Aus dem Großherzvgtum Hesse« wird der „Frkf. Ztg- gerschrieben: Die ,.Frkf. Ztg." berührte in einer Korre- spondenz vom 2. März aus Darmstadt die hessische» Bezirkssparkassen und drückte den Wunsch auS, daß diese Kassen landcsgesetzlich berücksichtigt werden möchten. Eine nähere Darlegung der Verhältnisse dieser Institute erscheint dadurch geboten. DaS hessische Sparkasienwesen beruht größtenteils auf diesen Bezirks« und Kreissparkassen; andere öffentliche Spargelegenheiten, wie z. B. die auf ge- nosienschastlichcr Basis beruhenden, kommen dagegen nur wenig in Betracht. Die Bezirks- und Kreissparkassen, der
Ferner sei noch auf ein bekannt gewordenes Vorkommnis hmgewiesen, welches sich auf der Eisbahn des Dresdener Sportplatzes abspielte, wo junge Engländer sich derart unverschämt benahmen, daß sie schließlich vom Platze geragt werden mußten. , y
beschäftigung schulpflichtiger Kinder. 26. Erlaß einer Volir-i. ordnung für den Verkehr der Radfahrer. V 3
•• Irene Triesch, die von ihrem Gastspiel als Nora im Theaterverein so befriedigt war, daß sie noch ein zweites Auftreten in diesem Winter zusagte, hat gestern den Bor« stand des Theatervereins gebeten, sie von der Einlösuna dieses Versprechens in der laufenden Saison zu dispensieren da sie durch ihr längeres Unwohlsein mit ihren übriaw Gastspielverpflichtungen zu sehr in Rückstand gekommen ki Wre angestrengt die Künstlerin ist, möge man daraus ent*, nehmen, daß sie seit dem 9. März an jedem Tage auf. getreten ist, darunter zweimal in Nürnberg. Morgen ?^.!^ocyabend, fährt sie nach der Vorstellung noch nach Düsseldorf, tritt dort Donnerstag und Freitag auf, Samstag ist sie wieder in Frankfurt, Sonntag und Montag nochmals in Düsseldorf. Von da reist sie nach Moskau, wo sie bis zum 9. April gastiert. Nach einem Aufenthalt von nur 8 Tagen in Frankfurt geht sie nochmals auf eine
Nürnberg, und schließlich gastiert sie in der ersten Halste des Mai in London. Der Vorstand ver. handelt mit einem anderen beliebten Gast, um die 9. Bor« stellung doch noch für die kommende Woche möglich zu
Lokales und Ursvnyielles.
(Anonyme Einsendungen, gleichviel welche« Inhalte-, werden grundsätzlich nicht aufgenommen.)
Gießen, 20. März 1900.
->i"^schi»t-rale«der. (Nachdruck verboten.) Vor 215 Jabren, 2L März 1685, wurde zu Eisenach Johann Sebastian Bach sn^.1 «ss sbrsteMeister^seiner Zeit auf berOrgel und im Klavle^ spiel. Als Komponist erhaben und ernst, dabet zart und weich, ver- etntgte er eine unerschöpfliche Fruchtbarkeit mit solcher Meisterschaft in der AuSarbEung dah fast ftbeS seiner Werke zum Stubium dienen kann. Bach starb am 28. Juli 1750 als Kantor der Thomas- schule in Leipzig. ____________
•• Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 13. März den Lehrer an dem Ludwig-Georgs-Gymnasium zu Darmstadt, Professor Dr.
1 Ludwig Buchhold zum Direktor der Realschule und des Progymnasiums zu Alzey zu ernennen.
*• Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hiltersklingen, Kr. Erbach. Dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu derselben zu, die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Unter- Ostern, Kr. Erbach. Dem Grafen zu Erbach-Erbach steht das Präsentationsrecht zu derselben zu, — beide mit dem gesetzlichen, nach dem Dienstalter sich bemessenden Gehalt.
•* Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten« Versammlung Donnerstag den 22. März 19 00, nachmittags Zt/z Uhr pünktlich mit Fortsetzung am Freitag, den 23. März um dieselbe Zeit. 1. Mitteilungen. 2. Prüfung der Rechnung der Stadt Gießen für 1898/99. ' 3. Rechnung des Stadterweiterungsfonds für 1898/99. 4. Voranschlag des Stadterweiterungsfonds für 1900/01. 5. Die Prüfung der Rechnung der Gemeindekrankenversicher« ung pro 1899. 6. Anlage erhöhter Trottoirs. 7. Umgestaltung der Südanlage. 8. Wiederherstellung des alten Rathauses; hier: Arbeitsvergebung und Freilegung der unteren Halle. 9. Errichtung eines Kriegerdenkmals; hier: Vergebung der Lieferung der Gedenktafeln. 10. Das Kriegerdenkmal; hier: den Abschluß des Winkels nach dem Markplatz zwischen den Häusern Marktplatz 11 und Markt- straße 1. 11. Voranschlag der Stadt Gießen für 1900/01. 12. Die Fürsorge für die städtischen Arbeiter und Be- I diensteten und für deren Hinterbliebene. 13. Gesuch von I städtischen Arbeitern um anderweite Regulierung ihrer Lohn- I Verhältnisse. 14. Ausführung des Gesetzes über die In- I validen-Versicherung; hier: Vergütung an die Ortskranken- I lasse. 15. Baugesuch des L. Jochem für die Rodheimer- I straße; hier: Dispens. 16. Desgl. des Kreises Gießen für die Kreisstraße Gießen-Hausen. 17. DeSgl. des Julius I Ruckstuhl für die Moltkestraße; hier: Dispens. 18. Desgl. I bcß Kaspar Becker für die Wolfstraße; hier: Dispens. I 19. Desgl. deS Heinrich Schaffstädt für die Schanzenstraße. I 20. Benennung von Straßen; hier: der Derbindungsstraße zwischen Ludwigsplatz und Schiffenbergerweg sowie der« I jenigen vom Brand nach der Ostanlage. 21. Gesuch des Karl Hartmann um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im I Hause Frankfurterstraße 30. 22. Anlegung einer Straße I öom Brand nach der Ostanlage; hier: Gesuch wegen Be- I seitigung von Bäumen. 23. Gesuch verschiedener Bewohner I ber Straße „Großer Steinweg" um Ausbau ber Ver- I binbiingöftrafje bis zur Grünbergerstraße. 24. Gesuch bes I W m Benner II. um pachtweise Überlassung eines Platzes I am Neustäbterthor zur Aufstellung eines Wasserhäuschens, ^o. Erlaß einer Polizeiorbnung betr. die gewerbliche Neben- I
- würden übrigens wohl die Engländer sagen, wenn bTe Mißhandlung des deutschen Pro- Jn Glasgow, dem von einer Schar chauvinistischer Studenten die Kleiber vom Leibe gerissen wurden grundlose Verhaftung zweier deutscher ,Tn, ^alal, oder die versuchte Stürmunq des ,Klubs in Broken Hill in Australien durch den Straßenpobel zum Gegenstand parlamentarischer Verhandlungen machte? Wir sind in Deutschland nicht gewohnt, sur die Ausschreitungen einzelner ein ganzes Volk oder seine Regierung verantwortlich zu machen. Wir verkanten dasselbe aber auch von England. Bezeichnend ist es übrigens, daß in derselben Parlamentssitzung die englische Regierung über Demonstrationen interpelliert wurde, die sich seit Wochen "regelmäßig wiederholen, so oft von Gegnern des gegenwärtigen Krieges eine Protestversammlung zur Besprechung der Kriegsfrage einberufen wird. In diesen ist von vornherein jede Verhandlung unmöglich, da das Versammlungslokal gewöhnlich vorher vom Pöbel, zu dem sich auch zahlreiche Angehörige der gebildeten Klassen zuzugesellen pflegen, gestürmt wird, und die Redner^durch Veranstaltung eines solennen Faustkampfes mundtot qe- !^Ä?^rben. So handhabt man augenblicklich in England selbst die Redefreiheit.
Die Vorfälle in Dresden sollen nicht gebilligt werden. Obgleich sie anscheinend sensationell aufgebauscht worden find, und hauptsächlich auf den Streich von einigen Strapeniungen hinauslaufen - es werden ja auch noch andere Leute, als nur englische Misses von unserer lieben Fugend Mit Schneeballen beworfen —, so bleibt das Herunterreißen einer englischen Fahne immer eine tadelnswerte Ausschreitung. Darüber aber ein großes Geschrei I in der englischen Presse und sogar im englischen Parlamente zu erheben, ist einfach lächerlich.
