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Markus Bauer.
3hc „Nordd. Mg. Ztg." schreibt: Die in Stuttgart erscheinende „Deutsche Reichspost" hat über grobe Ausschreitungen berichtet, die sich die Straf-Expedition vow Besser in Kamerun angeblich hat zu schulden kommen lassen. Aus den amtlichen Berichten ist über die betreffenden Vorgänge in Berlin nichts bekannt, doch ist aus Kamerun vor kurzem die telegraphische Meldung eingetroffen dah der stellvertretende Gouverneur, Major v. Kamptz' den Hauptmann von Besser von seiner Stellung abberufen hat. Die hiernach unumgängliche Untersuchung wird Uch auch auf das gesamte Verhalten des Hauptmanns von Besser während der nach nicht abgeschlossenen Expedition zu erstrecken haben, und damit auch über die behaupteten Ausschreitungen die nötige Klarheit schaffen.
Die Sache fmit dem Kriegspalaver und ihren Greueln wird demnächst dem Gouverneur in Kamerun angezeigt werden; welchen Erfolg man zu erwarten hat, weiß ich nicht. Wahrscheinlich wird man später noch manche Gerüchte von nördlicheren Städten hören über den „Durchzug" der Expedition. Die «oben beschriebenen Ereignisse sind ja nur der Anfang der Expedition. Wie wirds erst im eigentlichen Feindesland droben zugehen, wo Stäwwe bestraft werden sollen, die sich vielleicht nur gegen Vergewaltigungen eines Weißen ihres Rechtes gewehrt haben!
Giessen, Kirchenplatz 11.
Kommissariat zu machen. Zu diesem Zwecke find die Militärpapiere vorzulegen.
-r- Rodheim a. d. B, 19. September. Heute wurde hier unter starker Beteiligung das Gemein de ob ft versteigert. Die Versteigerung begann morgens 9 Uhr und nahm bei der großen Ausdehnung der hiesigen Gemarkung den vollen Tag in Anspruch. Es wurden bei der starken Nachfrage durchweg hohe Preise erzielt. Noch stehen zwei weitere Obstversteigerungen hier bevor. Morgen läßt Frei- Herr van der Hoop aus seinen Grundstücken das Obst versteigern und Ende dieses Monats wird das Obst an der Staatsstraße versteigert.
-e- Abeudsteru, 20. September. Wie seinerzeit auch an dieser Stelle bekannt gegeben wurde, so sollte bereits mit dem 1. Mai hier der Personenverkehr der Bahn Wetzlar—Lollar eröffnet werden. Die Arbeiten für die Errichtung eines Warteraumes wurden im Frühjahre bereits vergeben. Allein erst in diesen Tagen ist von Seiten des Eisenbahnmiuisteriums die Genehmigung betreffs Errichtung einer Haltestelle eingetroffen, die mit dem 1. Dezember ds. Js. eröffnet werden soll. Die erforderlichen Bauten hat die Gesellschaft der Bieberthalbahn aufzuführen, der auch die bereitsj°vorhandenen Gebäude (Wohnung und Bureau) gehören. Somit wird für die Bewohner des Bieberthales durch diese Eröffnung einem längst empfundenen Bedürfnis, einen näheren Anschluß nach Wetzlar und Marburg zu erlangen, abgeholfen.
-r. Mendorf a. d. Lahn, 18. September. Unser Kirchweihfest am Sonntag und Montag ist aufs schönste verlaufen. Aus den umliegenden Ortschaften und ganz besonders aus Gießen waren Scharen von Festgästen erschienen, -selten ist unsere Kirmeß von auswärts so stark besucht worden, wie in diesem Jahre. Die Räumlichkeiten beim । Gastwirt Hörr waren bis zum letzten Platze besetzt.
Vilbel, 17. September. Der nach Anleitung des Ober- oergratS Tecklenburg aus Darmstadt zu Vilbel erbohrte -Sprudel erhielt mit Genehmigung der Großherzogin den Namen „Victoria-Melita-Sprudel".
