgehoben, daß die Vorherrschaft der chemisch-physikalischen Richtung zur Folge hatte, daß von den Physiologen mit wenigen Ausnahmen mit Vorliebe nur solche Gebiete, die einer chemischphysikalischen Forschungsweise zugänglich waren, bearbeitet, andere dagegen, wie die Physiologie der Entwicklung und Zeugung 2c. fast ganz unbeachtet gelaffen wurden. Um so eifriger nahmen sich ihrer Anatomen, Zoologen und Botaniker an. So erstarkte neben der chemisch-physikalischen Schule der Physiologie eine anatomisch-biologische Richtung, die durch mikroskopische Forschung unseren Einblick in das Leben zu vertiefen sucht.
Durch eine Reihe von Gründen wird des Näheren darzulegen versucht, warum durch Chemie und Physik die Aufgaben der Biologie nur zu einem sehr kleinen Teile zu lösen sind.
Ferner wird darauf hingewiesen, daß der Standpunkt: Alles in der Welt sei Chemie und Physik, gewöhnlich mit einer großen Ueberschätzung des chemisch-physikalischeu Wissens verbunden ist.
Anknüpfend an eine von C. E. v. Baer gegebene vortreffliche Charakteristik vom Wesen der Wiffeuschaft schließt der Vortragende mit folgenden Sätzen:
„Die Wissenschaft ist ewig in ihrem Quell, nicht be- grenzt nach Zeit und Raum in ihrer Wirksamkeit, unermeßlich in ihrem Umsaug, endlos in ihrer Aufgabe, unerreichbar in ihrem Ziel. Besonders gilt dies von der Biologie, der Wissenschaft vom Leben. Ihre Aufgabe ist eine der schwierigsten. Ihr Gebiet dehnt sich nach allen Richtungen auS, mit den verschiedensten anderen Wissen
schaften in engere Beziehungen tretend. In der einen Richtung auf Chemie und Physik gestützt, wird sie zur Biochemie und Biophysik, in entgegengesetzter Richtung gewinnt sie wieder Fühlung mit den Geisteswissenschaften, mit Psychologie und Soziologie, mit Ethik und Religion. Materielle und geistige Welt werden durch sie in Verbindung gesetzt. Und so wird die Biologie im neu« anbrechenden Jahrhundert, wenn ihre Vertreter, frei von dogmatischen Fesseln jeder Art, das Reich der Unerforschten in das Reich der menschlichen Erkenntnis umzuwandeln fort« fahren werden, an der inneren Kultur des Menschengeschlechts in hervorragender Weise mitzuwirken berufen sein, es aus eine höhere Stufe intellektueller Einsicht, sowie sozialer und moralischer Lebenshaltung hebend. Sie wird so die Zeit mit herbeiführen, wo die wunderbaren Fortschritte, die das neunzehnte Jahrhundert auf chemisch-physikalischem Gebiete durch die technische Beherrschung der Naturkräste gebracht, kommenden Generationen erst zu vollem Segen gereichen!"
1. Hauptversammlung des deutschen jorstvereing.
Wiesbaden, 19. September.
Der deutsche Forstverein, die erste Fachorganisation, in welche die seitherigen Wanderversammlungen deutscher Forstmänner ausgegangen sind, hat seine Hauptversammlung abgehalten. Landsorstmeister Dr. Danket mann- Eberswalde eröffnete sie mit einem Hoch auf Kaiser Wilhelm. Der erste Gegenstand der Tagesordnung ist die Wahl des Vorstandes und der Landesobmänner, die durch Zuruf nach den Vorschlägen des Forstwirtschaftsrates gewählt werden, und zwar für das Großherzogtum Hessen: Großh. Oberforstmeister Heinemann- Darmstadt; Stellvertreter : Forstmeister Reiß-Offenbach a. M.