Glücklicherweise teilen aber nicht alle englischen Leitungen die Auffassung des Herrn Majors Walker und des Herrn Brodrick. Der „Pall Mall Gazette", die auch vor einigen Tagen den Brief einer Engländerin veröffentlichte die sich über Insulten in Deutschland beklagte, wird in der Frage der antienglischen Bewegung in Deutschland von einem Ausländer m Lond^^ßn Brief zugeschickt, in dem es folgendermaßen heißer,
Dame, die nach ihrem eigenen Geständnis alles LE; putsch Mt ist keine unparteiische Richterin. Punphp? bin wenig kennt, wird gerne
f£9 ?mmprb ? bt£- Ausländer, welcher Nation
p^ Shoren -mögen, stets willkommen heißen, PiH» W Ee ' öl§ äu toeni9- Und wenn in der Änderung eingetreten ist, so ist dies auf oft Leuten daß der Willkommensgruß
sich "'Vn^der^ Äesetts^^?^ dessen unwürdig waren und nabmpn ÖHnh hnn fd) ft- ?ur,d)aud Nicht einwandfrei be- nuhmen. Und dann — jedermann darf fieber seine eiaene I Meinung haben. Der Umstand, daß die Engländer und besonders die Engländer im Ausland, so schrecklich empfindlich sind, laßt darauf schließen, daß hier etwas nicht ganz I ?Ä?lache ist, daß man sie in früherer
5 1t Xf« FaM iimX ntMlliCatt x c . im Auslande end- I k'» dSken und emzufchen. daß nicht jeber Engländer der ins Ausland geht, ein Lord oder auch nur ein (S leman jein muß Die Deutschen haben besondere Urlache nicht die Partei der Engländer zu nehmen. Waren nicht .lle Eure Sympathien im Jahre 1870 bei den Franzosen - und nicht blos Eure Sympathien, sondern auch Euer »eld (und Eure Kriegswafsen)? Und wie stand es damals mit den Theatern? Man sagte mir, daß Lord Rüchen er s-lbst gegen Deutschland kämpfte. Ich weiß nicht, ob es
* T°s Recht auf sich selbst. (Schauspiel in vier Akten Wrede). Aufführung am König,. Residenz. Theater zu München. Das Stück sand beim Pub. sowohl une bei der Press- eine glänzende Aufnahme. Nachfolgend bringen wir auszugsweise die Referate: Nach I langem wieder einmal ein neues Stück, das einen schönen ehrlichen Erfolg davonträgt! Sestern wurde „Das Rech, aus sich selbst", ein vieraktiges Schauspiel von Friedrich von Wrede, hier zum ersten Mal aufgeführt, nachdem t« u. a. schon m Salzburg, Wiesbaden, Berlin und Hamburg I gegeben worben. Das Münchener Theaterpublikum kennt I den Verfasser von ber Aufführung seines Einakters „Pflicht- Her, ber sich längere Zeit mit Ehren auf bem Spielplan behauptete unb verriet, baß ber Autor nicht nur ein all- ^"A^Aerisches Talent für Novellen, fonbern auch ein I spezifisches bramatischeS sein eigen nennt. Das gut besetzte I Münchener Premiere bereitete bem neuen Schau«
spiel Wrebe's gestern einen vollen Erfolg. Der Beifall war allgemein ohne jede Opposition, unb er verstärkte sich von
I m . J° uach bem brüten unb bem letzten bet
I ^fasset wiederholt erscheinen konnte. Wir schlagen btefen ©rfolg um so höher an, als er von keiner litterarischen
| ^uque gemacht war, benn ber Verfasser bes Stückes gehört
I -Pier 9”' j? also in ben Augen gerabe unsrer lärmendsten I Musenjünglinge vogelfrei, ba er jene Versicherungspolice I auf gegenseitigen Beifall, die biese nur an ihre Leute aus- zugeben pflegen, nicht in ber Tasche hat. „Das Recht auf sich selbst- ist eine ernste Arbeit. Ganz wie in ber „Pflicht" ift e$ ein Eheproblem, bas ber Dichter behanbelt, unb zwar unleugbar so geschickt behanbelt, baß wir von Anfang bis Willig in seinen Fesseln bleiben. Wie schon in feiner „Pflicht" schließt Wrebe auch in feinem „Recht auf sich selbst" bas lanbläufige Liebesproblem völlig aus, auch nicht einmal bie bei unfern Theaterbichtern so beliebte, burch El«-« Dritten gestörte Ehe ist bas Thema, fonbern in beiben । Zöllen sinb es höhere ethische Anfotberungen, bott wie hier an d^lchl, um bie sich bie Hanblung breht. Das gibt Wrebe S Dramen etwas ernstes, männliches, bas wir an ihnen um so höher schätzen, je seltener eS heutzutage anzutreffen ist. In beiben Fällen spielt eine kriminelle Vergangenheit, boch nicht aufbringlich, herein. Die Form entspricht überall bem Inhalt; sie ist streng