Darmstadt, 18. September. Zur Hebung des ein- 9eJ2nlschen TöpfereibetrtebeS, da besonders die größeren Gärtnereien des Landes und der nächsten Nachbarschaft, wie in Frankfurt und Mannheim, ihren ziemlich bedeutenden Jahresbedarf anderwärts deckten und dieser ?^ug vielfach aus Frankreich geschah, wodurch der ein- I heimischen Industrie recht belangreiche Summen verloren I gehen, hat sich die Großherzogliche Zentralstelle durch Ver- I Mittelung des mittelrheinischen Fabrikantenvereins, da bisher I derartige außerdeutsche Fabrikate zollfrei eingingen, an das I
• a^mt gewendet, mit dem Hinweis, daß es nötig I erscheine, die außerdeutschen Töpferwaren mit einem Zoll I gu belegen. Wie wir vernehmen, hat derselbe bereits den I bearbeiteter ncucn Anordnung des deutschen Zolltarifs I Darmstadt, 19. September. Wegen des Ablebens des I Prrnzen Heinrich von Hessen und bei Rhein ist I fiine Hoftrauer bis zum 6. Oktober angeordnet worden. I Damen erscheinen in schwarzen Kleidern und zwar bis I $UTri4’ September einschließlich mit schwarzem Kopfputz I uuo schwarzen Handschuhen, von da ab mit weißem Kopfputz I und weißen Handschuhen. Die Herren tragen zur Uniform I einen Trauerflor um den linken Oberarm, außerdem bis I 24. September einschließlich schwarze Weste und schwarze I Handschuhe. I
Vermischtes.
* Straßburg, 11. September. Das Hauptgebäude der in Zabern gelegenen Fabrik landwirtschaftlicher Geräte und Maschinen der Gebrüder Kuh brannte vergangene Nacht nieder. Der Schaden beläuft sich auf über 300000 Mk. Ein ansehnlicher Teil der Arbeiter wird durch die Brand- katastrophe arbeitslos.
* Innsbruck, 18. September. Der Obergymnasialschüler Thomas Waldner aus Egg (Bregenzerwald) ist beim Enziansuchen im dortigen Gebirge über eine Felswand ab- gestürzt. Er war sofort tot.
^ Budapest, 18. September. Aus dem Nachlaß der , n- , — ——»lerfeld fehlen große
Beträge. Die Unterschleife fallen einer hohen Persönlichkeit zur Last, deren Verhaftung bevorsteht.
• 3n dem gemeldete« Duell in Dar-eS-Salaam wird geschrieben : Nach Meldungen von beteiligter Seite ist der Oberrichter Ebermaier, nicht der Freiherr v. Eberstein, der eine Beteiligte gewesen. Der Streit ist bei einem Gelage entstanden und macht in seiner Entwickelung einen häßlichen Eindruck. Die Abberufung des schuldigen Teils läßt sich mit Sicherheit voraussehen. Die „Nordd. Allgem. Ztg." erklärt, daß auf Grund der durch die Presse gegangenen Mitteilung, wonach in Dar-es>Salaam ein Zweikampf stattgesunden hat, an zuständiger Stelle sofort das Erforderliche angeordnet worden ist, um die Beteiligten zur Verantwortung zu ziehen.
Sandel und Verkehr. NslkslvirHiM.
Frsaklurter BGzee vom 19. September.
Wechsel auf Kew-York zu 0.00-00.
I Prämiea auf Kredit per ult. Sept. 1.20hg, do. per ult. Okt. I 2 30%, Diekonto-Kommandit per ult, Sept 0.95 %, do. per ult Okt. I 2.20 %, Lombarden per ult Sept. 0.40%, do. per ult. Okt. 0.85 %. I Deutsche Bank per ult. Sept. 0.00%.
I rr ÄotierUMgeH : Kreditaktien 206.50-10.000-00. EMskonto- 172 50-30-00-00-00 Staatsbahn 142.00-00., Lombarden 25.90.00, Italiener 94.20, Spanier 72.00-00, Spross. Mexikaner 25.30. i b,Z1’ Laara 194-193.20-70-000 bz., Harpener
ul,?/»?-176150 bz<’ Gekenkirchen 188.60-187.90 bz., Privat-Dis- Kont 4%%.
1% bis 2% Uhr: Kreditaktien 206.10-50-000-000.00 bz.. Die- konto-Kommandit 172.30-90-000.00 bz., Staatsbahn 142 00-00.0 bz„ | ^“barden 25.90-00.00 b., Laura 000-00, Berliner Handelßgesell- I 2!00?00 3proz Mexikaner 00.00 bz, 3proz. Portugiesen 00.00-00 bz., Ottomanbank 000.00 bz.
OI t Märkte.