Dann folgt die Beratung der Satzungen. Der sVerein hat seinen Sitz in Berlin und Pezweckt u),Wahr- ung und Förderung der Interessen des deutschen Forstwesens; b) Pflege der forstlichen Wirtschaft und Wissenschaft; c) Vermittelung persönlichen Gedankenaustausches. Der Forstwirtschaftsrat, ein Organ des Vereins, setzt sich zusammen aus dem Vorstand, den Landesobmännern, Vertretern der Forstwirtschaft, Abgeordneten von Forstvereinen und Waldbesitzer-Vereinen und Vertretern des Großwaldbesitzes (von 30 0001g ett. an). Das erste Geschäftsjahr endet mit dem Ablauf des Jahres 1900.
Die vorliegenden Abänderungsanträge finden en bloc Annahme.
Universitätsprofessor Dr. Endres-München hält einen eingehenden Vortrag über die Stellungnahme des Deutschen Forstvereins zur bevorstehenden anderweitigen Feststellung der Handelsverträge, insbesondere im Hinblick auf die Holzbestände und die Holzerzeugung des In- und Auslandes. — Der Inhalt ist der folgende: Die Wirkung von Holzzöllen auf die Rentabilität der deutschen Waldwirtschaft darf nicht überschätzt werden. Von viel größerem Einfluß als die Zölle sind die Holztransportverhältnisse. Die importierenden Länder haben durch die Benutzung des Wasserweges und die Gestaltung der Eisenbahntarife wirksame Mittel, um die Zollbelastung auszugleichen. Wir könnten das Ausland, namentlich Oesterreich-Ungarn, welches seit anderthalb Jahren die Eisenbahnfrachtkosten für den Holzexport aus Galizien und der Bukowina nach! Deutschland ungemein ermäßigte, nur dann treffen, wenn ^Deutschland'bei Abschluß neuer Handelsverträge sich bezüglich der Festsetzung des Frachttarifs und Frachtbedingungen für importierte Hölzer auf den inländischen Eisenbahnen und Wasserstrecken freie Hand Vorbehalten würde. Die jetzigen Holzzölle verhinderten das Ausland, sein Holz in Deutschland zu Schleuderpreisen abzusetzen. Das Steigen und Fallen der Nutzholzpreise lief bisher vollständig parallel mit dem Steigen und Sinken der inländischen Holzpreise. Die Holzeinfuhr ist ungeachtet aller Zölle stets im Steigen, weil Deutschland seinen Holzbedarf durch die inländische Produktion nicht decken kann. Im Jahre 1899 repräsentierte die gesamte Nutzholzmehreinfuhr eine Rundholzmasse von 10 Millionen Kubikmeter. Im Jnlande können 16—17 Millionen Kubikmeter erzeugt werden. Wollten wir die 10 Millionen Mehreinfuhr im Jnlande erzeugen, so brauchten wir eine Fläche von acht Millionen Hektar über die vorhandenen hinaus; das Bewaldungsprozent des deutschen Reiches müßte von 26 auf 40 steigen. Zur Aufforstung geeignet sind noch eine Million Hektar. Wenn auch durch die Aufforstung dieser Fläche und durch Hebung der inländischen Waldwirtschaft in Zukunft etwas mehr Holz als bisher erzeugt werden könnte, so könnte damit das Defizit doch nicht entfernt gedeckt werden, abgesehen davon, daß der Erfolg dieser Maßregeln erst nach frühestenA 50 Jahren in die Erscheinung treten würde. Von den größten Gebieten Deutschlands haben nur noch Bayern und Württemberg einen Holzüberfluß, das gesamte übrige deutsche Reich verbraucht mehr Holz als es produziert. Die Holzlieferanten Deutsch^- lands sind Oesterreich-Ungarn (1899 43 pCt.), Rußland (36 pCt.), Schweden (11 PCt.), Vereinigten Staaten (7 pCt.). Der Redner schildert die Waldverhältnisse dieser Lander und kommt dabei zu dem Schlüsse, daß auf