geschlossen, unb dre ganze Hanblung spielt sich unaufhaltsam in kurzer Zeit unb Schlag auf Schlag ab - bas untrügliche Kennzeichen emes echten Dramatikers. Nirgenbs rein novellistische Züge, nirgenbs jene verblasene Milieu-Malerei, bie uns heute von den litterarifchen Impressionisten selbst auf ber Bühne auf; oktroyiert werben will. Alles brängt hier zum Ziele: bie Entwicklung ber Charaktere unb mit ihr bie Handlung. Höchstens bie heitere Episobe ber ersten Vereinssitzung mag uns in ihrer unvermittelten Plötzlichkeit unb Raschheit als mit ber Hanblung zu lose verbunbeu scheinen, sie erweist sich aber nachträglich boch als notwenbig. Die Aufführung unter Herrn Basils Regie war im ganzen sehr gut. Der Verfasser kommt allen Darstellern burch feinen natürlichen Dialog sehr entgegen, sowie auch dadurch, baß er selbst noch bie kleinste Episodenfigur bankbar charakterisiert hat. Wir beglückwünschen ihn, daß er bie günstigen Erwartungen, bie wir nach seiner „Pflicht" hegen burften, mit bem neuen Stücke zu erfüllen begonnen hat, unb unser Schauspiel, daß es enblich einen wirklichen, mit durchaus ehNichm Mitteln erreichten Erfolg erleben burfte. — „DaS Recht auf sich selbst" ist bie nächste Novität beS Gießener StabttheaterS unb geht bereits am Mittwoch, bem 21. er., erstmalig in Szene.
•• Bieberthalbahn. Die Betriebsangelegenheiten ber Bieberthalbahn werben nur burch bie zuständige Betriebsinspektion ber Allg. beutschen Kleinbahngesellschaft in Frankfurt a. M., Mainluststraße 13, erlebigt unb sind alle schriftlichen Anträge borthin zu richten.
** Gießener Pferdemarkt. Der gestern von unS erwähnte Gießener Pferbemarkt finbet nicht Dienstag den 10. April, fonbern Mittwoch ben 11. April statt.
I wahr ist. Ich dachte, daß England immer die Redefreiheit I respektierte. Ich fürchte, daß dies nur dann der Fall I isi- wenn diese Freiheit dem Geschmack des Volkes ange- I paßt ist oder vielmehr der großen Masse schmeichelt."
Wir fügen hier einen Bericht eines Dresdener Blattes I tnx- in welchem das Benehmen eines Teiles der in Dresden I wohnenden Engländer in die gehörige Beleuchtung ae- I rückt wird. Wir lesen daselbst:
I "Die im britischen Unterhause gegebene Schilderung I per ^Schreckensherrschaft", der angeblich die Engländer I JJJ. Dresden ausgesetzt sein sollen, ist stark übertrieben. I Dre Einwohner Dresdens haben auch nicht einen Augenblick die kleinste Störung des friedlichen Zustandes unserer Stadt bemerkt. Von „schweren Mißhandlungen und Beleidigungen englischer Staatsangehörigen" hat man hier nichts vernommen. Die Dresdener Presse hat die Beschmierung der englischen Kirche entschieden gemißbilligt und ist dem herausfordernden Gebahren einiger Heißsporne scharf ent-
! gegengetreten. Sämtliche Dresdener Blätter haben übrigens heute zu den Ausfällen der „Times" Stellung genommen. Hier ist man nachgerade am Ende der Geduld gegenüber den frechen Provokationen der Engländer. Denn es ist eine Thatsache, daß sich Engländer am 27. Februar im Residenztheater in provozierendster Weise benommen und einem Teile des Publikums Ursache zu berechtigtem Aerger gegeben haben. An diesem Abend saßen eine Anzahl Engländer mit ihren Damen in einer Loge, sämtlich die Brust mit der englischen Flagge geschmückt. Das rief großen Un- willen beim Publikum hervor. Es ist ferner Thatsache, daß Engländer m einem hiesigen Varietee-Etablissement beim Erscheinen eines die Erstürmung eines südafrika- nischen Kopjes durch die Briten darstellenden Bildes sich wie Besessene benahmen und durch ostentatives Klatschen und Bravorufen einen die Empfindungen des Publikums im höchsten Grade beleidigenden Höllenlärm vollführten, aus den die emzig richtige Antwort der Hinauswurf dieser ungezogenen Patrone gewesen wäre — wenn der Dres- ?f"er "ur nicht so ur-„gemiedhlich" wäre! Wie man uns diese übel angebrachte Toleranz dankt, das zeigt sich ja jetzt in den Spalten der „Times", in denen der Versuch gemacht wird, Dresden und die Dresdener in schnödester Weise zu diskreditieren!"