19. September. Fruchtmarkt Durch- Roter Weizen, alter, 00.00 Mk., neuer !?’?? SS'1 §^ßer Weizen —Mk., Korn 00.00 Mk., neues Korn 1V13 M., Gerste 0.00 Mk., Hafer, alter, 8.20 Mk., neuer 6.07 Mk., Erbsen —Mk., Kartoffeln —Mk.
Ja»r««b<richt für 1899 der Handelskammer tu Darmstadt. Eme Clgarrenfabrik in Viernheim schrieb an bie Handelskammer: Das abgelaufene Jahr war in Bezug auf Absatz dem vorhergehenden mindestens ebenbürtig, doch der Verdienst durchaus nicht im Verhältnis zu dem Umsätze, der aufgewandten Mühe und dem emgegangenen Risiko. Arbeitslöhne, sowie Rohprodukt und Hilfsmatenalien (Hölzer und Bänder) stiegen im Preise, ohne daß für das 6«bnkat ein höherer Preis zu erzielen war. Eine Cigarrenfabrik in Pfungstadt schrieb: Das Geschäft war im verflossenen Jahre im ganzen befriedigend. Wenn auch die Tabake ziemlich hohe Preise hatten1 so konnte doch tue Lage infolge eines etwas flotteren Geschäftsganges als im vorhergehenden Jahre, gut genannt werden. Die Arbeitslöhne m sehr hoch, es macht dies gegen das benachbarte
Bickenbach etwa 3 bis 4 Mk. pro 1000 Stück Cigarren aus Infolge- deffen kann hier am Platze die Fabrikation billiger Cigarren nicht vor. g°b°7'."st Arbeitnehmer und Arbeit-
mache» die verehrl. Leser des Gießener Anzeigers an- läßlich des Quartalschluffes darauf aufmerksam, daß die Abhole- und Zweigstellenverwalter gleich den ZeitnngS- trägern im Intercffe eines geordneten Geschäftsganges gehalten sind, die Haltegebühr im voraus zu erheben.
Die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers.
Kamerunisches.
Aus Kamerun ist die Nachricht eingetroffen, daß gegen den Hauptmann v. Besser beim Oberkommando Klagen einiger Offiziere erngegangen sind. Der Major v. Kamptz, der jetzt auch, den Gouverneur vertritt, hat sich dadurch veranlaßt gesehen, Hauptmann v. Besser sofort von seiner Stellung abzuberufen. Welche Vorgänge und welche Beschwerden der Sache zu Grunde liegen, ist noch nicht bekannt; der Bericht des Majors v. Kamptz ist erst in einigen Wochen zu erwarten. Hauptmann v. Besser rst seit einer Reihe von Jahren in Kamerun thätig, im Norden tu>ib Süden hat er kraftvoll eingegriffen. Zuletzt hat er die aufständischM Ekoi unterworfen und in der Nähe der Croßschfliellen eine Station errichtet. Ueber eine Strafexpedition teilt die „Deutsche Reichspost" in Stuttgart u. a. folgendes mit:
Wner^örte Ding« hat sich die Straf-Ex- pemkon t>. Besser $u schulden kommen lassem Ms ich westen £eifc Bon den Meme-Fällen aus dem Süd- ?°m in di« ersten Bakundu-StädtcheN
fe'SreSS’S5 i
Die Bakundu-Lente hatten einer Ausforbern,^^ hongtorfMerS in J°h.-Albr.-5oöh- gemäh ^imn^ Qchsem nach Komba, dem Ort der Haupt-Chop-Niederlaae oebrocbt Bald darauf zogen eine Anzahl
™ aller Ornung durch; fte gehörten, glaube ich nicht zur Expedition. Etwa um d en 10. Februar herum kam endlich Hauptmann v. Besser, nebst einigen anderen Weiken nut etwa 200 Soldaten nach Bakundu-Stadt Dort war I
Stadtteil mit seinem Häuptling bereits in den Vusch geflohen, wogegen der andere Teil auf unseren Rat hin m der Stadt geblieben war, da sie fest auf unsere I Versicherung, es werde ihnen kein Leid geschehen, trauten
gerade diese mußten nun daran glauben. Es wur- I Kokosnüsse verlangt und von den Leuten in Menge I hergeschafft, desgleichen Plantains (Pisana), soviel ver- I
stolirbe' unb eine Ziege und ein Huhn. Nun habe I könne b fesselt, damit er nicht entwischen I
er ber Forderung in den Busch geführt I
ÄnLN°t°n Viehzum Schlachten zeigen- erzeigt
en Ochsen, der gefallt nicht; er zeigt einen anderen, |
Aus dem Geschästsleben.