eine Erschöpfung der Holzvorräte derselben in absehbarer Zeit nicht zu rechnen ist. — In Würdigung aller Verhaltnrsse empfiehlt es sich, bei Festsetzung der neuen Holzzolle den Mittelweg nicht zu verlassen. Der Zoll auf Rohnutzholz soll in Anbetracht der Unentbehrlichkeit dieses Materials für tne Industrie auf seiner jetzigen Höhe belassen werden, um so mehr als die Zunahme der. Einfuhr hier weniger zu befürchten ist, als bei den bearbeiteten Holzern, der Stand der inländischen Holzpreise ein sehr befriedigender ist und die Erschwerung der Einfuhr hauptsächlich den mittleren und kleinen Holzindustriellen treffen wird. Der Zoll auf Schnittwaren soll dagegen in Zukunft beim Nadelholz auf 1 Mk. 20 Pfg. pro Doppelzentner oder 6 Mk. pro Kubikmeter festgesetzt werden. Leitende Gesichtspunkte sind hierbei Schutz des Waldes und der nationalen Arbeit. Wegen des leichteren Gewichtes und des höheren Wertes kann Schnittware aus den entferntesten Ländern zil uns gebracht werden, weshalb ein zu geringer Zoll eine Ueberschwemmung Deutschlands mit geschnittenem Nutzholz zur Folge haben würde. Auch der Zoll auf be- fchlagenes Holz ist aus dem gleichen Grunde auf 1 Mk.
pro Doppel-Zentner zu erhöhen, da dasselbe meist fertig' zur Verwendung eingeführt wird. — Wenn gegenwärtig die Holzpreise in einzelnen Waldgebieten noch nicht die erwünschte Höhe aufweisen, dann ist der Grund hierfür in dem Mangel an «Verkehrswegen im Walde und zum Walde, in einer oft unzweckmäßigen Eisenbahntarifpolitik oder in dem Waldzustande selbst zu stützen. Auch höhere Zölle als die vorgeschlagenen würden diese Hemmnisse einer angemessenen Preisbildung nicht aufwiegen können. — Der Korreferent, Forstmeister Riebel-Muskau, ergeht sich des Eingehenden über die historische Entwickelung des Zolltarifs und dessen Stipulationen selbst.
Vom sozialdemokratischen Parteitag.
Nachdruck verboten.
Mainz, 19. September 1900.
Zur heutigen Sitzung ist ReichstagSabg. August Bebel erschienen. In der Vormittagssitzung wurde eine Reihe von Anträgen gestellt und diskutiert, u. a. auch ein solcher, die Reichstags- und Landtags-Abgeordneten auszusorderu, die Frage der Kohlennot in den verschiedenen Parlamenten demnächst zur Sprache zu bringen, wenn nicht bereits vor Zusammentritt der betreffenden Körperschaften eine Herabsetzung der Kohlenpreise erfolgt ist. Ein Antrag aus Herausgabe einer wissenschaftlichen Schrift gegen den katholischen KlerikaliSmus wird abgelehnt, nachdem Fischer-Berlin betont hatte, daß man diese Bekämpfung den einzelnen Kreisen überlassen müsse.
Der Partei-Vorstand wurde beauftragt, eine umfangreiche Agitation gegen eine geplante Verschlechterung deS Krankenkassen-GesetzeS zu infcenieren. Ein Antrag, die Alkoholfrage aus die Tagesordnung des nächsten Parteitages zu setzen, wurde abgelehnt. Der neue Or- ganisationS-Entwurs wurde nach einem Bericht Auer mit unwesentlichen Aenderungen angenommen. Der Partei-Vorstand besteht in Zukunft statt aus 5, nunmehr auS 7 Personen. Calwer-Charlottenburg spricht über Verkehrs- und Handelspolitik. Eine Resolution tritt für einheitliche Verkehrs-Politik, Ermäßigung deSPer- sonentariss, Ausbau der Wasserstraßen, Aushebung aller Handels-Beschränkungen und Verwerfung aller zollgesetzlichen Maßnahmen wie den handelspolitischen Anschluß Deutschlands an andere Staaten ein.