Fenster des ersten Stockwerks eine englische Fahne aus- aesteckt. Während der Nacht nun wurde diese Fahne heruntergeholt und zerrissen, und beleidigende Inschriften fanden sich auf der Thür des Hauses. In derselben Nacht waren alle Thürklopfer an den englischen Pensionen in der Stadt abgerissen. Da meiner zu stark war, begnügte man sich damit, die ganze Nacht damit zu klopfen. Die letzte Nacht hat man es noch besser getrieben; man hat gewaltsam versucht, in die englische Kirche einzudringen. Da man die Thüren nicht erbrechen konnte, steckte man Nägel in die Thürschlösser, so daß, als die Geistlichen am nächsten Morgen vor der Kirche ankamen, die Thüren erbrochen werden mußten. Es wurde ferner festgestellt, daß die Wände der Kirche mit roter Farbe und beleidigenden Inschriften beschmiert worden sind. Die englischen Damen selbst werden von der Straßenjugend mit Schneebällen geworfen, und man ruft ihnen das Schimpfwort „Buller" entgegen, die neueste Bezeichnung für die Engländer. Die sächsische Regierung, der man feit drei Monaten von diesen Vorkommnissen Anzeige gemacht tjat, scheint unfähig zu sein, sie zu verhindern." 3
Wie oben bereits milgeteilt, hat im Gegensatz zu der ' Behauptung des Herrn Majors der sächsische Minister des ' Auswärtigen bereits der englischen Regierung sein tiefes Bedauern über die Vorfälle in Dresdvn^ausgedrückr. Damit wäre in jedem anderen Lande-Mefe „Affaire" erledigt gewesen. In England jedoch muß die Sache noch einmal im Parlamente breitgetreten werden; denn der großbritannische Eigendünkel macht, wenn ihm jemand zu nahe tntftr2u5 Schneeball, der einmal einer steifleinenen englischen Miß versehentlich an die spitze Nase geflogen * ei"e" polttychkn Zwischenfall. Wie die „Dresdener Nachrichten" Mitteilen, hat die Dresdener Polizeibehörde sogar einen Polizeisergeanten nach dem englisch-amerika- nischen Klub geschickt, um die dort ausgehängte englische Fahne zu bewachen. Weiter kann man doch wirklich nicht gehen, als eine im eigenen Lande von Ausländern begangene Demonstration zu schützen. Dieses Heraushängen einer Flagge ist eigentlich eine Ungezogenheit. Ein Blick in deutsche Zeitungen muß augenblicklich jeden in Teutsch-
. anwesenden Engländer darüber belehren, daß die Sympathien des deutschen Volkes auf Seiten der Buren , sieben- Es ist infolgedessen einfach Sache des Taktgefühls und der Klugheit, nicht durch eine ostentative Kundgebung 1 bie Stimmung des Volkes zu einer Aeußerung des Wider- herauszufordern. Wie wäre es wohl einem Deutschen in England ergangen, wenn er bei der Nieder- ^p'br Engländer bei Colenso sein Haus festlich beflaggt falls gehören solche Vorkommnisse lediglich in das Gebiet der lokalen Polizei und gehen die Diplomatie Nichts an.
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