bieklame sieht man in dem Schaufenster der rinTehüaäen' Mt 1 ® e 1 ä' ^er die in geschmackvollem Arrangement Suiria Ahbem .planten Publikum vorfahrt, nämlich die Sunlrght-Setfe, bie m vielerlei Verwendung sich zusammenfüqt um In h°nn°n,sch gan,°ü ,u Bilben. Wie i-I-nnt,'hat sich di-si ,or,a7-
Schul-Anzüge
in grosser Auswahl!
GiNgesMdt.
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Gietzerr, 19. September 1900.
Fasender der „J.-.Arttkels, betreffend di« 2lu36 N tretenden Reichs-Gesetzes über die Regelung
der Offenhaltung der Verkaufsstellen, wirft in seinem ersten Ein- uOtfittnbk beS Kaufmännischen Vereins Nachlässigkeit und Unthätigkeit vor, denn was kann es anders heißen, wenn er was der Voistand „jcht Besseres zu thun habe"«. ~ Bemerkung beweist, wie wenig der Herr über die Last der Geschäftsführung unterrichtet ist, denn sonst würde er diese unberechtigte und wenig konziliante Art der Kritik wahrlich nicht geübt haben zu einer Zeit, in welcher der Vorstand alle Hände voll zu thun hat mit Abschluß der Verträge über die abzuhaltendm Vorträge im Wintersemester, der Wiedereröffnung der Fachschule für den Wlnterunterricht gleichzeitig mit Rmeinsührung des kaufmännischen Unterrichts für Damen, und zahlreichen anderen laufenden Geschäften. Herr I. steht eben in der zur Rede stehenden Frage auf dem einseitigen Standpunkt der kaufmännischen Angestellten und übersieht, daß ein hoher Prozentsatz der Mitglieder des Kaufmännischen Vereins selbständige Kaufleute sind, sodaß dem Vorstand doch sicherlich eine gewisse Zurückhaltung in diesen Fragen geboten ist. Der Vorstand des Kaufmännischen Vereins hat stets alle diejenigen sozialen Bestrebungen gefördert, welche dienten der Hebung des wirtschaftlich schwächeren Teils der Kaufmannschaft, d. d. seiner Angestellten, und darf wohl von sich sagen, daß seine Bemühungen nicht vergeblich gewesen sind. — Nachdem bekannt geworden war, baß der Vorstand des Detaillistenvereins eine Regelung der fraglichen Ladenschluß- Angelegenheit herbeizufübren suchte, welche sich bestrebt, einenteils den geschäftlichen Rücksichten auf das Publikum, anderenteils auch denen auf die Angestellten gerecht zu werden, lag für den Vorstand des Kaufmännischen Vereins keine Veranlassung vor, diesen Bestrebungen entgegenzustreben, und deren Durchführung zu erschweren. ES ist als ein gerechter Ausgleich zu bezeichnen, daß für das Sommerhalbjahr der von Herrn I. angestrebte 8 Uhr-Ladenschluß durchgeführt werden soll, während man für das Winterhalbjahr dem vermehrten Kaufbedürfnis der Bevölkerung und damit dem geschäftlichen Interesse des Prinzipals Rechnung tragend, vorerst den 9 Uhr-Ladenschluß festzuhalten gedenkt. e
I auch nicht; wahrscheinlich waren sie etwas klein, l lö öe{)tcmBer „
■ Bald Darauf entdeckten sie eme schone, tragende Kuü und ! m c- <* «
schossen sie nieder, was bei den Schwann wie bet den > ^storbenm Gr°ßmdustri°ll-n Wall
I Weißen als ein Unrecht angesehen wird, wie auch für ge- I liefertes Vieh eine Entschädigung vom Gouvernement ge- I leistet werden soll. Abends, wahrscheinlich als die Weißen | sich zur Ruhe begeben hatten, durchstreiften die Soldaten die I halbverlassene Stadt und plünderten die Häuser. Da nach I solchem Anfang ein noch schlimmerer Ausgang der Sache mit I Recht zu befürchten war, begannen die Leute über Nacht zu I fliehen und mußten am andern Morgen eingefangen werden I Etwa 20 Leute wurden als Träger mitgeschleppt, und von I ihrer Stadt ab ging nun die P r ü g e l e i d e r T r ä g e r I durch Soldaten mit Wissen der Weißen los. Gleich