Nachdem Calwer fein Referat beendet, wurde die Diskussion eröffnet, an der sich mehrere Genoffen und Genossinnen beteiligten, v. Volkmar ist besonders gegen Uebernahme der Eisenbahn durch das Reich. Dies würde für Süddeutschland verhängnisvoll werden, wie das Beispiel Hessen beweise. Was ist hier in Hessen geschehen? Die Tarife sind heraufgesetzt, die Beamten herabgesetzt, die wirtschaftliche Selbständigkeit Hessens ist verloren. Wir kämpfen gegen das Gewaltsystem der preußischen Bahnverwaltung. Die preußische Regierung ist unser heftigster Gegner, wir dürfen sie nicht politisch und wirtschaftlich stärken. Wir nehmen das Gute gern vom Reich, aber nicht das Schlechte, das nicht nur den Süden schädigen würde, sondern schließlich das ganze Reich. Molken- bnhr ist gleichfalls gegen die Calwer'sche Resolution. HarieS-Himbach spricht für die Aufnahme der Agrarfrage. Zum Schluß gelangen verschiedene Begrüßungstelegramme zur Verlesung, darunter das der italienischen Sozialisten. Singer schloß um ßi/2 Uhr die Versammlung, indem er noch ankündigte, daß morgen die Vorschläge zur Wahl des Vorstandes und der Kontroleure gemacht werden sollen. Da die Calwer'sche Diskussion bis zum Schluß der Arbeitszeit dauerte, wird Bebel morgen mit seinem Referat beginnen.
Bebel unterbreitet dem Parteitag eine Resolution zu gunften der Beteiligung an den Land tags wählen, die also lautet:
„Der Parteitag wolle beschließen: in denjenigen deutschen Staaten, in welchen da8 Dreiklassenwahlsystem besteht, sind di« Parteigenossen verpflichtet, bei den nächsten Wahlen in die Wahlagitation etnzutreten, e8 sei denn, daß die lokalen VerhSttntsse eine Wahlbeteiligung unmöglich machen. Inwieweit die Wahlbeteiligung in einem Kreise unmöglich ist, darüber entscheiden die Parteigenossen deS betreffenden Wahlkreises. Für die Landtagswahlen in Pceußen bildet der Partetvorstand das Zentral-Wahl- komitee. Ohne dessen Zustimmung dürfen diePartetgenosien in den einzelnen Wahlkreisen keinerlei Abmachungen mit bürgerlichen Parteien treffen."
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 20. September 1900.
• • Auszeichnung. Dem Obersthofmarschall General der Infanterie z. D. Paul Westerweller v. Anthoni wurde die Goldene Verdienstmedaille für Landwirtschaft rc. verliehen.
* * Personalnachrichteu. Der GerichtSassessor Maser aus Darmstadt wurde mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Gernsheim und der GerichtSassessor Pfeifer in Gießen mit Wahrnehmung solcher bei dem Amtsgericht Groß-Gerau beauftragt.
• • Größere Fenerficherheit wird Unser Stadttheater für die kommende Spielsaison erhalten. Auf Veranlassung der Baupolizeibehörde wird vom Brandplatz aus durch das KreiSamtsgrundstück bis in den Theatersaal eine besonders starke Wafferznleitung hergestellt, die einen Hydranten z« speisen bestimmt ist.
* * Die Steuerfreiheit der Reservisten und Land- wehrleute während der Monate, in denen sie zu einer militärischen Hebung eiugezogen sind, trifft nur für Preußen zu. Für Hessen gilt dagegen das folgende: Reservisten und Landwehrleute, die zu Hebungen einberufen sind, werden für die Zeit ihrer Hebung von jeglichen Steuern befreit, sofern sie ein Einkommen von nicht über 2600 Mk. haben (d. h. nicht in der 1. Steuerklasse sind). Gesuche um Befreiung von der Steuer sind bei dem zuständigen Steuer-