in I der nächsten Nacht gingen mehrere durch. Von da ab I wurden sie je während der Nackst in Fesseln gelegt. I Zwei Tage lang bekamen sie nichts zu essen. I In Ediki (auf dem Wege nach, Mundame) wurde erst ein I Duallasklave von den Soldaten aus mir unbekannten I Gründen umgebracht. Dadurch wurden natürlich die I Träger aufs neue von Schrecken und Angst ergriffen und I suchten zu fliehen. Einem solchen Flüchtling wurden zwei I Schüsse nachgeschickt, die jedoch nicht trafen, man verfolgte I und fing ihn und legte ihn in Fesseln. Ein angesehener, I rechtschaffener Mann war unter diesen Trägern aus Ba- I kundu, der hatte schon seit lange die sogenannte „Mpia", I schmerzhafte, Hühneraugen ähnliche Beulen an der Fuß- I sohle. Dessenungeachtet war er mitgeschleppt worden und I wußte eine schwere Last tragen; konnte er fast nicht mehr, I dann half man mit Prügeln und Seitengewehr nach. So I schleppte er sich weiter bis gegen Mundame. Endlich konnte I er nicht wehr und legte sich trotz der Prügel zu Boden, I worauf man ihn einfach totschlug und liegen ließ, I utitten auf der Straße, wo ihn mehrere Weiße I nachher als Leichnam liegen sahen und schließlich ver- I !9?rren ließe". Den Prügel, mit dem dieser Mann er- I schlagen wurde, einen armdicken, blutbeschmierten I Baumaft, haben die zurückkehrenden Leute der Bakundu I uns zur Besichtigung gebracht. Ein anderer Mann aus I Kake, der auch nicht mehr weiter konnte, wurde auf ähn- I liehe Weise totgeschlagen und liegen gelassen. K. erzählte I uns, er habe ebenfalls Leichen der Erschlagenen (Träger) I auf der Straße gefunden, auch habe er einen liegen ge- I fanden, dem die ganzen Wadenmuskeln mit einem Schwertstreich heruntergehauen waren und etwazwanzigZentimeterlangherunter- hingen .Er hat ihn verbunden. Desgleichen erzählte er uns ein Gerücht, das ihm von weiter nördlich gelegenen Durchzugsstädten zugekommen fei, daß der Weiße dort ebenfalls bös gehaust und sogar eine Anzahl Leute i ber Kokobma aufgeknüpft habe.
Nachdem die Bakunduleute endlW in ihrer dezimierten Zahl erschöpft in Mundame angekommen waren, habe man sie erst in der Sonnenhitze stehen lassen, dann hätten sie für die Soldaten Wasser herschleppen müssen, worauf sie wiederum längere Zeit zur Belustigung der rohen Sol- daten in der Sonnenhitze zu stehen hatten, obgleich sie seit zwei Tagen nichts zu essen bekommen hatten. Schließlich wurden dann die übrigen Bakunduleute nmch Hause entlassen bis auf zwei, die aus unbekannten Gründen ins Innere mit mußten, obwohl der eme davon sogar ietu sehr schwächlicher Bursche, einf Schüler, unmöglich Lasten schleppen konnte. Es sind nun bald drei Wochen seit diesem Durchzug der Expedition verflossen, aber erst heute wieder habe ich an mehreren der zurück- gekehrten Bakundu-Träger halbgeheilte and noch offene Wunden und Striemen der erhaltenen Schläge gesehen Em anderer von ihnen, der nur noch ein Auge hat, wurde am gesunden Auge durch Püffe mit dem Seitengewehr traktiert, daß hoch aufgeschwollen war und man fürs Ange fürchten wußte, doch- hat es sich wieder gebessert Die Städte jedoch, durch welche diese Soldaten der beut- scheu Schutz truppe gezogen sind, stehen bis hinauf nach Kilinrmdi fast ganz leer. Die Leute stehen in beständiger Furcht, es kämen neue Truppen nach, und leben deshalb zerstreut in den Wäldern. Wir kamen letzte Woche durch emige dieser Städte: Komba, Mambanda, Mukonye ^Die Straßen waren fastgan^ menschenleer. Auch aller Handel liegt darnieder, wie ich sah und von deü ! Faktoristen im Balondolande umher persönlich erfahren


